SZ: Alex Rühle über „Muskelspiele an der Donau“

Die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht einen längeren Beitrag von Alex Rühle über Ungarn. Der Titel: „Muskelspiele an der Donau„.

http://www.sueddeutsche.de/kultur/ungarn-muskelspiele-an-der-donau-1.1097340

Die einseitige Parteinahme der SZ mag einem gefallen oder nicht. Aber leider will es der SZ einfach nicht gelingen, einen Artikel über Ungarn zu verfassen, der frei von verdrehten Tatsachen und falschen Behauptungen ist. Die Frage ist, ob dies an dem Journalisten Rühle oder seinen Quellen liegt. Wer auf György Bolgár von Klubrádió, dem Sender, der bereits vor dem Regierungswechsel so gut wie pleite war und um Spenden der Zuhörer buhlte, baut, der baut eben auf Sand (natürlich trägt Orbán auch an der Finanzlage des Senders die Schuld…). Und über Ágnes Heller hat der ebenfalls von Rühle befragte Gáspár Miklós Tamás jüngst gesagt: „Ágnes Heller hat in politischen Dingen selten Recht.

1. Beispiel:
Rühle berichtet über die Anfang März 2011 abgehaltene Veranstaltung der Grünen im EU-Parlament, bei der die renommierte Philosophin Ágnes Heller ihr Bild über Ungarn präsentierte. Die SZ hierzu:

Als kürzlich bei einer Podiumsdiskussion eine Jobbik-Anhängerin aus dem Publikum schrie, dass bei den Demonstrationen 2006 gegen die sozialistische Regierung Leute totgeschossen und gefoltert worden seien, sagte Heller, dass das nicht stimme.“

Die „Jobbik-Anhängerin“ hat mit keinem Wort behauptet, das Leute „totgeschossen“ worden seien. Tatsächlich hatte die Jobbik-Abgeordnete m EU-Parlament Krisztina Morvai, mit deren Ansichten nicht übereinzustimmen es tausend gute Gründe gibt, mit keinem Wort von „totgeschossen“ gesprochen. Richtig ist, dass Morvai Ágnes Heller gefragt hatte, warum sie, die Mahnerin demokratischer Werte, nicht ebenso laut ihre Stimme erhoben hatte, als im Jahr 2006 von Seiten der Polizei (auch) auf friedliche Menschen geschossen worden sei („people were shot at„) und Menschen gefoltert worden seien. Heller beantwortete die Frage, in dem sie die Aussage Morvais als „Fiktion“ abtat und behauptete: „no one was shot, no one was tortured„.

Näheres hier: https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/03/20/kleine-ubersetzungsschule-mit-agnes-heller-to-shoot-at-und-to-shoot/

2. Beispiel:
Rühle schreibt:

Ein Mann ohne juristische Ausbildung wurde Verfassungsrichter, (…)“

Halten wir fest: Fidesz ernannte zwei (von bislang 11) Verfassungsrichter im Turnus neu. Einer ist István Stumpf, der andere Mihály Bihari. Letztgenannter ist ein schon zum zweiten Male berufener Verfassungsrichter und zweifellos Jurist. Vom anderen, Stumpf, wird immer wieder behauptet, er habe „keine juristische Ausbildung“ absolviert. Leider ist die Behauptung falsch und bleibt dies auch bei mehrfachem Wiederholen. Stumpf verfügt über einen Abschluss in Rechtswissenschaft und einen in Politologie. Ganz nebenbei sei erwähnt, dass Stumpf die von der Regierung kritisierten Entscheidungen im Steuerrecht der letzten Monate mitgetragen hat – der im Rahmen der Diffamierungskampagne implizit erhobene Vorwurf, es handle sich um eine Marionette Viktor Orbáns, wird somit von der Praxis nicht einmal im Ansatz bestätigt.

Nun, Hungarian Voice muss man nicht glauben. Was schreibt jedoch das Verfassungsgericht über ihn?

Dr. Stumpf was elected Judge of the Constitutional Court by Parliament in July 2010.

He graduated from the Faculty of Law of Eötvös Loránd University of Budapest (ELTE) in 1982; he graduated in sociology from the Faculty of Philosophy, in 1985. In summer 1989 he studied in London, attended an executive training and language course organized by the Council of Europe. As a German Marshall fellow, he spent 1990 in the United States of America. In 1992/93 he studied public policy at Harvard and George Washington Universities. He obtained his political science candidate‘ s degree in 1996, qualified at ELTE as a university lecturer in political sciences in 2008. From 1982 to 1987 he taught as assistant lecturer at the Faculty of Law of ELTE, from 1994 to 1996 as lecturer and since 1996 he has taught as senior lecturer at the Faculty of Political Sciences.“

Ketzerisch gefragt: Wäre Kritik an der Regierung Orbán nicht glaubwürdiger, wenn man bei der Wahrheit bleibt und nicht durchblicken ließe, dass man alles – ob wahr oder unwahr – zu Papier bringen möchte, mit dem man das Regierungslager herabwürdigen kann? Immerhin ein Lichtblick: Rühle relativiert die beliebt gewordenen Faschismus- und Diktaturvergleiche. Dieser Pokal geht damit an die WELT.

27 Kommentare zu “SZ: Alex Rühle über „Muskelspiele an der Donau“

  1. Your VOICE, dear HUNGARIAN VOICE, is NOT „hungarians‘ voice“!

    Es wäre vernünftig, neutral-objektiv und angemessen gewesen, kurz und bündig – ganz „sachlich“ – auf den beachtenswerten SZ-Artikel hinzuweisen und auf langatmige Kommentierung zu verzichten:

    Der „Satzteil“ >>“Ein Mann ohne juristische Ausbildung wurde Verfassungsrichter“ in RÜHLEs Schrift stimmt so nicht! Das geht auf „seinen Hut“ (vgl. mit OV-Auftritt im EU-Parlament!), auf seine Kappe…

    Der Rest – inklusive „Unterton“ der SZ-Berichterstattung – stimmt meiner Lesart nach…, ausser es bestünde Zweifel in Sachen meiner exotischen Ungarischkenntnisse… meiner direkten Quellen! (maybe… who knows?).

    Rühles Text in der SZ ist inhaltlich treffender, als des Herrn Ministerpräsidenten gesalbte „Worte gen Westen“ im „Hefty-Interview“! (Obschon „Susanne“ etwas kritisch davon schwärmt! Die Kettenbrücke lag in der Donau… und wurde rekonstruiert… Die fehlt gerade noch in der Symbolsammlung der Präambel… zum NEUEN GRUNDGESETZ!).

    Die Lotto-Zahlen von der Ziehung am „Stefanstag“ werde ich gerne – rechtzeitig – mitteilen…

    Wie üblich…. OHNE GEWÄHR!

    In diesem Geiste
    Jean Louis

    • Your VOICE dear Jean Louis is not the voice of Hungarians.
      It would be much better, if you would accept, that the articles in most of the papers outside Hungary are written by journalists who do not speak Hungarian, are informed by their age-old contacts.
      By such people, whom the Hungarian voters threw out of the Parliament.
      People, whom the communist regime allowed to establish contacts with the western journalists.
      People who call themselves liberal or socialist, but are not really that.
      They feed the foreign papers with their own one-sided views, and claim that that is what the word really think.
      If they do not succeed, they play the martyrs, and if they do not get the hoped for support, thay claim, that it is missing beacause the people are too frightened to raise their voices in their interests.
      This is an old trick (my grandfather described it in 1879 in one of his speaches in the Hungarian parliament.) It works, for two reasons:
      Those whom they feed with lies do not understand Hungarian and will not get no other more balaced information.
      Secondly, attack is the best form of defence: if you attack first and proclaim your views as the only legitimate ones, the other side must contradict you. You will just call the other side a bunch of liers .
      But this cannot continue for ever.
      It is time that only those write about Hungary, who are in the position to check all the facts for themselves and hear ALL opinions before they put pen to paper.We, Hungarians have enough of those who insist, that we must obey their commands, serve their interests, bear without a word, that they export their unemployment to Hungary and make Hungary pay even for that.

  2. Allein/Zumindest dies (aus dem SZ-Artikel) sollte dann doch auch unbedingt hervorgehoben werden. Oder ist derlei nicht prekär genug (Frage geht an alle, nicht (nur) an HV)? Oder stimmt das so (auch) nicht (schaue nicht Fern, schon gar nicht ungarisches TV)?

    „Als Daniel Cohn-Bendit an einer Pressekonferenz der ungarischen Grünen teilnahm, fragte ihn ein Journalist, warum er es schlimm finde, dass die neue Verfassung die Nationalhymne zitiere und ob die sexuelle Belästigung von Kindern für ihn zu den demokratischen Grundwerten zähle.

    Cohn-Bendit antwortete souverän, ruhig und fundiert. Die Fragerunde ging danach noch lange weiter, es ging um die neue Verfassung und das Mediengesetz, um Europa und Fukushima, eine halbe Stunde später verließ Cohn-Bendit den Saal. Die Abendnachrichten des staatlichen Senders M1 machten dann mit ihrer Version des Besuchs auf: Sie warnten, der Beitrag sei jugendgefährdend, schnitten die Frage nach der Pädophilie mit den Bildern von Cohn-Bendits Abgang zusammen und texteten dazu, der Politiker habe auf diese Frage fluchtartig den Raum verlassen. Dániel Papp, der Journalist, der den Beitrag zu verantworten hatte, wurde kurz darauf zum Chefredakteur der zentralen ungarischen Medienredaktion ernannt, die ab sofort für alle öffentlich-rechtlichen Radio- und TV-Sender sämtliche Nachrichten produziert. Papp ist Gründungsmitglied der rechtsextremen
    Jobbik-Partei.“

    • @ Peter K.: Prekär ist es auf jeden Fall. Ich habe den Bericht zwar nicht gesehen, halte aber Index.hu für eine seriöse Quelle, lege sie den Beiträgen auf HV auch gerne zugrunde. Und Index.hu schreibt, dass der Bericht die Ereignisse falsch dargestelt hat. Papp ist also nichts anderes als ein Fälscher.

      Wie Sie meinem Beitrag entnehmen können, habe ich diesen Teil des SZ-Beitrages auch nicht kritisert. Der Umgang mit Cohn-Bendit ist für mich aber kein Grund, Dinge wahllos hinzu zu dichten. Ich hoffe, in diesem Punkt besteht Einigkeit.

      • @HV. Es besteht, es besteht. Und das wissen Sie auch.

        Ist ja immer nur die Frage, auf was man kommentierend eingeht und auf was nicht. Und etwas unkommentiert zu lassen, kann bekanntlich auch in die falsche Richtung interpretiert werden (dies ist absolut allgemein und nicht im hiesigen Kontext negativ-kritisch zu verstehen (dass es derartiger Zusätze bedarf, nervt an sich schon)).

  3. „Was für eine fabelhafte Frau. 82 Jahre alt. Pendelt zwischen New York und Budapest und geht jede Woche bergsteigen. Jetzt steht sie in ihrem verwinkelten Wohnzimmer hoch über den Dächern von Budapest und feuert einen pointierten Kommentar nach dem anderen ab. Das Ganze mit diesem wunderbar schweren Akzent, der die deutsche Sprache schwingen lässt wie eine knarrende Hängebrücke.“
    Diese Beschreibung Agnes Heller ist wahrscheinlich ironisch gemeint.
    Hat der Autor Hellers Rede in Bruxelles gehört?
    Ihre Englisch ist sehr schlecht. Oder hat sie ganz gewusst abgeleugnet daß leute waren angeschossen?
    (Englisch is meine zweite Muttersprache, so bitte versuch nicht AH zu verteidigen.)
    Angeblich ihre Beherrschung der ungarische sprache ist nicht viel besser als ihre Englisch. Da sie hat sich eine Name gemacht, muss ich annehmen, dass sie ist einfach senil.

  4. Das ganze Gerede über Orbán und seine Muskeln sagt bemerkenswert wenig darüber aus, aus, ob seine Politik das Land voranbringen kann: da geht es eher um diesen Themenbereich:

    http://www.bloomberg.com/news/2011-05-15/hungary-falling-debt-risk-beats-west-shows-imf-unneeded-chart-of-the-day.html

    Es ist ein wenig wie mit dem türkischen EU-Beitritt, nie wird über die Wirtschaft und die eigentlichen EU-Kriterien gesprochen, sondern über Religion (inkompatibilität mit dem christlichen Kulturkreis heisst es da, um so heuchlerischer als es oft von denselben Leuten kommt, die nun Ungarn zuviel Christentum vorwerfen)

      • Ja das hatte ich schon gelesen als es zuerst erschien.

        Mit zuviel meine ich, zuviel ideologisches Gerede, sowohl auf Fidesz- als auch auf Kritiker-Seite, zum Beispiel von Ihnen, Herr Pfeifer. Und zuwenig Gehaltvolles – einzig die Wirtschaft wird entscheiden, wie das Spiel ausgeht, aber dafür scheint sich niemand zu interessieren.

    • Lieber Kollege Kálnoky,
      ich habe Ihnen eine Frage bezüglich Christentum in Ungarn gestellt und leider keine Antwort erhalten.
      Doch gerade heute las ich in der Zeitschrift der deutschen Jesuiten „Stimmen der Zeit“ Die Zeitschrift für christliche Kultur einen ausgezeichneten Artikel von Magdalena Marsovszky, „Heiliger Turul, steh uns bei!“
      „Ungarns völkische Wende und die Sakralisierung der Nation“
      und empfehle diesen Artikel zur Lektüre.
      Mit freundlichen Grüßen
      Karl Pfeifer

      • Ich sagte schon dass zuviel ideologisches Blabla geredet wird, Herr Pfeifer, typischerweise die Art von blabla, das sie hier erneut einbringen und auf deren geringe Aussagekraft ich hinweisen wollte. Sie antworten mit mehr von demselben, ohne auf meinen Einwand einzugehen, dass all dass lediglich Schaumschlägerei ist und wir uns wichtigeren Dingen zuwenden sollten, etwa die Wirtschaft.

        Zu Marsovsky: Sie begeht denselben Denkfehler wie alle Konstrukteure des Nazi-Bezugs: Sie missversteht absichtlich die Bezugspunkte der christlichen Symbolik in Ungarn.

        Die „Nation“ kann nur in Bezug auf die Stefanskrone „sakral“ sein, anders geht es von der Logik her nicht, dazu muss daher man die politische Vision Stefans I. stellen: Jener König, der in seinem politischen Testament schrieb: Je mehr Völker im Land, desto stärker die Nation. Das Gegenteil also von „völkisch“. Die „Nation“ ist in Ungarn von der Staatsgründung an multikulturell definiert, über den Glauben (also Kultur) und nicht über Rasse.

        Wir dürfen nie vergessen, dass schon die Vokabel „völkisch“ so deutsch ist, dass man sie auf ungarisch (oder sonst eine Sprache) gar nicht ohne weiteres übersetzen kann. Wenn schon das Wort nicht existiert, dann wahrscheinlich der Geist, der es prägte, ebensowenig.

  5. Rákó: „Angeblich ihre Beherrschung der ungarische sprache ist nicht viel besser als ihre Englisch. Da sie hat sich eine Name gemacht, muss ich annehmen, dass sie ist einfach senil.“

    Hungarian Voice: Unlängst las ich den Text eines Münchner Anwaltes über die Beleidigung im Internet, wonach der Bloginhaber verantwortlich für den Inhalt ist. Ich denke, dass diese Bemerkung von Rákó nicht nur beleidigend ist, sondern auch einiges über den Autor und die „Toleranz“ des Bloginhabers aussagt.

    • @ Karl Pfeifer: Interessanter Einwurf, insbesondere vor dem Hintergrund, dass ich den Beitrag von Rákó größtenteils wegen seiner Äußerungen gekürzt und damit „zensiert“ habe. Schreiben Sie doch einfach, dass Sie die o.g. Aussage als beleidigend empfinden und ich entferne sie. Machen Sie aber bitte keinesfalls den Fehler, aus den Aussagen von Diskutanten Rückschlüsse auf meine „Toleranz“ zu ziehen.

      • Ah so, ich finde, daß die Bemerkung des Herrn P. über Rákó beleidigend ist. Wird dann entfernt ?

        Man braucht keine juristische Ausbildung um zu denken zu können: nur der Betroffene und keine Drittperson könnte ( ! ) reklamieren.
        „Annehmen“ würde eine persönliche Meinung interpretieren, die schon mit der Meinungsfreiheit abgedeckt ist. Meine ich.

        Ich schätze Á.H. auch nicht als eine integre Person ein.

    • Ms Heller muss erst toleranz üben. Aber auch Sie.
      Ich hätte andere Wörter statt „senil“ auch benutzen könnten, die viel näher ihrem Benehmen beschreiben könnte, aber viel mehr verletzend.
      Ich hätte es auch fragen könnte, ob für Ms Heller nicht die aussage zutrifft:
      „It does not matter what you know, but whom you know.“
      Aber ich sehe daß für Sie Ms Heller und ihre Freundesjreis unantastbar sind, sogar dann, wann sie behaupten, daß es ist der Pflicht der Presse zu beleidigen wie es in Bruxelles zu hören war. (Wenn Sie mir nicht glauben, bitte nehmen Sie sich die Mühe und höre die ganzen Veranstaltung genau zu.
      Es könnte sein, daß Sie nie von Ms Heller gehört hätten, wenn ihre Mentor Georg Lukács im 1. Weltkrieg an der russischen Fron gefallen hätte.
      Wenn er einberufen worden, lief er zu meinem Onkel um den Befreiung von Militärdienst zu betteln. Leider hat mein Onkel seinen ehemaligen Mitschüler geholfen und dadurch Ungarn einen Bärendienst gemacht. (Mein Onkel, obwohl wegen seinen Position befreit wäre, hat eingerückt und mehrere Jahren als Husarenoffizier an der Front gedient.
      Was die Anwälte angeht: es gibt immer einige, die sich auf erpresserische Abmahnungen spezializieren. Eine, Freiherr von G. hat sich auf den Wort „Explorer“ fixiert. Am Ende hat er Selbstmord begangen.

  6. Hungarian Voice, beleidigt kann nur Prof. Heller sein. Da ich nicht ihr Anwalt bin, kann ich auch nichts verlangen. Meiner bescheidenen Meinung nach ist der oben von mir zitierte Text beleidigend.
    Als Bloginhaber ist es Ihre Entscheidung und Sie allein entscheiden, was Sie tolerieren. Und daraus kann man auch folgern.

    Wer einen Stil wie Rákó benützt, schadet in erster Linie sich selbst, denn man wird damit nicht glaubhafter.
    Ich wurde auf fidesznahen moderierten blogs in einer unglaublichen Weise beleidigt, das zeigt mit wem man zu tun hat.

    • @ Pfeifer: Sie werden mir aber sicher nachsehen, dass ich – gerade vor dem Hintergrund Ihrer letzten Bemerkung – nicht jedem dämlichen Kommentar gesteigerte Aufmerksamkeit widme. Mir wurde übrigens auch schon vorgeworfen, ich würde durch das Stehenlassen Ihrer Kommentare der antiungarischen Volksverhetzung Platz bieten. Habe ich Sie daraufhin in Ihren Aussagen beschränkt? Nein. Selbst so geistreiche Kommentare wie z.B. denjenigen, der mich in die Richtung von Zsolt Bayer und János Lázár rückte oder einen, in dem mir vorgeworfen wurde, mit meiner „jüdischen“ Gesinnung Ungarn herabzuwürdigen, ließ ich stehen. Betroffene mögen sich gerne an mich wenden, wenn Ihnen ein Kommentar aufstößt. Der (höfliche und sachliche) Stil ist mir ausgesprochen wichtig. Und auch für kritische Anmerkungen bin ich immer dankbar. Sie, Herr Pfeifer, baten bislang zu keinem Zeitpunkt um irgend eine Löschung, sondern gehen lieber mit dem Unsinn manch eines Kommentators andernorts an die Öffentlichkeit, um damit irgendwelche Beweise zu führen.

      Dieses Forum soll einen Platz für offene und kritische Diskussion bieten. Das mir dies relativ gut zu gelingen scheint, zeigen die meisten, auch kontroversen, Kommentare; zu den positiven Feedbacks zähle ich übrigens auch den Kommentar von György Dalos von vor einigen Tagen.

      Noch ein Nachtrag: Ich will und werde es weder den weit rechts stehenden noch den „antifaschistischen“ Kommentatoren jemals Recht machen können. Ich bin aber ganz offen: Ich will es auch nicht.

  7. Aber ja Hungarian Voice, ich habe ja auch nicht protestiert gegen die mich beleidigenden Kommentare von terrier, denn diese charakterisieren die national-sozialistische Jobbik Diktion, die man auch auf moderierten fidesznahen Medien findet. Die nicht Ungarisch sprechenden Leser konnten sich ein Bild machen.
    Das aber ist natürlich kein Freibrief für die Zukunft und entlastet Sie nicht von Ihrer Verantwortung.

    Das mit der „antiungarischen Volksverhetzung“ amüsiert mich.
    Jegliche Verhetzung kann geklagt werden. Und bislang wurde keine Zeitung, die einen meiner Texte über Ungarn publizierte, geklagt.

    • @ Pfeifer: Wie gesagt. Sie können sich jederzeit an mich wenden und mich auffordern, Beiträge, die Sie als Eingriffe in Ihre Rechte betrachten, zu löschen. Eine einfache Mail genügt. Wenn ich mich weigere, steht Ihnen der Rechtsweg offen.

      • Es ist eine reine Unterstellung, dass ich beleidigende Kommentare gemacht hätte , es sei denn, daß man von beweisbaren allgemeinen Tatsachen betroffen fühlt.

        Eine persönliche Festlegung: meine Meinungen sind so weit weg von JOBBIK, wie Jerusalem von Makó !

  8. Amikor a Fütyülő engem személyesen támad meg, miért törli a válaszomat?
    Wenn Karl Pfeifer mich persönlich angreift und beleidigt, warum wird meinen Antwort gestrichen und nicht seinen Beitrag?

    • @ Rákó: Der geschmacklose erste Satz Ihrer von mir gelöschten „Antwort“ ist die Lösung Ihrer Frage. Ich empfehle Ihnen wärmstens, sich einen anderen Tonfall zuzulegen oder andernorts Ihre hanebüchenen Vergleiche anzubringen.

  9. @Boris Kalnóky, recht weit oben, konnte nicht direkt antworten.

    Sie haben gewiss Recht, dass von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes auch viel vom Erfolg der Regierung Orbán II abhängen wird. Man sollte dem in sich verwobenen Themenkomplex Wirtschafts-/ Finanz-/ Steuer-/ Arbeitsmarktpolitik mehr Raum für Diskussionen schenken.

    Ich hatte hier früher immer mal wieder auch auf die Wirtschaftspolitk und/bzw. das Gesamtkonzept von Fidesz (so es denn eines geben sollte) und die Bewertung des/der eben solchen verwiesen und meine Meinung geäußert (wenn ich mich richtig erinnere, bevor Sie zu den Kommenatoren stießen).

    Ein Detail aus dem Alltag wurde einem, der hier für ein Unternehmen arbeitet, spätestens im Februar deutlich: dass nämlich die Lohnnebenkosten für die etwas besser Verdienenden für Arbeitgeber nicht unrelevant gestiegen sind. Genauer: wenn man den Angestellten weiterhin zumindest dasselbe Netto wie im Dezember 2010 auszahlen wollte, musste man drauflegen.

    Das ist schlichtweg Fakt. Und dass dies weder als Anreiz für Neueinstellungen darstellt, noch für eine Legalisierung von (Teil-)Schwarzarbeit, wie sie in manchen Unternehmen vorkommen soll, muss ich nicht weiter erklären.

    Das kann, nein soll meinerseits als Angebot für den Anstoß zu einer Diskussion verstanden werden. Als umfangreichere „Ingredienz“, als zusätzlicher „Input“ mag die wertende Zusammenfassung der bisherigen Wirtschaftspolitik der Regierung gelten, die der Pester Lloyd nun ins Netz gestellt hat:

    http://www.pesterlloyd.net/2011_20/20Jahr1Wirtschaft/20jahr1wirtschaft.html

    • Lieber Peter K.,

      Danke für die İnfo, könnten Sie præzisieren welche Elemente der Nebenkosten gestiegen sind? Und wie sich parallel dazu die Besteuerung der Unternehmen entwickelt?

      Denn tatsæchlich kann nichts gelingen, wenn nicht mehr Arbeitsplætze in mittelstændischen Betrieben entstehen. Deren Förderung ist ja Ziel der Regierung.

      İch hatte den Lloyd-Artikel auch gelesen und fand ihn fast souveræn, da wurde doch tatsæchlich von mutigen und bitter nötigen Entscheidungen gesprochen, obwohl doch von Orban die Rede ist. Kritik war um İnhaltlichkeit bemüht, nicht um ideologische Aburteilung. Schön wenn es immer so wære.

      İch weiss nicht was HV tun könnte, um der von İhnen angeregten Debatte einen Rahmen zu geben, vielleicht eignet sich der Lloyd-Artikel? Der Kommentarthread hier ist sicher nicht geeignet.

  10. Lieber Herr Kálnoky,
    da ich oben nicht antworten konnte, möchte ich doch noch eine Frage stellen. Meinen Sie wirklich die Anbetung eines Turul Vogels und die Sehnsucht und Propagierung der heidnischen Vergangengheit, die von so vielen Ungarn betrieben wird, sollte nicht kritisiert werden, denn das sei doch ideologisches Blabla?

  11. Lieber Herr Pfeifer,

    in Griechenland war ich zu Gast bei Leuten, die sich weisse Roben anziehen und Zeus und seine Olymp-Kollegen verehren. Na und?

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