Profil.at über die korrupten Seilschaften um die ungarische MAL AG

Es ist eine Premiere! Wir empfehlen einen Beitrag von Gregor Mayer in Profil.at:

http://www.profil.at/articles/1040/560/279393/ungarn-nach-giftschlamm-katastrophe-seilschaften-pranger

Ein Kommentar zu “Profil.at über die korrupten Seilschaften um die ungarische MAL AG

  1. Es spricht erstmal nichts dagegen, Mammutunternehmen zu zerschlagen und nur die Filetstücke zu behalten. Besser, als wenn das gesamte Mammutunternehmen den Bach runtergeht. Es ist auch erstmal nicht falsch, Einheimische zum Zug kommen zu lassen. Es gibt genug Beispiele, bei denen ausländische Konzerne zugegriffen haben, aber am Ende die Werke auch nur geschlossen wurden, und sie sich so die billige Konkurrenz vom Leib geschafft haben. Einheimische haben natürlich weniger Kaufkraft, also brauchen sie staatliche Kredite, auch nichts Verwerfliches.

    Ärgerlich, wenn in die Instandhaltung kein Geld gesteckt wird. Aber wenn bei der Übernahme keine Vereinbarungen zur langfristigen Standorterhaltung und -entwicklung getroffen wurden, kann man niemanden zwingen, Hallen zu renovieren und neue Maschinen zu kaufen. Viele Unternehmen tun dies aber natürlich trotzdem, es gibt zahlreiche hochmoderne Produktionsstätten in Ungarn, die sich in auf den ersten Blick heruntergekommenen Industrieparks verbergen. Unternehmen wie MÁL oder DUNAFERR sind wirklich traurige Extrembeispiele.

    Wirklich bedenklich wird es, wenn die Unternehmensanteile intransparent hin- und hergeschoben werden, sich die Seilschaften immer gegenseitig Aufträge zuschustern und sich gegenseitig den Rücken freihalten. Wenn dann Gesetze gebrochen und Naturschutz und Arbeitschutz mit Füßen getreten werden, ist es fatal, wenn die Seilschaften auch an der Regierung sind. Gregor Mayer deutet an, dass es dieses Mal vielleicht nicht anders sein wird. Aber bei einem Unglück dieses Ausmaßes kann sich niemand mehr auf seine Seilschaften verlassen. Das zeigt auch die heutige Verhaftung der Geschäftsführer.

    Aber im Alltag ist auf die Verbindungen leider wohl weiterhin Verlass. Seit dem Frühjahr sind es vermutlich andere Leute, die profitieren, die Unternehmer mit Fidesz-Kontakten. Eine nennenswerte Opposition, die hier die Kontrollfunktion ausüben könnte, gibt es in Ungarn nun auch nicht mehr. Das ist der Nachteil des Erdrutschsieges von Fidesz auf allen Ebenen.

    Ungarn waren es seit Jahrzehnten gewöhnt, dem Staat eins auszuwischen, das System auszutricksen. Regeln gibt es auf dem Papier, aber wenn man die richtigen Leute kennt… Mit dem Systemwechsel scheint sich diese Angewohnheit leider noch nicht verabschiedet zu haben. Schlechte Angewohnheiten wird man schwer los, offensichtlich braucht es dazu mindestens einen Generationswechsel.

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