Wohnungsbauförderung à la MSZP: Ehemaliger Staatssekretär erwarb Dienstwohnung für ein Drittel des Wertes

Der ehemalige Staatssekretär des ungarischen Verteidigungsministeriums, László Fapál, soll nach Presseberichten eine vom Ministerium erworbene Dienstwohnung (ca. 150 qm Wohnfläche, 4,5 Zimmer) im Jahr 2006 u ungewöhnlich günstigen Konditionen erworben haben.

Die Wohnung im Budapester Stadtteil Zugló wurde vom Ministerium im Jahr 2005 für einen Betrag von 65 Mio. Forint erworben. Unverzüglich nach dem Erwerb konnte Fapál das Objekt für eine (ungewöhnlich günstige) monatliche Miete in Höhe von 12.000 Forint (beim damaligen Wechselkurs etwa 50 EUR) bewohnen. Als seine Tätigkeit als Staatssekretär etwa ein Jahr später endete, habe er die Wohnung im Juli 2006 für etwa ein Drittel des Kaufpreises – 22 Mio. Forint – erworben. Fapál, der seit 2006 als Berater für das Ministerium tätig war, befindet sich seit Ende 2010 in anderer Sache in Untersuchungshaft.

Quelle: http://www.hirtv.hu/?tPath=/view/videoview&videoview_id=12104

Das Verteidigungsministerium geriet im Frühjahr 2010 mit mehreren Korruptionsskandalen in die Medien, die sowohl Immobiliengeschäfte als auch Unregelmäßigkeiten bei der Beschaffung betroffen haben sollen. Bargeld sei unter anderem in „Whiskyverpackungen“ an Begünstigte überbracht worden. Die Untersuchungen dauern an. Der frühere Minister, Ferenc Juhász, der das oben genannte Immobiliengeschäft persönlich genehmigt haben soll,  erschein auf einer Sitzung des zuständigen Untersuchungsausschusses nicht.

4 Kommentare zu “Wohnungsbauförderung à la MSZP: Ehemaliger Staatssekretär erwarb Dienstwohnung für ein Drittel des Wertes

  1. Ferenc Papcsák, Fidesz-Bürgermeister des XIV Budapester Bezirks (Zugló) soll laut Presseberichten seit Herbst 2010 Verträge mit auswärtigen Beratern in der Höhe von 80 Millionen Forint abgeschlossen haben.
    Auf diesbezügliche Medienanfragen reagiert Papcsák nicht.
    Wie die heutige Népszava berichtet um 4 Millionen Forint mit Miklós Kun dem Enkel von Béla Kun, der noch 1979 begeisterter Kommunist war und erreichte, dass ein Buch des Historikers Borsányi über seinen Großvater eingezogen und von der KP verurteilt wurde.
    http://www.nepszava.hu/articles/article.php?id=40015

  2. Sehr geehrter Herr Pfeifer!

    Sie haben mittlerweile vier Kommentare publiziert und immer noch nicht jene Fakten genannt, um die ich Sie höflich gebeten habe.

    Ich ersuche Sie daher nochmals um Übermittlung jener Tatsachen (Akteneinsicht, etc.), dank derer Sie zu Ihrem Urteil im Philosophenprozess gekommen sind: ergo, dass alles eine Hetzkampagne darstellt, die von Fidesz erfunden und orchestriert wurde und die verdächtigten Personen die Förderungsgelder aufgrund von berechtigten Ausschreibungen erhalten haben und dem Ausschreibungszweck entsprechend ausgegeben haben.

    Hier sind meiner Ansicht nach vor allem die Dokumente bzgl. den Ausschreibungen und die Feststellungen der Staatsanwaltschaft bzw. von von dieser bestellten Sachverständigen von Interesse und notwendig, um sich ein begründetes Bild von der Sache zu machen.

    „Ferenc Papcsák, Fidesz-Bürgermeister des XIV Budapester Bezirks (Zugló) soll laut Presseberichten seit Herbst 2010 Verträge mit auswärtigen Beratern in der Höhe von 80 Millionen Forint abgeschlossen haben.“

    Was ist daran weiter schlimm? Wenn das Geld treuwidrig ausgegeben wurde, wenn die Verträge nicht in Ordnung sind, DANN ist das schlimm.

    Soll sich das, was Sie über Papcsák bzgl. Kun Miklós schreiben, ist, wenn sich das bewahrheitet, moralisch sehr bedauerlich und armselig. Für weitergehende Schlüsse gilt wieder: wofür wurde das Geld ausgegeben? Für notwendige Tätigkeiten? Handelt es sich um marktübliches Honorar, das einem Fremdvergleich standhält?

    Interessant finde ich, auch im Zusammenhang mit unserer Diskussion an anderer Stelle und in Zusammenhang damit, dass Sie bis jetzt (bzgl. den Philosophen) jegliche Vorverurteilung durch die Presse abgelehnt haben, bzgl. Papcsák anscheinend keine Probleme damit haben, wenn die Népszava ihn anscheinend der Untreue bzw. Veruntreuung bezichtigt. (Hier ist wohl noch nicht einmal ein Ermittlungsverfahren im Gange.)

    Was Népszava zu diesem Thema geschrieben hat, ist leider nicht überprüfbar, da der Link, den Sie angegeben haben, einen Artikel von 2008 über die Erhöhung der Ausgabenseite des Staatshaushaltes beinhaltet.

    Schließlich bitte ich Sie nochmals um Übermittlung der Quellen über das Verfahren Magyar Nemzet – Heller Ágnes, da weder hungarianvoice noch ich dazu – abgesehen von der Facebook Seite von Prof. Heller – irgendwelche Informationen finden konnten. Danke im Voraus!

  3. Es tut mir Leid, als ich die Geschichte abspeicherte war tatsächlich die obige URL angegeben. Jetzt fand ich die Geschichte über Papcsák und Kun auf:

    http://www.nepszava.hu/articles/article.php?id=400154

    Ich habe auf einem anderen Ort auf Ihre Frage punkto Kampagne gegen Philosophen geantwortet.
    Hier nur so viel zu Papcsák: Papcsák hat in der Vergangenheit diese Art der Verträge moniert.

    Übrigens habe ich mich in einem meiner ersten Artikel, die ich über Ungarn 1979 schrieb über die Einstampfung des von Miklós Kun beanstandeten Buchs von Borsányi lustig gemacht. Ich finde es interessant, wie ein solcher Verehrer von János Kádár zum Liebling von Ferenc Papcsák geworden ist.

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