Anti-Orbán-Demos: Festnahme wegen Fahnenverbrennung

In Budapest haben rechtsextreme Aktivisten einer gegen die Orbán-Regierung gerichteten und von Gewerkschaften mitorganisierten Demonstration eine israelische Nationalflagge verbrannt. An der Demo beteiligten sich auch öffentliche Bedienstete von Polizei, Feuerwehr und Zoll. Die Teilnahme zweier rechtsradikaler Gruppen wurde von den Organisatoren ausdrücklich gebilligt, um – wie es hieß – eine „breite gesellschaftliche Unterstützung der Proteste zu belegen.“

Die Demonstrationen richten sich im wesentlichen gegen die Aufhebung der bisherigen weitreichenden Regelungen der Frühpensionierung im öffentlichen Bereich. Bei dem Täter handelt es sich nach Presseberichten um einen pensionierten Feuerwehrmann (Alter: 58). Der Täter wurde festgenommen, die Staatsanwaltschaft leitete unverzüglich ein Verfahren wegen Rowdytums gegen ihn ein. Die Demonstranten hatten auf dem Kossuth-Platz auch einen symbolisierten Galgen errichtet.

http://inforadio.hu/hir/belfold/hir-432073

http://www.origo.hu/itthon/20110507-brfk-egy-58-eves-nyugdijas-tuzolto-egette-el-az-izraeli.html

Bilder der Demonstration sind im Portal Origo.hu abrufbar:

http://kepek.origo.hu/galleriesdisplay/gdisplay?xml=/1105/Megsz201156154924/gallery.xml&rovat=itthon

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6 Kommentare zu “Anti-Orbán-Demos: Festnahme wegen Fahnenverbrennung

  1. Aber, aber Hungarian Voice!

    Der Titel hinkt gewaltig. Er verbindet eine durchaus beachtenswerte Nachricht mit einer „in der Masse unkontrollierbaren Einzelaktion“…

    „Festnahmen“?? in der Mehrzahl geschrieben?
    Gemäss allen mir zugänglichen ungarischsprachigen Informationen sprach die Polizei von einem einzelnen Mann, der eine „Fahne“ verbrannte und in Gewahrsam genommen worden sei. Über Farbe und Form des „Tuchs“ schreibe ich nichts, da ich gerade nicht dort und dabei war!

    Dass die Demonstration offenbar sich gegen die Regierung richtete, dürfte den Tatsachen entsprechen (Schon am 16. April gab es eine Demo von „Feuerwehrleuten“!). Schliesslich schmerzt es ja, wenn man nicht mehr mit 55 in Pension gehen kann, wenn gerichtlich zugesprochene Überstunden immer noch nicht ausbezahlt wurden, wenn man für rund 100’000 Forint (350-400 EUR) Monatslohn weiterhin für Ordnung und Sicherheit sich „abrackert“, nebst (z.B.) dem Feuerwehrmann-Job in der „Freizeit“ dem zweiten Job bei den Rettungsdiensten nachgeht, um die vielbesungene Familie durchzubringen.
    Im Bereitschaftsdienst lesen wohl auch Feuerwehrleute Presseerzeugnisse mit Nachrichten: z.B. über schnelle, teuere Audi8- und Audi6-Lázár János-Geschichten…

    „Anti-Orbán“ ist auch eine Vereinfachung, weil z.B. das Gerichtsurteil schon die Vorgängerregierung hätte „vollziehen“ und die Überstundengelder aus 2004-2006 überweisen müssen.

    Gegenwärtig ist nun aber der Innenminister, Pintér Sándor, der Delegierte des „Wahlkabinensiegers“, für das Wohlergehen dieser Menschen zuständig… Die „eigenen Leute“ gingen also gegen „den Chef“ auf die Strasse.

    Ich schätze mal, da waren viele Fidesz/KDNP-Wähler darunter, die vor einem Jahr gehofft haben, ihr Schicksal werde sich zum Besseren wenden. Leider hat die 16%-flat tax einige von Ihnen ungünstig erwischt… Sicher waren auch „Sozis“ und „Liberale“ dabei, die es auch ungünstig erwischt hat… So ist eben das Leben!
    „Rechtsextreme Aktivisten“, die etwas „organisiert hätten“, sah ich keine! Polizisten, Soldaten, Feuerwehrleute u. Rettungssanitäter etc. durften – wenn sie wollten – im 2010 gar JOBBIK wählen… Somit waren wohl auch welche an der Demo dabei…

    Beunruhigend muss ja sein, wenn gerade jene, die für Sicherheit, Rettung und Ordnung sorgen sollen, auf die Strasse gehen… Das Volk eben… gegen die regierende „saturierte, selbstgefällige Elite“!

    Etwa ein Zeichen für den Graben? Auf den Ungarn zugaloppierte? Und – gemäss eigenen Worten des Ministerpräsidenten – „kurz davor, vor dem Fall IN den Abgrund, angehalten und gerettet wurde“?…
    Seht her! Leute! Nun habt Ihr ja jetzt ein neues Grundgesetz! Da kann uns auch das Verfassungsgericht schwerlich reinreden! Und… „Ach wie idyllisch war doch Orbán Viktors Interview aus seinem schönen Garten“, kürzlich auf TV2!

    Erstaunlich, oder eben NICHT erstaunlich, dass Magyar Nemzet (online) die ganze Sache „verschwieg“… bzw. „verschweigt“… Was hat das zu bedeuten? Etwa „Selbstzensur“… Weil diese Geschehnisse nicht zu den MNO-Erfolgsstories passen? Die ländliche Leserschaft nicht beunruhigt werden soll durch derart nebensächliche Hauptstadtereignisse?

    Ich gebe zu, auf HV schon sinnvolle Diskussionen über die Gefahren der „medialen Vereinfachungen“ und „medialer Verdrehungen“ verfolgt zu haben: Dieser Post wäre überarbeitungs- und aktualisierungswürdig.

    In diesem Geiste
    Jean Louis

    • @ Jean Louis: „Festnahme“. Korrekt, ich habe es geändert. Im Text sprach ich von einem Täter. Aber danke für den umfassenden politischen Vortrag. Mit dem Umstand, dass Magyar Nemzet den Vorfall „verschwieg“, habe ich allerdings nicht das geringste zu tun.

      • Hab‘ ich etwa „behauptet“, Hungarian Voice hätte mit dem Schweigen von Magyar Nemzet etwas zu tun?

        Meines Ermessens nein!
        Dies diskrete „Schweigen“ habe ich lediglich im Kontext der Frage von „Selbstzensur“ gestellt. Selbstredend hat die Redaktion die Freiheit, die Themen nach eigenem Gutdünken zu wählen.

        Ein doch wichtiger Teil der „Nemzet“ artikuliert Unzufriedenheit mit den „Oberen“ und dies soll für Magyar Nemzet marginal sein?

        Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein unabhängiges Presseorgan z.B. die „Gemeinsame Protestaktion der DPolG, dem Feuerwehrverband und dem BDK vor der Wirtschaftsbehörde (3.5.2011)“ oder auch den Streik der Bahnangestellten nicht erwähnt.

      • Wenn schon Korrektur im Titel, so ist der einleitende Absatz

        „In Budapest haben rechtsextreme Aktivisten einer gegen die Orbán-Regierung gerichteten und von Gewerkschaften mitorganisierten Demonstration eine israelische Nationalflagge verbrannt. An der Demo beteiligten sich auch…“

        ebenfalls überarbeitungswürdig.

        1. Vorschlag: statt „haben rechtsextreme Aktivisten > „hat ein vermutlich rechtsextremer Aktivist“
        2. Vorschlag: statt „einer gegen Orbán“ > „an einer, gegen Orbán“

        3. Vorschlag: Statt „gerichteten und von“ > „gerichteten, von“
        4. Vorschlag: statt „mitorganisierten“ > „organisierten“
        5. Vorschlag: statt „An der Demo beteiligten sich auch öffentliche “ > „An der Demo beteiligten sich öffentliche “

        Verfassung NEU:
        „In Budapest hat ein vermutlich rechtsextremer Aktivist an einer, gegen die Orbán-Regierung gerichteten, von Gewerkschaften organisierten Demonstration eine israelische Nationalflagge verbrannt. An der Demo beteiligten sich öffentliche… etc. “
        Es waren auch Bedienstete von Sanitäts- und Rettungsdiensten, Gefängniswärter dabei, doch die Aufzählung muss nicht zwingend vollständig sein, um die Würze der Kürze zu bewahren.

        Bitte nicht antworten mit „Danke, Herr Oberlehrer!“…

        Die ursprüngliche Post-Einleitung weicht im Geiste gewiss spürbar von der vorgeschlagenen „Neuen Verfassung“ ab. Die Frage ist doch, welche inhaltliche Präzision sollen Satzkonstruktionen ausstrahlen…

        In diesem Geiste
        Jean Louis

  2. „Erstaunlich, oder eben NICHT erstaunlich, dass Magyar Nemzet (online) die ganze Sache „verschwieg“… bzw. „verschweigt“… Was hat das zu bedeuten? Etwa „Selbstzensur“… Weil diese Geschehnisse nicht zu den MNO-Erfolgsstories passen? Die ländliche Leserschaft nicht beunruhigt werden soll durch derart nebensächliche Hauptstadtereignisse?“

    Na, ja von Verschweigen kann ja wohl keine Rede sein:Bilder sagen manchmal mehr als Worte.
    Oder Seh ich da was falsch???

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