Gescheiterter Minister setzt Karriere im Wirtschaftsbeirat der Budapester Uni fort

Das „Multitalent“ unter den sozialistischen Ministern, Tibor Draskovics, hat einen neuen Job. Der Jurist, der in den vergangenen sechs Jahren  Finanzminister, Chef der Ungarischen Elektrizitätswerke (MVM), Vorsitzender der „Reformkommission“, Minister ohne Geschäftsbereich (verantwortlich für die Verwaltungsreform) und zuletzt (seit 2008) Minister für Justiz und Inneres war, setzt seine Karriere als Mitglied des Wirtschaftsbeirates der Budapester Universität ELTE fort. Er wurde von der scheidenden sozialistischen Regierung, konkret: seinem ehemaligen Ministerkollegen István Hiller, auf diesen Posten entsandt.

Draskovics trat im Jahr 2009 als Minister zurück. Er machte unter anderem von sich reden, als er im Jahre 2009 von Terrorgefahr in Ungarn sprach und der Öffentlichkeit ein Video präsentierte, auf dem eine Explosion auf einem Acker zu sehen war. Draskovics behauptete damals, rechtsradikale Terroristen seien hierfür verantwortlich. Tatsächlich wurde diese Explosion von Chemiestudenten verursacht und war – entgegen der Behauptung Draskovics´ – keineswegs „aktuell“, sondern bereits ein paar Jahre alt.

Der Rücktritt des Ex-Ministers wurde in der regierungskritischen Presse auch in Zusammenhang mit der Affäre um das Unternehmen „Omninvest“ gebracht. Das Unternehmen war Lieferant des Impfstoffes gegen die „Schweinegrippe“, die Eigentumsverhältnisse dieses vom Staat mit dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung beauftragten Unternehmens sind jedoch bis heute größtenteils ungeklärt. Klar ist nur, dass es sich um eine zypriotische Offshore-Gesellschaft mit unbekanntem Eigentümerkreis handelt. Kritisiert wurde daneben, dass die Verträge des Staates mit dem Unternehmen zur Geheimsache erklärt wurden und der Preis für die Impfung überhöht gewesen sei.

Jugendarbeitslosigkeit in Ungarn am Ende der sozialliberalen Ära bei 28%

Nach einem Bericht der liberalen deutschsprachigen Zeitung „Pester Lloyd“ (LINK) beträgt die Arbeitslosenrate bei Jugendlichen von 15-24 Jahren derzeit 27,8%. Gegenüber dem Vorjahr stieg diese Zahl um 6,3 Prozentpunkte.

Die Gesamtarbeitslosenquote im Zeitraum Nov. 2009 – Jan. 2010 wird mit 10,8 % angegeben.