Budapester Zeitung veröffentlicht „offenen Brief“ von István Lovas an die ausländischen Korrespondenten in Ungarn

Der rechtskonservative ungarische Journalist und Publizist István Lovas hat in der regierungsnahen Tageszeitung Magyar Nemzet einen offenen Brief an den Klub ausländischer Korrespondenten in Ungarn (HIPA) veröffentlicht, den die Budapester Zeitung (als Gastbeitrag) abdruckt.

http://www.budapester.hu/index.php?option=com_content&task=view&id=11153&Itemid=134

Lovas übt in seinem Beitrag scharfe Kritik an der seines Erachtens einseitigen Ungarn-Berichterstattung. Die Auslandskorrespondenten würden sich seit vielen Jahren ausschließlich im linken und linksliberalen Lager über die Politik und die Gesellschaft in Ungarn informieren. So sei es erklärbar, dass bereits in den Jahren 1998-2002 das Ende der Demokratie heraufbeschworen wurde, die Folgejahre sozialliberaler Regierungen jedoch mit bemerkenswerter Milde begleitet worden seien.

Besondere Erwähnung findet die nicht selten in deutschsprachigen Beiträgen als Quelle genannte Kulturwissenschaftlerin, Antifaschistin und Antisemitismusforscherin Magdalena Marsovszky. Sie ist – schon seit 1998 – heftige Kritikerin des Fidesz. Lovas formuliert seine Kritik an den Journalisten diesbezüglich wie folgt:

Wenn nichts passiert, das Anlass dazu gibt, die Na­zi-Keule zu schwingen, dann stauben Sie Figuren ab wie Magdalene Mar­sovszky in Deutsch­land, die zum zweihundertsten Mal erklärt, dass Viktor Orbán der Ideo­lo­gie Hitlers (völkisches Ge­dan­kengut) nacheifere.

Das Nachrichtenportal eurotopics hatte die o.g. Passage des Originalbeitrages am 17. Mai 2011 unvollständig wie folgt übersetzt:

Wenn nichts passiert, das Anlass dazu gibt, die Nazikeule zu schwingen, dann entstauben sie Figuren wie Magdalena Marsovszky in Deutschland, die zum zweihundertsten Mal erklärt, dass Viktor Orbán der Ideologie Hitlers nacheifere.“

Magdalena Marsovszky hat sich bei eurotopics über den Abdruck der Passage beschwert und deren Entfernung verlangt. Sie habe nie behauptet, Orbán eifere der Ideologie Hitlers nach. Zudem forderte sie, eurotopics solle sich von der (laut Marsovszky „völkischen“) „regierungsnahen Tageszeitung Magyar Nemzet distanzieren“.

Eurotopics hat den Beitrag zwischenzeitlich modifiziert und die entsprechende Passage vollständig entfernt, statt sie – was die Chronologie erkennbar gemacht hätte – zu ergänzen und die Gegendarstellung Marsovszkys zusätzlich zu veröffentlichen. Was im Rahmen dieser Berichtigung verloren gegangen ist, ist der Umstand, dass Marsovszky in der Tat seit Jahren undifferenziert behauptet, Fidesz sei eine völkische Partei, verfolge eine „völkische Ideologie“ bzw. eine „völkische Wende„. Insoweit ist die Behauptung Lovas´, Marsovszky unterstelle Viktor Orbán „völkisches Gedankengut“, durchaus zutreffend.

Laut Marsovszky werde die Nation durch  Fidesz als „ethnisch-biologische Einheit“ definiert. Ferner stellt sie diesen Umstand in einen direkten Zusammenhang mit Antisemitismus in Ungarn:

Das Präjudizieren und das Dichotomisieren der Völkischen haben sehr oft eine antisemitische Konnotation. Der Antisemitismus kann ja nicht im engeren Sinne als Feindschaft gegen eine bestimmte religiöse Gemeinschaft oder kulturelle Gruppe, nämlich die jüdische, aufgefasst werden, sondern vielmehr als Weltanschauung oder als kultureller Code. Er hat sehr viel mit der Definition der Nation und deren Kulturbegriff zu tun. Wird die Nation als eine völkisch-ethnisch homogene Gemeinschaft aufgefasst, wird alles, was die vermeintliche Homogenität des Volkstums hinterfragt, als „verjudet“ oder als „jüdische Unterwanderung“ des Volkskörpers gedeutet.“

Dass der Nationsbegriff des Fidesz eben kein „ethnisch-biologischer“, sondern vielmehr ein sprachlich-kultureller ist, lässt sich allerdings an der Tatsache ablesen, dass die Möglichkeit von Auslandsungarn, die Staatsbürgerschaft zu erwerben, gerade nicht von ethnischer Herkunft, sondern zuvorderst davon abhängt, dass man Staatsbürger des „geschichtlichen Ungarn“ zu seinen Vorfahren zählt und ungarisch spricht. Ob es sich „ethnisch“ um Slowaken, Roma, Rumänen, Kroaten oder Serben handelt, spielt keine Rolle.

Liest man die Zeilen Marsovszkys zum vermeintlich völkischen Ansatz von Viktor Orbáns Partei Fidesz, so kann durchaus der falsche Eindruck entstehen, die Politik der ungarischen Regierung sei jedenfalls mit den Vorläufern des Nationalsozialismus eng wesensverwandt. Als Beispiel sei auch die im Rahmen von Marsovszky auf Hungarian Voice aufgestellte These verwiesen, die Politik Ungarns im Bezug zur Staatsbürgerschaft für Auslandsungarn sei eine „Blut-und-Boden-Ideologie„:

Diese Blut-und-Boden-Ideologie war typisch für Deutschland vor dem II. Weltkrieg und auch für Ungarn. Sicherlich gibt es in Deutschland auch heute völkische Tendenzen, das ist nicht zu leugnen. Aber im Gegensatz zum heutigen Deutschland sind in Ungarn der Nationsbegriff und die ganze kulturelle Konzeption von dieser völkischen Ideologie bestimmt. (…)“

Der Bezug zum Vorkriegsdeutschland und damit auch zum Nationalsozialismus ist hier – aus Sicht des Lesers – nicht ganz von der Hand zu weisen. Gemeinsam mit Berichten aus der WELT, in denen Ungarn als „Führerstaat“ bezeichnet wird oder auf den dortigen „Faschismus“ verwiesen wird, ergibt sich dann ein verzerrtes Bild des heutigen Ungarn.

74 Kommentare zu “Budapester Zeitung veröffentlicht „offenen Brief“ von István Lovas an die ausländischen Korrespondenten in Ungarn

  1. Sie haben sicherlich meinen Kommentar zum entsprechenden Artikel in der Budapester Zeitung gelesen, der auf der Webseite erschienen ist. Dennoch haben Sie die Unwahrheit über mich weitergetragen. Das ist absolut unmoralisch und entspricht nicht den Anforderungen eines seriösen Journalismus. Sie sollten sich schämen!

    Hier ist mein Kommentar, den Sie gelesen haben müssen, bevor Sie den Artikel veröffentlichten:

    „Ich mache Sie hiermit darauf aufmerksam, dass Sie im übersetzten Artikel von Istvan Lovas gerade eine Unwahrheit über mich verbreiten. Ich habe nie, an keiner Stelle, in keinem einzigen meiner Aufsätze geschrieben, dass Viktor Orbán der Ideologie Hitlers nacheifere. Lovas schreibt seit vielen Jahren über mich, meine Gegendarstellungen wurden jedoch in Magyar Nemzet noch nie veröffentlicht. Ich hoffe, meine Zeilen bleiben hier wenigstens als Kommentar erhalten. Auf meine Intervention hin übrigens wurde die betreffende Zeile des Lovas‘ Artikels über mich auch in dem in fünf Sprachen erscheinenden Internetportal „eurotopics“ von der Redaktion entfernt. MfG. Magdalena Marsovszky“

    • Sehr geehrte Frau Marsovszky,

      Ihre subjektive Auffassung zu „seriösem Journalismus“ in Ehren. Ich verstehe aber nicht, inwieweit ich „die Unwahrheit weiter getragen“ haben soll. Tatsache ist, dass Lovas in seinem öffentlich zugänglichen Beitrag behauptet hat, Sie würden Orbán mit der „Ideologie Hitlers“ in Zusammenhang bringen. Belege dafür habe ich keine gefunden und auf Ihre Beschwerde hingewiesen, ebenso auf die Entfernung dieser Passage auf eurotopics:

      Magdalena Marsovszky hat sich bei eurotopics über den Abdruck der Passage beschwert und deren Entfernung verlangt. Sie habe nie behauptet, Orbán eifere der Ideologie Hitlers nach. Zudem forderte sie, eurotopics solle sich von der (laut Marsovszky „völkischen“) „regierungsnahen Tageszeitung Magyar Nemzet distanzieren“.

      Von der Weiterverbreitung der Unwahrheit kann meines Erachtens keine Rede sein. Ich habe einen Beitrag zitiert, und Ihre Gegendarstelung gleich mit in den Beitrag aufgenommen (zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, ohne jede Einschränkung Ihre Sicht der Dinge darzulegen). Schon gar nicht habe ich behauptet, dass Lovas mit dem, was er gesagt hat, Recht hat („Ideologie Hitlers“). Ich gebe lediglich im Wege eines Zitats wieder, was Lovas schrieb, ebenso Ihre Reaktion darauf – sogar einen Link habe ich beigefügt. Ihre hiesige Reaktion ist inhaltlich nichts anderes als das, was ich selbst in meinen Artikel aufgenommen habe. Ich habe Ihre Gegendarstellung sozusagen vorweg genommen.

      Meine eigene Bewertung der Sache ist folgende: Sie sprechen seit Jahren über den „völkischen Ansatz“ von Fidesz und verknüpfen diesen (das ist meine persönliche Wertung) undifferenziert mit Antisemitismus und Rassismus in Ungarn. Stichworte: „Ethnisch-biologische Volksgemeinschaft“ und anderes, was man hier nachlesen kann:

      http://www.stimmen-der-zeit.de/zeitschrift/ausgabe/details?k_beitrag=2980968&query_start=1

      Was Ihren Wunsch, Gegendarstellungen auf Magyar Nemzet durchzusetzen, angeht, so bin ich nicht dafür verantwortlich, dass Sie dort nicht zu Wort kommen. Ich jedenfalls gebe Ihnen jederzeit die Möglichkeit, Ihre Meinung zu sagen. Den Vorwurf unmoralischen Verhaltens weise ich zurück.

      MfG

  2. Erfreulich, dass Sie zugeben, keine Belege dafür gefunden zu haben, in denen ich behauptet hätte, Orban würde der Ideologie Hitlers nacheifern. Solche Belege gibt es nämlich tatsächlich keine. Genau das ist die falsche Ecke, in die ich von Lovas geschoben wurde.
    Das, was Sie sonst schreiben, entspricht natürlich in keiner Hinsicht wissenschaftlichen Standards, aber das zu erwarten, wäre auch zu viel.
    Wenn Sie von mir zitieren, dafür bedanke ich mich sogar. Anhand der Zitate aber falsche Zusammenhänge zu konstruieren, ist eine andere Sache. Ob das, was ich schreibe, differenziert oder undifferenziert betrachtet werden kann, würde ich lieber von meinen KollegInnen bewerten lassen.
    Ich empfehle die Liste meiner Publikationen auf der Webseite http://www.forschungsforum.net. Das ist die Seite des Villigster Forschungsforums zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e.V., einer Gruppe von hoch qualifizierten WissenschaftlerInnen. Wenn Sie mir erlauben, empfehle ich Ihnen, sich anhand der Literaturangaben, auch bei denen meiner KollegInnen, in die Materie einzulesen, um sich ein klares Bild verschaffen zu können.
    MfG. M.M.

    PS.: Mir fällt auch ein: Warum ziehen sich so unfair über mich her und reden nicht direkt mit mir? Stellen Sie mir doch Fragen, und ich beantworte sie gerne!

  3. Hungarian Voice
    István Lovas zitieren Sie als eine zuverlässige Quelle. Doch seine Vertrauenswürdigkeit wurde von János Kenedy in einem dreiteiligen Artikel in ES erschüttert.
    http://www.es.hu/kenedi_janos;a_szavahihetoseg_es_lovas_istvan_i;2003-02-19.html
    http://www.es.hu/2003-02-19_a-szavahihetoseg-es-lovas-istvan-ii
    http://www.es.hu/2003-02-25_a-szavahihetoseg-es-lovas-istvan—iii
    Interessanterweise hat laut Magyar Hirlap Journalist György Vámos István Lovas 1996 ein Gesuch um Einwanderung nach Israel eingereicht. Doch die Einwanderungsgenehmigung wurde zurückgezogen, weil er eine unwahre Erklärung abgegeben hatte.
    http://epa.oszk.hu/00800/00804/00211/35685.html
    Soviel über die Vertrauenswürdigkeit von István Lovas.

    Ich denke, dass man den Begriff völkisch nicht als synonym für nationalsozialistisch verwenden sollte, wie das die Nationalsozialisten implizierten: „völkisch, national mit Betonung der in Rasse und Volkstum liegenden Werte“ [Volksbrockhaus 1937] Man sollte daher nicht heftig protestieren, wenn Magdalena Marsovszky ihre Behauptung Fidesz ist eine völkische Partei mit Fakten belegt. Denn man kann anzweifeln, ob die gesamte Partei völkisch sei, jedoch nicht leugnen, dass es völkisch gesinnte Politiker und Journalisten bei Fidesz gibt.

    In Ungarn wird eine linksliberale Verschwörung gegen Ungarn [eine jüdische gibt es laut Orbáns eigenen Worten nicht] herbeiphantasiert, die es sich zum Ziel gesetzt hat den Ruf Ungarns zu schädigen. Eine solche Sicht verkennt die Fakten, dass durchaus auch konservative Medien Kritik an Fidesz und der von ihr gestellten Regierung üben.
    Man wird schwerlich die deutschen Jesuiten als Teilnehmer einer solchen Verschwörung bezeichnen können. In ihrer Zeitschrift haben sie vor ein paar Tagen eine gründliche Arbeit von Magdalena Marsovszky publiziert.
    „Heiliger Turul, steh uns bei!“ Ungarns völkische Wende und die Sakralisierung der Nation
    http://www.stimmen-der-zeit.de/zeitschrift/ausgabe/details?k_beitrag=2980968&query_start=1

    Aus welchem Blickwinkel man die ungarische Realität betrachtet, wird es schwer erklärbar sein, wieso in einem „christlichen“ Land, heidnische vorchristliche Rituale Teil einer gewissen rechtsextremen Kultur werden konnten. Ich habe den energischen Protest der sich zu den „christlichen Werten“ bekennenden Politiker dagegen nicht bemerkt. Habe ich da etwas übersehen?

  4. HV_About_Absatz 4:
    „Bei der Lektüre der Presseorgane von Hamburg bis Wien erscheint mir die Darstellung Ungarns seit geraumer Zeit als bedauernswert einseitig.“

    HV_About_vorletzter Absatz:
    „Diese Plattform bemüht sich um Objektivität, will den Zeitungen von Hamburg über München bis Wien ganz bewusst eine andere – natürlich nicht den Anspruch auf Unfehlbarkeit erhebende – Sichtweise und Fakten gegenüberstellen.“

    Na ja! Tehát??… Also gut! So sei es! AMEN!

    Kurz hintereinander wird viel Platz der „Budapester Zeitung“ eingeräumt. Das ist wohl HV-Faktum… Gemäss „time stamp“ zwischen 17. und 22. Mai 2011.

    Doch…
    Isten ments! Gott bewahre!
    Dieser „post“ wird keine Beteiligung an „Elfenbeinturm-Gesprächen“ (Kulturwissenschaft, Rechtswissenschaft…)!

    Lediglich eine wahre Geschichte kann ich „beitragen“!

    Kürzlich (April 2011) geschehen in Kósaváros („Kósastadt“), der zweitgrössten ungarischen Stadt… (Na!? Sie wissen schon… Kalvinistisches ROM!… Weit… weit… „irgendwo“ im OSTEN…):

    Verteilt auf der langgestreckten Insel erwarten Menschen die einzige Tramlinie und die heruntergekommen-rüttelnde-schüttelnde Zitterkisten-Komposition fährt tatsächlich ein…: >> PLAZA-Station („sztéjson“)! doch noch erreicht… [es hätte ja anders kommen können…]

    Krampfhaft mich festhaltend beim Bremsmanöver, sah ich ein armseliges, altes, zeitgegerbtes, gekrümmt-stehendes, gebrechliches „Pärchen“ auf der Insel, inmitten Wartender.

    Normalerweise – so bereits früher festgestellt – öffnen sich alle Türen der Komposition, obschon viele Türen die Aufschrift tragen: „Nur für Aussteigen“.

    In der Regel wird überall – stets diszipliniert und geordnet – „ausgestiegen“, dann „eingestiegen“.
    Ich war blass erstaunt, wurde nervös!
    Es konnte NICHT AUSGESTIEGEN werden!

    Sofort reihten sich die Wartenden auf der Insel in Richtung Türe beim Chauffeur, wo die Türe geöffnet „WARD“??.

    Zwar nicht gehetzt, doch zielstrebig reihten sich die Wartenden in Richtung vorderste Türe und stiegen ein… Langsam, vielleicht gehemmt, folgten die beiden ALTEN. Sie wurden überholt… doch schlurften auch sie in Richtung vorderste, offene Tür…

    Bevor sie einsteigen konnten, schloss der Chauffeur diese vorderste Türe und öffnete die übrigen, hinteren Türen… zugunsten aller „Aussteiger“! So konnte auch ich – plangemäss – aussteigen… bei PLAZA-„sztéjson“! Welch‘ ein Glück eines „Touristen“!

    Den beiden Alten schaute ich nach: Die blieben ratlos und irgendwie verlassen, gekrümmt auf der „geraden“ Insel.

    Leider bin ich zu wenig erfahren.
    Ich weiss nicht: Stand da nun die „Bitterste Armut Ungarns“ oder standen da „Zigeuner“ auf der Insel?!

    Altershalber habe ich vermutlich keine Zeit mehr, um diesem täglichen Begebnis eine „ELITÄRE STUDIE“ (z.B. „Zur Europäischen ROMA-Strategie“) folgen zu lassen.

    In diesem Sinne…
    Nur ein Krümel aktueller Zeitgeschichte…
    mit Grüssen an die HV-BlogGemeinde!

    Jean Louis

      • Danke für die „BLUMEN“…, Geschätzte „Hungarian Voice…“… Die STIMME… im Netz der Netze…

        Ja… ja …
        Zwei Beiträge sind „viele Platz“… zwischen 17. und 22.-stem Mai…

        Gemäss Suche nach „Budapester“ auf der HV-WebSite… kommen – immerhin – 10 Beiträge zusammen.

        Das ist aber – langfristig betrachtet – problemlos!

        Jan Maika und meine Wenigkeit sind „vergänglich“!

        Nur die „BUDAPESTER ZEITUNG“ (evtl. auch noch der „PESTER LLOYD“) wird die Zeiten überleben, weiterhin deutschsprachig aus Ungarn berichten…

        Bitte, sichern Sie die Nachfolge zeitig, damit HUNGARIAN VOICE ebenfalls weiterberichten kann…

        Mit „Jean Louis“ wird sich HV demnächst ja nicht mehr auseinandersetzen müssen…
        Er geht…

        Nur die für „überlange Amtszeiten Gewählten“ der ungarischen „StaatsKontroll-Institutionen“ haben eine Chance, die Zukunft in der weiterhin „fröhlichsten Baracke“ in OST-MITTELEUROPA zu „ge-stalten“…

        Was kümmert mich mein „Geschwätz von gestern“??

        Diese sich global-drehende Kugel, um die Sonne herum, wird dank der Drehung innerhalb der Milchstrasse unseren BLOG-Diskurs im „DIGITALEN NIRWANA“ demnächst vergessen… lassen…

        Lediglich „der Pfarrer“… BALOG ZOLTÁN wird in Erinnerung bleiben… Denn er sorgt nun als Staats-Sekretär für eine „tolerante Zukunft christlicher Nächstenliebe“ für die kommende EWIGKEIT!

        Im Video sah ich ihn lächelnd als Beigemüse am Tisch herumsitzend, während dem DER MINISTERPRÄSIDENT und der „Wolf“… FARKAS FLÓRIÁN, lächelnd den Vertrag unterschrieben…

        Demnächst erwarte ich die zutreffenden Artikel der Budapester Zeitung in Sachen ERFOLG dieser inszeniert-grandiosen Unterschriften: ORBÁN és FARKAS!

        Den Rest sollte EUROPA erledigen (Gemäss ROMA-Strategie der ungarischen RatsPräsidentschaft… bis 30. Juni 2011)…

        Da hilft nur noch Eigeninitiative… Von „unten“…
        Denn nur von unten kommt die Idee einer „wirklichen“ und „wirksamen“ VERÄNDERUNG!

        z.B. IGRICI…
        (In Stuttgart beschwört man die GRÜN-ROTE „Bürgergesellschaft“: grüne Gurken? rote Tomaten?)

        Die ZUKUNFT wird ALLES ERLEDIGEN.

        In diesem Geiste
        Jean Louis

  5. Nun Hungarian Voice, wenn die Beschuldigung die Lovas gegen Marsovszky erhebt, unwahr ist, und das wissen Sie, wozu dann diese hier bringen?
    Die Zuverlässigkeit von Lovas spielt doch eine Rolle und dazu habe ich lediglich die URLs von ein paar Artikeln angegeben, die von den Ungarisch könnenden Lesern überprüft werden können.
    Lovas schreibt: „„Wenn nichts passiert, das Anlass dazu gibt, die Na¬zi-Keule zu schwingen, dann stauben Sie Figuren ab wie Magdalene Mar¬sovszky in Deutsch¬land, die zum zweihundertsten Mal erklärt, dass Viktor Orbán der Ideo¬lo¬gie Hitlers (völkisches Ge¬dan¬kengut) nacheifere.„
    Da wendet Lovas die Nazidefinition von völkisch an, wie ich in meinem obigen Beitrag gezeigt habe. Das ist zu kritisieren.
    Gerade hier werden Medien kritisiert, die angeblich nicht wissen, was in Ungarn vorgeht und die trotzdem mutwillig Behauptungen über das Land aufstellen. Dazu werden dann ein oder mehrere Details gebracht, die auf Irrtümer hinweisen, aber die wesentlichen Aussagen dieser Artikel werden nicht widerlegt. Da ist schon wichtig darauf hinzuweisen, dass es völkische Politiker und Journalisten bei Fidesz gibt.
    Es ist auch wichtig, dass diejenigen, die sich hier immer wieder auf das „christliche“ Ungarn berufen, die Frage gestellt bekommen, ob denn der Kult des Turul Vogels und die heidnischen Rituale, denen so viele Rechtsextremisten frönen nicht den von ihnen postulieren „christlichen Werten“ widersprechen.

    • @ Pfeifer:
      1. Der Beitrag von Lovas befasst sich zu 80% mit einem weiter gefassten Thema.
      2. Ich hielt es für wichtig, im Zusammenhang mit Lovas darauf hinzuweisen, dass Frau Marsovszky den Vorwurf der völkischen Politik seit Jahren erhebt (z.B. mit der „ethnisch-biologischen“ Volksgemeinschaft). Ich halte diese These in der Gesamtbewertung der Partei für unzutreffend.

      • In der Gesamtbewertung welcher „Partei“?

        Der Partei der „NATIONALEN ZUSAMMENARBEIT“??
        ODER
        Der Partei des „auseinanderbrechenden SOCIALISMUS“??

        „LOVAS“ reitet „sein PFERD“… (Ich hoffe, der Wortwitz kommt an…): Sein Recht… als „Journalist“… (???).

        „MAGDALÉNA MARSZOVSKY“ reitet „ihr PFERD“ als Kulturwissenschafterin… (Ihr Recht)

        Schade!
        Doch NICHT VERWUNDERLICH!

      • @Antwort…. Fortsetzung…

        Also…
        LOVAS reitet… sein PFERD… („Journalist“)
        MARSZOVSZKY ihr PFERD… („Kulturwissenschafterin“)

        Das ist eben die ungarische Tragödie: Den Aussenstehenden wird immer wieder die „BRAVOUR“ des EINEN REITERS vorgeführt, der ganz hinten – scheinbar bescheiden, doch gekonnt-aufrecht – auf zwei Rössern STEHT und all‘ die andern Rösser vor sich her jagt… (>> PUSZTA-ROMANTIK! Für unsere lieben Zahnarzt-Touristen…)

        „PUSZTA“ heisst auf gut Deutsch: LEER, VERLASSEN, ÖDE… von „Allem befreit“…d.h. „lediglich“… (wie eben auf Deutsch im Wort „ledig“…)

        „pusztán figyelembe kéne venni“… Lediglich wäre zu beachten…

        Was bedeutet wohl „NATIONALE ZUSAMMENARBEIT“?

        Von wegen… Wohlgerittene Rösser?
        Jeder LOVAS steigt vom Sattel…

        Es ist lediglich eine Frage der Zeit…

        Statt „öde“ Sprüche (puszta mellébeszélés) kommt nächstens die Stunde der Wahrheit:

        AM ENDE DER AUSREDEN…
        [Richard Wagner, 1952, Autor und Publizist, Berlin (Banater Abstammung!)]

        So traurig bleibt wohl die „Ungarische Wahrheit“ der gesamtgesellschaftlichen SPALTUNG!

  6. Literaturempfehlung:

    Uwe Puschner/ G. Ulrich Großmann (Hrsg.): Völkisch und national. Zur Aktualität alter Denkmuster im 21. Jahrhundert, WBG., 2009;

    Michael Fahlbusch/ Ingo Haar (Hrsg.): Völkische Wissenschaften und Politikberatung im 20. Jahrhundert. Expertise und „Neuordnung“ Europas, F. Schöningh, 2010 und so weiter und so fort.

    Wünsche spannende Stunden.
    Dazulernen macht Spaß!

    MfG. M.M.

  7. H.V.
    I. Lovas ist alles andere andere als eine zuverlässige Quelle. Q.e.d.

    Sie aber wenden häufig eine Methode an, die ich – als ich noch manchmal aus Gerichten berichtete – bei einigen geschickten Rechtsverdrehern beobachten konnte. Sie nehmen ein Detail aus einem Argument des Gegners heraus, um zu beweisen, dass a l l e Argumente nicht stichhaltig seien. Sie meinen Fidesz sei insgesamt nicht völkisch. Akzeptiert als Hypothese in der Diskussion.
    Doch Marsovszky bringt eine Menge konkrete Daten über völkische Politiker und Journalisten von Fidesz. Sind diese dann wertlos und müssen nicht mehr ernst genommen werden, weil sie sich – ihrer Meinung nach – in einem Detail geirrt hat?
    Um es klarzumachen ein Beispiel: Ein Staatsanwalt bringt die Anklage gegen eine Bande von 15 Männern ein. Einem Anwalt gelingt es nachzuweisen, dass sein Mandant, einer der 15 an den Verbrechen beschuldigten Männer überhaupt nichts zu tun hat mit der Bande, beweist das, dass auch die Anklage gegen den 14 anderen Beschuldigten fallen gelassen werden muss?

    Kehren wir also zurück zu den Argumenten von Marsovszky, die sie in ihrem letzten Artikel, die von der Zeitschrift der deutschen Jesuiten vor ein paar Tagen publiziert wurde, gebracht hat. Da erwarte ich von Ihnen und von anderen Postern eine Diskussion zur Sache und keinen Holzhammer à la Lovas.

  8. „Gemeinsam mit Berichten aus der WELT, in denen Ungarn als „Führerstaat“ bezeichnet wird oder auf den dortigen „Faschismus“ verwiesen wird, ergibt sich dann ein verzerrtes Bild des heutigen Ungarns.“

    Und dieser Satz von Ihnen ist wohl die Höhe!
    Sie haben doch keine Ahnung, was Faschismus im wissenschaftlichen Sinne heisst!
    Sie bringen mich in einen Kontext, der vollkommen unhaltbar ist!

    Hier eine weitere Literaturempfehlung, mit besonderem Augenmerk auf die Aufsätze über die Faschismustheorien:
    Claudia Globisch/ Agnieska Pufelska/ Volkes Weiss (Hrsg), Die Dynamik der europäischen Rechten. Geschichte, Kontinuitäten und Wandel, VS Verlag, 2011.

    • @ Frau Marsovszky:

      Ich bleibe dabei, dass die Präsentation Ungarns als am Rande des Faschismus stehend nach meiner Auffassung (auch wenn ich „keine Ahnung“ haben sollte) problematisch ist. Auch Sie sprachen schon von einer „Kultur des Faschismus“.

      Es ist aber vor allem diese völkische Tradition, die ich als sehr problematisch ansehe. Unter Berücksichtigung der gesamten öffentlichen Kommunikation – insbesondere in den so genannten national gesinnten Medien – kommt der völkische Charakter dieser Verfassung klar zum Vorschein. Diese Verfassung tendiert sehr deutlich in Richtung eines völkischen Staates, in eine Richtung, in der die Kultur des Faschismus immer mehr dominiert.

      Den Begriff definiere ich nach dem Faschismusforscher Roger Griffin als Kultur des Faschismus in Reinform. Das ist ein „revolutionärer Nationalismus“, in der ständig von der „Erneuerung und Wiedergeburt der Nation“ gesprochen wird, in der eine gesunde, organisch gewachsene Gemeinschaft entstehen soll, die nicht nur von der Kultur, sondern auch von der gemeinsamen, blutsmäßigen Abstammung zusammengehalten wird. “

      Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/34/34646/1.html

      Ich glaube, man sollte den Begriff des Faschismus oder faschistischer Tendenzen nicht inflationär verwenden. Wenn schon Herr Pfeifer im Zusammenhang mit der längsten Zeit des Horthy-Regimes den Begriff des „Faschismus“ ablehnt (und damit nicht im Einklang mit vielen Antifaschisten steht), so sehe ich ihn für das heutige Ungarn als kaum passend an. Wenn Sie Jobbik als faschistisch bezeichnen, haben Sie meine volle Zustimmung. Wenn Sie das aber z.B. mit der neuen Verfassung und damit indirekt auch mit der verabschiedenden Regierungsmehrheit tun, dann nicht. Orbán ist nicht Horthy, auch wenn uns der Tagesanzeiger den ungarischen Ministerpräsidenten neulich als seinen Nachfolger präsentieren wollte.

      • @HV: Den Begriff definiere ich nach dem Faschismusforscher Roger Griffin als Kultur des Faschismus in Reinform. Das ist ein „revolutionärer Nationalismus“, in der ständig von der „Erneuerung und Wiedergeburt der Nation“ gesprochen wird, in der eine gesunde, organisch gewachsene Gemeinschaft entstehen soll, die nicht nur von der Kultur, sondern auch von der gemeinsamen, blutsmäßigen Abstammung zusammengehalten wird.“

        Zum revolutionären Nationalismus und der nationalen Wiedergeburt siehe Orbáns lächerlichen „Essay“ in der Welt (http://www.welt.de/debatte/article13340784/Wir-Ungarn-gewinnen-die-Selbstachtung-zurueck.html): „Die am Ostermontag veröffentlichte neue Verfassung Ungarns ist das wichtigste Dokument der ungarischen Neugeburt. … Unsere neu geborene nationale Selbstachtung befreit unsere Energien.“

        Zur gemeinsamen, blutsmäßigen Abstammung siehe die von Magdalena Marsovszky erwähnten „Blutsbrüder“ „határon túl“

    • Ach die Wissenschaft! Welch ein überschätztes Gut! Was heute von der Wissenschaft als wahr und bewiesen angesehen wird, kann schon morgen aufgrund neuer Erkenntnisse, als falsch verworfen werden.
      Faschisten bzw. Faschismus ist im Volksmund unter den nicht so überaus belesenen und somit abgehobenen Persönlichkeiten, wie Ihnen Frau Marsovszky, ein Begriff, der unmissverständlich Bilder an die Jahre der Herrschaft von Hitler und Mussolini wachruft. Diese Bilder mit den Bildern der in Ungarn demokratisch gewählten Fidesz-Partei in Verbindung zu bringen finde ich die Höhe!
      Anstatt hier weiterhin zu klugscheißern, sollten Sie vielleicht die Fragen von Herrn Kálnoky (weiter unten) beantworten. Meiner Meinung nach hat er es gut auf dem Punkt gebraucht.
      In dem Sinne

      • Werter Der Richter, das was Sie da so hinschreiben kennzeichnet die Stimmung vieler Ungarn, wozu braucht man Philosophie? Und wozu Kultur- und Politikwissenschaft?
        Die Melodie haben wir schon irgendwann mal gehört.
        Da gab es in Deutschland welche, die Intellektueller u.a. so definierten: „Intellektueller, einseitiger Verstandesmensch, bei dem Charakter und Gemüt zurücktreten.“
        déja vu

      • Mich ehrt Ihr Antwort Herr Pfeifer in dem Sinne, dass Sie noch vor ein paar Wochen schrieben, mich ignorieren zu wollen, da Sie mich als Rassisten und Antisemiten bezeichnet haben – ich zitiere (Kommentar vom 28. April 2011 um 18:58 Karl Pfeifer zum Thema „Gewaltausbruch in Gyöngyöspata“).
        Sie persönlich habe ich nicht gefragt und trotzdem müssen Sie ihren Senf dazu geben. Vielleicht sollten Sie die an Sie gerichtete Fragen zuerst beantworten, wie zum Beispiel die: Wie kommen Sie dazu, mir zu unterstellen, ein Antisemit und Rassist zu sein? Ich habe Sie das auch damals gefragt, Sie selektieren anscheinend aber Fragen nach Gefallen und Nicht-Gefallen aus. Können Sie mir ein Stück von meinen geistigen Ergüssen aus meinem Block zitieren der diese missbilligende Unterstellung bei Ihnen hervorgerufen hatte?
        Ansonsten nun zu Ihrem Kommentar:
        1. Worauf basiert ihre Annahme das viele Ungarn die Philosphie, Kultur- und Polotikwissenschaften in Frage stellen. Haben Sie eine Umfrage gestartet oder über eine Umfrage gelesen, die dies belegt? Oder haben Sie aus Wien ihre Fühler ausgestreckt und dies aufgrund Ihrer überaus empfindlichen Sinne messen können?
        2. Die Melodie haben Sie schon irgenwann mal gehört? Anscheinend geht es wohl nicht mehr aus Ihrem Kopf, deshalb sehen Sie auch dort einen Feind, wo keiner ist.
        3. Die Wissenschaft ist ein überschätztes Gut – hab ich geschrieben. Nicht aber ein vollkommen belangloses! Natürlich hat es auch ihre Vorteile, sowie auch Nachteile, so wie alles im Leben. Vielleicht sollten Sie meine Wörter wenigsten versuchen, besser zu verstehen, anstatt mich immer in dieselbe Schublade reindrücken zu wollen.

  9. Ein Kommentar ist vorhin verschwunden:

    Sie verwenden das Wort „biologisch“, wissen aber anscheinend nicht, was damit gemeint ist. Wenn kulturelle oder soziale Prozesse mit biologistischen Begriffen beschrieben werden. So z.B. wenn jemand die Minderheitenmagyaren in den Nachbarländer „Blutsbrüder“ bezeichnet.

    Siehe dazu z.B.:

    Samuel Salzborn, Ethnisierung der Politik. Theorie und Geschichte des Volksgruppenrechts in Europa. Ffm, Campus, 2005.

    Zum Thema „völkisches Denken“ habe ich hier geschrieben:

    Samuel Salzborn (Hrsg.) (2006), Minderheitenkonflikte in Europa. Fallbeispiele und Lösungsansätze, Studien Verlag, Innsbruck/ Wien/ Bozen, 201-221. (etwas gekürzt: http://buecher.hagalil.com/studienverlag/marsovszky.htm), oder hier:

    Völkisches Denken, antisemitische Mobilisierung und drohende Gewalt in Ungarn, n: Jahrbuch für Antisemitismusforschung, Hrsg. Von Wolfgang Benz, Metropol, Nr. 18, Herbst 2009, 183-211 (http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/01/ungarn-3/).

    Fachlich können Sie mir schwerlich was anhaben.

    MfG.

  10. Sind Sie noch bei Trost?
    Faschismus ist ein wissenschaftlicher Begriff, man forscht darüber, es ist ein super interessantes Forschungsgebiet! Die Kultur des Faschismus ist ein kulturtheoretischer Begriff!

    Und Sie schreiben hier, man sollte den Begriff nicht inflationär verwenden?!?!?!

    Ich bezeichne niemanden so einfach „faschistisch“.
    Ich forsche über das völkische Denken und über die Strukturen des völkischen Denkens. Über Kulturtheorien!! Das alles hat auch sehr viel mit Philosophie zu tun!

    Es wäre gut, wenn Sie jetzt einfach aufhören würden, sonst verheddern Sie sich darin vollkommen. Tut mir leid, es ist ein äußerst wackliger Boden, auf dem Sie sich befinden. Ich würde mich nicht wagen, mich in anderen Forschungsgebieten so selbstsicher zu äußern.

    Aber wenn es um einen persönlichen Angriff geht, um einen Angriff gegen meine Person, dann müssen Sie Ihre Sätze auch so formulieren und es ehrlich zugeben!

  11. Liebe Frau Marsovzky,

    Willkommen hier – nur eine kurze Bitte um Klärung, nachdem ich die obigen Zitate und Ihre Replik darauf sowie ihre Texte las: Ich weiss nun gar nicht mehr, weisen Sie („Kultur des“) Faschismus-Vergleiche in Bezug auf Ungarns Konservative nun weit von sich, wie sie in ihrer heutigen Post um 07.56 Uhr zu sagen scheinen — oder bezeichnen sie Ungarns Konservative tatsächlich als Vertreter einer „Kultur des Faschismus“, die einer „Faschisierung Ungarns“ (Ihre Formulierung) Vorschub leisten?

    Des weiteren macht mich folgender Satz von Ihnen, aus einem der von Ihnen empfohlenen Links, sehr neugierig:

    „Auch nach dem Zweiten Weltkrieg, konnte im Realsozialismus das völkische Denken trotz der universalistischen Ideale des Sozialismus nicht zurückgedrängt werden.“

    Ist hier vom kommunistischen Polizeistaat die Rede? Und von desen Idealen? Zurückgedrängt wurde 1956 denn doch einiges, wenn auch mit Panzern.

    • Lieber Herr Kálnoky,
      Ich kann natürlich nicht für Frau Marsovszky sprechen, aber ich denke, dass Sie nicht in eine Pro-Kádár-Ecke gestellt werden kann.

      Sie meinte – so sehe ich das – die universalistischen humanistischen Ideen und nicht die schreckliche Praxis des Stalinismus, wie ja auch diejenigen, die sich zu den Werten des Christentums bekennen, nicht die Inquisition und die Hexenverbrennungen meinen.

      Gibt Ihnen nicht zu denken, dass die Schieflage der Politik in Ungarn nach dieser Analyse von M. Marsovszky immer bedenklicher wird?

      Dass nunmehr auch die sehr einflußreiche Zeitschrift ‚Stimmen der Zeit‘ in München – das Diskussionsforum der deutschsprachigen Jesuiten in der katholischen Kirche, die gesellschaftspolitisch als äußerst gemässigt gilt – das Thema der ungarischen Entwicklungen aufgreift, sollte doch gerade Menschen, die sich auf christliche Werte berufen zu denken geben.

      • Lieber Herr Pfeifer,

        gestatten Sie, dass ich dennoch Fr Marsovszkys Antwort abwarte, bevor ich entscheide, mas mir zu denken gibt.

        Bislang eher eine – nach meinem vorläufigen Eindruck – verzerrende Argumentationslinie, die in „Harmonie“-betonenden christlichen Vorstellungen „kulturellen Faschismus“ wittert. Wird man dann mit dem Vorwurf konfrontiert, dass es aber doch faktisch eben doch kein Faschismus ist, entwindet man sich mit der schlüpfrigen Formel es sei ja nur „Kultur des Faschismus“.

        Umgekehrt wird aus dem „Realsozialismus nach dem Zweiten Weltkrieg“, der gar nichts anderes sein kann als die kommunistische Diktatur – ideologisch übrigens selbst auf einer verlogenen Harmonielehre des Zusammenhalts aller Menschen aufgebaut – plötzlich „Humanismus“ und „universelle Werte“. Der Realsozialismus nach dem Zweiten Weltkrieg war eine Herrschaft von Raubmördern, nicht Humanisten, und Realsozialismus „nach dem Zweiten Weltkrieg“ ist nicht dasselbe wie linke Träumerei – es vom Begriff her eindeutig das Unrechtregime des Kommunismus.

        Bis mich Fr Marsovszky also des Gegenteils überzeugt, neige dazu, ich in ihren Ausführungen eine doppelte ideologische Verzerrung zu sehen: Eine verfälschende Darstellung der Konservativen, und eine Verschönung der kommunistischen Diktatur bzw derer „Ideale“.

  12. Ist es möglich, die Debatte zu versachlichen? Liebe Frau Marsovszky, HV geht es nicht darum, sie zu verleumden, sondern bestimmte Aussagen zu kritisieren. Wenn er Ihnen etwas unterstellt, was unrichtig ist, muss er dies korrigieren.

    Im Hauptpunkt seines Interesses steht, eine seiner Meinung bestehende Schieflage in der Berichterstattung über Ungarn zu kritisieren. Ob diese Schieflage besteht, darüber muss gestritten werden. Es gibt auch aus meiner Position, die Orbán/FIDESZ gegenüber extrem kritisch ist, einige Anhaltspunkte dafür. Das relativiert aber in keinem Fall die Kritik selbst, und die müssen die „konservativen“ Ungarn aushalten.

    Das selbe gilt im Übrigen, wenn es in Deutschland zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen kommt, und hat weniger damit zu tun, dass ausländische Journalisten nur linke deutsche Informanten kennen, sondern, dass extrem negative Nachrichten (und rechtsextreme Übergriffe in allen ihren Formen gehören dazu) sich besser als Nachrichten eignen als Informationen über friedliches Zusammenleben.

    Zur politischen Reife gehört, zwischen Kritik an politischen Ereignissen oder Entscheidungen der Regierung von der „Beileidigung der Nation“ zu unterscheiden. Diese Reife haben viele Politiker der ungarischen „Rechten“ (von den rechtsextremen Spinnern rede ich gar nicht erst) nicht. Ob die „Linke“ besser wäre, kann ich nicht beurteilen, Zweifel sind erlaubt.

    Der Knackpunkt ist die Verbindung zwischen FIDESZ/Orbán und den rechtsextremen Gruppierungen und Aktivitäten, die Sie und andere dokumentieren. Hier muss man meiner Ansicht unterscheiden und genau differenzieren. Es ergeben sich genug Probleme, die Anhänger von FIDESZ beantworten müssen, etwa:

    – warum distanziert sich Orbán nicht von Bayer? Was erhofft er sich davon?
    – warum greift die Regierung gegen die Rechtsextremen nur halbherzig oder sehr spät (wie jetzt nach den jüngsten Geschehnissen) durch?
    – nimmt Orbán den Rechtsextremen den Wind aus den Segeln oder legitimiert sie sogar noch weiter?

    Orbán ist ein Opportunist, er hat seine Meinung schon mehrfach geändert (siehe z.B. seine Wende zum „Christentum“). Ob man seine Politik nun „völkisch“ nennt oder nicht, ich denke das verkennt die politische Dynamik, die auf den Machterhalt gerichtet ist. Wäre die Mehrheit der Ungarn für die Anbetung von Zeus und/oder Odin, Orbán wäre sicher dabei 😉

  13. *** noch eine Korrektur ****

    „- nimmt Orbán den RECHTSEXTREMEN“

    Könnten Sie vielleicht einen „Vorschau“ – Button einfügen, wenn das mit der Software geht? Dann würden viele den geposteten Text noch einmal durchschauen und verbessern.

    Gruß, CB

  14. Ich mache auch dauernd Tippfehler und ich denke, wir sehen dies einander gegenseitig nach, dies ist ja ein Blog und keine Vierteljahresschrift. Schrieb vorhin Marsov(s)zky…

  15. Lieber Herr Kálnoky,
    Sie meinen also, all die Ungarn, die nach 1945 zur kommunistischen Partei gingen oder die den Boden der Feudalherren aufteilten, hatten keine Ideale, nur den Gedanken an Raubmord?
    Wenn ich dieser Logik folge, die ich häufig hier bei antiklerikalen Linken begegnet bin, dann wäre es richtig, der heutigen katholischen Kirche die Inquisition und die Hexenverbrennung aufzurechnen.
    Ich denke, das dies eine falsche Logik ist.
    Die ungarische KP hat all die Werte, die sie postulierte geschändet. Doch das bedeutet nicht, dass diese Werte nicht existieren.

    Viele Menschen in Ungarn machten sich nach 1945 Illusionen über den Kommunismus und wurden von der Praxis enttäuscht. Es ist ja kein Geheimnis, dass viele Kommunisten an der Revolution von 1956 teilnahmen, um später von Kádárs Gerichten zum Tod verurteilt zu werden.
    Im Gegensatz zu dem, was David Irving – der von der Kádár-Regierung die Erlaubnis bekam für sein Machwerk über 1956 in Ungarn zu recherchieren – verzapfte, war 1956 kein Aufstand der Nichtjuden gegen die Herrschaft der Juden.
    Und es war auch nicht wie das eine gewissen Kádár-Propaganda suggerierte, eine von in und ausländischen Pfeilkreuzlern entfachte Revolte.
    Es steht Ihnen natürlich frei, mich oder jeden anderen Diskutanten in eine Ecke zu stellen, in der wir uns nicht befinden, doch der Diskussion würde eher dienen wenn Sie auf höfliche Fragen, die ich gestellt habe antworten würden. Z.B. auf den Turul Kultus und die heidnischen Rituale. Verlange ich da zu viel?

    • Die Menschen in Ungarn machten sich nach 1945 keine Illusionen über den Kommunismus. Sie wählten mit überwältigender Mehrheit die katholische Kleinlandwirtepartei. Sie wußten genau, was kommt – sie hatten es ja vor Augen, in Gestalt der Russen in den Straßen Budapests.

      Ich habe Ihnen auf Ihre Frage nach den heidnischen Ritualen bereits geantwortet. Sie ist meines Erachtens belanglosl. Es gibt, wie ich Ihnen schrieb, in Griechenland sehr aktive Paganisten und – wie man hinzufügen könnte – in England jährlich ein riesiges Druidenfestival (Glastonbury), überhaupt ist Paganismus sehr in Mode. Und? Dürfen die Menschen jetzt nicht nur keine Christen sein (das ist kultureller Faschismus) sondern auch keine Paganisten (auch kultureller Faschismus?) Warum wollen sie den Ungarn immer vorschreiben, was sie glauben sollen?

      • Lieber Herr Kálnoky,
        Also wie Ungarn gewählt haben 1945 war mir bekannt, doch es geht darum, welche Motive diejenigen bewegt haben, die kommunistisch oder die nationale Bauernpartei wählten und das waren insgesamt 22.7 %, also fast ein Viertel der ungarischen Wähler. Die als Dummköpfe oder schlimmer als potentielle Raubmörder hinzustellen ist kein seriöses Herangehen an die Geschichte.

        Über Ihre Nonchalance bezüglich der heidnischen Riten staune ich, diese paar Hundert Tausend Ungarn, die zur extremen Rechten gehören und daran teilnehmen, stören Sie nicht. So etwas wird mit einer Handbewegung abgetan?

  16. 1948 Herr Pfeifer. Die nationale Bauernpartei-Wähler waren keine Idealisten sondern Profiteure der Enteigungen von Großgrundbesitz – die Kommunisten hatten sich deswegen einen Wahlsieg ausgerechnet. Das ging schief, weil die Mehrheit der Ungarn offenbar nicht auf Diebesgut aus war.

    Millionen Franzosen gehörten zeitweise, und gehören vielleicht auch heute, zum extrem rechten Rand der Wählerschaft, siehe das Phänomen Le Pen. Es ist demokratische Normalität – es gibt immer einen rechten Rand, auch in Ungarn. In wirtschaftlichen Krisenzeiten (wie jetzt) gibt es immer eine Stärkung der extremen Ränder des politischen Spektrums. Deswegen fordere ich sie ja dauernd auf, weniger auf ihre ideologischen Fixiertheiten zu hören, sondern sich für die Wirtschaft zu interessieren.

  17. Lieber Herr Kálnoky,
    Sie sehen die Landverteilung in Ungarn nach 1945 als Diebstahl. Das ist Ihr gutes Recht. Nur wurde die weder von der Antall noch von der ersten Orbán-Regierung rückgängig gemacht. Und wenn ich richtig informiert bin, denkt auch jetzt die Regierung nicht daran. Wenn ich da irre, dann bitte ich Sie mich zu korrigieren.
    Gerade die népi Schriftsteller haben in der Zwischenkriegszeit die „3 Millionen Bettler“, das waren die Ungarn am Land, die kein Land hatten, beklagt.
    Ich denke, dass wir jetzt nicht die ungarische Geschichte diskutieren sollten. Ich teile nicht Ihre Ansicht über die nationale Bauernpartei, schon aus dem einfachen Grund, weil István Bibó, einer der besten Denker Ungarns bei dieser Partei war.
    Schade, dass die Leute, die ihre Partei im Bibó-Kollegium gründeten, so wenig von ihm übernommen haben. Ich habe seine Bücher zuerst Ungarisch gelesen, die von Protestanten im Ausland publiziert wurden.

    Der Vergleich mit Frankreich hinkt mächtig, denn die Mehrheit der Wähler in Frankreich und vor allem die meisten Politiker auch der bürgerlichen Parteien wollen nicht mit den Le Pens zu tun haben.

    Ich habe als Erwachsener an der damaligen Wiener Hochschule für Welthandel studiert und da ich bis zu meinem 51 Lebensjahr in der Wirtschaft – darunter 11 Jahre als Manager – tätig war, habe ich eine Ahnung davon.
    Die Wirtschaftspolitik der ungarischen Regierung, wenn sie denn eine hat, halte ich nicht für erfolgreich.
    Aber heute ist es spät und nach einer wunderbaren Arthur Schnitzler Vorlesung der Kammerschauspielerin Elisabeth Orth und Cornelius Obonya und ein paar Gläsern Wein will ich jetzt mal bis morgen meinen p.c. abschalten. Denn ob Sie es glauben oder nicht, Politik ist nicht abendfüllend.

  18. Anbei eine kleine „Presseschau“ von Frau Marsovszkys Facebook-Seite – und zugleich ein Exkurs in die Welt derer, die meinen, Toleranz predigen zu können…

    Magdalena Marsovszky: „Jetzt zieht hungarianvoice über mich her…..“

    Und hier einige Reaktionen:

    diesen stinkerblog liest ja eh keine sau“ …

    Warum wendest du dich gerade an ver.di? Hat die Gewerkschaft mit diesem nazi von Budapester Zeitung was zu tun?“

    Magdi, szerintem is a fontos dolgokra koncentrálj. Egy hungarovoice nem ér emg ennyit. Ráadásul lehet, hogy ez is része a „tervnek“, hogy a te válaszaidon keresztül aktivizálják magukat. Mint a piócák, akik más véréböl élnek.“

    ( „Magdi, meiner Meinung nach solltest Du Dich auf wichtige Sachen konzentrieren. Dieser Hungarovoice ist das nicht wert. Außerdem kann es sein, dass auch dies Teil des „Plans“ ist, dass sie sich über Deine Antworten gegenseitig aktivieren. Wie die Blutegel, die vom Blut anderer leben“ )

    HV freut sich immer über vorgekautes Futter

    Bemerkenswert vor allem die Antwort einer freundlichen Dame, in der von „Blutegeln“ gesprochen wird, die vom Blut anderer leben…alles natürlich als Teil eines „großen Plans“ .

    Bis jetzt ist mir übrigens nicht klar, warum die Befassung mit Lovas´ Beitrag ein „Herziehen“ sein soll. Ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich niemanden „fertigmachen“ will (ungarisch: „kicsinálni“). Allerdings scheint diese Befassung sehr heftige, ja hasserfüllte Reaktionen hervorgerufen zu haben. Über den wissenschaftlichen Standard der Beiträge soll sich jeder ein eigenes Bild machen. Ebenso darüber, ob dies Zeichen jener Toleranz sind, die man andernorts gerne predigt.

    • H.V. da bin ich aber erstaunt. Als ich davon schrieb, dass auf dem moderierten Blog von Magyar Hirlap wüste antisemitische und rassistische Schmähungen zu lesen sind, wurde das abgewunken.
      Ich denke, sie haben auf Ihrem Blog auch wüste rassistische Schmähungen toleriert und sollten nicht so empfindlich sein, wenn auf einem face book nicht nach dem spanischen Hofetikette geschrieben wird.

      • @ Herrn Pfeifer: Mit dieser Doppelmoral à la Pfeifer war zu rechnen. Und auch wenn Ihnen solche Feinheiten nicht auffallen sollten: Ich mache Frau Marsovszky nicht dafür verantwortlich, was Dritte sagen (genau das versuchten Sie bei mir zu tun), sondern zeige die Reaktionen Dritter auf. Jeder dieser geistreichen Kommentatoren ist für das verantwortlich, was er sagt und schreibt. Eigene Stellungnahmen sind da was anderes.

        Ich weiß auch nicht, wann ich abgewunken haben soll, als Sie auf die fragwürdigen Postings bei Magyar Hírlap hinwiesen. Ach, und übrigens: Als ein Poster von der „ungarischen Seele“ schrieb, habe ich hierauf (noch vor Ihnen!) kritisch reagiert. Das freilich verschweigen Sie. Wo wir bei Redlichkeit wären.

  19. „Die Auslandskorrespondenten würden sich seit vielen Jahren ausschließlich im linken und linksliberalen Lager über die Politik und die Gesellschaft in Ungarn informieren.“
    Ja fürchterlich! Aber vielleicht halten sie diese einfach für glaubwürdiger. Damit muss man leider auch leben lernen. Laut schreien, dass deshalb die anderen mehr gehört werden, weil man übersehen wurde, stimmt nicht. Nein, es ist eine ganz bewusste Wahl, wem man im Urteil mehr vertraut. Sehr betrüblich für Fidesz Anhänger, aber das Unverständnis folgt nicht aus Unkenntnis sondern aus einer anderen Sicht auf die Dinge.

    Aber warum stemmt sich Fidesz eigentlich gegen die Bezeichnung „völkisch“? Wie ist denn die „offizielle“ Definion von Fidesz des Magyarentums, falls eine solche vorhanden? Und was heisst dann eigentlich idegenszivü…? Ist man da eingeschlossen oder nicht, und warum…? Oder alles nur Propaganda, der man da aufgesessen ist?

    Frau Marsovszky wünsche ich jedenfalls alles Gute.

    • @ Susanne: Ich denke, Glaubwürdigkeit ist eine Frage der Person, des Gesprächspartners, und nicht der politischen Richtung, der er angehört. Dass ein ganzes Lager glaubwürdiger sein kann, würde ich – jedenfalls nach den letzten acht Jahren – mit einem Fragezeichen versehen. In einem Punkt haben Sie Recht: Es handelt sich oft um eine ganz bewusste Wahl der Quellen. Dass diese (wie Sie es nennen) „ganz bewusste Wahl“ sich bereits im Rahmen der Recherche und nicht erst beim abschließenden Urteil (d.h. dem Abwägen beider Auffassungen bzw. Sichtweisen) auswirkt, das (und nur das) sehe ich als kritikwürdig an. Würde jemand Lendvai und Kövér befragen und dann dem Urteil Lendvais mehr abgewinnen können, ich hätte damit nicht das geringste Problem.

      • In dem Zusammenhang sei kurz erwähnt, dass Lovas all das auch schon in den 90er Jahren schrieb. Damals kam die (ich glaube, von ihm vorgestellte oder gar betreute) Studie einer Fidesz-nahen „Kontroll“-Gruppe heraus (wenn ich mich des Namens richtig entsinne), da wurden die Korrespondenten nach der Tendenz ihrer Berichterstattung „kontrolliert“. Ich war selbst auch Untersuchungsgegenstand und galt der Studie zufolge als relativ „objektiv“, was immer das meinen mochte. Das hielt mich nicht davon ab, einen sehr kritischen Artikel über die Studie zu veröffentlichen.

        Aber: Wir unterhielten uns danach im Kollegenkreis über Lovas‘ These und gaben ihm in gewissem Maße recht. Nicht so sehr die Wahl der Informanten prägte den Geist der Berichterstattung sondern das soziale Umfeld der meist relativ jungen, oft freelance-Schreiber in Budapest. Man hatte ja seinen Freundes- und Bekanntenkreis und der bestand in der Regel aus Leuten aus dem linksliberalen Budepester Milieu. Ich will jetzt keine Namen nennen aber wir kannten uns ja alle untereinander und gingen auf dieselben Parties.

  20. H.V. Doppelmoral a la Pfeifer gehört in die Kategorie Retourkutschen. Wie ich schon früher geschrieben habe danke ich Ihnen auch für die veröffentlichung von grausigen Postings, denn so kann der deutschsprachige Leser sich vorstellen, was da in mancher „ungarischer Seele“ vorgeht.

    Demokratie bedeutet auch Diskussion und so freue ich mich, dass es im deutschsprachigen Raum auch diese Möglichkeit gibt über Ungarn zu diskutieren.

    Oft genug auch auf dieser Website hören wir das Argument, dass die jetzige Regierung doch eine zwei Drittel Mehrheit im Parlament hat. Und da wird auch breiter Raum einen sehr dubiosen Fidesz-Verteidiger wie István Lovas gegeben, um M. Marsovszky etwas zu unterstellen.

    Woher kommt diese Wut auf M. Marsovszky, die ja schon den „Fäkal-Antisemiten“ Zsolt Bayer bewegt hat sie zu schmähen?

    Dank Marsovszky wissen wir auch einiges über die Wahlkampagne. in einem Film der jetzigen Regierungspartei Fidesz in der Wahlkampagne zu den Parlamentswahlen 2010 in folgenden Sätzen (gesprochen von einem Regisseur) kam folgendes zum Ausdruck:
    „Die magyarische Staatlichkeit ist eintausend und einhundert Jahre alt. Die ungarische Linke ist einhundert Jahre alt. Am 11. April wählen wir! Stephan der Heilige oder Béla Kun, das ist hier die Frage! Ich meine: Am 11. April wird Stephan der Heilige das Land von Béla Kun und seinen Nachfolgern zurückerobern.“

    Frau Marsovszky sieht darin „antikommunistischen Antisemitismus“. Das werden vielleicht einige hier postende Verteidiger von Fidesz nicht akzeptieren.

    Im übrigen hat sich laut MTI der Vizeanführer von Jobbik beschwert weil Facebook die hetzerische Website Kuruc nicht mehr zuläßt. Er drohte dies in Brüssel bekanntzumachen.

    • @ Karl Pfeifer:
      „Oft genug auch auf dieser Website hören wir das Argument, dass die jetzige Regierung doch eine zwei Drittel Mehrheit im Parlament hat. Und da wird auch breiter Raum einen sehr dubiosen Fidesz-Verteidiger wie István Lovas gegeben, um M. Marsovszky etwas zu unterstellen.“

      Nun, Fidesz hat in der Tat eine Mehrheit im Parlament von 2/3 (um Ihnen zuvor zu kommen: Ich weiß, nicht 2/3 der Bevölkerung hat für Fidesz gestimmt). Und gerne betone ich nochmal, dass ich es nicht als verwerflich ansehe, einen Beitrag in der Budapester Zeitung einer Presseschau zu unterziehen. So lange ich nicht behaupte, Frau Marsovszky würde Orbán „Hitlers Ideologie nacheifern“, sehe ich keinen Grund für die unglaubliche Aufregung, die der Beitrag verursacht zu haben scheint. Lovas´ Beitrag ist öffentlich zugänglich. Mehr als Frau Marsovszkys Aussage gleich mit wieder zu geben und noch dazu zu verlinken, kann ich wirklich nicht tun.

      Ich bin gespannt, ob Frau Marsovszky auch den uns beiden bekannten anonymen Antifa-Blog so scharf angeht. Der (oder besser „die“) hat nämlich (mit Ausnahme der persönlichen Wertung) auch nichts anderes getan als ich. Die „Unwahrheit“ Lovas´ steht dort auch, ebenso ihre Reaktion. Warum also der ganze Aufruhr bezüglich dem hiesigen Beitrag?

      Meine Bewertung, zu der ich stehe, ist bekannt und auf einen Punkt beschränkt: Marsovszky bezeichnet Fidesz seit Jahren als völkisch und spricht von „Kultur des Faschismus“. Ich teile ihre Auffassung nicht und glaube, eine sich politisch-ideologisch so exponierende Wissenschaftlerin muss Kritik aushalten. Nicht die vom Schmierfinken Bayer, aber so etwas kann man mir nun wirklich nicht vorwerfen. Mit der Behauptung zu reagieren, Kritik entspreche nicht wissenschaftlichen Standards und mir letztlich zu unterstellen, dies sei ein billiger Versuch, Frau Marsovszky „fertig zu machen“ („kicsinálni“), halte ich in Anbetracht der durchaus scharfen Thesen von Frau M. für bemerkenswert…

      Aber zurück zum Inhalt des Beitrages. Der inhaltlichen Frage von Herrn Kálnoky schließe ich mich an, auf eine Antwort werden die Leser aber wohl vergeblich warten.

      Dass ich mich für meine Beiträge und meine Kommentare mitunter beschimpfen und undifferenziert in eine rechte Ecke stellen lassen muss, gehört offenbar zum Spiel. Wichtiger sind mir die sinnvollen Beiträge einiger Menschen, die ihre Zeit dem Lesen dieses Blogs widmen und ihre Ansichten kundtun. Und so wie ich nicht für Ihre teils skurrilen Auffassungen die Verantwortung übernehme Herr Pfeifer (mir wurde von weit rechter Seite schon mit Strafanzeige wegen Volksverhetzung gedroht, selten so gelacht!), so wünsche ich mir auch von Ihnen, dass Sie mir nur das vorwerfen, was ich sage. Dass ich jemals Ihre Sympathien gewinnen werde, habe ich schon abgeschrieben 🙂

      Mit Kuruc.info habe ich keinerlei Sympathien. Das wird Ihnen nach mehr als einem Jahr als Teilnehmer in diesem Blog durchaus aufgefallen sein.

  21. Uje es muss natürlich heißen einem sehr dubiosen…

    Ich denke Herr Kálnoky hat Recht, solange es keine Möglichkeit gibt zu korrigieren, sollten die geschätzten Leser solche und andere Fehler mit Nachsicht behandeln.

  22. Liebe Leute, liebe/r Hungarianvoice,
    wenn ich Begriffe verwende, verwende ich sie im wissenschaflichen Sinn und gebe dazu eine Menge Fussnoten und Zitate. Dort kann man gerne nachlesen, wie der eine oder andere Begriff gedeutet wird.

    Wenn im alltäglichen Gebrauch, bei Menschen, die sich in der Materie nicht vertieft haben, bestimmte Begriffe andere Assoziationen hervorrufen, dafür kann ich leider nichts. Ich muss und möchte wissenschaftlich bleiben.

    Es heisst natürlich nicht, dass ich unpolitisch bin. Aber ich begreife mich auf keinen Fall so einfach als „links“ oder „rechts“, schon gar nicht im ungarischen Sinne.

    Wenn Sie genau nachlesen, verwende ich eben deshalb auch nicht die Begriffe „rechts“ oder „links“ in meinen Texten. Ich finde sie nicht in Ordnung für die Inhalte, die ich schreibe.

    Wenn Sie genau nachlesen, schreibe ich über die Strukturen des völkischen Denkens und über Ethnizität, die in Ungarn und in dieser Region sehr verbreitet sind. Ja, diese Strukturen waren auch im Realsozialismus verbreitet (entgegen des Universalismus, der propagiert wurde).

    Das völkische Denken ist auch in der heutigen MSZP, also bei den Sozialisten verbreitet, und ich denke sogar, dass die Partei entlang dieser völkischen Linie (clash) zerbrechen wird. Und wenn Sie jetzt meinen: Aha, die ist von der liberalen Ecke, jetzt haben wir’s! Dann antworte ich, nein, es geht mir wirklich nicht darum. Ich versuche absolut wissenschaftlich zu bleiben und versuche überall den völkischen Tendenzen nachzugehen. Und tatsächlich gab es vor den Wahlen 2010 auch bei den Liberalen einen so genannten „national turn“, den ich mit äußerst viel Interesse beobachtet habe.

    Der Begriff „völkisch“ ist nicht einfach mit „faschistisch“ gleichzusetzen. Es geht nicht, dass wir mit Begriffen lasch umgehen. Wenn ich einen Begriff wähle, begründe ich, zitiere andere Wissenschaftler, zu deren zentralem Thema der Begriff gehört. Man kann sich das so vorstellen, dass zu jedem Begriff etwa ein Forschungsgebiet gehört. Deshalb ist diese Forschung auch interdisziplinär.

    Ich gehe natürlich auch den antisemitischen Tendenzen nach, die mit dem völkischen Denken einhergehen (bitte nicht gleich ausflippen, dass die beiden die Kehrseiten der gleichen Medaille sind, ist Forschung und ist zu belegen). Und Sie dürfen bitte den Antisemitismus nicht als „Judenfeindlichkeit“ definieren. Sondern, wie ich auch immer wieder schreibe, als „Weltanschauung“, als „kultureller Code“ oder als „irdische Metaphysik“. Dass der Antisemitismus so (also: Antisemitismus) genannt wird, ist eben auch ein Thema für sich in der Forschung. Darüber habe ich auch geschrieben.

    Eben deshalb, weil die völkischen Tendenzen in Ungarn verbreitet sind, ist auch der Antisemitismus verbreitet und natürlich nicht nur „rechts“ zu entdecken (darüber schreibe ich auch in meinen Publikationen, nur müsste man sie lesen). Der so genannte „Antisemitismus von Links“ ist auch ein sehr verbreitetes Phänomen in Ungarn, so z.B. in der jetzigen Munkaspart2006 und in bestimmten Foren, die sich als „links“ begreifen.

    Die Wortwahl, die Verwendung von Begriffen ist in meinen Publikationen nicht einfach einem Zufall überlassen. Jeder einzelne Begriff muss stimmen und wissenschaftlich haltbar sein.

    Wenn Sie hier einen Begriff wählen, müssten Sie auch angeben, wen Sie zitieren. Bitte möglichst neueste Forschungsliteratur angeben! Sonst wäre es besser, statt eigene Definitionen zu liefern, Fragen zu stellen.

    Wenn zu meinen mit einer pingeligen Sorgfalt ausgewählten Begriffen auch nur ein einziges Wort hinzukommt oder hinzugedichtet wird, der nicht hinpasst, dann kann ich schon in eine falsche Ecke gedrängt werden. So ist es mit dem Namen von Hitler. Ich habe Hitlers Namen kein einziges Mal in meinen Texten erwähnt, dennoch wurde ich beschuldigt, die ungarische Regierung mit „Hitlers Ideologie“ zu vergleichen. Das ist mitnichten der Fall.

    Sie, Hungarianvoice, können gerne versuchen, mich in eine Ecke zu drängen, oder etwas an mir zu finden, was nicht in Ordnung ist. Es wird Ihnen sicherlich gelingen, da habe ich überhaupt keine Zweifel. Jetzt sind solche Zeiten. Ich werde aber nicht mehr hier reagieren, ich werde Ihre Fragen (und die Fragen Anderer) nicht hier beantworten. Hier ist eine deutlich feindliche Atmosphäre zu spüren, die ich nicht mag. Es ist keine offene Atmosphäre hier. Sie können mir gerne direkte Fragen stellen, auch unangenehme sogar. So lange wir auf den Grundlagen der Demokratie bleiben und nicht die Persönlichkeit des Anderen, z.B. meine Persönlichkeit, verletzen, bin ich für jede Diskussion bereit. Finden müssen Sie mich schon woanders.

    Dass Sie, Hungarianvoice, nur die Zitate aus dem – übrigens absolut privaten – Dialog unter Facebookfreunden hinauspicken, die tatsächlich nicht in Ordnung sind, deutet eben darauf hin, dass Sie mich fertigmachen wollen, wie ich dies in meinen – durchaus absolut privat gemeinten – Zeilen auf Facebook andeutete.

    Dass Sie mich fertigmachen wollen, schließe ich daraus, dass Sie mich nicht ausgewogen zitieren (noch einmal übrigens: aus meinem absolut privaten Dialog!). Wenn Sie also meinen privaten Dialog offenlegen, dann bitte ich Sie herzlich, auch solche Sätze zu zitieren, in denen ich ständig und ohne Unterlass meine Facebookfreunde ermahne, eben nicht mit solchen Begriffen zu kämpfen, und immer demokratisch zu bleiben. Haben Sie auch diese Ermahnungen gelesen?

    Hiermit entschuldige ich mich im Namen meiner Facebookfreunde, die – unrichtig und undemokratisch – mit einigen oben von Ihnen zitierten Worten zum Dialog beitrugen. Ich gebe zu, gestern hatte ich nicht die Kraft, sonst lasse ich so etwas auf keinen Fall durchgehen (wie Sie das auch sicherlich immer mitlesen!).

    So.

    Und jetzt frage ich Sie zum Schluss. Was soll dieses ganze Polemisieren gegen mich? Ich kann nirgends entdecken, wo ich Anlass zu Ihrer doch feindseligen Art gegeben hätte.

    Ich merke aufgrund Ihrer Wortwahl in Ihrem Blog, dass Sie versuchen, immer auf dem Boden der Demokratie zu bleiben. Sie versuchen auch immer, politisch korrekt zu sein. Das merkt man, wenn man Ihren Blog liest. Die Tatsache, dass Sie weniger Empathie zeigen, sich weniger undifferenziert ausdrücken, und die Problemlösungen doch mehr im Recht suchen, deutet darauf hinaus, für mich jedenfalls, dass Sie aus der juristischen Ecke kommen. Es gibt aber Dinge, die nicht mit Paragraphen zu erklären sind. So sehe ich, dass Ihr Blog ziemlich männlich gestaltet ist; ich meine nicht im biologischen Sinne, sondern im Gender-Sinne, wenn Sie verstehen, was ich meine. Dies nur, falls Sie aus meinem Urteil etwas lernen möchten. Ich merke aber auch, Sie haben Ihre Schulen in Deutschland absolviert. Das merkt man einfach auch anhand Ihrer Wortwahl. Also durchaus positive Tendenzen.

    Dennoch ist es eine Schande, was Sie hier tun. Nur verstehen Sie noch nicht, warum. Das merke ich auch. Bitte, viel, viel lesen! Das wäre sicherlich von Vorteil für Sie! Lesen stärkt die Empathie und die differenzierte Sicht der Dinge.

    MfG. M.M.

    • Sehr geehrte Frau Marsovszky,

      danke für die interessanten Ausführungen (das ist ernst gemeint).

      Vielleicht noch eine letzte Anmerkung zu Ihrem (leider in den Vordergrund gerückten) subjektiven Eindruck, dies sei eine persönliche Kampagne gegen Sie: Wenn Sie als Beleg hierfür das Zitieren der o.g. Reaktionen von Facebook anführen, so möchte ich Sie darauf hinweisen, dass Sie die Behauptung, ich wolle über sie herziehen und Sie fertig machen, schon aufgestellt haben, bevor ich die Antworten hier überhaupt gepostet habe. Anders geht schon logisch-chronologisch nicht. Was die Einordnung als „Privatsache“ angeht: Ihr Profil ist öffentlich zugänglich.

      In einem kann ich Sie beruhigen. Mir geht es nicht um Sie, sondern um viel allgemeinere Dinge (der Beitrag von Lovas befasst sich schwerpunktmäßig gar nicht mit Ihnen). Herr Boulanger, selbst ein sehr „Fidesz-kritischer“ und von mir geschätzter Teilnehmer der Diskussion, hat es weiter oben ganz gut in Worte gefasst. Ich bin nicht Zsolt Bayer, auch wenn mich der „Chefredakteur“ einer bestimmten Online-Zeitung im Rahmen eines persönlichen Ausfalls schon mal in einem Satz mit diesem zweifelhaften Herrn genannt hat.

      Mit dem Veröffentlichen der freundlichen Reaktionen auf FB wollte ich auf das Auseinanderfallen von „Dichtung und Wahrheit“ hinweisen, sprich: die Inkompatibilität des Anspruchs vieler Menschen, die Toleranz predigen, und der Wortwahl, die ich von diesen Leuten mitunter lesen muss, wenn man eine andere Auffassung vertritt als sie. Ich darf Ihnen versichern, dass ich von „links“, aber auch von rechtsaußen dafür kritisiert werde, was ich hier tue. Wenn es Sie interessiert: Ich wähle GRÜN. Den Pokal des schmierigsten Kommentars hat übrigens tatsächlich die Dame verdient, die von „Blutegeln“ spricht – als Laie würde ich dies als eine Äußerung bezeichnen, die mich an düstere Zeiten der deutschen und europäischen Geschichte erinnert. Nur dass man offenbar als Antifaschist so reden darf. Dafür trägt natürlich nur diese Dame die Verantwortung. Aber ich schweife ab.

      Sie wollen mir die Frage ja nicht beantworten: Aber glauben Sie wirklich, dass jedermann, der in der aufgeheizten politischen Atmosphäre Ungarns Ihre Aussagen liest oder hört, diejenigen feinen Differenzierungen zur Kenntnis nimmnt, die Sie gerade erläutert haben? Ich habe meine Zweifel. Und damit trägt eben jeder Wissenschaftler in gewisser Weise eine Mitverantwortung dafür, wenn seine „wissenschaftlichen Aussagen light“ beim Publikum etwas verzerrt rüberkommen. Ich weiß selbst, wie schwer es ist, wissenschaftliche Dinge „publikumswirksam“ und zugleich wissenschaftlich vollständig wieder zu geben. Man kann Missverständnisse nicht ausschließen. Wenn Sie (die Sie auch Radiointerviews usw. geben) das für sich ausschließen, so bewundere ich Ihre diesbezüglichen Fähigkeiten bzw. Ihre Selbstsicherheit. Ich als „dummer Zuhörer“ jedenfalls verstehe Ihre Worte sehr oft als verzerrend. Das mag an meiner Laiensicht liegen. Aber Ihre Beiträge sind ja in solchen Momenten auch für Laien bestimmt.

      Dass Sie das, was ich tue, als Schande ansehen (bezogen auf o.g. Beitrag), damit muss ich leben. Allerdings darf ich jedermann an die großen Worte zur Meinungsfreiheit erinnern. Die steht eben nicht nur Herrn Pfeifer, Frau Pusztaranger und ähnlichen Stimmen zu. Ihre Entscheidung, an anderer Stelle weiter diskutieren zu wollen, respektiere ich, auch wenn ich sie bedauere. Eventuell überlegen Sie es sich ja auch wieder anders.
      MfG

    • Liebe Frau Marsovszky,

      ich finde es anerkennenswert, dass Sie sich hier der Kritik stellen, und ganz offensichtlich auch zur Selbstkritik fähig sind. Gut und glaubhaft finde ich, dass Sie parteiübergreifend Kritik üben zu den Themen, die Ihnen offenbar am Herzen liegen.

      Mein Beifall auch dafür, dass Sie sich für Ihre Facebook-Freunde entschuldigen. Ich habe mir die Seite nicht angesehen, aber aus dem was hier widergegeben wurde (vielleicht zu Unrecht) sprach eine gewisse Feindseligkeit, da spürte man keinen offenen Geist, es war, wie Sie vielleicht sagen würden, keine Atmosphäre, in der man sich wohlfühlen könnte. Aber Sie haben das ja unterbunden, und es war sowieso privat.

      Aus ihrer langen Post ging inhaltlich eigentlich vor allem eines hervor: Das Sie nach eigenem Dafürhalten ganz wissenschaftlich arbeiten, und dass man ihr ganzes Werk gelesen haben muss, samt Fußnoten, um Sie nicht mißzuverstehen.

      Mit anderen Worten, all die Leser ihrer Interviews in nicht-wissenschaftlichen Medien, in denen Sie sich ja ohne jede Fußnote und sehr kursorisch äußern, haben keine Chance, zu verstehen, was Sie sagen.

      Ich kenne Ihre Werke nicht und will daher mich nicht inhaltlich dazu äußern, aber Sie gebrauchen freizügig die Faschismus-Vokabel, die Sie selbst „wissenschaftlich“ verstanden wissen wollen, aber in umgangssprachlich operierenden, unwissenschaftlich vorgehenden Medien mit großer Breitenwirkung einsetzen. Und nun erklären Sie uns hier, dass man ihre Termini, unter diesen Umständen, eigentlich gar nicht verstehen kann. Und trotzdem setzen Sie sie in diesem umgangssprachlichen Rahmen ein, und verstehen sogar, dass Sie damit Mißverständnisse hervorrufen: Vor allem das Mißverständnis, dass ganz normale, christlich empfindende Bürger, die sich als einigermaßen heimatliebende Ungarn empfinden, Faschisten sind. (Oder ist das etwa doch Ihre Meinung? Dann hätten Sie mich persönlich nämlich zum Faschisten erklärt)

      Ich bitte Sie daher, sich Ihrer Verantwortung bewusst zu werden, wenn sie die „wissenschaftliche“ Vokabel „Faschismus“, oder „Faschisierung“ in einem nicht-wissenschaftlichen Rahmen öffentlich einsetzen. Was sich daraus nämlich ergibt ist, dass Menschen faschistisch genannt werden dürfen, die eigentlich nichts weiter tun als sich ein bisschen mit dem Christentum zu indentifizieren, und mit ihrem Land, ihrer Sprache und ihrer Kultur.

      Damit tun Sie genau das, was György Dalos hier bei uns als Problem ansprach: Die derzeitige Extremkritik an Ungarn – oder in Ihrem Fall die Kritik unter Verwendung extrem mißverständlicher Vokabeln – schadet dem Land. Selbst dann, wenn die Kritik gerechtfertigt sein sollte.

      Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

    • Liebe Frau Marsovszky,
      nach diesem Beitrag erscheinen Sie mir schon viel sympathischer. Jedoch sollten Sie – wie schon von anderen in diesem Blog behauptet worden ist – besser auf Ihre Wortwahl achten, bei denen Sie schwerwiegende Begriffe verwenden, die nach Ihrer eigenen und nicht allgemein bekannten Definition doch anders zu deuten sind. Sie können wohl nicht von jedem, der eine Zeile von Ihnen über Faschismus liest, gleich erwarten, dass man weiß: Ach ja, das war ja die Frau Marsovszky, die hat ja den Faschismus als Begriff so und so definiert, also meint sie es in dem und dem Zusammenhang. Genauso wenig sollten Sie hier anderen raten noch viel, viel lesen zu müssen, denn wenn Sie sich nämlich, so wie jeder normaldenkender Mensch auch erklären würden, müsste man nicht nachlesen brauchen. Sie sollten so reden, wie Sie es in ihrem jetzigen, letzten Beitrag es getan haben und schon haben wir einige Missverständnisse aus dem Weg geräumt. Mir gefällt zum Beispiel folgendes: Und Sie dürfen bitte den Antisemitismus nicht als „Judenfeindlichkeit“ definieren. Sondern, wie ich auch immer wieder schreibe, als „Weltanschauung“, als „kultureller Code“ oder als „irdische Metaphysik“. (Zitat Ende) Wenn Sie es so verstehen, ist es ihr Gutes Recht, aber für mich, oder beispielsweise Herrn Pfeifer nehme ich mal, wäre diese Definition von Antisemitismus fremd. Demnach sehe ich eher das Problem darin, dass Sie ein schlechter Lehrer sind und nicht wir die schlechten Schüler. Sie reden darüber, dass wir unbelesen sind, stellen hier gleich 5 Bücher ins Netz, womit man sich befassen sollte, bevor man mit Ihnen spricht, als würde sich die ganze Welt nur um Sie drehen und man sollte sich schon in den Unmengen von Definitionen und Philosophien dazu auskennen… Meinen Sie nicht etwa Sie gehen zu weit? Und Sie beschweren sich darüber, das hier eine schlechte Atmosphäre herrscht, na Sie selbst haben doch dazu selbst beigetragen! Von Bescheidenheit und Weisheit war wenig von Ihrer Seite aus zu spüren. Lesen stärkt die Emphatie sagen Sie. Meiner Meinung nach stärkt das Zuhören mehr die Emphatie, aber vor allem die Bescheidenheit. Leute, die diese durchaus sensible Tugend noch besitzen, zeugen von großer Emphatie. Darüber ließe sich bestimmt auch wunderbar philosophieren.

      Nichts für Ungut
      Der Richter

  23. Richter, da ich nur nebenberuflich bloge, weiß ich wirklich nicht was und warum ich früher einnmal schrieb. Und leider habe ich auch nicht die Zeit und die Energie alles wieder herauszusuchen und eine Diskussion wiederaufwärmen, die Leser langweilen könnte.
    In der Regel gehe ich mit dem Adjektiv antisemitisch sehr vorsichtig um. Ich stand wegen einer Buchrezension 1995-98 in drei österreichischen Gerichten angeklagt wegen Übler Nachrede. Ich habe damals – obwohl ich das auch hätte tun können – dem von mir kritisierten Hochschullehrer nicht vorgeworfen, antisemitisch geschrieben zu haben. Doch der vom Gericht bestimmte Sachverständige war nicht so zurückhaltend wie ich und stellte fest, dass der von mir kritisierte Text auch antisemitisch war. Ich wurde von diesen Gerichten freigesprochen.

    Zur Ihren Fragen:
    Worauf basiert ihre Annahme das viele Ungarn die Philosphie, Kultur- und Polotikwissenschaften in Frage stellen. Haben Sie eine Umfrage gestartet oder über eine Umfrage gelesen, die dies belegt? Oder haben Sie aus Wien ihre Fühler ausgestreckt und dies aufgrund Ihrer überaus empfindlichen Sinne messen können?

    Nein Herr Richter, ich lese einfach hunderte von moderierten Postings in Magyar Hirlap und Heti Válasz durch und da strotzt es nur von solchen Meinungen. D.h. viele Ungarn denken so. All das hat natürlich mit der von den Regierungsnahen Medien im Jänner gestarteten Kampagne gg „Ágnes Heller und ihrer Bande“ zu tun.
    Ausserdem befinde ich mich doch öfter in Ungarn und höre im Zug, Bus und Tram Volkes Stimme. Und Leute, die extremistische Meinungen vertreten, sind auch extrem laut.

    2. Die Melodie haben Sie schon irgenwann mal gehört? Anscheinend geht es wohl nicht mehr aus Ihrem Kopf, deshalb sehen Sie auch dort einen Feind, wo keiner ist.

    Weil ich 82 Jahre alt bin, habe ich einige gräßliche politische Melodien hören müssen.
    Ich sehe keine Feinde, wo es keine gibt, aber dort wo antihumane Meinungen laut werden, mache ich nicht Augen und Ohren zu.

    3. Die Wissenschaft ist ein überschätztes Gut – hab ich geschrieben. Nicht aber ein vollkommen belangloses!

    I beg to differ sagen in solchen Fällen höfliche Briten.
    Da stimme ich Ihnen nicht zu.

    • Sie sind nicht mit dem Adjektiv, sondern mit dem Nomen mit mir ins Gericht gegangen. Sie mögen das, wo Sie doch so empört über mich waren, wieder vergessen haben, vielleicht wollen Sie die Leser auch nicht langweilen, jedoch nahmen und nehmen Sie auf mich immernoch keinerlei Rücksicht, obwohl ich auch einer dieser Leser bin. Schon wieder ein kleiner Auschweif vor der eigentlichen Frage in Form einer kleinen Anekdote von dem österreichischen Gericht, bei dem Sie als Sieger vom Platz gehen. Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem Siegeszug, jedoch wird dies nicht Ihre Beleidigung vergessen machen.

  24. „Der Richter“ glaubt er sei von mir beleidigt worden. Ich habe schon damals seinen Text: „Garde – Zigeunerfrage – Judenfrage“ gelesen. In diesem beschreibt er zustimmend einen Film: „Im Film kommt der Pilot András Baltazár zum Wort, der auch über die Juden sich beklagt: „Mir gefällt es nicht, dass sie hier hinkommen und alles aufkaufen.“ Die Klage lässt sich leicht durch die Aussage von Shimon Peres, ehemaliger Staatspräsident Israels, belegen. Wie Echo TV die Rede von Shimon Peres auf ungarisch sendet, lautet die Übersetzung folgendermaßen: „Für einen kleinen Staat wie den unseren ist es fast erstaunlich. Ich sehe, dass wir Manhatten, Ungarn, Rumänien und Polen aufkaufen. Und so wie ich sehe, haben wir keine Probleme.“ Ich nehme an, dass Shimon Peres gute Augen hat. Aber schauen sie selbst:
    Echo TV auf ungarisch übersetzt:
    Mit einer englischen Übersetzung:
    Wie man diese Staaten bzw. Städte aufkaufen kann? Na, unter anderen mit Immobilien! Immer eine gute Anlage. Die Bevölkerung in Ungarn staunt nur über das Wohlhaben der Juden und ihr Staunen stößt auf Unverständnis, wenn man die Lage in Ungarn kennt. Das Durchschnittseinkommen der Ungarn beträgt gerade mal 500 Euro Netto. Ich frage mich in wie weit jüdische Gemeinden in Budapest bzw. in Ungarn sich sozial engagieren. Denn Aufkaufen ist eine Sache, sich zu intigrieren, eine andere und als sozial Starke, den sozial Schwachen zu helfen, eine wiederrum andere.“
    Quelle:
    http://danachrichten.wordpress.com/2011/04/14/garde-zigeunerfrage-judenfrage/
    Soweit „Der Richter“

    Meine Reaktion:
    Präsident Peres sprach 2007 auf einer Konferenz von Immobilienhändlern in Tel Aviv und machte tatsächlich, diese im Kontext ironische Bemerkung. Er hatte nicht mit der Reaktion der national-sozialistischen Jobbik gerechnet, die ein revolutionäres gegen die Habsburger gerichtetes Gedicht von Petöfi abwandelte und Peres in einem Davidstern abbildete und meinte „Sie werden Ihre Hurenmutter aber nicht unsere Heimat erobern“
    In Manhattan, Polen und Rumänien hat man offensichtlich die Ironie verstanden, die ungarischen Antisemiten verschlossen blieb.
    Quellen:http://www.wissenschaft-und-frieden.de/seite.php?artikelID=1511
    http://www.hagalil.com/archiv/2010/03/01/ungarn-3/
    http://barikad.hu/node/9251
    http://kuruc.info/r/1/18847/
    http://m.hvg.hu/itthon/20080316_marcius_15_radikalis
    http://index.hu/belfold/szdszt1026/
    http://index.hu/belfold/pp080315/
    Gibt es israelische Immobilienhändler am ungarischen Markt? Ja.
    Gibt es noch viel mehr deutsche und österreichische Immobilienhändler am gleichen Markt? Ja, aber damit haben „Der Richter“, Jobbik und Echo TV anscheinend kein Problem.
    Und nun zu folgenden Zeilen von „Der Richter“: „Die Bevölkerung in Ungarn staunt nur über das Wohlhaben der Juden und ihr Staunen stößt auf Unverständnis, wenn man die Lage in Ungarn kennt. Das Durchschnittseinkommen der Ungarn beträgt gerade mal 500 Euro Netto. Ich frage mich in wie weit jüdische Gemeinden in Budapest bzw. in Ungarn sich sozial engagieren.“
    Sind alle Juden wohlhabend in Ungarn? „Der Richter“ wiederholt hier eine Behauptung wie sie üblicherweise ungarische Antisemiten verbreiten. Antisemiten brauchen keine Statistiken, denn in ihren Augen sind Juden keine Ungarn, auch wenn sie in Ungarn geboren sind, sie sind in ihren Augen fremd und da „Die Bevölkerung in Ungarn staunt“, d.h. „Der Richter“ weiß, wie so viele gedankenlos antisemitische Parolen nachplappernde Menschen, was die gesamte Bevölkerung denkt „über das Wohlhaben der Juden“.
    Ich denke, das genügt, um festzustellen, dass ich die Schreibe des „Der Richter“ richtig eingeschätzt habe.

    • Herr Pfeifer, Sie hätten wirklich nicht einen so großen Teil meines Artikels wiederholen müssen. Kurz zusammengefasst ist Ihr Problem, dass ich allgemein „Juden“ schreibe und nicht festlege wieviele. Dafür habe ich keinerlei Statistik parat und ich schreibe allgemein „Juden“ da ich auch die Juden allgemein meine und nicht alle Juden, sonst hätte ich ja auch „alle Juden“ geschrieben.
      Ich habe in der taz folgende Passage zum Thema gelesen:
      „Zehn Jahre später, nachdem Ungarn durch den Friedensvertrag von Trianon zwei Drittel seines Territoriums verloren hatte und auf seine heutige Größe geschrumpft war, befanden sich Börse, Banken und Industrie fest in jüdischer Hand. 60 Prozent der Ärzte, jeder zweite Anwalt und ein Drittel der Journalisten und Verleger bekannten sich zum jüdischen Glauben. Die Juden waren die größte und sichtbarste Minderheit.“
      Zum Nachlesen:
      http://www.taz.de/1/politik/europa/artikel/1/die-vorsicht-der-juden-von-budapest/
      Das war damals. Leider habe ich keine Statistik darüber, wie es heute aussieht. Jedoch beruht meine Annahme, dass es im Moment in dieselbige Richtung geht, auf diverse Erreignisse und Hinweise, die ich hier nicht alle aufzählen will. Herr Peres ist nur ein Beispiel unter vielen.
      Mag sein, dass die jüdischen Immobilienhändler großartig in Budapest investieren, ist auch ihr gutes Recht, wir leben in einem freien Staat mit einer freien Marktwirtschaft. Auch andere nicht-jüdische Immobilienhändler investieren selbstverständlich. Jeder legt sein Geld dort an, wo er oder sie es will; Unabhängig von Nationalität, Hautfarbe oder Religion. Die Frage ist nur, in wie weit diese Leute um das Wohl der Bevölkerung sich sorgen und sozial engagieren. Denn die Starken helfen den Schwachen. Das ist – glaube ich – in jeder Religion verankert. Nun, wird die Synagoge in September 2010 in Óbuda neu eröffnet, taz beschreibt die Lage folgendermaßen: „Als ich vor einem Jahr erfuhr, dass sie zum Kauf angeboten wird, habe ich sofort begonnen, Geld zu sammeln“, erzählt der Rabbiner. In kürzester Zeit habe er um die 300.000 Euro in der Kasse gehabt. Nicht nur Juden hätten sich an der Sammlung beteiligt, betont Köves. (Zitat Ende) Schön, dass in kürzester Zeit so viel Geld bereit steht für die Synagoge, doch für die fast eine Million Bürger, die aufgrund der listigen Bankkrediten auf Fremdwährungsbasis (Euro, sowie Schweizer Franken) und aufgrund der immensen Staatsverschuldung, sowie aufgrund der steigenden Arbeitslosigkeit ihre Raten für die gekauften Wohnungen nicht mehr zahlen können und mit einem Bein auf der Straße stehen, ist diese Nachricht gar unfassbar. Wird die Synagoge einen Obdach für die Eltern mit Kindern bieten, wenn sie aus ihrer Wohnung geschmissen werden? Ich glaube kaum.
      Wenn Sie, Herr Pfeifer, mich als Antisemiten und Rassiten bezeichnen und in diese Ecke schieben wollen, gerne. Damit kann ich leben, denn für mich hat Ihr Wort wenig belang. Rechtfertigen werden Sie sich nicht für mich müssen, nur für sich selbst.

  25. @Karl Pfeifer

    werter Herr Pfeifer, danke für die link, sehr aufschlussreich.

    Gedankenspiel:

    Nehmen Sie einen Demokraten, Linken, Grünen, Sozialisten, einen unpolitischen oder jeden der die Würde des Menschen achtet.

    Sagen Sie zu demjenigen er sei ein Nazi oder Antisemit,
    dann ist und fühlt er sich zu Recht beleidigt.

    Insofern ist es nicht möglich einen Nazi oder Antisemit zu beleidigen, denn er ist ja schon eine Beleidigung an sich.

      • Ich interpretiere mal in die erste Tabelle hinein, dass der „KOREAIAK MAGYARORSZÁGI ÉS KÖZÉPEURÓPAI KERESZTÉNY GYÜLEKEZETE“ (Christlicher Verband der ungarischen und mitteleuropäischen Koreaner) pro Person sehr viel mehr spendet als Katholiken, Reformierte oder andere. Position 28.

      • Erstmals: danke terrier!
        Zweitens: danke HV für die Idee der „pro Kopf Berechnung“! Diese Koreaner…. 🙂 Wahrscheinlich haben die eine Zahl hinter der 93 vergessen. Aber wenn man die Zahl der Spender und den überwiesen Betrag betrachtet, haben die jüdischen Mitbürger pro Kopf im Durchschnitt mehr überwiesen, als die Katholiken. Sogar mehr als das doppelte. Bemerkenswert.

      • @ Richter: Kann viele Gründe haben. Auf den sozialen Status der Mitglieder würde ich hieraus noch nicht schlussfolgern. Eventuell ist die Bereitschaft, sich finanziell für eine kleinere Religionsgemeinschaft einzusetzen, mit der man sich noch dazu stark identifiziert, einfach größer. Der Pro-Kopf-Betrag kann einerseits von höherem Wohlstand, andererseits aber auch daher kommen, dass man prozentual mehr abgibt. Ich jedenfalls weiß es nicht.

      • @ Hungarian Voice
        Ich weiß es auch nicht, vielleicht ist der erste, vielleicht der zweite Grund, vielleicht aber auch beide oder keiner der Gründe richtig. Wir werden es wohl nie wissenschaftlich erfassen können. Jeder sollte sich selbst die Frage stellen und diese nach persönlichen Erkenntnissen beantworten oder einfach offen stehen lassen. Jedoch ist auch bemerkenswert, dass – wenn man von der Unverhältnissmäßigkeit der Koreaner absieht – die jüdischen Bürger durchschnittlich pro Kopf das meiste gespendet haben und zwar jeder knapp 12465,- Forint im Jahr 2009. Die am zahlreichsten vertretenen Katholiken haben pro Kopf knapp 5598,- Forint überwiesen.

  26. @Richter János, ich habe diesen „D.R.“ vor ca. ein Monat kritisiert und die ganze Sache vergessen. Ich bin nämlich kein Kampfblogger, der für eine politische Agenda hier eintritt. Nun hat dieser „D.R.“ weitergemacht, obwohl ich nicht den Wunsch hatte, mich auseinandersetzen zu müssen.
    In der Regel gehe ich mit dem Wort Antisemit oder antisemitisch sehr vorsichtig um. Was ich anhand einer Erfahrung in drei Gerichten beschrieb. Darauf reagierte „D.R.“: „kleinen Anekdote von dem österreichischen Gericht, bei dem Sie als Sieger vom Platz gehen.“ Das was für „D.R.“ eine kleine Anekdote scheint, bedeutete für mich in drei Wiener Gerichten 2 bzw. 3 Jahre als Angeklagter zu stehen, weil ich mir erlaubte, das Jahrbuch 1995 der FPÖ (mit Jobbik befreundet) zu kritisieren.
    Tatsächlich kann man „D.R“s Verhalten nur mit dem altgermanischen Wort Chuzpe (Achtung Ironie!) beschreiben. Er ist beleidigt, weil ich ihm nicht bestätige, was er von mir erwartet.
    Gut dass H.V. diesen Herrn und andere seinesgleichen nicht zensuriert. So können deutschsprachige Leser, die nicht Ungarisch können, in ihrer Muttersprache lesen, was so im rechten Mainstream Ungarns alles gesagt werden kann, gesagt und geschrieben wird.
    Im Gegensatz zu „D.R.“ denke ich nicht, dass „die Ungarn“ oder „die ungarische Bevölkerung“ so denkt wie er. Diejenigen, die so denken, wie er (oder sie?) sind aber sehr laut und glauben, hemmungslos das schreiben zu müssen, was sie so denken, was sie bewegt, nämlich die Garde, die Judenfrage und die Zigeunerfrage.

    Der bedeutende katholische Dichter M. Babits schrieb:
    „mert vétkesek közt cinkos aki néma“ Weil unter den Schuldigen der Stumme Komplize ist.

    • @ Karl Pfeifer: Ich hätte nur eine Anmerkung. Verdienen die von Ihnen kritisierten Aussagen – Sie sprachen z.B. schon mehrfach von den Postings bei Magyar Hírlap – wirklich das Prädikat „rechter Mainstream“? Ich würde dafür plädieren, rechtsextreme Ansichten als solche zu bezeichnen. Mit „rechter Mainstream“ könnte man konservativen Menschen, die sich mit vielerlei Dreck und Verschwörungstheorien nicht identifizieren, ggf. großes Unrecht tun.
      Und vielleicht noch ein Nachtrag: Ferenc Szaniszló (nur als Beispiel) zähle ich nicht zum „rechten Mainstream“.

    • „D.R.“, das ist neu. Dann werde ich ab jetzt „K.P.“ schreiben. Dieser „K.P.“ vergisst nach einem Monat, dass er mich als Antisemiten und Rassisten beschimpft und verteidigt sich damit, dass er kein Kampfblogger sei, der für eine politische Agenda hier eintritt. Tatsächlich kann man „K.P.“s Verhalten nur mit dem lateinischen Wort „Senil“ beschreiben.

      Ein jüdisches Sprichwort besagt:
      „Die Jugend ernährt sich von Träumen, das Alter von Erinnerung.“

  27. HV Meinen Sie also Zsolt Bayer, Szaniszló, Bogár, und noch einige der Fidesz nahe stehende Publizisten, die ausgiebig bei Magyar Hirlap und Echo TV zu Wort kommen, sind Rechtsextremisten? Oder kann ich sie zu einem rechten Mainstream rechnen?
    Andererseits, gibt es natürlich anständige Konservative, die mit diesen nichts zu tun haben, und die rechne ich natürlich nicht zum rechten Mainstream. Wieviele es sind, weiß ich nicht und ich mag auch nicht spekulieren.
    Ich hüte mich von „den Ungarn“ zu schreiben, weil ich ja auch nicht von „den Österreichern“ „den Deutschen“ usw. schreibe. Und wenn dann „D.R.“ implizit unterstellt, die „ungarische Bevölkerung“ wäre antisemitisch, dann erhebe ich Einspruch. Die representative Meinungsforschung zeigte Ungarn diesbezüglich im Mittelfeld.

    Ein Problem dabei ist ja auch, wie Richter János treffend bemerkt, dass solche Leute ja gar nicht merken, wie das hier wirkt, wenn sie in deutscher Sprache so schreiben und in ihrem Kreis wahrscheinlich ganz ungezwungen von sich geben.
    Ich will das anhand einer Geschichte zeigen. Ich hoffe diese noch nicht hier geschrieben haben.
    Vor Jahren wurde ich von einer niederländischen Finanzzeitung gebeten einen kurzen Kommentar über Ungarn zu schreiben. Dieser wurde übersetzt und publiziert, was dazu führte, dass einige Damen und Herren, die mit starkem ungarischen Akzent sprachen, sich bei der Redaktion beschwerten. Eine Dame empörte sich besonders und meinte, an meinem Artikel stimme überhaupt nichts. Der junge diensthabende Redakteur wurde neugierig und fragte, können Sie mir ein Beispiel für Ihre Behauptung geben? Die Dame, sagte, da steht, dass Herr Pfeifer der Wiener Korrespondent einer christlichen Budapester Wochenzeitung ist und das stimmt nicht. Wieso nicht? fragte der Redakteur. Die Antwort der Dame war „weil das eine liberale Zeitschrift ist“, worauf der Redakteur antwortete, „das ist ja viel besser“.
    Natürlich meinte die Dame unter „liberal“ was anderes, nur ist das Wort liberal in Amsterdam im Gegensatz zu Budapest kein Schimpfwort.
    Natürlich würde ich mich freuen, wenn V.O. und seine Partei sich klar und deutlich von antisemitischen Publizisten distanzieren würde. Ich weiß wie heftig seinerzeit auf meinen Artikel in der Presse auch auf H.V. reagiert wurde. Da wurde mir unterstellt, aus den Fingern gesogen zu haben, dass Fidesz sich nicht distanzieren kann – wie mich eine zuverlässige Quelle informierte – weil doch viele Fidesz-Wähler so denken. Aber in den Monaten seither wird meine Quelle immer wieder bestätigt. Und schon wird gefragt, was das über V.O. zu sagen hat.
    Noch ein Beispiel:
    Der Architekt Imre Makovecz gibt der Wochenzeitung Hetek ein Interview und zweifelt – so wie das die Nazi taten – an, dass Jesus Jude war.
    http://esbalogh.typepad.com/hungarianspectrum/2011/05/an-interview-with-imre-makowecz-a-favorite-of-viktor-orb%C3%A1n.html
    Heute lese ich, dass Makovecz vom Budapester Bürgermeister Tarlós zum Ehrenbürger ernannt wurde.
    Welche Signale sendet damit Fidesz?

  28. H.V. Es ist für mich schwer nachvollziehbar, wie ungarische Zuschauer Sendungen dieser Leute durchhalten. Ich muss mich überwinden, es zu tun, anderseits tut mir das bei meinem sehr niedrigen Blutdruck ausgesprochen gut, Echo TV zu sehen und Magyar Hirlap zu lesen.
    Bogár scheint mir total durchgeknallt sein. Unlängst schrieb er einen Artikel in Magyar Hirlap und meinte bei Heinrich VIII und Elisabeth I begann die Weltverschwörung. Bogár war ein dogmatischer Kommunist bevor er in der ersten Regierung Orbán Staatssekretär wurde. Zwar wird er in Wikipaedia als Linksnationalist gehandelt, aber diese Ehre gebührt ihm nicht, wird doch auch der von mir hoch geschätzte István Bibó dazu gerechnet.
    Die oben erwähnten Leute, die sich ausgiebig in Fidesz nahen Medien artikulieren bzw austoben können, gehören – meiner Meinung nach – leider zum Mainstream. Während die Macher der Jobbik nahen kuruc und barikád nicht dazu gehören.
    So sehe ich das, auch wenn ich natürlich wünschen würde, dass Sie Recht bekommen würden und Fidesz sich von diesen Leuten trennt. Doch aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen geschieht das nicht.
    Wenn Orbán wirklich damit den Wind aus den Segeln von Jobbik nehmen will, dann erreicht er damit genau das Gegenteil.
    Ein Thema, das für die Leser interessant wäre, wer finanzierte Jobbik bevor es ins Parlament kam?

    • @ Herr Pfeifer:
      Nun, ich bekenne mich dazu, dass ich manchmal EchoTV sehe (allerdings nie direkt vor und nach dem Essen). Ihre Reaktionen kann ich nachvollziehen, gerade wenn es um Szaniszló und Bogár geht. Die erzählen immer das selbe. Bayer hält sich auf EchoTV, so meine persönliche Ansicht, gegenüber seinen „Kommentaren“ in der Magyar Hírlap eher zurück. Man sieht aber trotzdem, mit wem man es zu tun hat. Als der heutige Jobbik-Abgeordnete Sándor Pörzse noch „Kibeszélö“ moderierte, riefen fast immer dieselben fünf-zehn Figuren dort an und verbreiteten ihre extrem rechten Ansichten. Andere kamen schon gar nicht zu Wort. Wir wissen, welches Schicksal Pörzse ereilt hat. Er flog.
      Einige meiner Kontakte in Ungarn würde ich als stramme Fidesz-Wähler bezeichnen. Keiner von ihnen findet diese Figuren und ihre Thesen sympathisch, die jüngeren lehnen z.B. Bayer ausgesprochen ab bzw. nehmen ihn nicht ernst. Das beruhigt uns alle nicht, vielleicht deutet es aber an, dass wir hier nicht zwingend von einem Mainstream sprechen können. Womöglich sind Ihre Beobachtungen andere.
      Meines Wissens sind die Einschaltquoten von EchoTV noch dazu ausgesprochen gering. Vielleicht wissen Sie mehr dazu.

  29. Hungarian Voice,
    tatsächlich sehen nur wenige Menschen Echo TV. Und ich gebe Ihnen auch Recht, Bayer scheint sich auf Echo TV zurückzuhalten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man – und jetzt meine ich nicht nur den Inhalt sondern auch die Form – solche Leute wie Szaniszló und Bogár hier in einer Fernsehanstalt erscheinen lassen würde.
    Wenn ich da zuschaue oder deren Texte lese, dann versuche ich – soweit möglich emotionslos – diese zu analysieren.
    Heute erschien in Népszabadság ein bemerkenswerter Artikel von László Bitó ein ehemaliger Prof. an der Columbia Uni in N.Y. der bedeutendes in der Medizinforschung geleistet hat. Er geht punkto Sakralisierung des Nationalen einig mit M. Marsovszky und erzählt als 1934 geborener Zeitzeuge wie er das Kriegsende und die Zeit danach erlebt hat.

    Zu den von terrier vorgebrachten Zahlen. Wenn ich mich da nicht irre, handelt es sich um 1% des Steueraufkommens. Die Steuerzahler können bestimmen welche gemeinnützige Körperschaft dies erhält.
    Die Statistik sagt nur aus über die 5.419 ungarische Steuerzahler, die diese Summe an die jüdische Gemeinde haben überweisen lassen. Da es aber in dieser Gemeinde – wenn ich richtig informiert bin über 15.000 Mitglieder gibt, wissen wir noch immer nicht, wie tatsächlich diese Mitglieder situiert sind. Es genügen einige Milliardäre und der Durchschnitt geht bei einer kleinen Anzahl hoch. So ist das auch bei den Koreanern, deren Durchschnitt fünfmal so hoch ist wie das der Juden.
    Viel interessanter als das habe ich gefunden, dass in einem angeblich christlichen Land, die Anzahl derer, die ihr 1% Steueraufkommen einer Kirche spenden relativ niedrig ist. Aber auch da könnte es verschiedene Interpretationen der Zahlen geben.
    In Österreich haben wir die Kirchensteuer, d.h. wer nicht aus einer Kirche bzw. Religionsgemeinschaft austritt ist verpflichtet diese zu zahlen.
    Die katholische Kirche in Österreich ist mit sehr hohen Austrittzahlen konfrontiert. Nichtdestoweniger ist sie eine der wichtigsten Institutionen hier.
    Ich habe während der Kádár-Periode ungarische Religionssoziologie gelesen. Da sind schon sehr interessante Untersuchungen erschienen. Aber auch in der Geschichtswissenschaft, zum Beispiel waren in der kleinen illegalen kommunistischen Partei Ungarns während der Zwischenkriegszeit Juden und Protestanten überrepräsentiert. Interessant wäre es zu erfahren, wie es in der MSZMP nach 1957 war.

    Über die sachliche Diskussionsmöglichkeit mit Ihnen freue ich mich. Auf Schmähungen u.ä.m. versuche ich nicht einzugehen. Die sprechen für sich und der nichtungarische Leser dieser Website kann sich dazu selbst einen Reim machen.

    • @ Pfeifer: Ja, Szaniszló und seinesgleichen hätten im deutschen oder österreichischen Fernsehen gewiss keinen Platz als Moderator. Ich erinnere mich aber durchaus, dass man noch in den 1980er Jahren teils skurillen, auch rechtsradikalen Stimmen im deutschen Fernsehen ein Forum bot. Als Gast durfte z.B. der Sänger der Gruppe „Störkraft“ auf RTL seine neonazistischen Thesen vertreten.
      Wir näherns uns wieder der Debatte um den merkwürdigen Begriff der Meinungsfreiheit in Ungarn, der die Freiheit des Äußernden höher bewertet als das Ehrgefühl des Angegriffenen. Ich sehe das durchaus kritisch. Sie selbst haben Ihre Meinung hier oft vertreten, dass es auch (nicht nur!) der Freiheitsauffassung des SZDSZ zu verdanken war und ist, dass man heutzutage schlichtweg jeden Müll in den öffentlichen Diskurs tragen kann. Ich jedenfalls habe gelernt und bin davon überzeugt, dass von dem Begriff „Meinung“ nur Werturteile umfasst sind, nicht aber (falsche) Tatsachenbehauptungen. Wer den Holocaust leugnet, der behauptet Tatsachen und äußert keine „Meinung“.

      Was die Religionsgemeinschaften betrifft: Geht aus der Statistik eigentlich hervor, dass die „Spender“ tatsächlich Mitglieder dieser Gemeinschaften sind? Wenn nein, so wäre die Zahl abermals zu hinterfragen. Ich glaube an Churchill: „Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“ . Ich denke auch, der aus dieser Spendenstatistik hervorgehende Durchschnittsbeitrag ist für die heutigen Probleme Ungarns – soweit es mich betrifft – ohne jeden Belang. Mich interessiert das nicht.

  30. Hungarian Voice. Ja, da bin ich ganz Ihrer Meinung. Für Ungarn wäre es besser gewesen, wenn man den Mut gehabt hätte zu sagen: Keine Freiheit für Nazidiktion. Und als SZDSZ für diese Freiheit eintrat habe ich sie auch scharf kritisiert.
    Ich habe ein langes Essay in Englisch veröffentlicht über das Thema Meinungsfreiheit, wo ich begründete, warum ich für das österreichische NS-Verbotsgesetz eintrete. Es kamen zwar einige verständnisvolle Reaktionen, doch konnte ich keinen der anglosächsischen Liberalen überzeugen.
    http://www.engageonline.org.uk/journal/index.php?journal_id=10&article_id=40

    • Dass Sie keinen Angelsachsen überzeugen konnten, überrascht mich nicht. Bis heute dürfen z.B. in den USA öffentlich Hakenkreuze gezeigt und SA-Uniformen getragen werden. Ganz zu schweigen von den „White Supremacy“ Bewegungen. Und das Argument, in den USA sei das akzeptabel, weil dort eine zutiefst tolerante und demokratische Mehrheit diese Menschen in Schach hält, mag mich nicht wirklich überzeugen. Fragen Sie mal die Landbevölkerung in Texas und Tennessee nach ihrer Meinung über Farbige und Schwule…ich zweifle, dass die Antworten anders ausfallen würden als in manch nordostungarischen Ort. Der Unterschied zu Ungarn: Dass die Weltpresse daran offenbar nichts auszusetzen hat.

  31. Hu Voice, es gibt einige wesentliche unterschiede, und ich denke, ungarn befindet sich in europa und da müssen europäische massstäbe angelegt werden.

  32. Pingback: Magdalena Marsovszky: „Arier-Denken“ ist in Ungarn Mainstream « Hungarian Voice – Ungarn News Blog

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