Der „Economist“ über die Plagiatsaffäre des Staatspräsidenten Pál Schmitt

Das britische Magazin „The Economist“ berichtet über den Fall Schmitt:

http://www.economist.com/blogs/easternapproaches/2012/03/hungarys-resilient-president

Besonders gut ist der Einleitungssatz des Autors, Adam Le Boer:

There are two certainties in life, mused Benjamin Franklin: death and taxes. If the great man were alive today, no doubt he would add a third: Hungarian politicians never resign.“

11 Kommentare zu “Der „Economist“ über die Plagiatsaffäre des Staatspräsidenten Pál Schmitt

  1. Ist doch schlimm, wie der Autor und Economist sich dem linksliberalen Druck aus Ungarn beugen und Peter Obersovszky kritisieren. Aber so sind sie diese Ausländer, ganz bösartig fallen sie über den Ehrenmann Schmitt, der doch nicht wissen konnte, dass man nicht abschreiben darf und über den ungarischen Journalisten P.O. her, der doch nur eines im Sinn hat, die nationale Ehre, die Ehre des Präsidenten und seine eigene Ehre als Journalist des königl. Mediums zu schützen.
    Langsam kommt der Verdacht auf, dass auch HV sich an die Linksliberalen anschließt, wenn er solch verdächtige Medien wie den Economist hier zu Wort kommen läßt. Da werden sich doch einige Poster sehr kränken. (Ironie K.P.]

    Hungarian Contrarian gebührt Dank dieses Gespräch übersetzt zu haben, damit auch diejenigen, die nicht Ungarisch können, merken was in Ungarn los ist.

    .

    • Herr Pfeifer, heute scheinen Sie in Ihrem Element zu sein. Adam Le Boer vergleicht Schmitt´s Verhalten übrigens auch mit dem des Ferenc Gyurcsány, der sich nach seiner Rede von Öszöd im Jahr 2006 auch an seinen Samtstuhl festtackerte. Und eben dieser Ferenc Gyurcsány saß am 30.03.2012 bei ATV und sagte:

      „Ich glaube, es verletzt das Gefühl sehr vieler Ungarn, sie sagen, ein Betrüger darf nicht der Präsident eines Landes sein, es darf nicht ein Lügner der Präsident eines Landes sein, es kann nicht eine moralisch inakzeptable Person der Präsident eines Landes sein…“

      http://atv.hu/cikk/video-20120330_gyurcsany_ferenc

      Ach, hätten diese hohen moralischen Ansprüche doch auch 2006 für den gegolten, der heute so daherredet. Wäre Gyurcsány doch den damaligen Aufforderungen gefolgt und zurückgetreten. Natürlich waren diese Aufforderungen damals nicht so weit in die deutschsprachige Presse wahrnehmbar wie die Plagiatsaffäre. Doch Gyurcsány scheint zu wissen, was die Menschen wollen…

      Man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte, wenn man Gyurcsány so reden hört. Adam Le Boer ist die Parallele zwischen Gyurcsány und Schmitt aufgefallen. Fällt sie auch Ihnen auf, Herr Pfeifer?

      Doch zurück zum Thema: Ich bin dafür, dass Schmitt zurücktritt.

  2. Tulassay Tivadar resigniert. Der Rektor der Semmelweis Universität hatte den Schneid dazu. Es lassen sich eben doch nicht alle Ungarn über einen Kamm scheren.

    Das tun ja eh nur jene Barbiere, für die in Ungarn alles Jacke wie Hose ist, seitdem die Liberalen und Sozialisten nicht einmal mehr als politische Hoffnungsträger taugen.
    Interessant ist, dass die deutlichen Unterschiede zwischen den Fällen Gyurcsány und Schmitt, zu Guttenberg und Wulff keine Beachtung finden. Während Schmitt nur über sich selbst gestolpert ist und keinen Boden mehr unter die Füße bekommt, hat Gyurcsány mit seiner unredlichen Politik jedenfalls ein ganzes Land an den Abgrund geführt.

    Aber auch wenn die Gscherten unter den Ungarnexperten für Bart und Haupthaar immer denselben Kamm benutzen und nach anderthalb Jahren Ungarn-Bashing jetzt auch noch die Tanzwut bekommen und Orbán verantwortlich machen wollen: Die Volkskrankheit ist weiterhin der Politikverdruss. Für mehr taugt der Fall Schmitt nämlich wirklich nicht.

    Wen wundert es, dass Professor Tulassay in Schmittchens Komödie nicht mehr mitspielen will.

  3. Auf der Homepage der Semmelweis-Universität kann man lesen, dass der Rektor Dr. Tulassay heute im Zusammenhang mit der Plagiatsaffäre zurückgetreten ist.

    Das erste Bauernopfer?

    http://semmelweis-egyetem.hu/hirek/2012/04/01/lemondott-rektori-tisztsegerol-dr-tulassay-tivadar/

    A döntés fontosságát megalapozza, hogy a Semmelweis Egyetem, de az egész magyar tudományosság mérhető presztízsveszteséget szenvedett el az ügy kapcsán. Az egyetem döntését a tudományos világ felszabadultan fogadta, ugyanakkor a társadalmi polémia, az ügy politikai értelmezése felerősödött, és az egyetemi határozat politikai és jogi értelmezések kereszttüzébe került.

    Az elmúlt napok egyetemi testületi döntései vitathatatlanul személyemhez kötődnek. Ugyanezért érezhetővé vált a személyem iránti bizalomvesztés a felügyelő hatóságnál.

  4. HV und ich glaubte, dass Fidesz und Schmitt anders handeln würden. Doch zu Gyurcsánys Rede in Öszöd gibt es einen großen Unterschied, damals haben die linksliberalen Blogs Gyurcsány heftig attackiert.
    KDNP ergreift nun disziplinäre Maßnahmen gegen den Budapester Vorsitzenden ihrer Partei, der so dreist war, den Rücktritt von Schmitt zu fordern. Hingegen habe ich nichts gehört darüber, dass sie wegen dem heidnischen Mummenschanz eines Schamanen rings um die St.Stephanskrone protestiert hätten.

  5. Plagiatvorwürfe müssen vor Gericht rechtkräftig nachgewiesen werden.

    Haben diese nachweis die Professoren geliefert?

    Das Bericht der Uni sagt die Qualität der Doktorabeit ist zweifelhaft, aber es ist nicht rechtkräftig nachweisbar, dass Schmitt’s Doktorarbeit ist eine Plagiat.

    Allle Professoren müssen abdanken die Smitt’s Doktorarbeit wiederrechtlich entzogen haben. Die „Wissentschaftler“ die aus der „hvg“ lesen ob Schmitt einen Doktortittel verdient müssen alle abdanken.

    Politische Hass hat kein Platz in der Wissenschaft!!!! Stalin lässt grüssen!!!!

  6. Übrigens Tulassay ist zurückgetreten, hat aber in seiner Rücktrittserklärung von gestern betont, dass er voll und ganz hinter dem Beschluss der Uni steht, Schmitt den Titel abzuerkennen.
    Auch die Tatsache, dass sich der Rektor der Semmelweis-Uni veranlasst sieht zurückzutreten, weil er nicht mehr das Vertrauen des zuständigen Ministeriums spürt, nachdem er vor den Medien die Aberkennung des Titels mitgeteilt hat, spricht Bände über die Verhältnisse in Ungarn.

  7. tverdomi
    Plagiate müssen nicht vor einem Gericht bewiesen werden. Die akademische Institution, die einen akademischen Grad verleiht, kann diesen wieder aberkennen.

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