Der Tagesspiegel zur EU-Präsidentschaft

Der Tagesspiegel berichtet zum einen über die vergangenen sechs Monate ungarischer EU-Ratspräsidentschaft und benennt der Themen des beginnenden polnischen Vorsitzes.

http://www.tagesspiegel.de/politik/offen-nach-osten/4343876.html

Den beiden Verfassern Christopher Ziedler und Paul Flückiger gebührt Lob. Sie schaffen es nämlich, einen Beitrag aus Anlass und zugleich über das Thema Ratspräsidentschaft zu schreiben. Anders als Stefanie Bolzen in der WELT und Kathrin Lauer im Standard, die beide zwar den Anlass der Abgabe des Vorsitzes an Polen aufgreifen, jedoch ihre Beiträge schwerpunktmäßig dazu nutzen, in braver Umsetzung der Tradition beider Blätter zum Generalangriff gegen die Budapester Orbán-Regierung ausholen.

6 Kommentare zu “Der Tagesspiegel zur EU-Präsidentschaft

  1. In der TAZ ruft Gergely Márton die EU zum Handeln gegenüber Ungarn auf. Auch unter Bezugnahme auf den slowenischen Premier:

    „Der slowenische Premier Borut Pahor sagte Ende Mai im vertraulichen Gespräch, sobald die Ratpräsidentschaft übergeben worden sei, werde Ungarn innerhalb der Union so umgehend wie umfassend isoliert. Die Orbán-Regierung hätte dies sicherlich verdient; hoffentlich ist es auch wirksamer als die nachsichtige Diplomatie, die Brüssel bisher gegenüber Budapest gezeigt hat.“

    http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/ende-einer-zwangsehe/

    Ob der Sozialdemokrat Pahor sich an dieser Isolierungsaktion noch beteiligen wird, scheint fraglich. Seine Regierung zerfällt nämlich gerade.

  2. Ich muss Stephanie Bolzen hier in Schutz nehmen. Ich ertappe mich zwar bei der Frage, ob Orbán wirklich 1,90 groß ist, und bezweifle, dass er damals wegen einer antieuropäischen Haltung die Wahlen verlor. Aber der Artikel ist fair, listet die Erfolge und Mißerfolge auf, und ist keine marktschreierische Fertigmache wie in manchen anderen Beiträgen der Welt. Frau Bolzen hat eben eine kritische Meinung über Orbán und seine Politik – aber bearbeitet das Thema von dieser kritischen Warte heraus fair und lässt sogar die Frage offen, ob Orbán denn gut oder schlecht sei für Ungarn und Europa. Sehr schön die Hervorhebung, dass, was immer man sonst über ihn sagen mag, er bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.

    • Guten Morgen Herr Kálnoky.

      Über diesen Absatz kann man meines Erachtens durchaus diskutieren:

      „Als Ungarns Premierminister an jenem Mittwochmorgen im vergangenen Januar zum zweiten Mal das Wort ergriff, war allen im Plenum klar, dass nun der Gegenangriff kommen würde.

      Der 1,90-Meter-Mann stand auf, knöpfte seine Anzugjacke zu und blickte kampfeslustig in die Runde. Er wundere sich, was genau den großen Unmut hervorrufe – „vielleicht meine Zweidrittelmehrheit im Parlament?“ Und verbitte es sich hiermit ein für alle Mal, Ungarns Demokratie infrage zu stellen: „Dass man das ungarische Volk beleidigt, das lasse ich nicht zu.“ Kurz darauf verließ Ungarns Premier das Straßburger Rund.“

      Ganz so war das nicht. Orbán sprach immerhin etwa eine Viertelstunde zu den Herren Schulz, Cohn-Bendit und Lambsdorff. Den Auftritt fand ich zwar unglücklich, aber menschlich verständlich. Sogar Gáspár Miklós Tamás (Unterzeichner des Hillary-Clinton-Schreibens), nicht als Orbán-Freund bekannt, gestand zu, dass er so etwas schreckliches noch nie gesehen habe; und auch, dass man bezüglich Ungarn ganz klar mit zweierlei Maß messe.

      Frau Bolzens Zeilen erwecken den Eindruck, Orbán hätte nach den beiden obigen Sätzen geradezu fluchtartig das Parlament verlassen. Das empfinde ich als deutlich verfälschend. Ich hoffe, es hat nur mit den Vorgaben bezüglich der maximalen Buchstabenzahl zu tun.

  3. Was soll das?

    @“… in braver Umsetzung der Tradition beider Blätter zum Generalangriff gegen die Budapester Orbán-Regierung ausholen.“

    Von „TRADITION zu Budapest“ keine Spur… Obschon im PRAEAMBULUM beschworen!

    Die „Budapester Orbán-Regierung“ feierte eben erst, an der jüngsten Parteikongress-Veranstaltung, ihr erstes – wie zu hören war – ERFOLGREICHES AMTSJAHR! … Pardon, das eben verflossene HERRSCHAFTSJAHR!

    Wie es sich für „Siedler im Karpatenbecken“ gehört, mit „markigen Worten“… Von wegen „koki“, „saller“ und „baráti tarkón legyíntés“…

    Bleiben wir doch bei der „TRADITION“…

    Mir scheint – ohne belehrend zu wollen – Viktor Öcsém [mein kleiner Bruder Viktor] hat einige Lektionen in seiner Schulzeit verpasst… Vielleicht auch ganz bewusst… wie auch später – durch Abwesenheit – als „Oppositioneller“ im Parlament…

    Die Weichen wurden auf dem Lechfeld, nähe Augsburg, gestellt.
    Der nun, heutzutags, „neubeschworene STEFAN“ hat sich – damals – nach WESTEN gewandt. Seine „exotischen Untertanen“ aus den Steppen Asiens mühten sich jahrhundertelang um „abendländische Zugehörigkeit“… Um „Katholizismus“… Bis einst dann CALVIN und Luther auftauchten…

    Wen wundert’s? Wenn nun – nach rund Tausend Jahren – @….“in braver Umsetzung der Tradition beider Blätter zum Generalangriff gegen die Budapester Orbán-Regierung ausholen.“ geboten ist:

    Will dieser exotische Spross im ABENDLAND nun – gemäss Präambulum seiner eiligst autoritär durchgedrückten „Verfassung“ – pardon, „GRUNDGESETZ“ – im ABENDLAND bleiben?

    Oder etwa „chinesische Verhältnisse“ begrüssen?

    Die hat er nun begrüsst! Sich „ge-OUTET“!

    Es lebe die fernöstliche „Kunst… in Sachen Herrschaft“!
    Mit Fahnen und Sprüchen! Mit gebührendem EmpfangsZeremoniell!
    Für „fernöstliche Präsidenten“…!!

    Spätestens seit Marco Polo ist der SONNENAUFGANG, die tägliche ERNEUERUNG attraktiv…

    Dem ABENDLAND nachzueifern ist jedoch „destruktiv“…
    Dort geht ja stets die Sonne – für Verliebte durchaus literarisch und kunstvoll – täglich in den UNTERGANG.

    Mit Fahnen und Sprüchen! Mit gebührendem EmpfangsZeremoniell!
    Für „fernöstliche Präsidenten“…!! … geniessen wir, dank weiser Voraussicht unseres Ministerpräsidenten die AUSSICHT auf eine „bessere ZUKUNFT“….

    Bis dann die Sonne aufgeht und – trotz allen „weltpolitischen, lokal oder auch global erfolgreichen“ SPRÜCHEN am westlichen Horizont untergeht…

    Als Mensch darf man sich die Frage erlauben:

    War das hier…?
    Zwischen Sonnenauf- und Untergang…?

    EIN BLOGGER-LEBEN?

    Der TAGESSPIEGEL gibt uns die ultimativ-richtige Antwort:

    @“… in braver Umsetzung der Tradition beider Blätter zum Generalangriff gegen die Budapester Orbán-Regierung ausholen.“

    • @ Jean Louis: Jeder hat wohl Erinnerungen an seine Schulzeit. Sie dürften seinerzeit, als „Jean Louis öcsém“ den vorgegebenen Seitenumfang jedes Aufsatzes gesprengt haben. Ist es so? 🙂

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