Gyöngyöspata: Wie kam es zur Schlägerei?

Einem aktuellen Bericht der MTI zufolge, den die regierungsnahe Tageszeitung Magyar Nemzet übernommen hat, wurde die gestrige Schlägerei in Gyöngyöspata durch das Verhalten eines Betrunkenen ausgelöst. Der Bericht in deutscher Übersetzung:

http://mno.hu/portal/780511

Erst Wasser gelassen, dann provoziert – so kam es zur Schlägerei in Gyöngyöspata

Den Bildern der Überwachungskamera nach zu urteilen, brach die Schlägerei am Dienstagabend in Gyöngyöspata (Komitat Heves) aus, weil ein betrunkener Mann an der Bem-Gasse urinierte – berichtete die Polizei gegenüber dem MTI.

Die vor Ort wohnenden Roma sprachen das Verhalten des Mannes an. Daraufhin provozierte der Mann aus Petöfibánya die Roma und ging zwischen sie, woraufhin die Schlägerei ausbrach – dies berichtete der Pressesprecher der Polizeikommandatur des Komitats Heves. Ein anderer Mann, der am Ort des Geschehens verletzt wurde, sagte aus, er gehöre zur „Bürgerwehr für eine bessere Zukunft“ – fügte Bálint Soltész hinzu.

Schon zuvor hatte Szoltész bekannt gegeben, dass wegen der Geschehnisse in Gyöngyöspata vom 26. April wegen Verdachts des gemeinschaftlichen und bewaffneten Rowdytums ermittelt würde. Die Polizeikommandatur nahm einen 36-jährigen und einen 53-jährigen Ortsansässigen fest. Weitere sechs Personen wurden bis Mittwoch Nachmittag festgenommen. Dem Bericht zufolge geriet eine mit Werkzeugen bewaffnete Gruppe von 40-50 Personen mit vier Personen aneinander, die in Richtung Romasiedlung gingen. Ein Schwerverletzter und zwei Leichtverletzte wurden ins Krankenhaus gebracht. Szoltész zufolge wurde die besondere Beobachtung des Ortes durch die zuständige Polizei bis Ende April 2011 verlängert.

Gewaltausbruch in Gyöngyöspata

Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Agenturen berichtet, kam es in Gyöngyöspata am Dienstag Abend zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Rechtsradikalen und den Mitgliedern der Roma-Minderheit.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/neue-gewalt-zwischen-roma-und-rechten/4101658.html

Erst am Osterwochenende hatte die Polizei ein „Trainingslager“ der rechtsradikalen Gruppe „Véderö“ (dt. „Wehrmacht“) aufgelöst, Verfahren wegen Rowdytums eingeleitet und mehrere Personen festgenommen. Das zuständige Gericht in Eger hob diese Maßnahmen wieder auf, da die Uniformierten (die sich auf einem Privatgrundstück aufgehalten haben) keine Straftaten begangen hätten – der Vertreter der Polizei legte Rechtsmittel gegen die Entscheidung ein. Von dem Gerichtsbeschluss in Eger bestärkt, hielten sich bereits am Ostermontag wieder Mitglieder rechtsradikaler Gruppen in dem Ort auf.

Der „Kommandant“ der Gruppe Véderö hat zwischenzeitlich angekündigt, für den Posten des Bürgermeisters von Gyöngyöspata zu kandidieren. Der bisherige Bürgermeister war im Zuge der Naziaufmärsche – angeblich wegen gesundheitlicher Gründe – zurückgetreten.

Weitere Meldungen:

http://diepresse.com/home/panorama/welt/653411/Ungarn_Massenschlaegerei-zwischen-Roma-und-Rechten?_vl_backlink=/home/panorama/welt/index.do

http://diepresse.com/home/panorama/welt/653611/Alarmstufe-Rot-nach-Kaempfen-zwischen-Roma-und-Rechtsextremen