Budapest Pride endet ohne größere Zwischenfälle

Die jährlich stattfindende Veranstaltung Budapest Pride verlief am gestrigen Samstag ohne größere Zwischenfälle. An der Demonstration Schwuler, Lesben, Bi- und Transsexueller nahmen nach Presseberichten etwa 1.500 Personen teil. Der Veranstaltungszug bewegte sich, begleitet von drei Veranstaltungsfahrzeugen, friedlich vom Heldenplatz zum Parlament.

Mehrere hundert rechtsradikale Gegendemonstranten versuchten die Veranstaltung am Oktogon (Kreuzung zwischen Teréz körút und Andrássy út) zu stören, wurden jedoch durch Polizeikräfte und Absperrgitter erfolgreich von den Teilnehmern der Budapest Pride getrennt. Allerdings musste die Schwule- und Lesbenparade wegen der angekündigten Störungen eine kleinere Routenänderung (Andrássy út – Csengery utca – Aradi utca – Jókai utca – Andrássy út) in Kauf nehmen (vgl. hier), um das Oktogon zu umgehen. Im übrigen konnte die Veranstaltung auf der angemeldeten Route abgehalten werden.

Nach einem Bericht des Portals Queer.de sollen an der Parade auch Mitglieder der Antifa Berlin teilgenommen und die Gegendemonstranten provoziert haben.

Nachdem einige Teilnehmer der Gegendemonstration versuchten, die Absperrungen zu durchbrechen, wurde durch die Polizei Pfefferspray eingesetzt. Die Parade wurde hierdurch nicht beeinträchtigt. Nach einem Bericht des Nachrichtenportals Index.hu wurden vier Personen festgenommen.

Entgegen ungarischer Presseberichte meldet der österreichische Standard – unter Berufung auf die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) – keine friedlich verlaufende Demonstration, sondern über einen Angriff von rechtsradikalen Personen auf österreichische Teilnehmer der Budapest Pride gegen Ende der Veranstaltung. Die Aktivisten aus Österreich seien von „15 Neonazis“ physisch attackiert und mit einem „bestialisch stinkenden Spray“ besprüht worden. Bei Eintreffen der Polizei hätten die Rechtsradikalen behauptet, der Angriff sei von den Teilnehmern der Parade ausgegangen. Die Polizei habe 50 Personen zwei Stunden lang festgehalten. Zwei der Österreicher seien zunächst in polizeilichem Gewahrsam verblieben. 

Die Budapest Pride findet seit 1997 jährlich in der ungarischen Metropole statt. An der Veranstaltung nehmen regelmäßig viele Teilnehmer aus dem Ausland, unter anderem Deutschland und Österreich, statt.

Links:

http://index.hu/belfold/2011/06/18/a_felvonulokat_eltereltek_a_tuntetoket_korulzartak/

http://galeria.index.hu/belfold/2011/06/18/meleg_meltosag_menete_budapest_pride_2011/ (Bildergalerie)

http://hvg.hu/itthon/20110618_melegfelvonulas_budapest

http://www.queer.de/detail.php?article_id=14462

Update:

Figyelö Online berichtet über den von ÖH berichteten Vorfall:

Budapester Schwulen- und Lesbenaufmarsch führt in Wien zu einem Skandal

Nach Angaben der Österreichischen Hochschülerschaft seien zwei ihrer von der Budapester Polizei bei der Parade festgenommen worden, obwohl sie von „Neonazis“ angegriffen worden seien.  Der Pressesprecher der Budapester Polizei bestätigte, dass man tatsächlich zwei Ausländer in Gewahrsam genommen habe, es seien aber alle Festgenommenen wieder auf freien Fuß gesetzt worden.“

Zum vollständigen Artikel:

http://www.fn.hu/kulfold/20110619/becsben_lett_botrany_pesti/

Weiterer Link:

http://index.hu/belfold/2011/06/19/osztrak_melegeket_tartoztattak_le_magyar_neonacik_vadjai_alapjan/