14 Kommentare zu “NZZ: György Dalos teilt aus

    • @TERRIER
      „Er ist nur ein DAAD Produkt.“

      Was soll das? Was ist ein „DAAD Produkt“??

      Bitte nicht „falsch“ verstehen!
      Keine Anschuldigung….
      Lediglich zwei Fragen!

  1. Sind dann die Argumente von Dalos weniger wert, weil er irgendwann mal ein Stipendium von DAAD erhielt?
    Schreiben Sie auch so abschätzig über Viktor Orbán weil dieser irgendwann mal ein Soros-Stipendium bezog?
    Dalos war aktives Mitglied der demokratischen Opposition, als noch viele Fidesz-Funktionäre noch treue MSZMP-Mitglieder waren, manche sogar Spitzel.
    Immerhin ist György Dalos ein im deutschen Sprachraum anerkannter Schriftsteller und Journalist auch wenn das was er schreibt einigen Postern nicht gefällt.

  2. Genau! Abwerten ist die beste Verteidigung! Dabei beschreibt er doch nur, was in der Tat passiert. Weil die meisten Ungarn davon ausgehen, dass sie niemand versteht, wird gesteigerter Wert darauf gelegt, dass ja kein „falsches“ Bild im Ausland entsteht, auch wenn man unter sich gar nicht so zimperlich ist, die Probleme auch beim Namen zu nennen (dann aber um so beherzter, um nicht zu sagen: brutaler). Das verstehe einer.

  3. Der ungarische Botschafter in Berlin hat schon reagiert, er qualifiziert gestern im Deutschlandfunk die Meinung von G. Dalos als „extrem“.
    Nicht sehr intelligent der NZZ vorzuwerfen, sie würde extremie Meinungen publizieren.
    Aber was kann man von einem Wendehals erwarten, der noch vor 10 Jahren in Bonn als MSZP Mitglied nichts übrig für Fidesz hatte?

    • @ Karl Pfeifer: Sie vergaßen, zu verlinken 😉

      http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1449534/

      Barenberg: Ungarn steht noch aus anderen Gründen derzeit in der öffentlichen Beobachtung, vielfach auch in der Kritik. Erst gab es zu Jahresbeginn die Diskussion, die Auseinandersetzung um das neue Mediengesetz. Jetzt gibt es zum Teil sehr großen Unmut in Ungarn selber und auch im Ausland über die neue Verfassung. Der Schriftsteller György Dalos beklagt den größten Ansehensverlust Ungarns seit Gründung der Republik 1989. Lässt Sie das kalt?

      Czukor: Das ist seine Meinung und er formuliert sehr zugespitzt und seine Kritik ist bekannt, aber andere haben eine andere Auffassung. Und in einem demokratischen Staat sind solche extremen Meinungen zu Hause. Ich selbstverständlich teile seine Auffassung nicht. Ich glaube, man muss – und jedem kann ich es empfehlen, obwohl das nicht so eine interessante faszinierende Lektüre ist – den Text der Verfassung lesen; dann wird man sehen, das ist eine sehr moderne Verfassung. Natürlich: Die Diskussionen darüber sind immer heftig. Eine Verfassung bedeutet die Grundlage für einen staatlichen Ausbau und das zeigt die Richtung, in die das Land geht in den nächsten Jahren und Jahrzehnten. Da ist es in meinen Augen ganz normal, dass darüber auch manchmal sehr emotional diskutiert wird.“

      Über die Mitgliedschaft Czukors in der MSZP konnte ich leider nichts finden. Vielleicht stellen Sie einen entsprechenden Link online und lassen uns teilhaben. Was Ihre Ausführungen zum „Wendehals“. Wie sehen Sie das bei József Debreczeni, der früher Orbán-Berater war und ihn nunmehr heftigst kritisiert? Ist das auch ein „Wendehals“, von dem man nichts intellektuell hochwertiges erwarten kann? Oder gilt Ihr Urteil nur für die, die (vermeintlich) von links nach rechts „driften“ 🙂

      Der NZZ hat Czukor übrigens gar nichts „vorgeworfen“.

      • Die Wortwahl von Czukor war sicherlich etwas unüberlegt, das hätte man auch „diplomatischer“ ausdrücken können und als Diplomat wohl auch sollen.

        Ansonsten tut er dies ja, füllt seine Rolle gewissenhaft aus und da liegt dann auch das Problem solcher Interviews, dass man von Berufsdiplomaten schlechterdings markante Sätze erwarten kann. Das schränkt den gehalt von Interviews mit Botschaftern im Allgemeinen, insbesondere wenn man sich eine klarere Stellungnahme zu vermeintlich brisanten Vorgängen erhofft, doch ziemlich ein.

  4. Danke Hungarian Voice, in ein paar Stunden fliege ich ins Ausland und bin vergesslich geworden.
    Der Botschafter kann die Behauptung von Dalos über das ungarische Ansehen im Ausland nicht dementieren. Dieses schlechte Ansehen, wird ja gerade von Ihnen und anderen Postern hier beklagt. Daher qualifiziert der Botschafter das als extrem, was ja nur eine milde Lagebeschreibung ist.
    Bezeichnenderweise gibt es keine inhaltliche Reaktionen auf den Artikel von György Dalos.

  5. Liebe Freunde,
    ich freue mich über jedes Forum, bei dem wirklich diskutiert wird und nicht alte Rechnungen beglichen werden. Vor allem lassen wir die Kaderakten ruhen. „Terrier“ nennt mich „typischer DAAD-Produkt“ und zieht den Vikipedia-Artikel vor, als wäre es selbstverständlich, dass dieser Text kompromittierend sein sollte. So verfahren Leute, die vorwiegend mit Gesinnungsfreunden sprechen. Ich bin, bei Gott nicht aus Porzellan. Aber es wäre schöner über die Tatsachen zu sprechen, die für oder gegen jemanden sind.
    Das Interview des Herrn Botschafters Czukor, den ich seit langem kenne, schätze ich als den offiziellen Standpunkt der Regierung ein – ein Diplomat ist gezwungen in diesem Spielraum zu handeln. Es bleibt nichts anderes übrig, als sich mit diesem Standpunkt diskutieren. Ich habe das bereits öfters getan – mit Herrn Martonyi, Herrn Pröhle, Herrn Balog und niemand ging den anderen an den Gurgel.
    Ungarns Image ist schlecht und obwohl dies vor allem auf die Regierung zutrifft, wird dadurch auch das Land in Mitleidenschaft gezogen. Man braucht einen Raum, um sich über das Problem auszutauschen. Deswegen wünsche ich diesem Portal viel Erfolg.
    György Dalos

    • @ Herrn Dalos: Zunächst einmal herzlich willkommen, Herr Dalos. Ich würde mich sehr freuen, wenn dieses Portal einer der der von Ihnen angesprochenen (vielen) „virtuellen“ Räume wäre, in dem man sich in einem größtmöglichen Kreis von Interessierten über das Thema Ungarn austauscht.
      Ich habe z.B. Herrn Zoltán Balog bei einem Vortrag in Regensburg kennengelernt und habe von ihm einen durchweg positiven Eindruck gewonnen; er äußerte sich übrigens durchaus selbstkritisch. Ich denke auch, dass er niemandem an die Gurgel gehen würde. Auch Ihre Diskussion mit Martonyi, Lendvai, Hefty u.a. im Europastudio Januar 2011 empfand ich als gutes Beispiel von Diskussionskultur, auch wenn Diplomaten eben so sind, wie sie sind…
      Wie Sie sicher ahnen, lebt Hungarian Voice im Wesentlichen von den Kommentatoren und ihren Beobachtungen. Ich lade Sie daher sehr herzlich ein, sich – neben Ihren umfangreichen publizistischen Tätigkeiten, auch hier zu beteiligen. Auf bald und beste Grüße, HV

  6. Willkommen Herr Dalos, und einmal mehr: Lob für HV und die ausgezeichnete Diskussionskultur und das hohe Niveau in diesem Forum.

  7. Mal was „harmloses“ dazu

    http://www.welt.de/kultur/article13374798/Was-die-Ungarn-an-Deutschland-moegen-und-verachten.html

    Bemerkenswert für mich persönlich und zutreffend
    ist diese Aussage der Ungarn über die Deutschen

    „Übel genommen den Deutschen wird noch „Die Arroganz“ (4,4 %)

    Wobei man sich sowieso fragen muss in wie weit knapp 600 befragte Personen repräsentativ für die Meinungsbildung sind (aber das haben nun mal Statistiken so ansich)

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