Offener Brief des Chefredakteurs der Budapester Zeitung an deutsche Journalisten

Der Chefredakteur der Budapester Zeitung hat einen „offenen Brief“ an seine Kollegen verfasst, in dem er um etwas maßvollere Berichterstattung wirbt. Ich erachte den Beitrag für sehr lesenswert. Kostprobe?

„Liebe mitfühlende bundesdeutsche Journalisten, habt recht herzlichen Dank für Euer unermüdliches, aufklärerisches Wir­ken in Sachen ungarischer Ge­gen­wartspolitik. Ohne Eu­­re präzise Re­cherche und scharfsinnigen Gedanken hätten sicher viele arglos vor sich hinlebende Ungarn nicht mitbekommen, dass sich ihr Land schon voll auf dem „Marsch in den Füh­rer­staat befindet“ und ihr Premier in Wahrheit ein verkappter „Führer“ ist, mit einem guten Schuss an Lukaschenko, Putin, Ber­lus­coni, Horthy und welche Namen ihr ihm dieser Tage sonst noch anhängt. Da kann einer noch so sehr auf De­mo­krat machen, Eurem gut geschulten Gespür entgeht kein Bösewicht!“

http://www.budapester.hu/index.php?option=com_content&task=view&id=7466&Itemid=27

Natürlich kann man Mainka, der in seiner Zeitung übrigens auch Jozsef Debreczeni und das Political Capital Institut zu Wort kommen lässt, nun wieder mit Fidesz-Nähe auskontern. Aber mal ehrlich: Könnte man nicht für einen Moment seine eigenen Präferenzen vergessen, über den Inhalt seines offenen Briefes – gerne bei einem Glas Wein – nachdenken und dessen Inhalt ernsthaft in Erwägung ziehen?

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29 Kommentare zu “Offener Brief des Chefredakteurs der Budapester Zeitung an deutsche Journalisten

  1. Fidesz-Nähe?

    Na, sagen wir mal Fidesz und Jobbik Nähe.

    Denn auf dem Bild erscheinen zwei Abgeordnete der Partei Jobbik, wobei der erstere, Elod Novak die Jobbik-Parteizeitung „Barikad“ in der Hand hält.

    Nee, danke, kein Glas Wein.

    M.M.

    • Ich glaube, Jobbik-Nähe wurde der Budapester bislang nicht vorgeworfen und auch nicht nachgewiesen. Gerade Barkád dürfte zudem zu den Kritikern des Gesetzes gehören. Wobei ich diese Zeitung nicht lese…aber wenn sich Leute mit „Barikád“ auf einem Bild finden, die gegen das Gesetz demonstrieren, und Mainka bittet, das Gesetz nüchtern zu beurteilen, sehe ich keinen Gleichlauf.

      Ist es nicht so, dass Jobbik und ihre Organe einerseits und die Linken und Liberalen andererseits exakt das Gleiche fordern…?

    • *Denn auf dem Bild erscheinen zwei Abgeordnete der Partei Jobbik, wobei der erstere, Elod Novak die Jobbik-Parteizeitung „Barikad“ in der Hand hält.*

      Ich hätte jetzt aber mehr auf das Plakat im Hintergrund geguckt, was da einer von Jobbik in der Hand hält.
      Kann natürlich auch sein, der im Hintergrund mit dem Plakat ist von der MSZP.

  2. Wenn da Jobbik-Leute abgebildet sind, dann wird das doch wohl als Illustration hierzu zu verstehen sein:

    Übrigens wisst Ihr mit Eurem un trüglichen Faschismusgespür eigentlich, dass die Partei Jobbik, also das nächststehende, was das ungarische Vier-Parteien-Parla ment in Sachen Faschismus zu bieten hat, genauso vehement gegen das Mediengesetz Sturm läuft wie Ihr? Was für eine Allianz!

    Und Jan Mainka hat natürlich Recht: die Bundesrepublik, deren politische Klasse jemanden wie Sarrazin in Acht und Bann legt, nur weil er ein Sachbuch geschrieben hat, sollte den Mund mal nicht so weit aufmachen.

  3. Könnte die Begeisterung des Herrn Chefredakteur der Budapester Zeitung für Orban damit zusammenhängen, dass seine Zeitung finanzielle Zuwendungen (zum Beispiel in der Form von Inseraten) von der Regierung erhält?
    Wie denkt dieser Herr und wie denken die Leser darüber, dass in der Fidesznahen Zeitung Magyar Hirlap am 11.1. 2011 ein Artikel von L. Bogár erschienen ist, der behauptet, dass es eine „Weltkraft“ gibt die seit 500 Jahren das ungarische Volk vernichten möchte.
    Oder das im Fidesz nahen Echo TV am 3.1. 2011 ein Ferenc Szaniszló erklärt, dass Großbritannien am Ausbruch der zwei Weltkriege Schuld trage, der auch behauptet, die Israeli würden einen Völkermord an den Palästinensern begehen und ä.m. Und ich köhnnte diese Liste fortsetzen.
    Wenn ich solche Szenen im Fernsehen beobachte oder solche Artikel wie die von Bogár lese, denke ich, dass diese Leute, dringend in psychiatrische Behandlung gehören.
    Gibt es noch ein demokratisches Land in Europa, dessen konservative Zeitungen oder TV solche Inhalte transportieren?
    Ich hätte gerne eine Erklärung, weshalb eine sich konservativ und christlich gebende Partei in ihrem Dunstkreis so etwas toleriert.

    • @ Leopold:
      Ob die Budapester Zeitung so eingeordnet werden kann, bezweifle ich.

      Mainka war zuvor beim Pester Lloyd (aber natürlich kann man seine politschen Ansicht ändern). Doch nicht nur er schreibt für das Blatt: Auch Gergely Kispál, Politiker der „grünen“ LMP, ist für das Blatt tätig (hier ein Interview mit ihm, vor der Wahl 2010, weiteres in der Suchfunktion). Zudem erscheinen Artikel von Peter Bognár, der nicht selten (Fidesz-) kritische Töne in der österreichischen PRESSE anschlägt. Es finden sich sogar Schriften von József Debreczeni in deutscher Übersetzung…

      Ich denke daher, es ist nicht ganz leicht, die Budapester Zeitung einer klaren Richtung zuzuordnen. Ich kenne die BZ seit meiner ersten beruflichen Tätigkeit in Budapest in 2000 besser, und empfand sie damals (in der Periode Orbán I) als durchaus kritisch.

  4. Antifo die vorschnelle Kritik an Sarrazins Buch, hat ihm genützt, sein Buch erreichte eine Auflage über eine Million.
    Doch deswegen ist ja die Kritik am ungarischen Mediengesetz
    nicht falsch.
    Wenn dann ausgerechnet die „Junge Freiheit“ und der österreichische Rechtsextremist Andreas Mölzer das Gesetz verteidigt, dann ist das nur folgerichtig. Das ungarische Sprichwort sagt, den Vogel erkennt man an den Federn, den Menschen an seinen Freunden.
    Wenn also im Fidesz Dunstkreis kruder Antisemitismus geduldet wird, dann ist es nur folgerichtig, dass Rechtsextremisten mit dem völkischen Kurs von Viktor Orbán solidarisieren

  5. Geehrter Herr Pfeifer, beim lesen Ihres Beitrages kamen bei mir glatt einige Fragezeichen auf ….

    Was ist Ihrer Ansicht nach so sehr falsch an der im „Magyar Hírlap“ geschriebenen Behauptung:
    „ … dass es eine „Weltkraft“ gibt die seit 500 Jahren das ungarische Volk vernichten möchte.“ ?
    Vielleicht doch nur die Einzahl, wenn ich an die Eliminierungs- oder Einverleibungsbestrebungen der verschiedensten in dieser Zeitperiode über Ungarn herrschenden Mächte denke, den Türken, den Österreichern, den Deutschen, den Russen .., achso, den die Situation nach dem Ersten Weltkrieg ausnutzenden Rumänen hatte ich noch vergessen …

    Was ist Ihrer Ansicht nach falsch an der im „Echo TV“ geschriebenen Behauptung,
    „ .. dass Großbritannien am Ausbruch der zwei Weltkriege Schuld trage … „ ?
    Hier vielleicht nur die Mehrzahl = zwei Weltkriege, denn sie waren es schon (Mit-) schuld and der fortschreitenden Entwicklung am Vorabend des Ersten Weltkrieges! Großbritannien störte ungemein die starke Wirtschaftmacht und starke Kriegsflotte der Deutschen und hatte allergrößtes Interesse an der Entmachtung der Preußen schon vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges. (u.A. Wikipedia, Kriegsziele)
    Nicht zutreffend wäre diese Behauptung allerdings im Falle des 2. Weltkrieges, wo sich Großbritannien mit ihrer Appeasement Politik gar weit für den Friedenserhalt gestreckt hatte.

    Dann drängte sich auch noch die selbst in der „Freien Presse“ nicht erlaubte Frage auf, was Ihrer Ansicht nach falsch an der im „Echo TV“ geschriebenen Behauptung ist:
    „ … die Israeli würden einen Völkermord an den Palästinensern begehen“ ???

  6. @Karl Pfeifer
    Ich bin mir sicher, daß sich in der bundesdeutschen Mediengesetzgebung ebenso restriktive Vorgaben finden, z.B. bzgl. Schutz der Familie, der Ehe usw. Das Problem ist nur, daß eine Gegenüberstellung der beiden Mediengesetze eine Heidenarbeit wäre. Nachdem das politisch nicht opportun wäre, ist davon auszugehen, daß niemand so eine Gegenüberstellung machen wird. Außerdem ist der Wortlaut dieser Gesetze gar nicht so entscheidend. Viel wichtiger ist doch deren Auslegung durch die politische Klasse. Daß es in diesem Punkt einen gewaltigen Unterschied zwischen der Bundesrepublik und Ungarn gibt, ist wohl offenkundig.

    Der von Ihnen beklagte Antisemitismus in Ungarn wird sich durch Dauerfeuer gegen dieses Mediengesetz jedenfalls kaum abbauen lassen. Die Tatsache, daß Jobbik sich gegen(!) dieses Gesetz stellt, sollte Ihnen eigentlich zu Denken geben. Mir ist es jedenfalls ein Rätsel, wie man sich als großer Gegner von Jobbik und Antisemitismus in Szene setzen und sich gleichzeitig auf deren Seite stellen kann.

  7. @magor@ die letzten fünfhundert Jahre der ungarischen Geschichte als dem Versuch irgendeiner „Weltkraft“ zu beschreiben, die das ungarische Volk vernichten wollte, ist teil eines hysterischen Weltbildes, hat nichts mit der wirklichen Geschichte Ungarns zu tun.
    Die Türken haben nicht sonderlich versucht die Ungarn zum Islam zu bekehren und haben nicht Ungarn vernichtet.
    Die Habsburger hatten auch nicht versucht die Ungarn zu vernichten. Es gab Versuche sie zu germanisieren. Mit dem Ausgleich 1867 erhielt Ungarn die eine Hälfte und wenn sich die Juden bei der Volkszählung 1910 nicht als Ungarn erklärt hätten, dann wären die Ungarn in ihrem großen Land Minderheit geworden.
    Tatsächlich hat die ungarische Administration nach der deutschen Besatzung (19.3.1944) die Juden in Ghettos gesperrt, sie ihres Eigentums beraubt und die königliche ungarische Gendarmerie hat binnen 8 Wochen mehr als eine halbe Million ungarischer Staatsbürger oft mit Peitschenhieben in die Viehwaggons – je 80 Personen – getrieben und die meisten in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau geschickt. Das war Beihilfe zum Völkermord.
    Nur Neonazi und hartgesottene Rechtsextremisten behaupten, dass GB schuld am Zweiten Weltkrieg war.
    Es gibt laut UNO Statistiken wohl kaum ein zweites Volk dass sich so vermehrt hätte wie die Palästinenser und die israelischen Araber.
    1948 blieben im neuen Staat Israel ca 150.000 Araber, in den von Jordanien besetztem Gebiet durfte kein einziger Jude bleiben. Heute leben 1,2 Millionen Araber in Israel.
    Aber Magor ich finde es gut, dass Sie den Lesern zeigen, dass Sie mit solchen Parolen Fidesz, die „Wahlkabinenrevolution“, ECHO TV und deren ehemals in Moskau residierenden Journalisten Ferenc Szaniszló verteidigen.

    Im übrigen gab ich gestern dem WDR 5 ein Interview über Ungarn, und sie können dieses anhören, wenn sie das gestrige Scala-Programm anklikken.

  8. Antifo, wir müssen zwei Sachen unterscheiden. Das Mediengesetz und die von mir beklagte Tatsache, dass im Dunstkreis von Fidesz antisemitische Hetze betrieben wird.
    Es gibt nirgendwo in einer westlichen Demokratie eine Behörde, die eine inhaltliche Zensur der Medien übt.
    Dazu gab ich gestern dem WDR 5 Scala ein Interview gegeben, das Sie sich anhören können, damit Sie genau wissen, wie ich dazu stehe.
    Wie immer, wenn Journalisten wie Nick Cohen, der Politiker Daniel Cohn-Bendit und der weltbekannte Pianist András Schiff als „stinkendes Exkrement“ beschimpft werden in der Fidesznahen Tageszeitung Magyar Hirlap, weil der „Journalist“ Zsolt Bayer so glaubt das Mediengesetz verteidigen zu müssen, dann wurde eine Grenze der Zivilisation und Kultur überschritten.
    Wenn „nationale“ Rapper die Vernichtung von Menschen fordern, und diese Medienbehörde nicht einschreitet, dann ist auch diese Grenze überschritten.
    All diese Erscheinungen in Ungarn werden auch den Europäern helfen zu erkennen, was da im Gange ist.

  9. Ich bitte die Leser und Hungarian Voice um Entschuldigung, da haben sich einige Tippfehler und andere Fehler in meinen Text hineingeschlichen. Doch meine Aussage bleibt trotzdem klar und deutlich.

  10. Ich hatte nicht mit Ihrer Zustimmung gerechnet Herr Pfeifer.
    Sehr wohl aber damit, daß Sie meine Fragestellung, ob Israels Vorgehen als Völkermord zu bezeichnen wäre, wie alle „Geeichten“ Journalisten, sofort als eine gegen die Juden gerichtete, antisemitische Äusserung erachten …
    Bingo ….

    Von den letzten 500 Jahren 1,5 + 2,2 + 0.5 Jahrhunderte vernichtet, ausbeutet, einverleibt, dezimiert und landberaubt zu werden … und die Sicht so mancher dies erleidenden als hysterisch zu bezeichnen, zeugt davon, daß Sie Sich in deren Situation nicht hineindenken können Herr Pfeifer!

  11. @Karl Pfeiffer

    Die Türken haben nicht sonderlich versucht die Ungarn zum Islam zu bekehren und haben nicht Ungarn vernichtet.

    Ja, ja. Was die Türken da mit Ungarn gemacht haben, war natürlich nicht der Rede wert:

    Gleich nach der Krönung stellte der Prächtige nämlich eine Armee von beinahe vierhunderttausend Mann auf, dazu dreißigtausend Kamele plus vierzigtausend Pferde und dreihundert Kanonen. Aus dem inzwischen islamisierten Rumänien zog er in das katholische Ungarn und zerschlug dessen Heer trotz des heroischen Widerstands der Verteidiger in weniger als achtundvierzig Stunden. Dann erreichte er Buda, heute Budapest. Er übergab es den Flammen, besetzte es, und rate nun, wie viele Ungarn (Männer, Frauen und Kinder) sofort auf den Sklavenmarkt kamen, der inzwischen typisch für Istanbul geworden war? Hunderttausend. Rate, wie viele im folgenden Jahr auf den Märkten landeten, die mit dem Istanbuler im Wettbewerb lagen, also auf den Basaren von Damaskus, Bagdad, Kairo und Algier? Drei Millionen.

    http://kewil.myblog.de/kewil/art/2600619

    Nur Neonazi und hartgesottene Rechtsextremisten behaupten, dass GB schuld am Zweiten Weltkrieg war.

    Daß die englische Regierung die Auseinandersetzung um das mehrheitlich deutsche Danzig dazu benutzt hatte, um Deutschland in einen Krieg gegen Polen zu treiben und dann Deutschland den Krieg erklärt hat, ist eine Tatsache, die von niemandem bestritten werden kann. Die Vorstellung, daß es den Briten dabei darum sei, Ausschwitz zu verhindern, ist ahistorischer Quatsch.

    • @ Alle: Ich möchte, um die Diskussion nicht zu sehr vom Thema „Medienberichterstattung zum Mediengesetz“ abzubringen, vorschlagen, dass wir wieder näher an das Topic herangehen. Der historische Diskurs sollte, so meine ich, an anderer Stelle geführt werden – jedenfalls dann, wenn er nicht unmittelbar mit dem o.g. Artikel zusammenhängt.

  12. Hungarian Voice. Ich stimme Ihnen zu. Ich bin auch nicht zuhause, sondern in Köln. Und kann jetzt nicht zu meinen Lexika greifen, um Magor auf seinen Exkurs in die Türkenzeit zu antworten. Was immer die Türken begangen haben, sie haben sich nicht zum Ziel gesetzt das ungarische Volk zu vernichten. Versklavung – die damals üblich war – ist keine Vernichtung. Im übrigen gab es in Ungarn noch lange nachdem dies in Westeuropa abgeschafft wurde Leibeigene.
    Meiner Beschreibung dessen, was die ungarische Administration und die königl. Gendarmerie mit über 500.000 ungarischen Staatsbürgern im Frühjahr 1944 gemacht haben, hat weder Magor noch Antifo widersprochen, was ich als Einverständnis interpretiere.
    Das war tatkräftige Beihilfe zum Völkermord.
    Was aber Völkermord anbelangt, merke Magor, dass kein seriöser Journalist diese Beschuldigung gegen Israel erhebt, und dass diese, laut EUMC Definition von Antisemitismus, als antisemitisch eingestuft wird.

    Ich bin dankbar Hungarian Voice, dass Sie keine Zensur geübt haben und dass Magor und Antifo ihre Anschauungen entfalten konnten.
    So können die Leser sich eine Meinung bilden.

    Sie aber könnten mein gestriges Interview auf WDR5 Scala anhören. Ihrer Kritik bzw. Zustimmung entgegensehend
    verbleibe ich
    Karl P f e i f e r (für den Poster, der meinen Namen falsch schreibt)

  13. @Hungarianvoice: diese Antwort kann ich nun nicht woanders unterbringen … womit ich dieses Thema von meiner Seite auch schliesse.

    @ Herrn Pfeifer
    Sollten Ihre Beispiele, daß andere gleichermaßen Schweinereien begangen haben die heutigen rechtfertigen? Das zu seiner Zeit geschehene war als eine ebensolche zu bezeichnen, wie sie es auch heute ist! Auch heute sollte man das mit dem Namen benennen!

    Aus Wikipedia:
    Ein Völkermord oder Genozid ist definiert durch die Absicht, „eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise zu zerstören“.

    Antisemitismus = Judenfeindlichkeit
    Juden = Angehörige des jüdischen Volkes
    Israel = Staat

    Meine Völkermord-Bezeichnung war klar bezogen auf das menschenverachtende Vorgehen des Staates Israel gegen die Palästinenser, gegen die im Ghaza-Streifen explizit!
    Als was wären die Untaten gegen hilflose Massen (z.B. Cast-Lead genannte Massaker in Ghaza) denn sonst zu nennen, wenn nicht mit genau der Bezeichnung?

    Über solch grausame Gepflogenheiten sollten wir keine Begriffs-Spalterei betreiben Herr Pfeifer. Im Endeffekt ist es Mord. Mord an einer Vielzahl zumeist unschuldiger Menschen, begangen aus niederen Beweggründen

  14. Magor, Sie wollen also die Ermordung von Millionen Menschen darunter über eine halbe Million ungarische Staatsbürger gleichsetzen mit einer israelischen militärischen Aktion die auf jahrelange Beschiessung israelischen Territoriums durch Hamas & Co folgte?
    Das nennt man in der wissenschaftlichen Sprache sekundären Antisemitismus.
    Schluss der Diskussion.
    Aber es ist interessant wie sich diesbezügliche die Argumente der nationalbolschewistischen Jungen Welt und der Jobbik ähneln.

  15. Auch wenn das jetzt etwas „Off-Topic“ ist, muss ich mich hier auch zu Wort melden:

    In der momentanen Situation in Israel kann sicherlich gewisses Unrecht ausgemacht werden. Dieses Unrecht kommt – zum Beispiel in Form von Gewalt gegen Zivilisten (Bomben, Raketen,…) von beiden Seiten. Wer hier meint einen Schuldigen erkennen zu können, blickt meiner Meinung nach etwas zu kurz und verurteilt vor. Das heisst natürlich bei weitem nicht, dass ich dadurch irgendwelch dieser Taten decke oder für gut heisse.

    Anders verhält es sich da schon mit dem Völkermord, der – vor allem am jüdischen Volk – ausgehend von deutschem Boden in Europa stattfand. Dieser übersteigt sowohl quantitativ als auch qualitativ alles, was ich mir in dieser Hinsicht vorstellen kann. Die quantitative Seite dabei – ob es nun 5, 6 oder 7 Millionen Menschen waren – ist schlimm genug, aber noch pervider ist die perverse Ideologie, welcher diesem Genozid zugrundeliegt. Eine solche Ideologie, die zwischen Menschen, die ein Recht auf Leben und Menschen, die unwert sind zu leben unterscheidet, kann ich bei aller berechtigten Kritik am Staat Israel in der dortigen Situation nicht ausmachen.

  16. @ Kornél: Ich stimme Ihnen voll und ganz zu. Ihren Ausführungen ist inhaltlich nichts hinzuzufügen.

    Alle Diskutanten seien nunmehr wirklich darum gebeten, zu den hiesigen Themen zurück zu kehren.

  17. @Hungarianvoice: Auch wenn das schon wieder nichts zur inhaltlichen Diskussion beiträgt: Auch einmal von mir herzlichen Dank für diesen Blog, den ich als eine gute zusätzliche Informationsquelle für Nachrichten aus Ungarn gerne nutze und an die regelmäßigen Diskutanten für ihre schönen auch kontroversen Beiträge und Einschätzungen dazu.

  18. @Karl Pfeifer

    Karl P f e i f e r (für den Poster, der meinen Namen falsch schreibt)

    Da kann ich nur um Verzeihung bitten. Es wird nicht wieder vorkommen.

  19. Antifo, trösten Sie sich, Sie waren nicht der einzige der meinen Namen falsch schreibt, das passierte auch einmal in Jungle World, wo ich seit vielen Jahren publiziere.
    In Österreich passiert es nicht, denn da bin ich doch bekannter als in Deutschland.
    Das Problem mit dem falsch Schreiben ist nicht meine Eitelkeit, sondern wenn man dann im google sucht, einen Text nicht findet.

  20. @Karl Pfeifer
    Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Meinen Nachnamen („Haas“) schreiben Amerikaner „gerne“ (d.h. natürlich aus Unachtsamkeit) mit Doppel-s statt mit Doppel-a. Da bleibt mir auch nichts anderes übrig, als darauf hinzuweisen, weil ich von niemandem „Hass“ genannt werden will 😉

  21. Wenn´s auch wieder mal nichts zu dem eigentlichen Thema hier beiträgt,
    aber, weil´s ja Wochenende ist …
    und Empfindlichkeiten betreffend versehentlichem falschschreiben von Namen, oder falschem Aussprechen von Namen hier geäussert wurden, würde ich gern in die Runde fragen wollen, wie dann über systematische Namensverhunzungen zu denken wäre …???

    Der Deutsche überschlägt sich geradezu dabei einen französischen Namen bloß richtig, französisch auszusprechen.
    Mit den englischen Namen hält er es (fast) ebenso .. wennauch da schon Verdeutschungen zu finden sind, wie manche John, oder Butler deutsch als Joooohn … oder Buttler auszusprechen.
    Beim Aussprechen von im englischsprachigen Raum lebenden Deutschen mit klar-deutschen Namen bringen deutsche Nachrichtensprecher selbst im Fernsehen in den Hauptnachrichten gar die Kunst zustande, deutsche Namen englisch auszusprechen, wie z.B. den ehemaligen NY Bürgermeister Ed Koch als Mr Kotsch auszusprechen, Steinberg als Stiiiienbörg … usw., usw.
    Bei den ungarischen Namen geben sich die wenigsten, selbst Nachrichtensprecher, die die Möglichkeit (und auch Pflicht) zur ordentlichen Information hätten, überhaupt die Mühe und bringen die unmöglichsten, m.E. die unverschämtesten Kreationen zustande.
    Ein in deutschem Sprachraum lebender Ungar mit einigermaßen ungarischem Namen kämpft gegen Windmühlenflügel. Immer zu betonen, wie sein ungarischer Name auszusprechen ist, bis er irgendwann resigniert es selbst aufgibt .., und leid ist immer korrigieren und buchstabieren zu müssen …
    insbesondere, wenn es schon fast ins Peinsame geht, wenn er z.B. Vass, oder Lovas z.B. heisst .. : – )

    So stellte sich in einer Beprechungsrunde ein netter, in Deutschland lebender Mensch mit französisch artikuliertem „Szebastioooon“ vor, wo in seiner Visitenkarte doch klar Sebestyén steht …
    Ihn auch so angesprochen, zuckte er etwas verschämt zusammen, um dann doch stolz auf seinen Namen hinzuweisen, daß er es allerdings aufgegeben hätte …
    So, wie selbst Sárközy es wohl auch als selbstverständlich findet, seinen Namen französich verhunzt zu bekommen …
    Interessanterweise sind da ungarische Nachrichtensprecher wohl nationalistisch, Sárközy´s Namen hatte ich in ungarischen Berichten niemals bisher mit französischer betonung gehört .., deutsche Namen werden zumeist auch ordnungsgemäß deutsch ausgesprochen ..
    Ist es Überheblichkeit von „Grand Nation“-en auf der einen Seite, und übertriebene Höflichkeit/Unterwürfigkeit auf der anderen Seite???

    Gibt es in unserer genormten Welt eigentlich keine klaren Sprachregelungen für soetwas?

    • Kurzweilige (Samstags-)Gedanken, lieber Magor. Ich habe mich längst damit abgefunden, dass die „Puszta“ für viele „Puschta“ heißt. Nehmen wir es positiv: Wir wissen immer, wenn wir es mit einem Ungarn in Deutschland oder mit einem ungarisch sprechenden Deutschen zu tun haben…:-)

  22. Gibt es da nicht auch eine ehemalige SZDSZlerin in Jobbik ? Die gute Krisztina!!! Dann haben die beiden Parteien doch auch unheimlich viel gemein ! Ja, jetzt haben wir’s: Auch der SZDSZ ist rechtsradikal – voilà !

  23. Dr. Anat Kálmán, ich weiß nicht ob die „gute Krisztina“ bei SZDSZ war, aber sie wurde von Fidesz unterstützt, die Unruhen von 2006, als eine Horde von neo-pfeilkreuzlerischen Kriminellen das Gebäude des könig. TV geplündert und angezündet haben nur auf einen Vorfall der polizeilichen Übergriffe zu reduzieren, um von einer kommunistischen Diiktatur in Ungarn zu faseln.
    Was denken Sie von den Fideszpropaganda betreibenden Zsolt Bayer, Ferenc Szaniszló, András Bencsik, László Bogár?

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