Hauptstadtgericht genehmigt Budapest Pride auf ursprünglicher Route

Das Budapester Hauptstadtgericht hat mit Entscheidung vom 18.02.2011 die Budapest Pride, einen seit 1995 stattfindenden Umzug von Schwulen und Lesben, auf der ursprünglichen Route genehmigt.

In den vergangenen Wochen gab es um die endgültige Route der Veranstaltung einige Unklarheiten. Unter anderem erschienen Meldungen, die Veranstaltung sei von der Polizei wegen zu befürchtender Verkehrsstörungen nicht zugelassen worden. Tatsächlich wurde die Veranstaltung bereits im Jahr 2010 genehemigt, und zwar auf der Route Heldenplatz – Andrássy út – Oktogon – Oper – Bajcsy-Zsilinszky-út – Parlament. Im Februar 2011 untersagte die Polizei sodann den Umzug auf dieser Route und verfügte, die Veranstaltung müsse – wegen zu befürchtender Verkehrsstörungen – auf die Route vom Heldenplatz – Andrássy út – Oktogon – Bajcsy-Zsilinszky – Deák-Platz – Erzsébet Platz (Nähe Deák-Platz) verlegt werden.

Das zuständige Gericht hat nunmehr die letztgenannte Verfügung der Polizei aufgehoben und die ursprüngliche Route genehmigt. Der Umzug auf den Kossuth-Platz neben dem Parlament dient laut Veranstalter dazu, für die Rechte der Schwulen und Lesben sowie gegen Mediengesetz und die neue Verfassung zu protestieren.

In den vergangenen Jahren – insbesondere in den Jahren 2007-2009 – war es im Rahmen der Parade zum Teil zu Gegendemonstrationen rechter und rechtsradikaler Gruppen gekommen. Erst im vergangenen Jahr konnte die Polizei die Störungen im Vergleich zu den Vorjahren verringern, sodass der Umzug weitestgehend friedlich verlaufen konnte.

9 Kommentare zu “Hauptstadtgericht genehmigt Budapest Pride auf ursprünglicher Route

  1. Die Schande, die sich die lieben Budapester (und zum Teil weitangereisten sonstigen Ungarn) bei dieser Veranstaltung eingestehen müssten, wird noch lange an Ungarn kleben bleiben.

    Eine Demonstration zeigt immer auch Meinungsfreiheit. Wenn man sich ein demokratisches Ungarn wünscht, muss man auch in der Lage sein, die Meinung der Anderen zu akzeptieren.

    Wenn ich Greise dabei sehe, wie sie in den letzten Jahren regelmäßig Eier auf die Schwulenbewegung geworfen haben, und dann gleichzeitig konservativ daherreden und sich für den Kampf gegen den Kommunismus starkmachen, wird mir schlecht. Die, die es besser wissen müssten, versagen regelmäßig an dieser Veranstaltung.

    Und auch die im Artikel erwähnte Polizei hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass sie eher mit den (gewalttätigen) Gegendemonstranten sympathisiert, als mit den „weltoffenen“ Demonstranten.

    • Vielleicht sollten Frau Mihancsik und Sie, sehr geehrter Herr Pfeifer, die folgenden TATSACHEN (keine Ahnungen, etc.) erwähnen:

      Im ungarischen Parlament sitzen insgesamt vier „Roma-Abgeordnete“. 3 von Fidesz und 1 von LMP.

      Im gesamten Europäischen Parlament sitzt eine einzige „Roma-Abgeordnete“:
      Járóka Lívia. Von Fidesz.

      Nebenbei hat Fidesz auch als erste und einzige Partei in 2006 einen Abgeordneten mit Körperbehinderung ins Parlament wählen lassen.

  2. @Rudolf@ nun widerspricht das was Sie schreiben keineswegs den Tatsachen, die Z. Mihancsik berichtet hat.

    Es ist ja auch Fakt, dass G.Vona rassistische Reden in der Uniformweste der Ungarischen Garde im Parlament halten kann.
    Aber einiges ändert sich da doch zum Besseren. In der Basilika hat man einen Gedenkgottesdienst für die hingemordeten Roma abgehalten.
    Ich kann mich noch erinnern, an die Gedenkfeier ein Jahr nach dem Mord, wo nur der Methodistenpfarrer G. Iványi eine Rede hielt in Tatárszentgyörgy.

    • Es widerspricht lediglich dem Bild von Fidesz, an dem Frau Mihancsik und auch Sie, sehr geehrter Herr Pfeifer, trotz aller berechtigter Kritik an Fidesz, fleißig arbeiten und das von Frau Mihancsik in diesem Artikel auch schön gepflegt wird:

      Dem Bild von Fidesz als einer völkischen, antisemitischen und rassistischen Partei.

      Aber ich weiß schon, dass es in der Welt von Frau Mihancsik und ihrer Galamus-Kollegen wichtiger ist, sich immer politically correct auszudrücken, als ein paar Roma-Abgeordnete ins ungarische oder Europäische Parlament zu delegieren.

  3. Keinesfalls habe ich geschrieben, dass Fidesz eine antisemitische Partei sei. Ich habe aber berichtet, was alles in Fidesz nahen Medien erscheinen bzw. ausgestrahlt werden kann. Und das könnte in CDU-CSU Medien nicht erscheinen.
    Große Teile von Fidesz sind völkisch und daran ändert auch gar nichts, dass einige ihrer Abgeordnete Roma sind.

    Romafeindlichkeit ist leider nicht auf ein Spektrum der Politik beschränkt. Der erste, der in Ungarn von „Zigeunerkriminalität“ schrieb war der linke György Moldova.
    Es gab einen interessanten Text dazu vor einiger Zeit in Élet és Irodalom.

    Ich bin nicht Sprecher von Galamus, wenn Sie sich darüber beschweren wollen, was die tun oder nicht tun, empfehle ich Ihnen sich direkt an Galamus zu wenden.

    • @ Karl Pfeifer: Allerdings hatten Sie vor ziemlich genau einem Jahr geschrieben, dass Fidesz im Wahlkampf „massiven Antisemitismus“ eingesetzt habe bzw. glaube, „keinen Wahlkampf ohne massiven Antisemitismus“ führen zu können. Als Beleg für den Antisemitismus des Fidesz im Wahlkampf 2010 hatten Sie damals übrigens keinen aktiven Fidesz-Politiker, sondern Ferenc Szaniszló von EchoTV parat.

    • „Ich bin nicht Sprecher von Galamus, wenn Sie sich darüber beschweren wollen, was die tun oder nicht tun, empfehle ich Ihnen sich direkt an Galamus zu wenden.“

      Sie machen jetzt eigentlich dasselbe, was Fidesz mit Bayer Zsolt macht.
      „Wir sind nicht Zsolt Bayer, sind nicht seine Sprecher und ist das, was er schreibt, seine Sache.“

      Sie zitieren und verlinken hier unzählige Male Galamus, sind mit den dort geschriebenen Meinungen vollkommen einverstanden, und sagen nachher: „Ich bin nicht der Sprecher von Galamus.“

      Nebenbei:
      Es ist ein bißchen schwierig, sich bei Galamus zu beschweren, da die Herrschaften dort, die sich als einzige Demokraten im Land sehen, in ihrem heiligen Kampf für demokratische Grundwerte wie Meinungsfreiheit dann doch keine Kommentare zulassen.
      😉

  4. Ja Hungarian Voice, wenn ich Bayer und Szaniszlo Magyar Hirlap und ECHO TV nannte, dann stimmt das auch. Natürlich war das nicht die offizielle Linie und sie meinten auch wenn darauf angesprochen, dass es doch Meinungsfreiheit gibt.

    Rudolf. Sie vergleichen also meine Person mit einer Partei?
    Das ist doch lächerlich. Muß ich ihnen und den Lesern den Unterschied zwischen einer von einem Orbán angeführten Partei und meiner Wenigkeit erklären?

    Soweit mir bekannt publiziert Galamus Leserbriefe und Leserkommentare. Das gleiche macht die englischsprachige Website „Hungarian Spectrum“ die von der emeritierten Yale Professorin Eva S. Balogh gemacht wird.

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