„Donau-Taliban“: Jungle World über Ungarn

Die politische Linke ist offenbar 24/7 damit beschäftigt, sich neue Schimpfwörter für den ungarischen Ministerpräsidenten einfallen zu lassen. Die neueste Schöpfung von Jörn Schulz und der Jungle World ist der „Donau-Taliban“. Für diejenigen, die es vergessen haben sollten: Taliban sind die, die in Afghanistan einen Gottesstaat errichten wollten und noch heute Zivilisten in die Luft sprengen. Nachdem wir „Puszta-Putin“, „Brutalpopulist“ und „Faschist“ schon hatten, bleiben ab sofort als Steigerung wohl nur noch „Roter Khmer“, „Stalin“ und dann „Hitler“ übrig. Wer wird wohl den Rubikon wohl überschreiten?

http://jungle-world.com/artikel/2011/31/43725.html

Wie schön, immer wieder zu erfahren, was manch einer unter „Presse- und Medienfreiheit“ versteht. Was die Diktatorenvergleiche angeht, hatte Jörn Schulz dabei einst einen lichten Moment und schrieb in der Jungle World:

Ständig wollen irgendwelche Leute die Geschichte umschreiben, ohne sich die Mühe zu machen, sie zuvor einmal zur Kenntnis zu nehmen.“

Ganz genau so ist es, Herr Schulz.

29 Kommentare zu “„Donau-Taliban“: Jungle World über Ungarn

  1. Zitat Jungle World:

    *Dass eine Handlung nicht rückwirkend zur Straftat erklärt werden kann, gehört zu den grundlegenden Prinzipien des Rechtsstaats*

    Nun, da ich mich im Rechtswesen nicht so gut auskenne (und englisch kann ich auch nur sehr schlecht) drängt sich mir die Frage auf:wie das???
    Ich war/bin der Meinung, dass man Amtsmissbrauch auch rückwirkend anprangern (bestrafen) kann.Amtsmissbrauch ist keine Handlung?

    • @ kullancs: Man sollte zwei Dinge auseinanderhalten:

      1. Die Bestrafung einer Person wegen einer Straftat, die zum Zeitpunkt der Tatbegehung noch nicht als solche strafbar war, widerspricht grundlegendsten Prinzipien des Rechtstaates. Nulla poena sine legem.

      2. Sollte sich eine Person auf Grundlage bestehender Gesetze, etwa durch Amtsmissbrauch (das ist ein genau definierter Tatbestand – nicht alles, was sich später als politisch falsch erweist, fällt darunter), Bestechlichkeit oder Untreue, strafbar gemacht haben, so kann man diese Person natürlich auch dann bestrafen, wenn es sich um einen Politiker handelt. Beispiel: Verschleudert jemand ein Seegrundstück des Staates unter Wert, verletzt er die Vermögensinteressen seines Dienstherrn und könnte sich der Untreue strafbar gemacht haben. Und zwar auch dann, wenn er sich dabei nicht selbst bereichert hat. Insoweit läge kein Verstoß gegen das Rückwirkungsverbot vor. Natürlich braucht man hierfür Beweise, das Gepolter des Gyula Budai reicht hierfür gewiss nicht.

      • Schade, dass man eigentlich fürs Lügen nicht bestraft werden kann. Aber hat Herr Gyurcsány in seiner Herbstansprache nicht zugegeben, dass sie auch die Finanzbücher gefälscht haben?

      • Fürs Lügen wird man bestraft, wenn man sich durch eine Täuschung einen unmittelbaren Vermögensvorteil erschleicht oder erschleichen will. Der Wunsch, eine Wahl zu gewinnen gehört dazu nicht. Und auch „kreative Buchführung“ fällt keineswegs zwingend in die Kategorie der Urkundenfälschung…

  2. *Beispiel: Verschleudert jemand ein Seegrundstück des Staates unter Wert, verletzt er die Vermögensinteressen seines Dienstherrn und könnte sich der Untreue strafbar gemacht haben.*
    Danke, habs kapiert und
    Grüsse vom Velencei-tó
    (rein theoretisch natürlich)

    • Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Ist der Begriff des „Donau-Taliban“ gerechtfertigt, weil „Zuerst“ (ein Magazin, von dem ich noch nie etwas gehört habe) etwas geschrieben hat, was Ihnen und der Galamus-Crew nicht gefällt?

  3. Ja, der Kritik von HV an dem Schmierfink kann und muss ich mich anschliessen. Aber was will man denn von einem Analphabeten (erwarten), der nicht einmal weiss, dass „Taliban“ der Plural ist und wenn er von einer Person spricht, er konsequenterweise „Talib“ schreiben müsste?

  4. Ich habe den Artikel über Donau-Taliban nicht gelesen. Kann daher auch kein Urteil darüber abgeben.
    Aber wie ich schrieb, hat „Zuerst“ ein NPD nahes rechtsextremistisches Magazin die Orban-Regierung in höchsten Tönen gelobt.
    M. Marsovszky hat in ihrem Galamus-Artikel kritisiert, dass ungarische Regierungsmitglieder und Mitarbeiter diesem Organ Interviews gegeben haben, weil dies das Image Ungarns verdirbt und den Anschein erwecken würde, die Ungarische Regierung denke ähnlich wie die Redakteure von „Zuerst“.
    Und jetzt lerne ich aus Ihrer Zuschrift, dass Marsovszky sich irrt, dass man doch froh sein muss über jeden Lob der ungarischen Regierung, auch wenn das aus der rechtsextremistischen Ecke kommt.
    Und ich war so naiv und dachte, dass Sie in diesem Fall mit M. Marsovszky einverstanden sein werden.

    • @ Herrn Pfeifer:

      „Und jetzt lerne ich aus Ihrer Zuschrift, dass Marsovszky sich irrt, dass man doch froh sein muss über jeden Lob der ungarischen Regierung, auch wenn das aus der rechtsextremistischen Ecke kommt.“

      Ein neuer, nicht aber der erste Versuch, mir etwas in den Mund zu legen, was ich nie gesagt habe. Und natürlich fehlt Ihnen die Bereitschaft, diesen Quatsch als solchen (ich meine den Jungle World Artikel) überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.

      • Und noch nicht einmal ein besonders gelungener Versuch, Herr Pfeifer. HV hat in keinster Weise den Artikel in der „Zuerst“ bewertet. HV hat nicht mal im entferntesten gesagt man müsse über irgendetwas froh sein. Sehr primitive Art und Weise zu diskutieren, Herr Pfeifer. Wieder bemühen Sie sich, den Ruf Ihres Gegenübers zu schaden, statt sich mit dem Inhalt seiner Aussagen zu befassen. Sehr destruktiv… Ja, geradezu „stalinistisch“, wissen Sie?

        Und um Ihren endlosen Lamento mal endlich ein Ende zu setzen: was den meisten Lesern und Teilnehmern an HV über Sie aufgestoßen ist, dass Sie uns in die rechte Ecke gestellt haben, wenn auch „nicht den Bloginhaber, aber die Poster“. Sie haben sich natürlich nicht so dumm angestellt, dass man Sie zitieren könnte. Sicherlich werden Sie aber schlau genug gewesen sein, was die Reaktionen sein würden. Während einem solchen Vortrag lassen sich solche Aussagen schlecht überprüfen und die Antifa wird sich da auch wenig Mühe geben, da sie sich über solche Nachrichten eher freut (wieder jemand, über den man meckern kann, auf den man mit dem Finger zeigen kann und den man als Feindbild benutzen kann). Jedenfalls bin ich fest davon überzeugt, dass
        a) Ihre Zuhörer jetzt der festen Ansicht sind, HV oder zumindest die Poster (so auch ich) seien rechtsradikal
        b) Sie genau die Reaktion die unter a) beschrieben ist, so auch beabsichtigt haben.
        Darüberhinaus bin ich enttäuscht, dass Sie auch damit wieder Rufmord betrieben haben, statt sich mit unserem Standpunkt auseinanderzusetzen. Unfair finde ich, das wir aktive und passive Teilnehmer an HV nicht einmal die Gelegenheit bekommen uns zu verteidigen, sondern einfach abgestempelt werden. Da Sie nicht mal so ehrlich waren Ihren Vortrag von sich aus zu erwähnen, fühle ich mich auch ein wenig in den Rücken gefallen.

        Ohne Sie als Menschen beleidigen zu wollen, Ihre Diskussionsmethoden und damit Sie als Diskussionspartner finde ich widerwärtig. Wie gesagt, es liegt mir eigentlich fern Sie zu beleidigen, aber Ihr Gebaren innerhalb dieser Diskussion ekelt mich einfach an.

  5. „Ist der Begriff des „Donau-Taliban“ gerechtfertigt, weil „Zuerst“ (ein Magazin, von dem ich noch nie etwas gehört habe) etwas geschrieben hat, was Ihnen und der Galamus-Crew nicht gefällt?“ HV

    Also was gefällt der Autorin von Galamus M.Marsovszky nicht?
    Es gefiel ihr nicht dass Mitglieder der ungarischen Regierung bzw. wichtige Mitarbeiter dieser Regierung einem rechtsextremen Magazin Interviews gaben.

    Ich verstehe nicht was daran verwerflich ist? Was sich hier offenbart. M. Marsovszky kann es nicht recht machen. Sie kritisiert diejenigen in Ungarn, die sich mit „Zuerst“ eingelassen haben. Wenn also HV deswegen Marsovszky und galamus kritisiert, dann frage ich mich, was er daran kritisiert?

    • @ Herr Pfeifer, Ihre Gedankengänge sind reichlich wirr. Ich habe mich zu Marsovszky nicht geäußert, sondern ich kritisiere SIE. Und zwar dafür, dass Sie als einzige Reaktion auf den Jungle-World-Artikel (ein Käseblatt, für das Sie auch gerne schreiben) die Tatsache anführen können, dass ja „Zuerst“ die Regierung gelobt habe. Will wohl heißen: Wenn Jungle-World Dreck schreibt, so darf diese Zeitung das, weil ja auch die Nazis Dreck schreiben. Und ich meine, das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Aber Sie bringen es schlichtweg nicht fertig, jemanden zu kritisieren, der Orbán kritisiert. Und da wir uns im Kreis drehen, wars das von meiner Seite, was Erläuterungen in dieser Sache angeht.

  6. HV ich erhalte nicht Jungle World in print und ich habe nicht immer die Möglichkeit alles was im internet zu finden ist, und was mich interessieren könnte zu drucken. So war das auch mit dem Artikel, den Sie beanstanden. Ich finde – im Gegensatz zu Ihnen – Jungle World eine sehr gut gemachte Wochenzeitung, die sich natürlich nicht an meine Altersgruppe richtet. Da ich jetzt in Deutschland bin, habe ich auch die neueste Ausgabe gekauft und werde die lesen.
    Wie immer man über die Regierung Orbán denkt, sollte die Kritik an dieser auf Fakten beruhen. Und das Schreiben mit „Schaum vor dem Mund“ sollte man eher „Magyar Nemzet“ und „Magyar Hirlap“ überlassen.
    Und nun zu Palóc, gerade das was mir vorgeworfen wird, habe ich hier nicht getan. Ich habe HV nicht in die rechte Ecke gestellt, sondern geglaubt, dass wir einig sind, ungarische Regierungsmitglieder und Mitarbeiter sollten einem rechtsextremen Magazin keine Interviews geben. Wie immer unser Differenzen, wir sollten doch hoffen, dass die Regierung Orbán auf das Lob einer NPD nahen Zeitschrift verzichten kann.
    .

    • @ Pfeifer: Darin, dass die Regierung auf NPD-nahes Lob verzichten kann, sind wir uns einig. Das wissen Sie auch, nachdem Sie viele meiner Ansichten zum Thema „Rechtsaußen“ kennen.

  7. @Pfeifer: Mein Kommentar hier zielte vorallem auf ihre endlosen Fragereien nach dem was wir Ihnen in Verbindung mit Ihrem Vortrag vorwerfen, ab. Deswegen auch die Formulierung „Und um Ihren endlosen Lamento…“ Zugegeben: ich habe mich da nicht so klar ausgedrückt, ein Versäumnis aufgrund knapper Zeit. Wenn Sie jetzt nochmal einen Blick auf meinen Kommentar werfen, dann wird Ihnen sicherlich klar werden, dass sich der erste Abschnitt dort auf diesen Beitrag von HV bezieht, der zweite aber die Antwort auf Ihre Frage darstellt, was wir Ihnen wegen Ihres Vortrages vorwerfen und der letzte Abschnitt eine allgemeine, auf meinen Erfahrungen beruhende Feststellung ist. Dann ist Ihnen jetzt hoffentlich auch klar, dass ich Ihnen nicht vorgeworfen habe, dass Sie HV in die rechte Ecke stellen, weil er irgendetwas im Zusammenhang mit diesem Beitrag gesagt (oder nicht gesagt) hat, SONDERN, dass Sie das während Ihres Vortrages getan haben. Und in diesem Zusammenhang meinte ich nichtmal HV persönlich (die reale Person hinter diesem Blog), sondern den Blog und seine Teilnehmer allgemein, die sich kritisch zum Gebären der deutschen Medien äußern. Insofern weise ich Ihre Kritik zurück und hoffe, dass Sie nun Bezug auf meine Kritik nehmen, statt micht (beabsichtigt oder unbeabsichtigt) falsch wiederzugeben.

  8. Palóc noch immer weiß ich nicht, was mir konkret vorgeworfen wird. Es kann nichts wichtiges sein, denn hätte ich irgendeinen Fehler begangen, wäre mir dieser schon längst vorgeworfen worden.
    Ich sollte, wenn es nach Ihren Wünschen ging, mir die Zeit nehmen und meinen eigenen Vortrag anhören. Doch weder habe ich dazu Zeit noch Lust. Und so lass ich das bleiben.

  9. Ich zitiere mich jetzt mal selbst damit Sie genau wissen was ich Ihnen vorwerfe:
    „Und um Ihren endlosen Lamento mal endlich ein Ende zu setzen: was den meisten Lesern und Teilnehmern an HV über Sie aufgestoßen ist, dass Sie uns in die rechte Ecke gestellt haben, wenn auch „nicht den Bloginhaber, aber die Poster“. Sie haben sich natürlich nicht so dumm angestellt, dass man Sie zitieren könnte. Sicherlich werden Sie aber schlau genug gewesen sein, was die Reaktionen sein würden. Während einem solchen Vortrag lassen sich solche Aussagen schlecht überprüfen und die Antifa wird sich da auch wenig Mühe geben, da sie sich über solche Nachrichten eher freut (wieder jemand, über den man meckern kann, auf den man mit dem Finger zeigen kann und den man als Feindbild benutzen kann). Jedenfalls bin ich fest davon überzeugt, dass
    a) Ihre Zuhörer jetzt der festen Ansicht sind, HV oder zumindest die Poster (so auch ich) seien rechtsradikal
    b) Sie genau die Reaktion die unter a) beschrieben ist, so auch beabsichtigt haben.
    Darüberhinaus bin ich enttäuscht, dass Sie auch damit wieder Rufmord betrieben haben, statt sich mit unserem Standpunkt auseinanderzusetzen. Unfair finde ich, das wir aktive und passive Teilnehmer an HV nicht einmal die Gelegenheit bekommen uns zu verteidigen, sondern einfach abgestempelt werden. Da Sie nicht mal so ehrlich waren Ihren Vortrag von sich aus zu erwähnen, fühle ich mich auch ein wenig in den Rücken gefallen.“

    Ich denke ich hatte klar gesagt, dass sich meine Kritik nicht gegen irgendeinen bestimmten Satz Ihrerseits richtet („Sie haben sich natürlich nicht so dumm angestellt, dass man Sie zitieren könnte“), sondern dass Sie den Blog gewissermaßen als Beispiel dafür anführen, wie schlimm Ihrer Meinung nach die Situation in Ungarn ist – wohl bewusst welchen Eindruck über Hungarian Voice (ich werde mich bemühen mich fortan nach folgender Regel zu richten: HV meint den Bloginhaber, während Hungarian Voice den Blog als Ganzes [einschließlich Teilnehmer] meint). Insofern würde es gar nichts bringen, Sie Ihren ganzen Vortrag nocheinmal anhören zu lassen (und so gemein bin ich auch nicht ;)) das bei Ihren Zuhörern hinterlassen würde . Ich hoffe, dass Sie meine Kritik nun verstehen, anderenfalls müsste ich das so deuten, dass Sie ihr Versprechen nicht einlösen sich zu erklären sobald jemand die Kritik an Ihnen ganz klar ausdrückt.

  10. Palóc
    Es bleibt dabei, mir wird etwas unterstellt, ohne aber das zu zitieren, was ich anläßlich meines Vortrages über Hungarian Voice gesagt habe und was angeblich nicht stimmen soll.
    Nur pflege ich genau zu zitieren, wofür ich sogar von einem Wiener Gericht ausdrücklich gelobt wurde. Wenn Sie also genau zitieren, was ich gesagt haben soll, dann kann ich dazu Stellung nehmen. Meinen eigenen langen Vortrag werde ich aber nicht anhören, nur weil Sie nicht diesen zitieren wollen. Ihnen liegt daran, den Beleidigten zu spielen, um dann umso leichter verleumderische Texte z.B. über Paul Lendvai zu bringen.
    HV brachte einen primitiven Angriff von Magyar Nemzet gegen Paul Lendvai. Da stellte sich heraus, wie das schon Kollege Kálnoky festgestellt hat, dass dieser Angriff mit Schaum vor dem Mund geschrieben wurde. Ich habe sofort auf die Widerspüche dieses M.N. Artikels hingewiesen.
    In der aktuellen Ausgabe von Élet és Irodalom macht sich Aczél Endre lustig über diesen Angriff gegen Lendvai und Széky wieder dokumentiert eine schändlich schlampige Berichterstattung der königlichen ungarischen Medien.

  11. Schändlich schlampige Berichterstattung? Mag sein, die Wahrheit herauszufinden wird schwer sein. Was aber Sie betrifft: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

  12. Weil ich Ihre Ausreden nun so ziemlich satt habe (außerdem habe ich den Eindruck, dass Sie zu faul waren sich mit der Sache auseinanderzusetzen), habe ich die Stellle nun doch herausgeschrieben. Wie ich schon sagte, Sie stellen sich geschickt an, dass Sie Ihre Zuhörer in die gewünschte Richtung lenken, ohne sich selbst zu sehr bloßzustellen. Die Stelle findet sich ab ca. 13:32 des ersten Teils des Vortrages:
    „Die Gleichberechtigung war seit 1945 auf dem Papier garantiert, doch leider versuchte keine Regierung diese Probleme ernsthaft zu lösen. […] Leider gilt das auch für alle Regierungen seit der Wende und es gilt auch für jene die versuchen, Neonaziaufmärsche durch Zigeunerkriminalität zu erklären und letztendlich zu rechtfertigen. Und wenn Sie das sehen wollen, es gibt ein FIDESZ-nahes deutschsprachiges Blog, heißt Hungarian Voice. Ich diskutierte dort oft. Und dort können Sie eine richtige Recht-, Hungarian Voice, und dort können Sie die Rechtfertigung sehen: Zigeunerterror, Zigeunerkriminalität, und dort wird das gerechtfertigt.“
    Ich fasse zusammen: wir rechtfertigen Ihrer Ansicht nach Ausschreitungen gegen Zigeuner durch deren kriminelles Verhalten und heißen diese damit implizit gut oder bagatellisieren diese zumindest. Das tun wir aber ausdrücklich nicht, besonders im Zusammenhang mit Gyöngyöspata haben wir das nicht getan. Niemand heißt solche Ausschreitungen hier gut und niemand versucht das zu bagatellisieren. Tatsache ist jedoch, dass Sie die Relationen verdrehen. Solche Ausschreitungen sind die Ausnahme – da können Sie sagen was Sie wollen, ich war seit der Amtsübernahme der Fidesz mehrmals in Ungarn bei meinen Verwandten und es gab da nie ausschreitungen noch sind da irgendwelche Nazis marschiert – während die Zigeunerkriminalität an der Tagesordnung sind. Das heißt nicht, dass Zigeuner geborene Kriminelle wären oder dass sie Ausschreitungen verdient hätten, jedoch ist es Tatsache, dass die Kriminalität unter Zigeunern deutlich höher ist, als bei ethnischen Ungarn. Es heißt, in meinem Dorf traut sich nicht mal mehr die Polizei unbewaffnet ins Zigeunerviertel. Wenn Sie das wegdiskutieren oder die Leute, die das Problem thematisieren wollen, als Nazis darstellen, werden Sie..
    a) das Problem nicht lösen und
    b) die Situation der Roma nicht gerade verbessern, weil sich diejenigen ethnischen Ungarn die eine ehrlich Auseinandersetzung mit der Thematik anstreben, mit Recht beleidigt fühlen und dann umso wütender auf die Roma werden.
    Weiterhin ist Tatsache, dass es solche Probleme auch in Deutschland gibt. Wir haben die Situation der Türken – von denen von Deutscher Seite sogar noch Assimilation gefordert wird, womit sich die Roma in keiner Weise auseinander setzen müssen – bereits angesprochen und auch Herrn Sarrazin erwähnt. Darüberhinaus kommt es auch in Deutschland zu rechtsextremen Gewaltakten: in Mügeln wurden (ca.) 8 Inder durch den Ort gejagt. In Dresden wird ein Ägypter vor Gericht niedergestochen. Ebenfalls in Dresden finden alljährlich Kravalle statt wenn dem 13. Februar gedacht wird (glauben Sie mir, da wären gerade Sie in Lebensgefahr). Das macht die Romaproblematik in Ungarn sicher nicht besser, jedoch sollten gerade die Deutschen sich nicht herausnehmen sich derart niveaulos über Ungarn auszulassen.

    Um zum Thema zurückzukommen, Sie haben einerseits inhaltlich falsch argumentiert. Andererseits stellen Sie uns in die rechte Ecke mit Ihren Aussagen wir würden Ausschreitungen gegen Zigeuner rechtfertigen (und ich bin mir sicher, dass JEDER Ihrer Zuhörer mit der Meinung aus dem Vortrag ging, wir wären Rechtsradikale) und das ohne uns die Möglichkeit zu geben, uns zu verteidigen. Sie haben uns vorverurteilt. Und ganz ehrlich: ich stamme aus einem gemischten Elternhaus (bin sogar Doppelstaatsbürger) und ich denke nicht, dass es das gerade wahrscheinlicher macht, ich sei ein rechtsradikaler. Darüberhinaus zeigen Sie Respektlosigkeit mir gegenüber, weil Sie sich weigern sich mit meinem Standpunkt inhaltlich auseinanderzusetzen und stattdessen lieber Rufmord begehen. Ich empfinde es als Beleidigung wenn mich jemand als Rechtsradikalen bezeichnet. Ich hoffe Sie unterstehen sich in Zukunft, mir dies zu unterstellen oder anderen gegenüber diesen Eindruck zu sugerieren.

  13. Unter der Überschrift: „Die ungarische Seele und die >>echten Ungarn<<” teilte Herr Karl Pfeifer schon vor Monaten der Welt mit:

    "Auf einer deutschsprachigen Website, die sich zum Ziel gesetzt hat, gegen ungerechte Angriffe gegen Ungarn – d.h. gegen Kritik an der völkischen Politik der gegenwärtigen ungarischen Regierung – zu argumentieren, kann man alle möglichen Argumente finden, mit denen Rassismus gegen Roma gerechtfertigt wird… "

    Quelle: http://www.hagalil.com/archiv/2011/05/07/ungarische-seele/

    Ich möchte noch etwas loswerden. Rein vom Gefühl her würde es mich gar nicht wundern, wenn sich eines Tages herausstellte, dass Herr Pfeifer oder Frau Marsovszky auch die Betreiber des Blogs Hungarian Voice sind. Es macht doch Sinn, so einen anonymen Blog zu betreiben., um der "echten Ungarn" und "Rassisten" habhaft zu werden.

  14. „Ich möchte noch etwas loswerden. Rein vom Gefühl her würde es mich gar nicht wundern, wenn sich eines Tages herausstellte, dass Herr Pfeifer oder Frau Marsovszky auch die Betreiber des Blogs Hungarian Voice sind. Es macht doch Sinn, so einen anonymen Blog zu betreiben., um der „echten Ungarn“ und „Rassisten“ habhaft zu werden.“

    Auch ich möchte etwas loswerden: Gewisse Leute – und dies sind nicht selten diejenigen, die sich für besonders schlau halten – erkennt man auch dann wieder, wenn sie sich immer wieder neue originelle Namen zulegen. An ihren bereits früher geäußerten Gedankengängen, an ihrem Schreibstil und an der destruktiven Art der Kommentare. Zu ihnen gehört „Peter H.“ a.k.a. „Falckotowski“ a.k.a. „Karl & Lenchen“. Gute Besserung.

  15. 1)Danke, dass Sie mich mit meiner Aussage konfrontieren. Ich habe wirklich nicht die Zeit meine eigenen Vorträge anzuhören. Was ich ausgesagt habe ist ziemlich klar, da wurden von einzelnen Postern die Ausschreitungen gegen Roma mit Hinweis auf „Zigeunerkriminalität“ gerechtfertigt.
    D.h. ich habe nur darauf hingewiesen, wovon sich jeder, der HV anschaut selbst hat überzeugen können.
    Ich möchte nicht nocheinmal meine lange Argumentation wiederholen müssen. Um es klar zu machen. Nirgendwo habe ich geleugnet, dass es beim Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunnft, verschiedener Erziehung etc. Probleme geben kann. Doch rechtsextreme Milizen können in einer Demokratie durch nichts gerechtfertigt werden.
    Wer dies trotzdem tut, dessen Argumentation unterscheidet sich nicht wesentlich von denen der Rechtsextremisten.
    2) Ich habe auf HV noch nie unter den oben angegebenen Namen, ja nie anders als Karl Pfeifer gepostet. Darauf lege ich wert. Ich verstecke mich nicht und argumentiere ganz offen, auch dann wenn das – was mich ja nicht erschüttert – den meisten hier Postenden nicht gefällt.

    • „Was ich ausgesagt habe ist ziemlich klar, da wurden von einzelnen Postern die Ausschreitungen gegen Roma mit Hinweis auf „Zigeunerkriminalität“ gerechtfertigt.“

      Das haben Sie nicht gesagt. Sie haben nicht „einzelne Poster“ erwähnt, sondern haben in der Absicht, dieses Forum mit Dreck zu bewerfen, in der gewohnten Pfeifer´schen Pauschalität gesprochen. Und auch Ihre halbherzige Aussage, dass all das „nicht unbedingt vom Betreiber“ komme, kann man in zweierlei Hinsicht verstehen. Ich spreche einmal nur für mich: Tatsache ist, dass ich nicht ein einziges Mal von Zigeunerkriminalität / Zigeunerterror sprach und auch zu keinem Zeitpunkt Gewalt gegen Roma rechtfertigte. Das kann man als Referent, wenn man will, auch so sagen: „Der Blogbetreiber hat so etwas allerdings nie gesagt“. Aber Sie wollen nicht. Und die Gründe kennt jeder, der diesen Blog liest, ob er Ihnen nun zustimmt oder nicht.

      Ihre Aussage reiht sich nahtlos in Ihren Artikel bezüglich Viktor Orbáns angeblicher Aussagen im EU-Parlament ein. Viel Lärm um nichts. Und Sie sprechen von schlampiger Recherche der Magyar Nemzet? Lächerlich.

      • Ich mag Begriffe wie Zigeunerkriminalität im Zusammenhang mit Gyöngöspata sowie der damit zusammenhängenden Problematik gewählt haben. Dafür schäme ich mich nicht. Ich habe bereits oben ausgeführt wie der Begriff zu verstehen ist und wie ihn sicherlich 90% derer verstehen die ihn ebenfalls nutzen. Ich habe ebenfalls bereits dargestellt, dass damit Aufmärsche etc. nicht zu rechtfertigen beabsichtigt ist – und ich denke, dass sehen die meisten so, die sich ähnlich äußern wie ich. Das Problem ist, dass Sie uns das pauschal unterstellen. Ich habe bereits dargestellt weshalb das kontraproduktiv ist, d.h. weshalb Sie mit Ihren Unterstellungen den Roma in erster Linie schaden. Darüberhinaus ist es unsachlich und unfair gegenüber Ihren Diskussionspartnern. Darüber sollten Sie sich mal ernsthaft Gedanken machen. Auf jedenfall sollten Sie es unterlassen uns solche DInge hinter unseren Rücken und pauschal zu unterstellen. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

  16. Nun aber HV übertreiben Sie nicht wenig. Sie fordern von mir etwas was Sie als es um Paul Lendvai und Magyar Nemzet ging, nicht beachteten. Eine äußerst feine Formulierungskunst.
    Mir schien, dass Sie sich nicht von eindeutig rassistischen Postings distanzierten. Möglicherweise haben Sie das getan und ich habe das übersehen?
    Aber anderseits war ich Ihnen auch dankbar, denn ich mußte nicht mehr mühsam aus dem Ungarischen übersetzen und bekam diese unverblümten rassistischen Aussagen in deutscher Sprache geliefert.
    Wenn Sie aber jetzt wieder einmal die Sache mit Viktor Orbáns Aussagen vor der EU wiederaufwärmen, da muss ich Sie darauf aufmerksam machen, dass ich mich dabei auf einen Text der FAZ verliess.
    Ich habe aber aufgrund Ihrer Information meinen Text geändert. Mehr konnte ich nicht tun. Ich denke, wenn Sie damit Probleme haben, sollten Sie sich wirklich an die Redaktion der FAZ wenden.

    Im übrigen hat die deutsche Gewerkschaft ver.di einen interessanten Brief an den ungarischen Botschafter in Berlin gerichtet. Der auch auf die Menschenwürde verletzenden Texte im moderierten Teil von Magyar Hirlap hinweist. Ich habe seinerzeit einen Teil mit der Hilfe von Pusztaranger ins Deutsche übersetzt. Man sollte schon auch als nicht Ungarisch lesender Mensch, wissen was in dieser Journaille – die nicht in Opposition zu Fidesz steht – erscheint.
    http://www.s-o-z.de/?p=51138

    • Aha, jetzt ist Verdi also auch in die Reihe der Ungarn-Experten aufgestiegen. Ich kann die europäische Linke wirklich nur um ihre gute Vernetzung beneiden. Das werden konservative Parteien und Organisationen in 100 Jahren nicht fertig bringen. Und da habe ich die Heerschar von linken Schreiberlingen noch gar nicht erwähnt… 🙂

      Eines Tages wird mir jemand vielleicht erklären können, warum Verdi jetzt das Maul aufreißt und nachplappert, was brave Einflüsterer vorgekaut haben, beim slowakischen Sprachengesetz aber schwieg. Auch das richtete sich – welch Überraschung – gegen Minderheiten. Aber eben gegen solche, um die man sich in der Verdi-Zentrale offenbar nicht schert.

  17. Um das Thema des obigen Jungle-World-Beitrages nicht ganz aus den Augen zu verlieren: Es bleibt meines Erachtens dabei, dass sich Schmierfinken wie Jörn Schulz durch Bezeichnungen wie „Donau-Taliban“ entlarven. Solche Bezeichnungen können weder durch die Existenz von Jobbik, noch durch die Forenbeiträge auf Magyar Hírlap oder „Zuerst“ gerechtfertigt werden. Und damit schließe ich diesen Thread.

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