Update: Wer wird Regierungsmitglied?

Ministerpräsident: Viktor Orbán

Stellvertreter für wirtschafliche Angelegenheiten: Mihály Varga
Stellvertreter für Humanpolitik: Zsolt Semjén

Außenminister: János Martonyi

Wirtschaft und Finanzen: György Matolcsy

Innenminister (ggf. mit Teilen der Geheimdienste): Sándor Pintér

Verwaltungs- und Justizminister (ggf. mit Teilen des Kanzleramtes): Tibor Navracsics

Verteidigungsminister: Csaba Hende

Landwirtschaft: Sándor Fazekas

Humanministerium (Bildung, Gesundheit, Kultur): Miklós Réthelyi

Infrastrukturminister: Tamás Fellegi

Regierungssprecher: Péter Szíjjártó

Wahlergebnis: Fidesz-KDNP holt 2/3-Mehrheit

Die Parlamentswahl in Ungarn endet mit einem historischen Sieg für das Bündnis zwischen Jungdemokraten (Fidesz) und Christdemokraten (KDNP). Das konservative Bündnis holte 263 Parlamentssitze, 5 mehr als für die verfassungsändernde 2/3-Mehrheit erforderlich gewesen wäre. Erstmals seit der Wende 1989/90 ist eine demokratisch gewählte Partei in der Lage, ohne Koalitionspartner die ungarische Regierung zu bilden. Das Ergebnis öffnet nun die Möglichkeit für grundlegende Reformen im ungarischen Staatswesen (z.B. kommunale Selbstverwaltung und Staatsangehörigkeitsrecht), die – auch außerhalb der Verfassung – nur mit 2/3-Mehrheit durchgeführt werden können. Ministerpräsident wird Viktor Orbán.

Von den 176 Direktmandaten holte Fidesz-KDNP 173, die MSZP 1, ein weiterer Stimmkreis ist derzeit noch offen (MSZP führt). Ein weiteres Direktmandat gewann der Ex-Fidesz-Abgeordnete Oszkár Molnár, der von den Jungdemokraten vor der Wahl wegen antisemitischer und romafeindlicher Aussagen ausgeschlossen im 2. Wahlgang von Jobbik unterstützt wurde.

Die Sozialisten erlangten nach derzeitigem Stand 59 Parlamentssitze, Jobbik 47 und die LMP 16. Die Parteivorsitzende der Sozialisten, Ildikó Lendvai, trat unmittelbar nach Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses von Ihrem Amt zurück.

Die Wahlbeteiligung im zweiten Wahlgang war mit 47 % auffallend gering (1. Wahlgang: 64 %).

2. Wahlgang in Ungarn: Bis 15 Uhr sehr geringe Wahlbeteiligung

Der heutige 2. Wahlgang der Parlamentswahl in Ungarn hat deutlich weniger Wahlberechtigte als vor vier Jahren an die Wahlurne gelockt. In den 57 offenen Wahlkreisen (davon 21 in Budapest), deren Direktkandidat nicht bereits vor zwei Wochen gewählt werden konnte, nahmen bislang rund 33,5 % der Wahlberechtigten am zweiten Wahlgang teil. Die Beteiligung im Jahr 2006 (15 Uhr) lag bei über 46,8 %.

In den 57 offenen Wahlkreisen lagen die Fidesz-Abgeordneten – bis auf eine Ausnahme – vorne.