Anne Applebaum in der Washington Post

Leider mit etwas Verspätung: Ein lesenswerter Beitrag von Anne Applebaum, Ehefrau des polnischen Außenministers, zum Thema Ungarn.

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/12/27/AR2010122702864.html

Applebaum kritisiert das Mediengesetz und die zuvor unternommenen Maßnahmen der Fidesz-Regierung mit deutlichen, nicht jedoch ins grob unsachliche abgleitenden Worten. Nach Applebaums Einschätzung müsse Ungarn klar werden, wie fragil selbst eine funktionierende Demokratie sein könne. Gleichwohl zeigt sie – anders als viele der Stimmen aus deutschsprachigen Redaktionen – Verständnis für den Unwillen der Ungarn, sich durch insbesondere die deutsche Presse in Berichten und durch Fotos in die Nähe des „Faschismus“ rücken zu lassen. Die Kommentatorin:

What Fidesz supporters really hate are stories that make liberal use of the word „fascism,“ as well as those (usually in the German press, who love this kind of thing) featuring photographs of mustachioed men in elaborate uniforms, waving the national flag – as if all Hungarians looked like that.“

Anne Applebaum wurde am 14.12.2010 in Budapest mit dem Petöfi Preis ausgezeichnet. Ein Interview mit der Preisträgerin ist (in ungarischer Sprache) unter folgendem Link abrufbar:

http://videotar.mtv.hu/Videok/2010/12/14/21/A_Petofi_dijjal_tuntetek_ki_Anne_Applebaum_pulitzer.aspx

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3 Kommentare zu “Anne Applebaum in der Washington Post

  1. Natürlich schauen nicht alle Ungarn so aus. Aber als ich gestern in einem guten Restaurant in Györ Mittag gegessen habe, kam plötzlich ein Gast herein, gekleidet im schwarzen Anzug mit diesen Schnüren. Er hatte einen riesigen schwarzen Schnurbart. Was aber erstaunlich war er trug noch aus Blech ein fausgroßes Emblem der Republik Ungarn auf der Brust.
    Ich fand ja die Uniformierten bei der Übergabe der Europafahne putzig, sie erinnerten mich an die Leibwächter von Horthy, die ich bei einer körmenet 1940 sah.
    Man will sich nicht von den Liberalbolschewiken entnationalisieren lassen. In Ungarn sind jetzt alle Behörden mit dem Adjektiv national versehen und in jeder Amststube hängt die Erklärung umrahmt von den Nationalfarben.
    Und so wie schon Dedektiv Brettschneider im Der brave Soldat Schwejk deswegen amtshandelh hat müssen, so haben schon auf manche die Fliegen gesch….
    Ich habe diese Tage wieder Istvan Bibós Buch „Die deutsche Hysterie“ gelesen. Manches davon kann auch über das heutige Ungarn gesagt werden.
    Paraphrasiert: Das ungarische Übel ist keine unheilbare organische Krankheit, sondern ein grauenhafter kollektiver Starrsinn, dessen Auflösung die größte europäische Aufgabe der Zukunft sein wird.

  2. § 181 Absatz 5 des Gesetzes belegt, dass die Annahme, es gäbe Strafen bei „nicht ausgewogener Berichterstattung“, fasch ist. Da scheint die Presse – in diesem Punkt – dem Hörensagen auf den Leim gegangen zu sein.

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