FAZ über „Ungarns kalten Krieg“

Reinhard Veser schreibt in der FAZ Online vom 23.02.2011 über den „kalten Bürgerkrieg Ungarns“.

Weitreichend thematisiert wird der – so Veser trefflich – „Lieblingsfeind“ linker und liberaler ungarischer Intellektueller, den Publizisten Zsolt Bayer.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/proteste-gegen-orban-ungarns-kalter-buergerkrieg-11660127.html

 

14 Kommentare zu “FAZ über „Ungarns kalten Krieg“

  1. Wie wurde ich hier gerügt, verspottet, weil ich immer wieder über Orbáns guten Freund Zsolt Bayer schrieb.
    Und nun beginnt der deutsche Journalist mit Zitaten aus Artikeln, des Z. Bayer. I
    HV hat hier einen offenen Brief der Fidesz MEP Ágnes Hankiss veröffentlicht, die sich dazu verstieg, den Antisemitismus in ungarischer Politik und Medien als eine marginale Erscheinung zu betrachten und die Kritiker zu beschuldigen, sie möchten nur die Macht des linksliberalen Lagers wiederherstellen. Der FAZ kann – so hoffe ich – nicht unterstellt werden, sie möchte die politischen Geschäfte der Linksliberalen besorgen.
    Zsolt Bayer, so der FAZ-Journalist – sieht mit Sorge das Erstarken von Jobbik, da soll er sich Mal in den Spiegel schauen und fragen, welchen Beitrag er selbst dazu geleistet hat.

    • Wie immer ist es der Tonfall, der den Unterschied macht. Die FAZ berichtet und kritisiert. Was sie allerdings nicht macht: Orbán mit Bayer gleichzusetzen. Das überlassen wir lieber Ihnen und Herrn Gregor Mayer. Was würden Sie nur ohne die Figur Bayer machen, hm? Kein „Fäkalantisemit“, keine „Stimme aus dem Unterleib Viktor Orbáns“…

      Und bevor ich in den Verdacht gerate, ein Freund Bayers zu sein, verlinke ich meinen Beitrag zu der grundfalschen Preisverleihung im vergangenen Jahr. Zu meiner seinerzeit geäußerten Auffassung stehe ich.

      https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/01/21/fidesz-politiker-zsolt-bayer-verdient-den-madach-preis/

      Aber auch dazu stehe ich: Ich halte Bayer für eine maßlos überbewertete Person. Wie gesagt: Sie brauchen ihn. „Guilt by association“…

    • Ich glaube, Sie wissen genau, wovon ich spreche.

      Die Betonung, dass Bayer ein „persönlicher“ Freund, ein „enger“ Freund Orbáns sei, dass er gar ein Stück Kuchen mit Orbán aß … alles gehört zu Ihrem Repertoire. Die Botschaft: Bayer = Fidesz. Und da Fidesz = Orbán ist (es ist ja eine diktatorische, „strukturstalinistische“ Partei, nicht wahr?), ist nach der mathematischen Formel Bayer = Orbán.

      Ich behaupte: Ohne die Freundschaft zwischen Orbán und Bayer, die wohl schon Jahrzehnte alt ist und auf gemeinsame Jugend- und Studententage zurückgeht, wäre Bayer den meisten Schreiberlingen wohl keinen Tropfen Druckerschwärze wert. Dieser Mann sollte für seinen verbalen Schmutz nicht noch mit EU-weiter Publicity „belohnt“ werden. Nicht totschweigen, aber bitte auch nicht so tun, als sei er ein „Starjournalist“ – Halt! ch vergaß, wer das vom Starjournalisten schrieb: Magdalena Marsovszky. Die braucht Bayer ja genau so dringend für Ihre „Beweisführung“, wie Sie 🙂

      Wie die FAZ schreibt: Magyar Hírlap hat eine Auflage von 25.000 Exemplaren. Ware „Stars“, die dortigen Journalisten 🙂

      Warum schreibt z.B. keiner etwas über Sándor Pörzse (der vom EchoTV flog und nun für Jobbik im Parlament hockt) oder den Bayer leicht übertrumpfenden Ferenc Szaniszló? Was ein Stückchen Kuchen so ausmacht…

  2. HV ich habe nachgeschaut, nirgendwo habe ich geschrieben, dass Orbán = Bayer sei.
    Ich nehme an, Sie beanstanden eine Zuschrift, die ich beim Kollegen Pusztaranger angebracht habe und die auch im Kontext verstanden werden soll.
    http://pusztaranger.wordpress.com/2012/02/11/zsolt-bayer-uber-eu-kommissarin-neelie-kroes-und-eu-grune-lunacek-idiotinnen-mit-kratze/
    Ich schrieb:
    „Wer so wie Viktor Orbán, sich gemein macht mit einem Zsolt Bayer, der signalisiert folgendes, ich bin ein Staatsmann, der die übleste rassistische und antisemitische Hetze gutheißt.
    Dabei gibt Viktor Orbán sich staatsmännisch und läßt sich von vielen bestätigen, er sei kein Antisemit und kein Rassist.“

    Sich gemein machen bedeutet laut Duden: „sich mit jemandem, der als sozial oder moralisch tiefer stehend angesehen wird, in freundschaftlicher
    Verbindung auf die gleiche Stufe stellen“.

    Ich habe diese Zuschrift schnell geschrieben, doch ich stehe dazu. Es gibt keinen zweiten Ministerpräsidenten in der EU, der sich mit einem Menschen wie Zsolt Bayer einer ist, gemeinmacht.

    HV Sie fragen: „Warum schreibt z.B. keiner etwas über Sándor Pörzse oder den Bayer leicht übertrumpfenden Ferenc Szaniszló?“

    Meine Antwort:
    Ich habe wenigstens einen Artikel von TGM übersetzt in dem dieser über Pörzse schreibt.
    http://hungarianwatch.blogsport.de/2010/12/10/g-m-tamas-wir-setzen-uns-nicht-in-den-viehwaggon/

    Über Szaniszló habe ich geschrieben:

    http://www.hagalil.com/archiv/2010/04/25/budapest-3/

    http://modernityblog.wordpress.com/tag/ferenc-szaniszlo/

    http://jungle-world.com/artikel/2010/10/40516.html

    • Herr Pfeifer, lassen Sie mich in Bezug auf die Gleichsetzung von Bayer, Orbán und Fidesz eine Argumentationhilfe zur Hand nehmen, die Sie und von Ihnen angesehene Personen (Balogh, pusztaranger uva.) nur allzu gerne verwenden:

      Es geht nicht um Ihre einzelnen Kommentare oder einzelnen Sätze, sondern um das große Ganze! Mögen Sie auch (zumindest Ihrer Meinung nach) diese Gleichsetzung nicht direkt aussprechen und lässt sich dies in einzelnen Kommentaren eventuell nicht direkt nachweisen, das ist kein Problem, darüber kann man hinwegsehen. Wenn man nämlich das Gesamtbild und auch den Geist Ihrer Kommentare betrachtet, ergibt sich eindeutig, dass Sie Bayer, Orbán und Fidesz gleichsetzen.

      Wissen Sie, es geht nicht immer nur um Einzelgesetze, die an sich vollkommen in Ordnung sind… ääh, falsch, Entschuldigung,… um Einzelkommentare, sondern um das Prinzip und den Geist, den die Kommentare repräsentieren, und vor allem um das große Ganze, um das Gesamtbild. 😉

  3. HV gerne geschehen. Ich habe auch darauf hingewiesen, dass Ihre Behauptung nicht stimmt, dass ich auch über den exaltierten F. Szaniszló publiziert habe.

    Was unter dem Strich bleibt, ist die Tatsache, dass Viktor Orbán sich gemein macht mit Zsolt Bayer, gleichzeitig viel Steuergeld für Imagerettung ausgibt, die so nicht gelingen kann.

    Einen langen Artikel über dieses Phänomen, über den „Friedensmarsch“ und irregeleiteten Patriotismus hat András Göllner in mehreren Fortsetzungen auf http://galamus.hu/ publiziert. Hätte ich Zeit, würde ich diesen übersetzen.

  4. Herr Pfeifer, dieser Herr Göllner nicht gerade gutes Beispiel.
    So eine hasserfüllte Rede schon lange nicht gelesen.
    Das ist das Niveau was sonst immer Kritisiert wird, (von Ihnen),
    und „über Toten nur Gutes…“, wird heutzutage auch vergessen.

    Der FAZ Artikel erwähnte Zitat „…sie hassen uns mehr, als wir sie hassen
    können.“ Anspielung auf eine Rede von einer SZDSZ Politiker (TGM ?
    Haraszti? ), welche Damals natürlich ohne Konsequenz geblieben.
    Dafür muss auch Bayer Büßen.
    Er hat mit seiner „Bürgermeister-Brief“ sicher der Tiefpunkt, der
    ungarische Journalismus erreicht, aber nicht Rechtsextrem.
    Möchte man Jemand disqualifizieren , dann genug zu sagen; Rechtsextrem.
    (Linksextrem warum nicht ? Aber das ist ein andere Thema….)
    Es gibt nichts schlimmeres (vielleicht :Kinderschänder, Muttermörder
    Rechtsextreme.)
    Csurka wurde „Ultrarechte“, auch nicht schleckt, ohne das Jemand
    hier (Österreich) wirklich kennt.
    Faktum; Csurka István ein hervorragende Schriftsteller gewesen,
    seine politische Arbeit war wichtig, und garantiert kein
    Antisemit. Nyugodjon békében!

    • Herr Jung, ist das Ihr Ernst? István Csurka hat über seine Zeitung mehrfach eindeutig bewiesen, dass er zu offenem Antisemitismus neigt. Die Abbildung des Notenbankchefs Surányi in Magyar Fórum mit dem Judenstern ist der absolute Tiefpunkt. Ich nenne das Antisemitismus. Weitere Beispiele gäbe es genug.

      • Auch Cohn-Bendit bekam vom „Csurka István lapja“ einen gelben Stern verpasst. Gut, dass wenigstens die Familie von Imre Nagy dagegen protestiert hat, wenngleich vergeblich, dass Csurka im Ehrenhain der 56er bestattet wird.

    • Kornis Mihály : „Mi sokkal jobban gyűlölünk titeket, mint ti minket” !!!

      http://www.e-ido.com/EI200513-02.htm

      Kornis Mihály (író) – Wikipédia
      hu.wikipedia.org/wiki/Kornis_Mihály_(író)
      Kornis Mihály (eredetileg Kertész Mihály) (Budapest, 1949. május 10.) író, drámaíró, rendező és tanár.

      Kertész ? Wo habe ich den namen gerade gehört ?

  5. HV danke, dass Sie mir erspart haben, darauf zu antworten.
    András Göllner verbreitet überhaupt keinen Hass, sondern ruft auf zum Nachdenken.

    Ich habe vor ein paar Jahren das Buch „Wer setzt schon auf Fortuna“ von István Csurka, Berlin DDR 1982 antiquarisch gekauft. Da steht in der „Nachbemerkung“ ein großes Lob auf die „Niederschlagung der Konterrevolution“ welche „beste Voraussetzungen für eine ganze Reihe talentierter junger Autoren, mit hohem Verantwortungsbewußtsein [schuf] für die endlich wiedergefundenen moralischen Werte des Sozialismus einzutreten.“
    „Csurka reitet keine scharfen Attacken gegen äußerliche Mängel, die den Alltag erschweren, seine Angriffe gelten hauptsächlich den Schwächen in uns selbst und in unserer Umwelt.“ Das machte ihn ja auch sehr populär bei den Machthabern.
    2008 publizierte Élet és Irodalom meine Glosse über Csurka.

  6. HV Für den Sonntag etwas heiteres. Immer wieder werden Fehler in der Ungarnberichterstattung nichtungarischer Medien – mit Recht – beanstandet.
    Unlängst erst las ich eine Polemik gegen den amerikanischen Philosophen Fukuyama, der den Fehler begangen hatte „Fidezs“ zu schreiben und auch deswegen von einem Schreiber des Magyar Hirlap eine Lektion erhielt.
    Heute las ich eine Glosse von Lázár, die aufzeigt, welchen kapitalen Fehler
    Zsuzsanna Körme ndy in ihrem Artikel „Die pychopatische EU“
    http://mno.hu/vezercikk/a-pszichopata-unio-1054510
    Sie behauptet, die Majas und Azteken hätten auf dem Territorium der USA gesiedelt.
    Wie wir alle in der Schule gelernt haben, siédeln die Mayas oder Meso-Amerikanische Indianer im Süden von Mexiko, in Guatemala und im nördlichen Belize. Die Azteken waren ein Nahuatl sprechendes Volk, das während des 15. und 16. Jahrhunderts ein großes Imperium beherrschte in
    dem Gebiet, das heute im zentralen und südlichen Mexiko liegt.
    Lázárs Glosse kann auf
    http://galamus.hu/index.php?option=com_content&view=article&id=121325
    gelesen werden.
    Da fällt mir nur das Beispiel vom Balken und Splitter ein (Matthäus 7:3) ein.

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