Zur (Un)Ausgewogenheit in den landesweiten Nachrichtensendungen

Das umstrittene Mediengesetz, welches nach den Verlautbarungen der Regierung unter anderem die Ausgewogenheit der Berichterstattung sicherstellen soll, hat nach einer Analyse des Instituts Policy Solutions – jedenfalls im Nachrichtenbereich – das propagierte Ziel bislang nicht erreichen können. Policy Solutions wertete die Nachrichtensendungen in der Woche vom 21.02.2011 bis 28.02.2011 aus und stellte fest, dass die Regierungsparteien in fast allen TV-Sendern deutlich überrepräsentiert seien. In dem für die Meinungsbildung überaus wichtigen Nachrichtenbereich tragen die Sender den Vorgaben des § 12 des Mediengesetes somit nach Auffassung des Institutes nicht ausreichend Rechnung.

Policy Solutions spricht von einer medialen „Alleinherrschaft“ der Regierungsparteien in den Nachrichten. Diese zeige sich zum einen an der Zahl der Wortmeldungen von Politikern. Mitglieder des Regierungslagers seien im Beobachtungszeitraum deutlich häufiger zu Wort gekommen als Politiker der Opposition. Am deutlichsten falle der Vorsprung beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus: Laut Policy Solutions stammten in den Nachrichten von Duna TV 62% der Wortmeldungen von der Regierung, weitere 20% von Fidesz, die Opposition folgt abgeschlagen mit 12% (MSZP), 5% (Jobbik) und 1% (LMP). Im Sender M1 liege der Anteil an Regierungsvertretern bei 53%, 24% Fidesz, 6% KDNP und 17% MSZP, Jobbik und LMP sind hier nicht messbar vertreten.

Diese Ergebnisse sind insoweit überraschend, als selbst der fidesznahe Nachrichtensender HírTV in seiner Berichterstattung ausgewogener sein soll als der staatliche Rundfunk. Die Opposition kommt hier auf insgesamt 30%, wobei die MSZP mit 17%, Jobbik mit 10% und LMP mit 3% repräsentiert sind. Auch auf HírTV ist das Verhältnis jedoch deutlich zu Gunsten der Regierungsparteien ausgeprägt.

Am ehesten dem Verhältnis des Wahlergebnisse entspreche der Anteil der Wortmeldungen nach der Analyse beim Privatsender RTL Klub, der den größten Anteil an Zusehern auf sich vereint (die öffentlich-rechtlichen liegen bei einer Quote von insgesamt ca. 15% des Gesamtmarktes). Bei RTL liegen die Regierungsvertreter bei 37%, Fidesz bei 25%, MSZP bei 16% und LMP – deutlich überrepräsentiert – bei 23% der Wortmeldungen.

Ein umgekehrtes Verhältnis bestehe nur beim Sender ATV: Policy Solutions bezeichnet den Sender als „letzten Rückzugsort“ der Sozialisten, die dort mit 43% die Riege der Wortmeldungen anführen, gefolgt von 31% Fidesz, 17% LMP und 9% Vertretern der Regierung. Nach diesen Zahlen ist ATV der einzige Fernsehsender mit klar oppositionellem Profil.

Policy Solutions erwähnt auch, dass vor allem HírTV und die öffentlich-rechtlichen Sender die Regierungsparteien deutlich häufiger im Zusammenhang mit positiven Nachrichten erwähnten als die Opposition. Das Bild der MSZP werde somit von den Massenmedien deutlich negativ geprägt.

Wird das Gebot der Ausgewogenheit, welches auch aus anderen europäischen Mitgliedstaaten bekannt ist, somit bislang nicht in die Praxis umgesetzt? Es scheint so. Nach Auffassung des Online-Portals gondola.hu geht die Untersuchung von Policy Solutions jedoch von unzutreffenden Prämissen aus.

Zunächst ist erwähnenswert, dass es bei der hier zu erörternden Frage zwei unterschiedliche Ansätze gibt, das „französische Modell“ und die „BBC-Normative“. In Ungarn hat sich – laut gondola.hu – die französische Variante eingebürgert, die davon ausgehe, dass 33% der Nennungen auf die Regierung, ein weiteres Drittel auf die Regierungsparteien und ein Drittel auf die Opposition, Gewerkschaften und Verbände sowie Zivilorganisationen entfallen sollte. Hier begehe Policy Solutions den ersten Fehler, die Zivilorganisationen und Verbände bzw. Gewerkschaften würden nämlich außen vor gelassen. Tatsächlich werden sie in den Tabellen nicht erfasst.

Zudem sei das Verhältnis auch während der sozialliberalen Koalition deutlich zu Lasten der Opposition geprägt gewesen und entspreche somit der Tradition. Laut gondola.hu sei die erste Orbán-Regierung sogar fast an die BBC-Normative, nämlich einen Anteil von 50% Regierungslager und 50% Opposition und Zivilorganisationen und Verbänden zu gewährleisten, herangerückt. Eine Aussage, die von Orbán-Kritikern bis heute vehement in Abrede gestellt wird.

Gondola.hu zufolge ist die Analyse von Policy Solutions daher fehlerbehaftet und „erwecke nicht einmal den Eindruck von Objektivität und Wissenschaftlichkeit„.

Policy Solutions und gondola.hu deuten an, dass Churchill Recht gehabt haben könnte: Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast. Gleichwohl ist anzumerken, dass die Regierung Orbán sich nicht die Versäumnisse der Vorgängerregierungen und eine „Tradition der Einseitigkeit“ zum Vorbild nehmen sollte, sondern vielmehr den eigenen, nach außen kommunizierten hohen Ansprüchen gerecht werden muss. Das Übergewicht der Regierung und die zusätzlich gegebene Verteilung von positiven und negativen Nachrichten ist gerade im Bereich der öffentlich-rechtlichen Anstalten enttäuschend. Ausgewogenheit beginnt damit, unterschiedlichen politischen Akteuren wenigstens eine den realen Verhältnissen entsprechende öffentliche Wahrnehmung zu gewähren. Das Bedauerliche ist freilich, dass man nach dieser Logik auch der rechtsradikalen Jobbik eine Plattform geben müsste, die in etwa derjenigen der MSZP entspräche.

Vorbild kann und darf nicht die  über lange Zeit im öffentlichen Rundfunk ausgestrahlte Sendung „Napkelte“ („Sonnenaufgang“) sein, die aufgrund der Nähe zur MSZP auch als „Pártkelte“ bezeichnet wurde.

Zur Analyse von Policy Solutions:

http://www.policysolutions.hu/userfiles/elemzesek/Policy_Solutions_Media_kiegyensulyozottsag.pdf

Zu Gondola.hu:

http://www.gondola.hu/cikkek/75498-A_Policy_Solutions_hamiskodasa_-_Gondola_megjegyzessel.html

23 Kommentare zu “Zur (Un)Ausgewogenheit in den landesweiten Nachrichtensendungen

  1. Danke Hungarian Voice für diese Veröffentlichung.
    Nun kann man sich nicht wundern, wenn ca. 1000 Angestellte der öffentlich-rechtlichen Medien mit der Entlassung bedroht sind und in der entstandenen Atmosphäre der Angst, Journalisten gehorsam und manchmal vielleicht in voreilendem Gehorsam das tun, was man von ihnen erwartet.
    Denn Fidesz führt die Politik nicht fort, als eine Partei, die bei den letzten Wahlen einen gewaltigen Erfolg erzielt hat, sondern als ob sie immer noch mitten in der Wahlkampagne wären. Sie glauben, im Interesse der Nation müssten die MSZP buchstäblich vernichtet werden.

  2. Ich sehe ungarische Fernsehnachrichen nun seit über 10 Jahren regelmäßig. Was mich immer gestört hat, ist, dass die Redaktionen nicht einmal den Versuch unternehmen, „Nachrichten“ von „Kommentaren“ zu trennen. So merkt man zumeist schon bei der Anmoderation, noch vor der eigentlichen Nachricht, was dem Zuseher suggeriert werden soll und welche politische Richtung die Redaktion verfolgt.

    Dass man so etwas bei HírTV, EchoTV und ATV macht, wird man verschmerzen. Diese Sender sind nicht unparteilich und waren es nie. Im öffentlichen Rundfunk hat so etwas aber nichts verloren. Die deutschen „Tagesthemen“ auf ARD machen es m.E. richtig: „Kommentare“ werden ausdrücklich als solche gekennzeichnet.

    Jeder weiß, dass Nachrichten nie ganz objektiv sind, weil die Themenauswahl bereits von Subjektivität geprägt ist. Aber ich halte es für unnötig, dass man Menschen immerzu sagt, was sie von der kommenden Nachricht denken sollen…

    • Was mir aufgefallen ist, und was ich einerseits als widerlich, andererseits aber schon als dermaßen absurd empfinde, dass es wieder amüsant ist, ist, dass die Reporter auf m1 und auf manchen anderen Sendern jetzt bei Interviews und Gesprächen wirklich ganz anders mit Fidesz-Politikern reden, als auch noch Anfang 2010 oder gar in 2009.

      Das ist natürlich logisch und wäre es naiv, zu erwarten, dass es nicht so ist. Aber die Geschwindigkeit und der Ausmaß dieser Wandlung ist einfach unfassbar. Es springt einem geradezu ins Gesicht, wenn man sich eine Sendung (dieselbe Sendung mit demselben Reporter) aus 2009 und jetzt anschaut.

  3. Also ich sehe nicht so oft ungarisches Fernsehen wie Hungarian Observer, aber bei ATV habe ich nicht diese Art von direkter dick aufgelegter Propaganda beobachtet. Auch nicht die Vermischung von Kommentar und Nachricht.
    Aber bei MTV1 soll es besonders wüst hergehen. Wird ein Linker oder Liberaler gefragt, dann wird meist herabwürdigend kommentiert.

    Bei der Kritik am Mediengesetz, geht meist verloren, dass die für neun Jahre gewählte oberste Zensur und Medienbehörde auch der größte Arbeitgeber von Journalisten in Ungarn ist.
    Und dass viele dieser Kollegen, Kolleginnen Angst haben, entlassen zu werden.

    Und was soll das bringen, wenn alle Nachrichten aus einer gemeinsamen von der Zensurbehörde beaufsichtigten Küche kommen, dieses Gebräu kann ja nur fürchterlich sein.
    Und über den Erfinder dieses Alptraums, ein aus Rumänien nach Ungarn übersiedelter Journalist, weiß man, dass dieser eine lange Karriere als Securitate Spitzel hinter sich hat.

    Ich denke bei solch schlechten Programmen, werden viele Ungarn drauf kommen, dass es lohnt fremde Sprachen zu lernen um sich über das Weltgeschehen gut zu informieren.

    Doch dann bliebe noch immer das Problem, wo man sich über das eigene Land gut informieren kann.

    • @ Pfeifer: Dass Sie keine dick aufgelegte Propaganda auf ATV wahrgenommen haben wollen, verwundert mich nicht. Denn Propaganda kommt – wenn man Ihre Ansichten hier liest – offenbar nur von rechts. Dem Rest der Leser empfehle ich Újságíro Klub mit János Dési, Tamás Mészáros, János Avar und György Bolgár. Dort vertritt man in etwa die Linie von Karl Pfeifer. Und das Woche für Woche.

  4. Nun Hungarian Voice kenne ich diesen Journalistenklub nicht. Dafür aber habe ich an einer Diskussion „Civil a pályán“ mit Németh Zsolt von Fidesz teilgenommen und merkte dort keine Propaganda. Ich denke, insgesamt ist ATV ausgewogener als MTV1. Auf alle Fälle weniger penetrant.
    Ich gebe zu, dass ich dies nicht auf langjährige tägliche Erfahrung gründe, daher wäre es ja interessant vergleichende Studien anzuschauen.
    Aber per saldo wird es Sache der Ungarn sein zu entscheiden, welchen TV Sender sie anschauen. Die dicke Propaganda dürfte sich nicht lohnen. Das Kádárregime hat das begriffen. Ich denke, kurz über lang kommen die meisten Ungarn drauf, dass der König nackt ist, dass diese Regierung ihnen keinen Fortschritt, keinen besseren Lebensstandard (mit Ausnahme natürlich derjenigen, die Fidesz an der kurzen Leine hält) bringt. Jeder Tag bringt für die meisten Ungarn Hiobsbotschaften und wie heute Lendvai im Galamus richtig bemerkt, die Lektion die man in Ungarn über Hegel lernte stimmt, einmal schlägt die Quantität in Qualität um.

  5. @ Herrn Pfeifer:

    Ich finde es sehr interessant, dass Sie ein einziges Ungarnbild für möglich halten und daran festhalten, egal, was kommt, egal, was in der realen Welt geschieht.

    Immer wieder ist das Ergebnis:
    Die Ungarn, oder zumindest die Mehrheit der Ungarn glaubt an ihrem König (weil sie obrigkeitshörig ist?). Der König ist aber nackt, d.h. er kann nichts. Es sind zwar ca. 11 Monate von der Legislaturperiode aufgebraucht, aber das ist egal.
    Irgendwann mal werden die Ungarn schon endlich merken, dass sie blind einem nackten König folgen. Und dann… ja, was passiert dann? Wahrscheinlich wird dann alles gut.

    Hinzu kommt noch, dass die Mehrheit der Ungarn zutiefst rassistisch und antisemitisch ist. Wahrscheinlich ist das auch ein Grund, weshalb sie einem nackten König folgt, der allein oder überwiegend für Jobbik verantwortlich ist und sich nicht von Zsolt Bayer distanziert.

    Das ist eigentlich die Quintessenz, die letztendlich bei all Ihren Kommentaren herauskommt. Die Grundlage hiefür ist letztendlich, dass letztes Jahr eine Partei gewonnen hat, die Ihnen nicht sympatisch ist und die Sie als völkisch betrachten (Gegenargumente lassen Sie hier nicht gelten).

    Ich finde dieses Ergebnis interessant, weil Sie ansonsten sich gegen jegliches Vorurteil und gegen jegliche Stereotypen zu wehren scheinen.

    Dieses Ungarnbild ist jedoch voller Stereotypen und Vorurteile. Überspitzt formuliert sind in diesem Bild die Ungarn einfach als dumpfe, noch dazu überwiegend rassistische Horde dargestellt, die blind einem Führer folgt, weil sie zu dumm ist, um die „Wahrheit“ zu erkennen.

    Die Möglichkeit, dass die Ungarn sehr wohl darüber nachdenken, was der König tut, kritisch sind und nicht obrigkeitshörig und rassistisch einfach dem Führer und bestimmten Ideen nachlaufen, ist bei diesem Bild ausgeschlossen. Die Idee, dass die meisten Ungarn nicht zufrieden mit Fidesz sind, aber mit den sonstigen Möglichkeiten noch weniger zufrieden waren und wären, und deswegen jetzt Fidesz eine Chance geben, ist ebenfalls ausgeschlossen.

    Wobei, dieser letzte Punkt stimmt nicht so ganz. Denn wenn es darum geht, an der Legitimität von Fidesz zu zweifeln, sind Sie der Erste, der plötzlich sagt, dass Fidesz gar keine Unterstützung hat, weil die meisten Stimmen von Protestwählern kamen.

    Wie sich das dann mit dem überzeugten, bedingungslosen Gehorsam gegenüber König Viktor verträgt, sei mal dahingestellt.

  6. Rudolf.
    Leugnen Sie wirklich was ungarische Meinungsforscher über die Vorurteile gegen Roma herausgefunden haben?

    Ich habe nie pauschale Urteile gefällt. Aber wenn ich zurückblicke und mich erinnere, wie die meisten Ungarn sich gegenüber dem Kádárregime verhielten, kann ich keinen großen Widerstand bemerken. Heute sind ja sogar solch große Kádár-Anhänger wie Miklós Kun im Dunstkreis von Fidesz gelandet.

    Fidesz ist legitim gewählt und daran habe ich nie einen Zweifel geäußert und sie haben Recht, die Mehrheit der Ungarn, die von Fidesz enttäuscht ist, findet keine glaubhafte Alternative zur Zeit.
    Bitte wo und wann habe ich gesagt, dass Fidesz nicht legitim ist weil die meisten Wähler Protestwähler sind?

  7. Vorurteile gegen Sinti und Roma gibt es überall.
    Sie mögen in Ungarn evtl. deswegen eher zum „Thema“ werden, weil es m.E. hier in H mehr Sinti und Roma gibt als z.B. in D.
    Aber die Vorurteile gegen diese ethische Minderheit sind nicht nur auf ungarn beschränkt.Selbst „Kämpfer“ die gerne mal etwas lauter werden sind davor nicht gefeit.

    http://www.ag-fuer-den-frieden.de/schwerpunkte/sinti.htm
    Man beachte Juli 1993
    .
    Aber klar, das war 1993 und ist somit Schnee von gestern und ausserdem in Ungarn ist das ja was gaaaaaanz anderes.

  8. Niemand leugnet den vorhandenen Rassismus. Das habe ich gestern und – soweit erinnerlich – vorgestern und davor auch klargestellt.

    Also Sie werfen jetzt den Ungarn vor, nach 1956 und der nachfolgenden Periode nicht mehr jeden Tag einen Kampf geführt zu haben?
    Lesen Sie sich doch bitte Ihre Kommentare mal aus der gegenteiligen Perspektive durch. Ersetzen Sie „Ungarn“ durch beliebige andere Nationen, Völker und/oder Minderheiten. Stellen Sie sich vor, ganz genau diese Sätze hätte ein Konservativer oder ein Fidesz-Politiker eben in Bezug auf andere Nationen, Völker und/oder Minderheiten gesagt. Was würden Sie sich dabei denken?

  9. Kullancs, Sie haben Recht. Solche Vorurteile gibt es auch anderswo. Aber es marschieren anderswo keine illegale Bürgerwehren in schwarzer Uniform, die die Roma am Leben bedrohen.
    http://sos7.nolblog.hu/archives/2011/03/06/Romak_zaklatasa_Gyongyospatan/
    V.O. versprach diese Kerle mit zwei Ohrfeigen wegzujagen. Darauf warte ich noch immer. Muss wieder Blut fließen, damit man dieser Bagage zeigt, das Ungarn ein Rechtsstaat ist?
    Rudolf ich moralisiere nicht. Ich stellte dies bereits als ich anfing über Ungarn zu schreiben (1979) fest, die meisten haben sich arrangiert. Aber es gab eine Minderheit und ich war auf deren Seite damals, die das nicht taten.
    Die Rechtsextremisten greifen mich als „magyargyülölö“ (Ungarnhasser) an und Sie tun das vornehmer, indem Sie mir einiges unterstellen und dann wenn ich Sie um Beweise bitte, diese nicht liefern.
    Sie sollten sich vielleicht folgende Frage stellen, womit hat es zu tun, dass die ungarische Regierung sich genötigt sieht zwei Londoner Firmen zu engagieren, um ihr schlechtes Image aufzubessern?
    Hat das nur mit den besseren Verbindungen der Links-liberalen zu tun oder auch mit den Taten, welche von dieser Regierung gesetzt werden?
    Glauben Sie, dass die Ratschläge der verschiedenen ungarischen Fideszpolitiker, der Westen müsse sich ändern, wirklich zur Imageverbesserung beitragen?

    • „Die Rechtsextremisten greifen mich als „magyargyülölö“ (Ungarnhasser) an und Sie tun das vornehmer, indem Sie mir einiges unterstellen und dann wenn ich Sie um Beweise bitte, diese nicht liefern.“

      Naja gut.
      Ich will nicht schon wieder auf Außenminister Martonyi und seine Aussage bzgl. dem Mediengesetz sowie Ihren Kommentar dazu verweisen. Nur so als ein Beispiel.

      Ich glaube nicht, dass wir auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Irgendwann reden Sie wieder darüber, wie schlecht Fidesz ist, egal, ob es gerade zum Thema passt, oder nicht. Was jetzt die zwei Londoner Firmen wieder mit der Sache zu tun haben, ist mir unklar.

      Wir können gerne über all das, was Fidesz schlecht macht reden, ich kann Ihnen auch gerne aufzählen, was mich alles stört (z.B. gleich mal als erstes die Beschränkung der VfGH-Kompetenzen), nur halt immer wieder mitten in die Diskussion Fidesz’s Fehler reinzuschmeißen, egal ob es grad zum Thema passt oder nicht, ist meiner Ansicht nach nicht wahnsinnig sinnvoll.
      Damit sind wir bei der in Ungarn, in der gespaltenen Gesellschaft verbreiteten Diskussionsmethode: „Ich finde, ihr macht das und das falsch.“ „Aber ihr habt doch auch!“ „Ja, aber davor habt ihr auch!“ „Und was war, als ihr…?“

      Definieren Sie bitte „arrangiert“.

      Letztendlich werfen Sie es der „überwiegenden Mehrheit“ vor, sich nicht (mehr) gegen das „System“ gewehrt zu haben.
      Dass diese Kritik eigentlich sehr-sehr rechtes Gedankengut ist, muss ich Ihnen hoffentlich nicht erläutern.
      Ich finde diese Kritik, gelinde gesagt, in jeder Hinsicht sehr problematisch.

  10. Eigentlich nur eine kleine Begebenheit am Rande und ich weiß nicht so richtig wo einordnen;schmunzeln musste ich allemal.
    Hat doch Kovacs Kati soviel Schneid besessen, die ihr zugedachte Ehrung von Seiten der MSZP zurückzuweisen.
    Sie sei seit 45 Jahren Sängerin und möchte keinen Peis annehmen der mit Politik in Verbindung stehe.
    Es gab noch zwei weitere Preisträger;diese haben den Preis entgegengenommen.

  11. ATV ausgeglichen? Das dürfte wohl ein Scherz sein. Ist aber auch nicht schlimm, denn wer ATV aufdreht (oder Echo oder HirTV), weiss ja was er zu erwarten hat. Wahrscheinlich dreht er genau deswegen diese Fernsehsender auf. Zur ARD und ZDF: Diese unterscheiden zwar zwischen Nachricht und Kommentar, jedoch ist bei den Nachrichten nicht nur die Auswahl der Nachrichten subjektiv, sondern auch die Wortwahl (Stichwort PC) verrät Vieles über die Meinung der Redakteure (zB. XY, der Rechtspopulist, Regime statt Regierung, nie höre ich linkspopulist oder linksextrem, Terrorist statt Freiheitskämpfer oder umgekehrt usw.). Newspeak herrscht vor, die Meisten merken es garnicht mehr. Es findet mE. eine gezielte Umerziehung der Bürger statt.

  12. Gast nun gibt es wohl einen Unterschied zwischen Echo TV und ATV. Im Echo TV hetzt ein Ferenc Szaniszlo gegen Roma. In ATV gibt es keine solche Hetze.

    • Herr Pfeifer,
      Auch Echo hat Zuseher (gar nicht so wenige), die offensichtlich das hören wollen, was dort erzählt wird. Wer ATV sieht, erwartet genauso die Inhalte, die dort präsentiert werden.
      Ad Zigeuner: Es ist immer einfach, aus der Ferne über bestimmte Probleme zu richten, wenn man nicht direkt betroffen ist. Typisch ist, dass Liberale und Linke (zB. Magyar Balint, aber auch der frühere Bundeskanzler Gusenbauer…) sich für integrierte Schulen einsetzen, ihre Kinder jedoch in Eliteschulen unterrichten lassen, wo es bestenfalls einige „Vorzeigezigeunern“ (oder „Vorzeigetürken“ ) gibt. Und dann die kritisieren, die ihren Kindern auch eine möglichst gute Erziehung angedeihen lassen wollen und nicht glauben, dass dies in einer Klasse möglich ist, wo die überwiegende Mehrheit der Kinder (aus Gründen, wofür sie nichts können!) nicht einen entsprechenden Lehrbetrieb ermöglichen.

    • Und das hat jetzt genau was mit dem Beitrag von „Gast“ zu tun – in dem es um die Ausgeglichenheit und um die Nachrichtensprache ging?

  13. Rudolf, sie meinen also, dass die Hetze gegen Roma im ECHO TV von mir nicht hätte erwähnt werden dürfen?

    Gast
    Wie immer die Probleme, Rassismus und Ungarische Garde tragen nicht zu deren Lösung bei.

    • Nein, das meine ich nicht.
      Ich meine nur, dass Sie bei jedem Thema letztendlich das Totschlagargument Rassismus und Antisemitimus einsetzen, egal, ob es gerade passt, oder nicht.

      Dass Sie mir jetzt indirekt vorwerfen, über Rassismus generell schweigen zu wollen, ist übrigens wieder so ein Beispiel. Meine Frage war klar formuliert. Der ursprüngliche Beitrag von Gast ebenfalls. Sie haben in beiden Fällen das Thema Rassismus ins Spiel gebracht, obwohl es weder mit dem Beitrag von Gast zu tun hatte, noch mit meiner Frage.

      Nebenbei: Zum eigentlichen Beitrag von Gast haben Sie sich ebensowenig geäußert, wie mir eine Antwort auf meine Frage gegeben.

      Aber gut…

  14. Herr Pfeifer,
    „Wie immer die Probleme, Rassismus und Ungarische Garde tragen nicht zu deren Lösung bei.“
    Wie kommt die Garde hierher? Diese haben ja ihre Auftritte unter der Gyurcsany-„Regime“ gehabt.
    Sonst haben sie Recht.
    Leider trägt auch das kontinuierliche Schwingen der Nazikeule (ob es zum Thema passt oder nicht…) genausowenig zur Lösung der Probleme bei.
    Es muss doch möglich sein ein Diskurs zu führen, ohne dass sofort das Thema Antisemitismus auftaucht. Oder ist dieses Thema vielleicht das „raison d’etre“ des Diskurses ?

  15. In Ungarn schwingen die Nazikeule die schwarz uniformierten Mitglieder der Ungarischen Garde, die ihre rassistische Hetze im Parlament betreiben dürfen, ein ungarisches Gericht, das entscheidet, Jud Süß hätte keinen ideologischen oder politischen Inhalt.
    Ich denke, so sieht man das – natürlich mit Ausnahme der NPD und ihren Dunstkreis – in Deutschland.
    Die Garde hat @Gast@ ihre Auftritte unter Gyurcsány gehabt und ich habe diesen Skandal schon damals oft genug thematisiert und sie haben jetzt auch unter Orbán ihren Auftritt sogar im ungarischen Parlament.

    • Herr Pfeifer,
      ich muss leider einsehen, dass eine sinnvolle, offene und faire Diskussion mit ihnen scheinbar nicht möglich ist.
      Ich gebe den Versuch, sie zur Stellungnahme zu meinen Kommentare zu bitten, auf.
      Mit freundlichen Grüssen:
      Csaba Körtvelyessy
      Wien

  16. Sehr geehrter Herr Körtvelyessy

    Das tut mir Leid, doch ich weise auf meine vielen Artikel und Interviews hin, wo nicht Antisemitismus das Thema oder Hauptthema ist.
    Heute sind in Berlin von mir zwei solche Interviews erschienen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Tisztelettel
    Karl Pfeifer

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