Gyurcsány holt zum verbalen Gegenangriff aus

Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány hat bei seiner heutigen Rede zum 1. Mai auch zu den Plagiatsvorwürfen im Zusammenhang mit seiner Diplomarbeit ausdem Jahr 1984 Stellung genommen und holte zum verbalen Gegenangriff aus:

http://mandiner.hu/cikk/20120501_gyurcsany_a_jobboldal_lophatta_el_a_szakdolgozatot

Sein Gewissen sei rein. Zu den Vorwürfen sagte er: „Sollen sie es doch beweisen! (…) Ich werde sie auf ihr gesamtes Vermögen verklagen. Denn kein Vermögen ist so viel wert wie meine Ehre.“

Ferner deutete der Politiker an, es könnte im Interesse des Fidesz liegen, seine Diplomarbeit und die seines Schwagers Szabolcs Rozs (dem Bruder seiner ersten Frau) verschwinden zu lassen, um ihm den Beweis seiner Unschuld unmöglich zu machen. Zudem sei der Forschungsleiter der Universität von Pécs Fidesz-Stadtrat. Auch die Behauptung, man wolle ihn politisch ermorden, erhob Gyurcsány erneut. Zudem bezeichnete er – auf Frage eines Reporters – die Aussagen der Familie seiner Ex-Frau als Lügen.

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39 Kommentare zu “Gyurcsány holt zum verbalen Gegenangriff aus

  1. Es ist interessant zu beobachten, wie das Unschuldsprinzip, das man bemüht hat, als HVG Beweise für das Plagiat von Pál Schmitt vorlegte, nun im Fall von Gyurcsány nicht mehr zu gelten hat.
    Hier gibt es zwei Möglichkeiten, entweder werden uns die Beweise vorgelegt und dann wäre Schluss mit der politischen Karriere von F.G. oder aber stellt sich heraus, dass dies eine dieser Fidesz so lieb gewonnenen Pauschalbeschuldigungen ist – wie zum Beispiel im Fall Ágnes Heller – und dann könnte diese wie ein Bumerang gegen diejenigen wirken, die damit anfingen.
    Hat nichts mit dem Thema zu tun, doch könnte für die Leser doch interessant sein: In der Ortschaft Gyömrö bei Budapest wurde der Freiheitsplatz in Horthyplatz umgenannt. Ich befürchte, bald wird uns irgendein „Patriot“ erklären, warum das gut sein soll für Gyömrö und für Ungarn.
    http://www.pesterlloyd.net/html/1217horthyplatz.html

    • Oh doch, Herr Pfeifer, das Prinzip der Unschuldsvermutung gilt sehr wohl, ebenso, wie es bei Schmitt galt. Oder eben auch nicht.

      Wurde Herrn Gyurcsány etwa sein Diplom aberkannt?

      Viel interessanter zu beobachten ist, dass diejenigen, die sich mit größter Genugtuung auf den Fall Schmitt stürzten (unter anderem Gyurcsány und sene Bewunderer), nun plötzlich das Interesse an Plagiatsaffären verloren zu haben scheinen. Auch im Standard, der Presse, SZ, Zeit und vielen anderen scheint der Fall nicht „newsworthy“ zu sein. Auch von Tamás Bauer habe ich noch nichts gehört, obwohl der bei der Affäre Schmitt zu denen gehörte, die am weitesten das Maul aufrissen.

      Ich habe Schmitt kritisiert, ich kritisiere Gyurcsány. Was diesen Gleichlauf angeht, habe ich Ihnen (und wenn auch nur dies eine Mal) doch etwas voraus. Und was Ihren Helden angeht: Ihre Aussage vom Bumerang gilt für niemanden mehr als für ihn. Oder wie man auf ungarisch sagen könnte: Visszanyal a fagyi.

      • Lieber HV
        Gyurcsány muß seine Unschuld beweisen?
        In Ungarn gilt doch auch die Unschuldsvermutung – rechtlich gesehen, meine ich.

      • Vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Die Unschuldsvermutung gilt, er hat sein Diplom ja noch. Dass Gyurcsány in der Sache aber schon wieder die Unwahrheit sagt, ist an mehreren Punkten dokumentierbar. Und darauf beruht meine Kritik.

    • Herr Pfeifer,
      wurde der Platz in der Ortschaft Gyömrö – die Ortschaft liegt, so viel ich weiss in der Nähe des Flughafens – nach dem Reichsverweser oder dessen Sohn István benannt??

    • Während es für den einen interessant ist, zu beobachten, genießen andere es, wenn sie in das politische Geschehen eingreifen und den Lauf der Geschichte mitgestalten dürfen.

      Noch ehe hier aber überhaupt auch nur ein Verdacht geäußert wird, wollen wir festhalten:

      Die Schuld trägt Viktor Orbán.

      Das ist offensichtlich. Es reicht, wenn wir ganz allgemein einen Blick auf das mitteleuropäische, insbesondere aber auf das westmittel- und ostmitteleuropäische Gemeinderecht werfen. Um es mit Elisabeth Berger zu sagen: Das Gemeinderecht ist insbesondere in Österreich eine Errungenschaft des Liberalismus. So auch in Ungarn.

      http://www.cajetan.net/forschung_dateien/Das_Gemeinderecht_als_Errungenschaft_d_Liberalismus.pdf

      Obwohl die ungarischen Stände sich gegen die westmitteleuropäische Einflussnahme zwar tapfer wehrten, konnten sie es aber nicht verhindern, dass auch in Ostmitteleuropa Bedingungen entstanden sind, die den Kasus Gyömrő erst ermöglichen.

      Das Regime-Orbán, das seit seiner Machtübernahme keine Gelegenheit ausließ, um seine ethnischen Wurzeln und seine culturelle Verbundenheit mit Vorderasien und dem postkulturrevolutionären Reich der Mitte zu beteuern, hat im Fall Gyömrő völlig versagt.

      Das Regime-Orbán hat Gyömrő der Macht des politischen Liberalismus anheim gegeben.

      Sehen wir uns doch einmal die ‚Vertretungskörperschaft‘ der Stadt Gyömrő ( http://www.gyomro.hu/onkormanyzat/index.php ) etwas näher an. Wir finden unter den insgesamt 11 (in Worten: elf ) Abgeordneten sage und schreibe 8 (in Worten:acht) Abgeordnete des Wahlbündnisses Gyömrőer Kreis ( http://www.gyomro2000kor.hu/ ), darunter auch den Abgeordneten Kossuth und ganze 3 (in Worten: drei) Abgeordnete zur Kompensation, einen Neopfeilkreuzler, einen Delegierten des Gyömrőer Cercles (Gesellschaftskreises) aus de k. u. k. Österreich-Ungarn (http://gyomroitarsaskor.gportal.hu/) und einen Parteisoldaten des Regimes-Orbán von der Partei FIDESZ.

      „Kom|pensation [zu lat. compensare, compensatum = zwei od. mehr Dinge gegeneinander abwägen, ausgleichen] w; -, -en: Ausgleich einer durch krankhafte Organveränderungen gestörten Funktion eines Organs (durch den Organismus selbst oder durch Anwendung medikamentöser Mittel.“
      Quelle: Duden

      Es ist wieder eine dieser Unterlassungssünden des Regimes-Orbán, auf die wir schon so oft, hier aber mit dem Fall Gyömrő ganz hart gestoßen sind. Unter den drei Abgeordneten, die über die Kompensationsliste in das Gyömrőer-Selbstverwaltungs-Organ befindet sich nämlich nur EIN EINZIGER pARTEISOLDAST DER pARTEI DES rEGIMES oRBÁN; NAMENTLICH mIKLÓS sPAITS VON DER rEGIERUNGSPARTEI fidesz.

      Wenn das keine verkehrte Welt ist!!!

      Wieder einmal hat das Regime-Orbán – dessen positives Programm heißt: Erneuerung der ungarischen Cultur im madjarischen Geiste und aus der ungarischen Nation heraus! Magyar sein nach Blut und Geist und, daraus herauswachsend, auch in Politik und Cultur, Gesinnung und That – das ist der wahre Antiliberalismus und Antisozialismus und Antikommunismus und Antiismus – sich selbst entlarvt. (Das habe ich heute auf der Toilette gelesen.)

      Das Regime-Orbán. insbesondere die Partei FIDESZ hat in Gyömrő nichts, aber auch gar nichts zu sagen, weil dort der Gyömrőer Kreis die Organmehrheit hat. Gyömrő ist Gemeinderecht, ist Liberalismus pur.

      Das Regime-Orbán kann in Gyömrő nicht einmal in das politische Geschehen eingreifen, geschweige denn, den Lauf der Geschichte von der Gemeindeebene aus mitgestalten, will sagen:

      Die Nachricht von der Umbenennung des Freiheitsplatzes in Hortyplatz wird sich wie ein Lauffeuer verbreiten, jetzt, nachdem Herr Pfeifer uns seine Beobachtungen mitgeteilt hat.

      … und morgen die ganzen Welt!

      Woran nun wirklich Viktor Orbán schuld ist, dass nach der Panne mit Gyöngyöspata ihm auch noch Gyömrő angehängt werden wird.

      Gyurcsány halte ich hingegen für schuldunfähig, rein vom Gefühl her, ohne damit den Sachverständigengutachten vorgreifen zu wollen, die doch hoffentlich über seine psychische Verfasstheit noch eingeholt werden.

    • Hochgeschätzter Karl Pfeifer,

      Nach systematisch verbreiteten Zerrbildern über Ungarn und vom Ministerpräsidenten Viktor Orban sind Sie nun etwa auch am Rufmord an der Familie Horthy interessiert?

      Ich dachte bis jetzt tatsächlich, dass Sie (wie viele „Salonkommunisten“ im Westen bis vor dem ungarischen Freiheitskampf gegen das bolschewistische Russland) politisch bedingt bloss einen Spleen für den Kommunismus hätten. Ihr unversöhnlicher Hass auf Ungarn und die Ungarn scheint aber andere Ursachen zu haben.

      Sie scheinen so im Banne der monomanischen Ungarnhasserin Magdalena Marsovszky zu stehen, dass Sie sich nicht einmal um unleugbare geschichtliche Tatsachen scheren!

      Ich helfe Ihnen gerne, den von Ihnen eingeschlagenen Irrweg noch rechtzeitig zu verlassen:

      Der deutsche Geheimdienst hat am 15.10.1944 hat Miklós Horthy aus dem noch relativ sicheren Burg in Buda herausgelockt. Nach kurzem Feuergefecht wurde er von einem Kommendo unter Führung des legendären Otto Skorzeny (der für Hitler Mussolini aus einer Bergfestung in den Abruzzen befreite) gefangengenommen, dann in einem Teppich gerollt entführt.

      Der 76 Jahre alte Vater wurde darauf von Wesenmayer-Eichmann und Co u.a. mit dem Leben seines Sohnes erpresst. Angesichts dieses brutalsten Naziterrors wurde der nunmehr ganz machtlose Vater gezwungen, die „Macht“ in Ungarn gegen seinen Willen an den Hiteler-Marionetten Szálasi abzugeben. Anschliessend wurde er mit seiner ganzen Familie auf Befehl Hitlers in sog. Schutzhaft genommen (verhaftet), und in Bayern interniert.

      Der Sohn wurde über Wien direkt ins KZ Mauthausen verschleppt. Seine Zelle lag direkt über dem Krematorium und neben den Folterkammern. So musste er Tag und Nacht die Verzweiflungsschreie der gefolterten mitanhören.

      Um in ihm wenigstens die Hoffnung zu wecken, dass dieser seelische Terror doch nicht ewig währt, wurde ihm mitgeteilt, dass er zum Tod durch den Strang verurteilt worden sei.

      Er wurde erst nach dem 8. Mai 1945, also nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs befreit.

      Nun, los Karl Pfeifer, und behaupten Sie mit Ihren Gefolgsleuten, dass das alles nicht wahr sei!

      Anschliessend steht dann für jeden Schreibknecht Tür und Tor offen, mich nach Belieben einen Lügner zu titulieren, und mich nach Lust und Laune als Nazi, als Antisemit, Holocaustleugner und so weiter, und so fort zu verläumden.

      Ich warte gespannt für welchen Weg Sie sich entschliessen.

  2. Es erscheint mir alles etwas seltsam. Gyurcsány Ferenc muss doch ein eigenes Exemplar seiner Diplomarbeit haben. Zumindest ich würde sofort danach suchen, wenn ich so beschuldigt werde, denn anhand der Papierstruktur lässt sich das Herkunftsjahr in etwa bestimmen.
    Wenn aber auch das persönliche Exemplar gestohlen wurde, dann kann man nichts machen, dann sind überirdische Mächte im Spiel, oder Ausserirdische, oder vielleicht die Chinesen, die saugen ja bekannterweise das westliche Wissen nur so auf ;-))

  3. …“Ion Antonescu
    aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

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    Ion Antonescu

    Ion Victor Antonescu (* 15. Juni 1882 in Pitești; † 1. Juni 1946 in Jilava) war ein rumänischer General und während des Zweiten Weltkriegs von 1940 bis 1944 der Diktator Rumäniens.

    Von September 1940 bis August 1944 war er unter der Bezeichnung „Staatsführer“ (rumänisch: „Conducător al Statului“) Ministerpräsident Rumäniens und führte als solcher Rumänien im Zweiten Weltkrieg an die Seite der Achsenmächte. Von September 1940 bis Januar 1941 errichtete zunächst im Bündnis mit der faschistischen Legionärsbewegung das Regime des „Nationallegionären Staates“, nach der Ausschaltung der Legionäre eine Militärdiktatur.

    Unter der Regierung Antonescu fielen hunderttausende Juden durch von der rumänischen Armee verübte Massaker und Ethnische Säuberungen oder in Arbeitslagern dem Holocaust zum Opfer. Auch wurden zehntausende Roma im Rahmen des Porajmos ermordet.

    http://harta.clujnapoca.rou.ro/strada/maresal-ion-antonescu_40717/

    • Was will das sagen? …wenn auch ein anderer schuldig sind, dann bin ich nur halbschuldig? …dividiert sich dann die Schuld durch die Schuldiger?

      • Vielleicht sind Sie (zum Glück?) noch zu jung, und haben noch nie gehört, geschweige denn erlebt:

        Geteilte Freude ist doppelte Freude, geteiltes Leid nur halbes Leid.

  4. terrier,
    Gyula Horn spielte bei dem friedlichen Übergang eine positive Rolle und wahrscheinlich vergessen viele Deutsche nicht seine Rolle bei der positiven Lösung des Problems der zehntausenden DDR-Flüchtlinge, die Ungarn in Richtung nach Österreich verlassen konnten.
    Miklós Horthy hat sich nach der deutschen Besatzung nicht zurückgezogen, sondern ernannte am 23. April 1944 Döme Sztojay als Ministerpräsident. Eichmann war überrascht, über den Enthusiasmus der Horthy-Administration die Deportation von mehr als einer halben Million ungarischer Staatsbürger – die meisten ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau – durchzuführen.
    Allerdings hat er, der angeblich machtlos war diese Deportation im Frühjahr 1944 abzustellen, die Deportation aus Budapest Anfang Juli 1944 gestoppt.
    Horthy hat am 23. Juni 1944 Sztojay – für seine Verdienste bei der Deportation? – zum vitéz gemacht.
    Ich denke, man sollte diese Geschichte nicht versuchen, nicht unter den Teppich kehren. Und man sollte nicht relativieren, an welche Traditionen sich diese Leute in Gyömrö orientieren.

    • Wikipedia über Döme Sztójay: http://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%B6me_Szt%C3%B3jay

      Herr Pfeifer, wie kommen Sie auf die Idee, die Ernennung Sztójays zum vitéz könnte mit „Verdiensten“ bei der Deportation zu tun gehabt haben? Ist das eine fixe Idee oder können Sie diese Annahme auf historische Fakten, Dokumente oder Ähnliches stützen?

      Was Horthy betrifft: Sie sehen in ihm den Mitverantwortlichen der Deportation, andere sehen in ihm denjenigen, dem die Budapester Juden größtenteils ihr Leben verdankten (darunter, so weit ich weiß, sogar Juden). Möglicher Weise ist beides richtig. Unstreitig dürfte sein, dass die Juden in Ungarn trotz schwerster Diskriminierung länger in relativer Sicherheit leben konnten als in anderen europäischen Ländern – unstreitig ist aber auch, dass in keinem Land die Deportationen so schnell vollzogen wurden (mit Hilfe von Ungarn!) wie in Ungarn. Man sollte aufhören, nur die eine Seite zu sehen. Ungarns Rolle vor und während des 2. Weltkrieges war eben voll von Widersprüchen. Ich glaube nicht, dass man durch Erwähnung Horthys im Zusammenhang mit dem Deportationsstopp seine Mitverantwortung relativiert. Ein plastisches Beispiel: Mörder bleibt Mörder, auch wenn er aufhört, weiter zu morden.

      Für mich wäre die Mitverantwortung an den Deportationen vom Land übrigens Grund genug, keine Straßen und Plätze nach ihm zu benennen. Ich entscheide das jedoch nicht, sondern die Volksvertreter in Ungarn. Es gibt übrigens auch Stimmen, die schreiben, dass der Begriff der Horthy-„Ära“ deswegen falsch ist, weil Horthy nicht as Format hatte, der Zeit seine Prägung zu verleihen.

    • Karl Pfeifer,

      Für Ihre Überlegungen hier noch etwas Hilfsmaterial:

      Die Serie der Morde, die an den Juden in Europa begangen wurden, fing eigentlich nicht in Deutschland sondern in Rumänien an!

      Wegen dem sowjetischen Ultimatum an Grossrumänien (Romania Mare)begingen im Juni 1940 die Soldaten der rumänischen Armee auf ihrem Rückzug unvorstellbar bestialische Morde. Nach rumänischen Quellen wurden diese Grausamkeiten deshalb begangen, weil die Soldaten angeblich von den Juden bespöttelt und angegriffen(!) wurden. Beweise gibt es keine dafür und glaubwürdig sind sie schon gar nicht.

      Bereits im Januar 1940 beim „Aufstand der Eisernen Garde” wurden in Bukarest 121 Juden bestialisch ermordet. Diesem Massenmord folgte in 1941 das Pogrom von Iasi, mit seinen 8-12 Tausend Opfern.

      Dann zwischen 22. Juni 1941 und 21. September 1941 die an der Seite der Deutschen vorrückende rumänische Armee ermordete auf Ihrem Vormarsch quasi en passant 166 Tausend Juden. Nach diesen Ereignissen fing man in Rumänien mit den Deportationen der noch am Leben gebliebenen Juden an. Sie wurden in Lagern eingeliefert und vernichtet.

      Die Behauptung des Marschalls Antonescu, er hätte das Leben der Juden gerettet, weil er sie an die Deutschen nicht auslieferte, müsste man wie folgt präzisieren:

      Er hat zwar einen Teil der Juden im Regat und und Süd-Transylvanien am leben gelassen, dafür, aber praktisch alle Juden in Bessarabien, der Nord-Bukovina und Trans-Nistrien, das sind etwa 340 Tausen Menschen, beinahe restlos ausgerottet.

      Da diese Gebiete heute nicht mehr zu Rumänien gehören wie damals, rumänische Historiker können so „mit Recht” behaupten, dass Antonescu das Leben der rumänischen Juden geschont hätte.

      • @ Unger:

        „Die Serie der Morde, die an den Juden in Europa begangen wurden, fing eigentlich nicht in Deutschland sondern in Rumänien an!“

        Mir leuchtet beim besten Willen nicht ein, was uns diese Erkenntnis bringen soll…

      • „Mir leuchtet beim besten Willen nicht ein, was uns diese Erkenntnis bringen soll…“

        Hungarianvoice,

        Mein Hinweis auf diese zeitliche Abfolge ist nichts anderes als eine geschichtlich gegebene Tatsache.

        Das ist natürlich keines Falls auch nur im Geringsten eine Relativierung der Schuld dessen, was die Nazis als Haupttäter verbrochen haben. „Mein Kampf“ Hitlers war schon seit Anfang der 20.-er Jahre bekannt und so auch seine Vorstellungen über die jüdischen Mitmenschen, Mitbürgern Deutschlands und Europas.

        Bei der „Reichskistallnacht“ in 1938 haben die Nazis schon einen Vorgeschmack geliefert, was sie letztendlich im Schilde Führen.

        Trotzdem, erst im an der berüchtigten Wannsee-Konferenz wurde die systematische Vernichtung der Juden von den deutschen Nazis zum offiziellen Programm erhoben, auch wenn einzelne Morde und Atrizitäten gegen Juden sicher auch schon früher mehr als genug gegeben haben mögen.

        In Bezug auf Hitlerdeutschland ist es nichts mehr als ein zeitliches Kuriosum!

        Für uns Ungarn, oder auch für Horthy aber eine ungemein wichtige Tatsache und Hinweis. Denn wie kann man uns Ungarn quasi zum letzten antisemitischen Dreck hochstilisieren, wenn ausgerechnet in Ungarn!! mit Horthy!! Staatoberhaupt nicht nur unsere jüdischen Mitbürger, sondern alle zu uns Geflüchteten bis in das Jahr 1944 hinein ihres Lebens sicher waren.

        Dies soll ebenfalls als eine Frage an Karl Pfeifer und die anderen „Freunde” Ungarns verstanden werden, worauf man gerne eine Antwort hätte.

  5. Sehr lesenswerter Beitrag von Index.hu:
    http://index.hu/belfold/2012/05/01/gyurcsany_az_elso_szamu_kozellenseg/#

    Auch das Video ist vielsagend. Gyurcsány in Topform: „Ungarn hat eine Verbrecherregierung“, „Der Ministerpräsident führt nicht nur die Regierung, sondern auch eine Verbrecherorganisation an“, „…sie verfügen, wie schon früher, über einen privaten Geheimdienst“, „ich zeige jeden an, der behauptet, ich hätte plagisiert“, „mein Gewissen ist rein“…

    Bemerkenswerte Parallelen zu den Aussagen Schmitts.

  6. HV ich stehe unter Zeitdruck. Hier nur so viel, natürlich können die Vertreter der Bürger in Ungarn ihre Plätze benennen, wie sie das wünschen. Das hat ja auch Signalwirkung, so wie die Behauptung von O.V. als er und seine Partei eine Niederlage erlitt und darauf mit „Die Nation kann nicht in Opposition“ sein reagierte.
    Und auch wenn ich keine Zeit habe, reagiere ich allergisch, wenn Sie mir etwas unterschieben wollen, was ich nicht geschrieben habe. Ich habe keine Behauptung aufgestellt sonder gefragt. „für seine Verdienste bei der Deportation?“ Wir können grundverschiedene Meinungen zur Geschichte und Gegenwart haben verehrter HV sollten aber doch die Regeln des korrekten Zitierens beachten.

    • Der Vorwurf nicht korrekten Zitierens fällt auf Sie zurück. Ich fragte, ob Sie diese Annahme (nicht „Behauptung“) durch Fakten untermauern können. Ich schiebe Ihnen also gar nichts unter.

  7. Herr Pfeifer,

    Im Protokol des Rumänischen Ministerrats vom 8. Juli 1941!!! ist eine Ansprache von Michail Antonescu (der Vertrauensmann und Stellvertreter von Ion Antonescu) festgehalten. Sie beweist eindeutig, dass die rumänische Regierung während des Zweiten Weltkriegs die ethnische Säuberungen äusserst bewusst vorantrieb.

    „Es darf kein Erbarmen geben. Ich weiss nicht wann, nach wieviel Jahrhunderten wird die rumänische Nation wieder eine Chance wie jetzt zur vollen Handlungsfreiheit und zur ethnischen Läuterung erhalten. Jetzt ist die Zeit gekommen, um Herren in unserem eigenen Land zu werden! Lasst uns diese Chance nicht ungenutz verstreichen!

    Mag die Welt uns deshalb für Barbaren halten, ich schere mich nicht darum. Die Römer haben sich gegen ihre Zeitgenossen auch Barbareien zu Schulde kommen lassen, und doch waren Sie es, die das grossartigste Imperium schufen.

    Wenn nötig werde,dann sollt ihr eure Machinengewehre benützen,
    und ich werde sagen, es gibt kein Gesetz! Wir werden Sondergesetze schaffen, aber ihr dürft auf keinen Fall zurückschrecken. Bedenkt nur, wir mögen heute Gesetze schaffen, und schon morgen können wir die Ersten sein, die diese brechen.

    Also weg mit all den Formalismen, ihr sollt frei nach dem eigenen Gutdünken handeln! Ich übernehme die volle Verantwortung und erkläre euch: Es gibt kein Gesetz.”

    Wenn man solches Zeug liest, dann verstehe ich die verbitterte Kampagne der Medien gegen Ungarn wirklich nicht.

    Wie ist es möglich, dass damals, in einer extremen Notlage, das mit dem Judenrat besprochene und zusammen beschlossene Vorgehen der ungarischen Regierung (mit dem Ziel vor Augen, die damalige Weltmacht Nazi-Deutschland mit verblendeter Sturheit ja nicht zum brutalst möglichen Vorgehen zu reizen) die Medien noch immer als noch nie dagewesenes, genetisch bedingtes ungarisches Teufelswerk einer ob solcher „Verkommenheit” entrüsteten Welt bis zum Überdruss präsentieren?

    Der französiche Botschafter in Bukarest meldete in November 1941 folgendes:

    „Heute besteht es kein Zweifel mehr darüber, dass(die rumänische Regierung) systematisch vorgeht, und das Genozid an den Juden im voraus geplant wurde.”

    Solche verbrecherischen Worte wie von Antonescu sind aus dem Munde eines Miklós Horthy schlicht und einfach unvorstellbar.

    Ein Rätsel ist für mich, wieso stört sich zB. Eli Wiesel nicht im geringsten daran. Bei seinem Rumänienbesuch zeigte er sich mit Land und Leuten recht zufrieden. Das finde ich richtig, denn Kollektivschuld den Rumänen anzuhängen fände ich auch verwerflich.

    Herr Pfeifer,

    dann wieso soll dies ausgerechnet für die Ungarn nicht gelten?

    • Herr Unger, Ihr Rechtfertigungs- und Relativierungsbedürfnis in Bezug auf den Holocaust in Ungarn ist einfach nicht zu bändigen. Ich darf Ihnen an dieser Stelle ein paar Fakten in Erinnerung rufen:

      – Horthy-Ungarn führte 1920 das erste Numerus-Clausus-Gesetz in Europa ein und beschränkte damit den Zugang von Juden zu den Hochschulen.

      – Horthy-Ungarn übernahm ab 1938 die gesamte antisemitische Gesetzgebung aus Deutschland und entrechtete, enteignete und verdrängte seine jüdische Bevölkerung aus dem öffentlichen Leben.

      – Horthy-Ungarn lieferte 1941 nach der Besetzung heute ukrainischer und ruämischer Gebiete im Nordosten ca. 20.000 angeblich staatenlose Juden an deutsche Einsatzgruppen in Galizien aus. Ungarische Offiziere schauten von Tribünen aus zu, wie diese Menschen ermordet wurden.

      – Horthy-Ungarn verübte 1942 Massaker an Serben, Juden und Roma bei der Besetzung von Gebieten um Novi Sad.

      – Horthy-Ungarn verschleppte zehntausende männliche Juden zu gefährlicher Zwangsarbeit für die mit der Wehrmacht kämpfende ungarische Armee.

      – Horthy-Ungarn kollaborierte nach der Besetzung durch Nazi-Deutschland 1944 bereitwillig bei der Deportation von 437.000 Menschen nach Auschwitz innerhalb von nur sechs Wochen. Eichmann hatte maximal 150 Leute. Historiker sagen, dass bis zu 100.000 Ungarn (Politiker, Beamte, Bahnpersonal, Sicherheitskräfte) an diesem Unternehmen mitwirkten.

      Motive für all das: Rassenwahn, Habgier, religiöse Vorbehalte, Bereitschaft zum Pakt mit dem Teufel zwecks Trianon-Revision. Diesen Zeiten wünscht sich niemand zurück. Die Erinnerung daran sollte jeden Menschen, der nur halbwegs bei Verstand ist, mit Trauer und Scham erfüllen.

  8. Ungarnfreund

    Was mich betrifft, in meinen Augen und nach meinem Moral kann es keine Rechtfertigung für Verbrechen, geschweige denn für Morde geben, unabhängig davon wer diese wann und wo begeht.

    Ich kann da einer Version eines Zitats aus dem Talmud sehr wohl folgen:

    „Wer eines Menschens Leben auslöscht, das ist so, als wenn er die ganze Welt gemordet hätte. Und wer ein Menschenleben rettet, das ist so als wenn er die ganze Welt gerettet hätte.“

    Ich weiss nicht, ob Sie solche tiefe Weisheiten kennen, und wenn nicht, ob Sie so etwas dann überhaupt kennen lernen möchten?

    Ich möchte hoffen, dass Sie Ihr Rechtfertigungs- und Relativierungsbedürfnis, Ungarn und die Ungarn hängen zu sehen, bändigen können.

    Sei es wie es sein soll, ich gehe trotzdem davon aus, dass Sie zumindest die unleugbare Tatsache, dass die Ungarn während des Zweiten Weltkriegs sehr vielen Menschen das Leben gerettet haben, nicht leugnen wollen.

  9. „ Horthy-Ungarn führte 1920 das erste Numerus-Clausus-Gesetz in Europa ein und beschränkte damit den Zugang von Juden zu den Hochschulen.“

    Ungarnfreund,

    Meine volle Anerkennung, dass Sie Ihre Anklagen in einem geschichtlichen Kontext sehen wollen, was schon etwas mehr ist, als bloss von der Kooperation der Pfeilkreuzlern mit Nazideutschland zu reden, die nicht nur von mir nicht, sondern von keinem Ungarn geleugnet wird. Wir kennen doch unsere Geschichte. Das schrieb ich schon einmal. Die Frage ist, wie gut kennen Sie die Geschichte?

    Also, halten Sie sich fest:

    England hat 1917 , also während des Ersten Weltkriegs, mit der sog. Balfour-Deklaration feierlich verkündete, dass das Judentum nicht bloss eine Religion, sondern ein Volk sei, dem ergo eine Heimstatt und das Recht auf Selbstbestimmung zustehe.

    Nun, dieses England, damals eine wirkliche Weltmacht, hat ihre Tore vor der Einwanderung von Juden vom Osten praktisch längst schon zugeschlagen. Mehr noch, mit dem Gesetz vom 29. Oktober 1919 wurde ein neies sog. „Fremdengesetz“ erlassen, welches zwar nicht direkt, doch seinem Wesen nach viel mehr gegen die Juden gerichtet war.

    Die direkte Spitze jener Regierungsverordnung, nach der in den Staatsdienst nur jene Bürger Englands Aufnahme finden konnten, deren bereits die Grosseltern das Bürgerrecht erlangt haben, war direkt gegen die jüdischen Einwanderern gerichtet.
    Auch die scharfen Bestimmungen des amerikanischen Einwanderungsgesetzes haben der jüdischen Einwanderung ein Ende bereitet.

    Die restriktive Einwanderungspolitik in Bezug auf jüdische Einwanderer in diesen Länder wurde auch am Vorabend des Weltkriegs direkt und tragisch bestätigt, als im Mai 1939 1000 jüdischen Flüchtlingen vom Schiff „St. Louis“ weder in Amerika noch in England erlaubt wurde, die rettende Ufer zu betreten.

    Und Ungarn?

    Es gab 1840 etwa 220 Tausend jüdische Einwohner in Ungarn, in 1919 gegen 940 Tausend.

    Also Ungarn als Supermacht hat in dieser Zeit pro Jahrzehnt etwa 100 Tausend Juden die vor den Progroms in Russland flohen, Zuflucht und gute Existezmöglichkeiten gewährt. Ungarn hat also mener Meinung nach auch im Vergleich mit den anderen Grossmächten gar nicht so schlecht abgeschnitten.

    Ungarnfreund, jetzt düfen Sie nach Belieben relativieren!

    • Herr Unger,

      was genau ist so schwer daran, anzuerkennen (und daraus eine angemessene Form von Erinnerung ohne Relativierung abzuleiten), dass Ungarn innerhalb weniger Wochen im Jahr 1944 400.000 seiner jüdischen Bürger in die Kzs hat deportieren lassen? Wollen wir ernsthaft diesen Vorgang den 150 Figuren Eichmanns in die Schuhe schieben? Oder endlich akzeptieren, dass auch Angehörige des ungarischen Volkes – wenn Sie wollen: der Ungarischen Nation – schwere Schuld auf sich geladen haben. So schwere Schuld, dass die Geschichtsfälschung in der Präambel der ungarischen Verfassung völlig inakzeptabel ist. Schuld, die man weder mit der Räterepublik, noch mit Rákosi oder den Opfern am Don relativieren kann.

      Erst wenn es uns allen gelingt, die Historie ohne die ewigen „die anderen waren aber auch schlimm“ Reflexe zu sehen, wird eine Erinnerungskultur einziehen, die würdig ist. Lesen Sie den Beitrag „Belastete Orte der Erinnerung“ von Krisztián Ungváry und Sie werden Beispiele beider „Seiten“ finden, die Geschichte zu verfälschen.

      Ob Sie es begreifen oder nicht: Sie versuchen krampfhaft, die Rolle Ungarns zu relativieren, sei es mit den Gesetzen andere Länder oder der Situation in den Niederlanden. Ihre Botschaft ist stets: „Wir Ungarn waren nicht so schlimm wie andere“. Ich teile die Auffassung von Ungarnfreund, dass das nicht angemessen ist. Aber eine Frage darf ich noch stellen: Fühlen Sie sich nach diesen Rechtfertigungskugelhagel wirklich besser? Ich frage das deshalb, weil „Ihnen“ ohnehin niemand die Schuld gibt, ich gehe nämlich davon aus, dass Sie zu jung sind, um aktiv Täter gewesen zu sein.

      Was soll das Ganze also? Wollen Sie eine „Nation“ freisprechen, ein Kollektiv, das diesen Einsatz gar nicht verdient??

      • „was genau ist so schwer daran, anzuerkennen (und daraus eine angemessene Form von Erinnerung ohne Relativierung abzuleiten), dass Ungarn innerhalb weniger Wochen im Jahr 1944 400.000 seiner jüdischen Bürger in die Kzs hat deportieren lassen?“

        Hungarianvoice,

        Das ich solche geschichtliche Tatsachen nicht anerkenne sollte, trifft gar nicht zu. Nicht mal der Schatten eines solchen Verdachts kann auf mich fallen.

        Im Gegenteil, ich schrieb zB. am 24. April 2012 um 19:03 an Szarvasi:

        „Wir Ungarn wissen also auch ohne Ihre Sprechblasen, dass wir in Europa auch nicht viel besser als die anderen waren, und was wir unseren leidgeprüften jüdischen Landsleuten schuldig sind.“

        In denke das sind recht klare Worte.

        Ungarnfreund hat mal im Vergleich zu Ungarns Verhalten im Zweiten Weltkrieg Dänemark als Vorbild aufgeführt, und darauf habe ich ihm geantwortet.

        Jetzt hat er wieder eine Reihe Argumente mir vorgelegt. Auf das Erste habe ich ebenfalls schon geantwortet.

        Es ist leider so, dass von den Rumänen über Slowaken bis zu den Holländern laufend die wildesten Artikeln über die Rolle Ungarns im Zweiten Weltkrieg erscheinen. Diese Dämonisierung von Ungarn und den Ungarn finde ich verwerflich und als Betroffener meinte ich dazu etwas erwidern zu müssen.

        Wenn Ungarnfreund die Dänen relativ zu uns Ungarn als etwas Beispielhaftes in Europa hinstellt, das kann ich, und habe ich voll akzeptiert. Doch warum sollten wir minderwertiger sein als all die anderen Nachbarn?

        Wenn Ungarnfreund der Ansicht ist, dass wir tatsächlich minderwertiger sind, dann soll er das beweisen. Wenn seine Argumente, nicht bloss Vorurteile, sondern sachlich und stichhaltig sind, dann werde ich der letzte sein, der für irgend eine Idee oder Ideologie, mögen sie mir noch so lieb sein, bereit ist den nüchternen Verstand in die nächstbeste Ecke zu schmeissen.

      • Hungarianvoice,

        Zoltán Fábry, schrieb nach dem Krieg in seinem Aufruf an die Adresse der tschechischen und slowakischen Intellektuellen: „Der Angeklagte meldet sich zum Wort“. Frei übersetzt:

        „Europa, wo bist du?:

        Meine Muttersprache, die eines der wunderbarsten Instrumente menschlicher Sprache war, wurde gemäss Strafgesetzbuch zum Objekt eines Vergehens herabgewürdigt.

        In der Sprache des Schuldigen darf keine Zeitung mehr erscheinen, es ist mir verboten auch das Radio zu hören. Ich gehe stumm und mit gesenktem Kopf umher, meide die Menschen.

        Das ist auf alle Fälle ein blindes, taubes und bewegungsloses Gettoleben: das schmachvolle und von Angst geprägte Leben eines seiner Rechten beraubten Menschen“

        Die Last der Kollektivschuld hinter sich herschleppend mit diesen erschütternden Worten beklagt sich der grosse Demokrat, der ungarische Schriftsteller Zoltán Fábry.

        PS.:
        Nach dem Krieg wurden in Kassa (slowakisch Kosice) Mutter die auf der Strasse mit ihren Kindern ungarisch sprachen (sie konnten gar nicht anders!) von Offizieren der tschechoslowakischen Armee und auch von Polizisten vor ihren Kindern öffentlich geohrfeigt.

      • @ Ignac Unger

        Ungarnfreund argumentiert nicht. Er agitiert. Er relativiert. Er verharmlost. Er dreht einem das Wort im Munde um. Er entstellt , verballhornt, verfälscht, verfremdet, verkehrt, verzerrt, pervetiert, klittert.

        Herr Unger, Sie stehen in Ihrem KrAMPF auf verlorenem Posten.
        Haben Sie den Artikel von László Kasza in der ÉS nicht gelesen? Kasza ist kompetent. Kasza ist ehrlich. Kasza bringt die Dinge auf den Punkt:

        Das Problem, das Ungarn hat, sind die Ungarn selbst. Sie haben Orbán gewählt. Sie sollten Orbán in zwei Jahren abwählen. Der einzige Weg, der zu Orbáns Abwahl führen kann, ist der Zusammenschluss all jener, die noch nicht völlig ihren Verstand verloren haben. Jeder, der noch einigermaßen bei Vernunft ist, sieht doch ein, Auszeichnungen für Heller oder Ehrungen und die Inschutznahmen von Horthy, Rákosi, Nagy, Kádár, Horn, Medgyessy, Gyurcsány, Bajnai oder „Gott erhalte Kaiser Franz“ lösen kein einziges der Probleme, denen sich Ungarn stellen muss. Seit dem „Systemwechsel“ ist eine ganze Generation ausgewandert.
        (Ich habe vier Kinder. Alle vier würden gern in Ungarn leben. Keines von ihnen kann sich das mehr leisten.)
        Ungarn hat ein Armutsproblem. Das ist sowohl materieller als auch intellektueller Art.

        Selig sind nur noch die, die rückwärts schreiten! Ihnen gehört momentan das ungarische Himmelreich!

        „Még két évük van a közös választási program kidolgozására és egy olyan hiteles személy keresésére, akit szembe lehet állítani Orbán Viktorral.

  10. Falls richtig verstanden und nicht zensiert wird : „Wollen Sie eine “Nation” freisprechen, ein Kollektiv, das diesen Einsatz gar nicht verdient??“

    Kollektivschuld ? ( nur als Begriff: http://de.wikipedia.org/wiki/Kollektivschuld )
    Dann gibt es auch “ Opferkollektive “ . ( Google : opferkollektive )
    Wie steht´s mit der Vererblichkeit ?

    • Ich wusste, dass kein halber Tag vergeht, bis Sie sich zu Ihrem Lieblingsthema äußern. Nicht zum ersten Mal rate ich Ihnen, zu lesen, was ich schreibe, und mit dem deuten aufzuhören. Ich schrieb (und hebe hervor, damit es verständlicher wird):

      „Oder endlich akzeptieren, dass auch Angehörige des ungarischen Volkes – wenn Sie wollen: der Ungarischen Nation – schwere Schuld auf sich geladen haben.“
      Wo sehen Sie hier den Vorwurf von Kollektivschuld?

      „Was soll das Ganze also? Wollen Sie eine “Nation” freisprechen, ein Kollektiv, das diesen Einsatz gar nicht verdient??“
      Ebenso, wie ich Kollektivschuld ablehne, halte ich es für verfehlt, ein Kollektiv freizusprechen. Da ich das eine wie das andere ablehne, muss ich auf „Vererblichkeit“ nicht eigehen. Und wir wissen doch beide, worauf Sie bei „Opferkollektiven“ hinauswollen. Und um ehrlich zu sein: Es langweilt mich zunehmend.

      • ..“Die Alliierten haben eine kollektive Schuld aller Deutschen stets abgelehnt. “

        ..“Ebenso, wie ich Kollektivschuld ablehne,…“

        Wie schön , daß Sie auch ablehnen !Na, dann kann ja nichts mehr passieren

  11. ATV-Sendung „civil a pályán“. Ich gebe zu, dass ich mehr und mehr ein Fan von Havas werde. Der Mann ist gut!

    http://atv.hu/videotar/20120509_civil_a_palyan_2012_05_08_1_resz
    http://atv.hu/videotar/20120509_civil_a_palyan_2012_05_08_2_resz

    Julia Váradi glaubt übrigens wirklich daran, dass die Ähnlichkeiten in Gyurcsány Diplomarbeit und der seines Ex-Schwagers reiner Zufall sein können. 🙂 Der DK-„Dunstkreis“ verpflichtet.

    Die Sendung ist insgesamt sehenswert. Erwarten Sie aber keine Fidesz-Lobhudeleien.

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