Budapost über „Esztergom, die ungarische Tragödie“

Die schöne ungarische Stadt Esztergom ist seit langem zu Absurdistan verkommen.

Seit der Kommunalwahl im vergangenen Herbst regiert eine von einem überparteilichen Bündnis unterstützte Bürgermeisterin, Éva Tétényi, „gegen“ eine Fidesz-Stadtratsmehrheit unter der Führung von Ex-Bürgermeister Tamás Meggyes, einem Mann mit ziemlich zweifelhaftem politischem Ruf. Seine Amtszeit war von Vetternwirtschaft, Regieren nach Gutsherrenart und dem Aufbau eines gigantischen Schuldenberges geprägt. Tag für Tag geschen ungeheuerliche Dinge, wie z.B. die Abschaltung der Straßenbeleuchtung, unsinnige Stadtratsbeschlüsse mit dem Sinn, die Bürgermeistrin vorzuführen, zuletzt wurde sogar die Schulspeisung eingestellt.

Ein paar Worte zu Meggyes: Selbst nach seiner Abwahl weigerte er sich, eine ordnungegemäße Übergabe durchzuführen und sein Büro zu räumen. Hinzu kommt, dass die Stadt nach Presseberichten private Rechtsstreitigkeiten des Herrn Meggyes sowie Zsolt Bayer, einem am äußersten rechten Rand stehenden Journalisten der Tageszeitung Magyar Hírlap, finanziert haben soll.

Eben diese Tageszeitung Magyar Hírlap veröffentlichte am 28.11.2011 einen Kommentar des stellvertretenden Chefredakteurs László Szentesi Zöldi. Er rief alle Akteure dazu auf, unverzüglich das Feld zu räumen und den Weg für Neuwahlen zu eröffnen. Diese Forderung wird von Bürgermeisterin Tétényi seit längerer Zeit erhoben, Fidesz dachte aber bislang gar nicht daran, das Schicksal der Stadt in die Hände der Bürger zu legen. Einziges Zeichen für die „Solidarität“ Szentesi Zöldis mit Fidesz ist der Umstand, dass er fordert, die heutigen Akteure mögen sich nicht erneut zur Wahl stellen. Budapost berichtet:

http://budapost.eu/2011/11/the-esztergom-stalemate/

Zwar mag jeder der heute Handelnden – auch Tétényi, die ihre Situation beinahe wöchentlich auf ATV für Publicity nutzt – eine Mitverantwortung tragen. Die Unterstützung und Obstruktionshaltung geht im Fall Esztergom jedoch ohne Zweifel von Fidesz und der Riege um Tamás Meggyes aus. Die Bürger wollten ihn nicht mehr, unterstützten aber die Partei weiter. Dass Fidesz nicht in der Lage ist, das zu verstehen und die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, wirft ein schlechtes Bild auf die Partei. Es obliegt allein Fidesz, etwas dagegen zu tun.

http://www.magyarhirlap.hu/velemeny/esztergomi_tragedia.html?utm_source=mandiner&utm_medium=link&utm_campaign=mandiner_201111