TGM im Interview mit Egon Rónai

Für alle, die überrascht sind, dass ich ein ATV-Interview mt Gáspár Miklós Tamás verlinke:

Man muss mit „TGM“ nicht einer Meinung sein. Er war in seiner politischen Karriere Anarchist, Liberaler, vertrat konservative zwischenzeitlich gar Werte, um nun – mehr als 20 Jahre nach der Wende – wieder zum Marxisten zu werden. Er ist – wie einer der von ATV befragten Zuseher – allemal ein „Farbtupfer“ in der ungarischen Politik, kritisiert die ungarische Regierung und ihre Politik heftigst, ebenso beklagt er sich jedoch über das „Fehlen einer echten Linken“ in Ungarn, die MSZP/SZDSZ bezeichnet er als „Ajatollahs des freien Marktes“. Sie würden auch dann nicht zu „Linken“, wenn sie hin und wieder ein Che Guevara T-Shirt anzögen und die Internationale erklingen ließen.

Kontrovers zu diskutieren sein wird etwa die Aussage TGMs, dass die mittelosteuropäischen Länder – wie Ungarn – nichts dafür könnten, dass sie in der jetzigen Lage seien. Hier seien mächtige, internationale, wirtschaftliche Interessengruppen am Werk (er betont, es gehe ihm nicht um verschwörerische Geheimbunde), gegen deren Willen sich aufzulehnen beinahe unmöglich sei. Eine These, die – wenn sie aus dem Fidesz käme – unverzüglich als nationalistisch und „antisemitischer Code“ abgetan würde.

Das Porträt TGMs, dessen bissige Anmerkungen wohl bezweifeln lassen, dass in Ungarn Zensur herrscht, die Kritik an der Regierung unmöglich mache, ist im Hinblick auf die Person TGMs und insbesondere das, was er der sog. ungarischen Linken ins Stammbuch schreibt, allemal sehenswert und erfrischend amüsant, wie ich finde:

http://atv.hu/videotar/20120413_tamas_gaspar_miklos

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Ein Kommentar zu “TGM im Interview mit Egon Rónai

  1. Tamás Gáspár Miklós,

    war schon immer ein ideologisch gewichtiger Paradiesvogel der ungarischen Linksliberalen Szene. Seit seiner Übersiedlung aus dem Wahnsinn-Staat, was Ceausescu aus Rumänien fabrizierte in das auch in der kommunistischen Zwangjacke liberale Ungarn hat er es fertiggebracht, sich bis zum heutigen Tag Gehör zu verschaffen.

    Ich möchte Karl Pfeiffer wärmsten empfälen, den Ausführungen seines Kollegen über die wahre Situation betreffs der sog. Linke in Ungarn, aufmeksamm zuzuhören.

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