„Donau-Taliban“: Jungle World über Ungarn

Die politische Linke ist offenbar 24/7 damit beschäftigt, sich neue Schimpfwörter für den ungarischen Ministerpräsidenten einfallen zu lassen. Die neueste Schöpfung von Jörn Schulz und der Jungle World ist der „Donau-Taliban“. Für diejenigen, die es vergessen haben sollten: Taliban sind die, die in Afghanistan einen Gottesstaat errichten wollten und noch heute Zivilisten in die Luft sprengen. Nachdem wir „Puszta-Putin“, „Brutalpopulist“ und „Faschist“ schon hatten, bleiben ab sofort als Steigerung wohl nur noch „Roter Khmer“, „Stalin“ und dann „Hitler“ übrig. Wer wird wohl den Rubikon wohl überschreiten?

http://jungle-world.com/artikel/2011/31/43725.html

Wie schön, immer wieder zu erfahren, was manch einer unter „Presse- und Medienfreiheit“ versteht. Was die Diktatorenvergleiche angeht, hatte Jörn Schulz dabei einst einen lichten Moment und schrieb in der Jungle World:

Ständig wollen irgendwelche Leute die Geschichte umschreiben, ohne sich die Mühe zu machen, sie zuvor einmal zur Kenntnis zu nehmen.“

Ganz genau so ist es, Herr Schulz.

Leserzuschrift: „Sorgen um Hungarian Voice“ …

kullancs schrieb:
@Hungarian Voice
nun sitze ich seit dem 3.8 hier und frage mich:
Muss man sich um Hungarian Voice Sorgen machen??? ;-)
Da habe ich mir doch folgendes durchgelesen:
http://wissen.dradio.de/ungarn-die-konservative-revolution.33.de.html?dram:article_id=11594
Da wurde die Süddeutsche zitiert, die Puszta Schutzgebietsbetreuerin, der PL (sehr wichtig) und der *bekannteste deutschsprachige Blogger in Ungarn* Stargarten.
und Hungarian Voice hat man vergessen???

aber es ist ja ungarnbashing angesagt

und deshalb Dankeschön!!!! für ihre Bemühungen sich wohltuend von den dort genannten zu unterscheiden.

Ein lesender Schreiberling aus Ungarn !!

Jungle World über Antiziganismus in Ungarn

Die linke Wochenzeitung Jungle World interviewt Judit Geller von der NGO „European Roma Rights Center“ über die Situation der Roma in Ungarn. Sie sieht ihre Aufgabe darin, die Minderheit vor der „Tyrannei der Mehrheit“ zu schützen.

http://jungle-world.com/artikel/2011/31/43730.html

Flankierend hierzu empfehle ich den Blog-Beitrag vom 10.05.2011 inkl. des Interviews mit dem Winzer Bálint Losonci aus der Heti Válasz. Die dortige Situationsbeschreibung – einer der wenigen Fälle, in denen ein Mitglied der sog. „Mehrheitsgesellschaft“ überhaupt zu Wort kommen durfte – hört sich zwar ein wenig anders an als die von Judit Geller, ist aber für das Gesamtbild aus meiner Sicht erforderlich. Vorausgesetzt, man möchte den großen Zulauf zu Gunsten der Rechten verstehen. Audiatur et altera pars.

https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/05/10/gyongyospata-preisgekronter-ungarischer-winzer-kommt-in-der-heti-valasz-zu-wort/

SPD fordert Einschreiten gegen Ungarn

Gestern auf sueddeutsche.de:

http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1189386

Berlin (dpa) – SPD-Fraktionsvize Gernot Erler sieht den Rechtsstaat in Ungarn schwinden. Es sei beschämend, dass EU und Bundesregierung nicht eingreifen, sagte Erler. Die USA prangerten die rechtsnationale Regierung in Ungarn dagegen an, weil sie ihre Zweidrittelmehrheit missbrauche. Die ungarische Führung hatte angekündigt, rückwirkend Gesetze zu ändern, um frühere Ministerpräsidenten wegen der Staatsverschuldung vor Gericht stellen zu können. Erler sagte, unter anderem durch den Umbau der Verfassung sei Ungarn als Rechtsstaat nicht mehr erkennbar.“