Budapester Zeitung: Jan Mainka kommentiert die Berichterstattung über den „Pro-Regierungs-Friedensmarsch“

Der Herausgeber der Budapester Zeitung, Jan Mainka, kommentiert in seinem Blatt die Berichterstattung der ausländischen Medien über den „Friedensmarsch“ vom 21. Januar 2012, der – so Mainka – größten Demonstration seit der Wende.

http://www.budapester.hu/index.php?option=com_content&task=view&id=12937&Itemid=27

Mainka konstatiert ein Ungleichgewicht zwischen der Darstellung der Demo von Regierungskritikern Anfang Januar 2012 und den jetzt erschienenen Berichten:

Während westliche Politiker im Schulterschluss mit ihren Journalisten nicht müde werden, die ungarische Regierung zu at­tackie­ren, weil es hier angeblich keine Pressefreiheit und keine ausgewogene Berichterstattung mehr gäbe, lieferten sie jetzt selbst ein Para­de­beispiel, wie man es in Sachen Be­richt­­erstattung besser nicht machen sollte. Während sie auf der einen Seite vor knapp drei Wochen eine Kundgebung der Opposition vor der Budapester Oper derart hymnisch feierten und hochjubelten, dass man als unbedarfter Rezipient solcher Meldungen schon quasi die Totenglöckchen der Orbán-Regie­rung hatte läuten hören, hatte die aktuelle Demonstration das Nach­se­hen. Für diese hatten die wackeren Vertreter der von ihnen selbst so gepriesenen westlichen Meinungs­frei­heit nur Ignoranz und höchstens ein paar übelwollende, diffamierende Bemerkungen übrig – was man dieser Tage in Sachen Orbán-Un­garn in deutschsprachigen Medien eben so bekommt.“

Was den Versuch, die Zahl der Teilnehmer auf „einige Zehntausend“ zu schätzen, angeht, empfehle ich den Lesern die Zeitraffer-Aufnahme von Youtube:

2 Kommentare zu “Budapester Zeitung: Jan Mainka kommentiert die Berichterstattung über den „Pro-Regierungs-Friedensmarsch“

  1. Der aufschlussreiche Bericht von Gyula Józsa – danke für den Link HV- und der Artikel von Jan Mainka unterstreicht, dass es mit vielfaeltiger Presse- und Medienfreiheit noch nie weit her war in Ungarn.

    Darum auch ein grosser Anteil nicht augeklaerter Bevölkerung. Mainka sorgt auch dafür

  2. Der Kommentar von Herrn Mainka ist für mich ein typisches Beispiel von allenfalls ansatzweise richtiger, letztlich aber überzogener Kritik an der ausländischen Berichterstattung über Ungarn. Bedauerlich ist, dass er seine These der unzureichenden oder tendenziösen Berichterstattung nicht anhand von konkreten Beispielen belegt, sondern einfach nur als Behauptung in den Raum stellt.
    Tagesschau und Heute-Sendung haben jedenfalls über die Demo berichtet. Das sind für mich die entscheidenden Nachrichten-Sendungen im deutschen Fernsehen. Bezüglich der Printmedien habe ich leider keinen Überblick, glaube aber, dass es einfach nicht stimmt, dass deutsche Zeitungen „weggeschaut“ hätten.
    Dass Herr Mainka ziemlich emotional schreibt und dabei etwas überzieht, zeigen auch noch zwei andere Stellen der beiden Beiträge, die er in Nr. 04/2012 der „Budapester Zeitung“ (BZ) zur besagten Demo veröffentlicht hat:
    – Bsp. Roma-Minderheit: Es stimmt, der wohl überwiegende Teil der Angehörigen dieser Minderheit bezeichnet sich in Ungarn als Zigeuner und nur ein kleinerer Teil als Roma. Der Verweis auf die Bezeichnungen der Minderheiten-Selbstverwaltungen ist allerdings verfehlt, wenn es darum geht, übermäßige politische Korrektheit im Westen zu kritisieren. Die BZ hat offenbar nicht mitbekommen, dass es zu den ersten Amtshandlungen der Ende 2010 oder Anfang 2011 neu gewählten „Landesselbstverwaltung der Zigeuner“ (OCÖ) gehörte, sich in „Landesselbstverwaltung der Roma“ (ORÖ) umzubenennen. Weggelassen wird auch die Information, dass die neugewählte ORÖ von der Vereinigung „Lungo Drom“ dominiert wird, die ein Bündnis mit der Regierungspartei Fidesz eingegangen ist. Klar, dass diese sich auch an einer Demo zu Gunsten der Regierung beteiligt.
    – Bsp. „Magyar Hirlap“ und „Demokrata“: Wer diese beiden Blätter wie die BZ einfach nur als „konservativ“ bezeichnet, verkürzt meines Erachtens in unzulässiger Weise. Der von Zsolt Bayer in „Magyar Hirlap“ veröffentlichte Demonstrationsaufruf war teilweise so aggressiv und unappetitlich geschrieben, dass ich ihn hier besser nicht zitieren möchte. Kundige Leser werden in der Lage sein, passendere Adjektive als „konservativ“ für derlei Publikationen zu finden. Die Regierung erhielt hier sehr wohl auch Beifall aus einer Ecke, in die sie selbst normalerweise nicht gestellt werden möchte.

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