Gewaltausbruch in Gyöngyöspata

Wie das Handelsblatt unter Berufung auf Agenturen berichtet, kam es in Gyöngyöspata am Dienstag Abend zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Rechtsradikalen und den Mitgliedern der Roma-Minderheit.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/neue-gewalt-zwischen-roma-und-rechten/4101658.html

Erst am Osterwochenende hatte die Polizei ein „Trainingslager“ der rechtsradikalen Gruppe „Véderö“ (dt. „Wehrmacht“) aufgelöst, Verfahren wegen Rowdytums eingeleitet und mehrere Personen festgenommen. Das zuständige Gericht in Eger hob diese Maßnahmen wieder auf, da die Uniformierten (die sich auf einem Privatgrundstück aufgehalten haben) keine Straftaten begangen hätten – der Vertreter der Polizei legte Rechtsmittel gegen die Entscheidung ein. Von dem Gerichtsbeschluss in Eger bestärkt, hielten sich bereits am Ostermontag wieder Mitglieder rechtsradikaler Gruppen in dem Ort auf.

Der „Kommandant“ der Gruppe Véderö hat zwischenzeitlich angekündigt, für den Posten des Bürgermeisters von Gyöngyöspata zu kandidieren. Der bisherige Bürgermeister war im Zuge der Naziaufmärsche – angeblich wegen gesundheitlicher Gründe – zurückgetreten.

Weitere Meldungen:

http://diepresse.com/home/panorama/welt/653411/Ungarn_Massenschlaegerei-zwischen-Roma-und-Rechten?_vl_backlink=/home/panorama/welt/index.do

http://diepresse.com/home/panorama/welt/653611/Alarmstufe-Rot-nach-Kaempfen-zwischen-Roma-und-Rechtsextremen

98 Kommentare zu “Gewaltausbruch in Gyöngyöspata

  1. Bedrückende Entwicklung. Übrigens strenggenommen nicht Handelsblatt sondern Agenturmeldungen.

    Meine Söhne sind gerade in Budapest und meinen, es gebe dort auffallend mehr Roma im Strassenbild als noch vor einem halben Jahr. İch halte es für denkbar, dass der Druck in vielen Dörfern des Ostens zahlreiche Roma dazu veranlasst, nach Budapest auszuweichen.

  2. Sehr beunruhigend! Vor allem auch die scheinbare Gleichgültigkeit einer schweigenden Mehrheit.

  3. Ja, nur ging diese Gewalt von den „Anderen“ aus. Auch die Überschrift des „Standard“ http://derstandard.at/1303291526986/Schlaegerei-zwischen-Roma-und-Rechtsradikalen verzerrt wieder. Die „Véderö“, hat die Häuser der Roma und die Roma angegriffen. Es hat also in diesem Sinne keine „Massenschlägerei“ gegeben, da nicht zwei Gruppen aufeinander losgegangen sind, sondern eine Gruppe (nämlich die Véderö) ist auf die andere (unter anderem mit Schusswaffen und deren Gebrauch) losgegangen ist; und die Angegriffenen Roma mussten sich „verteidigen“.
    Die gestrigen Pogrome in Ungarn nannte der Regierungsbeauftragte Horvath „politischen Katastrophentourismus und Festival.“
    Die paramilitärische „Véderö“ nutzte die „verminderte Aufmerksamkeit“ der Polizei aus. Zudem war diese Polizei vor Ort rechtsradikal – erst sehr spät wurden Spezialkräfte zur vorläufigen Deeskalation eingesetzt. Von Schüssen der „Véderö“ auf die Roma, war durch die Presse bisher auch nichts zu hören. Opferzahlen werden meistens beschönigt. Von lediglich vier Verletzen ist oft nur die Rede.

  4. Nicht vergessen! Es ist noch nicht vorbei – „Verstärkung“ marschiert in den Ort 😦

    „Unter den Schlägern vom Dienstagabend waren Mitglieder der rechtsradikalen Gruppe Vederö, aber auch Mitglieder der rechtsgerichteten Gruppe Betyarsereg («Betyaren-Armee»). Der Name geht auf die im 19. Jahrhundert als antihabsburgische Fr…eiheitskämpfer aktiven Betyaren zurück. Die Betyarsereg soll nun «Verstärkung» nach Gyöngyöspata geschickt haben.“

    http://www.europeonline-magazine.eu/neue-gewalt-zwischen-roma-und-rechtsradikalen-in-ungarn_125194.html

  5. Davor habe ich schon vor einiger Zeit gewarnt.
    Es ist an der Zeit, den Umtrieben der verschiedenen rassistischen Milizen Einhalt zu gebieten und das Gewaltmonopol des Staates durchzusetzen.
    Wenn die Kürzungen der Sozialzuwendungen so weitergehen und keine Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, kann die Lage wirklich explosiv werden.

    • @ Karl Pfeifer: Ich stimme Ihnen im ersten Teil zu. Das Problem besteht in dem, was wir in den vergangenen Wochen schon zweimal gesehen haben. Die Polizei geht gegen die „Marschierer“ vor, das Gericht hebt die angeordnete Haft aber unverzüglich auf und setzt die „Delinquenten“ mangels Gesetzesverstößen wieder auf freien Fuß. Unabhängige ungarische Gerichte übrigens, nicht „Fidesz“-Gerichte. Man kann offenbar nur durch Änderungen der Rechtslage reagieren, und auch hier hat Fidesz etwas getan und zum Wochenende die „Bürgerwehren“ eingeschränkt. Ein bedauerliches Katz und Maus Spiel. Es hilft wohl nur deutlich mehr Polizeipräsenz – aber was bringt die, wenn man den selbsternannten Bürgerwehren keine Straftaten vorwerfen kann? Mit jedem Strafverfaren, dass mit einer Einstellung endet, werden Jobbik und die „Bürgerwehren“ stärker.

  6. Diese Leute können sich umbenennen und neugründen sooft die Sonne aufgeht, ich fürchte der Rechtsstaat ist da relativ machtlos und kann immer nur (schwach) reagieren. Hier sind ja offenbar schon drei verschiedene rechte Gruppierungen im Spiel.

    Vielleicht schwenkt der Westen ja am Ende um und fordert das, wovor man sich derzeit so lautstark sorgt – eine starke Hand statt demokratisch-rechtsstaatlicher Modellhaftigkeit.

    • „Diese Leute können sich umbenennen und neugründen sooft die Sonne aufgeht, ich fürchte der Rechtsstaat ist da relativ machtlos und kann immer nur (schwach) reagieren“

      So sieht es aus und das International.

      „Das Oberverwaltungsgericht hat entschieden: Das Verbot wurde wieder aufgehoben – der Neonazi-Aufmarsch am 1. Mai in ???? wird somit stattfinden. Das Motto der NPD-Demonstration erfülle nicht den Straftatbestand der Volksverhetzung, sondern sei von der Meinungsfreiheit gedeckt.“

      Wo ich das wohl gefunden habe??
      aber ich weiß man darf nicht vergleichen
      und wenn 2 das Gleiche tun, ist es noch lange nicht das Selbe.

      • Es ist nun einmal ein Zeichen des Rechtsstaats, das grundsätzlich auch diejenigen Meinungsfreiheit genießen, deren Ziel die Beseitigung des Rechtsstaats ist. Das mag vielen (auch mir) nicht gefallen, die Grundrechte gelten aber für alle. Die Tatsache, dass die NPD in Deutschland regelmäßig ihre Eilverfahren gewinnt, ist das beste Beispiel. Und was Ungarn betrifft, sehe ich kaum Möglichkeiten, ein Treffen uniformierter auf einem Privatgrundstück effektiv zu verhindern. Anders sieht die Sache bei „Bürgerwehren“ aus, die sich als Polizei aufspielen und Leute kontrollieren. Ich würde solchen Leuten nicht einmal meine ÖPNV-Monatskarte zeigen. Der Staat muss endlich das Gewaltmonopol durchsetzen. Punkt.

  7. Boris Kálnoky, nein man braucht keine starke Hand, man muß nur das erfüllen, was man 1947 im Friedensvertrag von Paris versprochen hat. Man muss Naziorganisationen auflösen.
    Die ungarische Journalistin Julia Lévai hat dokumentiert, dass diese véderö als nazistisch qualifiziert werden kann
    http://galamus.hu/index.php?option=com_content&view=article&id=66148
    In Deutschland oder Österreich hätte man diese Bagage sofort verboten.
    Aber in Ungarn haben hauptsächlich Liberale nach der Wende ein Verbotsgesetz verhindert, weil sie und das ist sträflich, nicht den Zustand ihrer Gesellschaft kannten, sie lebten in intellektuellen Blasen und glaubten in Ungarn bestehe die Notwendigkeit „Freiheit für Nazidiktion“ walten zu lassen.
    Und Fidesz kann darauf hinweisen, dass ja diese Gruppen auch in der Zeit von 2002-2010 tätig waren. Allerdings bekamen Sie von Fidesz-Medien starken Rückenwind. Insbesondere nach deren Aktionen im Herbst 2006.
    In Österreich und Deutschland haben wir Demokratie trotzdem können hier solche Leute wie Eszes nicht ungestraft tätig werden.

    • Sie sollten,nach Ungarn kommen und 1 woche in so eine ortschaft wohnen,wo unten der bewohner auch „roma“leute leben..
      Ich lade sie gern ein dazu..

    • Ach ja und wer löst die Verbrecherorganisationen der Zigeuner auf? Nach den Berichten der deutschen Presse geht die unwissende Leserschaft (Sie inbegriffen, Herr Pfeifer) davon aus, dass die unschuldigen Zigeuner von den Rechten unterdrückt und nach Lust und Laune verprügelt werden würden. Dabei ist der Fall gerade umgekehrt. Die einseitige Berichterstattung belegt die Heuchelei eindeutig. Man sollte vielleicht die Berichterstattung der ATV, den der „terrier“ weiter oben gepostet hatte, oder das Kommentar beim Handelsblatt in Betracht ziehen. Da wird vom Rumtreiben der Zigeuner in der Gegend wenigstens berichtet! Wenn das Problem hier weiterhin nur oberflächlich angesprochen wird und weiterhin einseitig berichtet wird, bzw. nicht die Wurzel des Übels klar dargestellt wird, ist sowieso alles nur pabalapab! Wörter für den Hass, wie Holz in das Feuer. Nichts entsteht aus dem nichts! Das Nazideutschland muss man nicht jetzt auf Ungarn projizieren wollen! Da liegt eine eindeutige Zigeunerkriminalität vor, die ohne Rassenhass bekämpft werden muss, sonst droht ein Bürgerkrieg, wie Attila Lakatos (selbst ein Zigeuner) es schon 2008 berichtet hatte. Eine Vertuschung dieser Tatsache ist ein Verbrechen an sich!
      http://danachrichten.wordpress.com/2011/04/14/garde-zigeunerfrage-judenfrage/

      • Sie haben völlig recht!!!
        Ich bin voll in ihre meinung!!!
        Richtig gesagt und gut geschrieben,ich danke ihnen!
        So könnte ich das niemals hin schreiben,aber sie haben das geschrieben was ich und noch millionen Ungarn auch denken!!

      • @ Karl Pfeifer: „Hungarian Voice in Ungarn gibt es keine Zigeunerfrage, keine Judenfrage aber eine Nazifrage.“

        Habe ich denn behauptet, dass es eine Zigeunerfrage und eine Judenfrage gibt? Die von Ihnen als „Zigeunerfrage“ bezeichnete Thematik ist meiner Meinung nach in erster Linie eine s o z i a l e Frage. Ich glaube übrigens fest daran, dass man die bestehenden sozialen Probleme nicht dadurch löst, dass man unangenehme Themen unter den Tisch kehrt. Erinnern wir uns mal an folgenden Beitrag und führen ihn uns nochmals zu Gemüte: https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/01/19/roma-radiointerview-mit-autor-und-fotograf-rolf-bauerdick/

        Wir können noch jahrzehntelang über „Romafragen“ und ihre politisch korrekte Intonation debattieren, Fakt ist, dass ein Anteil von bis zu 80% der Roma arbeitslos ist und das nicht nur wegen des „Rassismus“ in der Gesellschaft, sondern auch deshalb, weil die Eltern ihre Kinder oftmals nicht in die Schule schicken. Was soll aus solchen Kindern denn werden? Der Sozialismus ist vorbei und Hilfsarbeiter werden nicht mehr in gleichem Maße gebraucht. Sind Zweifel an der Integrationsfähigkeit heranwachsender Roma ins Arbeitsleben denn durch Verweis auf vermeintlichen Rassismus weg zu diskutieren? Ich glaube kaum. Ich schließe mich Rudolf an: Welche Lösungen schlagen Sie vor? Sagen Sie mir bitte, Herr Pfeifer, dass das Abstempeln besorgter Eltern wie Sylvi, deren Kinder in der Schule verprügelt werden, nicht der einzige Ihrer Lösungsansätze ist…

        Wo plötzlich die „Judenfrage“ herkommt, weiß ich nicht. Was hat das um Himmels Willen mit Gyöngöspata zu tun? Oder ist es wieder Zeit, das Thema in eine andere Richtung zu lenken, Herr Pfeifer?

      • Ich habe Ihre Unterstellung – ich sei ein Rassist und Antisemit – erwartet, Herr Pfeifer. Können Sie mir auch sagen wieso ich ein Rassist und Antisemit sein sollte? Ich sage Ihnen, Herr Pfeifer, aufgund ihrer Erlebnisse in Ihrer Kindheit leiden Sie an einer Art Psychose, man könnte es auch Paranoia nennen. Sie sehen und bekämpfen Rechtsradikale sogar dort , wo es keine gibt. Was würde Ihr Leben denn ohne Rechtsradikale sein? Unerfüllt. Sie sind wie ein Workaholic von Kriminalbeamten, der wenn es kein Verbrechen gibt, die Welt nicht mehr versteht und sogar die Unschuldigen mit Unterstellungen belästigt. Sie beleidigen Menschen, sogar ganze Menschenmengen, die Mehrheit der Ungarn ziehen Sie in den Schmutz mit ihrer antisemitischen und rassistischen Unterstellungen, aber das interessiert Sie nicht. Sie fühlen sich sicher in Österreich und spotten über uns. Wenn jemand was gegen die Juden oder die Zigeuner sagt, ist man gleich abgestempelt. Sie bedienen sich der Waffe der Nazis, drehen nur den Spieß um: Die Nazies haben die Juden gekennzeichnet bzw. abgestempelt, jetzt stempeln Sie alle Andersdenkenden ab. Stell einen Juden in Frage, schon bist du judenfeindlich, stell einen Zigeuner vor Gericht, schon bist du ein Rassist. Sie sind kein Stück besser wie ein Nazi, Herr Pfeifer, nur das Sie auf der anderen Seite stehen.

      • @ Karl Pfeifer:

        „Hungarian Voice in Ungarn gibt es keine Zigeunerfrage, keine Judenfrage aber eine Nazifrage.“

        Meinen Sie damit, dass es überhaupt kein Integrationsproblem oder Minderheitenproblem in Bezug auf die Roma gäbe, wenn es in Ungarn keine Nazis gäbe bzw. die Ungarn generell eine andere Einstellung hätten?

  8. Es wahren keine Rechtsradikale!Die haben mit diese privatgruppe überhaupt nichts zusammen!Ich lebe hier und nichtmal ich weiss es wer die sind! Zuerst alle haben wir gedacht es sind rechte,aber sind sie nicht!
    Frage ist nur wer hat sie dort hingeschicht??

  9. sylvie72 nun Levai hat einiges dokumentiert über diese rassistische Gruppe. Tatsächlich, was arbeiten diese Leute von véderö, wer bezahlt sie? Wer bezahlt ihre Uniformen, ihre Stiefel?

    Laut Levai (siehe mein Posting oben) ist ihr erklärtes Ziel „die militante Vorbereitung des Ungarntums“ „um die ungarisch jüdische Gemeinschaft aus den Machtpositionen zu entfernen.
    Dann wird eine Erklärung von Eszes gegen die Nachbarvölker zitiert. Es kommen Sprüche gegen „Zigeunerkriminalität“
    Ich habe leider keine Zeit, um weitere „Perlen“ des Eszes zu übersetzen. Doch wer Ungarisch kann, der sollte den Artikel von Lévai lesen.
    Auch ein anderer Anführer von véderö macht rassistische Sprüche.

    Deklarált céljuk „a magyarság militáns felkészítése”, „a magyar zsidó közösség hatalmi pozíciókból való eltávolítása”. Ennek érdekében kezdték el megszervezni, hogy mind a 19 megyében véderős századot alakítsanak. A tagtoborzás elsősorban az interneten zajlott, ott jelent meg (a HunHír.hu-n), 2008. október 19-én az első kiáltványuk is. A szöveget Eszes Tamás jegyezte. Kiindulópontja az volt, hogy eljött az idő, mert „a határainkon túl szervezkednek a tótok oláhok, rácok, gerjesztik az egyre nagyobb Magyargyűlöletet”. (A „magyar” szót mindvégig nagy kezdőbetűvel írja, mintha személynév volna.) Emellett azonban „a Világ más pontjain a gazdasági válság miatt már fosztogatásokba kezdtek egyes rétegek”, s a fosztogatás nemsokára hazánkat is eléri. Ezek után a szokásos, paranoid logikával először csak feltételezte, hogy legfőbb „ellenségeik”, a cigányok hamarosan aktivizálják magukat – „A bűnözésnek van cigánybűnözés része is és ezek a gátlástalan bűnözői csoportok ha vérszemet kapnak, attól kezdve háborús helyzet alakulhat ki hazánkban”–, majd feltételezését ténynek tekintve meghirdette az „ellencsapás” (valójában provokatív kezdeményezés) programját: „meg kell szervezni és egységbe kell tömöríteni a határon túli erőket”. Ezzel egyúttal azt is rögzítette, hogy valójában nem ők, hanem a cigányok, illetve zsidók az igazi agresszorok. Mint a nevükből is látható, ők csupán védekezésből teszik, amit tesznek. „A Magyar népet elnyomni tovább sem, itthon, sem kint a gúnyhatárainkon kívül nem nyomhatja el senki!” – indokolta aktivizálódásukat. Mivel „a Magyar ember az harcos nép és bátor vér csörgedezik ereikben”, a VHNFF parancsnokai arra az elhatározásra jutottak, hogy 64 katonai szakaszt állítanak fel. A tervezett táborokból eddig egyet sikerült megvalósítaniuk: Jászkisér mellett. A gyöngyöspatai lett volna – vagy lesz – a következő.

    Hogy mi a politikai céljuk és helyzetértékelésük, azt Eszes Tamás 2009-ben egyéb helyeken is félreérthetetlenül megfogalmazta: „Nem kell csodálkozni azon, hogy egyre erősebb a zsidóság által elfojtani próbált nemzeti tudat és hagyományaink előtérbe helyezése. Mint minden gazdasági válságnál, a szélsőjobb megerősödött, és 10-20 évre hatalomra került. Ez van most is folyamatban. A történelem ismétli önmagát.” Ezt és hasonló kijelentéseit azonban úgy látszik, belügyi körökben nem hallották meg. A csoport egy másik vezetője, Koncz Hunkürthy Attila korábban egy közösségi portálon náci karlendítéssel tisztelgett, bemutatkozó oldalán pedig nyíltan kifejtette rasszista nézeteit: „Ha egy rassz szellemisége statisztikailag lejjebb van egy adott rasszhoz képest, akkor az alsóbbrendűbb a másik rassznál; Ez pedig nem fajelmélet, hanem biológiai tény!“

    • Viele leute erzählen das diese gruppe „véderő“ ist von eine partei (ich weiss es nicht ob ich,ihre name hier raus schreiben darf),-aber das absichtlich dort hingeschicht geworden.
      Genau das ganze zu provozieren und alles in der schuhe der rechte zu schieben.Der wollen der rechte partei fertig machen somit.
      Aber der rechte sind mittlerweile so stark,das es auch angst machend ist.Der menschen in Ungarn sind enttäuscht,weil die sehen von der Fidesz nicht das die was unternehmen und immer mehr leute sieht keine andere auswahl auf diese problem nur die rechte partei.
      Ich bin selber partei mitglied von Fidesz seit jahren schon,ich wahr so froh wo die gewonnen haben,und ich hoffe so sehr an diese partei noch..aber langsam ich selber auch finde alles zum kotzen hier..

  10. Ich gaube das der medien viele sache verschwiegen,es ist schlimme als man denkt..Überall kannmal der spannung fühlen..an verschiedene internet seiten..und seit wochen reden die leute über eine eventuelle bürgerkrieg wenn der regierung nicht was unternehmt…
    Ich habe selber ein wenig angst..
    Habe meine kind vor 3 monat eine andere schule wechseln müsste,weil sie andauernd von „ROMA“ kinder geschlagen wahr..
    Der schlagen alle,der Ungarisches kinder auch,aber meine haben die besonderes gern weh getan,weil sie deutsch staatsbürger ist.
    Der schule und der polizei unternehmt garnicht,obwohl von mansche kinder bilder existoeren von der verletzungen!
    Der eltern sind fertig!
    Ich wahr der einzige wo geschaft hat,der schule zu wechseln.Aber der andere kinder sind immer noch dort,und werden weiterhin,von 15 jährige „romakinder“wo aber noch in der 5 klasse sitzen,sind 80 kg schwer geschlagen!
    Ich habe unsere sachen gepackt bin ich jeder zeit bereit das land zu verlassen,wenn der ganze sache exkaliert..
    Ich hoffe ihr versteht,was ich geschrieben habe,weil ich habe niemals deutsch schreiben gelernt in der schule..

  11. In Ungarn der „zigeuner problem“ ist nur 1 problem von viele..
    Es gibt viel grössere problemen auch…nach meine meinung…
    Zumbeispiel das der Ungarische leute haus und hof verlieren eine nach dem anderen…langsam haben die nichts zum essen und der armut wachst immer zu…
    Keine arbeit..keine geld..kinder hungern bei uns…in der 21 jahr hundert!!!!
    Und der „zigeuner problem“ kommt gerade in der richtge zeit an..als ablehnkung vor der grössere problemen…
    Und ich gebe noch 1 jahr,wenn sich hier nichts ändert,werden der Ungaren genau das gleiche machen wie jetzt der „zigeuner“..
    Diebstahl,raub,mord…fürs überleben..

  12. Karl hat den Nagel getroffen – ich das EP gewarnt „kann die Lage wirklich explosiv werden“ Ich stimme Karl voll zu! Ich sagte bereits vor anderen Leuten: Wir brauchen eine „Faschisten- und Rassisten-Startegie für Europa komplett.

  13. sylvi72 vor Rechten hat niemand Angst. Vor Nazis und Pfeilkreuzler hat man auch keine Angst, man muß ihnen kräftig entgegentreten, weil die bereits einmal Ungarn und die Welt ins Unglück gestürzt haben.
    Im übrigen denke ich Sie und Richter zu zitieren.

    • 1. Rechte sind nicht den Nazis gleichzusetzten. Die Sie meinen, Herr Pfeifer, heißen nämlich Rechtsradikale!
      2. „Kräftig entgegentreten“ ist eigentlich genau das was momentan die Linksradikale in Deutschland machen. Die Anzahl der Gewalttaten, die durch Linksradikale verübt worden sind, ist deutlich höher, wie die der Rechtsradikalen.
      3. Ungarn wurde durch die Kommunisten ins Unlück gestürzt. Also die Linksradikalen hatten das Land knapp 45 Jahre lang unterdrückt! Das können Sie gerne zitieren Herr Pfeifer.

      Außerdem zu beachten: Ich finde linksgerichtete Leute symphatischer und menschlicher in Deutschland. In Ungarn sind es die rechtsgerichteten Leute, denen ich näher stehe. Dieses Empfinden meinerseits beruht auf die Erfahrungen menschlicher Kenntnisse. Leider verfallen viele Leute der Auffassung, dass Europa eins ist und dementsprechend herrschen in diversen Ländern der EU, die gleichen Ansichten was soziale Strukturen anbetrifft. Die Armen in Ungarn sind mit den armen in Deutschland oder Österreich gleichzusetzen, die Linken der Deutschen sind mit den Linken in Griechenland oder die Rechten in Deutschland mit den Rechten in Italien gleichzusetzen. Dem ist aber nicht so. Die Geschichte die diese Länder geprägt haben, die total verschiedene Auffassung des Weltbildes, die daraus entstanden sind, die Sprache an sich, die die Denkweise eines jeden in Ungarn Lebenden GRUNDSÄTZLICH von denen der Deutschen unterscheidet, sowie die Lokalitäten bzw. Entfernungen der Länder, durch die jeweils ein eigenes, geschlossenes Biotop geschaffen und kulturell geprägt worden ist, beweist das Gegenteil! Man kann nicht aus der Entfernung Leute richten, man muss dabei gewesen sein bzw. wenigsten dort leben, damit man ein reeles Bild und Gefühl für das Geschehene bekommt. In weit Ungarn korrupt und verloren in der „neuen“ Demokratie ist, beweist das letzte Jahrzehnt zur Genüge. Die Medien spatlen die Gesellschaft, die Politiker stärken nur ihre Macht, was denkt man sich als normal sterblicher Ungar? Die Antwort ist: GENUG!
      Die Linken haben versagt, versagen auch die sogenannten Bürgerlichen (Fidesz), wird die Jobbik kommen. Da können Sie, Herr Pfeifer, als einer in Österreich lebender „Kenner“ der Rechten Szene in Ungarn sich auf Arbeit freuen. Sie werden viel und – wie gewohnt – einseitig zu berichten haben.

      • Richter Ihre Belehrungen sind interessant.
        1) S. schrieb von Rechten und nicht Rechtsradikalen, und tatsächlich hat niemand vor Rechten Angst. Natürlich unterscheide ich immer zwischen Rechten und Rechtsextremisten.
        2) Sie unterstellen mir, ich würde Gewaltanwendung gegen Nazi, Pfeilkreuzler und Rechtsextremisten befürworten. Ich habe mit großer Klarheit geschrieben, dass diese, so sie gegen Gesetze verstoßen vor ein Gericht gehören.
        3) Können Sie einen Text von mir zitieren, wo ich das Kádárregime gerechtfertigt hätte?

    • Lieber Herr Pfeifer,

      Sie betreiben eigentlich eine schlimme Verharmlosung des Nazionalsozialisus und der historischen Pfeilkreuzler. Die Geschichte wiederholt sich nicht, es sei denn als Farce. Dies sind historische Termini. Lassen sie die lächerlichen Vergleiche und verstehen Sie die Gegenwart aus der Gegenwart heraus.

  14. Hungarian Voice: Die „Judenfrage“ läßt Richter nicht zur Ruhe kommen, da erlaubte sich Israels Präsident Shimon Peres bei einem Kongreß von Immobilienhändlern in Tel Aviv einen Scherz und erklärte ironisch „wir kaufen Manhattan, wir kaufen Polen, wir kaufen Rumänien, wir kaufen Ungarn“
    Das haben ungarische Nationalsozialisten (Jobbik) zum Anlass genommen, um zu behaupten, Juden würden ganz Ungarn aufkaufen. Und in diese Kerbe haut auch Richter.
    Viktor Orbán hat 2011 diese Legende dementiert.
    Richter gibt auch seinen rassistischen Senf zur „Zigeunerfrage“. Er scheint ein deutsch schreibender Sympathisant von Jobbik zu sein.
    Schauen Sie sich den von ihm gegebenen Blog an und Sie werden verstehen, weshalb er von mir keine weitere Antwort erhält.

    • Die „Judenfrage“ wollte ich mit meinem Link nicht hervorheben, habe es mit meinem ersten Kommentar auch nicht angesprochen, denn es ist nicht das Thema hier in diesem Beitrag. Sie haben mich daraufhin in einem Satz als Antisemiten und als Rassisten verleumdet, daraufhin bin ich dann auch auf dieses Thema eingegangen.
      Was ich Sie weiter oben gefragt habe, wartet immernoch auf Ihre Antwort: Wieso unterstellen Sie mir ein Rassist bzw. ein Antisemiten zu sein? Können Sie, Herr Pfeifer was von meinem Blog zitieren, wodurch sich das belegen lässt?

      P.S.: Hinter jedem Scherz, steckt ein kleines bißchen Wahrheit. Aber den Humor von Immobilienhaien schein ich -im Gegensatz zu Ihnen, Herr Pfeifer- wohl nicht zu verstehen.

    • Das ist ein anonymer Brief und deswegen wertlos.

      Natürlich kein Zufall, dass ein fidesznahes Organ diesen Brief, den es vielleicht selbst fabriziert hat, publiziert.

      • Klar Herr Pfeifer, natürlich.
        Alles, was nicht in Ihr Weltbild passt, ist wertlos und fabriziert und daher zu ignorieren. Warum sich mit Argumenten inhaltlich beschäftigen, wenn es viel einfacher ist, unangenehme Frage einfach als „wertlos“ hinzustellen.

        Die Tatsache, dass hier jemand anscheinend mit Zustimmung des Gemeinderates geschrieben hat, interessiert Sie natürlich wieder nicht. Ich denke, dass sich der Gemeinderat sicherlich von diesem Brief distanziert hätte und ATV oder Népszava davon berichtet hätte.

        Ich warte immer noch auf Ihre sachlich begründeten Antworten zu meinen sonstigen Kommentaren (zum Bsp. warum Sie nicht tatkräftig zur Lösung beitragen, wenn Sie die Lösung des Problems kennen und zur Frage, warum Sie nur bestimmte Passagen von Sylvis Kommentare zitieren wollen, etc.).

      • @ Rudolf: Entscheidend dürfte sein, dass jemand, der (unterstellen wir einmal die Richtigkeit des Briefinhaltes) in der beschriebenen Situation in Gyöngyöspata lebt, gute Gründe haben könnte, anonym zu schreiben. Dass man den Inhalt des Schreibens als wertlos abtut, belegt ein Weltbild. Verwundert bin ich nicht. Ich würde mich vielmehr wundern, wenn Sie es wären. 😉

      • Im Übrigen darf ich darauf hinweisen, dass Ihrer Logik nach die von Ihnen viel gerühmte und viel zitierte Website „Pusztaranger“ vollkommen wertlos ist.

        Sie ist nämlich anonym.

      • @ hungarianvoice:

        Nein, ich bin nicht verwundert. 🙂

        Ich verstehe nur nicht, warum Herr Pfeifer – so wie auch viele andere – sich einerseits immer auf ALLGEMEINE Prinzipien beruft und dann Schwierigkeiten hat, diese Prinzipien auch in ihm missliebigen Fällen oder seinen politischen Gegnern zuzugestehen.

        Ganz im Sinne von meinem soeben geschriebenen Kommentar hier, unter Ihrem:

        https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/04/29/post-aus-gyongyospata-lagebeschreibung-in-der-heti-valasz/#comment-2090

        Letztendlich könnte man ja auch einfach zugeben, dass einem ein bestimmtes Weltbild wichtiger ist, als bestimmte allgemeinen – tatsächlich für alle Personen gültigen – Prinzipien. Per se ist das ja auch nichts Schlimmes (auch wenn man persönlich anderer Meinung ist).

  15. hungarianvoice,sie haben völlig recht in ihre 13 uhr komment!!!Der bürgerwehren haben keine recht der leute zu kontrollieren!!Das ist der arbeit der polizei.Ist klar.
    Und ich finde der uniforme auch nicht richtig,aber wenn mal das verbieten will,weil angeblich,ich zitiere; „gruppen,wo die gleiche unifrom tragen,sind angst machend,und erschreckend“ und das wegen sollten die sogar inhaftiert werden,also bitte,dann sollen die der polizisten oder leute von dem NAV auch einsperren,weil die auch angst machend sind wo untern normale ,einfache leute grundlos hin und her fahren und kontrollieren. Bei uns wahr mal auch so ein fall,wo meine mama wohnt in eine kleine dorf,vor ein par jahren.Der ganze rentner wahren mit riesigen augen,auf die strasse,und jahh sie haben angst gehabt von der haufe polizei wagen,und wo die gefragt haben was los ist? Der haben nicht mal auskunft oder erklärung gegeben…
    Also könnten wir von dem seite sehen,oder von dem andere seite..

    Und der „reschtsradikale“(nicht der rechte!!)haben schon auch sehr böse darauf reagiert ..
    Der haben angeblich in Budapest in der Dohány utca,massenhafte und haufe leute mit schwarze anzüge,schwarze mantel,und schwarze hut gesehen,und das wahr auch richtig erschreckend..und diese menschen sollte der regierung auch und sofort einsperren..

    Und das meinte ich,mit solchene gesetze .. wird nur noch alles schlimme..
    Der parteien sollten sich zusammen hin setzen und eine gemeinsame lösung zu finden!!!
    Darum haben wir sie gewählt!!
    Und nicht dafür,das sie da um macht kämpfe spielen,als das ganze nur eine spiel währe..

    • Rudolf es ist billige Demagogie und Ablenkung von den Fakten, die ich über den Fall Gyöngyöspata bringe, wenn Sie über mein „Weltbild“ diskutieren wollen. Es geht nämlich nicht um mein Weltbild sondern um die Fideszpropaganda, die behauptet, die Roma hätten keinen Grund zur Angst gehabt, im Gegenteil in Gyöngyöspata hätten die Ungarn Angst gehabt. Wenn das so ist so stellt sich die Frage weshalb die Polizei und der Staat – in dem laut Fidesz Ruhe und Ordnung herrschen sollten – nicht in der Lage war diese Ungarn zu schützen.
      Und nun kommt wie das Amen im Gebet die Verschwörungstheorie, an allem sind die Linken schuld, die zusammen mit der Weltpresse an einer Verschwörung teilnehmen, um den guten Ruf der ungarischen Polizei und von Fidesz zu schädigen.
      Solch eine törichte Propaganda wird vielleicht von vielen Ungarn geglaubt, aber seriöse Medien kann man so nicht irreführen.

      • Sehr geehrter Herr Pfeifer,

        1.
        welche Fakten (!) bringen Sie denn?

        2.
        Wo steht in dem von mir verlinkten Artikel und Brief die von Ihnen behauptete „Fideszpropaganda, die behauptet, die Roma hätten keinen Grund zur Angst gehabt“?

        Hungarianvoice hat den Brief übersetzt (danke für seine Mühe!). Da steht wortwörtlich: „Uns ist klar und auch wichtig zu betonen, dass nicht die ganze Zigeunerschaft für die oben beschriebenen Probleme verantwortlich ist, es leben viele anständige und für die Gemeinschaft wichtige Familien unter ihnen. Aus diesem Grund verstehen und bedauern wir, wenn ihnen in diesen zwei Wochen irgendetwas angetan wurde.“

        Weiter unten:
        „Nur echte Integration und die Aufrechterhaltung der Ordnung können helfen. Allerdings nur die Art von Integration, die einen Unterschied macht zwischen denen, die die Gemeinschaft bauen, und denen, die sie zerstören, und zwar unabhängig davon, welcher Ethnie sie angehören. Denjenigen, die bedürftig sind, muss geholfen werden, wenn das Ziel darin besteht, ein friedvolles Zusammenleben und die Einhaltung grundlegender Normen des Zusammenlebens sicher zu stellen. Allerdings muss man mit allen Mitteln gegen diejenigen auftreten, die anderen durch ihr Verhalten und ihre Lebensweise Schaden zufügen.“

        Also, ich frage Sie: wo ist die von Ihnen behauptete Aussage zu finden?
        Wo ist die Fideszpropaganda?

        3.
        Von welcher Verschwörung reden Sie?
        Habe ich jemals in dieser unserer Diskussion über irgendeine linke Verschwörung geredet?

        Diejenigen Fragen und Argumente, über die ich tatsächlich geredet habe, haben Sie jedoch natürlich immer noch nicht beantwortet. (Drohung mit aus dem Kontext gerissenen Zitaten, die Frage der tatkräftige Hilfe und Unterstützung Ihrerseits, anonyme Quellen, etc.)

        4. Schließlich:
        Sie mögen von Demagogie sprechen, wenn mich Ihr Weltbild interessiert.
        Ich finde die Inkonsistenz in Ihren Behauptungen trotzdem interessant.

        Anonyme Quellen:

        Bei Pusztaranger und Ihren geheimen Quellen, die über Fidesz Negatives berichten: – okay.
        Bei einem Brief, der Ihnen nicht gefällt: – nicht okay.

        Rechtsstaat, Grundrechtsschutz, etc.:

        Beim Schutz der Minderheiten, beim Schutz von Leuten gegen die rechte Gefahr und auch gegen Fidesz: – okay und notwendig.
        Beim Schutz von friedlichen Fidesz-Kundgebungsbesuchern, die man zusammenschlägt: – nicht notwendig.

  16. Hungarian Voice, mangels Argumente kommt Beschimpfung
    doch wo sonst in einem demokratischen Staat wird ein anonymer Brief von einem staatstragenden Medium veröffentlicht?
    Ich hätte genauso reagiert, wenn Népszava (eine linke Tageszeitung) einen anonymen Brief eines Roma aus G publiziert hätte.
    Und noch etwas Hungarian Voice. Ich habe 13 Jahre eine Zeitschrift redigiert und nie hätte ich ein anonymen Brief publiziert.

    Boris Kalnoky Ihren Einwand akzeptiere ich. Wir haben es in Ungarn mit Neonationalsozialisten und mit Neopfeilkreuzlertum zu tun. Der Rassismus und der Antisemitismus aber, den da einer der Schreiber verbreitet, den brauche ich nicht mit Neo zu ergänzen.

    Übrigens Herr Kalnoky, wenn Sie derjenige sind, dessen Artikel ich manchmal in der Welt lese, bitte ich Sie höflich, meine Frage zu beantworten, würde die Welt einen anonymen Brief über einen internen Konflikt in Deutschland veröffentlichen?

    • @ Karl Pfeifer: Beschimpfung mangels Argumenten? Wow! Lesen Sie lieber den Inhalt des Briefes. Wenn Sie nicht überall die Fidesz-Verschwörung riechen würden und ggf. auch Mitgefühl für „Opfer“ in der Mehrheitsgeselslchaft verspüren könnten, dann würden Sie verstehen, dass es gute Gründe für jemanden geben kann, seinen Namen nicht Preis zu geben. Bei manch einem (Rudolf nannte Namen) akzeptieren Sie das und verbreiten dessen „wertlose“ Beiträge weiter, bei anderen nicht. Bemerkenswert, oder?

  17. In einem Presseratgeber fand ich dies:

    „Die Zeitungen lesen auch anonyme Briefe. Die drucken sie aber nicht. Sie meinen, dass derjenige, der einen Leserbrief schreibt, sich mit Namen und Adresse dazu bekennen sollte, die aus diesem Grund immer mitveröffentlicht werden. Sie werden daraufhin zustimmende Briefe bekommen und ablehnende. Wer Kritik übt, muss auch selbst Kritik einstecken können“
    http://klee-klaus.business.t-online.de/pressearbeit_.htm

    • @ Pfeifer: Ist das wirklich so? Zeitungen – sogar betont antifaschistische und damit voll auf Ihrer Wellenlänge schwebende – drucken sogar anonyme Beiträge ab:

      http://www.akweb.de/ak_s/ak550/32.htm

      Wird Sie wahrscheinlich in diesem Fall nicht stören, hm? Ganz abgesehen davon, dass Sie selbst hier fortwährend Bezug auf „Fachleute“, „Insider“ oder „Kenner“ nehmen, ohne deren Namen zu nennen. Es ist also durchaus üblich, sich im Journalismus auf anonyme Zeugen zu berufen. Den wesentlichen Unterschied zu dem, was Heti Válasz getan hat, sehe ich nicht. Nennt sich Quellenschutz, gegen dessen (angebliche) Aufweichung durch das Mediengesetz Ihre Kollegen gerade aufgetreten sind. Man kann es sich eben nicht immer hindrehen, wie man will.

      • Hungarian Voice haben Sie sich das Polizeivideo angeschaut, wo der besoffene „echte Ungar“ Richtung der Häuser der Roma geht und laut sagt, ich werde jetzt ein Hakenkreuz urinieren und den Namen von Szálasi Zigeuner?

      • @ Karl Pfeifer:

        Und schon wieder am Ablenken, hmm?

        Was hat der rechtsradikale Idiot mit der Diskussion um anonyme Quellen zu tun? (Eine Diskussion, die Sie angefangen haben.)

      • Schauen Sie genau: Da steht (offenbar im Gegensatz zum Leserbrief aus Gyöngyöspata) ganz unten aber auch korrekterweise:

        „Der Name der Autorin ist der Redaktion bekannt.“

  18. Also Rudolf wie heißt der oder diejenige, die Hungarian Voice betreibt?
    Pusztaranger ist anonym und so ist auch Hungarian Voice.
    Und wer wirklich herausfinden will, wem diese Blogs gehören, der kann kann das tun.
    Und Hungarian Voice, Ich lese seit vielen Jahren die Frankfurter Allgemeine Zeitung täglich und vorher las ich als ich noch als Redakteur angestellt war wenigstens 6 Tageszeitungen und ich kann mich nicht erinnern je einen anonymen Brief gelesen zu haben.
    Wenn Sie behaupten, dass jemand in einer Ortschaft in Ungarn, in der 2800 Einwohner leben Angst haben muss, dann rechtfertigen Sie damit die neonationalsozialistische und neopfeilkreuzlerische Jobbik Propaganda, dass doch die verschiedenen Milizen nichts anderes tun, als die armen verfolgten Ungarn zu verteidigen.
    Wohlgemerkt, ich hege keinen Zweifel daran, dass es in Ungarn Diebe und Mörder gibt. Und die ethnische Abstammung in Ungarn nicht in den Dokumenten gibt, können wir auch nicht wissen, wie viele Mörder und Diebe wie S. so schön formuliert „echte Ungarn“ sind.
    Aber ich habe mir sagen lassen, dass nicht alle Diebe und Mörder in Ungarn Roma sind, ja dass es Fälle gibt, wo die Täter Ungarn und die Opfer Roma sind. Zum Beispiel gab es einen Serienmord begangen von „echten Ungarn“ an Roma.
    Dort wo es Konflikte gibt, weil Leute aus zwei verschiedenen Kulturkreisen kommen, könnte man ja auch die Probleme friedlich durch Mediation lösen und durch Anwendung der Werte, zu denen sich Fidesz so lauthals bekennt.

    • „Also Rudolf wie heißt der oder diejenige, die Hungarian Voice betreibt?
      Pusztaranger ist anonym und so ist auch Hungarian Voice.“

      Herr Pfeifer, was soll denn diese Wortklauberei? 😉
      Wieso wollen Sie die Sache umdrehen?

      SIE führen hier ja IHREN Kreuzzug gegen anonyme Quellen – die Sie aber ansonsten immer verteidigen (zum Teil auch gegen mich!).
      Und das alles nur, weil JETZT einmal eine anonyme Quelle nicht das sagt, was Sie hören wollen.

      Ich hab kein Problem damit, dass Hungarian Voice oder Pusztaranger anonym ist. Mit Pusztaranger habe ich ein anderes Problem, aber das gehört jetzt nicht hierher.

    • „Wenn Sie behaupten, dass jemand in einer Ortschaft in Ungarn, in der 2800 Einwohner leben Angst haben muss, dann rechtfertigen Sie damit die neonationalsozialistische und neopfeilkreuzlerische Jobbik Propaganda, dass doch die verschiedenen Milizen nichts anderes tun, als die armen verfolgten Ungarn zu verteidigen.“

      Herr Pfeifer, jetzt drehen Sie wieder alles um und vermischen verschiedene Sachen.

      NUR weil eine bestimmte Tatsache von bestimmten Leuten auch zu Propagandazwecken genutzt wird und diese Leute aus dieser Tatsache falsche und irrige Schlüsse ziehen, heißt das nicht automatisch, dass die Tatsache falsch ist.

      Sie schmettern alles ab, was von bestimmten Rechtsradikalen gesagt wird, OHNE überhaupt zu schauen, was sie sagen und ob da auch Wahres drinnensteckt.

      So gesehen müssen Sie dann, wenn Hitler gesagt hat, die Erde sei eine Kugel, ab jetzt immer behaupten, man würde die Naziideologie von Hitler rechtfertigen, nur weil man selber auch behauptet, die Erde ist eine Kugel.

      • Ja so ist es Rudolf. Neonationalsozialisten und Rassisten halte ich nicht für glaubwürdig, wenn sie mir erklären wollen, warum sie Rassisten und Neonationalsozialisten geworden sind, nämlich aus Angst vor Roma.

      • Es geht hier aber nicht um Nazis und Rassisten, sondern um gewöhnliche Dorfbewohner, die behaupten, dass sie von MANCHEN Roma bedroht wurden und Angst haben müssen. (Sie betonen, dass das nur einen Teil der Roma im Dorf betrifft!!!)

        Diese Aussage lassen sie nicht gelten.

        Sie sagen, wenn man dieser Aussage auch nur zum Teil glaubt oder sie in Erwägung zieht, würde man Nazipropaganda rechtfertigen.

        Wenn Jobbik behauptet, man müsse im Land generell Angst haben vor der Romagemeinschaft als solche, ist das natürlich ein Blödsinn und die undifferenzierte rassistische Propaganda von Jobbik.

        Dies ändert aber nichts daran, dass es in Gyöngyöspata durchaus möglich ist, dass BESTIMMTE Leute vor BESTIMMTEN Roma Angst haben, weil diese Roma sich gesetzwidrig verhalten.

        Darum geht es hier, darum geht es in dem Brief und das ist eine Tatsache, die sie als wertlos abschmettern.

        Wie gesagt: Wenn man Ihrer Logik folgt, ist grundsätzlich alles falsch, was Nazis sagen – nur aus dem Grund, weil sie Nazis sind: Wenn Hitler gesagt hätte, die Erde sei eine Kugel, würden Sie jetzt wahrscheinlich sagen, die Erde sei eine Scheibe. Weil man ansonsten – Ihrer Meinung nach – Hitler rechtfertigt.

  19. Ich hätte zuerst Népszabadság lesen sollen, dort erschien gestern Abend – nicht anonym – ein Artikel von Judit Doros über Gyöngyöspata der sich am Anfang mit der Person des véderö Kommandanten beschäftigt:
    „Der gelernte Koch und Konditor, der wegen Randalierens, Steuerbetrug, Kreditschädigung früher zehnmal bestraft, seit Jahren als Rausschmeißer beschäftigte Mann vor ein paar Wochen aus dem Dunkel der Unbekanntheit auftauchte mit dem Versprechen, er wird die Bevölkerung vor „Zigeunerterror“ schützen“
    Quelle:
    http://nol.hu/velemeny/20110429-elszabadult_bakancs

    Ich will doch hoffen, dass nun Hungarian Voice auch diesen Artikel oder wenigstens die wesentlichen Stellen übersetzt und damit aufzeigt, wie es wirklich in Gyöngyöspata ausschaut. Denn – und jetzt kommt die Ironie – jetzt muss – so Doros – sogar Jobbik Angst haben.

    Meine Frage, wem soll man lieber glauben, einer Journalistin, die ihren Namen unter ihrem Artikel stellt und somit klagbar wird, wenn ihre Behauptungen nicht stimmen oder einem anonymen Brief?

    • Und genau solchene leute,sind der richtige gegen der zigeuner…!!!
      Untern unsere politiker,sind genau so viele steuerbetruger..nur die machen das auf der „Englische art“still und leise..
      Diese land,ist sowas von korrupt,das sie das garnicht vorstellen können!!
      Ich kenne persönlich,politiker,polizist,beamten,bis zum einfache büroangestellte..die haben eins gemensam,alle hat seiner preis!!!
      Geld regiert in Ungarn schon seit lange,und wer schon genügend geld hat,der gehen nur noch auf eins,weil der schönste ist,wenn geld und dazu noch MACHT auch hat!:((
      Der problem mit dem zigeuner in wahrheit keine hat all die jahre interressiert,von unsere MACHT haberisches politiker.
      Was hat Gyurcsány gemacht,er hat alle angelogen ob Ungarn oder zigeuner,er hat für der zigeuner haufe sache versprochen,nur das der mehrheit von denem dann ihm wählt!!
      Und dann hat er die zigeuner auch einfach fallen lassen,
      und jetzt provoziert er noch mit seine angebote..
      Ich kann diese man nicht leiden,und nicht nur ich nicht,millionen andere Ungarn auch nicht …
      Er ist ine lügner,genau so,wie der ganze MSZP!!

      Ihr versteht NICHT das es hier nicht nur,um Gyöngyöspata geht..sondern in ganze Ungarn gibt es eine problem mit der zigeuner..
      Der sammeln unterschrifte von der bevölkerung,das der jobbik bleiben soll..wie in Hajdúhadház,mit 12.000 einwohner,7000 hat unterschrieben für jobbik.

    • „Meine Frage, wem soll man lieber glauben, einer Journalistin, die ihren Namen unter ihrem Artikel stellt und somit klagbar wird, wenn ihre Behauptungen nicht stimmen oder einem anonymen Brief?“

      Sehr gute Frage!
      Sehr gute Logik!

      Ab jetzt müssen Sie aber Bayer Zsolt glauben und nicht Pusztaranger.

      Denn: wem soll man lieber glauben, einem Journalisten, der seinen Namen unter seinem Artikel stellt und somit klagbar wird, wenn seine Behauptungen nicht stimmen oder einem anonymen Blog?

      • Rudolf: hier geht es um einen Bericht über einen Konflikt.
        und da denke ich ist doch eher der Journalistin, die ja geklagt werden kann, als einem anonymen Brief zu glauben.

        Was aber Kommentare zum Zeitgeschehen anlangt so ist das eine andere Sache. Aber ich habe kein Problem wenn Sie dem „Fäkalien-Antisemit“ Z.Bayer glauben wollen. Und es stört mich auch nicht, dass S. und Richter hier unverhohlen ihren Rassismus ausbreiten.

        Hungarian Voice, Postings sind keine Essays, und ich drücke mich kurz aus. Ich denke, die nicht fideszgehirngewäschten Leser dieses Blogs, können selbst entscheiden, wessen Argumentation koherenter ist.

        Das was hier Richter und zum Teil auch S. ausdrücken ist in Ungarn salonfähig, wird aber hier in Österreich und in Deutschland vom Mainstream als Rassismus gesehen.

        Im übrigen zur Argumentation von S. dass man doch einen vorbestraften Herausschmeißer braucht, um den Roma Mores beizubringen, so argumentierten auch viele in Deutschland vor 1933, dass man doch die SA und SS brauche, um den Kommunisten Mores zu lehren.
        Da lieber Kollege Kalnoky sehe ich durchaus bei aller historischen Verschiedenheit eine ähnliche Argumentation.

      • @ Karl Pfeifer:

        Ich kann Sie zitieren:

        „Mangels Argumente kommt die Beschimpfung“ – bzw. in diesem Fall die Unterstellung.

        Ich habe nie behauptet, dass ich Bayer Zsolt glaube, wie Sie mir das unterstellen. Ich habe mich auch hier schon öfters gegen Bayer Zsolt ausgesprochen. Sie können also bitte mit derartigen Unterstellungen aufhören.

        Letztlich ist die Katze jedoch aus dem Sack:
        Wenn es Ihnen passt, sind anonyme Quellen okay.
        Wenn es Ihnen nicht passt, sind anonyme Quellen wertlos.

        Und hier schenken Sie natürlich wieder – ohne wenn und aber – einer Journalistin Glauben, die anklingen lässt, alle „ungarischen“ Dorfbewohner von Gyöngyöspata seien Rassisten. Wieder mal eine sehr simple, pauschale Sichtweise.

        Eigentlich haargenau gleich, wie die Sichtweise von Nazis: alle Roma sind Verbrecher.

        Eine differenziertere Sichtweise, wie sie im vom Heti Válasz publizierten Brief zum Ausdruck kommt, der zwischen Menschen, die Gesetze einhalten und solchen die dies nicht tun, abstellt, ohne zwischen Roma und „Ungarn“ zu unterscheiden, lassen Sie wieder nicht gelten.

        Ich frage mich wirklich, wie Sie und auch die Journalistin sich das vorstellen, mit einer derartigen Sichtweise zur Lösung eines derart komplexen Problems beizutragen und die Situation nicht zu verschärfen.

      • @ Rudolf:

        „Eine differenziertere Sichtweise, wie sie im vom Heti Válasz publizierten Brief zum Ausdruck kommt, der zwischen Menschen, die Gesetze einhalten und solchen die dies nicht tun, abstellt, ohne zwischen Roma und „Ungarn“ zu unterscheiden, lassen Sie wieder nicht gelten.“

        Natürlich lässt Herr Pfeifer das nicht gelten. Denn die Botschaft muss immer als Kritik an der Mehrheitsgesellschaft, gepaart mit windigen historischen Vergleichen, formuliert sein. Da hat eine differenzierte Sichtweise und die Mitverantwortung von Angehörigen der Minderheit an der Situation keinen Platz. Schwarz und weiß. Ich sage es nochmal. Ängste älterer Menschen sind gleichgültig, so lange sie nicht Angehörige einer Minderheit sind. Dass der „wertlose“ – weil anonyme – Brief, den Heti Válasz abgedruckt hat, dabei nicht einmal im Ansatz rassistische Thesen betrifft, ist da schon längst vergessen.

        Ein guter Freund von mir sagte einmal: Hinter 4m hohen Hecken im schönen Garten lässt sich trefflich darüber debattieren, wie die Menschen in sozialen Brennpunkten ihre Probleme zu lösen haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein einziger Spiegel-Redakteur oder die Teilnehmer des „Újságíró Klubs“ in einem Ort wie Gyöngyöspata leben. Vom XII. Bezirk aus sieht eben alles sehr friedlich aus.

      • @ hungarianvoice:

        „Da hat eine differenzierte Sichtweise und die Mitverantwortung von Angehörigen der Minderheit an der Situation keinen Platz. Schwarz und weiß. Ich sage es nochmal. Ängste älterer Menschen sind gleichgültig, so lange sie nicht Angehörige einer Minderheit sind.“

        Ja, anscheinend ist das leider so.
        Mit dieser Einstellung tragen Menschen wir Herr Pfeifer jedoch ebensowenig zur Lösung des Problems bei, wie die Rechtsrechten.

        Ich dachte eigentlich, dass das Versagen der bisherigen „Integrationspolitik“, welche durch genau diese Art vom politisch korrekten Schönreden bzw. Schwarz-Weiß-Sichtweise gekennzeichnet war, offensichtlich gemacht hat, dass dies nicht zur Lösung beiträgt, sondern die Probleme nur verschärft.

        Jetzt haben wir jedoch auch noch die rassistische Schwarz-Weiß-Sichtweise von Jobbik und diversen anderen Rechtsrechten.

        Ich finde es immer wieder interessant, wie anscheinend vollkommen antirassistisch eingestellte Menschen dermaßen in rassistischen Klischees denken: Alle Roma sind unschuldig und die Opfer der Unterdrückung und all jene Personen der Mehrheitsgesellschaft, die je etwas anderes behauptet haben, sind rassistisch.

        Wirklicher Antirassismus wäre es, Minderheiten als ganz gewöhnliche Menschen, mit allen möglichen verschiedenen menschlichen Eigenschaften, ganz genau gleich wie die Mehrheit wahrzunehmen.

      • @ Rudolf:

        „Wirklicher Antirassismus wäre es, Minderheiten als ganz gewöhnliche Menschen, mit allen möglichen verschiedenen menschlichen Eigenschaften, ganz genau gleich wie die Mehrheit wahrzunehmen.

        Ich stimme Ihnen zu und möchte einen bestimmten Aspekt hervorheben: Durch die fortwährende Betonung der Opferrolle der Roma wird meines Erachtens der Teufelskreis nicht durchbrochen. Im Gegenteil, man lehrt Menschen, sich in der Opferrolle einzurichten. Die letzten 15 Jahre haben das bewiesen. Wir waren zwar politisch korrekt und haben gelernt, dass man nicht mehr „Zigeuner“ sagen (obwohl sich die Zigeuner selbst so nennen…) und dass man nicht auf die Ethnie eines Straftäters hinweisen darf. Das Ausmaß der sozialen (nicht: ethnischen!) Probleme, zu denen auch das Abdriften in die Kriminalität gehört, bleibt so im Verborgenen. Und was im Verborgenen bleibt, das müssen wir auch nicht lösen. Projekte, die die Eigenverantwortung und den sozialen Aufstieg gefördert hätten (wie z.B. das Gandhi-Gymnasium), gehören bis heute zur Ausnahme. Wenn mir 24/7 eingeredet wird, ich sei Opfer der Mehrheitsgesellschaft und meine Chancen seien aufgrund dessen ohnehin gleich Null, weshalb sollte ich dann meine Kinder zur Schule schicken? Das alles ist übrigens kein Problem ethnischer Art, wie man etwa auch daran erkennen kann, dass ähnliche Aufstiegsbarrieren auch regional entstehen können. Man bleibt unter sich und gibt sich verloren.

  20. Herr Pfeifer,

    Es gibt gewisse Nuancen zwischen dem Holocaust und einem urinierenden besoffenen Ungarn. Mit ihren Vergleichen stellen Sie den Völkermord auf eine Stufe mit einem urinierenden Saufkopp. Das ist eine Verharmlosung dessen, was war.

    • Herr Kálnoky, wo bitte habe ich diesen Vergleich gezogen?
      Ich wies darauf hin, dass der Anführer von véderö ein vorbestrafter Herausschmeßer ist
      S. bemerkt dazu: „Und genau solchene leute,sind der richtige gegen der zigeuner…!!!“
      und dann meinte ich, dass auch vor 1933 viele Deutsche der Meinung waren, man muß die SA und SS tolerieren, um im Stil von Frau S. zu bleiben „und genau solchene leute, sinder der richtige gegen der kommunisten.“
      Ich glaube nicht, dass Sie identisch sind mit dem Journalisten, der in der Welt schreibt, denn jemand der Deutsch in einem Weltblatt schreibt kann nicht derartig einen klaren Text mißverstehen. Wo bitte ist das eine Bezugnahme auf den Holocaust?

      Rudolf: ich habe einen Konditionalsatz gebraucht: „Aber ich habe kein Problem wenn Sie dem „Fäkalien-Antisemit“ Z.Bayer glauben wollen.“ Daraus machen Sie eine Unterstellung.
      Hätte ich das sagen wollen, was Sie mir unterstellen, dann hätte ich geschrieben: Rudolf ich habe kein Problem damit, dass Sie dem „Fäkalien-Antisemit“ Z.Bayer glauben.

      • Herr Pfeifer,

        Sie ziehen diese Vergleiche systematisch, indem Sie die Begriffe „Nazi“ und „Pfeilkreuzler“ verwenden, für Entwicklungen im heutigen Ungarn. Obwohl sie doch selbst beschreiben, dass es sich bei Véderö um kleinkriminelle Loser handelt, Türsteher ist der Herr im Lebenslauf, den Sie dennoch mit Gömbös vergleichen, der (bedauerlicherweise) zeitweise Ministerpräsident war, nicht Türsteher.

        Sie stellen damit, ich wiederhole es, die historischen Nazis und Pfeilkreuzler auf eine Stufe mit der Farce dieser heutigen Gruppen. Indem Sie eine Vergleichbarkeit behaupten, verharmlosen Sie den Charakter der historischen Nazis und Pfeilkreuzler.

  21. Hungarian Voice verstehe ich Sie richtig, die Mehrheitsgesellschaft sollte nicht kritisiert werden, wenn soziale Probleme ethnisiert werden, wie das hier einige tun?

    • Doch, WENN Probleme ethnisiert werden, muss kritisiert werden. Eine „Ethnisierung“ sehe ich in dem Bericht aber nicht. Ethnisierung liegt vor, wenn man von Zigeunerkriminalität spricht. Nicht aber dann, wenn man sagt, dass in einem Ort namens Gyöngyöspata eine Gruppe von Zigeuner Straftaten begeht.

      • Hungarian Voice, ich glaube nicht, dass ein seriöses Blatt in einem demokratischen Staat einen anonymen Brief publiziert. Ich denke, dass dieser Brief Teil einer Propagandakampagne ist. Denn es besteht keinerlei Grund für einen ungarischen Staatsbürger in einem Land das von Fidesz bereits mehr als ein Jahr regiert wird, seinen Namen zu verschweigen.
        Ich bin schon auf diese Sache eingegangen und will nicht nocheinmal das schreiben, was ich schon einmal tat.
        Eine solche Propagandakampagne kann meiner Meinung nach für Fidesz kontraproduktiv werden, denn die Veröffentlichung eines solchen anonymen Briefes bedeutet, dass der Staat und Fidesz total versagen, wenn ein ungarischer Staatsbürger Angst haben muss, einen in einer Zeitschrift zu publizierenden Brief mit Namen zu unterzeichnen.
        Und es ist einfach lächerlich zu argumentieren, dass doch der anonyme Briefschreiber die Zustimmung des Rates der Ortschaft hat. Dafür gibt es außer der Behauptung des anonymen Schreibers keinerlei Beweis.

      • @ Pfeifer:
        – Ich glaube, dass der Gemeinderat – wenn sein Name hier missbraucht worden wäre – sich zu Wort melden würde.
        – Ich glaube, dass wir beide nicht in einer Situation wie sie in Gyöngyöspata seit Jahren herrscht, leben. Zum Glück. Anders als Sie kann ich mir aber gut vorstellen, dass die Angst Menschen dazu bewegen kann, gerne anonym zu bleiben. Die Menschen müssen nämlich auch dann noch im Ort leben, wenn die Presse verschwunden ist. Belassen wir es doch dabei, wir sind in diesem Punkt nun einmal anderer Meinung.
        – Und ich glaube auch, dass die Debatte um „Seriosität“ einer Zeitung, die einen Ihnen nicht genehmen Brief veröffentlicht, vom Thema ablenkt. Der Brief ist nun einmal in der Welt, ich befasse mich mit seinem Inhalt lieber als damit, seinen Verfasser oder den, der ihn publiziert, zu attackieren. Die Debatte um den Inhalt auf diese Weise verhindern zu wollen, führt nicht weiter. Und schon gar nicht zur Lösung der Konflikte.

    • Boris Kálnoky, also Holocaustverharmlosung werfen Sie mir nicht mehr vor.

      Aber sind véderö, szebb jövö und Betyársereg in ihren Augen lediglich eine Ansammlung von Kleinkriminellen, die nichts mit der Ideologie des Nationalsozialismus und des Pfeilkreuzlertums am Hut haben?
      Wenn Juden als eine „Nation von Ratten“ bezeichnet werden ist das eine Sache die man gerade auf Grund der ungarischen Geschichte auf die leichte Schulter nehmen sollte?

      Die ungarische Journalistin Julia Lévai dokumentierte gerade vorgestern mit Quellenangabe, was die Leute von Betyársereg von sich geben.
      Hier nur ein Auszug:
      Szószólójuk eszményképei az SS Wermacht katonái, a leventék, a nyilasok és a hungaristák, akiknek makulátlan hírnevét szerinte rágalmak fala veszi körül, míg a Budai Önkéntes Ezred erkölcsisége a patkányokéhoz volt hasonló. Ugyancsak a patkányok képével jelenítette meg a zsidóságot („patkányok nemzete”), akiknek a történelme „csupa tömeggyilkosság”. Általában véve evidencia a számára, hogy az emberek közötti viszonyokat nem a sokféle társadalmi szempontból felállítható hierarchiák, hanem kizárólag a biológiai alapú hierarchia dönti el. Mint az a szóhasználatából is kiderül – „cigányhordák”, „kancigányok” –, más népcsoportokat minden további nélkül az ősemberek, illetve az állatok közé sorol. Az, hogy kinek milyen a (biológiai) származása, az ő szemükben totálisan meghatározza az egész embert, amikor tehát ők közvetlen összefüggést feltételeznek például bőrszín és mentalitás között, olyankor, úgymond, nem tesznek mást, mint kimondják, néven nevezik a realitásokat.
      Ebből egyenesen következik, hogy a társadalomban a különböző csoportok is kizárólag biológiai alapon viszonyulnak egymáshoz: „A fajok háborúja állandó és a humanizmus nem létezik. Csak és kizárólag az emberi ösztön az, ami győzedelmeskedik egy igazi eszme szolgálatában”– mondta, immár a Betyársereg vezetőjeként. (Idézi az Athena Intézet.) http://www.athenaintezet.eu/hirek/olvas/161
      Den ganzen Artikel können Sie hier lesen. Dort gibt es weitere interessante Quellen.
      http://galamus.hu/index.php?option=com_content&view=article&id=66380

      Auf Ihre Antwort Herr Kálnoky bin ich neugierig

      • Es ist einerseits so, Herr Pfeifer, als würden Sie, sagen wir, die Existenz bulgarischer Monarchisten mit einer drohenden Rückkehr des 19. Jahhunderts gleichsetzen. Es gibt bulgarische Monarchisten. Sie sind sogar organisiert. Die Monarchie kommt trotzdem nicht zurück, und ein Vergleich mit der Monarchie selbst wäre so merkwürdig wie ihre andauernden hinkenden Vergleiche.

        Zum anderen geht dadurch analytische Schärfe verloren. Man kann, wie Sie, fälschlicherweise Jobbik mit den 30er Jahren und Véderö mit Gömbös gleichsetzen. Die Wahrheit zB in Sachen Jobbik ist sehr viel komplexer, hat mit der Kriminalätät in den Dörfern zu tun, und mit dem Verschwinden der Kisgazdapárt, und dem wirtschaftlichen Niedergang, jedenfalls, es hat mit der Gegenwart zu tun, nicht mit der Vergangenheit.

        Aber vor allem relativieren Sie die Einzigartigkeit des Bösen des Holocaust, indem sie die Kräfte, die ihn begingen, mit jenen Strolchen gleichsetzen, die heute in Dorfgassen urinieren.

  22. Hungarian Voice Sie wissen gar nicht wo und wie ich wohne und ob ich nicht mit ähnlichen Problemen konfrontiert war und bin, wie gewisse Ungarn, die sich über ihre Roma Nachbarn beschweren.

    Die Probleme lassen sich nicht mit Weltverschwörungs-theorien aus der Welt schaffen, wenn die Regierungs-propaganda aber derart widersprüchliches von sich gibt, dann macht sie sich noch unglaubwürdiger.
    Anscheinend ist Orban und Fidesz beratungsresistent, denn sie haben ja eine britische PR Firma beauftragt, ihre Kommunikation zu verbessern. Sie benehmen sich aber wie der Elefant im Porzellanladen.
    Seriösen Medien kann man nicht einreden, dass die Zigeuner keinen Grund zur Angst haben, wenn dort ortsfremde Milizen auftauchen und aufmarschieren und man hat auch im Ausland kein Verständnis für das Verzichten auf das Gewaltmonopol des Staates.
    Und wieder haben Fidesz & Co solch unklare Gesetze geschaffen, um ja nicht Jobbik auf den Schlips zu treten. Im übrigen sehe ich einen fließenden Übergang zwischen Fidesz und Jobbik. Das merkt man ja auch der ganzen Fidesz-Propaganda an.
    Ob ich den Inhalt eines anonymen Briefes als wahr oder unwahr betrachte, ist für die Entwicklung in Ungarn unerheblich.
    Wo bin ich aber mit Ihnen und auch mit Rudolf einverstanden:
    Das Problem ist nicht ethnisch sondern sozial
    Das Problem ist nicht unter der Fidesz Regierung entstanden

    Ich las 1979 die Untersuchung von István Kemény über Zigeuner in Ungarn (herausgegeben von der Akademie der Wissenschaften) und war schockiert. Ich habe in einem meiner ersten Artikel, die ich in der damals noch existierenden Wiener Tageszeitung AZ schrieb kritisch die Lage der Zigeuner in Ungarn beleuchtet. Ich bin also nicht der blauäugige Unwissende, als der ich von Frau S. hingestellt wurde, der ausgerechnet ihre Aufklärung braucht. Wenn ich mich richtig erinnere, dann lebten damals 100.000 Zigeuner weiter als 100 m. vom nächsten Wasserhahn.

  23. Rudolf danke für die Werbung für meinen Artikel.
    Aber Sie vergleichen Äpfel mit Birnen.
    Auch Sie könnten diesen Unterschied bemerken, wenn Sie nicht auf Teufel komm raus mir am Zeug flicken möchten.
    In dem einen Fall schreibt jemand aus einer Ortschaft und macht seine Meinung publik, im anderen Fall sagt jemand etwas einem Journalisten vertraulich und baut – mit Recht – auf die Verschwiegenheit des Journalisten.
    Die letzten Wochen und Monate haben meine Quelle bestätigt, Fidesz kann sich anscheinend nicht erlauben, energisch gegen Jobbik vorzugehen.

    • Bitte, gern geschehen.

      Ich verstehe Ihre Logik:
      Wenn jemand anonym einen Brief an Journalisten schickt und der Journalist das veröffentlicht, ist das nicht gut.
      Wenn jemand anonym mit einem Journalisten redet und der Journalist dasselbe in eigenen Worten wiedergibt, ist es gut.

      Wenn der Verfasser des Briefes einem Journalisten von Heti Válasz all das, was er geschrieben hat, erzählt hätte und der Journalist dies so wie Sie – unter Berufung auf eine vertrauliche Quelle – publiziert hätte, wäre es okay.

      Was ändert sich nun am Inhalt?

      • Rudolf, ja, als ich über das Kádárregime berichtete, habe ich – weil ich meine Quelle(n) nicht gefährden wollte – anonymisiert. Es gibt Fälle, wo Journalisten sich tatsächlich auf anonyme Quellen berufen müssen. Nehmen wir meinen Kollegen xy der Jurist ist und über Polizei und Gericht in Österreich berichtet, wenn er einen anonymen Brief erhält, dann wird er diesen sicher auf Wahrheitsgehalt untersuchen, aber niemals so veröffentlichen, er kann auch nicht vertrauliche Informationen, die er von Polizisten oder von Beamten des Justizapparats erhält, so veröffentlichen, dass er seine Quelle preisgibt. Diesbezüglich unterscheidet sich auch das österreichische Gesetz vom deutschen.
        Würde es in Österreich einen solchen Konflikt geben, wie in G. dann – so denke ich, würde ein seriöser Journalist sich nicht auf anonyme Quellen berufen.
        Aber ich kann das natürlich nicht beweisen. Auf alle Fälle verstehe ich, wenn jemand zweifelt, ob der Journalist wirklich eine vertrauliche Information erhalten hat oder ob er flunkert.
        Über diese Probleme von Journalisten wurden Untersuchungen geführt, Bücher geschrieben und da gibt es sehr widersprüchliche Meinungen. Diese Ihre Frage nehme ich sehr ernst, weil ich meinen Beruf ernst nehme. Aber ich kann Ihnen beim besten Willen nicht den Beweis liefern, dass ich mit yx gesprochen habe. Ich war 13 Jahre Redakteur einer offiziellen Monatszeitschrift in Wien und ich habe da viele vertrauliche Informationen erhalten und obwohl ich bereits 16 Jahre pensioniert bin, habe ich nie irgendeine Information, die ich vertraulich erhielt weitergegeben.
        Kann ich mich hereindenken in einen ungarischen Bauer, der feststellen muss, dass er bestohlen wird?
        Natürlich kann ich das. Sind Roma nur Opfer? Nein, sie können auch Täter sein, wie im Fall des Lehrers Szögi, der brutal erschlagen wurde. Aber daraus schliesse ich nicht, und ich glaube auch Sie nicht, dass die schweren sozialen Probleme, die es in Ungarn gibt, mit Brandmarken der „Zigeunerkriminalität“ zu lösen sind. Ein Begriff, der zuerst vom linken Schriftsteller György Moldova gebraucht wurde. Erst nicht vor langer Zeit hat Élet és Irodalom darüber interessantes Material publiziert. Und ich glaube auch nicht, dass man die Spannung abbauen kann, wenn man einseitig nur bei anderen den Spalten im Auge und nicht den Balken im eigenen Auge bemerkt. Aber jetzt komme ich zu Fragen der Moral und das würde doch zuweit führen.

      • @ Karl Pfeifer:

        Ich glaube Ihnen gern, dass Sie mit XY gesprochen haben.

        Wie ich Ihnen damals – als wir generell über dieses Thema diskutiert haben – geschrieben haben:
        Für mich sind anonyme Quelle erstmal ein Hinweis, dem der Journalist bzw. ich als Leser nachgehen muss und auf Kohärenz mit übrigen „hard facts“ überprüfen muss.

        Im vorliegenden Fall ist für mich der anonyme Brief mit den sonstigen „hard facts“ des ungarischen Alltags in ländlichen, „integrationspolitischen Krisenzonen“ schlüssig.

        Wir sind uns auf jeden Fall einig, dass Pauschalisierungen wie „Zigeunerkriminalität“ und der Aufmarsch von rechten Garden oder die Duldung deren Ideologie nicht zur Lösung beiträgt und nicht seine soll.

        Ich denke aber, dass jene politische Korrektheit, die fortwährend die Opferrolle der Roma betont und lediglich über die Verantwortung der Mehrheit redet, aus den von hungarianvoice weiter oben sehr gut beschriebenen Gründen nicht behilflich ist.

        Der Staat (und der Staat allein) muss für Ordnung sorgen und alle in Ungarn wohnenden Menschen zur Einhaltung der Gesetze zwingen – vollkommen unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit.
        Gleichzeitig muss er jedem Staatsbürger die Möglichkeit geben, sein Leben im Rahmen der Gesetze eigenständig entfalten zu können.

        Das ist natürlich leichter gesagt als getan.

  24. Interessant der angehängte FOCUS-Bericht: Eine Person, tituliert als „junger Roma“, mit blutendem Kopf, wird abgebildet (das Bild war auch im Tagesanzeiger und im Spiegel zu sehen). Die klare Botschaft: Ein Roma ist von Rechtsradikalen verprügelt worden.

    http://www.focus.de/politik/ausland/ungarn-roma-fliehen-vor-rechtsradikalen_aid_621976.html

    Der Schönheitsfehler: Bei der Person auf dem Bild handelt es sich um einen Angehörigen bzw. Sympathisanten der rechtsradikalen „Véderö“. Offenbar passen „rechtsradikale Opfer“, die von einer Gruppe von 30+ Roma in schneller Selbstjustiz durch den Wolf gedreht wurden, aber nicht ins Bild, daher wird der Verprügelte kurzum zum Roma umfunktioniert. Gehört wohl zur grundrechtlich geschützten Kunstfreiheit.

    Der Beleg, wer abgebildet ist, findet sich hier:

    http://videotar.mtv.hu/Videok/2011/04/27/05/A_gyongyospatai_tomegverekedes_serultjei.aspx

    Oftmals ist die Situation eben ein wenig komplexer als die Botschaft, die man hierzulande zu lesen bekommt…

    • Herrgott nomol! Wie peinlich ist denn das? 😉

      Wie hätte der Focus das angestellt, wenn es sich um andere ethnische Gruppen gehandelt hätte, z.Bsp. Afrikaner oder Asiaten? 😉

  25. Bitte diese Antwort nach dem Text von Herrn Kálnoky einfügen.

    Ich kann einfach nicht glauben, dass Sie der Journalist Boris Kálnoky sind, der in der Welt schreibt, wenn ich lese, dass sie mir vorwerfen ich setze die Umtriebe der heutigen ungarischen Neonazi und Neopfeilkreuzler gleich mit den Taten ihrer historischen Vorgänger. Nirgendwo habe ich das getan.
    Nirgendwo behaupte ich, dass in Ungarn ein Holocaust vorbereitet wird. Doch der politische Antisemitismus in Ungarn hat auch nicht mit dem Holocaust begonnen und er ist auch nicht nach dem Holocaust verschwunden. Wenn in der fidesznahen Tageszeitung Magyar Hirlap frenetische antisemitische Artikel erscheinen, dann hat das natürlich damit zu tun, dass Fidesz solcherart antisemitische Wähler bei sich behalten will und nicht weil sie einen Holocaust plant. Und das wiegt auch schwer.
    Wenn in diesem Blog ein Poster auf seine auf seinem eigenen blog publizierten Ergüsse über die „Judenfrage“ hinweist, in denen er – weil Israels Präsident die witzige Bemerkung bei einer Zusammenkunft israelischer Immobilienmakler machte „Wir kaufen Manhattan auf, wir kaufen Polen auf, wir kaufen Rumänien auf, wir kaufen Ungarn auf“ folgert, dass ganz Ungarn von Juden aufgekauft wird, dann haben wir es mit Antisemitismus zu tun.
    Der in Ungarn in breiten Kreisen salonfähige Antisemitismus kann nicht mit dem Argument, es gibt keinen Holocaust und niemand plant einen solchen sowie Juden werden nicht physisch angegriffen, geleugnet werden. Die ungarische Polizei gab vor einem Jahr frommen Juden in Budapest den Rat nicht mit der Kippa auf die Straße zu gehen was ja auch einiges aussagt über die Sicherheit
    Aber ein Serienmord an Roma hat es schon gegeben und diejenigen, die Roma als Sündenböcke hinstellen, die ein soziales Problem ethnisieren, werden nicht strafrechtlich verantwortlich gemacht, doch moralisch-politisch sind sie mitverantwortlich.
    Diese uniformierte Milizen, die natürlich mit der Gegenwart zu tun haben, aber nachweisbar an die Vergangenheit anschließen. Wenn Sie den Erfolg solcher Gruppen lediglich mit Kriminalität in Dörfern . mit dem Verschwinden der Kleinlandewirtepartei und dem wirtschaftlichen Niedergang in Verbindung bringen, dann blenden Sie einiges aus, zum Beispiel die Frage, wer sie finanziert, ausrüstet und politisch unterstützt oder deckt.

    • Ah, schon besser, Herr Pfeifer. „Neo“ gebrauchen Sie leider sehr selten. Wenn sie das forthin durchhalten, dann entwerten Sie nicht mehr, wie es bisher oft den Anschein hatte, Begriffe, die mit einem einzigartigen, industriellen Völkermord in Verbindung stehen, um mit diesen selben Begriffen ein Häufchen wirrer Verlierertypen zu beschreiben, die durch ungarische Dorfgassen stolpern, um sich von Zigeunern verprügeln zu lassen.

      • Lieber Herr Kálnoky, es ist unfair mir etwas vorzuwerfen, was ich bereits vor vier Tagen in einem an Sie gerichteten Posting korrigiert habe.

        29. April 2011 um 18:25 | Antworten Karl Pfeifer
        Ich schrieb:
        Boris Kalnoky Ihren Einwand akzeptiere ich. Wir haben es in Ungarn mit Neonationalsozialisten und mit Neopfeilkreuzlertum zu tun. Der Rassismus und der Antisemitismus aber, den da einer der Schreiber verbreitet, den brauche ich nicht mit Neo zu ergänzen.
        Übrigens Herr Kalnoky, wenn Sie derjenige sind, dessen Artikel ich manchmal in der Welt lese, bitte ich Sie höflich, meine Frage zu beantworten, würde die Welt einen anonymen Brief über einen internen Konflikt in Deutschland veröffentlichen?

        Und jetzt zu der von Ihnen mit letztem Posting betriebenen Verharmlosung der „véderö“, da hat sich der von den Häusern urinierend provozierende Kerl verprügeln lassen. Aber deswegen kann man nicht ausblenden:
        die haben ein Haus in unmittelbarer Nähe der Romahäuser gekauft, drohten mit militärischen Übungen, provozierten, wie auf dem Video sichtbar.
        Wie lange kann man das beschönigen? Muss da Blut fliessen? Im übrigen, heute kann man in Elet es Irodalom ein interessantes Interview mit dem pensionierten langjährigen ungarischen Direktor der Raiffeisenbank, dessen Lektüre ich auch Ihnen empfehle, denn es geht auch um das Zusammenleben in Ungarn.

        Wenn es so weiter geht in Ungarn und man das Wirken von neonazistischen bzw. neopfeilkreuzlerischen rassistischen Milizen als Reaktion auf „Zigeunerterror“ zurückführt, dann werden mehr konservative EU-Abgeordnete bei Beschlüssen mitstimmen, die kritisch sich mit dem heutigen Ungarn befassen. Bereits in März haben einige konservative EU-Abg. mit Grünen, Sozialdemokraten und Liberalen gestimmt. Und diese Tendenz kann durch die Fortsetzung der bisherigen Politik bestärkt werden.

  26. Rudolf
    Sie schreiben: „Der Staat (und der Staat allein) muss für Ordnung sorgen und alle in Ungarn wohnenden Menschen zur Einhaltung der Gesetze zwingen – vollkommen unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit“

    Warum also war und ist dieser seit einem Jahr von Fidesz geführte Staat trotz aller Versprechen nicht in der Lage für Ordnungt zu sorgen?
    Warum glaubt Fidesz mit unsinningen Unterstellungen glauben machen zu können, dass es sich in Gyöngyöspata um eine Art Verschwörung von Jobbik, LMP und dem couragierten Amerikaner Richard Field handelt?
    Dazu dokumentierte Eva S. Balogh einiges auf ihrem Blog:
    http://esbalogh.typepad.com/hungarianspectrum/2011/04/richard-fields-encounter-with-hungarian-politics.html

    Das ist eine wichtige Frage. Denn wenn die ungarische Regierung so weitermacht, dann kann es zu noch schärferen Konflikten zu kommen. Und ich hege den Verdacht – hoffentlich irre ich mich – dass die Regierung – oder Teile von ihr – glauben mit solchen Konflikten von ihren katastrophalen Fehlern ablenken zu können.

    Wenn man den Meinungsforschern glauben kann, hegen ca. 80 Prozent der Ungarn Vorurteile gegenüber Zigeunern. Wenn das so ist, dann gibt es keine politische Gruppe, keine Religionsgemeinschaft die frei von solchen Vorurteilen ist.

    Natürlich sind diese Vorurteile nicht erst seit einem Jahr vorhanden. Mein leider allzufrüh verstorbene Freund, der ungarische Soziologe Zoltán Zsille erzählte mir, dass er während der frühen siebziger Jahren als „kérdezöbiztos“
    Meinungsbefrager in einen kleinen Ort in der Nähe der Theiss gesandt wurde und dort bemerkte, dass die Zigeuner einer faktischen Segregation unterworfen wurden. Ich behaupte nicht, dass diese Probleme leicht und mit einem Federstrich gelöst werden können. Aber Schritte könnte man schon tun in die richtige Richtung. Bislang wurden nur Schritte gemacht in die falsche Richtung und die Ergebnisse zeigen das.

    Gerade gestern erschien im Wiener Standard (leider fand ich diese nicht im Internet) eine kurze Glosse von Hans Rauscher über eine Wiener Gaststätte, deren Geschäftsführerin einen zigeunerfeindlichen Spruch machte, um zu begründen, warum jemand nicht bedient wurde. Er erinnerte an den Anschlag in Oberwart (felsöör) 1995 bei dem vier Roma ermordet worden sind. Es geht tatsächlich nicht darum, dass ich mit dem Finger auf Ungarn zeige und nicht bemerke was in meiner Umgebung geschieht. Soche Beschuldigungen gab es in rechten Medien in Ungarn. Das ist natürlich Unsinn, ich habe viel mehr über Österreich geschrieben als über Ungarn und das ist auch nachweisbar.

    Ich wünsche einen angenehmen Sonntag.

    • Herr Pfeifer, ich bin nicht der Innenminister der Fidesz-Regierung und auch nicht Premierminister. Wenn ich das wäre, würde z.Bsp. die neue Verfassung sicher anders aussehen. 😉

      Aber ich schätze, dass Sie ein solches Vertrauen in die Fidesz-Regierung haben. Sie meinen, dass Fidesz tatsächlich in der Lage ist, ein derart komplexes Problem innerhalb von einem Jahr zufriedenstellend zu lösen und „für Ordnung zu sorgen“ und führen den mangelhaften Erfolg nicht auf mangelnde Fähigkeiten, sondern auf den mangelnden Willen zurück.

      Das ist schon mal eine sehr hohe Anerkennung für die potentiellen Fähigkeiten der Fideszpolitiker.

      Obwohl ich grundsätzlich Fidesz gegenüber trotz aller Kritik wohlwollender eingestellt bin, als Sie, würde ich Fidesz diese Fähigkeit nicht zutrauen.

      Ihre Logik von der Fidesz-Verschwörung, die von den Umtrieben und vom Antisemitismus profitiert, und deswegen zumindest indirekt Antisemitismus fördert, teile ich nicht. Bzw. nicht in dieser Weise. Denn dann stellt sich die Frage, warum die Gyurcsány und Bajnai-Regierung MEHRERE Jahre lang dieses Problem nicht lösen konnte, trotz dessen, dass deren Ideologie – zumindest scheinbar – ganz anders ist.

      Danke für den Link, Eva Balogh interessiert mich aber nicht. Sowohl Hungarianvoice als auch ich haben schon öfters auf unglaublich offensichtliche faktische Fehler und „Irrtümer“ in ihren Artikeln hingewiesen. Eine Person, die einen Artikel darauf aufbaut, dass es in Tatabánya zu viele christliche Schulen gibt und dann nicht in der Lage ist, die Anzahl der Schulen auf der Gemeindehomepage zu eruieren (hat 5 Minuten gedauert), und dann auch noch keinen Unterschied zwischen dem Konjunktiv und dem Indikativ kennt (oder manipuliert) und daraus auch falsche Schlüsse zieht, ist für mich keine verlässliche Quelle.

      Letztendlich reden Sie aber nun wieder nur über die Verantwortung der Mehrheit und über die Ressentiments der Mehrheit. Mich würde interessieren, wo Sie die Verantwortung der Minderheit sehen und was Ihrer Meinung nach die Minderheit für ihre eigene Integration tun könnte.

      • Rudolf, ich weiß, dass Sie nicht der Innenminister sind.

        Um auf den Punkt zu kommen, die linke Regierung hat Vorschläge gemacht, um Gesetze durchzubringen, um die Rechtsradikalen einzubremsen. Fidesz hat sich dagegen gestellt.

        Ja ich bin der Meinung, wenn Orban es wollte, dann könnte er es schaffen kristallklare Gesetze vom Parlament beschließen zu lassen, die das Unwesen der uniformierten Milizen unmöglich machen würde. Es ist eine Schande, dass in der EU nur in Ungarn so etwas möglich ist. Es ist auch anderswo zu Konflikten gekommen, jedoch uniformierte Milizen können außerhalb Ungarns nirgendwo aufmarschieren
        Diese kristallklaren Gesetze beschließt die Regierung nicht, und dann wundert man sich, wenn die Gerichte so entscheiden, wie sie entscheiden.
        Rudolf Hand aufs Herz, halten Sie die Zigeuner für eine Einheit, wo also jeder Zigeuner verantwortlich ist, wenn ein anderer Zigeuner einem ungarischen Bauer das Obst, Gemüse, Hühner etc. stiehlt? Es ist doch Verantwortung der Regierung für Ruhe und Ordnung zu sorgen, und da kann man, wenn man gute Absichten erkennen lässt sicher zu einem Konsens der Bevölkerung auch in den Dörfern kommen.
        Wer aber so wie Fidesz glaubt mit den Vorurteilen der Wähler Politik machen zu müssen, der riskiert viel.
        Bitte lesen Sie doch noch einmal das durch was ich geschrieben habe, mit keinem Wort habe ich behauptet, diese Probleme ließen sich mit einem Federstrich von Fidesz lösen.
        Fidesz kann auch nicht Vorurteile mit einer Maßnahme abbauen. Aber Fidesz müsste im eigenen Interesse Schritte in die richtige Richtung tun.
        Ich weiß nicht was Prof. Balogh über Schulen in Tata geschrieben hat. Was ich weiß ist, dass Sie konkrete Nachrichten über die Tätigkeit von Richard Field bringt.
        Ich behaupte und kann das beweisen, dass man im fidesznahen Magyar Hirlap frenetische antisemitische Texte finden kann und zwar im redaktionellen Teil. Und habe auch meine Vermutung geäußert. Eine Verschwörung von Fidesz sehe ich nicht dahinter, eher eine Taktik, im Ausland sich zivilisiert zu geben und im Inland arge Judenhetze von einigen Lohnschreibern betreiben lassen oder wenigstens diese zu tolerieren. Auch das ist eine Politik, die Fidesz ins Auge gehen kann.
        Und darüber schreibe ich auch schon lange und zwar unabhängig davon, wer gerade die Regierung stellt.

      • @ Karl Pfeifer:

        „Um auf den Punkt zu kommen, die linke Regierung hat Vorschläge gemacht, um Gesetze durchzubringen, um die Rechtsradikalen einzubremsen. Fidesz hat sich dagegen gestellt.“

        Würden Sie das bitte etwas genauer ausführen?

      • @Karl Pfeifer:

        Welche Gesetze meinen Sie? Warum war die linke Regierung nicht in der Lage, solche Gesetze durchzubringen?

        Herr Pfeifer. Ich habe auch in den letzten Tagen und auch sonst schon vielfach betont, dass mir kollektive Schuldzuweisungen zuwider sind.
        Wieso stellen Sie mir jetzt wieder solche Fragen? Lesen Sie doch noch einmal meine bisherigen Kommentare.

        Was ich nicht verstehe, ist, warum Sie einerseits solche kollektiven Schuldzuweisungen seitens der Rechtsrechten ablehnen, gleichzeitig aber auch in dem von Ihnen verlinkten NOL-Artikel gleichsam die gesamte Bewohnerschaft von Gyöngyöspata als homogene Gruppe dargestellt wird, die Véderô willkommen heißt, noch dazu ohne Grund, einfach aus niederträchtigen, rassistischen Gründen.

        Würde man auf diese undifferenzierte Art und Weise über ein Dorf schreiben, in dem fast ausschließlich Roma leben, wäre das wahrscheinlich ein Problem.

    • @ Herr Pfeifer: Was besseres haben Sie in Ihrem Dossier nicht gefunden? Nun, das ist für Anti-Fideszpropaganda etwas dünn. Offenbar haben die Postkommunisten doch nicht so viel gegen die Rechten getan (was übrigens auch dem Konsens aller seriöser Zeitungen entsprechen würde). Ich hatte wirklich gehofft, Sie hätten uns etwas handfestes präsentieren können. Vor allem etwas, was mit dem Kampf gegen Rechts – mit einem Bezug zu der Situation in Gyöngyöspata – auch nur im Ansatz zu tun hätte. Stattdessen lenken Sie ab und kommen zu „Ihrem Thema“ zurück. Holokaustleugnung.

      Nun, wo wir schon dabei sind: Sagen Sie doch einfach dazu, dass Fidesz eine Gesetzänderung nicht mitgetragen, weil man bei Fidesz auch die Leugnung der kommunistischen Verbrechen unter Strafe stellen wollte. MSZP/SZDSZ haben das (wie zu erwarten war) abgelehnt und die von ihnen gewollte Vorschrift verabschiedet. Nach dem Wahlsieg von Fidesz wurde der Holocaust-Leugnungsparagraph um einen weiteren Tatbestand erweitert. Seitdem steht die Holocaustleugnung UND die Leugnung der kommunistischen Verbrechen unter Strafe.

      https://hungarianvoice.wordpress.com/2010/06/09/ungarn-stellt-leugnung-auch-kommunistischer-verbrechen-unter-strafe/

      Und wer eine bemerkenswerte Erklärung dafür haben möchte, warum die Leugnung kommunistischer Verbrechen nicht unter Strafe gestellt werden sollte, der kann hierin schmökern. Am besten vorher nichts essen…

      https://hungarianvoice.wordpress.com/2010/03/12/warum-sollte-die-leugnung-kommunistischer-verbrechen-in-ungarn-nicht-strafbar-antworten-bei-klubradio/

  27. Herr Pfeifer, das ist jetzt sehr manipulativ. Fidesz hat nicht das Gesetz abgelehnt, sondern die von hungarianvoice beschriebene Ergänzung gewollt.

    Was hat das aber dieses Gesetz mit dem Maschieren von Garden, mit dem Gewaltmonopol des Staates, etc. zu tun?

  28. Hungarian Voice, Sie enttäuschen mich, durch Mangel an Differenzierungsfähigkeit.
    Gibt es neo-kommunistische Garden in Ungarn, welche die vom R- und K- Regime begangenen Verbrechen leugnen? In wie vielen Medien werden denn in Ungarn diese Verbrechen geleugnet?
    Marschieren die am Budapester Rosenhügel auf, um die vielen braven Fidesz- und Jobbik-Wähler einzuschüchtern?

    Man muss nur die frenetisch antisemitischen texte in fidesznahen Medien lesen und anhören, um zu verstehen, von wo der Wind weht.

    Und bitte erklären Sie mir nicht, „wenn das nur Orban wüsste“
    Er ließ sich demonstrativ mit dem „geehrten Fäkal-Antisemiten“ Zsolt Bayer Ende März 2011 fotografieren. Übrigens Herr Bayer drohte die Presse zu klagen und hat das nicht getan.
    Dazu gehört natürlich die massive Geschichtsfälschung eines Fidesz-Staatssekretärs András Levente Gál, der wirklich die Stirn hat zu erklären, die Tatsache, dass Hitlers treuester Verbündeter nach 1938 ehemals ungarische Gebiete okkupierte, hat ursächlich nichts zu tun mit dem Massenmord an ungarischen Staatsbürgern.

    Und wenn schon Fidesz so sehr gegen die Kommunisten ist, und ausgräbt, was Frau Heller geschrieben oder nicht geschrieben hat, was sagt man zu der Tatsache, dass beim Beschluss der neuen Verfassung das ehemalige ZK Mitglied Imre Pozsgay in der Ehrenloge des Parlaments saß und von den Kameras mehrmals gezeigt wurde. Der selbe Herr Pozsgay schrieb als Kádár Hunderte Ungarn hängen ließ: „die geistigen Fähigkeiten“ von Imre Nagy „wurden auch nur an eine Karriere eines Steuereintreibers gemessen, aber seine Charakterlosigkeit garantierte, dass er Ministerpräsident wird; während der wütensden Tagen des weißen Terrors“*
    Das hat natürlich niemand bei Fidesz gestört. Denn es gibt gute Kommunisten, die im Dunstkreis von Fidesz gelandet sind und es gibt schlechte Kommunisten, die zwar ihre Arbeit verloren haben, weil sie kritisch Stellung bezogen haben und ins Ausland gehen mussten, als die Genossen Pozsgay und Martonyi sowie viele andere noch in der allein selig machenden Partei waren.

    Ja und was hat das mit den Gesetzen zu tun?
    Nun was immer die vorhergehende Regierung nicht getan hat, sie hat sich schon bemüht, die Leugnung des Holocausts und die Hassreden unter Strafe zu stellen und Fidesz hat dies wie ich nachwies in einem Fall verhindert, mit der Ausrede, die auch Sie Hungarian Voice gebrauchen, die Verbrechen des Kommunismus, die aber in Ungarn in keinem Medium systematisch geleugnet werden, wie das mit den Verbrechen geschieht, die während der Zeit als Horthy Reichsverweser war und der von ihm eingesetzten Regierungen sowie unter Ferenc Szálasi begangen wurden.

    *Nagy Imre „szellemi képességeit ugyan csak adóvégrehajtói karrierhez szabták, de jellemtelensége biztosította, hogy miniszterelnök legyen a legdühöngőbb fehérterror napjaiban”. Az idézett mondat az 1956 utáni megtorlások idején jelent meg Pozsgay Imre tollából,

    • Ja, es gibt Menschen, die bis heute die Revolutionäre von 1956 als „fasiszta pribékek“ bezeichnen. Und es gibt einen Herrn Béla Biszku.

      Der Umstand, dass die Leugnung und die Verharmlosung der Verbrechen des Kommunismus (zum Glück) nicht massenhaft vorkommt, ist kein Grund, auf eine Strafbarkeit zu verzichten. Ihre Argumnentation läuft darauf hinaus, Strafgesetze aufzuheben, wenn sie einen nur geringen Anwendungsbereich haben. Das ist m.E. rechtspolitisch fragwürdig (mich würde hier auch die Meinung von Herrn Boulanger interessieren). Niemand käme auf die Idee, den bundesdeutschen Straftatbestand der „Vorbereitung eines Angriffskrieges“ aufzuheben, nur weil er bis heute kaum angewendet wurde.

      Ich habe übrigens nicht bestritten, dass das Thema der „Holocaustleugnung“ sehr gravierend ist. Ich war immer verwundert, was in Ungarn alles gesagt und geschrieben werden konnte und trete mit Nachdruck für eine Strafbarkeit, wie in Deutschland, ein. Im Hinblick auf die Geschichte Ungarns betrachte ich aber das Anliegen, die Leugnung im Bezug auf den Kommunismus unter Strafe zu stellen, als legitim.

      Wir gleiten aber in der Tat sehr weit vom eigentlichen Thema ab. Ich plädiere also dafür, wieder zurück zu kehren.

      • HV nur ein kurzer Zwischenruf, ich verstehe dass das Thema hier ausufert.

        Ich habe grosse Probleme damit, die Leugnung egal welcher historischer Verbrechen unter Strafe zu stellen. Erstens muss dem mündigen Bürger zugetraut werden, die Dinge zu beurteilen, zweitens sollten Politiker nicht dekretieren, was historischer Fakt ist (im Fall Holocaust kein Problem, aber im Falle des Armenier-Genozids 1915 zB gibt es eine echte Debatte) und drittens, wenn man das ernst nimmt, dann müsste man ja bis hinunter zur Ausrottung der Indianer, und der Mayas durch die Inka (oder was immer die Inkas an Vertreibung/Ausrottung betrieben), und dem Wüten der Mongolen im 13. Jahrhundert, die Abstreitung zahlloser Menschheitsverbrechen unter Strafe stellen, oder sich dem Vorwurf der Inkonsequenz aussetzen.

        Wenn man aber erst anfängt, diesen Weg zu gehen, dann wird die Einzigartigkeit des Holocaust verwischt (es war schon einzigartig böse).

    • @ Karl Pfeifer:

      Herr Pfeifer, ich könnte jetzt, um Ihren Diskussionsstil zu folgen, schreiben: Sie enttäuschen mich, durch Mangel an Differenzierungsfähigkeit.

      Sie haben jetzt wieder alles von A bis Z aufgezählt, was Ihnen gerade gegen Fidesz wieder eingefallen ist. All diese Sachen haben wir schon oft von Ihnen gehört.

      Meine Frage ist aber immer noch die gleiche:
      Was hat das alles mit den rechten Garden, was hat das mit Gyöngyöspata, was hat das mit dem Gewaltmonopol des Staates zu tun?

      Vor allem:
      Was hat ein Gesetz gegen Holocaustleugnung mit marschierenden Garden zu tun?
      Inwieweit beweist dies, dass die vorige Regierung lobenswert aktiv war und was tatsächlich Bedeutendes gegen die Gefahr von rechts unternommen hat? Dass sie sich tatsächlich um die Integration bemüht hat?

      Die Garden und sonstige Gruppierungen leugnen den Holocaust nicht. Wenn sie durch die Straßen marschieren, halten sie keine große Reden über den Holocaust oder tun ihre Meinung nicht in diesem Sinne kund. Dieses Gesetz
      ist vollkommen ungeeignet, um das Gewaltmonopol des Staates zu sichern und ist auch nicht hiefür gedacht. Ich glaube aber, dass Ihnen das alles sehr wohl bewusst ist.

      Warum hat nun die vorige Regierung nicht einen solchen Straftatbestand erlassen, wie die jetzige Fideszregierung gerade heute (so glaube ich)?
      Warum hat sie die marschierenden Garden nicht wegen Rowdytum (garázdaság) verhaften lassen?

      Abgesehen hievon ergibt sich aus Ihrem Schreiben, dass sie das Holocaustgesetz in Ungarn befürworten, WEIL es rechtsradikale Gruppierungen wie die Ungarische Garde gibt. Sie lehnen ein „Kommunismusgesetz“ ab, weil es keine aggressiven Neokommunisten gibt.

      Wenn Sie so denken, müssen Sie das österreichische Holocaustgesetz ablehnen, weil es in Österreich keine „Österreichische Garde“ oder ähnliche Gruppierungen gibt.
      Lehnen Sie das österreichische Holocaustgesetz ab?

  29. Entschuldigung Herr Pfeifer – die Antwortstrang zu diesem Eintrag ist sehr unübersichtlich geworden und ich hatte das wirklich überlesen. Ich ziehe den Vorwurf mithin zurück und behaupt das Gegenteil. Ich habe von Ihnen gleichwohl auch die von mir monierten Vergleiche ohne die Vorsilbe „Neo“ gesehen, daher meine Einwände. Man kann die heutige Sachlage nicht mit den Vokabeln von gestern beschreiben

    Wir würden wahrscheinlich schon einen anonymen Brief abdrucken, wenn der Inhalt relevant wäre, und der Verfasser uns bekannt wäre, aber nicht öffentlich genannt werden will, weil es seine Position oder Sorgen um seine Sicherheit nicht erlauben.

  30. @ Alle: Ich halte das eigentliche Thema für „ausdiskutiert“ und würde die Kommentarfunktion jetzt schließen. Ich bitte um Verständnis.

  31. Pingback: Rechtsradikale gewinnen Direktmandat – was sind die Gründe? | Hungarian Voice - Ungarn News

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