Orbán im Interview mit der Washington Post

Index.hu berichtet über ein Interview der Washington Post mit Viktor Orbán (mit Link zum Interview):

http://index.hu/belfold/2012/04/07/orban_neha_nyerek_neha_veszitek/

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45 Kommentare zu “Orbán im Interview mit der Washington Post

    • Es ist zwar fraglos nett, dass Sie uns den Link zur Verfügung stellen, aber es handelt sich dennoch nicht um das vollständige Interview, denn drüber steht das Wörtchen „excerpts“ (=Auszüge). Darüberhinaus schreibt index von einem langen Interview, ich habe aber schon deutlich umfangreicheres gesehen als das was verlinkt wurde. Insofern finde ich es fehl am Platze hier über die Qualität des Interviews zu spekulieren wenn uns das vollständige Interview gar nicht zur Verfügung steht. Vielleicht hat die Dame ja nachgefragt. Herr Pfeifer, steht Ihnen das ganze Interview zur Verfügung, sodass wir die Anschuldigungen nachprüfen können?

      • @Palóc. Sie haben recht, das kann nicht das komplette Interview sein. Mir fiel lediglich auf, dass es hinten raus deutlich länger ist, als was die WP selbst auf der eigenen Homepage frei zugänglich gemacht hat.

        Egal wie viele Fragen noch fehlen (vermuten würde ich angesichst der abgearbeiteten Themen, dass doch so viel nicht außen vor geblieben ist), zeitlich kann es nicht sehr lange ausgefallen sein, das Interview. Wozu Herr Orbán ganz wesentlich mit seinen knappen Antworten beigetragen hat. Und, ja, da möchte ich mich manch anderer Stimme weiter unten anschließen, nachgefasst wurde hier und da nicht, obwohl es hier und da eben aufrgund der Kargheit der Antworten mehr als angeboten hätte. Lustlos bis braves, sehr routiniertes Abarbeiten der Fragen von einem und im im Stile eines Berufspolitiker, das trifft es wohl kurz und knapp gefasst.

    • @HV

      Und während hier wieder einmal eine Gelegenheit vertan wird, sich ernsthaft über ein Orbán-Interview auszutauschen, spielt sich das wahre Leben außerhalb dieses Blogs ab:

      Heute mittag meldet der EU-Sprecher, dass der Antwort der EU auf die Stellungnahmen Ungarns mehrere Wochen (several weeks) dauern wird, weil die Dokumente erst übersetzt und dann analysiert werden müssen.

      http://ec.europa.eu/avservices/video/player.cfm?sitelang=en&ref=84473
      http://www.portfolio.hu/en/economy/brussels_reply_to_hungary_to_take_several_weeks.24073.html

      Und inzwischen steigt auch wieder der EU-HUF-Kurs. Um 18.00 liegt er bei 298 HUF und scheint sich auf diesem Wert einzupegeln.
      http://www.portfolio.hu/chart.php?h=2&i=0&s=1&d=1&t=eurhufcomp
      http://www.portfolio.hu/en/fx/euro_vs_hungary_forint_nearing_300.24069.html

      Und ohne einem Abkommen mit dem IMF wird die finanzielle Lage nach Ausagen von Finanzexperten immer schwieriger :
      „Without the IMF Hungary can already give up its fight against debt“
      http://www.portfolio.hu/en/economy/without_the_imf_hungary_can_already_give_up_its_fight_against_debt.24068.html
      Bemerkenswert vor allem die beiden Grafiken!

      Vielleicht gibt es auf HV wieder einmal Diskussionen, wo nicht die Befindlichkeiten der Kommentatoren im Mittelpunkt stehen!

      • @Szarvasi
        „…Vielleicht gibt es auf HV wieder einmal Diskussionen, wo nicht die Befindlichkeiten der Kommentatoren im Mittelpunkt stehen!“

        Genau das wünschte ich mir im Pesterlloyd mit der Ergänzung, dass Kommentare nicht zensiert, nicht manipuliert und selbstverfasste inhaltlich nicht multipliziert werden.

  1. Die Journalistin kann kein Ungarisch und kam sozusagen als „Fallschirmspringerin“ mit einer Liste von Fragen aber ohne wirkliche Kenntnis der Lage, daher konnte sie auch nicht nachstoßen.
    Schade.

    • @ Karl Pfeifer

      Herr Orbán spricht fließend englisch. Ich habe ihn schon mehrmals im Fernsehen verständlich englisch sprechen gehört.

      Ist es bei einem solchen Interview, wo ein angesehener Politiker interviewt wird, eigentlich üblich, dass die Unterhaltung nicht in der Sprache geführt wird, die beide verstehen (also englisch), sondern, die nur von einem der Gesprächspartner gesprochen und verstanden wird (also ungarisch)?

      Kann man dann überhaupt noch von einem Interview sprechen?
      Was ist dann der Sinn eines solchen Interviews?
      Können sie mich als erfahrener Journalist darüber aufklären?

      @Peter K.

      danke für den Link

      • @ Szarvasi:

        Gute Frage. Vielleicht kann Herr Kálnoky einmal Herrn Thorpe dazu befragen? In welcher Sprache interviewt er Viktor Orbán?

        Ich selbst denke, auch Politiker beantworten Fragen lieber in ihrer Muttersprache. Keiner ist in der Lage, die Antworten so „politisch“ hinzubekommen wie in seiner Muttersprache.

      • Orbán habe ich als sehr souverän erfahren, er hat in seiner Laufbahn Interviews auch auf Englisch gegeben. Mag sein, dass er als Ministerpräsident aus Protokollgründen bei solchen Gelegenheiten nur ungarisch spricht. (Meine Gespräche auf Englisch mit ihm fielen in die Oppositionszeit, als er dann MP wurde äußerte er sich auf ungarisch)

    • „Die Journalistin kann kein Ungarisch und kam sozusagen als “Fallschirmspringerin” mit einer Liste von Fragen aber ohne wirkliche Kenntnis der Lage, daher konnte sie auch nicht nachstoßen“

      Lieber Karl Pfeiffer,

      Was, wenn die Dame nicht mal des Englischen genügend mächtig ist, und so zu allem Übel auch den Dolmetscher nicht richtig verstand? Dies scheint ein Dauerübel (quasi wie eine Ursünde) vieler linkliberalen Möchtegernen anzuhaften.

      Alles machen wollen, doch nichts können. Protektion ist halt kein Allheilmittel für alle Gebrechen!

      Ein Tausendsassa, der nicht nachstossen kann, soll nicht so schwachsinnig vorstossen. Also Schuster bleib bei deinen Leisten!

      Geehrter Herr Pfeiffer, habe ich den Quintessenz Ihrer Bemerkung richtig verstanden?

  2. HV Sie haben Recht. In der Regel wollen Politiker in ihrer Muttersprache befragt werden. Und viele nehmen einen Dolmetscher, weil sie dadurch mehr Zeit gewinnen nachzudenken. V.O. drohte keine Gefahr von dieser Dame.

    Szarvasi, die Dame hat wenig Ahnung über Ungarn und das konnte man fühlen. Die Aufgabe des Journalisten ist es, höflich aber bestimmt das Interview zu führen und nicht von einer vorbereiteten Liste Fragen abzuhacken. Bei diesem Interview habe ich aber das Gefühl gehabt, dass V.O. das Interview führt.

    • Vielen Dank Herr Pfeifer

      Dieses Gefühl, dass V.O. gewohnt ist das Gespräch zu führen, hatte ich auch schon bei dem Interview mit der F.A.Z. Hier wurden viele Dinge gesagt, auf die meiner Meinung nach die Interviewpartner hätten reagieren müssen, da einige Aussagen von Herrn Orbán als Statement formuliert waren und ohne erläuternde Ergänzungen schwer verständlich waren. Ist es ihrer Meinung nach vorstellbar, dass seinerzeit Anweisungen von oben das unterbunden haben?

      Dieses Interview war bereits hier auf HV themasiert, wurde damals aber nicht kommentiert. Warum eigentlich nicht?:
      https://hungarianvoice.wordpress.com/2012/03/06/viktor-orban-im-gesprach-mit-der-faz/

  3. Uff schon wieder ein Fehler ich wollte schreiben und nicht n u r von einer vorbereiteten Liste Fragen abzu. D.h. das Problem ist nicht die vorbereitete Liste, sondern das mechanische Abhacken.

  4. Szarvasi, ich kann was die FAZ anlangt nur vermuten,dass da von oben nicht interveniert wird.
    Gute Journalisten stoßen nach mit Fragen und lassen es nicht zu, dass ihr Partner die Themen vorgibt. Ich nehme an, dass Orbán sich genau erkundigt, bevor er ein Interview gewährt. Ob er wieder bereit wäre eine Diskussion mit Ferenc Gyurcsány zu führen bezweifle ich. Bei MSZP und LMP sehe ich keinen der ihm in einer Diskussion gewachsen wäre.
    Gerade las ich sein Osterinterview, das von Eva S. Balogh heute analysiert wird:

    http://esbalogh.typepad.com/hungarianspectrum/2012/04/some-common-themes-in-hungarian-nationalist-ideology.html

    Darüber sollte ein guter Journalist mit Orban ein Interview führen.
    Kann Orbán das was er da vorhat verwirklichen?
    Tatsache istl die Wirtschaftspolitik seiner Regierung ist kläglich gescheitert. Das kann man sogar in Magyar Hirlap lesen. Die Frage ist, welches Risiko ist V.O. bereit einzugehen, um eine nichtorthodoxe Wirtschaftspolitik den Ungarn weiterhin mit ideologischen Slogans zu verkaufen?
    Meine Vermutung ist, dass er zu intelligent ist um an diese Schlagwörter selbst zu glauben, aber sein Volk für so dumm hält, dass er glaubt, mit seinen Phrasen von seinem Scheitern ablenken zu können.
    Ich denke, dass ihm das a la longue nichnt gelingen kann, denn wenn es nicht während der Kádárperiode gelang die ungarische Gesellschaft gleichzuschalten, dann ist die Chance stark, dass es auch jetzt nicht gelingen wird. Aber Wetten würde ich darauf nicht abschliessen.

    Wer aufmerksam die konservativen Medien liest, kann bemerken, dass in diesem Lager Zweifel aufkommen, ob Orbáns Politik wirklich das Gelbe vom Ei ist.

    • Herr Pfeifer,

      Sie schreiben:
      „Wer aufmerksam die konservativen Medien liest, kann bemerken, dass in diesem Lager Zweifel aufkommen, ob Orbáns Politik wirklich das Gelbe vom Ei ist.“

      Ja, in der Tat. „Konservative“ Medien sind am Ende zu mehr eigenen Gedanken fähig, als Sie, Marco Schicker und viele andere ihnen zutrauen. Und die meisten brauchen nicht einmal Sie und andere, um eigenständig zu denken. Nicht enttäuscht sein. 🙂

      Auch ich – laut Ihrer Schubladisierung ein „fidesznaher Blogger“, fand und finde einiges, was mir nicht gefällt. Lesen Sie Kálnoky, auch er findet kritische Worte. Der Unterschied zwischen „rechter“ Kritik und „linker“ Kritik (um das rechts-links-Schema auf die Spitze zu treiben) ist allerdings, dass „die Konservativen“ nicht jubeln und triumphieren, wenn Orbán Fehler macht. Sondern aufrichtig hoffen, dass Fehler korrigiert werden.

      • Auferstehung, Erneuerung, Eingeständnis eigener Fehler. (Feltámadás, megújulás, gyarlóságunk hibáinak beismerése.)

        Hallo Ihr lieben HV-Besucher!

        Aus Anlass dieses grossen Feiertages der abendländisch christlichen Europa möchte ich den „Streitaxt“ aktualpolitischer Streitgespräche für einen Moment niederlegen und meine Gedanken (mit denen wahrscheinlich nur mit geringfügigen Vorbehalten) wohl die meisten von uns einig gehen können, mitteilen.

        Die Auferstehung Christi ist nicht nur das Alfa und Omega des christlichen Glaubensbekenntnisses, der Erlösung, sondern auch Symbol der Erneuerung. Sie kann – im übertragenen, profanen Sinne – auch für uns gewöhnlichen Sterblichen eine Chance für Umkehr, für moralische Erneuerung bedeuten, um aus dem „Dunkel“ wieder an das „Licht“ des humanen menschlichen Seins zurückzukehren.

        Eine grossartige Möglichkeit – wenn wir zur Umkehr bereit sind – aus unserem egoistischen „Sündenpfuhl“ des aus allen Kanonenrohren atheistisch gesinnten Medien verbreiteten unmenschlichen Credos, der sogenannten Selbstverwirklichung, wieder als Mensch neu zu erstehen.

        Denn Selbstverwirklichung heisst in letzter Konsequent nichts Anderes:
        Um das ersehnte Ziel zu erreichen, (nach Möglichkeit und auf Grund des „Rechts“ des Stärkeren) bereit zu sein, bei dem Vormarsch auf Nichts – nicht auf Gott und die Welt – Rücksicht zu nehmen. Auf dem Altar dieser Ideologie, sollte offensichtlich sogar die wichtigste Zelle menschlicher Gemeinschaft, die Familie auch auf der Strecke bleiben.

        Auf der politischen Ebene heisst es, für eine Ideologie, eine politische Heilslehre, auch Hekatomben menschlicher Schicksale niederzuwalzen, gar auszulöschen. Solche Selbstverwirklichung, das hemmungsloses Wüten des pervertierten Egos, haben wir im furchtbarsten Jahrhundert der letzten 2000 Jahre durch die Nazi Rassenideologie, und den linken, kommunistischen Amoklauf, der das Morden (diesmal auf Grund klassenkämpferischen Ideologie) sogar noch zu steigern vermochte.

        Einen angenehmen restlichen Osternnachmittag für alle.

      • Zu meinem Kommentar habe ich nichts hinzuzufügen. Diese Bemerkung gilt dem spontanen Empfang meines Beitrages. Ich möchte mich ausdrücklich bei den ersten Zweien für ihre negativen Bewertungen bedanken.

        Das waren Superleistungen! Die Reaktionen kamen wie aus der Pistole geschossen, ohne Zeitverlust, beinahe der Ankunft meiner Worte zuvorkommend, echt reflektorisch (zsigerekből)!

        Weitere sind mir ebenfalls willkommen, und substanziell keinesfalls weniger wertvoll!

        So sind eben „Spitzensportler“, die ohne sich selbst auch die geringste Chance zur Überlegung zu geben, sofort aus der Hüfte heraus schiessen, wenn ihnen ideologisch etwas gegen den Strich geht.

        Da helfen auch unleugbaren, allbekannten geschichtlichen Tatsachen rein gar nichts, wie:

        Die christlichen Wurzeln des Abendlandes und die exorbitanten Verbrechen des Nazismus und des Kommunismus, des sog. realen Sozialismus.

      • Herr Unger,
        ich hoffe inständigst, Sie fühlen sich nicht verpflichtet uns im Dezember auch Ihre weihnachtlichen Gedanken mitzuteilen. Braucht´s nicht.
        Danke.

      • Guten Abend Herr Farkas!

        Ich bin nicht hergekommen, um Sie oder andere von seinen tiefsten, heiligsten Thesen seiner Ideologie abzubringen, sondern, um meine hemmungslos verleumdetes Land und Nation, mit meinen geringen Möglichkeiten endlich zu Hilfe zu eilen. Dies möchte ich allen meinen Landsleuten guten Willens auch empfehlen.

        Vergessen wir doch nicht:

        „Bár felül a gálya, alul víznek árja
        Mégis a víz az úr !»

        Und für die, die ungarisch nicht richtig verstehen, frei nach Petőfi:

        „Mag die Galeere obenauf schwimmen,
        Das Wasser darunter, kann sie trotzdem bezwingen.“

        (Na, meine Güte! Das hätte ich von mir wirklich nicht gedacht!)

        Missverstehen Sie mich ja nicht, es ist nicht im Geringsten persönlich gemeint, doch das allbekannte Sprichwort drückt meine diesbezüglichen Ansichten am Besten aus:

        „Jedem Schweinchen, sein Plaisierchen!“

        Um die Ernsthaftigkeit meiner Worte noch mehr Gewicht zu verleihen, kann ich Ihnen versichern: Ich würde es jedem äusserst übelnehmen, wenn er mich aus dieser Gesellschaft auszuschliessen versuchte.

        Doch zumal ich den ungarischen Linksliberalen wenigstens in dieser Sache trauen darf, habe ich von Ihnen bestimmt Nichts zu befürchten. Die wie von einer Gebetsmühle zu Tode strapazierte Parole (Erkennungsmerkmal) der aus Übereifer sich selbstversenkten SZDSZ, ist für mich der sicherste Garant gegen jegliche Art von böswilliger „Ausblenderei“ (kirekesztősdi).

        Bis morgen.

      • @Jedem Schweinchen, sein Plaisierchen!

        Sie hätten uns wenigstens zu Ostern von ihren tiefgehenden Erkenntnissen verschonen können!

      • Herr Ignac Unger,
        zu Ihrem Beitrag am 9 April 2012 um 13:55. 4ter Absatz.
        Bis dorthin hätte ich auch schon Einwände, aber ab “… unmenschlichen Credos, der sogenannten Selbstverwirklichung, wieder als Mensch neu zu erstehen.“ bekommt der Text ein Übergewicht der Fantasie. Hier mischen Sie die Selbstverwirklichung ein, ich nehme an Sie meinen „Big Brother oder ähnlich“ wenn ich Sie richtig verstanden habe.
        Dies hat doch mit Selbstverwirklichung gar nichts zu tun. Selbstverwirklichung bedeutet in der Alltagssprache die möglichst weitgehende Realisierung der eigenen Ziele, Sehnsüchte und Wünsche mit dem übergeordneten Ziel, „das eigene Wesen völlig zur Entfaltung zu bringen“, und das wird nicht in den Medien verbreitet.
        Auch das „unmenschlichen Credos“ ist so wie Sie es hinstellen, nur hinein suggeriert. Es fehlt mir nicht der Grund warum diese plötzlich in diesem Absatz auftauchen, denn im nächsten Absatz holen Sie ja auf dieser Grundlage aus. Es fehlt mir lediglich der logische Zusammenhang zum vorigen Text und die Logik und Zusammenhang in diesem Absatz.

        Der nächste Absatz verlässt dann völlig die Bahn, „Denn Selbstverwirklichung heisst in letzter Konsequent nichts Anderes:
        Um das ersehnte Ziel zu erreichen, (nach Möglichkeit und auf Grund des „Rechts“ des Stärkeren) bereit zu sein, bei dem Vormarsch auf Nichts – nicht auf Gott und die Welt – Rücksicht zu nehmen. Auf dem Altar dieser Ideologie, sollte offensichtlich sogar die wichtigste Zelle menschlicher Gemeinschaft, die Familie auch auf der Strecke bleiben.“ ist das Ihre Auffassung von Argumentation? Selbstverwirklichung ist der Teufel der Zukunft?
        Mit dem nachfolgendem Absatz heben Sie ab und befinden sich damit im freien Raum von Wort, Logik und Zusammenhang. Es erinnert mich sehr stark an etwas, was war es doch gleich.

  5. Solange wir nicht vergessen, dass menschliche Güte nicht von Doktrin abhängt und gute Atheisten nicht von Haus schlechter sind als schlecht Christen….

    • Wegen ihren sachlichen Beiträgen von mir wirklich hochgeschätzter Herr Kálnoky!

      Ich bin mittlerweile wohl ein gläubigerer Mensch geworden, doch bin ich kein praktizierender Christ. Ich bewundere allerdings Jesus Christus, weil er sich nicht scheute, von uns fehlbaren Geschöpfen schier Unmögliches zu verlangen: Liebe deinen Nächsten,… Mit dieser kategorischem Imperativ wurde die Latte sehr, sehr hoch gesetzt.

      Es wäre trotzdem schön, wenn mehr und mehr Menschen sich leisten könnten, sich in Richtung dieses „unmenschlichem“ Ziels auszurichten .

      Übrigens versuche es mit Goethe zu halten, auch wenn es mir u.U. nicht immer gelingt: „Edel sei der Mensch…“ den Rest kennen Sie wohl besser als ich.

      Allein schon dies dürfte vollauf genügen, um ein hochwertiger Mensch zu sein.

      Zum Schluss: Ich habe sogar bei den Dogon in Mali, oder noch mehr bei den Siks in Amritsar gegenüber Andersgläubigen wesentlich mehr Toleranz erlebt, als bei den in Europa etablierten grossen Weltreligionen.

  6. HV so vermessen und eingebildet bin ich nicht, dass ich glaube, die ungarischen Konservativen würden auf ausländische Journalisten warten, um zu wissen wie es in ihrer Heimat steht. Es lohnt insbesondere auf konservative Wirtschaftsfachleute zu achten und ihre Texte aufmerksam zu lesen.
    Auch wenn Sie mich immer wieder in eine ideologische Schublade stecken, glaube ich, dass ich nicht dort bin. Und auch das was ich über Sie sagte war ja nur ein momentaner Eindruck und auch nicht ehrenrührig. Wenn ich Sie bei einem meiner nächsten Vorträge in Deutschland wieder erwähne, kann ich gerne hinzufügen: nach meiner Einschätzung.
    Palóc, ich habe da einiges gelesen, denn da gab es auch auf andere Websites Hinweise auf dieses Interview. Natürlich beziehe ich mich auf dieTexte die ich gelesen habe und wie es hier üblich ist, gebe ich meine subjektive Meinung bekannt. D.h. ich kann damit leben, wenn Sie meinen, dass das ein Musterbeispiel für guten Journalismus ist.
    Fakt ist, dass der gleiche Text von verschiedenen Menschen verschieden beurteilt wird. Selten gibt es Einstimmigkeit, wie im Fall des Peter Obersovszky, der ein grottenschlechtes Interview mit Pál Schmitt geführt hat. Das ist die Ausnahme.
    Und ein hier schnell geschriebener Text ist ja keine Rezension oder Expertise sondern lediglich eine unmaßgebliche Privatmeinung, der keine besondere Bedeutung zugemessen werden soll. Denn wenn die Kommission denkt, ihr den Pulitzerpreis zu verleihen, wird sich diese nicht an mich wenden und um meine Meinung fragen. (Ironie)

    • „Kann man dann überhaupt noch von einem Interview sprechen?
      Was ist dann der Sinn eines solchen Interviews?
      Können sie mich als erfahrener Journalist darüber aufklären? (Szarvasi)“

      Geschätzter Herr Karl Pfeiffer,

      Ich bin weder erfahrener, noch überhaupt Journalist, doch angesichts Ihrer Bemerkungen und der Fragen von Szarvasi, drängt sich eine noch wichtigere Frage auf:

      Wieso meldet er Sie, oder melden Sie sich nicht selbst für solche anspruchsvolle Aufgaben gegen diesen Nichtsnutz Viktor Orban an?

      „Szarvasi, die Dame hat wenig Ahnung über Ungarn und das konnte man fühlen.“

      Ich meinerseits kann aufgrund Ihrer Leistungen auf diesem Blog fühlen, dass Sie über Land und Leute in Ungarn untrüglich genauen Bescheid wissen; über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Ungarn.

      Solche Koryphäen des Faches, wie Sie brauchten bestimmt keine Spickzettel, um richtig nachstiessen zu können.

      KP, ist meine Einschätzung bezüglich Ihrer Qualifikation richtig, oder befinde ich mich vollkommen auf dem Holzweg?

      • Geschätzter Karl Pfeiffer,

        Die jahrelange konzentrierte „action“ von MSZP und SZDS, ihre schweisstreibenden Lobbyarbeit, um die Ungarn im Ausland unmöglich zu machen, scheint auf die Dauer den sonst schon demoralisierten linksliberalen Lager in Ungarn, letzten Endes laufend nichts als nur Blamagen zu bescheren (Auch wenn solche Blamagen von diesen Teufelskerlen wie Nichts abprallen).

        Nach meiner Meinung hat dieser Verein diese Strafe auch verdient. Diese Sorte von Sozliberalen fördern richtig nur Mitläufer, die zum innersten Kreis gehören. Diese sind aber, wie es uns die Erfahrung lehrt, trotzdem nicht immer die klügsten Köpfe, sondern, wie auch die von Ihnen qualifizierte Orban-Interviewerin, blutige Amateure.

        Hätte sonst Bajnai, hochwohlgeborener Gänserich von der Gans, zB. den guten alten Oberfunktionär Hunvald wegen Korruption verhaften lassen müssen, um wenigsten nur für eine kurze Zeit, also vorübergehend, noch schlimmeres für den Sozi-Verein bei den Gerichten abwenden zu können?

        KP, um Gotte Willen, ich möchte Ihnen nicht schmeicheln, doch ich finde, Sie hätten ein besseres Los verdient! Sie liefern für mich gleich das beste Beispiel dafür, dass:

        Mag man sich als echter linksliberaler Demokrat für die gemeinsame Sache noch so abrackern, in der Karriere kommt man nicht vom Fleck, wenn man nicht zum innersten Kreis gehört.

        Ich wünsche ihnen künftig mehr Erfolg.

      • @ Ignac Unger: Wie die meisten Kommentatoren zutreffend anmerken, sind Ihre Ausführungen in der Sache nichtssagend, und in der Formulierung ermüdend. Ich darf Sie ermuntern, sich zu den Themen der einzelnen Posts zu äußern. Oder muss ich annehmen, dass es Ihr Dauerziel ist, die Diskussion (die mal mehr, mal weniger erfolgreich geführt wird) durch einen nur der Selbstdarstellung dienlichen Redeschwall zu stören?

    • „Auch wenn Sie mich immer wieder in eine ideologische Schublade stecken“

      Aufgrund Ihrer ständig souveränen Urteile war ich der Ansicht, dass Sie Ihre Schublade sich höchst selbst aus unfehlbarer Überzeugung gewählt haben.

      „glaube ich, dass ich nicht dort bin“

      Dies könnte aber ein Trugschluss sein, dem man leicht verfällt. Aus gewisser Distanz kann man immer bessere Diagnosen stellen. Oder nicht?

    • @Ich wünsche ihnen künftig mehr Erfolg

      Ist das was sie hier schreiben, der ernsthafter Versuch eines konstruktiven Dialogs, der von den meisten auf HV angestrebt wird oder wieder eine der üblichen Selbstgespräche – mit der sie uns Einblick in ihr Innerstes gewähren wollen?

  7. Ignac Unger
    Wenn man keine Argumente hat kommen die ad hominem Bemerkungen, die noch dazu von Unwissenheit strotzen.
    Welche Karriere kann Ihrer Meinung nach ein 84jähriger Journalist, der erst als 51jähriger Journalist wurde, machen? Welche Karriere kann er anstreben?
    Man kann die feine Waffe der Ironie nützen, wie das hier HV manchmal macht oder den Holzhammer, wie Sie das tun. Was und wie Sie das hier sagen hat nichts mit mir aber alles mit Ihnen zu tun.

    • Geehrter William Shakespeare!

      Das „geehrter” ist hier wirklich nicht im Geringsten ironisch oder sarkastisch gemeint. Achtung steht, so wurde ich erzogen, dem Alter vorbehaltlos zu.

      Sie haben recht: In Ihrem Alter hat nicht einmal das Wort „Karriere” Bedeutung, geschweigedenn Karriere selbst. Ich bin aber Überzeugt, dass ein Mann, der in seinem Leben so viel mehr gesehen und erlebt haben muss als auch ich, doch wohl verstand, dass meine diesbezüglichen Worte gar nicht auf ihn persönlich gemünzt waren. Sie sollen viel allgemeiner für die aufstrebenden jungen Titanen des linksliberalen politischen Lagers auf diesem Blog ihre Geltung haben.

      Nehmen Sie es bitte nicht als Anbiederung, doch haben mich diese Ihre wenigen sehr menschlichen Worte – auch in Begleitung des eingepackten Seitenhiebe – recht berührt, denn solches war ich von Ihnen bis jetzt gar nicht gewohnt. Auf Grund Ihrer Kommentare präsentierten Sie sich, als gnadenlos unversönlicher Gegener uns Ungaren. Und jetzt nach Ihrem Hinweis als vergrämter alter, doch rüstiger, aber vor allem gefärlicher Mann, der von uns nicht unterschätzt werden darf. Muss es unbedingt sein?

      Herr Pfeiffer, auch auf die Gefahr hin, dass ich Ihnen gegenüber trotz Ihres respektablen Alters jetzt doch noch respektlos erscheine, komme ich nicht umhin auszusprechen: Auch „Alter schützt nicht vor Torheit”.

      Vor Irrtümern bestimmt nicht.

  8. „N.Farkas

    Herr Unger,
    ich hoffe inständigst, Sie fühlen sich nicht verpflichtet uns im

    Dezember auch Ihre weihnachtlichen Gedanken mitzuteilen. Braucht´s nicht.
    Danke.“
    Mag sein ,daß Wölfe Rudeltiere sind, aber bitte „uns“ nicht dazu rechnen. Hier sind Andere, die berechtigt sind die königliche Mehrzahl zu verwenden.
    “ uns“ ???

      • Wenn Sie in Ihrem Browser die Cookies deaktivieren, könnten Sie Wahlergebnisse erreichen, wie dereinst Rákosi und Kádár oder heute Putin in Russland!

        Es lebe die Volksdemokratie!

        (Vielleicht hat Ignác Unger ja doch noch mehr drauf, als nur süßes Osterlikor und die Auferstehung! Warum immer gleich die Neuen totbeißen!)

  9. Hunarianvoice,

    Ich empfinde Ihr Kommentar, nicht als den Versuch mir den Mund zu verbieten, eher als konstruktive Kritik. Auf jeden Fall will ich erst in mich gehen und später antworten.

    Ihre kollegiale Hilfe für Herrn Pfeiffer entspricht 100%-ig christlicher Anforderungen.

    Hochatungsvoll

    Ignac Unger

    • Sie schätzen mich richtig ein. Ich möchte niemandem den Mund verbieten. Ich lege aber Wert auf eine sinnvolle Debatte, die ruhig streitig geführt werden soll. Jeder (und damit meine ich jetzt nicht konkret Sie) muss selbst entscheiden, ob ihm die Zeit für Selbstdarstellung nicht zu schade ist.

      Der jeweiligen „Sache“ dient es jedenfalls nicht, wenn man jeden, der anderer Auffassung ist, persönlich attackiert. Sie werden mir vielleicht zustimmen, dass diese Art der (fehlenden) Streitkultur eines der großen Probleme in der ungarischen Politik ist. Wenn Sie den Blog länger lesen, wissen Sie, dass ich dafür – anders als György Dalos – beide politischen Lager verantwortlich mache.

      Generell gilt: Wer sich nicht zurückhält, wer gegen die Forenregeln verstößt, insbesondere Diskutanten (oder mich) persönlich herabwürdigt, beleidigt oder nur seiner eigenen Arroganz fröhnt, der fliegt früher oder später raus oder wird gekürzt, wie das in jedem Diskussionsforum bei Zeitungsartikeln passiert. Für das Lesen manch eines Schwachsinns ist mir nämlich meine Zeit zu schade, auch wenn mir dann „Zensur“ vorgeworfen wird; ich bin berufstätig und mache das hier nur, weil es mir Spaß macht und ich naiv genug bin zu glauben, dass Hungarian Voice einen kleinen Teil zur Information beitragen kann und (noch mehr) eine offene Diskussion immer von Vorteil ist. Mit der Feindseligkeit derer, die anderer Meinung, habe ich zu leben gelernt (einer der früheren „Diskutanten“ warf mir an anderer Stelle im Internet sogar vor, ich „sei Fidesz“ 🙂 … wer mir nach solchen intellektuellen Totalausfällen unterstellt, ich sei ein Anhänger von Verschwörungstheorien, wenn ich die zum Teil sehr einseitige Berichterstattung über Ungarn kritisiere und über die möglichen Ursachen spreche, der erntet wirklich nicht mehr als ein müdes Lächeln.)

  10. „Sie schätzen mich richtig ein.“

    Geschätzter Hungagrianvoice,

    Ich engagiere mich an Ihrem Blog gerne für die Sache meiner Heimat, und lasse mich deshalb auch konstruktiv belehren, weil Sie es souverän mit Anstand fertiggebracht haben, aus Ihrem Blog, das bedeutendste deutschsprachige (oder sogar generell fremdsprachige) Forum zu machen.

    Ich meldete mich hier nicht zu Wort, um Sie wegen Ihrem Fairness Gläubigern von Ihnen nicht Vertretenen extremen ideologischen Ansichten einschätzen zu dürfen, sondern weil Ich ihre Art Schätze. Ihre Zurückhaltung, Ihre milde, feine Ironie gegenüber Andersgepolten (ich bin nicht so vermessen und egoistisch da nur an mich zu denken), auch wenn diese sich äusserst ungebührlich benehmen, ist zweifelsohne für manche recht imponierend.

    Auch, wenn ich in Detailfragen mit Ihnen lange nicht in Allem konform gehe, finde ich Ihre Toleranz, in einer absolut intoleranten Umgebung echt beispielhaft.

    Ich fühle mich noch jung genug, in diesem Fach erst recht, um nicht dazulernen zu können. Die Ungarn sind, so sehe ich, in ihrer Lebesaufassung nicht überheblich, und auf alle Fälle bescheiden genug, um die Ansicht zu vertreten: „A jó pap is holtig tanul“

    Dies nur vorab in Bezug „Einschätzung“.

    Für eine substantielle Stellungnahme zu einzelnen Punkten Ihrer zwei letzen Bemerkungen, soweit diese mich oder auch mich betreffen, brauche ich noch etwas Zeit und Überlegung.

    • „Si tacuisses, philosophus mansisses.“

      Lieber Herr N. Fakrkas,

      Schön, dass Sie es nicht nötig fanden, mir auch gleich die ungarische Übersetzung dieser lateinischen Lebensweisheit mitzuliefern. Wahrlich, ich habe sie, wenn ich mich recht eentsinne, zum ersten Mal im Kindergarten gehört.

      Ich muss anerkennen, dass auch Sie guter Menschenkenner sind, und mich, wenn schon nicht schätzen, doch richtig einschätzen. Danke!

      Meine Erwiderung ist schon etwas komplexer.

      Ich kann, leider die von mir erkannte Wahrheiten nicht so kurz und bündig zum Ausruck bringen wie Sie (ich bin allerdings bestrebt, mich weiterzuentwickeln), deshalb liefere ich gleich des Rätsels Lösung mit:

      „lupus est homo homini, non homo, quom qualis sit non novit.“

      „Ein Wolf, kein Mensch, ist der Mensch dem Menschen, solange er nicht weiß, welcher Art er ist.“

      PS.:
      Ich bin Ihnen an anderer Stelle noch zu weiterem Dank verpflichtet, und ich werde dieser Pflicht gewissenhaft nachkommen.

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