Schmitt will es beweisen: „Ich schreibe eine neue Doktorarbeit“

Staatspräsident Pál Schmitt bleibt im Amt. Zumindest nach einer heutigen Aussage. Die Entziehung des Doktortitels habe nichts mit seinem Amt als Präsident zu tun.

Hier das Interview mit Schmitt im ungarischen öffentlichen Fernsehen:

Das Staatsoberhaupt betrachtet den Entzug des Doktortitels als ungerechtfertigte Maßnahme, er betonte, irgendwann werde „die Gerechtigkeit siegen“. Er habe die Doktorarbeit in „ehrenhafter, harter Arbeit“ verfasst und sogar ein „summa cum laude“ erhalten. Nun gehe es um ihn persönlich, um seine Ehre und die Gerechtigkeit. Er werde beweisen, dass er auch heute noch, im Alter von 70 Jahren, in der Lage sei, den aktuellen strengen wissenschaftlichen Standards zu entsprechen, und daher mit der Abfassung einer PhD-Arbeit beginnen.

http://mno.hu/belfold/megszolal-schmitt-pal-1064938

Woher Schmitt wohl die Zeit nehmen möchte, die man landläufig für die Abfassung einer Dissertation benötigt?

Nachtrag:

Nach einem Bericht des Internetportals origo.hu kam es heutezu einem Treffen von Regierungs- und Fideszvertretern, bei dem die Causa Schmitt besprochen wurde. Der Fidesz-Vizepräsident Lajos Kósa soll dort die Auffassung vertreten haben, es diene der Glaubwürdigkeit des Amtes und der Regierung, wenn Schmitt zurücktrete. Die Mitglieder des Gremiums entscieden sich jedoch, dem Präsidenten 1-2 Tage Zeit zu geben, in denen sich herausstellen solle, ob er in der Lage ist, „das Spiel zu wenden“.

Dem Origo-Bericht zufolge soll Ministerpräsident Orbán Schmitt bereits gestern um seinen Rücktritt gebeten haben.

http://www.origo.hu/itthon/20120330-schmitt-nem-akar-lemondani.html

Nachtrag vom 01.04.2012:

Schmitt gab der Sendung „Vasárnapi újság“ des staatlichen Radiosenders MR 1 am heutigen 1. April ein Interview zur Plagiatsaffäre.

http://www.hirado.hu/Hirek/2012/04/01/07/Schmitt_a_szenatus_tullepte_hataskoret.aspx

Er betont, er werde nicht zurücktreten. Die Affäre habe nichts mit seinem heutigen Amt zu tun. Die Kritik bewertet er als Angriff „auf das Amt des Staatspräsidenten“ und als Versuch, das „Land herabzuwürdigen“.