Blog-Umfrage in Ungarn: Tritt Viktor Orbán im Zusammenhang mit den EU- und IWF-Verhandlungen zurück?

Der Blog „Véleményvezér“ hat eine Umfrage unter seinen Lesern durchgeführt. Die Frage:

Welche Chancen siehst Du, dass Viktor Orbán im Zusammenhang mit den Verhandlungen mit EU und IWF zurücktritt?“

An der Umfrage beteiligten sich etwa 15.000 Personen. Die Ergebnisse (auf volle Zahlen gerundet):

– Sehr wahrscheinlich: 8%
– Geringe Wahrscheinlichkeit: 17%
– Ich sehe kaum Chancen: 23%
– So gut wie ausgeschlossen: 50%
– Weiß nicht: 3%

http://velemenyvezer.blog.hu/2012/01/08/igy_valtozott_orban_lemondasanak_eselye?utm_source=ketrec&utm_medium=link&utm_content=2012_01_08&utm_campaign=index

Am 21.12.2011 hatten noch 59% der Leser die Frage mit „so gut wie ausgeschlossen“ beantwortet.

 

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6 Kommentare zu “Blog-Umfrage in Ungarn: Tritt Viktor Orbán im Zusammenhang mit den EU- und IWF-Verhandlungen zurück?

  1. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ministerpräsident Viktor Orbán den bereits mehrfach in die Kritik geratenen Wirtschaftsminister György Matolcsy im Rahmen der Verhandlungen fallen lässt, ist meines Erachtens ungleich höher. Ein Zeichen an IWF und EU, zugleich eines im Inland.

    Warten wir ab, welche Entscheidungen der „geniale Machtpolitiker Orbán“ (so Paul Lendvai) trifft.

  2. für den fall müsste man natürlich auch fragen, was diesmal mit der ganzen „garnitur“, wie es so schön heisst, geschehen soll. man wird sich mit sicherheit nicht reumütig in irgendeine ecke verkriechen…

  3. Eva Balogh spekuliert auf ihrem Blog, dass János Martonyi Orbáns Nachfolger sein könnte, aber am Ende ihres Artikels meint sie, dass sie das doch nicht für wahrscheinlich hält, denn die politische Sensibilität ist nicht Martonyis Sache ist er doch erst 1989, als das Kádár-System schon nachweislich anfing zu implodieren, der MSZMP beigetreten.
    http://esbalogh.typepad.com/hungarianspectrum/2012/01/possible-successors-to-viktor-orb%C3%A1n-j%C3%A1nos-martonyi.html

    Also wie geht es weiter? Mme Lagarde vom IWF erklärt es gibt kein Kompromiss mit Ungarn. Das bedeutet, Orbán hat die Wahl *. Er ist bereit zu kapitulieren, d.h. sein Gesicht zu verlieren. Oder aber führt er weiter die „Wahlkabinenrevolution“ und den „Befreiungskampf“, in diesem Fall gibt es eine Art Staatsbankrott. Das Video mit Mme Lagarde :
    http://edition.cnn.com/video/#/video/world/2012/01/06/intv-curnow-lagarde-hungary-part-two.cnn

    Wie groß ist die Begeisterung für Orbán?
    Könnte Fidesz Massen mobilisieren für eine Demonstration? In Ungarn zweifeln einige, denn bereits am Nationalfeiertag, am 15. März hat Fidesz den Klakeuren bezahlt. Eine Massendemo anzukündigen, die dann nicht stattfindet ist ein Risiko.
    Könnte Orbán die Teilnahme von Jobbik und der Ungarischen Garde an einer Solidaridätsdemo nützen?
    Und würde solch eine Demonstration, wenn sie gelänge, den Standpunkt der EU und des IWF ändern? (Achtung Ironie!)

    * Natürlich gäbe es auch die Möglichkeit, dass Orbáns Träume wahr werden und er von China oder Saudi-Arabien eine günstige Anleihe erhält. Die Wahrscheinlichkeit ist aber nicht sehr hoch.

    • Martonyi als Nachfolger von Matolcsy? Glaube ich nicht. Für den Fall eines Wechsels sehe ich eher Mihály Varga (derzeit Staatssekretär) oder János Lázár.

      Die derzeitige Situation muss für Sie geradezu ein Genuss sein. Entweder/oder. Geht es nach dem, was Sie über Ungarn schreiben werden, steht fest, dass Orbán schon verloren hat. Gesicht verlieren oder das Land ruinieren, das sind Ihre beiden Möglichkeiten. Hierauf möchte ich nicht weiter eingehen, als soweit: Ich hoffe, es kommt zu einer Einigung mit dem IWF. Übrigens geht es immer noch allein um einen „Stand-by Kredit“, soweit ich es verstanden habe, braucht Ungarn keine aktuellen Zuflüsse.

      Ob Fidesz mobilisieren kann, werden wir spätestens am 15. März sehen. Bis dahin sollten einige Punkte geklärt sein.

      Heute sprach ich übrigens mit einem meiner Kontakte bei einer Großbank. Dort rechnet man mit einer Fortsetzung der EUR-Krise, der HUF bleibt nach ihrer Einschätzung volatil. Strategie: Bei Abwärtsbewegungen kaufen – mit einer Staatspleite Ungarns rechnet man also dort offenkundig nicht. Ob das repräsentativ ist, weiß ich nicht. Jedenfalls handeln die Herrschaften, das kann ich noch aus meiner Tätigkeit in der Bank sagen, nicht nach den demokratischen Einschätzungen und Wünschen des Herrn Pfeifer, sondern allein nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten – so viel noch zum Wunschzettel der TAZ 🙂

  4. Ich selber bin ja schon mal gespannt, was passiert, sollte sich die Situation zuspitzen.. und dafür gibt es schon einige Anzeichen: Sollte beispielsweise die BKV bis Februar wirklich zahlungsunfähig werden, könnte das in Budapest schon die Stimmung zum Kippen bringen.. Aber warten wir mal ab.. Sollten wirklich Leute des Genres Lázár nachrücken, wäre das wirklich schlimm für Ungarn… Eventuell wäre ja auch das „Italienische Modell“ einer „Experten Regierung“ etwas für Ungarn.. obwohl ich das (leider) auch eher für unwahrscheinlich halte…

  5. HV Eva Balogh meinte Martonyi käme als Nachfolger von Orbán in Frage und hat das am Ende ihres Artikels natürlich ad absurdum geführt.
    Ich habe keinerlei Kontakte zu Banken, hörte aber heute im Radio Ö1 gerade vor ein paar Minuten die Einschätzung österreichischer Bankfachleute (Analysten), die nicht an einen Staatsbankrott glauben, jedoch bereits Vorsichtsmaßnahmen setzen.
    Jetzt kann man schon 11 Prozent bei ungarischen Staatspapieren lukrieren. Sicher greifen Spekulanten zu. Ob da seriöse Banken auch mitmachen?

    HV Sie haben mich beruhigt mit Ihrer Bemerkung, dass sich die Banken nicht nach meinen Wünschen richten, denn ich hatte schon Angst beschuldigt zu werden im Namen der …….en Weltverschwörung die Banken beeinflußt zu haben. Gut, dass Sie mich freisprechen. (Achtung Ironie!)

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