ARTE-Beitrag „Nationalismus in Ungarn“

Ein etwas älterer Beitrag auf ARTE über den „Nationalismus in Ungarn“:

http://videos.arte.tv/de/videos/nationalismus_in_ungarn-3622804.html

Wenn man sich die Worte des befragten Zeitungsredakteurs und des Rabbiners anhört, so scheinen beide ein deutlich differenziertes Bild von der Lage in Ungarn zu zeichnen als man im deutschsprachigen Raum zu lesen bekommt. Beide erwecken – trotz ihrer berechtigten Kritik an rechtsradikalen Tendenzen, die es zweifelsfrei gibt – nicht den Eindruck, in Ungarn hätten „Antisemiten das Sagen“ und müssten sich „Juden wieder fürchten“, wie es der in Deutschland lebende Nobelpreisträger Imre Kertész und die deutsche Presse im Jahre 2009 zum Ausdruck gebracht hatte (vgl. hier). Es wäre interessant zu erfahren, woher diese unterschiedliche Wahrnehmung kommt.

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19 Kommentare zu “ARTE-Beitrag „Nationalismus in Ungarn“

  1. Új Élet, das Blatt der jüdischen Gemeinden Ungarns vom 15.2. 2011 titelt „Azonnali fellépést várunk a kormányfötöl az antiszemitizmus ellen“ „Wir erwarten vom Regierungsschef ein sofortiges Auftreten gegen den Antisemitismus“.

    Ein interessantes Interview mit Agnes Heller für diejenigen, die Ungarisch können
    http://www.youtube.com/tiprodaide

  2. Nun kann ich doch noch etwas zu dieser Frage schreiben.

    Ich fange an mit einer alten Anekdote aus der Zeit des Kalten Krieges. Mrawinsky kam als Gastdirigent aus der Sowjetunion nach Amerika wo er Arturo Toscanini traf. Toscanini fragte den sowjetischen Dirigenten, ob denn die Nachrichten vom Antisemitismus in der Sowjetunion stimmen. Mrawinsky antwortete empört und zählte seine jüdische Musiker auf. Er fragte Toscanini und wieviel Juden sind in Ihrem Orchester beschäftigt? Worauf Toscanini antwortete: Das weiß ich nicht, ich beschäftige die Musiker allein auf Grund ihrer Fähigkeiten als Musiker.

    Und nun gab Zoltán Kocsis der Süddeutschen ein Interview und teilte mit es könne doch keinen Antisemitismus in Ungarn geben, wo er doch 11 jüdische Musiker beschäftige.

    Da das Budget seines Orchesters vergrößert und das seines Konkurrenten verkleinert wurde jubelt Kocsis und er würde Antisemitismus in Ungarn nur bemerken, wenn jemand ihn dazu bringen möchte jüdische Musiker zu entlassen. Als ob der Antisemitismus sich nur in der Form wie während der Juden diskriminierende Gesetze während der letzten 30er und der ersten 40er Jahre zeigen könnte.

    • Konsequent zu Ende gedacht, müssen Sie ab nun alle möglichen Quotenregelungen bzgl. Frauen, Minderheiten, etc. ablehnen, da es ja nur um die Fähigkeiten gehen soll.

      Dann sollen Sie sich aber bitte niemals aufregen, falls in irgendeiner Institution keine Frauen, keine Minderheiten, keine Mitbürger jüdischer Herkunft etc. beschäftigt werden, und dies damit begründet wird, dass man vor lauter Toleranz eben nur die Fähigkeiten der Bewerber beachtet.

  3. Es geht nicht um eine andere Meinung es geht darum, dass es lächerlich ist, zu denken, dass die Tatsache, dass 11 Juden in seinem Orchester spielen irgendetwas beweist, außer der Tatsache, dass er Kocsis registriert wer „Jude“ ist.

    Tatsache ist, dass der „Fäkalien-Antisemit“ (Die Presse) Zsolt Bayer weitermachen kann, ohne dass sich Fidesz oder Orbán sich von ihm distanzieren. Und das sagt mehr aus über die heutige Regierungspartei, als das was der schwache Dirigent aber gute Pianist Kocsis aussagt.

    • Eines beweist es sehr wohl:
      Dass nämlich keine Musiker aus rassistischen Gründen in dem Orchester diskriminiert werden.

      Dass Herr Kocsis das registriert, könnte vielleicht auch daran liegen, dass die Musiker in seinem Orchester sich mit ihm darüber unterhalten…
      Ich habe gehört, dass es unter gebildeten und zivilisierten Leuten vorkommt, dass gute Kollegen sich über Politik, Herkunft, kulturelle Zugehörigkeit, etc. reden…
      Vielleicht ist ja das der Grund und nicht dass Herr Kocsis ein ganz böser Antisemit und Nazi ist.

      Ich habe übrigens schon darauf gewartet, dass Sie wieder mit Zsolt Bayer kommen. Ich glaube, man kann es Ihnen wirklich nicht recht machen.

      Werden in einem Orchester jüdische Musiker beschäftigt, ist das rassistisch, weil der Dirigent irgendwie „registriert hat“, dass die Musiker jüdisch sind. Und weil es Zsolt Bayer gibt. Hat zwar nichts mit dem Thema zu tun, aber gut.

      Würden in dem Orchester keine jüdischen Musiker beschäftigt werden oder würde ein Musiker entlassen werden, der zufällig jüdischer Herkunft ist, würden Sie dies sofort „registrieren“ (das wäre natürlich in diesem Fall nicht antisemitisch) und sagen, dass dies wieder ein Paradebeispiel für den glühenden Antisemitismus in Ungarn ist.
      Und Zsolt Bayer gibt es auch noch!

  4. Rudolf, das ist wohl das Maximus was man an Heuchelei hervorbringen kann.
    Was Sie da schreiben ist aber auch – verzeihen Sie mir das harte Urteil – absurd.
    In Ungarn sind seit 1867 Juden keine ethnische Minderheit. Nun fragt sich, ob diejenigen, die Kocsis als Juden bezeichnete wirklich Juden, d.h. Mitglieder einer jüdischen Gemeinde sind? Und da habe ich schon meine Zweifel.
    Aber wenn es Quoten geben soll in Orchestern, warum dann nicht 50% Frauen?
    Ich bin gegen sowjetische Regelungen, von nationalen ethnischen religiosen Quoten. Menschen sollen allein aufgrund ihrer Fähigkeiten und Wissen eingestellt werden. Die einzige Ausnahme die ich gelten lasse ist die im österreichischen Recht festgesetzte Quote von Behinderten die in Betrieben beschäftigt werden sollen.

    • Was ist Heuchelei?

      „In Ungarn sind seit 1867 Juden keine ethnische Minderheit. Nun fragt sich, ob diejenigen, die Kocsis als Juden bezeichnete wirklich Juden, d.h. Mitglieder einer jüdischen Gemeinde sind? Und da habe ich schon meine Zweifel.“

      Okay. Jetzt fahren Sie wieder einen Zick-Zack-Kurs, so wie es Ihnen gerade passt.
      Gut. Dann sind gemäß Ihren Aussagen „wirkliche Juden“ (Ihre Worte!) nur diejenigen, die Mitglieder einer jüdischen Gemeinde sind.

      In dem Fall können Sie aber nicht über Antisemitismus gegenüber von Leuten reden, die keiner jüdischen Gemeinde angehören, weil sie ja nicht „wirkliche Juden“ sind (Ihre Worte!).

      Ich für mein Teil sehe das anders: eine meiner besten Freundinnen ist Jüdin. Und – oh mein Gott! – ich habe das registriert! (nachdem sie mir das auch gesagt hat…) Ich halte mich deswegen trotzdem nicht für antisemitisch.
      Sie gehört keiner jüdischen Gemeinde an. Ihre Großeltern (und z.T. ihre Eltern) haben im zweiten WK genauso gelitten, wie sodann während dem Kommunismus.
      Und: sie hält Fidesz nicht für eine völkische, furchtbar rassistische Partei. Trotz Zsolt Bayer. Von dem wir beide alles andere als begeistert sind.

      Aja. Sie hält die political correctness eines politischen Lagers in Ungarn für heuchlerisch und kann es nicht ausstehen, wenn Menschen und Gemeinschaften, seien sie politische, ethnische, etc. als homogene Masse abgestempelt werden im Sinne „DIE Juden“ oder „DIE XY-Wähler“. Und ich bin mit ihr vollkommen einer Meinung.

      Die Welt ist halt nicht schwarz-weiß.

      PS.: Wenn Sie der Meinung sind, dass Menschen lediglich aufgrund Fähigkeit und Wissen Arbeit bekommen sollen, dann dürfen Sie, wie gesagt, sich nicht darüber beschweren, wenn ein fidesznaher Unternehmer keine Roma einstellt und dies mit mangelnden Fähigkeiten begründet. Es tut mir leid, aber ich kann mir dennoch kaum vorstellen, dass Sie so einen Fall unkommentiert lassen würden.

      Gut, dass Sie die Behinderten erwähnen! Wie gesagt: Fidesz war jene Partei, die als erste und einzige einen körperlich behinderten Abgeordneten ins Parlament delegiert hat. Übrigens ganz ohne Quote.

  5. Rudolf ich stimme Ihnen zu die Welt ist nicht schwarz weiß, aber sie versuchen einige demagogische Untergriffe, die nicht unwidersprochen bleiben können.

    Nirgendwo habe ich gesagt, dass nur diejenigen Juden seien, die Mitglieder einer jüdischen Gemeinde sind, doch Leute, die sich nicht als Juden bekennen, als Juden anzugreifen ist schon antisemitisch.

    In Ungarn wurde dank des Festhalten der SZDSZ an der absoluten Meinungsfreiheit ein öffentlicher antisemitischer Diskurs möglich und das was heute in Ungarn möglich ist, wäre weder in Deutschland noch in Österreich möglich.
    [Ich bin ein Befürworter der österreichischen Verbotsgesetze und habe dies in einem längeren englischsprachigen Essay erklärt:
    http://www.engageonline.org.uk/journal/index.php?journal_id=10&article_id=40%5D

    Ich war erstaunt nach der Wende von führenden Mitgliedern des SZDSZ zu erfahren, dass sie die ungarische Gesellschaft mit der USA-amerikanischen verglichen und erwarteten, die ungarische Gesellschaft würde so reagieren auf antisemitische Hetze wie die amerikanische.

    Und nun zur Beschäftigungspolitik. Es ist ein Versäumnis aller ungarischen Regierungen gewesen, die nicht qualifizierten Arbeitskräfte, die nach der Wende ihre Arbeit verloren haben, nicht umzuschulen.

    In einem Gespräch
    http://www.youtube.com/tiprodaide
    sagt das auch Agnes Heller.

    Ich @Rudolf@ beschwere mich über gar nichts, sondern tue als Journalist meine Pflicht. Und noch etwas versuchen Sie mir nicht demagogisch Sachen in den Mund zu legen, die ich nicht sagte, nicht behauptete. Ich habe geschrieben, dass Teile von Fidesz völkisch sind und insgesamt die Politik von Fidesz als völkisch beurteilt werden kann. Das ist meine Meinung, die keineswegs sakrosankt ist. Sie unr Ihre Freundin sind anderer Meinung. Auch gut. Aber in Westeuropa beurteilt man halt Fidesz-KDNP auf Grund ihrer Politik. Und das Image ist schlecht und wird immer schlechter.

    Jetzt kann man dafür den Kritikern unterstellen, nur die Geschäfte der abgewählten links-liberalen Parteien besorgen zu wollen, eine solche Beschuldigung kann in Ungarn natürlich die Fideszgläubigen bestärken, jedoch in Westeuropa nicht akzeptiert werden. Wenn man sich die Medien anschaut, die Kritik über, wie Die Welt, The Economist und zum Teil die FAZ, dann kann man diese nicht in die linksliberale Ecke stecken.

    Im übrigen, glauben Sie auch, dass Fidesz frei von Korruption ist und diese wenn sie auftritt auch in den eigenen Reihen bekämpft? Was sagen Sie zu den Erkenntnissen des Rechnungshofes zur Stadt Esztergom?

    • 1. Sie erzählen eine Anekdote, deren Aussage letzendlich diejenige ist, dass Herr Kocsis sich zumindest irrt und antisemitisch ist bzw. zumindest Antisemitismus schönredet.

      Sie leiten dies daraus ab, dass er gesagt hat, er beschäftigt jüdische Musiker und dass gemäß seinen Aussagen sich Antisemitismus für ihn darin konkretisieren würde, wenn er jüdisch-ungarische Musiker entlassen müsste – nur, weil sie eben jüdischer Herkunft/Religion/Kultur etc. sind.

      2. Für Sie ist durch diese Aussage Herr Kocsis ein Antisemit, weil er „registriert“, dass manche seiner Musiker jüdische Ungarn sind und dass könne er wahrscheinlich gar nicht, weil Sie BEZWEIFELN, dass diese Musiker zu einer jüdischen Gemeinde gehören.

      Sie schrieben, ich zitiere: „Nun fragt sich, ob diejenigen, die Kocsis als Juden bezeichnete wirklich Juden, d.h. Mitglieder einer jüdischen Gemeinde sind?“

      Das heißt: Wirklich Juden sind diejenigen, die Mitglieder einer jüdischen Gemeinde sind.

      Wenn Sie das nicht meinen, dann drücken Sie sich bitte ein wenig genauer aus.

      3. Sie „bezweifeln“, dass diese Personen „wirklich Juden“ sind.
      Das geht jetzt wieder ein wenig in dieselbe Richtung, als sie „geahnt“ haben, dass Tarr von Fidesz unter Druck gesetzt wird.
      Es ist selbstverständlich Ihr Recht, Ihre Meinung zu vertreten und solche Sachen zu ahnen und einfach dem Gefühl nach zu bezweifeln, aber Menschen anhand von „Ahnungen“ gleich als zumindest versteckt antisemitisch zu bezeichnen, wie Herrn Kocsis, ist meiner Meinung nach ein wenig gewagt.

      4. Weiters NEHMEN Sie also AN, dass Herr Kocsis Musiker als jüdische Ungarn bezeichnet, die in Wahrheit gar nicht solche sind. Der Diskussion halber lassen wir mal diese Frage der „wirklichen Juden“ (Ihre Worte, nicht meine) weg und nehmen auch an, dass Sie Recht haben.
      Nehmen wir also an, Herr Kocsis irrt sich und meint, bestimmte Musiker seien Juden. Sie sind es aber in Wahrheit nicht.
      So einen Irrtum bezeichnen Sie als Antisemitismus. Warum?
      Warum ist es per se antisemitisch, anzunehmen, eine bestimmte Person würde zu einer bestimmten Kultur, Religion, Ethnie, etc. gehören, wenn diese Annahme OHNE jegliche negative Konnotation geschieht (wie dies im Falle von Herrn Kocsis wohl der Fall war)?
      Ich bin schon 1000 mal mit Slowaken, Spanier und anderen Nationen verwechselt worden. Ich habe nie gesagt, „Boah, das ist jetzt eine Beleidigung! Das ist entweder „Antiungarismus“, „Antislowakismus“ oder „Antispanismus“!“

      5. Zusammenfassend:
      Letztendlich sind die Fakten in diesem Fall ziemlich mager:
      Kocsis hat gesagt, dass er jüdische Musiker beschäftigt.

      Daraus leiten Sie letztendlich – zumindest indirekt – ab, dass er ein Antisemit ist bzw. Antisemitismus schön redet:

      entweder weil er bemerkt, wer in seinem Orchester Jude ist, obwohl er das sicher nicht kann (das Argument, dass Kocsis sich mit seinen Musiken unterhält, ließen Sie ja nicht zu),

      oder weil er Leute als Juden bezeichnet, die sich nicht als Juden bekennen.

      Nur gibt es leider nicht den geringsten Hinweis für all dies: Wir wissen nicht, WIE er das bemerkt hat (vielleicht ja doch durch Gespräche), wir wissen nicht, welche von seinen Musikern Mitglieder einer jüdischen Gemeinde sind und wir wissen nicht, ob Herr Kocsis Leute als Juden bezeichnet, die aber keine Juden sind. Falls er dies tut, wissen wir nicht, warum er das tut. Irrt er sich?

      Letztendlich haben wir hier nur eine einzige Aussage von Herrn Kocsis, die sich auf Antisemitismus und darauf bezieht, dass er jüdisch-ungarische Musiker beschäftigt.

      Alles weitere leiten Sie aufgrund irgendwelcher Annahmen ab.

      Ich dachte, dass die Pflicht der Journalisten in dem Sammeln von Fakten und in der Ableitung diverser Schlüsse aus diesen Fakten besteht. Die Fakten in diesem Fall lassen jene Schlüsse, die Sie ziehen, jedoch nicht zu.

      Bzgl. Fidesz:
      Ich verstehe nicht, warum Sie mir demagogische Untergriffe vorwerfen.
      Vor allem dann nicht, wenn Sie schreiben:
      Sie hätten nie gesagt, Fidesz sei ingesamt völkisch, sie meinten nur, Teile von Fidesz seien völkisch, die Politik von Fidesz sei aber insgesamt völkisch.

      Das ist, verzeihen Sie mir den Ausdruck, ein guter Trick:

      10 Leute sind im Raum. Sie sagen: „5 Leute von denen sind völkisch. Die Taten von all diesen Leuten sind völkisch.“

      Und dann:

      „Waaas? Ich hab nie gesagt, alle 10 Leute wären völkisch! Ich würde nie alle pauschal verurteilen. Nein! Ich habe nur gesagt, dass 5 Leute völkisch sind. Die anderen haben nur völkische Taten. Das ist was anderes!“

      Wie auch immer: Schönes Wochenende!

      • Ich sehe jetzt, dass meine Formulierung missverständlich war, hier die Verbesserung:

        10 Leute sind im Raum. Sie sagen: „5 Leute von 10 sind völkisch. Die Taten von allen 10 sind völkisch.“

        Und dann:

        „Waaas? Ich hab nie gesagt, alle 10 Leute wären völkisch! Ich würde nie alle pauschal verurteilen. Nein! Ich habe nur gesagt, dass 5 Leute völkisch sind. Die anderen haben nur völkische Taten. Das ist was anderes!“

    • @ Karl Pfeifer: Ein absurdes Urteil. Da hat ein Richter offenbar den Verstand verloren. Nur gut, dass dort, wo es eine 1. Instanz gibt, oft auch eine zweite angerufen werden kann. Was mich aber auch interessieren würde: Was sagen Sie dazu, dass der Ausgangspunkt des Rechtsstreits der war, dass der Weltbund der Ungarn die Aufführung des unsäglichen rechtsradikalen Propagandafilms verhindern wollte?

      • Dieses Urteil ist wirklich unfassbar. Hoffen wir, dass die zweite Instanz auch angerufen wird, und diese ein besseres Urteil erlässt.

  6. 1) Hungarian Voice ich stimme Ihnen punkto erste und zweite Instanz zu. Fehlurteile sind aber keine ungarische Spezialität.
    In Österreich mußte ich die traurige Erfahrung machen, Prozesse in erster und zweiter Instanz verloren zu haben und bekam erst vom Europäischen Menschenrechtstericht Recht gesprochen in der Sache Pfeifer v. Austria. (Urteil vom 15.November 2007)

    2) Das war tatsächlich für mich überraschend. Ich kann mich noch erinnern vor ca. einem Jahrzehnt das Haus des Weltverbands der Ungarn besucht zu haben
    und in der Eingangshalle stand ein Büchertisch mit Bücher darüber dass Jesus kein Jude war und ä.m.
    Die Tatsache, dass dieser Weltverband eine solche Hetze ablehnt bewerte ich positiv. Ich denke, dass solch ein Film von der Mehrheit der Ungarn, die außerhalb Ungarns leben, abgelehnt wird.
    Im übrigen habe ich diesen Film im Budapester Uraniakino wenn ich mich richtig erinnere 1941 oder 1942 gesehen. Es ist einer der schlimmsten Hetzfilme.

    • Ich freue mich über und teile Ihre Einschätzung, dass es als gutes Zeichen zu bewerten ist, dass der Weltbund der Ungarn mit der (jetzt leider für unwirksam erklärten) Kündigung klargestellt hat, dass derartiges „Filmmaterial“ nichts mit dem MVSZ zu tun und bei ihm nichts verloren hat. Und selbstverständlich gehe ich fest davon aus, dass die Mehrheit der im Ausland lebenden Ungarn derartigen Müll weder sehen wollen noch verniedlichen. Im Hinblick auf den MVSZ ist somit wohl eine etwas differenzierte Betrachtng angzeigt. In der Vergangenheit habe ich nur zu oft den Eindruck gehabt, dass man den MVSZ in eine rechtsexteme Schublade stecken will.

      Was den Instanzenzug angeht. Aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung kann ich Ihnen bestätigen, dass man nur allzu oft mehrere Instanzen benötigt, um zu seinem Recht zu kommen. Ich mache dafür allerdings nicht die Bundesrepublik Deutscland, sondern die jeweiligen Richter verantwortlich. Dass man Judsüß als Film ohne ideologischen Hintergrund bewertet, ist allerdings ein Hohn für sämtliche Menschen, die den Richterberuf ergriffen haben. Gewisse Auffassungen sind eben nicht vertretbar.

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