Das Artikelrecycling der WELT – Alter Wein in neuen Schläuchen

Auf den Beitrag „Ungarns Marsch nach rechts“ von Paul Lendvai in der WELT vom 12.02.2011 wurde an dieser Stelle bereits hingewiesen. Der Autor kritisierte in seinem Artikel die aus seiner Sicht gegebene Untätigkeit der ungarischen Regierungspartei Fidesz gegenüber Rassismus und Antisemitismus:

https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/02/12/paul-lendvai-kritisiert-ungarns-marsch-nach-rechts/ (mit Link zum WELT-Artikel)

Am 03.03.2011 dann die Überraschung. Beim Suchen in der WELT-Online entdecke ich einen (scheinbar) aktuellen Artikel von Paul Lendvai mit dem Titel „Holocaust-Verniedlichung – Das falsche Selbstbild der antisemitischen Ungarn“. Schon nach dem ersten Absatz kommt es mir vor, als hätte ich all das, was Lendvai den Lesern präsentiert, schon einmal zu Gesicht bekommen. Und siehe da: Es handelt sich um den identischen Artikel, der bereits einen knappen Monat zuvor unter „Ungarns Marsch nach rechts“ firmiert hatte.

http://www.welt.de/kultur/history/article12586045/Das-falsche-Selbstbild-der-antisemitischen-Ungarn.html

In der ersten Regierungsperiode des Viktor Orbán (1998-2002) hatte man sich wenigstens noch die Mühe gemacht, immer neue kritische Berichte und Essays über die Regierung zu verfassen, wenn es darum ging, (berechtigte oder auch unberechtigte) Kritik an der Regierung zu üben. Bestenfalls das Thema blieb, aber der Bericht wechselte. Seinerzeit traute man offenbar den Lesern der eigenen Zeitung zu, ein Thema schon bei der ersten Lektüre inhaltlich zu verfassen. Neuerdings werden auch die Berichte schlichtweg zweimal veröffentlicht, lediglich der Titel wird ausgetauscht – in diesem Fall verschärft von „Marsch nach rechts“ zu „Holocaust-Verniedlichung – Das falsche Selbstbild der antisemitischen Ungarn“. Um die Brisanz auch bildlich zum Ausdruck zu bringen, wird unter dem Titel sogar ein Bild von Adolf Hitler und dem Reichsverweser Miklós Horthy abgebildet. Und natürlich darf auch die seit Monaten beinahe jedem Ungarnbericht der WELT beigefügte Bilderserie „Ungarns mächtige Rechtspopulisten“ nicht fehlen, in der Politiker der rechtsradikalen Jobbik (Vona und Morvai) gemeinsam mit Viktor Orbán (Fidesz) und Zsolt Semjén (KDNP) abgebildet werden. Und auch der Parlamentsabgeordnete und Bürgermeister des kleinen Ortes Edelény, der unabhängige Oszkár Molnár, wird zum „mächtigen Rechtspopulisten“ hochstilisiert. Derart sauber recherchiertem Journalismus ist die WELT, wie wir spätestens seit dem Pamphlet „Führerstaat Ungarn“ wissen, verpflichtet. Jene „konservative“ WELT, die von linken Kritikern der Regierung nur allzu gerne als Beleg dafür genannt wird, dass die eigene Kritik zutreffend ist.

Über die Motive dieses Artikel-Recyclings kann man lange spekulieren. Da Druckerschwärze und sonstige Ressourcen nicht eingespart werden, scheint es der Drang zu sein, bestimmte Themen „am Köcheln zu halten“. Wenn es (nach Abflachen der Kritik um das Mediengesetz) schon nichts Aktuelles zu berichten hat, nehme man einfach ein Dauerthema und publiziere einen hierzu veröffentlichten Artikel unter neuem Titel ein zweites Mal. Dass man als Leser einer Tageszeitung möglicher Weise etwas anderes erwartet, spielt hierbei keine entscheidende Rolle.

21 Kommentare zu “Das Artikelrecycling der WELT – Alter Wein in neuen Schläuchen

  1. Die Logik von Hungarian Voice ist großartig, wenn nur nicht so oft in den ausländischen Medien darüber berichtet werden würde, welchen Antisemitismus und Rassismus es in ungarischen regierungsnahen Medien und in der Politik gibt, dann würden diese doch
    1) von selbst verschwinden
    2) das Image von Fidesz im Ausland verbessern.
    Zu Punkt 1 bemerke ich, dass dies eine Illusion ist
    Zu Punt 2 bemerke ich, dass die Polemik gegen die Republikation davon motiviert sein könnte.

    Da gibt es – ich weiß schon dass jetzt Rudolf mich schelten wird – auf Pusztaranger eine interessante Dokumentation über ungarische Roma
    http://pusztaranger.wordpress.com/2011/03/04/rechtlos-behordenwillkur-gegen-roma/

    • Herr Pfeifer, ich bewundere Ihre (offenbar über Jahre gereifte) Fähigkeit, Beiträgen Aussagen zu entnehmen, die dort gar nicht getroffen wurden. Ich mache mir Ágnes Hellers Satz bei dem Treffen der Grünen im EP zu eigen: „Bitte versuchen Sie nicht immer, etwas hineinzudeuten.“ Und zugleich möchte ich Sie beruhigen: Das, was Sie als „Meine Logik“ bezeichnen, ist nicht die meine.

      Aber wo Sie das Thema schon aufwerfen: Vielleicht erläutern Sie mir ja, wie die Republikation des Beitrages von Lendvai zur Bekämpfung von Rassismus und Antisemitismus beitragen soll. Sind Sätze wie „Wie Schiff treffend formulierte, sei es das große Glück des Gesindels, das derzeit das Sagen hat, dass nur wenige Beobachter in Europa ungarisch verstehen“ hierfür geeignet? Wenn man „das Sagen haben“ einen Moment lang als Metapher für „die Regierung stellen“ versteht (was jedenfalls vertretbar ist), dürften solche Aussagen kaum hilfreich sein, das ewige Herumspritzen mit Gift zu verhindern, das zu einer tiefen Spaltung der Gesellschaft beigetragen hat und es derzeit unmöglich erscheinen lässt, sich die Argumente des anderen überhaupt anzuhören. Lendvai und Schiff tragen bedauerlicher Weise selbst ihren Teil dazu bei und sind daher auch nicht besser als diejenigen im rechten Spektrum, die sie für den Zustand der ungarischen Gesellschaft verantwortlich machen. Hiermit soll übrigens der zutiefst verachtenswürige Zsolt Bayer in keiner Weise relativiert werden.

      Ich kann – wenn ich mir den arrogant-herablassenden Tonfall anhöre, in dem man in Kreisen der „liberalen Intellektuellen“ über Ungarn spricht – zumindest die Empörung vieler Menschen über Aussagen wie die oben genannte nachvollziehen. Denn schließlich haben über 50% der Wähler dieses sogenannte „Gesindel“ gewählt, die meisten wohl nicht wegen ideologischer Verblendung, sondern aus Unzufriedenheit mit der Vorgängerregierung. Und genau hierfür bekommen diese Wähler jetzt von bestimmten Berufsmahnern und ihren Jubelpersern wöchentlich vorexerziert, dass sie undemokratisch, obrigkeitstreu und rasstisisch sind. Ich fage mich übrigens wirklich, was diesen plötzlichen Wutausbruch der „Dichter und Denker“ hervorgerufen hat: Ist es nicht auch die Tatsache, dass die Partei dieser Intellektuellen und treue Mehrheitsbeschafferin der MSZP, SZDSZ, der Wahl zum Opfer gefallen ist? Mehr oder weniger offenen Rassismus und Antisemitismus gibt es in Ungarn nicht erst seit 2010, noch 2008 hat man sich mit Kritik an der Regierung aber merkwürdig zurückgehalten. Trotz der Tatsache, dass damals die „Ungarische Garde“ deutlich häufiger als heute herummarschierte und die Budapest Pride 2008 zu einem Schlachtfeld wurde. Ah, jetzt weiß ich es: Auch damals war ja Viktor Orbán verantwortlich.

      Ich habe manchmal die Vermutung, dass die Exekution des SZDSZ durch den Wähler den Herren Konrád, Dalos und anderen mehr wehtut als das, was aus dieser einst großen Freiheitspartei der Dissidenten zuletzt geworden war. Und Sie selbst haben mehrfach völlig zu Recht darauf hingewiesen, dass die Politik des SZDSZ der „Meinungsfreiheit um jeden Preis“, mehr als unglücklich war.

      Auch Behauptungen Ágnes Hellers, die am 1.3.11 in Brüssel zum Rundumschlag gegen die Regierung ausholte und dabei sinngemäß behauptete, die Ungarn seien obrigkeitshörig, sind einer Philosophin ihres Ranges unwürdig und werden kaum dazu führen, dass die Dialogbereitschaft wächst. Dies über ein Volk (nicht die Regierung!) zu sagen, das 1848, 1956 und 1989 nicht gerade geringe Verdienste für die Freiheit erworben hat, dürfte etwas zu viel des Guten sein. Und zwar selbst dann, wenn viele Ungarn während der Naziherrschaft schwere Schuld auf sich geladen haben.

      Dass die neuerdings zum Symbol des intellektuellen Ungehorsams gegen Viktor Orbán hochstilisierte Ágnes Heller gerne monologisiert (und dabei vieles richtig aufführt, zum Beispiel was das Verfassungsgericht betrifft), aber auf die kritischen Detailfragen von György Schöpflin und Ágnes Hankiss bezüglich ihrer (Hellers) einseitigen Sichtweise überhaupt nicht einging, ist offenbar Hellers Definition von „Dialog“: „Störe meine Kreise nicht“, unangenehme Fragen – zum Beispiel zu den Polizeieinsätzen am 23.10.2006 auch gegen friedliche Demonstranten – sind unerwünscht. Ich habe bei solchen Reaktionen ein gewisses Problem mit der Glaubwürdigkeit. Aber jeder kann darüber denken, was er möchte.

      Mit dem glorreichen Auftritt Hellers bei den Grünen werde ich mich, sobald ich die Zeit finde, gerne einmal detailliert befassen. Einstweilen kann man sich hier laben: http://www.greenmediabox.eu/archive/2011/03/01/agnesheller/

    • 😉
      Ich seh schon, dass Sie langsam anfangen, mich genau so pauschal und – bevor ich mich zum Thema überhaupt geäußert habe – voreilig zu beurteilen, wie Sie das bzgl. den meisten Menschen in Ungarn, die eher zur konservativen oder zumindest zu jener Ecke gehören, die momentan mehr als unzufrieden mit der Politik und Ideologie der letzten 8 Jahre waren, gerne tun.
      Aber macht nichts.

      Ich werde Sie auch wegen dem Artikel von Pusztaranger nicht schelten, weil ich nichts gegen den Artikel habe.

      Was ich ganz grundsätzlich, unabhängig von Pusztaranger oder Ihnen, nicht verstehe, inwiefern das – ja, vorhandene und ja, ernstzunehmende – Problem des Rassismus und Antisemitismus in Ungarn dadurch gelöst werden soll, dass man immer wieder einer Menge von Menschen recht aggressiv und pauschal unter die Nase reibt, sie seien Rassisten. Meistens aufgrund dessen, dass sie in 2010 Fidesz gewählt haben, UND (jetzt kommt das Beste), dabei aber überhaupt sonst keine positiven, konstruktiven Lösungsvorschläge anführt. Null. Die Lösung erschöpft sich darin, über Rassismus und Antisemitismus und über die rassistischen Ungarn recht aggressiv zu schreiben. Das war’s.

      Man (wieder-)veröffentlicht solche Artikel, wie hier, die nicht lange fackeln, sondern – BUMM! – gleich mit einem Bild von Hitler beginnen.

      Yeah, das wird sicher zu mehr Verständnis und mehr Interesse beitragen.

  2. Jetzt habe ich sie verstanden. Lendvai und Schiff, die es wagen über den Skandal des Antisemitismus in regierungsnahen Medien zu sprechen, schreiben tragen selbst zu dieser unguten Atmosphäre bei. Würden diese Juden kuschen, dann wäre doch alles paletti. Das verherter Hungarian Voice scheint ihre Logik zu sein.
    Meine Logik sagt mir, dass man das Unrecht Unrecht nennen muss. Dass dies dem Fidesz Dunstkreis unangenehm ist, stimmt.
    Es gibt da immer Hofrat Rücksichtl und Hofrat Hinsichtl, die sich nicht über den Antisemitismus empören, sondern über diejenigen, die so taktlos sind und dem entgegentreten.
    Wer hat denn nach erfolglosen Wahlen seine Anhänger auf die Straße geholt und gegen die Regierung demonstriert? Wer hat die Behauptung aufgestellt „Die Nation kann nicht in Opposition sein“
    Wer läßt einen Zsolt Bayer und noch einige andere aus dieser Kategorie von der Leine?

    Und wie schaut es mit der Servilität aus?

    Nein, das darf man ja nicht sagen. Aber die Fakten sprechen eine laute Sprache:
    Die überwiegende Mehrheit der Ungarn hat sich mit dem Kádárregime arrangiert. Ich habe noch seinerzeit mit Eörsi István gesprochen, der mir erzählte, wie mit sehr wenigen Ausnahmen die wegen 1956 aus der Haft entlassene Menschen von der ungarischen Gesellschaft empfangen wurden.
    Schlussendlich waren die sogenannten Dissidenten eine verschwindend kleine Minderheit. Die Mehrheit hat sich arrangiert. Und wenn jetzt der Ferenc Papcsák einen Kádárbewunderer wie Kun Miklós beauftragt um vier Millionen Forint etwas über die Opfer des Kommunismus zu erzählen, dann sehen wir wie schnell aus guten Kommunisten gute „Patrioten“ werden. Das hat schon mit Servilität zu tun.
    Ich kann mich noch gut an ein MSZMP-Mitglied erinnern, der von seinem jüdischen Schwiegervater Wohnung, Wochenendhaus, Auto und jedwelche Protektion erhielt. Der gute Mann erklärte mir 1979 „szél ellen nem lehet p….“
    Um mir schon Anfang der neunziger Jahre zu erklären, dass das dringendste Problem Ungarns der hohe Anteil von Juden unter den Intellektuellen sei. Und binnen kürzester Zeit befand sich dieser Mann bei den extrem Rechten. Wir haben es also nicht nur bei vielen mit Servilität zu tun, sondern auch mit allzuvielen Wendehälsen.
    Ich denke, das Herummäkeln an Lendvai, Heller und Schiff läßt den Antisemitismus nicht verschwinden.
    Wäre Fidesz wirklich die konservative Partei als die sie sich ausgibt, dann hätte sie schon längst etwas unternommen gegen Figuren wie Bayer & Co. Orbán hat auch versprochen mit zwei Ohrfeigen, die extrem Rechten in die Schranken zu weisen. Davon ist auch nichts zu spüren.

    • „Jetzt habe ich sie verstanden. Lendvai und Schiff, die es wagen über den Skandal des Antisemitismus in regierungsnahen Medien zu sprechen, schreiben tragen selbst zu dieser unguten Atmosphäre bei. Würden diese Juden kuschen, dann wäre doch alles paletti. Das verherter Hungarian Voice scheint ihre Logik zu sein.“

      Lieber Herr Pfeifer, ich fange langsam an zu resignieren, weil Sie immer auf das Gleiche aus zu sein scheinen: Irgendwann gehen Sie dazu über, Ihren Diskussionspartner in ideologische Nähe zu antisemitischen Gedanken zu rücken. Nichts anderes tun Sie, indem Sie mir eine Logik unterstellen, dass alles „paletti wäre, wenn Juden kuschten“, ergo: Juden selbst für den Antisemitismus verantwortlich sind. Nachdem wir mittlerweile längere Zeit hier im Forum diskutieren, weiß ich, dass diese Argumentation eben kein Ausreißer ist und kann nicht mit der höflichen Aussage „das ist unter Ihrer Würde“ antworten. Ich bedaure das, gerade weil Sie andernorts besonders sensibel sind, wenn es um Hexenjagden und Kampagnen geht.

      Gerne versuche ich nochmal, Ihnen meine Gedanken verständlich zu machen: Ich habe weder gesagt, dass „Juden“ schweigen müssten, noch, dass sie selbst für den Antisemitismus verantwortlich sind. Beides ist antisemitischer Unsinn. Ich habe übrigens nicht einmal von „Juden“ gesprochen; es geht mir darum, was gesagt wird, nicht, wer es sagt. Ob es sich bei den Kritikern der heutigen Regierung um Juden handelt, werde ich daher – weil es bedeutungslos ist – gewiss nicht prüfen, ich habe kein Dossier über Religionszugehörigkeit oder Herkunft von Regerungskritikern und führe diese Tatsache auch nicht an, um jemanden herabzuwürdigen noch dazu, ihn und seine Worte aufzuwerten und (beim Vorwurf von Korruption) zum Opfer rassistischer Verfolgung zu machen. Interessant ist aber durchaus, dass meine Kritik an Lendvai und (mittelbar) an Schiff bei Ihnen als Kritik an „diesen Juden“ angekommen zu sein scheint. Ich kann Sie auch hier beruhigen: Sie liegen falsch, auch wenn Ihr Pawlow´scher Reflex Ihnen das Gegenteil suggerieren mag.

      Ich bleibe allerdings dabei, dass Aussagen vom „Gesindel, das in Ungarn das Sagen hat“, wegen des Tonfalls und der Möglichkeit der weiten Auslegung geeignet sind, weiteren Unmut in der ohnehin gespaltenen ungarischen Gesellschaft zu sähen. Dass diese Spaltung besteht, haben Sie vor gerade einmal 24 Stunden bejaht. Wichtiger noch ist, dass derartige Aussagen nichts zum Guten hin bewirken werden, denn Vorschläge, wie man etwas ändern kann, kommen kaum. Wenig verwunderlich, denn gerade SZDSZ hat hierbei gehörig versagt.

      Die Erkenntnis, dass man mit differenzierten Werturteilen möglicher Weise mehr erreicht, schließt es übrigens nicht aus, Unrecht als Unrecht und Antisemitismus als Antisemitismus zu bezeichnen. Zu diesem differenzierten Urteil gehört meines Erachtens aber die Erkenntnis, dass auch die „großen Meinungsmacher“ eine Verantwortung tragen. Ob sie nun Schiff, Lendvai, Mayer, Frank, Kirchengast oder Koenen heißen mögen.

    • „Lendvai und Schiff, die es wagen über den Skandal des Antisemitismus in regierungsnahen Medien zu sprechen, schreiben tragen selbst zu dieser unguten Atmosphäre bei. Würden diese Juden kuschen, dann wäre doch alles paletti.“

      Niemand hat hier darauf Bezug genommen, ob Lendvai und Schiff jüdisch sind, oder nicht.

      „Wer hat denn nach erfolglosen Wahlen seine Anhänger auf die Straße geholt und gegen die Regierung demonstriert?“

      Ich dachte, dass es in einer Demokratie und in einem Rechtsstaat das Recht zu demonstrieren selbstverständlich ist…

      Ich finde das genial, wie Sie nun wieder „der überwiegenden Mehrheit der Ungarn“, also wieder mal vollkommen pauschalisierend, Servilität und Rückgratlosigkeit vorwerfen, weil sie, nachdem ’56 mit der Hilfe von sowjetischen Panzern blutig geendet hat, nachher versuchten, Tag für Tag einfach ihr Leben zu leben und nicht weiterhin gegen eine Übermacht gekämpft haben.

      Ich bin gespannt, wie Sie reagieren würden, wenn jemand solche – meiner Ansicht nach genauso falsche und zurückzuweisende – Kommentare über „die überwiegende Mehrheit der Juden“ und deren Geschichte veröffentlichen würde.

      Ich finde das unfassbar.

  3. „Meine Logik sagt mir, dass man das Unrecht Unrecht nennen muss. “ Eben. Nur, warum wurde Unrecht in den letzten 8 Jahren von den jetztigen Kritikern auch nicht mit gleicher Vehemenz Unrecht genannt?
    Das legt doch den Verdacht nahe, dass die jetztige Kritik nicht sosehr von moralischer Empörung, sondern eher von politischem Kalkül (und vom Wut über die Abkanzelung bei den Wahlen) getrieben wird. Und bitte Herr Pfeifer, jetzt nicht das Thema wechseln, wie Sie das üblicherweise tun, wenn Ihnen die Argumente ausgehen. Interessant: Über kein anderes Land findet sich so viel negative Berichterstattung statt, als über Ungarn. Scheinbar sind Slovakien, Tschechien, Polen, Litauen usw. vorbildhafte Demokratien, wo es weder soziale Konflikte, noch wirtschaftliche Schwierigkeiten gibt. Das gibt es scheinbar nur in Ungarn. Gibt es ihrer Meinung nach überhaupt etwas Positives über Ungarn zu berichten?

    • Lieber Gast,

      ich mach jetzt mal den Guttenberg für Sie^^

      „In Zweifelsfällen dürfte man der Frage, ob das jeweilige deutschsprachige Ungarnbild, diesmal um 1800, ein Heimatbild oder ein Bild von einer fremden Welt sei, mit Hilfe eines Rasters der unter fremden Aspekten entstandenen deutschen Ungarnschemata näher kommen können. Der Katalog des stereotypen Ungarnimage unter Deutschen ist um 1800, wie auch heute, oft bis auf das Mittelalter zurückreichend in seinen Grundzügen stets unverändert: Schöne Frauen (von Walther bis zum Piroschka-Film), heroische Männer (von den Türkenkriegen bis 1956), fruchtbarer Boden, veranlagte Menschen, jedoch beide, Boden und Menschen, unkultiviert, roh, verwildert, ohne Ordnungsliebe, der Hilfe der hochentwickelten deutschen Kultur bedürftig (von der cluniazensischen Mission über das allgemeine »Europäisieren-und-Humanisieren-Wollen« der Magyaren, wie sich dafür u.a. Friedrich Schlegel, Ernst Moritz Arndt und – wenngleich mit anderen Worten – auch Goethe einsetzte, bis zu manchen ZDF-Sendungen, Zeit-Artikeln und dem Aufgabenkatalog der Goethe-Institute)“

      The more things change, the more things stay the same!

  4. Nun wer ein Blick heute in die Fidesznahe Tageszeitung Magyar Hirlap wirft findet schon mehr als einen Hinweis darauf, dass Lendvai Jude ist. Da werden schon schreckliche antisemitische Angriffe gegen ihn gepostet.

    http://www.magyarhirlap.hu/kulfold/ismet_a_magyar_kormanyt_karhoztatta_paul_lendvai.html

    Im übrigen gibt es in Ungarn auch einen codierten Antisemitismus. Darüber gibt es genug Untersuchungen.
    Es ist ja auch interessant, dass auch Nichtjuden, die sich gegen Antisemitismus wenden in Ungarn als Juden angegriffen werden.
    Gast, ich habe das was ich als Unrecht erkannt habe immer als Unrecht genannt.
    Und zwar auch dann, als dies sehr gefährlich war. Zum Beispiel während der Kádárzeit, als ich als einer der ersten in Österreich über das Schicksal der katholischen Waffenverweigerer in Ungarn (die durchschnittlich zu drei Jahren Haft verurteilt wurden) publiziert habe.
    Aber ich bin nicht hauptberuflich Ungarn Korrespondent. Trotzdem habe ich 2002-2010 scharfe Kritik an der damaligen Regierung geübt.
    Und noch etwas sollten Sie sich alle merken. Ich verstecke mich nicht hinter irgendwelchen pseudonymen, sondern schreibe unter meinen eigenen Namen.

    • „Und noch etwas sollten Sie sich alle merken. Ich verstecke mich nicht hinter irgendwelchen pseudonymen, sondern schreibe unter meinen eigenen Namen.“

      Das ehrt Sie. Ist übrigens wieder so ein Punkt, den Sie offenbar nur hier kritisieren. 🙂

    • Bzgl. Magyar Hírlap:
      Das mag alles sein, aber das hat nicht sehr viel mit hungarianvoice oder mit den Kommentaren der Leser von hungarianvoice zu tun.

      Sie haben mir vorgeworfen, nicht Magyar Nemzet anzuschreiben, Sie haben mir gesagt, Sie seien nicht der Sprecher von Galamus, etc.
      Dann gehen Sie mit gutem Beispiel voran und schreiben Magyar Hírlap einen Beschwerdebrief.

      Denn hier haben die Beteiligten schon öfters klargestellt, dass sie mit den Inhalten und dem Stil von Magyar Hírlap nicht einverstanden sind.

      Hier sind klare, sachliche Kritikpunkte aufgekommen. Sowohl an dem Artikel von Prof. Lendvai, als auch an der Berichterstattung zu Ungarn generell und auch zu Ihrem Kommentar.

      Es wäre gut, wenn wir über diese sachlichen Argumente diskutieren würden und nicht darüber, was Magyar Hírlap schreibt oder nicht schreibt, wenn hier sowieso fast niemand mit Magyar Hírlap einverstanden ist.

      Niemand hat hier jetzt bestritten, dass es das Problem Antisemitismus und Rassismus in Ungarn gibt, sodass die ständige Beweisführung, dass es welchen gibt, hier ein wenig fehl am Platz ist.

      Die Frage ist immer noch, ob erstens der pauschale, relativ konstante Angriff, die meisten Ungarn seien Rassisten, der Lösung des Problems dienlich ist und zweitens, warum sich die „Lösungsvorschläge“ eben in diesem Vorwurf erschöpfen und sonst überhaupt nichts Konkretes kommt. Warum denken diese Leute, dass dies den Rassismus lösen wird und warum denken diese Leute, dass dies die Spaltung der Gesellschaft überbrücken wird?

      Sie haben diese Frage, die Ihnen indirekt zumindest sowohl hungarianvoice (soweit ich es verstanden habe) als auch ich gestellt haben und die Frage von Herrn/Frau Gast bzgl. der negativen Berichterstattung über Ungarn nicht beantwortet, sondern über Magyar Hírlap geschrieben.

      Uns würde Ihre sachlich fundierte Antwort und Meinung zum Thema aber viel mehr interessieren, als ein Link zu Magyar Hírlap.

      „Trotzdem habe ich 2002-2010 scharfe Kritik an der damaligen Regierung geübt.“

      Ich glaube Ihnen das gern, zumal Sie das hier schon oft gesagt haben. Ich würde auch gerne interessehalber diese Kritik lesen, sodass ich mich freuen würde, wenn Sie diese Artikel hier verlinken könnten oder zumindest nähere Angaben machen könnten.

    • Herr Pfeifer,
      Bitte lesen Sie meinen Beitrag und versuchen Sie darauf eine Antwort zu geben. Im Wesentlichen geht es darum: Wie glaubwürdig sind die aktuellen Kritiker (Lendvai, Heller, Schiff usw….), wenn diese offensichtlich in den letzten 8 Jahren nicht so vehement gegen Misstände (von mir aus gegen Antisemitismus…) aufgetreten sind. Haben diese ihr Gewissen erst jetzt entdeckt? Wieso gibt es nicht ähnliche Kritik an/in anderen Länder (Polen, Slovakei…)? Legt das nicht die Vermutung nahe, dass diese Art der Kritik und deren „Export“ in Auslandsmedien eher Parteipolitisch bedingt ist?
      Zum Namen: Woher soll ich wissen, ob Karl Pfeifer nicht ein Pseudonym ist?

  5. Rudolf „Die Frage ist immer noch, ob erstens der pauschale, relativ konstante Angriff, die meisten Ungarn seien Rassisten, der Lösung des Problems dienlich ist und zweitens, warum sich die „Lösungsvorschläge“ eben in diesem Vorwurf erschöpfen und sonst überhaupt nichts Konkretes kommt. Warum denken diese Leute, dass dies den Rassismus lösen wird und warum denken diese Leute, dass dies die Spaltung der Gesellschaft überbrücken wird?“

    Es gibg genug Meinungsumfragen, die beweisen, dass die Mehrheit der Ungarn gegenüber Roma rassistische Vorurteile hegt. Das kann man nicht wegwischen als
    Pauschalbeschuldigung. Hier haben a l l e ungarischen Regierung versagt. Und ich habe immer wieder darauf hingewiesen, dass der erste der das Wort „Zigeunerkriminalität“ prägte, der linke Schriftsteller György Moldova war. Darüber erschien – wenn ich mich richtig erinnere 2010 – ein Artikel in Élet és Irodalom.

    Kein seriöser Journalist behauptet, dass dies der einzige Grund für die schreckliche haßerfüllte Atmosphäre ist. Der Hauptgrund ist meiner Meinung nach die direkte und indirekte Unterstützung von Fidesz für Jobbik und die darauf folgende Radikalisierung, die sich auch äußerte durch Mobilisierung auf der Straße. Das alles kann ich nur sehr verkürzt schreiben, weil ich an meinen Texten arbeiten muss.

    Seit ungefähr 2000 sind die meisten meiner Artikel über Ungarn im Internet zu finden. D.h. wenn Sie wirklich Interesse daran haben, dann können sie diese googlen.

    • „Es gibg genug Meinungsumfragen, die beweisen, dass die Mehrheit der Ungarn gegenüber Roma rassistische Vorurteile hegt. Das kann man nicht wegwischen als
      Pauschalbeschuldigung.“

      Okay. Also vom Antisemitismus zurück zum Rassismus gegen Roma. Sie springen zwischen den zwei Themen beliebig hin und her, obwohl die Probleme nicht ident sind.

      Die Pauschalbeschuldigung besteht in der latenten und zumindest indirekten Gleichsetzung Fideszwähler = Rassist und Antisemit.

      „Hier haben a l l e ungarischen Regierung versagt.“

      „Der Hauptgrund ist meiner Meinung nach die direkte und indirekte Unterstützung von Fidesz für Jobbik und die darauf folgende Radikalisierung, die sich auch äußerte durch Mobilisierung auf der Straße.“

      Hehehe, also haben ALLE Regierungen versagt, aber Fidesz ist schuld. 😉

  6. Herr Pfeifer, ich denke, dass Sie mit Ihrer Analyse, dass Fidesz die Jobbik direkt/ indirekt unterstützt, massiv falsch liegen.

    Ich habe in meinem Freundeskreis ein paar FiDeSz-Politiker. JEDER von denen sieht Jobbik als politischen Mitbewerber, manchmal sogar als stärkere Konkurrenz als MSzP, weil zwischen dem rechten Rand von FiDeSz und Jobbik Wählermigrationen statt finden.

    Wenn es FiDeSz schafft, nachhaltig Wähler von Jobbik „abzusaugen“ ist das nur eine gute Sache, weil eine große staatstragende Partei innerparteilich einen größeren Interessenausgleich bewältigen muss. Das wiederum führt zur gemäßigtem politischem Handeln.

    Punktuelle, taktisch motivierte Unterstützung für Jobbik ist zwar möglich, aber nicht mehr. Dies macht(e) FiDeSz aber auch im Fall von LMP, etwa als sie bei der jetztigen Bürgermeisterwahl in Budapest massiv Unterstützungserklärungen für den LMP-Kandidaten gesammelt hat, um so das linksliberale Wählerlager zu spalten. Ohne FiDeSz hätte Benedek Jávor nicht zum Bürgermeister kandidieren können.

    Im Übrigen halte ich die (europaweiten) Anstrengungen von FiDeSz, das Zigeunerproblem konstruktiv anzupacken, für authentisch.

  7. Corvinus83 Danke für Ihren berechtigten Einwand. Es gibt tatsächlich auch einen Wettbewerb, wie sie schreiben, um den rechten Rand bei Fidesz zu halten. Doch das geht einher mit ungustiöser Hetze wie auf Magyar Hirlap und Echo TV betrieben.

    Ich schrieb „Der Hauptgrund ist meiner Meinung nach die direkte und indirekte Unterstützung von Fidesz für Jobbik und die darauf folgende Radikalisierung, die sich auch äußerte durch Mobilisierung auf der Straße.“ Und das war leider wegen der wenig Zeit, die ich für Postings verwende tatsächlich nicht genau formuliert. Ich meinte hauptsächlich die Vergangenheit.
    Aber bis heute gibt es keine scharfe Distanzierung von Jobbik und auf manchen Gebieten trieb Jobbik Fidesz vor sich hin, z.B. Trianon Gedenken.

    Meiner Meinung nach sind bislang alle ungarischen Regierungen ausnahmslos gescheitert das was Sie „Zigeunerproblem“ nennen zu lösen. Das ist ja mehr als ein Problem, das ist ein ganzer Komplex von Problemen, und es gibt dafür auch keine einfachen Rezepte.

    Bislang habe ich von Fidesz nichts positives in diese Richtung gemerkt, sondern eher das Gegenteil, siehe die frische Meldung von Pusztaranger:
    http://pusztaranger.wordpress.com/2011/03/04/rechtlos-behordenwillkur-gegen-roma/

  8. Hungarian Voice, Ich nehme ihre witzige Bemerkung zum Anlaß für folgende Bemerkung:
    leider bekomme ich keine Provision. Und wenn Sie bemerken, wieviel Artikel ich online bei verschiedenen blogs veröffentlicht habe, dann wissen Sie dass diese nichts zahlen. Als 82jähriger pensionierter Journalist kann ich mir erlauben unter meinen eigenen Namen zu schreiben und keinen roten Cent dafür zu erhalten. Ich beneide nicht Kollegen in Budapest, die eine Familie erhalten müssen und sich um ihren Posten ängstigen.
    Ich denke gewisse Wilkürmaßnahmen der ungarischen Regierung werden zu einer Flut von Prozessen beim Europäischen Menschenrechtsgerichtshof führen.

  9. Na ja,die Roma-Zigeuner tun ja auch nicht gerade viel,dass sich einige Dinge zu ihrem Gunsten ándern.Ironisch kann man sagen,mwenn sie einen PR Manager hátten,wáre es ein ganz schlechter.
    Vor vielen,vielen Jahren dachte ich auch man tut den armen Zigeunern hier Unrecht.Aber leider tun sie für sich zu wenig,dass sich einige Dinge zum bessern ándern.Pauschalieren sollte man nicht,denn es gibt einige,die bereit sind sich zu intregrieren,zu lernen und zu arbeiten.
    Die meisten wollen dies gar nicht,weil es ihrer Kultur wiederspricht.
    Es ist imer leicht -aus dem Ausland – zu sagen: Ja man kann das Problem mit den Roma nicht lösen.
    Um etwas zu ándern gehören immer „2“.Die Zigeuner haben überwiegend eine ganz andere Kultur als die „weissen“.
    Das lásst sich schwer auf einen Nenner bringen.
    In deren Gesetzen heisst es auch “ die Gadschas(hoffe ich schreibe das richtig) zu bestehlen ist kein Verbrechen.

    Ich habe auch keine Lösung dieser Probleme parat.Es hat sich übrigens in 15 Jahren noch nie ein Zigeuner-in um eine Arbeitsstelle bei mir beworben.Obwohl dort die Arbeitslosigkeit hoch sein soll.Zwar kein Paradebeispiel,aber trotzdem….

  10. Zuerst einmal denke ich, dass die Bezeichnung „Zigeuner“ zulässig sein muss, wenn sie sich sogar selber so bezeichnen (und damit meine ich nicht bloß den privaten Umgang, sondern auch die skandalgeschüttelte OCÖ) und wenn es internationaler Trend ist (vgl Rumänien: ţigani).
    Die Lösung des Zigeunerproblems ist zweifelsohne vielschichtig und nicht einfach. Ich denke, dass viele (kleinere) Maßnahmen wichtig sind, die in zwei Kategorien eingeteilt werden können: Hilfestellungen, Fördermaßnahmen und Anreize zur Integration, zur Verständigung und zum Abbau von Vorurteilen einerseits (a); und Strafen bzw sonstige (harte) Maßnahmen zur Abstellung von (stereo-)typischen, negativen Phänomen in Zusammenhang mit Zigeunern andererseits (b).
    Während betreffend (b) bereits einige Maßnahmen gesetzt wurden (die 100 %-ige Sinnhaftigkeit/ Treffsicherheit der Punkte bewerte ich hier nicht), muss in Zusammenhang mit (a) noch Einiges unternommen werden.
    ad (b): Three-Strikes-and-you-are-out, Verschärfung von tätlichen Angriffen auf Lehrpersonal, Ahndung von illegalem Schulabbruch, Kampf gegen Sozialmissbrauch, verpflichtende gemeinnützige Arbeit bei Landzeit-Arbeitslosigkeit, Überprüfung der Adoptionsverfahren und der Ursachen von Behinderungen junger Zigeuner/innen, Flat tax.
    ad (a): Sicherstellung und aktive Förderung des Zugangs zu (hoher) Bildung, Förderung eines positiven Images zu Zigeunern, Arbeitsplatzschaffung, Integrationsprojekte zwischen Roma und Nicht-Roma, Etablierung von Vorbildern für Zigeuner/innen, Wohnprojekte zur Bekämpfung von Ghettoisierung, Maßnahmen zur Verbesserung ihres Lebensstandards (leichterer Zugang zum Gesundheitswesen…) etc.

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