WELT: Interview mit dem ungarischen Staatspräsidenten Pál Schmitt

Die heutige WELT veröffentlicht ein Interview mit Pál Schmitt.

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article12841435/Not-macht-erfinderisch.html

Das Interview führte Boris Kálnoky.

 

15 Kommentare zu “WELT: Interview mit dem ungarischen Staatspräsidenten Pál Schmitt

  1. Aha, in Ungarn ist der Antisemitismus nicht schlimmer als anderswo sagt der Präsident, den viele Ungarn für einen Parteisoldaten halten, der wenn man den Berichten glauben kann auf Kriegsfuß mit der ungarischen Sprache steht.
    Nun gibt es noch in Europa ein Gericht, das in einem Urteil festlegen würde, dass der berüchtigtigte Nazi-Hetzfilm „Jud Süß“ wedper ideogisch noch politisch sei?

  2. Bestechend vor allem die Logik in der Argumentation. „Herr Lendvai steht fernab der Realität. Ich lebe hier und weiß: In Ungarn gibt es keinen Deut mehr Antisemitismus als anderswo.“ Selbst wenn es ausreichen würde in einem Land zu leben um anhand der eigenen subjektiven Erfahrungen eine allgemeinverbindliche Aussage über den Grad des Antisemitismus zu machen, wie könnte er anhand dessen einen validen Vergleich zu „anderswo“ machen, ohne auch dort zu leben?

  3. Herr Schmitt wird jetzt in Ungarn verdaechtigt ein Nahverhaeltnis zur ungarischen Stasi gehabt zu haben.
    Hoffentlich klagt er diejenigen, die das behaupten, so dass ein unabhaengiges Gericht darueber ein Urteil faellen kann.

    • Na, da befindet sich Schmitt P. in guter Gesellschaft.

      Im übrigen ist das wohl ein offenes Geheimniss, dass jeder der im Hotelgewerbe war oder in ähnlichen Bereichen mit Publikumsverkehr aus dem westlichen Ausland gearbeitet hat , damit konfrontiert wurde.
      Entweder man macht es oder man geht.
      (und darf dann aber nicht wieder zurück nach Ungarn.Es sei denn man hat das Glück und es kommt eine „Wende“ dazwischen.

    • @ Karl Pfeifer: Kaum fällt der Name Schmitt, beginnen Sie zu jubeln und zu jauchzen :-). Ein Unterschied zu Ihren Reaktionen im Bezug auf die im vergangenen Jahr in Sachen „Lendvai“ geführte Diskussion und Ihre Erklärungsversuche ist spürbar, jedoch nicht übrraschend. Liegt der Unterschied darin, dass Sie dem einen noble Motive unterstellen und den anderen nur damit in Verbindung bringen, dass er „nicht richtig ungarisch spricht“ und ein Präsident von Fidesz´ Gnaden ist?

      Zum Vergleich:

      https://hungarianvoice.wordpress.com/2010/11/23/lendvai-dokument-teil-1/

      Was Schmitt und seine Vergangenheit betrifft, so habe ich volles Vertrauen in die Kompetenz Ungvárys. Mal sehen, was am Ende herauskommt.

  4. Hungarian Voice, wieso beginne ich zu jubeln, wenn ich die Hoffnung ausdrücke, dass Herr Schmitt diejenigen klagt, die das behaupten? Warum beanstanden Sie meine Hoffnung, dass er klagen wird und ein unabhängiges ung. Gericht feststellen wird, ob er wirklich mit detr ung. Stasi zu tun hatte?
    vergleichen Sie die Tätigkeit für die Stasi, die Herrn Schmitt vorgeworfen wird, mit einem Gespräch, das der Journalist Lendvai mit dem ungarischen Botschafter führte?
    Dann aber informieren Sie lobenswerterweise selbst über die Sache Schmitt, dh. ich habe korrekt gepostet.

    • Wer Sie hier kennengelernt hat, kann Ihren o.g. Kommentar schwerlich anders verstehen als einen Hinweis auf Ihr Lieblingsthema „Fideszpolitiker mit III/III-Vergangenheit“.

      Ihrem Kommentar nach zu urteilen, differenzieren Sie sehr genau zwischen denen, die Sie als echte Spitzel ansehen und solchen, die „nur“ über Treffen oppositioneller Schriftsteller berichtet haben. Ist der Maßstab Ihrer Beurteilung das Motiv, die Schwere der Tat oder am Ende nur die politische Zugehörigkeit des Verdächtigen? Verzeihen Sie, dass ich diesen Eindruck gewonnen habe. Sie empören sich nämlich nur, wenn die jetzige Opposition und deren Vorzeige-Intellektuelle im In- und Ausland in die Schusslinie geraten. Einem solchen Maßstab könnte ich mich nicht anschließen. Ich hoffe, Sie sehen mir das nach.

      Immerhin bezeichnen Sie den Post über die „Sache Schmitt“ als lobenswert. Das begrüße ich. Ganz anders fiel Ihre Reaktion über einen Bericht hier über die „Sache Lendvai“ aus. Warum, wissen nur Sie.

  5. Also bleiben wir bei den Tatsachen. Die ungarische Opposition war sehr interessiert, dass die Behörden informiert werden, wer alles nach Budapest kommt, um an der Tagung teilzunehmen.
    Ich war einige Jahre mit dem ehemaligen ung. Ministerpräsidenten András Hegedüs befreundet und weiß, dass er oft genug Botschaften der demokratischen Opposition an die Regierung weitergeleitet hat.
    D.h. ich differenziere. Spitzeldienste für die Stasi sind eine ganz andere Sache.
    Und konkret noch einmal zu Lendvai, er hat zwischen Kreisky und Kadar vermittelt. Das führte dazu, dass die SPÖ erst sehr spät draufkam, dass es in Ungarn zu einer Systemänderung kommen wird, Erhard Busek und der Fürst Schwarzenberg waren halt besser informiert.
    Die damalige Tätigkeit von P.L. war mir nicht sympathisch, doch sie war nicht inkorrekt und vor allem hat er nichts getan, was führende Journalisten nicht sonst tun.

  6. Terrier, Kollaborateure nannte man die Personen, die während der deutschen Besatzung verschiedener Länder mit der Besatzungsmacht zusammengearbeitet haben.
    Paul Lendvai war ein führender österreichischer Journalist der sicher nicht mit der sowjetischen Besatzungsmacht, die sich „provisorisch“ in Ungarn aufhielt zusammengearbeitet hat.
    Ich halte ihn für einen der besten unserer Journalisten. Auf alle Fälle hat mir sein Buch über Ungarn gut gefallen. Jetzt ist es aktualisiert auch in Ungarn publiziert worden.

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