Budapester Zeitung: Gastbeitrag über die „Hexenjagd in der Pannonischen Tiefebene“

Der US-amerikanische Investor und Stiftungsgründer George F. Hemingway kritisiert in einem Beitrag die aus seiner Sicht laufende Kampagne gegen die ungarische Regierung.

http://www.budapester.hu/index.php?option=com_content&task=view&id=9201&Itemid=27

10 Kommentare zu “Budapester Zeitung: Gastbeitrag über die „Hexenjagd in der Pannonischen Tiefebene“

  1. Hungarian Voice. Ich habe keinerlei finanzielle Interessen.
    d.h. ich habe kein Geld in Ungarn investiert.
    Kann die Tatsache, dass er Geld in Ungarn investiert hat seine politische Haltung beeinflussen?

  2. Kann es sein Hungarian Voice, dass Sie meinen, Investoren wie Mr. H. die sehen wie Ungarn unter Fidesz wirtschaftlich aufblüht seien aufrichtig, während diejenigen Investoren, die nach Brüssel laufen, um ihre finanziellen Interessen zu schützen, bösartige Kapitalisten sind?

    • Interessantes Weltbild. Meines ist es aber nicht. Scheint mir zu sehr schwarz-weiß.

      Ich schließe nicht aus, dass Hemingway bloß seine Meinung niedergeschrieben hat. Dass hinter dem Brief der (ich glaube) 13 CEOs von Telekom über Allianz bis OMV, die zur EU-Kommission gelaufen sind und ihren „Beschwerdebrief“ dann noch publikumswirksam veröffentlicht haben, ausschließlich wirtschaftliche (steuerliche) Interessen lagen, liegt hingegen auf der Hand. Erklären Sie doch einmal, welche vergleichbaren (EUR-milliardenschweren) ökonomischen Interessen Hemingway vertreten haben könnte. Dann können wir die Motive Hemingways hinterfragen. Füllen Sie Ihre Vermutungen/Spekulationen doch mal mit Inhalten. Sie sind doch Journalist.

      Allerdings unterstellen Sie nicht zum ersten Mal, dass einer, der Orbán nicht gleich die Pest an den Hals wünscht, von wirtschaftlichen Motiven getrieben ist. Über Jan Mainka von der Budapester Zeitung hatten Sie auch schon „wes Brot ich ess, des Lied ich sing“ verkündet. Bei Allianz & Co. sahen Sie dagegen „alles ok“. Bemerkenswerter Ansatz, der auf einer soliden ideologischen Basis zu ruhen scheint: Jeder, der Orbán kritisiert, egal für was, tut Gutes.

  3. Hungarian Observer, obwohl ich nur Fragen gestellt habe, unterstellen Sie mir da schon einiges.
    Sie halten also die rückwirkende Anwendung von Gesetzen als zulässig?
    Sind all die Fidesz Unterstützer – darunter einige Milliardäre – reine Idealisten?
    Und zur Aufklärung. Ich hätte überhaupt kein Problem mit einer normalen bürgerlich-konservativen Regierung. Ich wünschte Fidesz wäre fähig das Land aus einer tiefen Krise – die es mitverursacht hat – herauszuführen, doch wie man sieht hat ein Jahr Fidesz-Regierung keinen Fortschritt gebracht. Ist der Ruf mal ruiniert lebt es sich ungeniert. Wer das aber thematisiert, der wünscht ihrer Meinung nach alles Schlechte der Regierung.

    • @ Herr Pfeifer:
      1. Die rückwirkende Anwendung der Gesetze habe ich (im Zusammenhang mit der Entrechtung des VerfG) ich kritisiert, wie kommen Sie darauf, dass ich das befürworte?
      2. Über den Idealismus der Fidesz-Anhänger kann ich nichts sagen. Ich bin aber nicht naiv, denke also, auch dort gibt es nicht nur „Idealisten“.

  4. @Herr Pfeifer

    Es ist doch völlig irrelevant, aus welchem Grund der Autor seine Meinung schreibt. Niemand schreibt ohne Motivation, ob es nun die Rettung der Nation, die Einhaltung universeller Moral oder der schnöde Mammon ist. Wäre die „Budapester Zeitung“ publizistisch nicht so vollkommen irrelevant, würde ich HV darauf verweisen, dass sich der Artikel nicht viel von den von ihm zu Recht kritisierten Artikeln in der „Welt“ unterscheidet. Aber die Diskussion erspare ich mir, es gibt wichtigere Dinge, für die es sich zu streiten lohnt.

  5. Christian Boulanger Sie haben Recht.

    Im Moment ist die ungarische Regierung bemüht die ungarische Geschichte zu verfälschen und ein Staatssekretär möchte eine von seriösen Historikern gestaltete Ausstellung im Budapester Holocaust Zentrum ändern, denn dort gibt es einen Zusammenhang mit den durch Ungarn von Gnaden Hitler durchgeführten Annexionen (38-41) und der vom Reichsverweser Miklós Horthy und seiner Regierung genehmigten Deportation von ca. einer halben Million ungarischer Staatsbürger, deren Mehrheit in den Vernichtungslagern ermordet wurde. Staatssekretär Gál meint dazu, es gäbe keinen Zusammenhang. Doch diesen gibt es natürlich, denn obwohl viele ungarische Juden in diesen Gebieten im gleichen nationalistischen Irrsinn wie ihre nichtjüdischen Mitbürger den Einmarsch der ungarischen Truppen mit Jubel begrüßten, wurden dort die vom ungarischen Parlament vor der deutschen Besatzung beschlossenen Rassengesetze (die schärfer waren als das Nürberger) sofort angewendet. Außerdem haben ungarische Einheiten in Novisad/Ujvidék/Neusatz ein schreckliches Pogrom im Januar 1942 veranstaltet.
    Fidesz versucht schon seit einiger Zeit die Pfeilkreuzler für diese Deportation im Frühjahr 1944 verantwortlich zu machen, was eine grobe Geschichtsfälschung ist.
    Nun veranstaltet der ungarische Staat einiges zum Tag des ungarischen Holocausts am 17. April und ich bin gespannt, was sie von sich geben werden.
    Bin schon neugierig wie die Budapester Zeitung darüber berichten wird.

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