Eilmeldung: Staatspräsident Schmitt zurückgetreten

Der ungarische Staatspräsident Pál Schmitt ist heute von seinem Amt zurückgetreten:

http://index.hu/belfold/2012/04/02/schmitt_elviheti_a_showt/#

Mit Video:

http://nol.hu/belfold/schmitt__parlament

Schmitt verkündete seinen Rücktritt in einer Wortmeldung vor dem Parlament. Er betonte nochmals, dass seine Doktorarbeit den damaligen Regelungen voll und ganz entsprochen habe. Niemand habe ihn auf die Fehler seiner Doktorarbeit hingewiesen, das Recht, nachzubessern, sei ihm folglich nicht gewährt worden. Das Entziehungsverfahren sei „unethisch“ und „rechtswidrig“ gewesen. Schmitt kündigte an, gerichtlich gegen die Entscheidung vorzugehen und seine Unschuld zu beweisen. Schmitt kündigte abermals die Abfassung einer neuen Dissertation an.

Schmitt begründete seinen Rücktritt damit, dass in Anbetracht der Streitigkeiten um seine Person nicht mehr garantiert sei, dass der „Staatspräsident die Einheit der Nation verkörpert“. Er betrachte es daher als seine Pflicht, den Rücktritt zu erklären.

Hier das entsprechende Parlamentsdokument:

http://www.parlament.hu/irom39/06621/06621.pdf

 

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16 Kommentare zu “Eilmeldung: Staatspräsident Schmitt zurückgetreten

  1. Gute Nachricht. Er hat sich noch vor seinem Abtritt gehörig geschädigt. Wie diese Angelegenheit, die von HVG am 11. Jänner bekanntgemacht wurde, von Fidesz gehandhabt wurde, war interessant, zuerst wurde das als „Zeitungsente“ verharmlost.am Ende sind alle froh, ihn losgeworden zu sein.

    • „am Ende sind alle froh, ihn losgeworden zu sein.“

      Die Souveränität, mit der Sie Ihre ideologiebedingten Ansichten auf die ganze Menschheit ausdehnen, zeugt für mich von etwas überheblicher Selbstüberschätzung.

    • „Gute Nachricht. Er hat sich noch vor seinem Abtritt gehörig geschädigt.“

      Karl Pfeifer, Karl Pfeifer!

      Nicht bloss für mich, für jeden unbefangenen Leser macht sich bei solch unbedarfter Formulierung sofort der berühmt-berüchtigte Pferdefuss störend bemerkbar.

      Sie sollten schleunigst dementieren und erklären, dass aus dieser lässig hingeworfenen Weisheit sich nicht eine kaum zu kaschierende Bitterkeit offenbart, weil Ihnen die Trauben zu sauer geworden sind.

      Ohne weitere Offenbarung Ihrerseits bleibt der Verdacht auf Ihnen hängen, Sie wären darob unendlich enttäuscht und unglücklich, dass Schmitt abdankte, und damit auf einen Schlag weiterer Schädigung den Wind aus dem Segel nahm.

      Ihre Enttäuschung darüber ist leicht nachzuvollziehen. Schmitt hat durch diese seine weitere Untat auch Ihr gutes (und u.U. angeborenes?) Recht geschmälert, Ungarn und seine demokratisch gewählte Regierung mit Orban Viktor an der Spitze durch Ihre „objektiven Sympathiebekundungen“ weiterhin auch unter diesem Vorwand nach Ihrem eigenen Gusto zu beglücken

  2. Nun darf man rätseln, wer „der“ Nachfolger wird.Eine Frau wäre doch auch mal ganz interessant.
    Ich hätte da auch schon eine Idee;-)

    • Lassen sie mich raten Túro Rudi?

      (a) Sie meinen doch nicht die, die mit einem EUP verheiratet ist ? Oder,
      (b) die Dame mit der erotischen Stimme, die in letzter Zeit einige Prozesse vergeigt hat?

      Seine eigene Frau kann er jetzt doch noch nicht ins Rennen schicken? Oder?

  3. Es geht doch! Endlich wird in Ungarn auch zurückgetreten! Gyurcsány hat es 2006 noch nicht geschafft…

  4. Hallo Szarvasi

    „Die Gesichter von Orbán & Co sagen hier wohl alles!„

    Ihr Hinweis zeugt von guter Beobachtungsgabe und die Tatsache, dass dieser ihrerseits ohne Kommentar erfolgte, scheint mir darauf hinzuweisen, dass hier ein Mann sich zu Wort meldet, dessen Lebenserfahrung auch mit einer Portion von Weisheit gepaart sei.
    Ich möchte aber den Faden aufnehmen und Ihre nur angedeutete Gedanken für eventuell weniger Bedarften in der Leserschaft in klare, verständliche Worte Fassen.

    Also:
    … Ihre Gesichter waren sorgenvoll und ernst. Ihre Haltung jedoch hochachtungsvoll. Sie erwiesen ihre Hochachtung vor der Seelenstärke, mit der der mehrfache Olympiasieger, ein wahrlich grosser Sportsmann, sein Vergehen einsehend (für die Linke: seine Schuld) auf sein hoches Amt verzichtete und es zurückgab.

    Wie früher im Sport, so ab seinem 60.-sten Lebensjahr auf dem glitschigen Felde der Politik war er ein echter Mannschaftsspieler. Als es ihm klar wurde, dass sein Team, sein geliebtes Land, wegen seiner Person in der internationalen Medien-Meisterschaften vor einem voreingenommenen und verhezten Publikum nur Strafpunte erleiden müsste, wurde für ihn sein eigenes Schicksal zweitrangig.

    Das ist Teamgeist, und vor allem Charakter!

    Sowas kann man von der ungarischen Linken der letzten Jahre nicht mal anneherungsweise behaupten oder auch nur vermuten. Zu einem Schritt eines Pal Schmitt’s waren die von den internationalen Linksliberalen vergötterten Elendskreaturen vom Schlage Medgyessy und Gyurcsany gar nicht fähig, dabei ist Ihr Vergehen – viel mehr Verbrechen – gegen ihr Volk von wahrhaft erstaunlicher Dimension. (Vielleich ist dies des Pudels Kern! Womöglich auf dieses Erstaunen ist die Bewunderung der internationalen Linksliberalen für die in Ungarn abgehalfterten Gesinnungsgesnossen zürückzuführen.)

    Von moralischer Krise der bürgelichen Parteien in Ungarn zu reden ist leeres Geschwätz, wie so maches vom Mediengeschrei im Westen. Das Gegenteil beweist der Rücktritt von Pal Schmitt. Orban und die liberalkonservative FIDESZ sind sich genau im Klaren darüber, welche Folgen das Tun und Lassen (sowohl in der Vergangenheit wie in der Gegenwart) egal für wen in der bürgerlichen Partei nach sich ziehen kann. Würden sie Fehler ignorieren oder aussitzen wollen wie die Linksliberalen, würden sie von den Ungaren genau so in die Wüste oder viel mehr zum Teufel geschickt, wie die Lieblinge der westlicher Medien.

    Charakterlosigkeit wird von den ungarischen Wählern offensichtlich nicht nur nicht honoriert, sondern gar nicht geduldet.

    Nun, man sollte jetzt und an dieser Stelle schreiben können: Dies ist der Unterschied zwischen den zwei politischen Kräften in Ungarn. Doch durch ihre kriminelle Landesplünderungen in den zwei letzten Regierungszyklen sind die Liberalen unter den Nullstand gesunken und die Like – die Sozis – haben sich mittlerweile ohne Hoffnung auf Erlösung zu einer Kleinpartei heruntergefahren. Also von der Linke in Ungarn kann man zur Zeit höchstens als Kräftchen zu reden.

    Ich meine nicht unbedingt der zweierlei Mass der mehrheitlich linksliberalren Medien Ugarn gegenüber ist für das Land das grösste Problem. Viel mehr müsste endlich eine echte sozialdemokratische Partei her, dessen Wiedererstehen nach der Wende vor 22 Jahren von den Pseudo-Sozis der Ex-Kommunistischen Partei oder ihrer Abkömmlingen (Der Apfel fällt bekanntlich nicht oder selten weit vom Baum) bis zum heutigen Tag höchst erfolgreich verhindert werden konnte. Durch den nahenden – in Ungarn sogar sanften – Exitus der Pseudopartei könnte endlich eine von extremsozialen Gedankengut geprägte linke Partei eine Chanche kriegen, die sozialgeprägten FIDESZ zu übertrumpfen.

    • Sehr geehrter Herr Unger,
      mit großem Interesse habe ich Ihren Beitrag gelesen.
      Was verstehen Sie unter einer „von extremsozialen Gedankengut geprägte linke Partei“? Mich stört das Wort „extrem“.

      • Geehrte Agathe Széchényi,

        Ich bin vielleicht etwas cholerisch verlangterer Mensch als HV, der als Blogeigner unter allen Umständen sehr besonnen Reagieren muss, auch wenn ihm ob haarsträubend scheinheiligen oder offen hasserfüllten Kommentaren die berühmte Sackmesser in der Tasche sich selbsttätig öffnet (kinyíl a bicska a zsebemben) . Schmitt’s vergehen hin oder her, mich empören menschlich minderwertigen, jeder menschlichen Regung bare Sprechblasen.

        Nun, ich versuchte in der Eile noch gestern vor Mitternacht, ob der vielen dummen Sprüchen meinem Unwillen etwas Luft zu machen. Deshalb strotzt mein Beitrag auch von grammatikalischen Fehlern, die ich sonst nicht produzieren müsste. So ist es offensichtlich auch mit einigen u.U. überflüssigen Adjektiven, wie das Sie etwas befremdende Zusatz „extrem“.

        Ich danke für Ihre freundliche „Rüge“ und gelobe gerne künftig mehr Besonnenheit. Zu dem versuche ich nachzuvollziehen, welcher Teufel mich mit wasfüreiner verschwommener Idee bei der Fixierung dieser komischen Formulierung geritten hat.

      • Sehr geehrter Herr Unger,
        verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich wollte keinesfalls rügen- ielmehr würde ich gerne erfahren, ob Sie bei der von extremsozialen Gedankengut geprägten linken Partei an eine Art SPD wie unter H. Schmidt dachten.

      • Sehr geehrte Agathe Széchényi,

        Jetzt möchte ich doch auf meinen Missgriff „extremsozial“ zurückkommen. Wie schon gesagt, haben Sie völlig recht. Der ursprüngliche Sinn des Wortes „Sozial“ sagt auch für mich kurz und bündig alles Nötiges alles Erforderliches!

        Eine etwas erbärmliche Gehirnschwitzung linksliberaler Alleswisser: Orban sei der direkte geistige Nachfahr von Kádár János (diesmal nicht von Hitler, Göbbels, Mussolini, Szálasi, Stalin oder gar des Teufels), der ebenfalls mit sozial gezinkten Karten spielte, wie jetzt der erstere, wird wohl in meinem Kopf haften geblieben sein:

        Soziales Heil könne und dürfe nur von Gyurcsány und Konsorten kommen! Dass die Politik der linksliberalen MSZP-SZDSZ Doppels während ihres 8 lange Jahre währenden Amoklaufs voll den globalen Kapital bediente, geschah angeblich nur aus Schlaumeierei, zumal laut Ihrem ererbten Credo: der Kapitalismus originär zum Tode verurteilt sei. Ihre bewusst verfolgte Technik der Überfutterung sollte eigentlich einen schnelleren Exitus herbeiführen helfen.

        FIDESZ würde, im Gegensatz zu den Linksliberalen, von niedrigen Motiven geführt und zur arglistigen Täuschung der ungarischen Wähler, sich nur scheinbar für eine soziale Politik einsetzen, die ihr übrigens laut Credo der Opposition gar nicht zustehe. (Für mich war es trotzdem ein schier perverses Erlebnis, als ich im Fernsehen den Milliardär Gyurcsány die sozial Schwachen und Unterdrückten – also die sog. proletarische Habenichtse – stellvertretend aus voller Kehle die Internationale in den Raum hinausschmettern hörte.)

        Also, wenn die Sozialpolitik von FIDESZ nur ein schwächerer Abklatsch einer von echten Sozialdemokratischen Partei an ihre Fahne gehefteter sei, dachte ich wohl (so scheint es mir zumindest jetzt nachhinein), dann könnte, sollte die humane und in der gegenwärtiger finanziellen Situation des Landes anerkennenswerte Sozialpolitik der FIDESZ Regierung einst durch eine noch bessere (im Vergleich zur nationalliberalen konservativen Version EXTREMERE) Sozialpolitik einer von echten sozialdemokratischen Ideen beherrschten Partei übertroffen und dann FIDESZ sogar im Regieren abgelöst werden.

        Kurz und bündig: Auch wenn mir Ministerpräsident Orbán Viktor und seine Mannschaft sehr sympathisch ist (zumal sie versuchen das Land aus der ererbten Grube herauszuführen; wie Orbán sich couragiert gegen ungerechte und unverdiente Angriffe für das Land und die Nation einsetzt.) glaube ich noch lange nicht, dass sie für alle Zeiten der Weisheit letzter Schluss seien.

        Linksliberale Fanatiker in Ungarn sind hingegen von ihren Pseudo-Messiassen, trotz ihrer unvermeidlichen Scheiterns, immer exaltiert gläubig felsenfest überzeugt. Glaube kann vielleicht Berge versetzen, doch sie wird in Ungarn hoffentlich nie mehr einer Bande vom Schlage der sich selbst abgehalfterten Sozliberalen zur Regierungsfähigkeit verhelfen.

  5. Herrn Unger meinen besten Dank für die ausführliche und herrliche Beantwortung meiner Frage.

    Ihnen Allen ein frohes und gesegnetes Osterfest!!!

  6. „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche ….
    ………………………….grünet Hoffnungsglück!“

    Danke Herr Ignac Unger!

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