Eurovision-Chicks analysieren die ungarische Politik

Abermals kann sich der Eurovision Song Contest der Debatte um die ungarische Politik nicht entziehen. Welche Stilblüten der fehlende Sachverstand, gepaart mit dem Drang, seine (frei nach Georg Schramm) „intellektuelle Notdurft“ zu verrichten und um jeden Preis sein tagesaktuelles Statement abzugeben, wieder einmal hervorbringt, sieht man hier:

Ein must see. Zwei von außenpolitischem Wissen nur so strotzende junge Damen stellen den ungarischen Beitrag für Baku vor und äußern sich über die mutmaßliche „Einflussnahme“ der Politik auf die Wahl des Kandidaten Compact Disco („Sound of our Hearts„). Und natürlich über die  eingeschränkte Pressefreiheit.

Bernadette Hirschfelder (MDR) ist die Expertin im Studio. Sie erläutert, dass das ungarische Publikum nur bis zum Halbfinale ein Mitbestimmungsrecht gehabt habe. Der Finalist sei dann allerdings von einer Fachjury, bestehend aus vier (man höre und staune) „Menschen“, bestimmt worden. Zusatzinfo: die Bewerbung der „vier Zackelschafe“, der „vier Graurinder“ und „vier Mangalica-Schweine“ um die begehrten Versorgungsposten in der Jury wurde durch ein im Alleingang durchgeboxtes Ministerialdekret in letzter Minute verworfen.

Auf den Vorhalt, dass die Pressefreiheit in Ungarn „ja etwas eingegrenzt sei“ sowie die Frage, inwieweit die Regierung denn auf den Ausgang „Einfluss nehmen“ konnte, führt die Expertin weiter aus: Sie wisse zwar nicht, ob die Regierung überhaupt Einfluss genommen habe. Wenn man aber die „Fakten“ auf den Tisch lege, könne man es „leicht vermuten“. Schließlich habe Ministerpräsident Viktor Orbán so viel Geld wie nie zuvor in den Contest investiert (was wohl der IWF dazu sagt?). Und da die Fachjury die Entscheidung treffen konnte, sei doch zu vermuten, dass „die Politik die Finger im Spiel“ gehabt habe. Aber man wisse es natürlich nicht.

Doch dann die Überraschung: Unabhängig von der Politik findet Frau Hirschfelder den Song „großartig“ und gibt ihm 12 Punkte. Denn sie habe erwartet, dass ein paar Leute in Trachten auf die Bühne kommen und „irgendwas ungarisches“ singen, vielleicht noch „Gulasch hinterher“…

Was lernen wir daraus? Der „Zensor“ (Zitat des ZDF-Chefredakteurs) Viktor Orbán beschränkt zwar die Pressefreiheit und schickt „vier Menschen“, um die Kandidaten zu bestimmen. Aber da Orbán ja nach den Vorstellungen vieler ohnehin alles selbst bestimmt, hatte er womöglich auch hier selbst die Finger im Spiel. Und dennoch läuft scheinbar alles, jedenfalls im Polit-Mikrokosmos ESC. Statt Gulasch und Trachten machen die Menschen von Compact Disco gute Musik. Und das auch noch auf englisch.

Ich wünsche mir Achim Mentzel zurück und Frau Hirschfelder an dieser Stelle viel Erfolg als Chefin der außenpolitischen Redaktion des MDR, zu der sie zweifellos alsbald berufen werden dürfte.  Bis sie das Alter von Peter Frey (ZDF) erreicht, wird sie das nötige Wissen hinzugewinnen, um ebenso flammend gegen den „Ernstfall Ungarn“ zu Felde zu ziehen.

Und bevor ich es vergesse: Diese – und viele andere – niveauvolle Sendungen finanziert wieder einmal der deutsche Zwangsgebührenzahler. Und als Entschuldigung für unsere ungarischen Leser: So denkt bei weitem nicht jeder Deutsche.

Und weil es so schön war, hier noch einmal das Lied ohne das Politgekreische von Pseudo-MTV:

http://www.youtube.com/watch?v=qVXhElLlWb8

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36 Kommentare zu “Eurovision-Chicks analysieren die ungarische Politik

    • @HV
      „Und bevor ich es vergesse: Diese – und viele andere – niveauvolle Sendungen finanziert wieder einmal der deutsche Zwangsgebührenzahler.“

      Bevor ich es vergesse. Ich habe gar kein Fernsehen, daher muss ich mich auch nicht über das Niveau der aktuellen Beträge aufregen. Weder in Deutschland, noch in Ungarn!
      Also nicht aufregen >> abschalten!

      Aber bevor ich es vergesse. Es soll in Deutschland auch noch Programme geben wie Phoenix und arte. Gibt es die auch in Ungarn?

      • @HV,

        aber warum schauen sie sich dann diesen Schwachsinn an?

        Als die Privatsender mit ihren Tutti Frutti-Niveau nach Berlusconi-Vorbild anfingen, das einmal gute Niveau des (öffentlich-rechtlichen) Fernsehen unter die Schmerzgrenze zu senken und die Öffentlich-Rechtlichen glaubten im Trend liegen zu müssen – habe ich die Nabelschnur gekappt.

        Außerdem lebe ich zur Zeit im Ausland und was mir das geboten wird, das spottet jeder Beschreibung.

        Mich würde mal interessieren, wer von der verehrten Leserschaft den Mut hat, sich zu outen, dass er (wie ich) ohne die Klotze leben kann 🙂

      • Mir wurde der Link zugesendet, Szarvasi. Ignorieren hilft auch nicht, vielmehr ist die Sache im Kern ernst. Solche Stilblüten sind die Nebenwirkung der fast zwei Jahre andauernden Medienhysterie. Ohne die würde sich nicht jeder Dimpfl befähigt fühlen, ein paar Stichworte beizutragen. Was dabei herauskommt, wissen wir: Trachten und Gulasch, wenn auch in verschiedenen Abstufungen.

      • @HV
        „Was dabei herauskommt, wissen wir: Trachten und Gulasch, wenn auch in verschiedenen Abstufungen.“

        Aber ist das was wirklich neues? Im Vorwort zu seinem Ungarn-Buch schrieb der von mir geschätzte Jörg K. Hoensch, dass das Ungarnbild in den 70er Jahren vor allem durch Puszta-Romantik (Piroschka) und Operetten-Unterhaltung à la Marika Rökk geprägt war. Damals war Ungarn das mit Abstand beliebteste Land in Europa, gefolgt von Frankreich glaube ich mich errinern zu können. Ich habe das Buch leider nicht hier, es steht in meiner Bibliothek in Ungarn, daher kann ich das Umfrageergebnis nicht im Datail wiedergeben. Die Sympathiewerte für die Magyaren erlebten dann Anfang der 90er Jahre bedingt durch die Maueröffnung noch einmal eine Renaissance.

        Warum hat das Bild so grundlegend geändert. Das ist sicher eine berechtigte Frage! Und ich will mal die These wagen, dass das Ungarn-Bild der Deutschen (mit Plattensee, Puszta-Romantik, Paprika und Gulasch) sich nicht wirklich geändert hat. Geändert hat sich die Meinung über die ungarische Politik und das verdanken wir der – aus westlichen Blickwinkel – unverständlichen und unberechenbaren Politik der Regierung Orbán!

        Was mich wirklich betroffen macht, ist das schlechte Image, das die ungarische Regierung bei den Wirtschafts-Kapitänen in Ungarn und bei den Finanz-Jongleuren im Ausland hat. Und dafür sind die Kommunikationsprofis der Orbánregierung verantwortlich und nicht die Presse in Dland. Aber das haben wir beide ja schon an einer anderen Stelle diskutiert!

      • Lieber Szarvasi,

        Sie haben zwar Recht, was die Kommunikation und die Fehler der Regierung Orbán angeht. Sie ist zum Teil dafür verantwortlich, da sie vielen (um Hirschfelders gelungene Umschreibung zu verwenden) „Menschen“ 🙂 auf die Füße gestiegen ist. Aber wollen Sie ernsthaft die These aufstellen, die Falschberichte, die nach Westen drangen, seien von Fidesz oder der ungarischen Regierung verschuldet? Wohl kaum. Da müssen sich die Herrschaften in den Redaktionen schon an die eigene Nase fassen. Beispiele?

        1. Das Mediengesetz sah keine Strafen für unausgewogene Berichterstattung vor, auch wenn die dpa das verbreitete.
        2. István Stumpf ist zweifellos Jurist, auch wenn Krisztina Koenen das Gegenteil behauptete.
        3. Jobbik ist nicht an der an der ungarischen Regierung beteiligt, selbst wenn Jochanan Shelliem (DRadio) das sagte.
        4. Und Fidesz führte 2010 keinen „massiv antisemitischen Wahlkampf“, auch wenn Karl Pfeifer das schrieb.

        Ich kann diese Fehlinformationen nun wirklich nicht Orbán vorwerfen. Und da insbesondere Punkt 1. maßgeblich die Debatte um das Mediengesetz bestimmte (und vom Überbringer der Botschaft bis heute nicht korrigiert wurde), hat die Presse ihren Anteil, das Image Ungarns massiv geschädigt zu haben. Und im Hinblick auf fehlende Richtigstellungen unterstelle ich eine – nur aus 1998-2002 bekannte – Feindseligkeit. Die sich, wie man bei den zwei Tratschweibern von MDR sieht, mit Unwissenheit paart.

        Sie wissen doch, dass sich die Mehrheit der Deutschen nicht so mit ungarischen Themen auskennt wie z.B. Sie. Sie glaubt an „Trachten und Gulasch“, und frisst das, was man ihr vorwirft. Ich weiß nicht, wie viele Diskussionen ich hierzulande geführt habe und mich schwer tat, die Menschen von der Unrichtigkeit der o.g. Ziffer 1.-These der dpa zu überzeugen. Die Antwort war: „Es stand doch in der Süddeutschen“. Bravo :-).

        Gerade in Deutschland scheint man Artikel über andere „faschistische Diktaturen“ mituntern gerne aufzunehmen; es lenkt wohltuend von der eigenen Geschichte ab. Sagt Andreas Oplatka, dessen Sachverstand ich sehr schätze.

      • @szarvasi bzgl Ungarn-Clichés

        Ich hatte dieses Thema – die Clichés und die Realität – vor acht Jahren einmal beleuchtet:

        http://www.welt.de/print-welt/article310762/Der-Puszta-Playboy.html

        Heute müsste man es wohl umgekehrt schreiben da die Clichés sich tatschlich ins Gegenteil verkehrt haben.

        Den Grund sehe ich nicht nur in der fast kriminell verzerrenden Berichterstattung durch viele Medien (HVs treffliche Klarstellung erspart mir eine Replik) sondern ich fürchte, es geht etwas tiefer.

        Allgemein weht ein neuer, fremdenfeindlicher Wind in Westeuropa, und obwohl es derzeit noch gegen Muslime, Türken und Araber geht, fürchte ich, dass eine Verächtlichmachung und Kriminalisierung der Menschen aus dem früheren Ostblock als nächstes kommt. Erste Ansätze sind in England und Holland zu erkennen, das beginnt mit Empörung über „kriminelle Einwanderer“ und wird dann extrapoliert auf deren Ursprungsländer und deren „minderwertige“ Bevölkerungen. Der neue Hass gegen Ungarn nährt sich, wie ich fürchte, teilweise auch aus diesem noch latenten Impuls. Vieleicht ist es auch ein unbewusster Grund für die seltsam wuterfüllte Ungarn-Berichterstattiung.

      • Es gibt eine Umfrage der Paul Lazarsfeld-Gesellschaft für Sozialforschung aus dem Januar 2000 über österreichischen Ethnozentrismus und Xenophobie. Schon vier Jahre vor dem ungarischen EU-Beitritt lehnten 13% der Österreicher „Den Ungarn“ ab. Keine Ablehnung signalisierten nur 56% der Österreicher. Die Situation dürfte heute nicht besser sein.

        Über die Situation in Deutschland kenne ich keine Statistik. Ich erinnere mich aber sehr gut, was alles gesagt wurde, als ich mich 1977 entschloss, nach Ungarn zu gehen. „DER“ Ungar wurde mit „Zigeuner“ gleichgesetzt.
        Es gab die typischen „Ungarnwitze“, über die nur Deutsche lachen konnten: Ich erinnere mich an diesen:
        Im Zug nach Budapest kommt der Mitropa-Kellner und bietet Getränke feil. Auf die Frage, ob es auch etwas zu essen gäbe, zeigt er eine kleine, grüne verschrumpelte Wurst und antwortet auf die Frage, was das denn sei: „Das ist eine ungarische Spezialität“.

        Es gibt in Deutschland unterschieliche Generationsidentitäten und Vorurteilsstrukturen. Wer über Ungarn negativ berichten will, findet jedenfalls viele Anknüpfungspunkte. Ich kenne keine Umfrage zum Antiziganismus in Europa. Aber ich vermute, dass mit Orbán das angstbesetzte „Bild vom Zigeuner“ auflebt, das sich durch Rohheit, Schmutzigkeit und andere vor-zivilisatorische Merkmale und Verhaltensweisen auszeichnet.

      • @HV

        Schade, ich habe versucht, die im Persönlichen verfangene Diskussion auf die Metaeben zu bringen, dass man zwischen der Sympathie für ein Land einerseits und der kritischen Einstellung zu den Akteuren der Politik andererseits unterscheiden sollte. Denn viele Deutsche sind durchaus in der Lage zwischen Herrn Orbán einerseits und „den Ungarn“ anderseits zu unterscheiden. Leider wird Kritik an Herrn Orbán oft mit einem Angriff auf alle Ungarn gleichgesetzt!

        Das scheint mir ein hermeneutische Problem zu sein und zwar auf beiden Seiten: Wenn man erst einmal in seiner Meinung gefestigt ist, dann wird man immer wieder Beispiel finde, durch die das eigene „Vor-Urteil“ bestätigt wird. Die Folge ist ein Zirkelschluss, bei der der Zusammenhang zwischen Ursachen und Folgen immer mehr verloren geht und einseitige Schuldzuweisungen im Raum stehen bleiben.

        Übrigends: Ich habe nie die These aufgestellt, dass „die Falschberichte, die nach Westen drangen, von Fidesz oder der ungarischen Regierung verschuldet seien?“ Was wollen sie mir damit unterstellen? Feindseligkeit gegenüber Ungarn? Und was soll in diesem Zusammenhang der Hinweis, dass die Deutschen durch den Faschismusvergleich nur von ihrer eigenen Geschichte ablenken sollen?

        Ich habe gesagt, dass sich die Meinung über die ungarische Politik geändert hat und das verdanken wir der – aus westlichen Blickwinkel – unverständlichen und unberechenbaren Politik der Regierung Orbán.
        Und das ist etwas, was auch die im Ungarn tätigen Unternehmer wahrnehmen und dafür können sie nun wirklich nicht die Medien in Deutschland verantwortlich machen (siehe der Bericht der Deutsch-Ungarische Außenhandelskammer).

      • Lieber Szarvasi,

        ich glaube, gerade keine einseitigen Schuldzuweisungen gemacht, sondern auf das „Ursachenbündel“ hingewiesen zu haben. Ich „unter“stelle Ihnen auch nichts, sondern stelle Ihnen die ernst gemeinte Frage, ob Ihre These, dass die ungarische Regierung für das entstandene Bild verantwortlich ist, auch für Falschmeldungen gilt, die verbreitet werden. Sie schrieben nämlich:

        „Was mich wirklich betroffen macht, ist das schlechte Image, das die ungarische Regierung bei den Wirtschafts-Kapitänen in Ungarn und bei den Finanz-Jongleuren im Ausland hat. Und dafür sind die Kommunikationsprofis der Orbánregierung verantwortlich und nicht die Presse in Dland.“

        Von der Mitursächlichkeit verzerrender Berichte las ich nichts, daher auch meine Frage, und die haben Sie leider nicht beantwortet. Also versuche ich es noch einmal: Wer ist verantwortlich für das schlechte Image, dass durch o.g. Falschberichte und bösartige Verzerrungen zustande kommt bzw. mitverursacht wird?

        Es gibt sicher den einen oder anderen, der glaubt, man dürfe (um des heiligen Zwecks willen) alles über Ungarn schreiben, was der Füller hergibt (Sie zähle ich dazu nicht). Und hiergegen wende ich mich. Denn es tötet auf Dauer jede Basis für eine sachliche Diskussion (die wir u.a. hier zu führen versuchen), und die wird auch dann nötig sein, wenn Orbán schon längst abgewählt ist.

        Ich empfehle den Beitrag Oplatkas in der NZZ, dann wissen Sie, was ich meine: So oft, wie der Begriff Faschismus und Nazivergleiche mit Ungarn (gerade aus Deutschland) kommen, halte ich das schon für pathologisch. Oplatka sagt auch etwas zum Thema „Kritik an Orbán“ vs. „Kritik an Ungarn“.

        https://hungarianvoice.wordpress.com/2011/02/11/nzz-kommentar-von-andreas-oplatka-uber-ungarn-die-mitte-und-das-augenmas/

      • „Denn viele Deutsche sind durchaus in der Lage zwischen Herrn Orbán einerseits und “den Ungarn” anderseits zu unterscheiden.“

        Bei dieser Behauptung handelt es sich um eine Verkehrung ins Gegenteil. Tatsächlich gibt es nämlich nur sehr wenig Deutsche, die über ein Basiswissen über die ungarische Sprache und Landeskunde verfügen. Von den Diffamierungen, die sich auf einen mit 52%iger Mehrheit ins Amt gewählten Ministerpräsidenten richten, fällt auch immer etwas für seine Wähler ab. Oder will jemand ernsthaft erklären, dass mit dem Namen Hitler nicht Deutschland assoziiert wird.

        Ich halte aber etwas anderes für wesentlich. Orbán – und mit ihm Ungarn – wurde in den deutschen Medien schon diffamiert, ehe er überhaupt ins Amt gewählt worden war. Ich erinnere mich an den Artikel des großen ungarischen Philosophen TGM in der Wochezeitung „Der Freitag“, deren damaliger Mitherausgeber György Dalos war.

        Ich unterstelle der politischen Linken, die sich als Elite versteht, niemals an einem ergebnisoffenen Dialog interessiert gewesen zu sein, weil es ihr gar nicht in den Sinn kommt, irgendwelche Verantwortung für das Desaster zu übernehmen, das sie in Ungarn verursacht hat.

        Stattdessen hat sie in altbekannter Stasimanier zum Mittel der vorbeugenden Verfolgung ihrer Gegner gegriffen. Wer nicht verstehen will oder kann, was damit gemeint ist, kann z.B. bei David Gill nachlesen.

        Zersetzung ist kein hermeneutisches Problem, sondern seit Lenin linke Politik. Desinformation – andere sprechen verharmlosend von „Falschberichten“ – Zersetzung und Zerschlagung« des »Gegners gehören zu den operativen Spielen linker Machtpolitiker.

      • „@HV
        Schade, ich habe versucht, die im Persönlichen verfangene Diskussion auf die Metaeben zu bringen, dass man zwischen der Sympathie für ein Land einerseits und der kritischen Einstellung zu den Akteuren der Politik andererseits unterscheiden sollte+“

        Lieber Szarvasi,

        Ich glaube Ihnen, dass Sie als Nicht-Ungar so differenzieren, doch ich möchte Ihnen versichern, dass sowohl in Deutschland wie in Österreich recht viele Leute gibt, die Ihnen ähnlich denken. Da sind wir uns schon wieder einig.

      • „das Ungarnbild in den 70er Jahren vor allem durch Puszta-Romantik (Piroschka) und Operetten-Unterhaltung à la Marika Rökk geprägt war“

        Szarvasi,

        Das waren noch Zeiten, leider tempi passati. Heute weht ein ganz anderer Wind.

        Ich habe in jenen Jahren das Glück gehabt im Raimundtheater zu Wien auch Marika Rökk in einer grossartigen Rolle im „Maske in Blau“ zu erleben. Haben Sie sie etwa auch woanders als in einem ihrer zahllosen Filme gesehen?

  1. Danke HV für ihren Kommentar, der mich -ich muss es gestehen-ziemlich erheitert* hat.Ich kann jetzt ganz beruhigt schlafen gehen und von den singenden Zackelschafen, Graurindern träumen und schnarchen wie ein Mangalica.
    Na dann:Gute Nacht!!

    *ist aber wohl schon langsam Galgenhumor,

  2. Möchte als Laienpsychologe darauf verweisen, dass die Frau Hirschfelder während ihrer politischen „Analyse“ nach unten, nach oben auf die Decke – aber nicht ruhig und geradeaus geguckt hat… Ob sie sich wohl in ihrer Haut wohl gefühlt, oder doch auch geahnt hat, wie peinlich es ist, mit solchen Klischees aufzuwarten?

  3. Die Puszta-Gulasch-Klischees gab es schon immer und die wird es immer geben. Das ist nicht schlimm, es gibt auch die Spaghettifresser-LaDolceVita-Italiener, die „Panzer“-Deutsche die Cowboy-Amis und so weiter…

    Das Gespräch der beiden Frauen zeigt aber, was diese (für mich) beispiellose Desinformation über ein Land erreicht und das erlebe ich immer wieder auch in meinem Bekanntenkreis. Der Wissensstand dieser beiden Frauen über die politischen Ereignisse in Ungarn ist leider repräsentativ für die deutsche Bevölkerung. Und da sind die meisten Medienleute und Politiker mit inbegriffen. Wenn Journalisten diese Desinformation weiterverbreiten (nach dem Motto „ich habe keine Ahnung über die Tatsachen, aber diese Tatsachen lege ich auf den Tisch“) dann leisten sie ihren Beitrag zur medialen Kettenreaktion, die sehr wohl im Gange ist. Und Politiker, die sich zum großen Teil aus diesen Medien informieren, sehen sich veranlasst nach Möglichkeiten zu suchen, Ungarn zu bestrafen oder sich in Ungarn einzumischen. Diese Reaktion des Auslands erreicht als Rückkoppelung wiederum die Politik in Ungarn und liefert den oppositionellen Rechtsextremen beste Argumente, ihr Unterstützungspotenzial bei der Bevölkerung noch besser auszureizen.

      • „ich kann in diesem Beitrag nicht viel Inhalt lesen”

        Kugelfuhr, unter den zahlreichen Beiträgen hier gibt es bestimmt auch solche, in denen auch Sie Inhalt finden. Daher wundert es mich, dass Sie ausgerechnet auf einen für Sie inhaltslosem Beitrag reagieren. Viel Sinn macht das nicht…

      • Herr Halász János,
        jeder hat seine Ansicht, ich respektiere das auch wenn ich nicht dieser Ansicht bin. Es sei denn Menschen werden verachtet oder Jemand versucht andere für dumm zu verkaufen. Ihr Beitrag beschäftigt sich um eine Beschuldigung von Menschen die angeblich nicht informiert sind und Sie verurteilen das auf´s schärfste und Ihrerseits machen Sie genau das was Sie verurteilen nämlich sie Beschuldigen Andere keine Ahnung zu haben und angebliche Propaganda zu schüren ohne Wissen dessen ob es so ist. Sie scheren alle über einen Kamm und beschuldigen diese keine Ahnung zu haben. Ist das nicht sinnig? HV hat übrigens eine Nachricht unterschlagen sie war „Herr HV,
        provozieren ? bin ich etwa zu weit gegangen ? dann Pardon.“.
        Dieser Blog ist sehr Witzig, aber ich kenne das ja schon. Ehrliche Diskussion ist halt auch manchmal hart. Ich kritisiere Sie nicht als Mensch sondern nur Ihren Beitrag, und ich finde Sie tun genau das was Sie kritisieren.

      • Bemerkenswert finde ich die Entwicklung der Likes uns Dislikes im Falle des kurzen Wortwechsels zwischen Hungarianvoice und Kugelfuhr. Bis gestern Abend gab es einen klaren Trend zugunsten von HV. Heute Nacht kam die überraschende Trendwende: HV wurde intensiv „disliked“, im gleichen Ausmaß wurde Kugelfuhr „liked“. Die Like-Dislike Maschine wurde anscheinend wieder in Betrieb genommen.

      • @Halász János,
        ich gebe nichts auf Like oder Dislike, warum sollte man seine Meinung daran ausrichten? Wenn Sie auf einem Fidesz blog pro Fidesz schreiben ist ein Plus sicher bei Kontra ein Minus, nur als Beispiel. Ich sah schon einmal den gleichen Kommentar einmal oben +6 einmal unten -2 in einer Liste.

        Wenn einem eine Meinung nicht schmeckt kann man ja immer noch mit Beschuldigungen anfangen, @Ignac Unger, dass ist sehr vielsagend.

      • Kugelfuhr, danke dass Sie doch noch zum Inhalt gekommen sind. Wenn Sie gleich so angefangen hätten, hätten wir uns und HV einige überflüssige Runden erspart. In der Sache sind wir nicht einig, das ist klar. Aber ich respektiere Ihre Meinung, und Ihr Stichwort „ehrliche Diskussion“ gefällt mir ausgesprochen gut.

  4. „Heute müsste man es wohl umgekehrt schreiben da die Clichés sich tatschlich ins Gegenteil verkehrt haben.“

    Herr Kálnoky,

    Es gibt also doch noch „Wunder“ in unserer versachlichten Welt, auch wenn das Zustandekommen ohne tätige Hilfe nicht so von selbst geschehen wäre.

    Man könnte also auch sagen, dass die Clichés sich einem aktuellen Bedarf entsprechend ins Gegenteil verkehrt worden sind.

  5. Danke für die Musik!
    Was ist übrigens mit AndoDrome geworden? Ich war vor ein paar Jahren auf einem Konzert, und so wie ich sie gesehen habe denke ich, dass sie allein mit den folgenden Liedern die nächsten 3 Eurovision song contest in Folge gewinnen würden:


    …ja würden

  6. „Na, HV, jetzt sind Sie aber zynisch geworden. Kennen Sie eigentlich schon den hier: http://www.youtube.com/watch?v=UeIqrFXH1NI ? Finde ich noch viel besser!“

    Hochgeschätzter Ungarnfreund,

    Ihr Hinweis ist für uns Ungarn echt goldwert.

    Die von Ihnen „zitierten” bildlichen Aufklärungssequenzen beweisen die tiefe Verpflichtung der Investoren für beinahe überirsdisches Demokratieverständnis.

    Da wird niemand ausgegrenzt!

    Es ist rührend, wie auch an die Humanrechte der funktionalen Analphabeten gedacht und dafür gesorgt wird, dass auch diejenigen, die des Lesens-Verstehens nicht ganz mächtig sind, die Segnungen der Aufklärung über Ungarn und die Ungarn nicht entbehren müssen.

    • „Logo“ ist eine Nachrichtensendug für Kinder. Deshalb ist der Beitrag so „bildlich“. Ich gebe Ihnen aber insofern Recht, dass die Sendung zeigt, wie sehr „Ungarn“ bei den deutschen Medien in Mode gekommen ist.

      • „“Logo” ist eine Nachrichtensendug für Kinder. Deshalb ist der Beitrag so “bildlich”.“

        Danke Ungarnfreund, ich habe das nicht gewusst.

        Ich finde, es wäre klüger, Kinder mit anderen Märchen zu erfreuen.

  7. Hallo Halász János,

    Vom vielen billigen Pop-Geschmäus, das weltweit produziert wird soll man nicht zuviel erwarten. Auch dann nicht, wenn einige „Ohrwürmer“ darunter sind.

    Ich finde mit vielen Kritikern auch, dass das Schlimmste aber die meisten Texte sind. Pubertärer Ramsch.

    Das ganze basiert letzten Endes nur auf Selbsthass, der auf das sogenannte System und die Gesellschaft projiziert wird: „Niemand hat mich lieb, möh, möh. Scheiss-Kapitalismus.

    Um bei diesen Produktionen nicht einzuschlafen, wird die Chose mit etwas Aktuell-Ungarischem (nicht mit Paprika gewürzt) sondern bloss notdürftig aufgemöbelt.

    Oder täusche ich mich?

  8. Pingback: “Brüller des Tages”: Kindernachrichtensendung “Logo” gibt Ungarn die “rote Karte” | Hungarian Voice - Ungarn News Blog

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