Wahlergebnis: Fidesz-KDNP holt 2/3-Mehrheit

Die Parlamentswahl in Ungarn endet mit einem historischen Sieg für das Bündnis zwischen Jungdemokraten (Fidesz) und Christdemokraten (KDNP). Das konservative Bündnis holte 263 Parlamentssitze, 5 mehr als für die verfassungsändernde 2/3-Mehrheit erforderlich gewesen wäre. Erstmals seit der Wende 1989/90 ist eine demokratisch gewählte Partei in der Lage, ohne Koalitionspartner die ungarische Regierung zu bilden. Das Ergebnis öffnet nun die Möglichkeit für grundlegende Reformen im ungarischen Staatswesen (z.B. kommunale Selbstverwaltung und Staatsangehörigkeitsrecht), die – auch außerhalb der Verfassung – nur mit 2/3-Mehrheit durchgeführt werden können. Ministerpräsident wird Viktor Orbán.

Von den 176 Direktmandaten holte Fidesz-KDNP 173, die MSZP 1, ein weiterer Stimmkreis ist derzeit noch offen (MSZP führt). Ein weiteres Direktmandat gewann der Ex-Fidesz-Abgeordnete Oszkár Molnár, der von den Jungdemokraten vor der Wahl wegen antisemitischer und romafeindlicher Aussagen ausgeschlossen im 2. Wahlgang von Jobbik unterstützt wurde.

Die Sozialisten erlangten nach derzeitigem Stand 59 Parlamentssitze, Jobbik 47 und die LMP 16. Die Parteivorsitzende der Sozialisten, Ildikó Lendvai, trat unmittelbar nach Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses von Ihrem Amt zurück.

Die Wahlbeteiligung im zweiten Wahlgang war mit 47 % auffallend gering (1. Wahlgang: 64 %).

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