Kriegsverbrecherprozess: Angeklagter Sándor Képíró in erster Instanz freigesprochen

Der heute 97-jährige ehemalige ungarische Gendarmeriehauptmann Sándor Képíró wurde heute vom Budapester Hauptstadtgericht in erster Instanz vom Vorwurf, maßgeblich an einer Massenerschießung von Zivilisten im von Ungarn besetzten Ort Novi Sad (Újvidék) im Jahre 1942 beteiligt gewesen sein soll, freigesprochen. Das Verfahren gilt als einer der letzten großen Prozesse um Nazi-Kriegsverbrechen.

Die Anklage war nach jahrelang andauernden Ermittlungen im Jahre 2011 von der Budapester Staatsanwaltschaft erhoben worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Képíró wird seit 2011 vom israelischen Simon-Wiesenthal-Center auf Platz 1 der meistgesuchten Nazi-Kriegsverbrecher geführt. Die Beweislage galt jedoch als dünn. Bereits 2007, also mehrere Jahre vor der Anklageerhebung hatten Historiker wie z.B. der Ungar Krisztián Ungváry Zweifel geäußert, dass die gegen Képíro vorliegenden Beweise den vom Wiesenthal-Center erhobenen Vorwurf, Képíró habe die Erschießungen angeordnet, stützen.

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,775123,00.html

http://derstandard.at/1310511551387/Freispruch-fuer-Sandor-Kepiro

http://diepresse.com/home/politik/zeitgeschichte/679079/Ungarn_Freispruch-in-NaziProzess?_vl_backlink=/home/politik/zeitgeschichte/index.do

5 Kommentare zu “Kriegsverbrecherprozess: Angeklagter Sándor Képíró in erster Instanz freigesprochen

  1. Pingback: RP Online: Freispruch für mutmaßlichen Nazi-Verbrecher „entspricht Orbáns Geschichtsbild“ – Wie bitte? « Hungarian Voice – Ungarn News Blog

  2. krank einfach krank. wäre es ein serbe oder roma gewesen, hätte man sie sofort für schuldig gesprochen. aber man sieht in was für einer gesellschaft wir heutzutage leben. nazis und mörder werden freigesprochen, vergewaltiger kommen auf bewährung raus. heutzutage muss man nur arm und alt aussehen um freizukommen. als ob er auf ältere menschen geschaut hat, als er erschießungen zu ließ. das ist eine schande für die menschheit.

    • @ Sanni Loreena: Woher nehmen Sie Ihr scheinbar überlegenes Wissen? Man muss Képíró nicht mögen oder für unschuldig halten. Aber die Beweise reichten einfach nicht as. Krisztián Ungváry hatte aus historischer Sicht ebenfalls früh Zweifel an der Darstellung des Wiesenthal-Centers geltend gemacht. Und mit ihm der Historiker Karsai. Beides Personen, die fernab des Verdachts stehen, mit Nazis und ihren Schergen zu sympathisieren.

      Wir leben in einem Rechtsstaat. Und da gilt die Unschuldsvermutung. Und zwar auch für Nazis. Auch wenn wir sie noch so gerne im Knast verrotten sehen würden.

      Ihre These, wäre er ein Serbe oder Roma gewesen, wäre er schuldig gesprochen worden, ist lediglich ein Beweis für Ihre Vorurteile. Denken Sie mal darüber nach.

  3. Pingback: Fall Csatáry: Nick Thorpe im Interview mit Ádám Gellért | Hungarian Voice - Ungarn News Blog

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