„Flugaffäre“: Leitender Beamter der Verkehrsaufsicht entlassen

Die Vorgänge um israelische „Geisterflugzeuge“ (hungarianvoice berichtete) schlagen weitere Wellen. Wie u.a. die liberale israelische Tageszeitung Haaretz berichtete (LINK), hat die ungarische Regierung nun den Leiter der Luftverkehrsabteilung der ungarischen Verkehrsaufsicht entlassen und Disziplinarverfahren gegen weitere Beamte eingeleitet. Der leitende Beamte habe die Überfluggenehmigung erteilt, ohne die zuständigen Geheimdienste zu informieren. Nach Aussagen von Verkehrsminister Péter Honig habe diese Vorgehensweise nicht den geltenden Bestimmungen entsprochen.

Im Zuge des Vorfalls kam es zu widersprüchlichen Aussagen des Verteidigungsministeriums. Zunächst teilte man mit, man sei für derartige Überflüge nicht zuständig. Später hieß es, man habe nichts von dem Überflug gewusst und begrüßte den Vorschlag der Oppositionspartei Fidesz, den Verteidigungsausschuss einzuberufen. Haaretz berichtet, dass Minister Szekeres dort eingeräumt habe, dass sein Ministerium von den Flügen informiert gewesen sei.

Der Grund für den Überflug der israelischen Gulfstreams herrscht derweil weiter Unklarheit. Israel sprach von einer „Übung“ sowie von einer „diplomatischen Mission“. In der linksliberalen ungarischen Tageszeitung Népszabadság (Ausgabe vom 24.03.2010, LINK) wird hingegen spekuliert, der Flug könnte dazu gedient haben, Informationen über Flugabwehr-Radarstellungen russischer Bauart zu beschaffen. Nach Auffassung des Autors, Endre Aczél, sei die Radarstation im slowakischen Nitranska stolica (ung. Nyitra) technisch mit Radarstellungen des Iran vergleichbar.

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