Fremdwährungskredite: Bericht von Jörg Paas

ARD-Hörfunkredakteur Jörg Paas, Wien, bericht über das heute vom ungarischen Parlament verabschiedete Gesetz, das die vorzeitige Tilgung von Fremdwährungskrediten ermöglichen soll:

http://www.tagesschau.de/ausland/ungarn270.html

 

11 Kommentare zu “Fremdwährungskredite: Bericht von Jörg Paas

    • „Noch nie seit den Jahren des Rachefeldzuges des Kádár-Regimes nach der blutigen Niederschlagung des Ungarnaufstandes wurde eine ungarische Regierung – oder präziser formuliert ein Budapester Regierungschef – so scharf und so einhellig von der österreichischen Presse kritisiert wie jetzt Viktor Orbán nach seiner Ankündigung, eine Umschuldung der Devisenkreditnehmer auf Kosten der ausländischen, vor allem österreichischen Banken zu erzwingen. “
      Das klingt schon ein wenig scheinheilig… denn der internationale Großangriff auf Orbán ist nicht eben erst jetzt ausgerufen worden. Schon vergessen, wie der österreichische Delegiertenchef im EU Parlament Swoboda mit Schaum vor dem Mund, wild gestikulierend, Orbán beschimpft hat?

      • @Agathe Széchenyi@ nur ein kleines Detail darf man dabei nicht vergessen. Swoboda ist Sozialdemokrat und vertritt die SPÖ in Brüssel, während jetzt die scharfe Kritik von Medien kommt die ÖVP nahe sind. Wenn also die Kleine Zeitung Orbán einen Puszta-Putin nennt, dann ist das anders zu werten, denn diese Grazer Zeitung ist ja ÖVP nahe und die ÖVP ist ja eine Schwesterpartei der Fidesz.

  1. Wie ich schon sagte, ist diese Maßnahme riskant (Verfassungsgericht?) und wird das Investorenvertrauen wohl kaum stärken. Mein Mitleid für die Banken hält sich aber in Grenzen: Wer zockt, der fällt eben hin und wieder auf die Nase.

    Kleiner Nebenkriegsschauplatz: Die Abstimmung im Parlament zeigt erneut den desolaten Zustand bei den Sozialisten. Sie haben nicht etwa mit „nein“ gestimmt und damit die Stimme gegen Orbáns Plan erhoben, sondern sich der Stimme enthalten. Und auf ATV marschiert der „geheime Gyurcsány-Klon“ Csaba Molnár (der am 06.04.2011 behauptete: „Fidesz als Faschisten zu bezeichnen, passiert im Wahlkampf schon einmal“) auf und sagt, dass sei alles rechtswidrig. Passt irgendwie nicht zusammen.

  2. @ Karl Pfeifer – vielen Dank für das kleine Detail, welches, meiner Meinung nach, das Ganze noch verschärft. Vielleicht ist das der Dank dafür, dass Orbán, zusammen mit F. Tudjman und Ed. Stoiber, noch VOR dem Beitritt Ungarns in die EU, gegen die ungerechten Saktionen protestiert hat.

    • Das sollte sich aber schleunigst ändern! Denn die Politiker sind Menschen und nur aufgrund der Gunst anderer Menschen sind Sie überhaupt im Amt. Menschen sollten dankbar sein für gute Taten anderer Menschen. Jedoch sollte man Dankbarkeit nicht mit Korruption oder Bestechung gleichsetzen, denn das sind zwei verschiedene Stiefel.

  3. Als ich schrieb Dankbarkeit ist keine politische Kategorie, da habe ich mich auf die Realität bezogen. Natürlich sollten Politiker edel und selbstlos sein. Nur die Verhältnisse sind nicht so.

  4. Falls jemand fürchtet, dass die Banken und Ungarn selbst daran zerbrechen:

    Die Türkei macht es Ungarn nach und zwingt ihre Banken, die Verluste von Devisenkredit-Verlierern zu übernehmen.

    http://www.hurriyetdailynews.com/n.php?n=court-decides-forex-loan-victims-may-shift-to-lira-2011-09-28

    Und das ist der Grund, warum die Berichterstattung über die Orbán-Regierung so bitter ausfällt: Es ist weniger, was sie macht, als vielmehr die Angst in gewissen Kreisen, ihr Beispiel könnte Schule machen.

  5. Evtl. hätte man dem Brief des Schweizers Jean-Pierre Roth im Jahre 2004 mehr Beachtung schenken sollen???
    Da war man wohl aber Regierungskreisen gerade mit anderen Dingen beschäftigt?

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