IWF-Kreditlinie: Was denken Marktteilnehmer?

Eine aktuelle Markteinschätzung aus Marktkreisen zum Thema Ungarn-IWF:

„The risks to letting this spiral out of control are big. Much of the ECB’s recent actions could be undone if Hungary defaults on its upcoming debt obligations. As a result, we expect that Hungary and the IMF will soon sit down at a table to discuss conditions for a new IMF loan. It should start to bring Hungarian bond yields down quickly. In fact, the market has already started to price this in the past two sessions, with bond yields coming down sharply already. From a strategic perspective therefore, picking up European equities (mainly banks), commodities, and EM currencies on weakness caused by the Hungarian crisis is favoured. 

Developments in Hungary are forcing investors to reduce exposures to other emerging markets, protecting their portfolios against the risk that contagion spreads as fast as it did during the Greek crisis. However, in our view, what the ECB did in terms of monetary loosening and money injections in December should mitigate those risks substantially. The Federal Reserve, SNB, BOE and BOJ are also helping out with easing in their respective economies that will help out in this regard. Also, in our view the IMF will soon step in and offer emergency loans to the Hungarian government. 

That said, continue to monitor developments in Hungary, especially its negotiations with the IMF. Markets are likely to turn around strongly should this be resolved and a new loan be granted. If not, all bets are off.“

Weitere Einschätzung:

The forint and the CDS where under pressure during much of last year and this year has also started in a bad mood as the EUR/HUF and CDS spreads spiked to all time high last week, 3.24 and 735 respectively. Hungary needs to refinance €4.6bn foreign debt this year but the high borrowing cost, yields around 10% on 10y government bonds puts pressure on the authorities to act. However, some good news might come this week as Hungary’s chief negotiator Tamas Fellegi is in Washington to talk with the IMF on a precautionary standby agreement. PM Orban realizes the risk of the Hungarian economy and has given Mr Fellegi mandate to accept any kind of credit line that will strengthen the country’s confidence in the market, according to Bloomberg. Hungary will release November trade balance which is expected to improve to €790mn and December Budget balance expected at -1.247bn forint.

 

11 Kommentare zu “IWF-Kreditlinie: Was denken Marktteilnehmer?

    • Über die genauen Beträge herrscht ein wenig Uneinigkeit. 15 Milliarden EUR müssen wohl dieses Jahr definitiv refinanziert werden. Was wohl problemlos über die Märkte möglich wäre, wenn das Vertrauen zurückkehrt. Und dafür braucht Ungarn 1) den IWF Standy-By-Kredit (d.h. eine bereitstehende Kreditlinie) und das Vertrauen von Anlegern. Beides wird wohl zügig zurückkehren, wenn die Regierung auf die Forderungen der EU, des IWF bzgl. Notenbankgesetz eingeht.

      Diejenigen, die meinen, die Finanzmärkte würden langfristig auf das Diktatur-Geschwätz hereinfallen, werden sich irren. Die Märkte interessiert der schnöde Mammom mehr als die Aussagen ehemaliger Dissidenten. György Konrád ist eben nicht Alan Greenspan… 🙂

  1. HV Auf Diktatur-Geschwätz fallen sie nicht hinein, aber ohne IWF Anleihe gibt es eine Katastrophe und für langfristige Anleihen zahlt Ungarn bereits 11 Prozent Zinsen. Dazu kommt: IWF schließt keine Kompromisse, wie Mme Lagarde angekündigt hat. Entweder gibt V.O. den „Befreiungskampf“ auf und macht, was IWF verlangt oder er macht es nicht. Wenn er – um sein Gesicht zu wahren – die Verhandlungen in die Länge zieht, wird Ungarn den Schaden haben. Sollte er aber schnell kapitulieren, dann hat er sein Gesicht endgültig verloren. Hat er doch vor nicht allzulanger Zeit den Westen schon totgesagt.
    Bald wird jemand die Sprüche Fideszpolitiker über den IWF aus dem Archiv nehmen und puplizieren.
    HV wie schätzen Sie die Chancen ein?

    • Wir kennen Ihre Auffassung: Orbán kann nur verlieren. Der erfolgreiche Abschluss der IWF-Verhandlungen mit dem Ziel, die Refinanzierungskraft des Landes wieder herzustellen, ist mir persönlich aber wichtiger als die Person Orbáns. Das mag Sie vielleicht überraschen, ist aber gleichwohl so.

      „Jemand“ kann also ruhig „die Sprüche Fideszpolitiker über den IWF aus dem Archiv nehmen und puplizieren.“

      Ich schätze die Chancen auf eine Einigung als hoch ein. Die Regierung wird nachgeben, weil sie muss. Und Sie werden schreiben können, dass Orbán das Gesicht verloren hat….bis kein Hahn mehr danach kräht. 🙂

    • Hervorragend! Orbán ist also auf jedenfall der Dumme. Hurra. Sollte er wider Erwarten überleben, polt man die Rhethorik einfach rasch wieder um auf „genialer Machtpolitiker“.

  2. Es gibt keine Dummen in Ungarn. Wenn alles schief geht, wird sich die Fides- Demonstration am 15. März gegen den IMF und die EZB wenden, (für oder wider auch sonst?) um die ungarischen Menschen auf das Kommende einzustimmen und die Verantwortung von sich zu weisen.

  3. Was mich stört, ist dass bisher keiner genau gesagt hat, was am neuen MNB-Gesetz beanstandet wird. Nur dieses Gerede von „geeignet, die Unabhängigkeit der MNB zu gefährden“. Bitte konkret, welches Kapitel usw.
    PS: Wie unabhängig sind andere Nationalbanken?(zB. Österreich, wo der Präsident ein geeichter Sozialist ist)? Von der EZB ganz zu schweigen.

  4. HV Sie enttäuschen mich ein wenig, wenn Sie meinen Tippfehler hervorheben. Andererseits finde ich Ihre Haltung gut, dass es nicht auf das Gesicht eines Politikers ankommt, sondern, dass dieses Land nicht in den Abgrund rutscht.
    Matolcsy sagt etwas, Martonyi sagt was anderes.
    Wie schätzen Sie die Chancen einer Vereinbarung mit IWF?

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