Die Presse: „Ungarn als Störfall für das schöne, neue, korrekte Europa?“

Hans Winkler kommentiert in der österreichischen Tageszeitung Die Presse die Reaktionen gegenüber Ungarns aktueller Politik.

http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/678785/Ungarn-als-Stoerfall-fuer-das-schoene-neue-korrekte-Europa

 

28 Kommentare zu “Die Presse: „Ungarn als Störfall für das schöne, neue, korrekte Europa?“

  1. Wow, kaum zu glauben, dass ich das noch erleben darf. Im Moment suche ich noch nach Anzeichen für Satire in diesem Artikel, da ich meinen Augen kaum glaube… Ich bin sprachlos. Der Mann verdient einen Orden!

  2. @HANS WINKLER, Die Presse
    @“Orbáns Regierung schlägt im übrigen Europa Feindseligkeit entgegen, weil sie eine geistig-politische-moralische Wende anstrebt.“

    HANS WINKLER sieht Vieles in seinem „Synopsis-Ausschnitt“ zur Geschichte der vergangenen Epoche Europas bis HEUTE gewiss richtig und formuliert auch sachlich. Er bringt zweifelsohne die richtigen Beispiele, welche schon längst Niemanden mehr „aufregen“ (u.a. Haider, Presse in Italien/Österreich, „des Ungaren Frankreich“).

    Eine „geistig-(…)-moralische Wende“ zu wünschen, ist legitim! Und evtl. bezogen auf die Politik Ungarns und seiner Politiker-Kasten dringend erforderlich. Vielleicht hat HANS WINKLER bei der oben leergelassenen Klammer mit „politisch“ genau DIES gemeint?

    Vielleicht doch nicht… angesichts von „demokratisch-errungener ZweidrittelHerrschaft im Parlament“, glücklicher Umstand, mit dem man durchaus „massvoller“ und „anständiger“ umgehen könnte… Orbán Viktor – das Vorbild – stempelt seine Schriften jetzt schon mit „Magyarország“, statt „Magyar Köztársaság“ (?? – sagt das was??)

    Was HANS WINKLER gänzlich auslässt, vielleicht nicht registriert hat oder nicht sieht, wie Ungarn – pardon, bis 31.12.2011 immer noch die „Republik Ungarn“ – einseitig „umgebaut wird“: DA GEHT ES NICHT in erster Linie um Ausschluss „eine(r) Gleichstellung prinzipiell reproduktionsfähiger Gemeinschaften von Mann und Frau mit…“ zur Produktion künftiger Generationen, NICHT um FAMILIE, NICHT um „Sozialen Frieden“,,,,
    DA GEHT ES mit aller Kraft, mit allen „Tricks“ UM MACHT-ZEMENTIERUNG!

    In grösster Eile! Zehn Verfassungsänderungen seit Mai 2010, ein neues „Grundgesetz für Ostern“, Kardinalgesetze (2/3-Mehrheit) in äusserster Eile zwischen Ostern und Weihnachten, plus WEITERFLICKEN an der NOCH gültigen Verfassung, vom Umgang mit „checks & balancies“, von der Liquidation und Neuformung von Institutionen in aller Hast nicht zu sprechen… [Was ist bei dem Tempo mit Rechtssicherheit und Rechtsstaatlichkeit? Was ist los in Sachen Umbau der Judikative?]

    Sollte HANS WINKLER dies „entgangen sein“, so stimmen seine beiden Schlusssätze wirklich:

    @“Ungarn wird den Gang der Dinge in Europa nicht ändern, ja nicht einmal beeinflussen. Dennoch setzt es ein Zeichen, das man registrieren sollte.“

    Es gibt Einiges an „krakenhaft-schleichenden Details“, die „man registrieren sollte.“

    Doch „EUROPA“ und die „EU-Zone“ ist zu sehr mit sich „selbst beschäftigt“!
    Die USA hat auch genug um den Ohren. Immerhin soll Hillary Clinton in Budapest ein Paar Worte verloren haben.

    Die Worte sind wohl verloren, denn die Orbán-Regierung hört nicht, obschon das Motto der kürzlich-durchgepaukten „Sozialen Konsultation“ lautete:

    „HALLGASSUK MEG EGYMÁST!“ [Hören wir einander zu!]
    und mit etwas kleineren Buchstaben unter dem Logo stand geschrieben:

    AZ EMBEREK MELLETT ÁLLUNK!
    Sollte wohl heissen [Wir stehen für die Menschen ein]…. doch übersetze ich jetzt etwas „wörtlicher“: [WIR STEHEN NEBEN DEN MENSCHEN].

    Ja. Das scheint sich zu bewahrheiten… Sie stehen „NEBEN“ vielen Menschen. Sie stehen „DANEBEN“… Sie benehmen sich durchaus auch „daneben“…

    Finanz-, Steuer- und Wirtschaftspolitik…?
    Chaos und Desaster!

    Kein Wunder! ALLE KRAFT BEIM „BETONIEREN DER MACHT“…

    Do bloabt nix Gscheits mehr übrig fürs „wahlkabinenrevolutionäre VOLK“ nach soviel, anstrengendem „Betonieren“.

    Langsam merken es wohl einige von ihnen: Das VOLK ist nicht „dumm“!
    Vielleicht ist es aber schon zu spät!

    Nächstens gibt es gar ein NEUES, viel BESSERES – jedoch „NEMZETI“ [Nationales] – 2/3-Wahlgesetz… Und weniger „gescheite Köpfe“ als parlamentarische Vertretung von „mehr VOLK“…(Neu: ca. 200 statt 386; Klar? Warum nicht? Die Gesamtbevölkerung schwindet… ein Teil „ver-schwindet“… ins Ausland…)

    Der Beton trocknet und verfestigt sich und das NEUE WAHLGESETZ plus die für reichlich-lange Amtszeiten delegierten Parteisoldaten werden es schon richten, welcher „KLOTZ“ beim nächsten Zyklus der „Demokratie“ gewählt bleibt….

    In diesem Geiste nehme ich HANS WINKLERs letzten Satz:

    Ein Vorgehen des „Siegers“, „das man registrieren sollte.“: Mit Sorge…
    Denn Orbáns Regierung „setzt (es ein) Zeichen.“

    VAE VICTIS! (Das war „beim SCHWERT des Galliers“ BRENNUS, 390 v. Chr.; nach LIVIUS…)

    C’est la vie! (Sagt möglicherweise M. Sarkozy)

    Jean Louis

  3. „AZ EMBEREK MELLETT ÁLLUNK!“ ließe sich korrekterweise auch mit „Wir stehen den Menschen bei“ übersetzen.
    Ich habe ja nichts gegen Einpeitscher. Stimmungsmache gehört zum politischen Geschäft. Aber Wortverdreher sind noch längst keine Aufklärer, Sophisten eben. Ich glaube, in Ungarn geht es momentan um mehr! Wie schrieb doch kürzlich Altbundeskanzler Helmut Schmidt in der Zeit: „Die haben uns in die Scheiße geritten!“ Er meinte die Investmentbanker. Sicher sind die auch für die Misere in Ungarn verantwortlich zu machen. Aber bitte schön (kérlek szépen), wer hat denn Ungarn dem ganzen Finanzmarkt-Schlamassel ausgeliefert?

    • @Falckotowski

      Wo ist „korrekterweise der Unterschied“?
      zwischen

      [Wir stehen für die Menschen ein], das als Übersetzung in [] geboten ward…
      und

      „@Wir stehen den Menschen bei“?

      Eine „ungarische“ Lüge bleibt der Satz auf dem Umschlag zur Konsultation (Jetzt übernehme ich kurz die Rolle des „@Einpeitscher(s)“!) dennoch.

      Der Schnellschuss mit der 16%-flat tax gab den Herren, was sie „verdienen“…

      Die grosse Masse des VOLKS, das die Herrschaften angeblich „repräsentieren“, hat teuer bezahlt, worauf Unternehmen zu Lohnniveau-Ausgleich verpflichtet werden sollen/müssen/wurden…
      Und für „staatsbeschäftigte Brigaden“ gibt es demnächst „halbe Mindestlöhne“… oder so…

      Ich bleibe, wie HOFI der „Humorist“, bei „MELLETT“ = „neben / daneben“.
      Diese Regierung (klar, das gabs schon früher auch) steht „daneben“… Sie bedruckt gar 8 Millionen Umschläge… und spricht „die Wahrheit“, weil gemäss committement des OV… er ja „noch nie gelogen habe“…

      Die Sprache ist ja unerschöpflich-buntschillernd-hintergründig. Das beweist ja die Diktions-Kunst der Herrschaften, angefangen beim Herrn Ministerpräsidenten…

      … und lassen Sie (kérem szépen) den „Altbundeskanzler“ aus dem Spiel… bei robuster Gesundheit und umsichtigem Geist weiter rauchen!

      Jean Louis

  4. Das ist doch mal ein Artikel der zu Recht durch das ungarische Mediengestzt bestraft gehört.

    Volksverdummung finde ich noch gelinde formuliert.

    Das Beste an diesem Artikel ist der Leserkomentar von tom green

  5. Die heutige FAZ ist nicht so begeistert wie Hans Winkler. Die bringt auf der Wirtschaftsseite einen Bericht, der es in sich hat: Ungarn kürzt Arbeitslosenhilfe.
    Da steht u.a.: „„In den Medien waren zuvor Befürchtungen laut geworden, dass „Arbeitslager“ für Roma entstehen sollten, da es in dieser Volksgruppe besonders viele Sozialhilfeempfänger gebe. Etwa 7,5 Prozent der Bevölkerung in Ungarn stellt diese Minderheit. Aufgrund allgegenwärtiger Diskriminierung gibt es unter den Roma in Ungarn, die während des Kommunismus zumeist in den längst abgewickelten Industriekombinaten und in der Landwirtschaft arbeiteten, derzeit eine Arbeitslosenquote von mehr als 50 Prozent.“

    • @ Pfeifer: Wer ist denn der Verfasser? Der letzte Satz wurde nämlich wörtlich schon bei der „Junge Welt“ und bei „Hintergrund.de“ so abgedruckt. Gut zu wissen, dass die „FAZ“ neuerdings bei den Marxisten abschreibt. Eigentlich gehört so etwas eher in die „TAZ“ 🙂

      http://www.jungewelt.de/2011/07-06/040.php?sstr=roma
      https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/07/09/hintergrund-de-uber-ungarische-zwangsarbeit-nach-deutschem-vorbild/

      Wer es etwas weniger ideologisch, aber dafür realistischer mag, der sollte sich das Interview mit Rolf Bauerdick anhören.

      https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/01/19/roma-radiointerview-mit-autor-und-fotograf-rolf-bauerdick/

      • HV noch vor drei paar Wochen hörte ich von einem Fideszanhänger, Die Presse wäre nicht konservativ sondern ein liberales Blatt. Das Wort liberal gebrauchte er nicht wertneutral sondern pejorativ.
        Nun nach der Veröffentlichung von Hans Winklers Artikel ist die Presse hat sich Die Presse in seinen Augen rehabilitiert.
        Ich lese täglich die FAZ und konnte in ihr bislang noch keine marxistischen Texte entdecken. Der von ela gezeichnete kurze FAZ Artikel ist ausgewogen und berichtet Fakten.

        Ein Freund erzählte mir folgende Geschichte, vor ein paar Jahren sprach der Wiener Kardinal Schönborn vor dem Liberalen Klub im Hotel Imperial. Dieser Klub ist eine Frontorganisation der FPÖ. Thema war die Europäische Einigung und mein Freund fand die Stimme des Kardinals etwas einschläfernd. Da meldete sich der katholische Rechtsextremist Romig zu Wort und sagte: „Herr Kardinal wir kennen ja Ihre marxistischen Ansichten“. Das gesamte Publikum war plötzlich hellwach.
        Nun will ich Sie HV natürlich nicht in die Nähe von Herrn Romig rücken. Aber so viel kann ich sagen, die meisten die sachlich über Ungarn berichten sind sicher keine Marxisten.
        Natürlich kann man anstatt über Inhalte zu diskutieren, alle möglichen Medien mit dem Wort marxistisch qualifizieren. Im Juni publizierte Stimmen der Zeit (der deutschen Jesuiten) einen Artikel von Magdalena Marsovszky. Als ich unlängst in Budapest mit ein paar Fideszanhänger sprach und das erwähnte, waren sie der Meinung, die deutschen Jesuiten wären Marxisten.
        Ich war etwas überrascht, denn es handelte sich um Deutsch sprechende gebildete Menschen.
        Diese Abwehr jeglicher Kritik überrascht immer wieder ausländische Beobachter. Ich war nicht überrascht. Irgendwie erinnerte mich diese Diskussion, an diejenigen, die ich während der achziger Jahre mit Kádáranhänger führte, nur dass diese bereits ahnten, dass das System am Ende ist. Hier sind wir auch nach einem Jahr nur am Anfang.
        Ich denke es wäre vielleicht für die Leser interessant zu erfahren, was genau Sie in diesem kurzen FAZ Artikel beanstanden und warum.

      • @ Pfeifer: All das, was Sie schreiben, ändert nichts daran, dass die von Ihnen zitierte Passage vor Wochen im Zusammenhang mit „Zwangsarbeit“-Vorwürfen in der marxistischen „Junge Welt“ erschienen ist. Nicht mehr und nicht weniger habe ich gesagt. Den Rest legen Sie mir in den Mund. Wenn Sie den Beitrag in der FAZ für ausgewogen halten, dann zitieren Sie doch korrekte Aussagen und nicht den ideologischen Unsinn, die Arbeitslosenquote unter Roma läge „wegen“ der Diskriminierung bei über 50%. Die Diskriminierung trägt leider ihren Teil zu der hohen Quote bei, nur ist sie (die übrigens bei ca. 80% liegt) nicht allein davon abhängig. Und als Ungarn-Kenner (so schrieb M.S.) wissen Sie das natürlich auch.

        Nachtrag + Fazit: Ich „beanstande“ an dem FAZ-Artikel nur die von Ihnen zitierte Passage. Den Rest habe ich nicht vorlegen.

      • @ Pfeifer: Suchen Sie mal im Internet nach den heutigen Tagesthemen. Dort lief ein interessanter Bericht über Roma (insbesondere rumänische und bulgarische) in Berlin. Die Probleme scheinen überall dieselben zu sein, aber mit Diskriminierung allein versuchen die deutschen Medien nicht, die Situation zu erklären. Und sogar das sozialdemokratische Blatt „vorwärts“ spricht davon, dass viele Roma sich mit ihrer Situation abgefunden haben, Parallelgesellschaften gründen:

        „Das Leben der Roma in Berlin ist geprägt von Arbeitslosigkeit, Kriminalität, mangelnden Sprachkenntnissen und geringer Schulbildung bis zum Analphabetentum. Nur die Hälfte der vermuteten Romakinder Berlins besucht eine Schule, vorrangig Förderschulen. Hier müssen die Lehrer gegen alleinstehende Mütter, autoritäre Väter und Angehörige der mafiösen Clans bestehen, hinzu kommen Vandalismus und körperliche Gewalt unter den Schülern, Schulschwänzen. Was bleibt, sind Pädagogen, die sich zu allererst den Respekt der Jugendlichen verdienen müssen, bevor sie unterrichten können.
        Die Perspektiven sehen anschließend dennoch bescheiden aus. Nur ein Drittel der Förderschüler erreichen einen Abschluss, die Jugendarbeitslosigkeit in Neukölln liegt bei etwa 30 Prozent. Jugendschwangerschaften und Mädchenheiraten tragen die sozialen Probleme der Roma frühzeitig in die nächste Generation. Die Herausforderungen der Roma-Dekade haben längst Berlin erreicht.“

        http://www.vorwaerts.de/artikel/das-schicksal-der-roma-in-berlin

  6. @ Jean Louis

    O Gott, in Gnaden steh mir bei.
    Herr Duden, eile mir zu helfen.

    „einstehen (für), verantworten, die Verantwortung tragen / übernehmen, auf seine Kappe nehmen (ugs.), stehen zu, büßen / zahlen / bezahlen / aufkommen / geradestehen / bluten für, sich opfern / ein Opfer bringen / sein Blut vergießen für, seine Haut zu Markte tragen, den Kopf / den Buckel hinhalten [müssen] (ugs.), die Folgen tragen [müssen]; die Suppe auslöffeln [müssen] [die man sich eingebrockt hat]; sich die Haxen abhauen lassen (salopp, österr.), sich die Hand abschlagen / abhacken lassen (ugs.), ausbaden (ugs.), für jemanden die Kastanien aus dem Feuer holen, herhalten müssen (salopp), ersetzen, erstatten, abgelten, bürgen / haften / garantieren / sich verbürgen / gutsagen / die Hand ins Feuer legen für, Bürgschaft leisten / stellen, die Bürgschaft / Garantie übernehmen, Garantie leisten, entschädigen, Schadenersatz leisten, sühnen, gutmachen, wieder gutmachen, eine Scharte [wieder] auswetzen (ugs.); belohnen, bereuen, bessern (sich), eintreten (für), reparieren; jemanden einstehen lassen für, etwas auf jemandes Verantwortung tun; Prügelknabe, Sicherheit.”

    (c) Dudenverlag

    „bei|ste|hen : helfen, zur Seite stehen: jmdm. nach Kräften, mit Rat und Tat b.; er hat ihm in allen Schwierigkeiten beigestanden; sich [gegenseitig]/(geh.:) einander b.”

    (c) Dudenverlag

    • @Falckotowski

      Besten Dank für die Aufklärung. Nie zweifelte ich daran, dass jegliche Sprachkenntnisse, auch Deutschkenntnisse stets verbessert werden können.

      Aber das vom Herrn Duden ist auch nicht schlecht:

      „einstehen (für), verantworten, die Verantwortung tragen“!

      Natürlich wird auch die Regierung Orbán für ihre Handlungen/Entscheide irgendwann „einstehen“ müssen, auch wenn sie das Land „in die Sch… geritten“, und Vielen im Lande keineswegs „beistanden“!

      Ich bleibe (stur, wie es sich für „Einpeitscher gehört“) dabei: „MELLETT“ = „neben / daneben“.

      In diesem Geiste
      Jean Louis,
      zum allerletzten Mal…

      Der Bloggemeinde alles Gute!

  7. @ Herrn Karl Pfeifer

    „In den Medien waren zuvor Befürchtungen laut geworden, … “

    Einer, der diese Furcht erregte, war RALF LEONHARD. Ralf Leonard ist promovierter Jurist und Absolvent der Diplomatischen Akademie in Wien, als freier Journalist und Österreich-Korrespondent deutscher Zeitungen in Wien (u.a. für die tageszeitung) tätig.

    Ich teile seine Befürchtung nicht.

  8. HV es ist ja interessant wie hier der in Ungarn weit verbreitete Antiziganismus gerechtfertigt wird: die sind doch selbst schuld. Doch gerade das von mir gebrachte Zitat, besagt ja dass Befürchtungen in Medien laut wurden. Und das heißt natürlich, dass die Verfasserin dies mitteilt. Wäre sie der Meinung, dass diese Befürchtungen gerechtfertigt sind, dass es sicher so kommt, dann hätte sie anders formuliert.
    Übrigens wer dieser Logik folgt, dass die diskriminierte Minderheit selbst schuld an ihrer Misere und an ihrer Diskriminierung sei, der kommt auch zum Schluss, dass die von der Horthy-Administration durchgeführte Konzentration der Hunderttausenden Juden 1944, ihre Beraubung und am Ende ihre Deportation, nicht schuld der Täter sei, sondern dass die Opfer schuldig waren. Am lautesten wird das von den Ungarn verkündet, die gegen eine angebliche Kollektivschuld agitieren.
    Ich wiederhole, damit es auch allen klar ist. Die Probleme dieser ethnischen Minderheit sind nicht 2010 entstanden und die Gyurcsány-Regierung ist mitschuldig, dass diese Garden ihr Unwesen treiben können. Aber der Weg der Gewalt, der Hetze gegen eine Minderheit wird auch dann Ungarn keine Ehre einbringen, wenn HV Beispiele gibt, dass es in anderen Ländern auch Probleme gibt.

    Die in Genf tätige ungarische Wissenschaftlerin hat einen lesenswerten Bericht in englischer Sprache im Internet publiziert. Allerdings nur lesenswert, für diejenigen, die Selbstkritik vertragen. Anderen empfehle ich den Artikel von Hans Winkler öfters zu lesen, gaukelt er uns doch eine heile Welt vor.
    http://www.opendemocracy.net/print/60375

    • @ Pfeifer:

      „HV es ist ja interessant wie hier der in Ungarn weit verbreitete Antiziganismus gerechtfertigt wird: die sind doch selbst schuld.“

      Habe ich etwas gesagt, das Antiziganismus rechtfertigt?

  9. HV Wenn ich das hätte sagen, wollen, was Sie mir unterstellen, dann hätte ich so formuliert HV rechtfertigt ….
    Doch ich schrieb hier, d.h. auf diesem Blog. Und dass einige Poster uns dies verkaufen wollen, dass doch die Roma und nur die Roma schuld an ihrer eigenen Misere tragen, das haben wir hier schon zum Lesen bekommen.

      • @hungarianvoice

        Danke für den Verweis auf Pfeifers Schmäh-Vortrag. Echte Wiener Schmäh ist mir aber lieber als Unredlichkeit.

      • HV vielen Dank. Ich erhielt nämlich eine mail von den Studenten, die mich eingeladen haben – ich sprach an der Frankfurter Uni vor 90 Zuhörern in der Cafeteria der Studenten. Und habe vollkommen vergessen, diese mail mit der URL abzuspeichern. Anhören tue ich natürlich nicht meine Vorträge. vielleicht sollten Ihre Leser auch den Anfang meines Vortrages hören, damit sie sich ein Urteil bilden können.
        Und noch etwas wenn Sie etwas zu beanstanden haben, was ich sagte, dann können Sie das hier zitieren. Denn ich bilde mir überhaupt nicht ein unfehlbar zu sein und lerne jeden Tag etwas Neues.
        Und wenn ich mich irrte, dann bin ich auch bereit mich öffentlich zu entschuldigen. Errare humanum est.
        Wenn Sie also glauben, ich hätte Ihnen unrecht getan, dann bitte ich um Mitteilung. Wenn Sie das nicht veröffentlichen wollen, dann kennen Sie ja meine e-mail und können mich gerne anschreiben.

      • Herr Pfeifer, Sie werden mir hoffentlich verzeihen, dass ich diese Diskussion mit Ihnen nicht vertieft führen werde. Einige Worte mag ich aber doch sagen:

        Sie wissen genau, was Sie tun und warum Sie es tun. Sie wissen auch, warum Sie und Ihre Antifa-Büttel HV bloß pejorativ erwähnen, anstatt diejenigen Aussagen zu zitieren und sich mit ihnen zu befassen, die hier auch fallen / gefallen sind und die Ihrem Standpunkt entsprechen. Oder (Gott bewahre!) sich vielleicht einmal kritisch zu dem hanebüchenen Unsinn zu äußern, der z.B. zum Képíró-Prozess geschrieben wurde – stattdessen sieht man an anderer Stelle (namentlich Facebook) Lob und Jubel für die Aussage, der „Freispruch entspräche Orbáns Geschichtsbild“. Jubel und Lob von Leuten übrigens, die Sie, Herr Pfeifer, uns als seriöse Wissenschaftler verkaufen wollen. Soll ich den Namen der Dame erwähnen, oder können Sie sich denken, wen ich meine?

        Oder nehmen wir die Aussage eines Posters zu „echten Ungarn“: Wir wissen, dass Sie und ich in diesem Punkt die selbe Meinung vertreten haben. Das erwähnen Sie bei Ihren Antifa-Freunden natürlich nicht, weil es – ich sage es nochmal in aller Deutlichkeit – nicht dem Ziel Ihrer Vorträge dient. Sie brauchen Feindbilder, um Ihre Vision von Ungarn zu verkaufen. Sie wollen eine differenzierte Betrachtung von Ereignissen nicht fördern, sondern einzig und ausschließlich Stimmung machen. Was interessiert schon, wenn die Mahner und Orbán-Kritiker in den Details, d.h. dem Wahrheitsbeweis zugänglichen Tatsachen, dreist lügen (Bsp.: „Verfassungsrichter ohne Jura-Abschluss“), so lange das selbst definierte „Gesamtbild“ – und damit das dem Wahrheitsbeweis nicht zugängliche und von der Meinungsfreiheit geschützte „Werturteil“ – passt? Dass auch Sie hier mitgespielt haben, zeigte jener Beitrag in der FAZ, der eine tatsächlich nie gefallene Äußerung Viktor Orbáns wiedergab: Sie haben diese nie getätigte Äußerung empört kommentiert, obwohl Sie ungarisch sprechen und hätten prüfen können, was der Ministerpräsident tatsächlich gesagt hat. Eine wahre Phantomdebatte, die da angeleiert wurde. Bis heute ist dieser Quatsch auf Harry´s Place und Hagalil im Internet zu lesen, und das einzige, was Sie jemals darauf repliziert haben, ist, dass die FAZ es auch nicht korrigiert hat…

        Anders als Stimmungsmache kann man es auch nicht bewerten, wenn Sie versuchen, dieses Forum an sich zu diskreditieren, anstatt auf die zum Teil sehr berechtigten Fragen der Poster einzugehen. Themen wie die Gewaltexzesse der Polizei in 2006 interessieren Sie nicht die Bohne, ebenso wenig die Vorgeschichte der tragischen Eregnisse in Gyöngyöspata. Sie wissen immer, wer der Schuldige ist. Fragen, die Ihr Weltbild bei kritischer Reflexion erschüttern könnten, werden mit „ich habe keine Zeit“, „das ist nicht das Thema“ abgewehrt oder schlichtweg nicht beantwortet. Nun, wenn das und die Schubladisierung dieses Forums als „fidesznah“ Ihre Arbeit erleichtert: Geschenkt.

        Eine weitere Diskussion zu diesem Thema mit Ihnen erscheint mir aussichtslos. Wie es ein Poster sagte: Am Ende hat doch immer Herr Karl Pfeifer Recht. Sie werden sich auch nicht entschuldigen, Sie müssen es selbstverständlich auch nicht. Ihre Meinung steht Ihnen zu, gefallen muss Sie mir und anderen Postern aber noch lange nicht. Die persönlichen Anfeindungen – damit meine ich nicht (nur) Sie – machen mir persönlich nichts aus. Sie werden wohl auch nicht dazu beitragen, HV zu schaden, sondern eher das Gegenteil bewirken.

        Ganz generell: Da ich meine Miete anderweitig finanziere und weder auf Werbeeinnahmen noch Klicks angewiesen bin, dieses Hobby vielmehr aus Spaß und Interesse an der Politik und Gesellschaft betreibe, soll die Zukunft zeigen, wie es weiter geht. Ob dieses Forum entbehrlich ist/wird oder nicht, entscheiden seine Leser, nicht die Handvoll Stänkerer, die sich nur melden, um ihm seine Existenzberechtigung bzw. Redlichkeit abzusprechen.

    • @Pfeifer
      Gern, die Liste wäre lang, allein, es fehlt mir heute die Zeit dafür. In der Kürze deshalb nur ein Beispiel:
      In Ihrem Frankfurter Vortrag kommt Richard Field als amerikanischer Geschäftsmann und Wohltäter Ungarns vor. Das ist wohl richtig. Redlicher wäre es Ihrerseits aber gewesen, ihn in seiner Rolle als Gründer und Direktor der Stiftung „American House Foundation“ in Budapest vorzustellen. Ich finde es ja gut, dass der US-Kongress solche Stiftungen unterstützt und die CIA im Ausland nicht nur foltern lässt. Ich finde es auch gut, dass R. Field und das Rote Kreuz den Osterausflug der Romakinder von Gyöngyöspata ermöglicht haben. Die Bilder in den Hochglanzmagazinen waren herzerweichend. Aber bitte schön, Herr Pfeifer, kilóg a lóláb, wenn Sie verstehen, was ich meine.

  10. Ich weiß nicht warum so viel Aufregung über den Pfeifer-Vortrag, es ist doch simpel genug. Herr Pfeifer geniesst es, hier zu „diskutieren“ und die Erwähnung von HV vor claquierendem Antifaschings-Publikum mag der Hoffnung entspringen, hier mehr Beifall durch ihm gewogene Neu-Leser zu erhalten. Dem Blog tut’s gut – schlechte Werbung ist besser als keine Werbung 🙂

  11. Mir vorzuwerfen, wo ich Vorträge halte ist seltsam, denn ich war immer bereit vor jeder demokratischen Gruppe zu reden. Und ich hielt Vorträge vor Katholiken, Protestanten, Gewerkschafter, Sozialdemokraten und Linke. Und wenn ich einen Vortrag halte, dann muss ich nicht immer oder nicht mit allem was die Einladenden glauben und postulieren, einverstanden sein.

    HV Wenn Sie nicht konkret sagen wollen, was Sie beanstanden, dann ist das ein Zeichen, dass Sie keinen ernsthaften Grund zur Beschwerde haben. Ich werde sicher nicht meinen eigenen Vortrag anhören, um herauszufinden, was Sie wohl gekränkt haben konnte.

    Diskutieren kann man über konkrete Inhalte, nicht aber über nebulöse Beschuldigungen. Ich wünsche Ihnen einen guten Abend.

    • Ich habe konkret gesagt was ich an Ihrer Argumentation beanstande (in anderem Zusammenhang) und keine Antwort erhalten, stattdessen wurden Sie persönlich. Ich halte das für eine Schwäche Ihrerseits. Darf sich HV Hoffungen darauf machen, dass Sie sich ihm Gegenüber bessern? Andernfalls wäre es der Mühe nicht wert…

  12. Lieber Herr Pfeifer, auch wenn ich oftmals mit Dingen, die HV schreibt, nicht einverstanden bin, und noch weniger mit dem, was in den Kommentaren geschrieben wird — auch ich finde, dass Sie in Ihren Verweisen auf HV etwa auf Pusztaranger oftmals Formuliierungen gewählt haben, die diesem Blog nicht gerecht werden und mir unangenehm aufgefallen sind. Ich kann jetzt auch nicht die Zeit investieren, um einzelne Belege zusammezusuchen, kann Ihnen aber nur diesen Eindruck mitteilen und darum bitten, sich darüber Gedanken zu machen. Ich finde, das Bemühen von HV, auf der Grundlage der eigenen politischen Überzeugung, aber einigermaßen differenziert zu diskutieren, verdient Anerkennung, selbst wenn man vieles nicht geschriebene nicht teilen mag. Hierin unterscheidet sich der Blog kilometerweit von vielen anderen Foren. Und manche der Kommentator/innen schaffen es ja auch, auf dieser Ebene mitzudiskutieren.

  13. Christian Boulanger, ich habe hier keinen einzigen konkreten Vorwurf lesen können, kein Zitat von mir, das belegen würde, was hier behauptet wurde.
    Und ich kann nur auf konkrete Vorwürfe antworten.

    Wenn Sie konkret schreiben könnten, was Sie beanstanden, dann könnte ich wenn der Vorwurf zu Recht besteht, um Entschuldigung bitten. Denn ich behaupte ja keineswegs unfehlbar zu sein. Oder aber kann ich dazu stehen, was ich geschrieben habe. Und wenn mein Vergehen ganz grausig ist, kann ich mich auch bestrafen und nicht mehr hier mitdiskutieren, sondern nur Hinweise geben, auf Texte, die erschienen sind.

    Im übrigen freute ich mich, über all die guten Worte über „Die Presse“, die ich in diesem Blog lesen konnte. Auch der morgen erscheinende
    Artikel von Julia Váradi verdient höchstes Lob:
    http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/680575/Pressefreiheit-in-Ungarn-wie-vom-Winde-verweht

  14. Man müßte schon beachten, wenn jemand eine legitim (sogar mit einer überwältigenden Mehrheit) gewählte Regierung systematisch angreift und zu diskreditieren versucht, dann greift jemand das Volk an, das diese Regierung gewählt hat.
    Es scheint kaum möglich zu sein, auf die Tatsachen zu achten, die diese Regierung produziert hat. Natürlich ist die Wende zu einer funktions- und handlungsfähigen Demokratie sehr unangenehm für diejenigen, die diese längst fällig Wende verhindern wollten. Die ungarische Regierung arbeitet nicht fehlerfrei, packt aber (sehr „unpopulistisch“) wichtige Probleme, auch die der Roma-Gemeinschaften, oder den Wiederaufbau nach der Giftschlammkatastrophe, oder die Lebensmittelkontrolle (die vom M. Frank in der SZ verspottet wurde).
    Noch interessanter ist, dass das Mediengesetz einiges vorweggenommen hat, was im Zusammenhang mit den Abhöraktionen in Murdochs Reich zum Schutz der Bürger jetzt diskutiert wird. Auch die Greueltaten von Breivik in Norwegen bestätigt, dass Kontrollmöglichkeiten in den westlichen Demokratien fehlen, welche das Leben der Bürger schützen würden.
    Noch ein Wort zum altmodischen Nationalbewußtsein der Regierung: Ungar ist nicht in der Lage, psychologisch den übernächsten Schritt zu einem sanften europäischen Nationalbewußtsein, das in Deutschland mit der Fußballweltmeusterschaft 2006 entstanden ist. Erst muß eine Identität des Volkes hergestellt werden, die z.B. laut Bibo und Zsigmond Moricz eine Kraftquelle für die Lösung sozialen, kulturellen und ökonmischen Aufgaben notwendig ist.
    Das tut jedes Land. Nur aus einer gefestigten eigenen Identität (die in der Anfagsphase sehr konservativ ausfallen kann) kann später eine übergeordnete integrative europäische Identität entstehen.
    Deswegen finde ich Hans Winklers Gedanken angemessen.

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