Audio: Deutschlandradio thematisiert Ungarn

Mehrere interessante Audio-Beiträge zum Nachhören:

Jacques Schuster von der WELT plädiert für ein „bisschen Erpressung“: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1655012/

Gábor Nemes kritisiert das Demokratieverständnis der Regierung: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1656244/

Martin Winter von der Süddeutschen Zeitung meint, man müsse ein „Orbán-Land“ verhindern: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kommentar/1657454/

Marco Schicker vom Pester Lloyd konstatiert, Orbán habe die richtigen Fragen gestellt, sieht aber keine richtigen Antworten:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/themenderwoche/1657901/

 

5 Kommentare zu “Audio: Deutschlandradio thematisiert Ungarn

  1. Orbán als Stalins Lehrling

    Die „Höhepunkte“ des Gesprächs mit Gábor Nemes auf Deutschlandradio Kultur:

    In der schriftlichen Version des Gesprächs wird Gábor Nemes als „exilierter Journalist“ vorgestellt. Für das Wort „exiliert“ steht im Duden: „ins Exil geschickt; verbannt“. Hat das Wort „exiliert“ noch eine andere Bedeutung, die im Duden nicht aufgeführt ist? Oder ist die Abschaffung der Pressefreiheit in Ungarn in eine neue Phase eingetreten?

    „Diese nationalen Töne, die Orbán anschlägt, die werden ja verstärkt in Ungarn, und da ist es ganz leicht, die Minderheiten sich anzuschauen und sagen, ja, an allem sind, ja, jeder kann sagen, was er will, Zigeuner, Juden, Homosexuelle, wer auch immer, Linke Schuld.“ Das gehört inzwischen zu den Standards im Ungarn-Bashing: man fängt mit den Faschisten an, mit den Ängsten der Minderheiten und dann kommt es noch im gleichen Atemzug irgendwie zu Orbán und Fidesz. Am Ende des Satzes hat der Hörer, der Leser den Eindruck, Zigeuner, Juden, Homosexuelle müssen vor Orbán Angst haben.

    Nach der üblichen braunen Farbe greift Nemes zu ungewöhnlichen Zutaten:
    „Das hat, ich glaube, Orbán von Stalin gelernt, dass die Kader entscheiden immer, aber es ist trotzdem noch so was wie eine Demokratie. Das ist eine andere Sache, dass für mich Orbán kein Demokrat ist.“
    Orbán neben Stalin! Die Mitarbeiter von Deutschlandradio Kultur hielten die Konstellation offensichtlich für gelungen, sie brachten es auch in der Überschrift der schriftlichen Version.

  2. Marko Schicker: Die Wirtschaftpolotik wäre „zutiefst europäisch“, „wenn es nicht völkisch geprägt und von großungarischem Wahnwitz getrieben ist.“ Großungarn? Hat es ein Fidesz Politiker je behauptet, dies wieder zurück haben zu wollen? „Warum die Ignoranz gegen die Roma?“ – fragt Herr Schicker. Nur so nebenbei: Fidesz hat als einzige europäische Partei drei Roma als Parlamentsabgeordneten und hat ein Roma als Vertreter nach Brüssel in das Europäische Parlament geschickt. Herr Schicker hantiert wohl mit Vorwürfen nach belieben.

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