Heti Válasz: András Stumpf über „Rassistische Windmühlen“

Der Journalist András Stumpf berichtet über das Global Media Forum in Bonn.

Schwerer Angriff aus dem Ausland: Orbáns Getreue auf der schwarzen Liste

Windmühlen des Rassismus

„Probleme bei den Menschenrechten betreffen uns alle unmittelbar“ – so begann der Zeremonienmeister des Global Media Forum in Bonn vergangene Woche seine Einleitung.

Ich wiederum saß im Saal herum, und konnte es kaum erwarten, bis er aufzählt, was ihm – insbesondere in Bezug auf Ungarn – alles Sorge bereitet, Mediengesetz, Autokratie usw.

Und lange musste ich nicht warten. Als er Dunja Mijatovic vorstellte und zu einem der ersten Diskussionsvorträge bat, merkte der Zeremonienmeister zur Person der OSZE-Beauftragten für Pressefreiheit nur so viel an, dass sie bis zum vergangenen Jahr eher unbekannt gewesen sei, aber ihr Name in der Causa Mediengesetz jedermann bekannt geworden sei – sie sei es gewesen, die Druck auf Budapest ausgeübt habe. Nun, ich spitzte meinen Bleistift, jetzt würden wir es wohl abbekommen, aber falsch gedacht. Mijatovic hielt eine sehr korrekte Rede darüber, dass man auch in der westlichen Welt einiges für die Verwirklichung der Pressefreiheit tun müsse, hingegen erwähnte sie den Namen Ungarns, des Landes, welches ihr zu Bekanntheit verholfen hatte, mit keinem Wort.

Die Debatte um das Mediengesetz ging allerdings nicht spurlos vorbei. Ich geriet hierdurch in den Kaffeepausen zwischen den Foren in richtig lustige Situationen. Es war zum Beispiel ein unvergleichliches Gefühl, als mich afghanische und pakistanische Kollegen nach meiner Freiheit bei der Berichterstattung fragten. Sie konnte ich noch beruhigen, ich weihte sie in das große ungarische Geheimnis ein. Darauf hatte ich bei Dr. Hans Hesselmann hingegen keine Lust mehr. Der Herr trat als Redner in einem Workshop zum Thema Antisemitismus und Rassismus auf – er ist Vorsitzender der Koalition europäischer Stadte gegen Rassismus (eines eingetragenen Vereins) –  und begründete die wachsende Notwendigkeit des internationalen Kampfes mit einer Landkarte: „Rechtsradikale, populistische Parteien in Europa“. Und Ja! Bei Ungarn: Fidesz – Bund Junger Demokraten. Mehr nicht. Wer oder was die Quelle für die Landkarte war, diese Frage konnte ich leider nicht stellen, dabei mache ich mir ernsthafte Sorgen. Wenn es auch andernorts so leicht ist, den Feind auszumachen, wird der tugendhafte antirassistische Kampf wohl nie zu Ende gehen. Denn im Kampf gegen Windmühlen wird es schwer, Ergebnisse zu präsentieren.“

http://hetivalasz.hu/jegyzet/rasszista-szelmalmok-39036/

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s