EU-Kommission beschließt die Einleitung von Vertragsverletzungsverfahren zu drei Sachkreisen

Die Europäische Kommission hat heute beschlossen, gegen Ungarn die Vorstufe eines förmlichen Vertragsverletzungsverfahrens einzuleiten. Die Kommission wird Ungarn gemäß Art. 258 AEUV in drei konkreten Sachthemen auf ihre Bedenken bezüglich der Vereinbarkeit von nationalem ungarischem Recht mit EU-Recht hinweisen. Diese sind:

  • Bedenken bezüglich der Unabhängigkeit der Notenbank nach neuem Recht
  • Bedenken hinsichtlich der Herabsetzung des Pensionsalters von Richtern (Kommission sieht hier einen Verstoß gegen die Antidiskriminierungsrichtlinie)
  • Bedenken bezüglich der Unabhängigkeit des Datenschutzbeauftragten

Ungarn erhält in der begründeten Stellungnahme eine Frist, innerhalb der es das nationale Recht ändern oder aber die Bedenken der Kommission ausräumen kann. Andernfalls kann die Kommission den Europäischen Gerichtshof anrufen.

Die Pressemitteilung der Kommission:

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/12/24&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en (englisch)

http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=IP/12/24&format=HTML&aged=0&language=DE&guiLanguage=en (deutsch)

 

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17 Kommentare zu “EU-Kommission beschließt die Einleitung von Vertragsverletzungsverfahren zu drei Sachkreisen

      • Ich ergänze: Heute gab es ein weiteres Schreiben von Neelie Kroes in Sachen Medienfreiheit. Einer der Anlässe scheint offenbar Klubrádió zu sein.

        Auszug aus einem Bericht von n-tv:

        „Beim Respekt für Medienfreiheit und -vielfalt geht es nicht nur um die technisch richtige Anwendung von EU-Recht und nationalem Recht, sondern auch – und noch wichtiger – darum, diese Grundprinzipien in der Praxis anzuwenden und zu fördern“, heißt es in dem Schreiben. Die Kommission werde die Situation weiter im Auge behalten.

        Anlass ist laut Kroes‘ Sprecher die Nicht-Erneuerung von Radiolizenzen für den regierungskritischen Sender Klub-Radio. Die EU-Kommission habe jüngst erfahren, dass der Sender nicht nur in der Hauptstadt Budapest, sondern auch in der Provinz keine neuen Lizenzen erhält. Das Schreiben zieht erst einmal keine rechtlichen Schritte nach sich.“

        http://www.n-tv.de/politik/EU-gibt-Ungarn-noch-einen-mit-article5243711.html

  1. HV
    Die „arme Frau Merkel“ wie sie Orbán, dieser „úriember“ nannte („szegény Merkel asszonyt kabátlopási ügybe keverték“), hat die Medienfreiheit erwähnt „Tatsache ist, dass Ungarn als ein Mitgliedstaat der Europäischen Union sich wie alle Mitgliedsstaaten natürlich an die uns einenden Prinzipien halten muss. Und dazu gehört eine Medienfreiheit, dazu gehört die Unabhängigkeit der Notenbank und dazu gehört auch die Möglichkeit des jeweiligen Verfassungsgerichtes, unabhängig entscheiden zu können.“

  2. Herr Pfeifer, in einem vor nicht zu langem von HV publizierten Artikel wurde Andreas Unterberger, ehemaliger Chefredakteur der Presse und der Wiener Zeitung zitiert:
    „Aber Orban besetzt doch fast die ganze Nationalbank neu! Und wer besetzt in Österreich alle Jobs in der gerade erst (!) total verstaatlichten Nationalbank, und war nicht Ewald Nowotny immer ein braver Parteisoldat? Ungarn verletzt wahrscheinlich EU-Recht! Und wie oft wurde das bei Österreich und allen anderen schon festgestellt? Orban besetzt den öffentlichen Rundfunk mit seinen Leuten! Muss man die Zustände im ORF und die Bestechung etlicher Wiener Zeitungen mit Staatsgeldern noch näher erläutern? Orban besetzt den Verfassungsgerichtshof und den Rundfunkrat! Und wer im Wiener VfGH hat kein rotes oder schwarzes Ticket, kam nicht ein Höchstrichter sogar direkt aus dem Faymann-Büro auf die Richterbank?“
    Verstaatlichter Nationalbank in Österreich? Parteisoldaten?
    Sie leben doch in Österreich Herr Pfeifer, protestieren Sie bei diesen Umständen dort genauso heftig oder gucken Sie nur zum Nachbarland Ungarn rüber und gehen gegen die Umstände im Ausland auf die Barrikaden?

  3. oft verstehe ich nicht das scheinbar beliebte rekurieren auf andere als in diesem blog im mittelpunkt stehende länder. mir persönlich erscheinen sie hier oftmals nicht hilfreich und erwecken eher den eindruck der ablenkung und weniger den der ehrlichen hinwendung zum ungarn unserer tage (so dies denn überhaupt die alleinige absicht dieses blogs ist)…

    • *Sie arbeitet in einer Firma für Textilmarketing in Budapest. Offiziell bekommt sie wie fast alle Kollegen den Mindestlohn. „Den Rest bekomme ich schwarz“, sagt sie. Als sogenannte Provision. Einen ordentlichen Lohn zu zahlen könne ihr Chef sich nicht leisten– „bei den hohen Abgaben“, sagt sie. .*
      Das nenn ich doch mal ne gute Vorlage, ,um sich dem Ungarn unserer Tage zuzuwenden.

      „Offiziell bekommt sie wie fast alle Kollegen den Mindestlohn. „Den Rest bekomme ich schwarz“, sagt sie.“

      Sehr geehrte Werktätige (oder Artikelschreiber vor Ort), wäre doch sehr aufschlussreich zu erfahren, seit wann das so ist??
      Seit einem Jahr ?, 2 Jahren .?

      Falsch, dass ist seit zig Jahren an der Tagesordnung.(Ausnahmen betätigen –wie immer- die Regel) denn so kann man ja schön an der Steuer vorbei etliches einsparen und das Land wundert sich , wo denn die Steuergelder bleiben.Ich würde das Gewinnoptimierung durch Kostensenkung nennen.Wem interesiert es, wie dann der Arbeitnehmer dasteht, wenn er mal seine erste Rentenzahlung ( prozentual zum Mindestlohn) bekommt?
      Den Arbeitgeberganz sicher nicht.
      Sich dagegen auflehnen??
      Nun es sollte wohl ein leichtes sein, sich auszumalen was dann passiert.?
      So sieht es doch aus !
      und das n i c h t seit der Regierungszeit Orbans!!!

  4. Der Richter, ich lebe nicht nur in Österreich, sondern bin seit meiner Geburt in Baden bei Wien Staatsbürger dieses Landes.
    ich habe viele kritische Artikel über Österreich publiziert. Ich habe auch die Republik Österreich beim Menschenrechtsgericht in Strasbourg geklagt.

    Klicke, um auf HomepageEGMRPfeifer.pdf zuzugreifen

    Bitte kommen Sie nicht mit der primitiven Argumentation,. dass nur Fidesz- und Jobbikfreunde Ungarn verstehen. Ich spreche, lese und schreibe auch Ungarisch.
    Ich habe seinerzeit auch über die Volksrepublik Ungarn geschrieben und wurde deswegen – wie ich leider immer wieder hier schreiben muss – viermal aus Ungarn ausgewiesen. War das damals falsch, was ich gemacht habe?
    Viktor Orbán hat mich und meinen leider allzufrüh verstorbenen Freund Zoltán Zsille 1988 am Budapester Ostbahnhof mit Blumen empfangen. Er hat sich damals schön bedankt, für die Unterstützung, die wir der demokratischen Opposition gaben.
    http://www.hetek.hu/kulfold/199903/nyilt_level_orban_viktor_miniszterelnok_urnak

    • Äußerst interessant ihr Fall vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Herr Pfeifer, das muss ich schon sagen: Ein Professor Namens Werner Pfeifenberger, der in seinem Beitrag von 52 Seiten mit dem Titel „Internationalismus gegen Nationalismus – eine unendliche Todfeindschaft?“ im Jahrbuch für politische Erneuerung 1995 der FPÖ es gewagt hatte, unter anderem dem Judentum vorzuwerfen, im Jahr 1933 Hitler-Deutschland den Krieg angedroht zu haben und gleichzietig die Greueltaten des Naziregime nicht hervorzuheben, wurde von Ihnen als (Neo)Nazi abgestempelt. Gerichtlich von Pfeifenberger verklagt, waren die Richter der Meinung, das Sie recht hatten mit Ihren Äußerungen. Eine Hetzkampagne begann, Pfeifenberger wurde das Lehren entzogen, er hätte fast seine Arbeit verloren, er wurde von seinen Studenten geächtet, wurde somit versetzt, weitere Proteste folgten, man beschimpfte ihn als Nazi-Professor. Im Jahre 2000 vor der Verhandlung beim Geschworenengericht beim Landesgericht für Strafsachen Wien brachte er sich um. Die Staatsanwaltschaft sah im Beitrag “Internationalismus gegen Nationalismus – eine
      unendliche Todfeindschaft?” eine Betätigung im nationalsozialistischen Sinne. Diese „Todfeindschaft“ beschloss auch seinen Tod.
      Die Geschichte geht noch weiter, es wird noch interessanter, jedoch um abzukürzen: was lernt man daraus?
      1. Behaupte NIEMALS: das Judentum hätte 1933 Hitler-Deutschland den Krieg angedroht.
      2. Leg dich nicht mit Herrn Pfeifer an, sonst könntest es dir genauso ergehen.
      Ich nehme an, Sie sind immernoch der Meinung, dass – da der EGMR es nicht als Nachgewiesen sah – Sie keine Mitschuld an dem Selbstmord von dem gerademal 59 jährigen Professor haben, also frage ich erst gar nicht. Die 5000,- Euro, die Sie als Entschädigung für eine Anschuldigung dieserart bekamen, steht Ihnen wohl genauso zu, nehme ich mal weiterhin an.
      Überaus lehrreich Ihre Geschichte, ich bedanke mich für diese Information, jdeoch weiß ich immernoch nicht, was diese über 10 Jahre alte Geschichte, die sich mit über 50 Jahre alten Geschehnissen befasst, mit den Geschehnissen von heute und ihrem Engagement von heute gegen die Verstaatlichung der österreichischen Notenbank oder gegen die anderen Vorwürfe, die Herr Unterberger zusammenfasst, zu tun haben mögen. Sie protestiern HEUTE, TAG-TÄGLICH gegen diese Art von Vorwürfe aus Ungarn. Und was ist mit Österreich Herr Pfeifer? Haben Sie da auch was aktuelles, was ihre Proteste anbetrifft?
      Außerdem: ihre Argumentation „Bitte kommen Sie nicht mit der primitiven Argumentation,. dass nur Fidesz- und Jobbikfreunde Ungarn verstehen.“ ist eine Unterstellung! Habe ich nie behauptet! Bitte unterlassen Sie jegliche Unterstellungen in Zukunft! Es gehört sich einfach nicht.
      Und: Was Sie vor 10 Jahren gemacht haben interessiert mich momentan recht wenig, eher die aktuellen Taten interessieren mich Ihrerseits, also veschonen Sie mich in Zukunft von Damals!
      Danke schon im Voraus für die Missachtung meiner Bitten und für die Nichtbeantwortung meiner Fragen.

  5. Der Richter, Sie sind also ein Sympathisant von Dr. Werner Pfeifenberger, sozusagen, sein Gesinnungskamerad. Sonst würden sie nicht die Argumentationen von Neonazi und Rechtsextremisten hier von sich geben.
    Sie schreiben die Unwahrheit, ich hätte Dr.W.P. vorgeworfen ein Neonazi zu sein. Ich habe lediglich behauptet, in seinem Elaborat wären (neo)Nazi Töne zu finden. Hier nur ein Zitat aus dem Gerichtsgutachten von Univ.Prof. Rudolf Ardelt über das Elaborat des Dr.W.P. damit die Leser klar sehen können, dass Dr. W. P. auch die katholische Kirche auf 16 Seiten angriff, was niemand verwundert, der sein Elaborat las, zitierte er doch zustimmend Goebbels und Alfred Rosenberg :

    „Zur wissenschaftlichen Verfahrensweise von Prof. Dr. Werner Pfeifenberger

    Insgesamt ist zum Artikel des PA [Privatankläger Dr. Werner Pfeifenberger] festzuhalten, daß dieser Artikel gravierende.Mänel wissenschaftlicher Arbeitsweise aufweist. Vor allem muß von einer „wissenschaftlichen“ Publikation, die sich wesentlich mit der Geschichte befasst, erwartet werden daß die geschichtswissenschaftliche Literatur – auf neuestem Stand – umfassend herangezogen wird, und daß dort, wo Kontroversen bestehen, auf diese eingegangen wird.
    Der PA begnügt sich jedoch damit, jeweils Literatur heanzuziehen, die seine Thesen allein bestätigt und bestärkt, darüber hinaus muß angemerkt werden daß zahlreiche der vom PA zitierten Werke nicht als „wissenschaftliche“ Arbeiten bezeichnet werden können, sondern in den Bereich populärwissenschaftlicher Polemiken oder von nichtwissenschaftlicher „Literatur“ zu rechnen sind. Darüber hinaus verwendet der PA oftmals zeitgenössische publizistische Darstellungen, ohne sie kritisch auf die Tatsächlichkeit der dort gezeichneten „Tatsachen“ zu hinterfragen und mit historischen Forschungen zu konfrontieren.
    Weiters muß von einer wissenschaftlichen Publikation erwartet werden daß sie Stereotypen und Schlagwörter kritisch in Frage stellt, sich auf präzise Definitionen stützt, genau die Differenzen zwischen verschiedenen historischen Phänomenen bestimmt und die historische Realität in ihrer komplexen Struktur analysiert. Gegen all diese Grundsätze wissenschaftlich-historischer Forschung verstößt die vorliegende Publikation des PA in eklatanter Weise.
    Es seien hier nur zwei Beispiele angeführt, die in der Publikation des PA eine zentrale Rolle spielen:
    a. Der PA führt den terminus des „orientalischen (jüdischen) Messianismus“ ein
    – „in Gestalt des missionarisch-offensiven Frühchristentums“. In der unmittelbaren Folge ist vom .jüdisch-christlichen Messianismus“ und von „jüdisch-christ-lichen Immigranten“ die Rede. Der terminus „Messianismus“ und seine sprach lieh vorgenommene Verknüpfung mit dem Judentum werden nun nicht näher bestimmt. So bleibt denn dem Leser verborgen, daß der Messianismus der jüdischen Christengemeinden in scharfem Gegensatz zur jüdischen Religion stand: diese kennt nicht den offenbar vom PA mit „Messianismus“ assoziierten Missionsanspruch gegenüber Andersgläubigen, sondern ist engstens ethnisch zentriert. Die wesentliche Differenz zwischen den frühchristlichen Gemeinden und dem Judentum wird nicht auch nur andeutungsweise klargelegt.
    Ebenso wenig läßt sich die „ausgeprägt sozialistische Weltanschauung“ des frühen Christentums „als orientalische Denkungsart“ (also wiederum implizit Jüdische“ Denkungsart) spezifizieren. Ebenso könnte man die Autokratie und „Despotie“ als Erbe „orientalischer Denkungsart“ bezeichnen.
    Der PA verzicnlet in diesem Zusammenhang mit Ausnahme eines Zitats aus einem Lexikon auf jegliche Auseinandersetzung mit wissenschaftlicher Literatur -ja ihm fehlen offenbar die einfachsten Grundkenntnisse der Geschichte.
    Was bleibt – aber auch eine wesentliche Grundlage der weiteren Argumentation darstellt – ist eine stereotype Formel, die die Konstruktion eines Kontinuums der Assoziation von „Juden“ und „Messianismus“ herstellt.
    b. Zur Kennzeichnung des frühen Christentums, vor allem des „paulinischen“ Christentums stützt sich der PA nicht etwa auf wissenschaftlich-historische Literatur, sondern auf einen langen Auszug aus einer Polemik des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche (S. 499f.) und stellt dazu lapidar auf S. 500, Anm. l fest:

    „Aus christlicher Sicht würde die Bewertung der Ereignisse zweifellos anders ausfallen, als Nietzsche sie mit seiner Darstellung verbindet. Die
    Tatsachenbeschreibung selbst erscheint jedoch korrekt.“

    Wie sich ein emstzunehmender Wissenschafter auf eine Polemik des krassen Hassers des Christentums Nietzsche in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts als „Tatsachenbeschreibung“ ohne Konfrontation auch nur mit einem Ansatz von anderer historischer, vor allem neuerer Untersuchungen stützen kann, bleibt dem Sachverständigen unverständlich.“

    • Die Wissenschaft, in manchen Sachgebieten schafft sie es einen interessanten Sachverhalt tot zu reden. Ich weiß schon wieso ich diese Sozialwissenschaften und Kultur-, sowie Musikwissenschaften hasse: sie wollen etwas ganz genau erfassen, wissenschaftlich, also mathematisch, jedoch ist es ein Unding. Den Menschen und die Natur, sowie die Natur des Menschen wissenschaftlich festlegen zu wollen, ergibt kein Ergebnis, nur Vermutungen. Denn womit belegt man oder definiert man, mit der Hilfe der Mathematik. DA macht mir Wissenschaft Sinn, in Physik, Chemie usw. macht es Sinn aufgrund der Sprache der Mathematik wissenschaftlcih etwas belegen zu wollen und zu können! Jedoch in Ihrem Falle, Herr Pfeifer, erscheint mir so ein Text, wie der obige, geradezu unmenschlich; es nimmt einem jede Art von Freude es zu lesen, die Motivation es überhaupt verstehen zu wollen.
      Wie auch immer! Um auf den wirkliche, diese ausgeschweifte Diskusion beginnende und von mir zum dritten Mal wiederholte Frage zurückzukommen, den Sie mit zigtausend geschriebenen Wörtern immernoch geschickt umgehen konnten: In wie weit gehen Sie in Ihrem Heimatland, Herr Pfeifer, gegen eine verstaatlichte Notenbank oder gegen Parteisoldaten in Schlüsselfunktionen vor, wie diese Misstände in Österreich Herr Unterberger so schön niederschrieb? Gibt es in Österreich tatsächlich eine verstaatlichte Notenbank?

  6. Der Richter, Sie haben die Unwahrheit über mich oben ausgesagt, und die neonazistische bis rechtsextremistische Argumentation zu meinem Fall gebracht. Ich habe Ihnen nichts zu sagen.

      • Also ich habe folgendes zum Thema gefunden (s Wikipedia): „Seit Mai 2010 befindet sich die OeNB wieder im Vollbesitz der Republik Österreich, nachdem zwischenzeitlich auch Interessensvertretungen, Banken und Versicherungen daran beteiligt gewesen sind.“
        Ist Ungarn auch im Vollbesitz der Notenbank?
        Außerdem über die Notenbank in Deutschland (s.Wikipedia): „Andererseits wirkt die Bundesbank an der Bankenaufsicht mit. Hierbei arbeitet sie eng mit der BaFin zusammen. … Die BaFin erlässt Verfügungen, Prüfungsanordnungen und Rundschreiben, meist in Abstimmung mit der Bundesbank.“
        Ist das nicht die Richtung, die auch Orbán einschlagen wollte?

      • Nicht ganz: Die Regierung hat ins Auge gefasst, die Notenbank mit der PSZÁF (vergleichbar mit der BaFin) zu verschmelzen. Meines Erachtens eine sinnvolle Sache, die auch von András Simor im Grundsatz befürwortet wird. Die Kommission hat HIERGEGEN keine Einwände. Es geht vielmehr um die Art und Weise der Durchführung: Die Fusion würde nämlich dazu führen, dass Simor ein Vizepräsident der neuen Institution wird, und ein neuer Präsident bestimmt würde. DAS sieht die Kommission als Eingriff in die Unabhängigkeit der Notenbank an. Und ich sehe das in diesem Punkt genau so; man muss mit Simor leben. Die Probleme mit der Kommission wären aber sehr einfach lösbar: Die Fusion müsste auf die Zeit nach Ende der Amtszeit von Simor gelegt werden.

        Die Einwände gegen die Erhöhung der Zahl der Mitglieder des Notenbankrates halte ich für einen schlechten Witz. Kein Mitglied der Kommission hat sich beschwert, als die Regierung Gyurcsány die Zahl der Notenbankratsmitglieder im Jahr 2005 von 9 auf 13 erhöht hat. Weshalb wohl?

  7. Vor allem die zweite Hälfte dieses Artikels zu den Bedenken der Europäischen Kommission bzgl. der Unabhängigkeit der Notenbank ist ziemlich interessant:

    http://konzervatorium.blog.hu/2012/01/25/miert_idegesito_ez_europai_unio_eljarasa

    Kurze Zusammenfassung für diejenigen, die nicht ungarisch sprechen:

    In der Zusammensetzung des Rates der Notenbank (Monetáris Tanács), der seit 2001 (=Fideszregierung) existiert, kam anfangs einzig und allein der Wille des Notenbankpräsidenten zur Geltung. Alle Mitglieder – so auch die Vizepräsidenten – wurden auf Vorschlag des Notenbankpräsidenten vom Staatsoberhaupt/Präsident ernannt.

    2004 hat Gyurcsány als neu ins Amt gelangter Ministerpräsident dies geändert: zum einen wurde seine Zustimmung zur Ernennung/Absetzung von den (3-5) Vizepräsidenten der Notebank notwendig, zum anderen wurde der Rat aufgebläht (von 7-9 Mitglieder auf 9-11 Mitglieder) und durfte der Notenbankpräsident nur noch einen der Vizepräsidenten delegieren, bei den übrigen Mitgliedern des Rates benötigte er teils die Zustimmung vom Ministerpräsidenten (Gy. F.) teils wurden diese Mitglieder sowieso vom Ministerpräsidenten allein, ohne Mitwirkung des Notenbankpräsidenten, delegiert. Weiters wurde damals die Bestimmung erlassen, dass Mitglieder des Rates – so auch der Notenbankpräsident selbst – nach Ablauf seiner Periode drei Jahre lang nicht wieder nominiert werden dürfen.

    In 2007 hat Gyurcsány das Notenbankgesetz wieder geändert, die Anzahl der Vizepräsidenten, die vom Notenbankpräsident (mit Zustimmung des Ministerpräsidenten) ernannt wurden, wurde von 3-5 auf lediglich 2 beschränkt (weiterhin mit Zustimmung des Ministerpräsidenten). Die Anzahl der Mitglieder des Rates wurde auf 5-7 vermindert. Außer dem Notenbankpräsidenten und eines Vizepräsidenten wurden die restlichen Mitglieder des Rates so ernannt, dass der Notenbankpräsident zwei Mitglieder vorgeschlagen hat, zu denen aber die Zustimmung des Ministerpräsidenten notwendig war und sodann der der Ministerpräsident (Gyurcsány) zwei Mitglieder vorgeschlagen hat, zu denen aber selbstverständlich nicht die Zustimmung des Notenbankpräsidenten fnotwendig war.

    Nun wurde von Fidesz lediglich geändert, das jene Mitglieder, die nicht vom Notenbankpräsidenten ernannt werden, vom Parlament ernannt werden müssen. Die Gründe für die Absetzung eines Mitglieds des Rates haben sich im Vergleich zu früher überhaupt nicht geändert (im Wesentlichen fachliche Gründe).

    Weiters:
    Der von der Kommission kritisierte Passus, nach welchem die Tagesordnung der Sitzungen des Rates der Regierung übersendet werden muss (was gemäß der Kommission die Möglichkeit des Rates zu vertraulichen Sitzungen beschränkt), befindet sich seit 2001 im Gesetz.

    Weiters:
    Der von der Kommission kritisierte Eid, den der Notenbankpräsident und die Mitglieder des Rates ablegen müssen (welcher deswegen problematisch sei, weil er sich auf Ungarn bezieht und der Notebankpräsident aber Mitglied der Europäischen Zentralbank ist), besteht seit 2008. In der Ursprungsfassung des Gesetzes von 2001 stand nur, dass beim Antritt seines Amtes ein Mitglied des Rates vor dem Staatsoberhaupt einen Eid ablegen muss. Präzisiert wurde diese Bestimmung gerade von MSzP und SzDSz in 2008, sodass sie nun eben so lautet, wie sie von der Kommission jetzt, in 2012 kritisiert wird.

    Insgesamt ergibt sich daher, dass die Unabhängigkeit der Notenbank seit 2004 mehrmals und andauernd gefährdet wurde/wird, diese Änderungen die Kommission ein wenig kritisiert hat, aber ansonsten verschlafen bzw. ignoriert hat.

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