Leserzuschrift zum Thema „Presse in Österreich“

Nachfolgende Zuschrift von Antifo erreichte mich am 14.02.2011 um 12:48 Uhr:

Presseförderung in Ostösterreich nach Gutsherrenart:

Sie haben nach Ungarn, Rumänien expandiert, aber nie nach Ostösterreich. Warum?

Weil die Voraussetzungen fehlen, um in Österreich erfolgreich zu sein: Da gibt es eine Presseförderung von zehn Millionen Euro und zusätzlich eine Freivergabe von Bundeskanzler, Vizekanzler und den Ministerien in der Höhe von 70 bis 100 Millionen Euro. Die werden nach Gutsherrenart vergeben. Es gibt Marktteilnehmer, die bis zu 50 Prozent ihrer Gesamterlöse aus diesem Gutsherrentitel erhalten – wie willst du dich als Unternehmer in diesem Umfeld bewegen? Ich bin auf dem Balkan tätig und ich kenne das weder aus Rumänien noch aus Ungarn. Sich in diesem Umfeld zu bewegen macht unternehmerisch wenig Spaß und hat wenig Sinn. Darum lassen wir den österreichischen Markt seit Jahren aus.

In Vorarlberg haben Sie mit Ihrem Medienhaus faktisch Monopolstellung. Sind Sie dadurch verwöhnt und lassen den Osten deshalb lieber in Ruhe?

Noch einmal: Ich glaube, dass man im österreichischen Markt andere Skills benötigt. Erfolg hat hier, wer die besseren Beziehungen zum Bundeskanzler hat. Das ist mindestens genauso ein Skandal wie der ungarische. Ich bin sicher, dass man in drei, vier Jahren über diesen Faymann-Kurs ganz neu nachdenken wird. Und ich nehme zur Kenntnis, dass uns dieser klare Kurs massiv Umsätze kostet. Seitdem wir so profiliert Stellung beziehen, sind unsere Umsätze aus Ministerien auf null gesunken. Wir hatten im Jänner kein einziges Inserat aus dem Faymann-Umfeld. Weder vom Bundeskanzleramt noch von irgendwelchen Ministerien.

Eugen Russ: „Ein Skandal fast wie in Ungarn“
http://diepresse.com/home/kultur/medien/633615/Eugen-Russ_Ein-Skandal-fast-wie-in-Ungarn

2 Kommentare zu “Leserzuschrift zum Thema „Presse in Österreich“

  1. Ich würde einen Kommentar von Herrn Pfeifer oder/und Herrn Mayer zu diesem Thema begrüssen.
    Oder wirkt der Pawlowsche Reflex nur bei den Wörtern Ungarn, bzw. Orban?
    Beschränkung der Pressefreiheit (wenn oft auch sehr raffiniert) ausserhalb Ungarns ist scheinbar zu akzeptieren. Hier bleibt der Aufschrei der liberalen (kein Codewort !) Kreise aus.

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