Péter Dániel, der „linke“ Zsolt Bayer

Der 55. Jahrestag des ungarischen Volksaufstands ist gerade vorbei, und die der ungarischen Sprache mächtigen Leser können sich abermals davon überzeugen, welch unsäglich primitiven Auswüchse die politische Auseinandersetzung hervorbringt, wie unerbittlich sich manche Akteure gegenüberstehen. Keine guten Zeiten für den von György Dalos und Boris Kálnoky befürworteten „demokratischen Minimalkonsens“ .

Pünktlich zum  Jahrestag der Revolution hält es ein Akteur aus dem politischen Umfeld von Ferenc Gyurcsány für nötig, eine ehemalige Aufständische als „besoffene Prostituierte“ zu beschimpfen und ihr sogar die Beteiligung an einem Lynchmord unter zu jubeln. Rhetorik, die gespenstisch an die Jahre der Abrechnung mit den Revolutionären durch die Kommunisten erinnert.

Von einem gewissen Rechtsanwalt namens Péter Dániel ist die Rede. Er war – seinen publikumswirksamen Auftritten sei Dank – bereits im Zusammenhang mit der Diskussion um die Nazi-Aufmärsche in Gyöngyöspata aufgefallen, ebenso wie durch seine in die Medien getragene Konfliktverteidigung einer ungarischen Zigeunerin, die im Zuge der „Evakuierung“ örtlicher Roma die Nerven verlor und eine alte Dame tätlich angriff. Das Opfer soll antiziganistische Vokabeln verwendet haben. Die Täterin nahm sich Dr. Dániel zum Verteidiger und wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. „Ben Matlock“ akzeptierte das Urteil in erster Instanz, verlegte die Auseinandersetzung dann aber vom Gerichtssaal ins Internet (Facebook) und startete einen publizistischen Generalangriff gegen das Gericht. Wer als Angeklagter solche Verteidiger hat, braucht keinen Staatsanwalt mehr.

(Quelle: Facebook)

Dániel ist aber nicht nur Anwalt, sondern auch Bewunderer und Unterstützer von Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány, der gerade die MSZP mit einigen Getreuen verließ, um die ungarische Politik zu erneuern. Auch Dániel, den es in die Politik eher als in den Gerichtssaal zu ziehen scheint, ist Unterstützer dieser Partei namens „Demokratische Koalition“ . Publikumswirksam hat er schon die neue Verfassung mit Tomatensoße beschmiert oder „Kasinoeier“ zum Ausdruck seiner politischen Ansichten verwendet. Er erntet für seine Art der „Meinungsäußerung“ immer wieder Verfahren der Anwaltskammer, freilich seien diese „auf politische Anordnung“, nicht aber wegen seines ungebührenden Verhaltens initiiert worden.

Die westlichen Medien interessiert die Person Dániel nicht, weder die dpa, noch die Süddeutsche Zeitung, und WELT oder gar die ZEIT, weder Standard noch Die Presse. Was nicht weiter verwundert. Für seine Äußerungen könnte man sich jedoch interessieren. Denn schließlich schaffte es ein in Ungarn mäßig gelesener Publizist namens Zsolt Bayer schon mehrfach in seiner Eigenschaft als „Orbán-Freund und Hassprediger“ in die deutschsprachigen Zeitungen. Bayer, der in der Tageszeitung Magyar Hírlap nicht nur einmal antisemitische Töne angeschlagen hat und damit gewisse Leserkreise anzusprechen scheint, steht wegen seiner Wortwahl unter westlicher Beobachtung. Seine Äußerungen gerieten gar auf die internationale politische Bühne, als ein ungarischstämmiger Pianist in der Washington Post die Frage aufwarf, ob ein Land wie Ungarn in Anbetracht von Personen wie Bayer die Ratspräsidentschaft der EU übernehmen dürfe. Bayer bot nach dem Prinzip „guilt by association“ also immer wieder Anlass, Ministerpräsident Viktor Orbán persönlich anzugreifen.

(Quelle: Facebook)

Der mit dem Gyurcsány-Dunstkreis dank seiner Anbiederung zwischenzeitlich bestens vernetzte Dániel jedoch ist den Michael Franks, Gregor Mayers und Kathrin Lauers keinen Tropfen Druckerschwärze wert. Dabei gäbe es Grund genug.

Mária Wittner ist eine Fidesz-Abgeordnete im ungarischen Parlament. Sie steht – das kann man ohne Zweifel sagen – in der Partei rechtsaußen und hat erst jüngst durch die (in der Sache zutreffende) Äußerung über Ex-Ministerpräsident Gyula Horn, den sie im Hinblick auf seine Rolle nach dem ungarischen Volksaufstand als „Henker“ bezeichnete (Horn war Mitglied der berüchtigten „Steppjacken-Brigade“, die an Vergeltungsaktionen gegenüber zahlreichen jungen Aufständischen beteiligt war, u.a. an dem Blutbad am Westbahnhof), Empörung in der MSZP ausgelöst. Sie macht aus ihrer tiefen Abneigung gegenüber Ex-Kommunisten keinen Hehl und zeigt zu viel Sympathie gegenüber Positionen der Rechtsextremen. Wittner ist also eine umstrittene Person, mit deren politischen Ansichten man nicht übereinstimmen muss. Gleichwohl war sie am ungarischen Volksaufstand beteiligt und wurde deshalb vom Kádár-System zum Tode verurteilt, die Todesstrafe wurde später in eine Haftstrafe umgewandelt.

Und hier kommt Dr. Dániel ins Spiel. Er ist aktiver Kommentator auf Facebook und bezeichnete die Ex-Revolutionärin vor einigen Tagen als „primitive, ganz normale Straftäterin und lynchende Prostituierte“ (primitív, köztörvényes bünözö és lincselö prosti). Dániel, der zu jung ist, um selbst am Volksaufstand teilgenommen und Eindrücke als Augenzeuge gesammelt zu haben, teilt seinen Lesern mit, Wittner habe im Oktober 1956 an der Ermordung eines jungen Soldaten in Budapest teilgenommen. Sie sei nie Revolutionärin gewesen, nur eine „besoffene Prostituierte“ , die ohne jedes politische Motiv Straftaten begangen habe. Die Behauptung untermauerte Dániel durch ein grausames Foto, das eine junge Frau zeigt, die eine Leiche bespuckt. Aussagen, pünktlich zum Jahrestag, die nur zu gut an die Märchen von der Konterrevolution erinnern.

Mária Wittner hat die Vorwürfe bestritten und Dániel wegen Angriffs auf ihre Persönlichkeitsrechte verklagt. Auch der Historiker László Eörsi hat Wittners Darstellung bestätigt, dass nicht sie, sondern vielmehr eine gewisse Mária Markos auf dem Bild zu sehen sei. Diese sei später auch zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

So viel zu Péter Dániel, dem Rechtsanwalt und Strafverteidiger, der so viel von der Unschuldsvermutung hält, wenn es um den verhassten politischen Gegner geht. Man braucht wohl kein Historiker sein, um zu beurteilen, wie gut Dániel mit dieser Auffassung in die Gerichte der Jahre 1957 ff. gepasst hätte. Es waren Aussagen wie diese, welche sich die zum Tode Verurteilten anhören mussten…

Anders als das Geschmiere von Zsolt Bayer werden dem deutschsprachigen Leser die Stilblüten Dániels nicht vorgestellt, obwohl sie ein guter Beleg dafür sein könnten, wie Teile der ungarischen Linken operieren und argumentieren. Oder dafür, dass man die politische Kultur in Ungarn nicht nur dadurch verbessern kann, indem man Orbán bekämpft. Was nicht wenige „Liberale“ zu glauben scheinen. Auch wenn es abgedroschen klingen mag, der Vorwurf der Doppelmoral bleibt berechtigt.

Dániel kommentiert derzeit fleißig weiter auf Facebook und beschimpft Viktor Orbán als faschistischen Diktator, diejenigen, die ihn deswegen kritisieren, als „Lakaienmedien“. In seinem öffentlich zugänglichen Profil finden sich natürlich auch Hitler-Orbán- und Stalin-Orbán-Karikaturen. Für seine Äußerungen über Mária Wittner wurde er sogar vom Chefredakteur der oppositionellen Népszava kritisiert.

Selbstverständlich wurde die neue Gyurcsány-Partei dazu befragt, ob man mit den Aussagen Dániels übereinstimme. Diese gab sich schmallippig und sagte (ebenso wie Fidesz es beim Fall Bayer zu tun pflegt), man fühle sich für die Aussagen nicht verantwortlich. Distanzierung sieht anders aus – würde die Süddeutsche Zeitung jedenfalls dann schreiben, wenn Orbán sich von Zsolt Bayer distanzieren soll…

http://videotar.mtv.hu/Videok/2011/10/26/20/Wittner_Mariat_gyalazta_Daniel_Peter.aspx

Es wäre eine Diskussion wert, warum Schmutzfinken wie Dániel Péter („Gyurcsány-Freunde“) in der deutschsprachigen Presse keinen Widerhall finden, Schmierfinken wie Zsolt Bayer hingegen schon. Mit der politischen Sympathie der über Journalisten hat es doch bestimmt nichts zu tun…oder doch? Die Meinung der Leser interessiert mich.

http://hvg.hu/itthon/20111027_wittner_tortenesz_lincseles

http://hvg.hu/itthon/20111025_daniel_peter_wittner

Nachtrag vom 02.11.2011:

Péter Dániel hat in einem Gespräch beim Radiosender Klubrádió seine Äußerungen gegenüber „der alten Dame“ Mária Wittner bedauert. Nicht aber gegenüber der Politikerin. Zudem wurde er laut Presseberichten von der Gyurcsány-Partei „Demokratische Koalition“ ermahnt. Csaba Molnár riet Dániel, sich in Anbetracht seiner Äußerungen nicht um eine formelle Aufnahme zu bewerben. Wenn er es täte, müsste man den Antrag ablehnen.

http://hvg.hu/itthon/20111102_daniel_peter_wittner_maria

http://hvg.hu/itthon/20111102_daniel_peter_demokratikus_koalicio

Dániel lässt seiner Enttäuschung auf Facebook freien Lauf:

„Molnár Csaba a DK képviseletében üzent nekem, a sajtón keresztül. Azt üzente, hogy az orbánista lakájmédiákból, a Wittner-ügyről szerzett értesülései alapján én nem lehetek már a DK tagja. Értem kedves Csaba, viszont úgyszintén az orbánista lakájmédiákból én meg úgy tudom, hogy a DK vezetője egy köztörvényes bűnöző. Most akkor én is határolódjak el a Sukoró-ügy miatt? Tudod kedves Csaba, ez ócska dolog volt. Én ott tüntettem Feriért az ügyészség előtt és még soha nem tagadtam meg. De ha a részetekről tényleg csak ennyi az összetartás, nem lesz ám túl sok esélyünk az orbáni diktatúra ellen.“

Dániel betont, er habe für Gyurcsány demonstriert, und jetzt gehe man so mit ihm um. Das, was die DK zeige, sei kein „Zusammenhalt“. Und er betont, dass man eine „echte Truppe“ (csapat) bräuchte, bei der es echten Zusammenhalt und „Räubergeist“ gebe.

Mit tanultam a mai napból? Azt, hogy kell egy csapat. Nagyon kellene már. Egy olyan igazi, olyan kék szalagos, olyan bátor. Ahol van szolidaritás, van betyárbecsület és van összetartás.“

Da hat einer wirklich viel verstanden. Aber immerhin hat er sich – wenn auch nur halbherzig – entschuldigt. Wenigstens diese Kleinigkeit hat er Zsolt Bayer voraus. So viel Fairness muss sein. Auf Facebook lässt sich Mr. D. von seinen Fans gleichwohl für seine Auftritte bejubeln. Ob er darauf stolz ist, muss er selbst entscheiden.

Roma locuta, causa finita? Wir werden sehen, was wir von Dr. Dániel noch so hören.

48 Kommentare zu “Péter Dániel, der „linke“ Zsolt Bayer

  1. Das Nachrichtenportal „hírszerzö“ schreibt darüber, dass Péter „Kasinoei“ Dániel mit seiner Äußerung die Spitzenreiterrolle in Sachen Respektlosigkeit und Dummheit übernommen hat.

    „Man kann über Mária Wittner, ebenso wie über ihre traurige politische Rolle dieser Tage, denken, was man will. Und auch über die 1956-er Gerüchte um ihre Person. Trotzdem handelt es sich um eine Frau, die am Aufstand teilgenommen hat, zum Tode verurteilt wurde und im Gefängnis landete. Sie verdient ein Minimum an Respekt.“

    http://hirszerzo.hu/nyuzsi/2011/10/25/Daniel_kaszinotojas_Peter_tahosagi_rekordot_6ZE2JV

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  2. Hast nach Meinungen gefragt:

    a) Daniels Äußerung ist natürlich unverantwortlich und bestimmt als Provokation gedacht. Zu welchem Zweck, weiss er allein. Wohl um im Gespräch zu bleiben, vermute ich.

    b) Ist es nicht zu früh, von der deutschen Presse dazu einen Artikel zu erwarten? Daniels Äußerung ist kaum eine Woche alt.

    c) Ist die Äußerung tatsächlich so gewichtig, dass ein Blatt mit dem Renommee der ZEIT oder der SZ dafür sofort Platz auf seinen Seiten einräumen müsste? Ist sie auch tatsächlich den antisemitischen Äußerungen von Bayer in ihrer Wertigkeit und ihrem Gewicht gleichzusetzen? (Ich meine: nein. Aber dies ist meine Meinung).

    d) Meinst du in deinem Text mit „ungarischstämmigem pianist“ Zoltán Kocsis? Warum bezeichnest du ihn als „ungarischstämmig“? Willst du ihn damit irgendwie aus dem Kreis der Ungarn „entfernen“? Wenn ja, mit welcher Begründung – ist er doch in Budapest geboren, aufgewachsen etc. Selbst wenn er nicht in Ungarn lebt, bleibt er doch (so lange er sich selbst als Ungar ansieht) ein Ungar.

    e) Ich wiederhole: der Spruch Dániels ist beschämend, traurig, gedankenlos. Er würde in einer normalen Demokratie geächtet werden. (Leider ist Ungarn keine normale Demokratie.)

    • Hallo galut,

      zu a) bis c). Auf Bayer reagiert man gewöhnlich recht schnell (was mich nicht verwundert). Dániel ist gewiss nicht „gewichtig“, darf seine Ansichten aber unter anderem auf der Seite Galamus verbreiten, die von unterschiedlichen Orbán-kritischen Quellen als seriöses Informationsmedium zu Ungarn propagiert wird (übrigens ist Bayer m.E. auch nicht sehr „gewichtig“). Abgrenzungsbedarf zu diesem Selbstdarsteller scheinen die Damen und Herren von Galamus nicht zu sehen.

      Wenn man im Ausland verstehen möchte oder als Journalist den Anspruch hat, den Lesern Ungarn zu erklären, wie tief die Spaltung geht, so sollte man wohl die Auswüchse beider Seiten beleuchten. Stattdessen wird der Eindruck erweckt, als sei die „böse Rechte“ für die Spaltung verantwortlich und die „Guten“ liberalen und linken Parteien bemühten sich um eine Europäisierung. Tatsächlich wird auf beiden Seiten ebenso unversöhnlich und unerträglich argumentiert. Jede Seite hat ihre „Kettenhunde“. Und denen muss man die Zähne ziehen, wenn man die Spaltung überwinden will. Wie es im Original (!) Dalos-Interview beschrieben wurde: Mit dem ewigen Hin und Her, Rechte als Faschisten und Linke als Kommunisten zu bezeichnen, ist kein Staat zu machen.

      Überzeuge Dich selbst auf der Internetseite von Dániel, wie oft er Orbán als Faschisten bezeichnet.

      d) Ungarischstämmig hatte nicht den Sinn, wie Du ihn vermutest. Ungarischstämmig im Sinne von „gebürtiger Ungar“. Übrigens meine ich nich Kocsis, sondern András Schiff. . Und ja, er ist und bleibt Ungar.

      Mittlerweile hat Zsolt Bayer übrigens auf den Müll Dániels mit Bayer´schem Müll reagiert. Darauf reagiert wiederum Dániel und stellt sich als Opfer antisemitischer Hetze dar. Und natürlich habe Orbán alles persönlich angeordnet…kein Kommentar dazu.

  3. „wird der Eindruck erweckt, als sei die „böse Rechte“ für die Spaltung verantwortlich und die „Guten“ liberalen und linken Parteien bemühten sich um eine Europäisierung. Tatsächlich wird auf beiden Seiten ebenso unversöhnlich und unerträglich argumentiert. Jede Seite hat ihre „Kettenhunde“. Und denen muss man die Zähne ziehen, wenn man die Spaltung überwinden will. Wie es im Original (!) Dalos-Interview beschrieben wurde: Mit dem ewigen Hin und Her, Rechte als Faschisten und Linke als Kommunisten zu bezeichnen, ist kein Staat zu machen.“

    Dein Wort in Gottes Ohr.
    Recht hast du.

  4. Mir fällt auf: Daniel hat sich für seine scheussliche Bemerkung auf Népszava entschuldigt.. Bayer hat sich für seine antisemitischen Texte nicht entschuldigt.
    Facebook hat Dániel ausgeschlossen, Bayer ist weiterhin tätig bei Magyar Hirlap.

    • Bayer kann ja wohl nicht der Maßstab sein.

      Eine tolle Entschuldigung nenne ich das: „Hangsúlyozom: csak az idős, szerencsétlen sorsú asszonytól kérek bocsánatot és főleg azért, mert az orbánista médiák ekkora cirkuszt csináltak ebből.“ Und in einer weiteren Bemerkung: „Két dolgot szeretnék kihangsúlyozni. Ezt a bocsánatkérést „csak“ emberi gesztusnak szántam, a politikai véleményemet viszont fenntartom és a jogi eljárást semmiképpen nem akarom elkerülni.“ Ich nenne das halbherzig, Sie nicht?

      Dániel wurde von Facebook zunächst ausgeschlossen, ist aber längst wieder zugelassen („A facebook betyár visszatért“). Sein Kommentar zu Wittner ist weiter online und wird von sog. „Linken“ bejubelt (u.a. mit Bemerkungen wie „sie soll froh sein, dass sie überlebt hat“). Und Dániel bezeichnet Orbán seitdem fleißig als Faschisten und sich selbst als Opfer einer von Orbán persönlich initiierten Pogromstimmung. Dass in den Kommentaren zu einem früheren seiner „Beiträge“ laut HVG sogar zur Ermordung Orbáns aufgerufen wurde („löjük le, löjük le“), sei hier nur beiläufig als weiteres Indiz für das Demokratieverständnis der Diskutanten erwähnt.

      Ich sehe keine wesentlichen Unterschiede zwischen Bayer und Dániel. Beide sind gleichermaßen unerträglich.

      P.S.: Die Gruppe von Dániel ist öffentlich zugänglich. Nicht dass wieder jemand auf die Idee kommt, von Verletzug der Privatsphäre zu sprechen…

  5. Wie schrieb doch mal ein kluger Mann hier in diesem blog:
    *Viel zu viele Ungarn benützen eine ordinäre Sprache.*
    Wie wahr, darunter auch solche die sich Dr. nennen.

  6. Hungarian Voice, haben Sie auch so heftig protestiert als Maria Wittner dem todkranken ehemaligen Ministerpräsidenten Horn den Tod wünschte?
    Haben Sie auch so heftig protestiert als sie sich vor die „Ungarische Garde“ stellte?
    All das entschudligt natürlich nicht die scheussliche Bemerkung von Dr. Dániel,
    zeigt aber, dass Frau Wittner Fidesz und dem ungarischen Parlament jetzt
    nicht viel Ehre einbringt.
    Lesenswert der heutige Kommentar von Révész in Népszabadság:
    http://nol.hu/specialis/rss_valogatas/a_prostik_neveben__

    • Was soll die Gegenfrage? Ablenkung? Ein Versuch, mich in die rechte Ecke zu stellen?

      Ich sage es diesmal so deutlich, dass auch Sie es verstehen: Ich stimme mit Mária Wittner in sehr vielen Dingen nicht überein. Das rechtfertigt aber nicht, was sich ein Anwalt namens Péter Dániel erlaubt hat. Wir beide (Sie und ich, Herr Pfeifer) sind auch zumeist nicht einer Meinung, das verleitet mich aber ebenfalls nicht dazu, über Ihre schrecklichen Erfahrungen in der Nazizeit herumzuschwadronieren und Sie deswegen zu beleidigen. Bestimmte Sachen tut man nicht.

      Sämtliche Gegenfragen könnte ich Ihnen täglich auch stellen, ich lasse es aber, weil es zu nichts führt.

      • Lieber HV waren es nicht Sie der bei mir dies getan hat und mich gefragt hat, wann und wo habe ich kritisch über die Linken in Ungarn geschrieben?
        Natürlich haben Sie 100% Recht. Wie immer die politischen Positionen der Frau Wittner, Dr. Dániel kann niemand verteidigen. Julia Lévai hat das sehr gut im heutigen galamus zum Ausdruck gebracht.
        Mit solchen Freunden wie Dániel kann man sich nur blamieren.

    • Ich unterstütze zwar nicht, jemandem den Tod zu wünschen, allerdings ist Horn durchaus kritikwürdig, denn er hat sich an den pufajkások beteiligt und damit gegen die Revolution von 56 und insofern ebenfalls gegen die Demokratie gestellt. Kritikwürdig ist ebenfalls, dass er in Deutschland eine Reihe Auszeichnungen erlangt hat, wegen seiner Vernunft, seiner Humanität und seinem Sinn für Freiheit. Der blanke Hohn wenn Sie mich fragen. Sogar das Bundesverdienstkreuz darf er tragen, sowie eine Auszeichnung für Verdienste um die Republik Österreich (?!)… Welch schlechtes Licht wirft das auf besagte Länder…

      • Palóc, Ich denke, dass Sie sich in mehrfacher Hinsicht irren. Einem todkranken Menschen den Tod zu wünschen ist nicht human und nicht ziemend für eine Frau, die eine Partei vertritt, die sich immer wieder zu christlichen Werten bekennt.
        Horn war maßgeblich an der unblutigen Wende in Ungarn beteiligt. Als viele Tausende DDR-Flüchtlinge in Ungarn strandeten, war er auch beteiligt an der Öffnung der Grenze zur Republik Österreich. Und das war mit auch Grund für seine Auszeichnung.
        Die gegenwärtigen „antikommunistischen“ Hasskampagnen in Ungarn begünstigen nur Jobbik und ich denke, dass diese Ungarn schaden.
        Wer die Politik emotionalisiert und solche Kampagnen führt ist verantwortlich für die Resultate. Ich hege den Verdacht, dass diese Kampagnen geführt werden, um vom offenkundig werdenden Scheitern dieser Regierung abzulenken.

      • Da man nicht diekt auf Herrn Pfeifers Beitrag antworten kann, „schiebe“ ich meine Anmerkungen mal hier ein.
        Nun ich denke darüber sind sich alle einig, dass es moralisch durchaus verwerflich ist,*Einem todkranken Menschen den Tod zu wünschen*
        Das Horn wohl einiges in der „Wendezeit“ bewirkt hat kann ihm wohl auch nicht abgesprochen werden .
        Andererseits ist dies hier ja auch hinlänglich bekannt
        http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/streit_in_ungarn_um_die_ehrung_eines_politikers_1.524562.html
        Zutreffend finde ich jedoch diesen Satz:
        Wer die Politik emotionalisiert und solche Kampagnen führt ist verantwortlich für die Resultate.
        So ist es !! Allerdings fehlt dabei der Zusatz:egal aus welcher Richtung auch immer.

      • @ Palóc und Pfeifer

        Einem Menschen – ob krank oder nicht – den Tod zu wünschen ist für Niemanden ziemend, egal welcher couleur.

        Horn ist kritikwürdig. Er war Mitglied der pufajkások und beteiligt an den Säuberungswellen nach dem Aufstand 56 – das läßt sich nicht Schönreden!
        Ohne Moskaus Einwilligung hätte Horn 1989 niemals die Grenzen geöffnet. Die wahren Helden der Öffnung, der Wende waren Papst Johannes Paul II., Michael Gorbatschow und Ronald Reagan.

      • Richtig, Frau Széchenyi. Dem Pufajkás Horn ist es – nicht zuletzt auch auf Kosten seines Ministerpräsidenten Miklós Németh – gelungen, sich im Rahmen der (von ihm zunächst sehr kritisch gesehenen) Öffnung publikumswirksam zu inszenieren. Insoweit war es wirklich eine herrliche Symbolik, dass bei dem für die Medien inszenierten Treffen Horns mit dem österreichischen Außenminister Mock am Grenz-Stacheldraht die Drahtzange Horns nicht funktionierte 🙂

        Empfehlenswert hierzu: http://www.amazon.de/erste-Riss-Mauer-September-Ungarn/dp/3552054596/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1320302695&sr=8-1

      • Ich möchte ausdrücklichst zu Protokoll geben, dass ich es nicht unterstütze, jemanden den Tod zu wünschen. Gegenteiliges habe ich nie gesagt, im Gegenteil (vgl. meinen Beitrag oben).
        Nichts desto trotz finde ich es nicht verwerflich auch einen kranken zu kritisieren, sofern es sachlich bleibt.

        War aber klar das Pfeifer mir wieder das Gegenteil unterstellt und eine kleine Rufmordkampagne startet…

  7. Das Anliegen von HV, scheint mir, ist doch, seine Empörung darüber zum Ausdruck zu bringen, dass die „westliche“ Presse zwar Bayer thematisiert, sich aber um solche zwielichtigen Gestalten auf der „linken“ Seite (dass „links“ in Ungarn nicht wirklich eine hilfreiche Positionsbezeichnung ist, weiß ich) nicht kümmert. Das, denke ich, ist eine richtige Feststellung, über die es sich zu diskutieren lohnt.

    Sinnlos dagegen ist die Auf- und Gegenrechnerei, sie wird keine Seite überzeugen und ist verschwendete Zeit. Für mich ist es zweifelhaft, Bayer und Daniel gegenüberzustellen (wie es die Überschrift tut), der eine beleidigt eine Person in unerträglicher Weise und ich würde mir wünschen, dass er – wie andere – dafür gegebenenfalls strafrechtlich belangt wird. Der andere ist was man einen Volksverhetzer nennen kann. Bei einer entsprechenden Rechtslage wäre auch das strafbar (ist es aber leider in Ungarn leider nicht). Von wem mehr Gefahr für die öffentliche Ordnung und das friedliche gesellschaftliche Zusammenleben ausgeht, mag jeder für sich selbst entscheiden.

    • Nun, da bin ich mal gespannt, wie sich die westliche Presse etpp. genüsslich auf die Nachricht stürzen wird, dass Dániel Péter Ungarn verlassen will.

  8. ..“Es wäre eine Diskussion wert, warum Schmutzfinken wie Dániel Péter („Gyurcsány-Freunde“) in der deutschsprachigen Presse keinen Widerhall finden, Schmierfinken wie Zsolt Bayer hingegen schon. Mit der politischen Sympathie der über Journalisten hat es doch bestimmt nichts zu tun…oder doch? Die Meinung der Leser interessiert mich.“…
    Wirklich ? ganz einfach . Auf Bayers Kopf zu schlagen is „in“, (wie Sie selber tun), aber
    eine Kritik über Dániel wäre purer “ Antisemitismus“. Wer kann sich sowas in Deutschland leisten ?

    Eigentlich ist egal worüber Sie schreiben, dienen Sie nur diejenigen die den richtigen Weg zu NOL, Galamus, nepszava,hagalil aufzeigen.

  9. Tatsache ist terrier, dass Dr. Dániel Frau Wittner um Verzeihung gebeten hat und Frau Wittner eine Klage gegen ihn einreicht. Ich denke, dass er wahrscheinlich wegen seinem scheußlichen Ausspruch verurteilt werden wird.
    Tatsache ist weiter, dass Dr. D. nicht Mitglied der von Gyurcsány angeführten Partei ist und wie ihr Sprecher sagte, diese ihn auch nicht nehmen würde.
    http://nol.hu/belfold/daniel_peter_bocsanatot_kert_wittner_mariatol
    Ich denke nicht, dass ich Bayer auf den Kopf geschlagen habe, ich habe ihn zitiert und kritisiert. Außer der Fidesz nahen Wochenzeitung Heti Válasz und den Organen der rechtsextremen Jobbik hat mich kein ungarischer Journalist deswegen kritisiert. Wenn Sie terrier in demokratischen Gesellschaften zulässige Kritik als „auf den Kopf schlagen“ bezeichnen, so sagt das etwas über Ihre Gesinnung aus.
    terrier, Ihre Behauptung und Frage, „eine Kritik über Dániel wäre purer “ Antisemitismus“. Wer kann sich sowas in Deutschland leisten ?“ geht von einer falschen Voraussetzung voraus, dass
    1) Juden in Deutschland nicht kritisiert werden. Wer zum Beispiel gelesen hat, was in der linken Presse über Henryk M. Broder steht, der jetzt Mitarbeiter der „Welt“ ist, der kann sehen, dass Broder vielleicht der am meisten kritisierte Journalist Deutschlands ist.
    Es ist kein Geheimnis in Deutschland, dass Broder Jude ist.
    Also Ihr Vorwurf hat nichts mit der Realität zu tun eher mit Ihren Vorurteilen.
    2) Es gibt sehr viele ungarische Ereignisse, über die deutsche Medien nicht berichten. Ereignisse, die in Ungarn heftige Diskussionen auslösen jedoch in Deutschland (u. Österreich) keine Beachtung finden.
    Einst sagten ungarische Adelige „Extra Hungariam non est vita“, dieser Spruch mag noch in manchen ungarischen Köpfen herumschwirren. Doch „Extra Hungariam est vita“ q.e.d.
    Also es gibt ein Leben außerhalb Ungarns und nicht alles was in Ungarn passiert findet seinen Weg in die deutschsprachigen Medien.

  10. Agathe Széchenyi ich bin froh, dass Sie meine Meinung teilen, dass man todkranken Menschen nicht den Tod wünscht.
    Horn kam aus einer kommunistischen Familie und sein Bruder verlor sein Leben, was ihn dazu veranlasste als 18jähriger „pufajkás“ zu werden.
    Ich habe Horns Rede bei der Eröffnung des ungarischen Filmfestivals im Februar 1989 gehört. Er hatte dort klar eine Position für demokratische Reformen bezogen. Und das war vor der Regierung Németh.
    Menschen sind änderungsfähig und manche Menschen ändern sich auch.
    Und es war gut, dass man in Österreich, den ehemaligen Nationalsozialisten, die Möglichkeit bot sich zu ändern. Die meisten haben diese Möglichkeit ergriffen und sich in der Zweiten Republik tadellos benommen. Viele von diesen erkannten die Vorzüge der Demokratie.
    Was hätte man Ihrer Meinung nach machen sollen nach der Wende, mit denen die „pufajkás“ waren, also zur von Kádár aufgestellten bewaffneten Miliz gehörten?
    War die unblutige Wende falsch? Hätte man sofort Volksgerichte einrichten sollen, um die „pufajkás“ verurteilen?
    Ich denke, diese heutigen „antikommunistischen“ Kampagnen in Ungarn, die Aufschaukelung der Emotionen werden das Land nicht aus dem Schlamassel in das es – nicht nur von Orbán – geführt wurde, herausführen.
    Miteinander zu reden, Kompromisse zu schliessen befriedigen natürlich nicht den Trieb der Rachsucht, könnten aber helfen, das Land aus der Krise herauszuführen.

    • In der kommunistischen Zeit war JEDER in das System eingebunden. Jeder hatte Angst vor Jedem, jeder mußte den Anderen bespitzeln. Ausnahmen emigrierten, schwiegen oder wurden einfach liquidiert. In jedem kleinen Dorf zwang man die Menschen mitschuldig zu werden. Nach 1989 wurde mit ganz wenigen Ausnahmen niemand bestraft. Man konnte doch nicht ein ganzes Volk bestrafen. Ausserdem wäre ja alles zusammengebrochen, da ja Alle eingebunden waren. Diese Lage nutzten die Hauptschuldigen aus und regierten weiter!
      „Miteinander zu reden, Kompromisse zu schliessen befriedigen natürlich nicht den Trieb der Rachsucht, könnten aber helfen, das Land aus der Krise herauszuführen“ Danke Herr Pfeifer für diesen Satz, meines Erachtens, der beste Ansatz! – vorausgesetzt es kommt nicht zu „faulen“ Kompromissen.

    • Wer redet von bestrafen und verurteilen? Warum denken Sie nicht einfach an die Möglichkeit, eine solche Person einfach nicht auszuzeichnen?

      Darüberhinaus ist meine Ansicht, dass Menschen, die sich aktiv und bewusst an einer Diktatur beteiligt haben, von wichtigen politischen Ämtern in einer Demokratie ferngehalten werden müssen. Der Grund dafür ist der, dass solche Leute eine Gefahr für die Demokratie darstellen. Menschen die Sie angeführt haben (die sich gebessert haben sollen) klingen für mich nach Oportunisten.

      „Miteinander zu reden, Kompromisse zu schliessen befriedigen natürlich nicht den Trieb der Rachsucht, könnten aber helfen, das Land aus der Krise herauszuführen“
      Wäre das nicht auch ein Satz gewesen, den man an Herrn Horn hätte richten können? Dann hätte er sich vielleicht nicht aus Rache, wie Sie sagen, an den pufajkások beteiligt…

  11. Zuerst :http://www.youtube.com/watch?v=G2DXDAOgBfE

    bitte genau hinhören, was Frau Wittner sagt !

    Zweitens für diejenigen die noch nie über Euthanasie gehört haben: den friedlichen Tod kann man nicht nur wünschen, sondern einem Menschen gönnen.

    Wer gönnt sich nicht lieber einen friedlichen Tod, statt qualvolles Vegetieren ?

    drittens: Ich würde das Recht ausschließlich den Opfern von puffajások geben über das Gönnen zu urteilen. Die Opfern von Nazidiktaturen dürfen- zu Recht- über Bestrafung oder Gnade zu entscheiden, so soll das Recht den anderen Opfern genauso zustehen.

    • Euthanasie… für mich keine Garantie für ein würdevolles Sterben! Außerdem, wer soll letztlich entscheiden wer, wann, warum die Todesspritze verpasst bekommt?

    • 1)Terrier, punkto Euthanasie stimme ich Frau Széchenyi zu.und zwar aus prinzipiellen Gründen. Ich wäre auch ohne Vorgeschichte dagegen.
      Ich denke in Deutschland und in Österreich wird das nicht er laubt werden, weil damit schon eine historische Erfahrung gemacht wurde.
      In unseren Breitengraden hat es schon Euthanasie gegeben, durchgeführt von den Nationalsozialisten. Die allermeisten Opfer waren keine Juden. In Hartheim in Oberösterreich hat man das Töten mit Gas zuerst probiert, dann im besetzten Polen Millionen von Menschen vergast.

      2) Sie behaupten: „Die Opfern von Nazidiktaturen dürfen- zu Recht- über Bestrafung oder Gnade zu entscheiden, so soll das Recht den anderen Opfern genauso zustehen“

      Es waren nicht die Opfer der Nazidiktatur, die in Deutschland und Österreich über Strafe und Gnade entschieden. Es waren zunächst die Alliierten die in Nürnberg die Haupttäter vor Gericht brachten. Dann haben ordentliche deutsche Gerichte verfolgt und sehr oft das nicht getan.
      In Österreich gab es in den Jahren nach 1945 eine Volksgerichtbarkeit danach haben ordentliche Gerichte geurteilt und oft gar nicht verfolgt.

  12. LIebe Frau Széchenyi Kompromisse werden immer Gegner haben und viele bezeichnen jeden Kompromiß als faul. Doch wie schon Winston Churchill sagte, die Demokratie ist unter den schlechten Systemen das beste. Und Demokratien zeichnen sich dadurch aus, dass die Interessengegensätze oft durch Kompromisse gelöst werden aber auch durch offene Diskussion.

  13. also, der péter dániel ist wirklich eine gaenzlich uninteressante clownfigur, wogegen zsolt bayer immerhin ein journalist, noch dazu einer der gründervaeter von fidesz ist. diese beide miteinander zu vergleichen, meine ich, verklaert das verhaeltniss ihrer respektiven politischen wirkungspotentiale…

  14. Diese Angelegenheit mit Dániel nimmt eine groteske Wendung. Ein Herzchirurg ruft Peter Dániel, den er als feig bezeichnet, im Magyar Hirlap zum Faustkampf auf.
    http://www.magyarhirlap.hu/belfold
    /okolparbajra_hivja_ki__a_gyava_daniel_petert_papp_lajos_szivsebesz.html

    Vielleicht will das Fidesz nahe Blatt damit suggerieren, dass Gerichte und Rechtsanwälte überflüssig sind und man Rechtsstreitigeiten am besten mit der Faust erledigt?

  15. Index berichtet über diesen Ausspruch von Dániel und eine Stellungnahme des Vorsitzenden des ungarischen Parlaments László Kövér, der die Richter am Straßburger Menschengerichtshof als „idioten“ qualifiziert hat.
    http://index.hu/belfold/2011/11/04/kover_nehany_idiota_dontott_strasbourgban_a_voros_csillag_engedelyezeserol/

    Ich bin neugierig was dazu HV zu bemerken hat.

    Da ich voreingenommen bin, haben doch diese Richter in der Sache Pfeifer v Austria zu meinen Gunsten geurteilt, kommentiere ich diesen Ausspruch des Fideszpolitiker nicht.

    • Es wird Sie hoffentlich nicht überraschen: Die Bezeichnung von RIchtern des EGMR als „ein paar Idioten“ halte ich für völlig unangemessen. Ich habe aber von László Kövér nichts anderes erwartet.

  16. HV es hätte mich überrascht, wenn Sie da anderer Meinung wären.
    Faustrecht und Beschimpfung von Richtern kann nicht Ihre Sache sein.
    Sich einem Urteil des EGMR entgegenzustellen scheint mir nicht sehr klug zu sein. Die Frage stellt sich, weshalb Polen, dass doch keinen Krieg gegen die UdSSR geführt hat und nicht weniger als Ungarn gelitten hat ( Ich denke da an Katyn, an die Vertreibung von Millionen Ostpolen aus ihrer Heimat), kein solches Gesetz hat, welches das Tragen des fünfzackigen Roten Sterns verbietet.

    • Herr Pfeifer, ich sprach nicht von dem Roten Stern, sondern von der Beschimpfung von Richtern. Was den Roten Stern betrifft, so kann ich mir übrigens durchaus vorstellen, dass er bei vielen ähnliche Gefühle weckt wie das Hakenkreuz. Wer das eine nicht sehen will, muss wenigstens die Debatte darüber, ob das andere gezeigt werden darf, ertragen. Natürlich in zivilisierter Form.

      • HV Wie immer unsere Meinung über den Roten Stern, wenn das EGMR Recht spricht, dann hat das auch Ungarn zu akzeptieren, wenigstens so lange, bis die jetztige Regierung Ungarn nicht nach Asien versetzt (Ironie!).
        Kövér beschimpfte ja die Richter wegen dem Roten Stern Urteil.
        Diese Schimpferei scheint zum guten Ton bei Fidesz zu gehören. Besonders tut sich da der Herr Tamás Deutsch hervor, der in der Fidesz Fraktion des Europaparlaments Ungarn vertritt. Manches was er stolz von sich gibt, duldet keine Druckerschwärze.
        Was nützen die Millionen, die man im Ausland für Imageverbesserung ausgibt, wenn dann solche Leute wie Kövér und Deutsch, die Sau herauslassen, oder wenn Tarlós Dörner & Csurka ein Theater übergeben will?

  17. sehr geehrte hungarian voice, ihr blog beschaeftigt sich vorwiegend mit sehr relevanten themen was ungarn, die ungarische politik anbelangt. ich galube, dass peter dániel eher ein polit-tabloid thema ist. lassen sie es einfach sein.

  18. ich bange um ungarn. wenn die sprache der vernunft und der würde nicht auf beiden seiten endlich die sprache der gegenseitigen hetze in die schranken weist, wenn man nicht endlich auf beiden seiten aufhört aus übertreibungen, allgegenwaertiger dummheit, rechthaberischen metaphern, symbolischem gehabe poltisches kapital schlagen zu wollen, wenn man nicht aufhört immer das selbe lied mit den selben noten spielen zu wollen, wenn man nicht auffhört auf der einen seite das land und seine gewaehlte regierung vor der weltöffentlichkeit staendig zu denunziieren, wenn auf der anderen seite man keine guten manieren lernt, wenn nicht endlich, anstatt der frage „wer denn nun so recht habe“, endlich die kennedysche frage gestellt wird „wie nütze ich meinem land?“, dann wird ungarn implodieren und wieder für jahrzente ein ort des schieren überlebens und nicht des angemessen lebens werden. ich bange um mein land.

  19. Da hat sich doch ein Poster darüber beschwert, dass die deutschen Medien nicht über Daniel v. Wittner berichten. Eine Ursache könnte sein, weil es wichtigers gibt. Zum Beispiel:
    In der FAZ publizierte heute Reinhard Olt „Ächzendes Ungarntum / Oberbgm Tarlós will die Leitung des Budapester „Neuen Theaters“ zwei Männern übertragen, die für ihre rechtsextremen Ansichten berüchtigt sind:“

  20. HV was Sie als unsinnig halten, ist die Methode von Journalisten wichtige von unwichtigen Nachrichten, darstellbare von solchen die man langatmig erklären muss und damit schon wegfallen, zu unterscheiden.
    Mag schon sein, dass für Sie und einige Leser, die causa Wittner v. Dániel wichtiger scheint als die Affäre um das „Neue Theater“, Doch nichtungarische Journalisten sehen das anders. Und wie immer Sie oder Leser das sehen, es wird schwer fallen Dr. Reinhard Olt oder der FAZ zu unterstellen, er oder die FAZ würde auf die bekannten linken „Vaterlandsverleumder“ in Budapest reinfallen.

    • „Und wie immer Sie oder Leser das sehen, es wird schwer fallen Dr. Reinhard Olt oder der FAZ zu unterstellen, er oder die FAZ würde auf die bekannten linken „Vaterlandsverleumder“ in Budapest reinfallen.“

      Lassen Sie sich doch mal etwas Neues einfallen. Tatsache ist, dass an dieser Stelle über die Ernennung von Csurka und Dörner berichtet wurde. Das eine schließt das andere nicht aus. Und danke für Ihre Erläuterung von „Journalismus“.

  21. HV
    anscheinend interessieren sich die Leser der FAZ nicht sehr für Ungarn. Der FAZ Artikel auf den ich hingewiesen habe ist auch heute nicht im Netz.
    Nun halte ich die FAZ für eine gute Zeitung – auch wenn sie nicht über Dániel v. Wittner berichtet und den gestrigen Artikel von Dr. Olt (noch) nicht ins Netz gesetzt hat. Auch wenn Sie anderer Meinung sind über Journalismus, glaube ich, ist meine Einschätzung was Journalismus ist realistisch.

    Ich habe nirgendwo geschrieben, dass Sie nicht berichtet haben über den Tarlós-Csurka-Dörner Skandal. Ich meinte nur: „Mag schon sein, dass für Sie und einige Leser, die causa Wittner v. Dániel wichtiger scheint als die Affäre um das „Neue Theater““.

    • Den FAZ-Lesern das Interesse abzusprechen, geht an der Sache vorbei. Die Leser tragen nicht die Schuld an der Politik der FAZ, die darin liegt, das meiste zunächst via „pay per view“ zu veröffentlichen.

  22. HV vielleicht irre ich mich bezüglich der FAZ Leser, da ich diese Zeitung in der Regel in print lese. Und nur wenn ich glaube, dass ein Artikel es verdient archiviert zu werden, schaue ich ob er im Netz ist.

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