György Dalos sieht Schlussakt im Kampf um die Medien: Ziel ist maximale Kontrolle

Deutschlandradio Kultur bringt ein Interview mit dem Buchautor György Dalos zum Thema Kampf um die Medien:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/fazit/1502994/

Dalos betont, die Entlassungen zielten auf das „liberale Milieu“ und eine größtmögliche staatliche Kontrolle ab. Die staatlichen Medien seien bereits angepasst. Die Webseite enthält auch folgende Aussage: „Es sei nicht richtig, dass Ungarn kein Geld habe und daher in diesem Umfang rationalisieren müsse, sagte Dalos weiter. Auch, dass man die Sendeanstalten verjüngen wolle, sei nicht richtig, denn es würden auch junge Redakteure entlassen. Falsch sei es ebenfalls, wenn die Orban-Regierung beteuere, die Entlassungen, seien nicht rassistisch, denn es würden auch Rundfunk-Programme für Roma eingestellt und die dafür verantwortlichen Mitarbeiter entlassen.“ (vgl. hier)

13 Kommentare zu “György Dalos sieht Schlussakt im Kampf um die Medien: Ziel ist maximale Kontrolle

  1. Dalos glaubt allerdings nicht, dass die Regierung Orban ihre bei den letzten Wahlen errungene Zwei-Drittel-Mehrheit mit Hilfe der Medienpolitik lange verteidigen kann. Die zwei Drittel der abgegebenen Stimmen entsprächen nur einem Drittel der Bevölkerung, weil die Wahlbeteiligung niedrig gewesen sei. Da die Regierung ihre sozialen Versprechen nicht einhalten könne, sei die Unzufriedenheit in der Bevölkerung groß.

    Ein Gesangpoet oder ein Realist, das ist hier die Frage

  2. Der Richter, kein Geld für was?

    In der heutigen Népszava wird die Antwort des Chefredakteurs an den Medien- und Kommunikationskommissar Jenö Bodonovich publiziert
    http://www.nepszava.hu/articles/article.php?id=450177

    Leider habe ich keine Zeit, dieses wichtige Dokument zu übersetzen.
    Ich bin kein Jurist, aber mir scheint es, dass Chefredakteur Németh ernste Mängel der Medienbehörde aufzeigt. Ich würde gerne erfahren, wie HV über diesen Brief denkt.

  3. Also die Behauptung, dass alle diese Journalisten lediglich aus finanziellen Gründen entlassen wurden, halte ich für ein Gerücht.

  4. HV Thema des obigen Textes sind die Entlassungen in den ung. königl. Medien. Die Behauptung, dass diese Entlassungen aus politischen Gründen erfolgten konnte hier nicht widersprochen werden. Und darauf kommt es an.

    In den meisten europäischen Ländern werden die Budgets für das öffentlich-rechtliche begrenzt. In Österreich wäre es unmöglich einen 55 jährigen Beleuchter beim ORF, der sich nichts zuschulden kommen lassen hat, so mir nichts dir nicht zu entlassen. Das von Fidesz geänderte Gesetz macht das möglich.
    Heute ist auf Népszabadság ein erschütternder Bericht erschienen über diese Entlassungen. Allen die Ungarisch können empfehle ich die Lektüre.

    Freilich kann man das auch so sehen: all die Entlassenen sind Anhänger von Béla Kun und Mátyás Rákosi, alle links-liberal und verdienen ihr Schicksal.
    Doch wenn dann ein Nachrichtenfälscher wie Dániel Papp befördert wird, dann wird sich das Niveau der königl. Medien nicht verbessern, sondern merklich verschlechtern. D.h. die Zahl der Konsumenten dieser Medien wird zurückgehen.

    In der Zeit von Internet gehen diese Zahlen nicht nur bei den königl. Medien sondern auch bei den Printmedien zurück. D.h. es wird Fidesz nicht gelingen Zustände in Ungarn zu erreichen wie George Orwell sie in „1984“ voraussah.

  5. Es ist natürlich sehr relativ, ob Ungarn Geld hat oder nicht. Durch die praktische Verstaatlichung der Rentenversicherung sowie etliche Besteuerungsaktionen hat die Regierung zum ersten Mals seit 1990 eine positive Bilanz, was an und für sich begrüssenswert ist.Die Frage ist nur, wem nützen diese Vorteile. Die Kultur profitiert davon zum Beispiel am wenigsten. So fand man für die gescheiterte Premiere in Los Angeles der Nationaloper Bánk bán Zweihundertmillionen Forint, die ,an aber aus „finanztechnischen Gründen“ nicht rechtzeitig bezahlen konnte, während die Budapester Oper mit Milliardendefizit ums Leben ringt. Also hat Ungarn (die ungarische Regierung) oder Geld oder nicht?
    Ich freue mich über meine Charakteristik als „Gesangspoet“, obwohl ih sehr lange in Prosa stecke, übrigens ganz so, wie unser Land.

    • Man kann relativieren, aber man muss einfach wissen wann. Wenn Ungarn zweimal einer Staatspleite entging, indem das Land neue Kredite aufnahm und kaum noch neue Kredite bekommt, weil die Ratingsagenturen, sie so schlecht bewertet haben und weil die Staatsverschuldung 85% des BIP beträgt, sollte man nicht anfangen zu relativieren, sondern diese Tatsachen hinnehmen. Nicht nur Ungarn sondern ganz Europa, die USA, Japan, man könnte sagen die ganze „westliche“ Finanzwelt geht den Bach runter und Sie, Herr Dalos, kommen mit der Behauptung, dass es nicht stimme, dass Ungarn kein Geld hat. Ich finde diese Behauptung unerhört und einfach falsch!

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