Handelsblatt: Bajnai macht der Regierung Vorhaltungen

Ex-Ministerpräsident Gordon Bajnai positioniert sich im Handelsblatt als kühler Analyst und erhebt schwere Vorwürfe gegen den Wirtschaftskurs der Regierung Orbán:

http://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/ungarn-hat-sein-tafelsilber-verschleudert/6079812.html

Bajnai, der in den Jahren 2006 -2009 in unterschiedlichen Positionen in der Regierung von Ferenc Gyurcsány (MSZP) mitwirkte, übernahm im Jahr 2009 das Amt des Ministerpräsidenten von seinem Mentor und wurde im Mai 2010 von Viktor Orbán abgelöst. Er wird in der aktuellen politischen Debatte in Ungarn immer wieder als möglicher Konkurrent von Premier Viktor Orbán genannt, auf den sich die oppositionellen linken und liberalen Kräfte einigen könnten.

6 Kommentare zu “Handelsblatt: Bajnai macht der Regierung Vorhaltungen

  1. Damit, dass Ungarn der Übergangs-Expertenregierung 2009 den Sargdeckel aufgelegt hat, hat sich Ungarn selber begraben.
    Die EU wirft nur noch ein wenig Erde auf das Grab.

  2. „Ex-Ministerpräsident Gordon Bajnai positioniert sich im Handelsblatt als kühler Analyst“… Kühl blieb Herr Bajnai auch als ein Aufschrei durch Ungarn ging: 9 Gänsezüchter nahmen sich das Leben! Herr Bajnai besaß auch als Analyst mit seiner analytische Übersicht nach der Übernahme des Geflügelverarbeitungsbetriebs Hajdú-Bét Rt. (eine der größten Geflügelverarbeitungsbetriebs Ungarns), diese in Konkurs zu treiben. „Deswegen sind zahlreiche Familienbetriebe, die die Firma Hajdú-Bét mit Geflügel beliefert haben, in starke finanzielle und existenzielle Nöte geraten. Im Zuge der Pleite begingen neun Landwirte Selbstmord. Ebenfalls kritisch gesehen wird, dass sowohl bei der Übernahme von Hajdú-Bét durch Wallis als auch beim Konkurs zypriotische Off-Shore-Firmen involviert waren. Bajnai ist nicht juristisch belangt worden und betont, dass es keine juristischen Verstöße gegeben habe.“ (s. Wikipedia). Diesbezüglich: Jeder Ungar nennt ihn seither nur noch in Verbindung mit seinem Spitznamen. Wie der ist? Frage einen Ungarn.

  3. Die Geschichte des „libai Gordon“ kannte ich so noch nicht. Sie haben recht! Wenn die Menschen seit jeher sehen, dass ein skrupelloser Politiker den anderen ablöst, gibt es keine anderen Hoffnungen mehr als das blanke Überleben, oder noch skrupelloser zu sein.
    Sie haben gewonnen! Ich gebe (Ungarn) auf.

  4. Ich glaube, Herr Boulanger hatte an anderer Stelle um eine Einschätzung der Regierung Bajnai gebeten (der bringt sich ja jetzt als Hoffnungsträger in Position)

    Es war meiner Ansicht eine sehr minimalistische Angelegenhit, die sich darauf beschränkte, die Auflagen der EU und des IMF für die Notkredite umzusetzen, die die Bankrottpolitik der Sozialistischen Regierung nötig gemacht hatte.

    Er setzte das auch tatsächlich um, das Ergebnis war eine Rezession von 7 Prozent, Wenn man so will, ist es das griechische Modell der Zerstörung des Mittelstands. Fidesz hat versucht, damit zu brechen, was immer man davon haltn mag, es war einen Versuch wert. Wenn man scheitert, ist man nur da, wo Bajnai schon war.

    Man braucht für das damalige Bajnai-Modell keine ungarischen Politiker, man könnte für diese Art von Politik genauso einen Brüsseeler Kommissar einsetzen, der an die willigste Partei Pfründe verteilt, um die Befehle auszuführen.

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