Die peinliche Effekthascherei der Ungarischen Sozialisten

Wer sich um den Zustand der ungarischen Opposition ernsthafte Sorgen macht, sieht sich abermals bestätigt. Die Ungarische Sozialistische Partei (MSZP) ergeht sich in würdeloser Effekthascherei statt in ernst zu nehmender Sachpolitik. All das geschieht im Windschatten der aktuellen Berichte um den Rücktritt von Pál Schmitt.

Der neueste „Werbegag“ der MSZP war das Angebot ihres Budapester Ortsvorsitzenden Csaba Horváth, den Rektor der international renommierten Semmelweis-Universität,  Tivadar Tulassay, für die Ehrenbürgerschaft von Budapest zu nominieren. Doch nicht seine medizinischen Erfolge sollten dem gelernten Kinderarzt diese Ehre zu Teil werden lassen. Sondern schnöde Tagespolitik.

Tulassay war als Rektor derjenige, der die Entscheidung der Universität bekanntgab, dem gestern von seinem Amt zurückgetretenen Staatspräsidenten Pál Schmitt den Doktortitel zu entziehen. Ein Großteil der Arbeit hatte sich als Plagiat herausgestellt. Nach der Bekanntgabe der Entscheidung in der vergangenen Woche erklärte Tulassay überraschend am Sonntag seinen Rücktritt. Er begründete dies mit fehlender Unterstützung der Politik, u.a. in der Causa Schmitt.

Die MSZP, die in den vergangenen zwei Jahren trotz tatkräftiger Unterstützung ihrer Schwesterparteien innerhalb Europas keine politischen Konzepte präsentiert, sondern – vereinfacht gesprochen – allein mit dem Slogan vom „bösen Ministerpräsidenten Orbán“ durch die Lande zieht, hat postwendend versucht, diesen durchaus politisch motivierten und mit berechtigter Kritik an der Regierung verbundenen Rücktritt für sich zu verwursten: Die Budapester Sozialisten nominierten Tulassay kurzer Hand zum Ehrenbürger. Eine Verhaltensweise, die man heute so gerne an Ungarns Regierung kritisiert.

Tulassay war jedoch schlau genug, seine Kritik an der Regierung nicht durch die Annahme dieser Pharisäergabe zu entwerten. Er lehnte dankend ab. Was zweierlei beweist: Es gibt sie, die Regierungskritiker, die sich nicht vom Lager der Opposition vereinnahmen lassen. Und dass die MSZP weit davon entfernt ist, zu einer wählbaren Alternative zu werden.

Übrigens: Der zuständige Minister für „Humane Ressourcen“, Miklós Réthelyi, hat den Rücktritt Tulassays nicht akzeptiert.

http://index.hu/belfold/2012/04/03/tulassay_nem_ment_bele_a_szocialistak_utcajaba/

47 Kommentare zu “Die peinliche Effekthascherei der Ungarischen Sozialisten

  1. Es geht noch peinlicher.

    Der Ortsverband der KDNP von Tatabánya schreibt:

    „Der Ortsverband der Christlich-Demokratischen Volkspartei KDNP sieht vor den Osterfeiertagen traurige Parallelen zwischen den unwürdigen Angriffen auf den Präsidenten der Republik Pál Schmitt und dem Karfreitagsurteil.“

    „Ob nämlich die Universität den Doktortitel vor zwanzig Jahren unverdient verliehen oder mit der aktuellen Aberkennung einen in Wirklichkeit Würdigen belangt, sie tut es in beiden Fällen wie Pilatus, aus Angst um ihre Position oder aus niederträchtigem politischen Kalkül, und in diesem Fall müssten alle von der Universität verliehenen Doktortitel überprüft werden.“

    „Mit Jesus können wir jedoch sagen, „der mich dir in die Hände gegeben hat, der hat die größere Sünde”. Das heißt, dass die gesamte parlamentarische Opposition – zusammen mit Jobbik, die sich in der Rolle der Wahrheitskämpfer gefällt – dem Ältestenrat (der Juden) ähnlich, die Universität in die Pilatus-Rolle zwingt und die Menge dazu aufhetzt, zu schreien: „Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!“

    Belege finden sich bei Pusztaranger und bei Mandiner:

    http://pusztaranger.wordpress.com/2012/04/03/pal-schmitts-rucktritt-als-passionsgeschichte/
    http://mandiner.blog.hu/2012/04/03/a_tatabanyai_kdnp_nagypenteki_itelete_ilyen_orszag_pedig_nincs_cccxxvi

    In der Osterwoche wird uns aber alles abverlangt:
    – Schmitt als Jesus Christus,
    – die Semmelweis-Universität als Pilatus
    – die gesamte parlamentarische Opposition als dem Ältestenrat der Juden

    Da sind mir aber die Oberammergauer Passionsspiele lieber!

    • Grüssi Gott Szarvasi,

      „Es geht noch peinlicher.“

      Eine wahrlich unübertreffbare Glanzleistung. Da kann man Ihnen nur gratulieren. Trotzdem muss ich Ihnen widersprechen:

      Es übersteigt mein Vorstellungsvermögen, dass die Peinlichkeit wirklich noch weiter gesteigert werden könnte.

      • Können sie mir den Sinn ihrer Einlassung erklären, damit ich entscheiden kann, ob es einer Antwort bedarf oder nicht. Ihre bisherigen Äußerungen sind mir zu sprunghaft und nichtssagend.

    • Ich hab mich gestern mal überwunden, und den ersten Link angeklickt und einiges davon gelesen.
      Einiges, weil mehr war nicht auszuhalten, denn es wäre mir sonst so gegangen wie Max Liebermann.
      In punkto Peinlichkeit nimmt sich wohl die Aussage der KDNP und die
      „demokratische Aufarbeitung“ auf der gen.Seite dazu nix.

    • „Können sie mir den Sinn ihrer Einlassung erklären“

      Ja, das kann und auch tue ich gerne.

      Doch bevor Sie nicht mehr verhindern können, dass aus Ihnen wilde, unkontrollierbare Gefühle (wie aus Ihrem Kamerad Peter K.: ’mit „Schaum vor dem Munde” die Tastatur bedienen’ ???) den Weg in die Freiheit zu erzwingen, möchte ich Ihnen beteuern, dass meine Kritik nicht Ihrer Person, sondern Ihren Produktionen gilt.

      Also, ich finde es nicht gut, wenn man, um das Feuer seiner Ideoligie u./o.Vorurteile wenigstens am Leben zu erhalten, sich so auf Teufel komm raus so abrackern muss. Da ist es nicht verwunderlich, wenn ich beim Lesen mancher Kommentare das Gefühl habe, hier hätte man in allerhöchster Not etwas Abfallholz im Wald als Brennstoff zusammengeklaubt.

  2. Andererseits ist der Vorschlag der MSZP, den ex-Staatspräsidenten Solyom erneut für das Amt vorzuschagen, ein geschickter Schachzug. Es ist das erste Mal seit langem, dass ich aufhorche bei einer Idee der Sozialisten.

    Tulassay war in der Saga Schmitt einer der wenigen Mutigen, zusammen mit Kommissionsmitglied Fluck, der eine abweichende Meinung formuliert hatte. Respekt.

    • Die MSZP möchte sich wohl am Fall Gauck orientieren…

      Ich denke aber kaum, dass Sólyom bereit wäre, nach seinem Abgang das Amt erneut zu übernehmen. Dafür halte ich ihn für zu geradlinig. Wobei ich das bedauere, er war ein guter Mann.

      • Henrik Havas bei ATV zu dem Vorschlag des MSZP-Vorsitzenden Attila Mesterházy, Sólyom erneut zu nominieren:

        „99 von 100 Menschen wissen, dass die MSZP Sólyom damals nicht gewählt hat. Dann stehe ich doch nicht auf und mache einen Idioten aus mir, indem ich sage, dass es László Sólyom werden soll. Mein Gehirn bleibt stehen, wenn ich mir ansehe, dass ein Berufspolitiker und Parteivorsitzender sich auf ein solches Niveau begibt.“

      • Nun ja jeder versteht dass die MSZP lügt, denn sie würde niemals diesen Vorschlag machen, wenn aich nur der leiseste Hauch einer Chance bestünde, dass Fidesz zustimmt.

        Aber als Kalkül dennoch schlauer als sonst.

    • Sólyom war und wäre ein guter Präsident. Aus der Sicht der Akteure auf der politischer Bühne ist Sólyom der ideale Präsident für die Opposition und ein schwieriger Präsident für die Regierung. Unabhängig davon wer in der Opposition ist und wer an der Regierung ist. Fidesz in der Opposition stand hinter Sólyom, Fidesz an der Regierung hat ihn nicht wiedergewählt. MSZP in der Regierung bekämpfte ihn, nun ist MSZP in der Opposition und will wieder Sólyom haben.

  3. Nun wenn schon Pál Schmidt von einer Ortsgruppe der KDNP mit Jesus verglichen wird und damit natürlich an die alte vom Konzil gefallen gelassene Beschuldigung gegen Juden, sie hätten den Tod von Jesus zu verantworten, nicht zufällig in der Karwoche, angeknüpft wird, da konnte ein Jobbik Abgeordneter nicht zurückstehen, zog aus der untersten Schublade die Ritualmordbeschuldigung gegen Juden in Tiszaeszlár und schwadronierte natürlich von den jüdischen Beherrschern der Finanzmärkte. Allerdings hat Staatssekretär Fónagy (Fidesz) ihm eine ruhige und würdige Antwort gegeben.
    http://pusztaranger.wordpress.com/2012/04/03/pal-schmitts-rucktritt-als-passionsgeschichte/#comments
    Es gibt auch anderswo neofaschistische Parteien in der EU, aber nirgendwo sonst verfügt eine solche Partei über mehrere uniformierte Garden.
    All diese Hetze und die Hasspredigten sind gefährlich in einem Land, in dem breite Schichten in die Armut geraten und so viele Menschen verbittert sind.

  4. Ich hege keine besonderen Sympathien für die MSZP, finde aber ihre Aussage, ggf. einen gemäßigten Konservativen für das Amt des Staatspräsidenten zu unterstützen, mindestens so bemerkenswert wie HV die Ehrenbürgerposse. Sólyom halte ich allerdings ebenfalls für zu stolz für ein Comeback. Interessant, wie ihm inzwischen viele nachtrauern. Während seiner Amtszeit fiel er im Ausland allenfalls wegen seiner missglückten Besuche bei ungarischen Minderheiten in Rumänien und in der Slowakei auf. Rückblickend hat man diesen Aspekt seiner Präsidentschaft inzwischen fast verdrängt. Stattdessen werden — zu Recht — seine Qualitäten als Verfassungsrechtler und kritischer Beobachter der Gesetzgebung hervorgehoben. Ist schon spannend.

  5. Sehr geehrter Boris Kálnoki,

    Ich hatte schon früher die Chance etliche Ihrer gescheiten Kommentare zu lesen. Verzeihen Sie mir, doch ich finde diesen neuen etwas danebengegriffen.

    „Es ist das erste Mal seit langem, dass ich aufhorche bei einer Idee der Sozialisten“

    Dies erinnert mich an eine etwas platte, tagesaktuelle Version der unsterblichen Worte Armstrongs, als er den Mond betrat: Dies sei zwar ein kleiner Schritt für den MSZP, aber ein grosser für die Menschheit.

    Sie sollten bloss solch ein kurzes Blitzlicht der Hoffnung am fernen Horizont derer, die sich selbst ihre Zukunft ins Nirwana geschmiedet haben, nicht künstlich hochstilisieren.

    Ihr Vorhaben zeigt Mitgefühl für jene die geschlagen am Boden legen, und ist daher menschlich verständlich. Doch letzten Endes liefert dies nichts mehr als den klaren Beweis dafür, dass auch ein bedeutungsloses Strohfeuer auf einer unendlich langen Durststrecke (des langen Marsches des gescheiterten MSZP, jedoch wohl ohne reelle Chance auf Happy End) wenn auch nur für einen kurzen Moment welch belebende Wirkung haben kann.

  6. Der liebe alte Tulassay hätte in sogenannten Plagiatsangelegenheiten vor allem im eigenen Interesse etwas um- und vorsichtiger agieren. Etwas verspätet, doch erkannte er offensichtlich die schleichender Gefahr.

    Dies dürfte wohl für seine plötzliche Demission des Pudels Kern sein und nicht lächerlich sinnlose Phantatereien über dunkle Machenschaften von Orban und der FIDESZ des zu Recht mit Minderwertigkeitskomplexen geschlagenen ungarischen linksliberalen Überbleibsels.

    • „Der liebe alte Tulassay hätte in sogenannten Plagiatsangelegenheiten vor allem im eigenen Interesse etwas um- und vorsichtiger agieren. Etwas verspätet, doch erkannte er offensichtlich die schleichender Gefahr.“

      Auf was genau möchten Sie hinaus?

    • Talassay Tivadar, der gegenwärtige Rektor der Semmelweiss-Universität ist für dieses hohe Amt offensichtlich rein aus wissenschaftsethischen Gesichtspunkten ungeeignet. Er ist nämlich kein Wissenschaftler, denn mit den Publikationen, in denen er aufgeführt wird, hat er praktisch gar nicht zu tun. Bloss durch seine Machtposition lässt er sich in die Reihe der Autoren eintragen.

      Talassay mag wohl für ein PhD noch gerade genug selbständige wissenschaftliche Forschungsarbeit vorweisen, doch die Zahl seiner Publikationen ist unverdientermassen, künstlich aufgepumpt.

      Solcherart produziert er für sich auf dem Fliessband Publikationen, in denen gar nicht mitgewirkt hat, er weiss nicht einmal, worum diese überhaupt handeln.

      Dies kann man ganz einfach nachprüfen, Man braucht bloss auf PubMed

      http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/

      den Namen Tulassay T. in Search eintragen.

      Dem Ergebnis wird zu entnehmen sein, dass der grosse „Garde-dame” (erkölcscsősz) der ungarischen Wissenschaften, sich als quasi wertloser x-ter „weiter liefen”-Autor doch noch einen Platz hat unter den Autoren der Mitteilungen der von ihm als Direktor der Kinderklinik bweilligten bzw. finanzierten Arbeitsgruppen ergattern können.

      Was Tulassay da treibt, geht auf keine Kuhhaut und wäre an einer namhaften westlicher Universität undenkbar.

      Das heisst, wer seine Position ausnutzend sich durch businessmässige Kupplung zu Waren unverdientermassen in Publikationen schleust, geschweige denn, diese werden für ihn auf dem Fliessband produziert, der würde sich die Finger ganz gewaltig verbrennen. Man würde ihn vor den Wissenschatfethischen Rat zitieren, ihn beschämen, ihm seinen Professoren- sowie alle anderen Titel entziehen.

      • I. Unger schrieb:

        „Was Tulassay da treibt, geht auf keine Kuhhaut und wäre an einer namhaften westlicher Universität undenkbar.“
        … nämlich, dass Professoren und Rektoren als Autoren auf Papers auftauchen, nur wegen ihrer position.

        Das stimmt, leider, überhaupt nicht. Zumindest in den Naturwissenschaften ist es auch heute noch gang und gäbe, den Doktorvater und den Institutsleiter aufzuführen, nur weil man in dem und dem Institut ein Experiment gemacht hat. Damit beziehe ich mich auf die Fächer Chemie, Materialwissenschaft, Physik und auf eigene Erfahrungen in Deutschland und Groß-Britannien in den letzten 10 Jahren.

      • Lieber galut,

        Wenn das, was Sie das schreiben, wirklich wahr sei (bevett szokás), dann ist das Gehetze gegen Schmitt, und besonders die unrühmliche Rolle von Talassay darin wahrlich eine der scheinheilgsten politisch bestellten Hetzjagden der Linksliberalen in Ungarn und die sie bei ihrem miesen Vorhaben blind unterstützenden Medien.

  7. Wahrscheinlich will er auf eine Hetzkampagne gegen Tulassy und Bruder hinaus. Weil ein wissenschaftlicher Artikel des Bruders von einer Zeitschrift nicht veröffentlicht wurde.
    Eine unappetitliche Hetzkampagne wurde von Lázár losgetreten gegen die gesamte ungarische Wissenschaft, denn er droht, man müsse auch die anderen Diss überprüfen. Wenn schon Orbán einen Plagiator zum Präsidenten gemacht hat, den er am Ende doch fallen lassen musste, glaubt man mit der Verleumdung von anderen dies verharmlosen zu können.
    Das wendet sich wie ein Bumerang gegen diejenigen, die zu solchen Mitteln greifen.

    • Herr Pfeifer, Sie sind offenbar wieder auf der Suche nach einem neuen Faß, dass Sie aufmachen können. Zu schade für Sie, dass Schmitt – entgegen Ihrer Einschätzung – zurücktrat. Dieses Thema ist nun nicht mehr ergiebig…

      Ich empfehle Ihnen die Facharbeit von Viktor Orbán, vielleicht können Sie ja den ganz großen Wurf landen. Hier ist sie:

      Klicke, um auf szakdolgozat.pdf zuzugreifen

      Warum sich mit Lakaien abfinden, wenn man den Herr und Meister zu Fall bringen kann? (Ironie!)

      • ‚Warum sich mit Lakaien abfinden, wenn man den Herr und Meister zu Fall bringen kann? (Ironie!)“

        Hungarianvoice,

        (Ironie) finde ich gut!!!

        Vielleicht sollte auch ich besser ein Benutzerhandbuch zu meinen Kommentaren mitliefern, um ja nicht missverstanden zu werden.

        Herrn Pfeiffer sollten Sie aber jetzt, zur Unzeit, nicht so antreibend motivieren (noszogatni). Er ist wahrscheinlich mit wichtigeren Dingen beschäftigt.

        Ich vermute, dass er mit der Suche nach der verschwundenen Diplomarbeit von Gyurcsány, des beschämend gescheiterten Idols der Linksliberalen, voll ausgelastet ist. Denn sollte dieses wertvolle Dokument nicht aus der Versenkung nicht auftauchen, dann dürfte wegen seinen seelenverwandten ungarischen Protegés unser hochgeschätzter Herr Pfeiffer leicht in Gewissensnot geraten.

        Oder gilt für die Linke dies auch nicht: Mitgegangen, mitgehangen?

    • Diesen Fall Zsolt Tulassay beschreibt Frau Balogh in ihrem Blog:

      Zsolt Tulassay, a gastroenterologist who also teaches at Semmelweis, together with a Hungarian colleague, László Herszényi, submitted an article to the international periodical Clinical Gastroenterology. That was in 2010, but the article never appeared in print because the editorial board of the journal found that „there was significant overlap“ between their article and another earlier publication by Michael B. Wallace of Jacksonville, Florida. The editorial board’s verdict was disputed by Tulassay and Herszényi, who claimed that only a couple of sentences were questionable and those were not in the part that contained original research. They used Wallace’s work and quoted from it. They also included his article in the bibliography.

      http://esbalogh.typepad.com/hungarianspectrum/2012/04/fidesz-and-the-scientific-community-trouble-ahead.html

      Als Ergänzung zum Nachlesen.

    • Hochgeschätzter Karl Pfeiffer,

      Die zur Unzeit gekommenen Gäste sind nun gegangen, und ich kann mich und meine Zeit endlich meinem Freund Karl Pfeiffer widmen.

      Um Gottes Willen! Lieber KP protestieren Sie jetzt nicht, weil Sie mich persönlich nie gesehen und so auch nicht kennen könnten. Unsere Freundschaft ist viel tiefer begründet.

      Sie haben nämlich x-Mal beteuert, dass Sie ein echter Freund Ungarns und der Ungaren seien. Da ich meiner bunter Blutzusammensetzung zum Trotz (eine Art Promenadenmischung) ein waschechter Ungar bin, gehöre ich so wohl auch zu Ihrem Freunden. Ich möchte deshalb auch nicht versäumen, vor aller Öffentlichkeit zu bekennen, dass ich ob Ihrer Sympathiebezeugung für mich und meine Nation sehr geehrt fühle.

      Nun, wie Sie geehrter KP bestimmt auch wissen, kommen Meinungsverschiedenheiten sogar in den besten Familien vor, doch werden sie trotz klarer Worte, nicht wie unter Feinden ausgetragen.

      Nun, ich überflog kurz Ihren interessanten Beitrag zum Fall des Talassy-Klans, und antworte auf Ihre vagen Vermutungen mit einer Frage:

      Galauben Sie allen Ernstes, dass die Sache mit Talassy, ich meine den Tivi, wirklich ganz koscher sei?

    • Sehr geehrter Herr Karl Pfeiffer,

      Um Ihnen helfend etwas unter die Arme zu greifen, präsentiere ich Ihnen diesen kleinen Liebesdienst. Denn sich immer aus etwas trüben Quellen zu bedienen müssen, kann auf die Dauer für die Gesundheit.recht schädlich werden!

      Sich bei mir zu bedanken, wie bei dem unentbehrlich dienstbereiten Herrn Szarvasi, dem es gelang – so befürchte ich -, Ihnen mit seiner Mohrenwäsche-Artikel (szerecsen mosdatás) einen Bärendiest zu erweisen, brauchen Sie natürlich nicht.

      Tulassay Zsolt hat am 3.4.2012 demissioniert, Der Bruder des superproduktiven Tivadars kam zum Schluss, es sei besser, wenn auch er Schlimmerem vorbeugend seinen Hut nimmt und freiwillig auf den Posten des Präsident des Hailitationskomittes der Semmelweiss Egyetem (SE) verzichtet.

      Denn, die Tageszeitung Magyar Hirlap berichtete am Dienstag, dass der Chefredaktor des wissenschaftlichen Zeitschrifts Clinical Gastroenterology den von Zs. Tulassay und L. Herszényi gemeinsamen eingereichten Fachartikel, der in April 2010 in der Zeitschrift erschienen ist, zurückgezogen hat.

      T.Zs. wurde 2009 vom Herausgeber der Zeitschrift gebeten, eine Zusammenfassung der Fachliteratur über ein medizinisches Thema zu schreiben.

      Die Redaktion teilte Folgendes mit: Einige allgemeine Feststellungen beinhaltenden Sätze unserer Zusammenfassung (Rekapitulation) und die keine neue Ergebnisse aufzeigenden Textpassagen sind identisch mit den entsprechenden 2008 veröffentlichten Arbeiten von Wallace und seiner Mitarbeiter.

      Soviel über die weitläufigen wissenschaftliche Aktivitäten des Talassy Clans.

      Doch nicht zu vergessen: für gebündeltes Bares.

      Also für klingende Münze, für schnödes Geld!

      O tempora, o mores!

  8. HV zunächst habe ich getippt, dass die vernünftigen Fideszleute Schmitt zwingen werden sofort zurückzutreten. Ich irrte mich, Orbán ließ seinen „Paprika-Jancsi“ (© László Kövér) noch ein paar Tage sich selbst demontieren.
    Warum wohl?
    Nun wo ich auf den Skandal hinweise, dass sofort ein Rundumschlag gegen ungarische Akademiker in Gang gesetzt wurde, um das Plagiat des ehemaligen Staatspräsidenten zu verharmlosen, beschuldigen Sie mich, ich öffne ein Faß etc. Das Faß wurde von denen eröffnet, die diese unselige Kampagne starteten und die mit Schmitt übereinstimmen, der einen Rundumschlag gegen die Uni geführt hat.
    In einer TV Diskussion beschuldigte Gergely Huth (stellv. Chefredakteur von Magyar Hirlap) Rektor Tulassay „megpattani“, er möchte vor der Verantwortung der Übergabe flüchten. Henryk Havas hat das berichtigt und Huth mußte sich entschuldigen. Die Art wie sofort ein Familienmitglied des Rektors beschuldigt wurde ein Plagiat begangen zu haben spricht Bände über die politische Kultur von Fidesz.

    Danke Szarvasi für den Hinweis auf den Blog von Eva Balogh, der wirklich sehr wertvoll ist.

  9. Herr Unger,
    Ihre mit aller Gewalt „ironisch“ klingenden Worte an mich hätten Sie sich ersparen können.
    In meine Familie wurde ich hineingeboren, meine Freunde aber wähle ich mit Sorgfalt aus.
    Dieser Angriff auf den Rektor und seinem Bruder kann nur als Retourkutsche qualifiziert werden und die von mir hochgeschätzte Eva Balogh ist der Sache nachgegangen und hat diese aufgeklärt.
    Übrigens schreibe ich meinen Namen nicht wie der ehemalige ungarische Ministerpräsident sondern insgesamt mit nur zwei f.

    • Herr Pfeiffer,

      Ich bin im Glauben aufgewachsen, dass Ironie intellektuell und moralisch der Aggressivität – Ihnen zu Liebe – zumindest geringfügig überlegen sei.

      Der Ton, den Sie sich gegen mich auf Anhieb anzuschlagen berufen fühlen, klingt hoffentlich nur in meinen etwas subjektiv verfälschten Ohren leicht aggressiv.

      Ich hatte auch keinen Einfluss darauf, dass ich als Ungar auf die Welt gekommen bin.

    • „meine Freunde aber wähle ich mit Sorgfalt aus“.

      Her Pfeiffer,

      Mit Ihren Hinweis gehe ich mit Ihnen einig, es sollten sogar alle beherzigen.

      Übrigens scheinen sie auf Deutsch den feinen Unterschied gar nicht wahrgenommen zu haben! In meinem Schreiben schrieb ich kein Sterbenswörtlein von persönlicher Freundschaft. Ich fühlte mich bloss als Mitglied der ungarischen Nation durch Ihre Freundschaftsbekundungen geehrt.

      Soll ich Ihre Mittelung nun dahingehend interpretieren, dass sie Ihre geschätzte globale Freundschaft mir persönlich mit sofortiger Wirkung gekündigt haben?

      PS.: Ich weiss von Ihnen, dass Sie ungarisch verstehen. Wenn Sie es wünschen, und es würde mir auch selbst leichter fallen, subtilere Mitteilungen in meinen Kommentaren auf (oder auch auf) Ungarisch abzufassen.

      Und zum Schluss etwas Herzerwärmendes, wenn Sie davon noch nichts gehört haben:

      George Bernhard Shaw sagte bei einem Interview mit dem US-Sender CBS: „Nach dem ich das Ungarische Jahre lang studiert habe, bin ich überzeugt, dass mein Lebenswerk wesentlich wertvoller geworden wäre, wenn ich sie als Muttersprache hätte. Denn mit dieser seltsamen, vor uralten Kräften strotzenden Sprache kann man viel genauer die winzigen Unterschiede und geheimen Regungen der Empfindungen beschreiben.“

      In den letzten zwei Jahren liest, sieht und hört man über Ungarn und die Ungarn nichts als Schlechtes, was auch Sie über uns nicht ungern verbreiten. Ich möchte Sie jetzt ja nicht bekehren, doch zumal Sie unsere Sprache recht gut beherrschen sollen, dadurch haben auch Sie Teil am Lob von Shaw. Es könnte sein, dass dieses (unverdiente?) Lob Sie gegen uns nach Europa verschlagenen Asiaten etwas milder und nachsichtiger stimmt.

  10. Ich hatte glaube ich gleich am Anfang der Affaire Schmitt angemerkt, dass ich mich schon auf die Lawine von Enthüllungen über die wissenschaftlichen Meriten anderer Politiker freue, die unweigerlich folgen muss.

    Natürlich wird das politisch motiviert sein, Herr Pfeifer, genau wie die Attacke gegen Schmitt. Die Vorwürfe stimmten, der Rücktritt war gerechtfertigt, aber dass die Attacke nicht von ungefähr kam, sondern ein politischer Hit-Job war, daran zweifelt glaube ich niemand.

    Das darf und soll so sein in einer Demokratie wie der ungarischen, und es ist eine ziemlich plastische Replik gegen die absurden Vorwürfe, hier wäre eine autoritäre Herrschaft mit gleichgeschalteten Medien. Die Oppositionsmedien haben gerade den Staatspräsidenten zur Strecke gebracht.

    Genau so berechtigt sind Nachfragen zu Gyurcsányi oder Orbán, oder wer weiss wer, und wenn da auf der linken Seite Peinliches herauskommen sollte, wird Wehgeschrei über politische Hintergedanken sehr fehl am Platz sein.

    • Gáspár Miklós Tamás bezeichnete die Enthüllung um das Plagiat des Ex-Päsidenten Schmitt als „velötrázóan jelentéktelen esemény“.

      Auch ich finde es bemerkenswert: Schmitt mit einer Plagiatsaffäre stürzen (was richtig ist), dann aber das Spiel abpfeifen wollen. Tja, um Herrn Pfeifers Worte zu verwenden: Jetzt müssen diejenigen, die jene „Geister riefen“, mit den Konsequenzen leben. Ob es albern sein mag oder nicht. Die Retourkutsche ist insofern ein eingeführtes Mittel in der ungarischen Politik – und hat dazu geführt, dass sich der Politiker X gegen den Vorwurf, er habe gestohlen, nicht damit verteidigt, dass er kein Dieb sei, sondern mit folgendem Satz: „Y hat auch gestohlen“. Trauig, nicht wahr?

      Ich erinnere mich an einen guten Satz aus einem Vortrag von Paul Lendvai in München: Die Trennungslinie in der ungarischen Politik verläuft nicht zwischen Anständigen und Unanständigen, sondern zwischen den politischen Lagern. Leider zieht der weise Lendvai daraus nicht den Schluss, die „Anständigen“, egal welcher Couleur, zu unterstützen, sondern reiht sich selbst in ein Lager ein. Und das ist ebenfalls sehr traurig. Nicht wahr?

  11. “ Retourkutsche “

    Székely hatalmasan verekszik a komájával, mire odamegy a rendőr.
    – Na, János, hogy kezdődött a verekedés?
    – Hát, a verekedés úgy kezdődött, hogy a koma visszaütött.

    • Lieber terrier,

      Diese Technik ist unabdingbares und vor Allem unverzichtbares Requisit der nach der sog. Wende vom Saulus zum Pseudo-Paulus (Sozliberalen) mutierten exkommunistischen Linken in Ungarn.

  12. Kollege Kálnoky,
    natürlich haben Sie Recht, wenn Sie sagen, dass die Publikation von HVG über die Diss von Schmitt eine politische Tat war.
    Was aber nicht ausschließt, dass die Behauptung über den Bruder von Rektor Tulassay eine billige Retourkutsche war. Schmitt wurde ja bevor HVG die Enthüllung brachte schon als „Paprika-Jancsi“ (© László Kövér) als Witzfigur betrachtet.
    Tulassay ist sicher kein linksliberaler Oppositioneller sondern kommt aus einem rechten Milieu und das ist wichtig. Denn er und die ungarischen Wissenschaftler, die Schmitt den Dr. Titel aberkannt haben, haben die Ehre der ungarischen Akademiker gerettet. D.h. man ist in erster Linie Wissenschaftler und hat eine Berufsehre.
    Die Linke in Ungarn ist geschlagen, gespalten und wenn es auch dort einen Politiker geben würde, der ein solch unverschämtes Plagiat (197 Seiten von 215) begangen hat, die können nicht mehr tiefer fallen. Anderseits ist es wunderbar, dass die Schmitt Affäre zu Ende ist, denn jetzt wird es wieder klar, was die letzten zwei Jahre den Ungarn gebracht haben. Und soweit ich mich in den paar Tagen, die ich in Budapest verbracht habe, orientieren konnte, sind außer den an Orbán glaubenden, die meisten Ungarn überzeugt, dass er ihrem Land geschadet hat.
    Und was die Wirtschaft anbelangt, so sind Mißerfolge meßbar. Und Ungarn unter Fidesz ist keine Erfolgstory. Und auch wenn man bis zum geht nicht mehr die 8 Jahre erwähnt, Fidesz regiert jetzt bald 2 Jahre und es wird alles spürbar schlechter. Und es gibt heute keinen ernst zu nehmenden ungarischen Wissenschaftler, der was anderes behauptet.
    Ich lese mit Interesse, die mit Regelmässigkeit erscheinenden Artikel des Csaba Szajlai in Magyar Hirlap und er bestätigt genau das. Die Schönfärberei eines Matolcsy zieht nicht mehr.
    Das ist meine Einschätzung, die auf Gespräche auch mit Fideszleuten beruht.
    Orbán ist nicht unfehlbar, auch wenn er ex-cathedra spricht. Noch ist er der unbestrittene Parteichef, aber schon gibt es welche, die sich auf die Zeit nach ihm vorbereiten. Er ist nur solange unbestritten in seiner Partei, solange es keine vereinigte Opposition gibt, die eine Alternative für die Wähler darstellen würde.

    • „Er ist nur solange unbestritten in seiner Partei, solange es keine vereinigte Opposition gibt, die eine Alternative für die Wähler darstellen würde.“

      Danke für die beruhigende Einschätzung. Ich richte mich also auf ca 8-12 Jahre ein.

  13. Um im Zusammenhang mit dem Fall Schmitt auch den Anschein der Anwendung von antidemokratischen zweierlei Massstäbe zu vermeiden, bin ich dafür, dass die Publikationen von Tivadar Tulassay, die er angeblich als Mitverfassr oder Miturheber „schrieb”, zum Zwecke der Erbringung des Beweises, dass er in denen aktiv mitgewirkt hat, durchleuchtet werden.

    Geehrter Herr Karl Pfeiffer,

    Ich gehe davon aus, dass Sie als gestandener Demokrat, der gegen Diskriminierung, egalitätswidrige Privilegien, Rechtsungleichheit, Vorunrteile, Verfilzung und Vetternwirtschaft in Politik, Witschaft und Wissenschaft wo auch immer auf die Barrikaden geht, mich zumindest bei diesem Vorhaben vorbehaltlos unterstützen.

  14. Kollege Kálnoky, die Lage ist verzweifelt, aber nicht hoffnungslos. Ich habe hier eine Einschätzung der Lage gegeben. Aber es können auch Wunder geschehen. Also möglicherweise bleibt V.O. als Ministerpräsident für die nächsten 12 Jahre erhalten oder aber muss schon viel viel früher gehen. Wetten abschliessen würde ich nicht.
    Herr Unger, das hängt wirklich nicht von mir ab. Nur handelt es sich um einen wissenschaftlichen Artikel, den der Herr T. mit einem Koautor geschrieben hat. Ich las die Drohung in Magyar Hirlap des Herrn Huth, dass man jetzt herangehen wird, die Dissertationen der Leute zu lesen, die ihre Titel während der Kádárzeit erhielten. Sollen Sie. Wer ein Plagiat begeht, dem soll man unabhängig von der politischen Stellung den Titel aberkennen. Ich glaube nicht, dass es zu einer Lawine von Aberkennungen kommen wird.
    Zum Nepotismus in Ungarn fällt mir eine Geschichte ein, die ich bei George Mikes, einem britischen Humoristen der 1939 das Glück hatte als Journalist von Budapest nach London geschickt worden zu sein. Mikes meinte, viele Ungarn blicken herab auf die Rumänen, weil die meisten keine Eisenbahnkarte kaufen, sondern lieber den Schaffner bestechen. Mikes meinte dazu hingegen konnte der Neffe eines adeligen Föispan sich damals alles leisten und so gesehen wäre doch das rumänische System viel demokratischer, weil doch ein jeder die paar Lei hätte, um einen Schaffner zu bestechen, aber nur wenige die Neffen eines Föispan sein können.
    Über den Nepotismus heute schreibe ich nicht.

    • Plagiieren ist ja deswegen ein Vergehen, weil es (in der Forschung) gegen den Grundsatz des wissenschaftlichen Arbeitens verstösst.

      Sollte es sich herausstellen, dass zu kommunistischer Zeit Titel vergeben wurden nicht aufgrund wissenschaftlicher Leistung, sondern aufgrund von Linientreue, Parteizugehörigkeit oder gar, wie jetzt im Fall Gyurcsány gemutmasst, als Folge direkter Einflussnahme der Diktatur, dann sollte man die Titel ruhig aberkennen

  15. Kollege Kálnoky natürlich sollte man unabhängig von Politik, allen Plagiatoren die Titel aberkennen.
    József Pálinkás macht daraif aufmerksam dass die Politik Schwierigkeiten bekommt eine Diss, deren Thema „kvantumszíndinamika“ ist, zu überprüfen.
    http://nol.hu/belfold/palinkas_jozsef__schmitt_pal_lemondasa_nem_a_tudomany_ugye
    Mit den modernen Methoden der speziellen Software kann man verhältnismäßig schnell auf ein Plagiat draufkommen. Und vielleicht wird das bei der schlechten Wirtschaftslage eine neue Einnahmequelle für Ungarn – ca so wie die Zahnärzte – Dissertationen zu überprüfen. (Ironie!)

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