Ein aktuelles Psychogramm: Der Zustand des gesellschaftlichen Dialogs in Ungarn

Schon lange herrscht Einigkeit darüber, dass das Niveau des gesellschaftlichen Dialogs in Ungarn auf dem Tiefpunkt angelangt ist. Man spricht nicht mit-, sondern übereinander. „Die da“ (ezek) ist ein beliebter Anfang von Aussagen über den politischen Gegner – der in Ungarn ein „Feind“ ist.

Diese traurige Entwicklung dauert bereits seit der Wende an, die beiden großen politischen Lager finden jedoch – denklogisch – unterschiedliche Ursachen und Schuldige für den status quo. Der neu gewählte Staatspräsident János Áder hat daher zu Recht mit Nachdruck auf das Erfordernis des gesellschaftlichen Ausgleichs zwischen den Lagern hingewiesen.

Ich bin in den vergangenen Tagen auf zwei ganz unterschiedliche Sendungen aufmerksam geworden, die belegen, wie Recht Áder hat. Weil sie die Verbitterung, Verletztheit und die Unversöhnlichkeit beider Seiten der Gesellschaft – „rechts und links“ – dokumentiert.

1. In der Sendung „Korrektúra“ vom 11.05.2012 auf dem rechtsnationalen Sender EchoTV (Gastgeber: Zsolt Bayer) wird die Forderung Áders ausführlich behandelt. Die Diskussion belegt den Unwillen oder die Unfähigkeit von Teilen des rechten Lagers zum Dialog: Bayer, der regelmäßig durch antisemitische Ausfälle und verbale Angriffe gegenüber dem politischen Gegner auffällt und in den vergangenen beiden Jahren zur Hassfigur der Linken, der Liberalen und der Westpresse geworden ist, schließt es für die derzeitige Generation aus, dass es zur Versöhnung kommen kann. Mit „denen“ könne man nicht gemeinsame Sache machen, die Wunden sei zu groß. Man könnte sagen, dass von Bayer (der geflissentlich übersieht, dass er selbst einer ist, der andere fortwährend verletzt und provoziert) nichts anderes als Unversöhnlichkeit zu erwarten sei…

http://www.echotv.hu/videotar.html?mm_id=76&v_id=13633

2. Die hierzulande wenig beachtete Tatsache, dass es eben nicht nur Menschen vom Schlage und von der politischen Richtung Bayers sind, die für die gesellschaftliche Spaltung mitverantwortlich zeichnen und diese durch ihre Schriften und Worte weiter vertiefen, lieferte dann allerdings am 14.05.2012 die Sendung „Civil a pályán“ im Fernsehsender ATV: Auch hier wird – im ersten Teil der Diskussion (Zähler läuft rückwärts, ab ca. 20:00 min) auf den Zustand der Gesellschaft eingegangen. Der Gast Rudolf Ungváry, ein scharfer Kritiker der ungarischen Rechten und der Regierung Orbán, betont – vergleichbar mit Bayer – seine fehlende Bereitschaft, mit der „anderen Seite“ in Dialog zu treten. Er spaltet die Gesellschaft in einer für einen Intellektuellen unwürdigen simplifizierenden Art in die „Euro-Atlantiker“ und Fidesz-Anhänger. Entweder-oder, gut und böse, richtig und falsch. Er (Ungváry) bekennt, er sei persönlich sehr verletzt und aufgebracht, dass ihn die Gesellschaft derart im Stich gelassen und ausgeschlossen habe (gemeint sind die Wähler des Fidesz). Und natürlich sind, wenn man Ungváry Glauben schenkt, Intellektuelle unter den Rechten kaum vorhanden – sonst wären sie wohl nicht rechts…

Bemerkenswerte Ähnlichkeiten in der Grundeinstellung, nicht wahr? Und das, obwohl es unfair wäre, Rudolf Ungváry mit Zsolt Bayer auf eine Stufe zu stellen. Es geht auch nicht um die beiden zitierten Personen, sondern um ein gesamtgesellschaftliches Problem: Die fehlende Dialogbereitschaft, die von beiden Lagern ausgeht und von den Bayers und Ungvárys fleißig geschürt wird. Alles vor dem Hintergrund eines Alleinvertretungsanspruchs für das einzig Wahre, den jede Seite für sich reklamiert. Ablehnung und Verachtung gegenüber dem Gegner und die völlig fehlende Fähigkeit, sich in „die da“ hinein zu versetzen.

Die Frage, wer mit den Beleidigungen und Verletzungen angefangen hat, ist kaum mehr zu beantworten. Je nach politischem Standpunkt fallen die Antworten komplett gegensätzlich aus. Es zählt nur die eigene Meinung, nur die eigenen Opfer…

Beide verlinkten Beiträge empfehle ich. Sie sind traurige Zeitdokumente und belegen, wie schwer der Appell Áders nach einem gesellschaftlichen Ausgleich in die Tat umzusetzen sein wird. Gleichwohl ist es nötiger denn je: Den Willen, den jeweiligen politischen „Feind“ (die MSZP-Politikerin Ildikó Lendvai brachte diesen Freud´schen Versprecher schon in den 90er Jahren im Staatsfernsehen…) zu vernichten, kann eine Demokratie auf Dauer nicht verkraften. Man sollte allerdings weder auf die Bayers noch auf die Ungvárys zählen. Und besser auch nicht auf diejenigen, die sich – trotz fehlender Kenntnis der ungarischen Zustände – unkritisch auf eine von beiden Seiten schlagen.

Advertisements

77 Kommentare zu “Ein aktuelles Psychogramm: Der Zustand des gesellschaftlichen Dialogs in Ungarn

  1. Wenn es eine Generationenfrage ist, könnte es vielleicht mittelfristig eine Entspannung geben. LMP trägt das Ziel der Rationalisierung des politischen Diskurses im Namen. Jobbik kommt von der anderen Seite und wendet sich als Anti-System- und Anti-Establishment-Partei im Grunde gegen alle etablierten Kräfte. Die verjüngte MSZP-Führung unter dem 38-jährigen Mesterházy verkörpert seit dem Austritt Gyurcsánys nicht mehr die Generation der „Postkommunisten“, entsprechende Vorwürfe wirken zunehmend anachronistisch.

    Auch bei Fidesz gibt es jüngere Politiker, die durchaus dialogfähig sind. Vorerst hat bei Fidesz aber weiterhin die Wende-Generation der Anfang 50-jährigen das Sagen. Die glauben an ihre historische Mission, den Systemwechsel vollenden zu müssen. Für viele gehört dazu die endgültige Vernichtung der MSZP. Wer das von außen beobachtet, kann eigentlich nur mit dem Kopf schütteln. Schließlich hat die übermäßige innenpolitische Polarisierung erst in den 2000er Jahren eingesetzt. Sie war in den 1990er Jahren jedenfalls nicht so stark zu spüren, sagen Zeitzeugen.

    • „ Für viele gehört dazu die endgültige Vernichtung der MSZP.“

      Ungarnfreund,

      Sie reden geheimnisvoll wie die Pythia, doch wollen Sie einflüstern die viele sei die FIDESZ, nicht wahr?

      Vernichtung und FIDESZ? So einen Unsinn!

      Es fehlt ja noch, dass irgendein Ungarnfeind eine weitere Lüge in die Welt setzt, nämlich: FIDESZ hätte die SZDSZ vernichtet. Dabei weiss es jeder Mensch, der seinen Kopf nicht nur dazu benutzt, einen Hut darauf zu tragen, dass die SZDSZ sich ihr Grab mit grösstem Eifer selbst schaufelte.
      Die Vernichtung der MSZP wird auch nicht durch Fremdwirkung betrieben. Das besorgen schon Gyurcsany und seine Genossen.

      Ungarnfreund, finden Sie nicht, dass es an der Zeit wäre, anstatt der Nachfolgepartei der kommunistischen MSZMP, also die MSZP, in Ungarn endlich wieser eine sozialdemokratische Partei, wie vor der Machübernahme durch die Kommunisten, zu gründen?

      Wieso klammern Sie sich so verzweifelt an die MSZP?

      • Herr Unger, wen soll ich für Sie zitieren? Nehmen wir den gegenwärtigen Parlamentspräsidenten Kövér (Fidesz). Der hat in aller Öffentlichkeit ausgesagt, dass die MSZP seiner Ansicht nach keinen Platz im Parlament haben sollte. Mit Verlaub, ein solches Statement gehört sich nicht für einen Parlamentspräsidenten. Einem Norbert Lammert wäre es nie eingefallen, Vergleichbares in Richtung PDS / Die Linken von sich zu geben, auch wenn er deren politische Ansichten nicht teilt und die Partei einst aus der SED hervorging.

        Ich habe in der Tat den Eindruck, dass Fidesz-Politiker unter der „Vollendung des Systemwechsel“ die vollständige politische Vernichtung der MSZP begreifen – Sie haben mich ganz richtig verstanden. Dieses Klima gab es in den 1990er Jahren nicht, wie mir verschiedene Beobachter versicherten. Vielleicht lag es daran, dass Fidesz bis 1998 nicht besonders einflussreich war. Am Runden Tisch war Fidesz ein zweitrangiger Juniorpartner. Vielleicht wirkt das bis heute nach.

      • „Kövér (Fidesz). Der hat in aller Öffentlichkeit ausgesagt, dass die MSZP seiner Ansicht nach keinen Platz im Parlament haben sollte.“

        „Ich habe in der Tat den Eindruck, dass Fidesz-Politiker unter der “Vollendung des Systemwechsel” die vollständige politische Vernichtung der MSZP begreifen – Sie haben mich ganz richtig verstanden.“

        Ungarnfreund,

        Ich kann Ihnen nicht recht folgen.

        Nach welcher Logik kommen Sie zum Eindruck, dass wenn László Kövér (Fidesz) meint, die MSZP gehöre nicht ins Parlament, diese Ansicht gleichbedeutend sei mit der Vernichtung der MSZP, der Nachfolgepartei der kommunistischen MSZMP?

      • Herr Unger, das Köver-Zitat war ein Beispiel, ein Indikator dafür, wie Fidesz die MSZP sieht: diese Partei solle aus dem politischen Leben verschwinden, weil sie „postkommunistisch“ sei. So oder so ähnlich habe ich das schon tausendmal in Ungarn gehört. Sie etwa nicht? Wenn man aus dem schönen Deutschland kommt, wo es einen demokratischen Grundkonsens gibt, den alle Bundestagsparteien teilen, kann man diese Polarisierung, die innenpolitische Spaltung nur schwer nachvollziehen.

    • “Wer das von außen beobachtet, kann eigentlich nur mit dem Kopf schütteln.

      Lieber Ungarnfreund,

      In aller Freundschaft für Ihre Ungarnfreundschaft:

      Ich würde Ihnen empfehlen sich von diesem „Kopfschüttelei“ zu distanzieren oder gar abzugrenzen.

      Ich befürchte solche Übungen bringen nur im Kopf alles durcheinander, und so ist dann doppelt so schwer, sich einen klaren Überblick über die wahre Situation in Ugarn zu verschaffen.

      • HV,

        Dass in Ungarn dieses Problem real besteht, bezweifelt – mich inbegriffen – niemand.

        Mein Kommentar bezieht sich auf etwas ganz anderes.

        Ungranfreund, vermutet, dass die FIDESZ nichts anderes im Sinn hätte, als die MSZP zu vernichten.

        Teilen Sie mit ihm diese Ansicht?

        PS.: Ich traue mich schon gar nicht weiter zu erkundigen, wie Ungarnfreund diese Liquidation genau vorstellt?

      • Herr Unger, unter „Vernichtung“ verstehe ich die Diskreditierung und Dämonisierung des politischen Gegners in der Öffentlichkeit mit der Absicht, diesen als unwählbar erscheinen zu lassen, aus dem Parlament zu verdrängen, bis hin zur Auflösung der Konkurrenzpartei als Fernziel. Solche existenziellen Kämpfe kennen wir aus der deutschen Politik nicht. In Ungarn prägen sie hingegen den politischen Alltag.

      • „unter “Vernichtung” verstehe ich die Diskreditierung und Dämonisierung des politischen Gegners in der Öffentlichkeit mit der Absicht, diesen als unwählbar erscheinen zu lassen,…“

        Ungarnfreund,

        Ich sehe und erlebe jetzt seit bald zwei Jahren fast täglich, dass die von Ihnen so verhätschelten politischen Gegner (wie Konrad, Heller, Akos Kertesz & Co) von FIDESZ, weil sie mit ihren Parteien gewogen worden, und zu leicht befunden wurden, mit allen Mitteln versuchen Ungarn und die Ungarn zu diskreditieren, zu dämonisieren, mit der Absicht, diese als undemokratisch erscheinen zu lassen und so in Europa zu stigmatisieren.

        Sind Ihnen denn solche Tendenzen bis jetzt noch nicht aufgefallen?

      • Ich habe nicht behauptet, dass dieser schlechte Stil nur von Fidesz-Fans ausgeht. Das ist ein Problem der gesamten politischen Klasse in Ungarn (abzüglich LMP).

      • Ungarnfreund,

        Da haben Sie ein Terrain betreten, wo ich Ihnen leichter folgen kann.

        Doch als erstes möchte ich betonen, dass ich in meinem ganzen Leben, und ich bin lange nicht mehr Zwanzig, nie Fan von irgendeiner Partei war, oder mich in u./o. ausserhalb Ungarns je politisch betätigt.

        FAN, um Ihren Begriff zu verwenden, bin ich schon; Fan von meiner Heimat Ungarn. Ich sehe mich selbst natürlich schlicht und einfach als PATRIOT.

        Patriot, der im Zusammenhang mit Ungarn im Sprachgebrauch des „liberalen“ Westens die grösste Übelkeit mit Schüttelfrost verursacht.

        Dies gilt selbstverständlich nicht für die grosse Ausnahme, der „Grande Nation“, der in der EU aus wohlverstandener Opportunität grosszügig sogar das Recht auf echten Chovinismus zugestanden wird.

        Also, die LMP, diese noch unausgegorene Sauser-Partei, könnte es schon in sich haben, eine freiheitlich liberale oder sogar eine „Sozdem“-Partei (Sozdem=sozialdemokratische und keine „Sozi“=sozialistische!) zu werden.

        Mir persönlich imponiert András Schiffer je länger je mehr nicht schlecht. Er scheint auch eine politische Begabung zu sein.

        Sein Grossvater, Arpad Szakasics, war politisch recht lange tätig. Leider spielte er nach dem Krieg bei der Vernichtung der ung. Sozdem-Partei eine recht jammervolle Rolle. Der Enkel zeigt hingegen echt Charakter.

        Vielleicht ist er prädestiniert, das, was der Grossvater vermasselte, wieder instand zu setzen.

        Ihm würde ich dabei die Daumen drücken.

    • „ Schließlich hat die übermäßige innenpolitische Polarisierung erst in den 2000er Jahren eingesetzt. Sie war in den 1990er Jahren jedenfalls nicht so stark zu spüren, sagen Zeitzeugen.“

      Lieber Ungarnfreund,

      Ich als Zeitzeuge habe das schon von dem Moment an deutlich erlebt, als sich die kommunisten-fresserisch sich gebärdende SZDSZ der MDF unterlag und so nicht an die „Macht“ über die ruinöse kommunistische Erbe kam.

      Dann 1994, als die SZDSZ aus wohlüberlegter materieller Voraussicht die perverse politische Ehe mit der kommunistischen Nachfolgepartei, MSZP, einging, war das für jeden toleranten, doch moralisch anspruchsvolleren Ungar zuviel des Guten.

      Diese zwei hemmungslosen Parteien sorgten für die Spaltung in Ungarn!

      Ihre fanatischen Frontkämpfer á la Heller, Konrad usw. sind an der Aufrechterhaltung dieser Spaltung elementar interessiert. Lassen deshalb keine sich bietende Gelegenheit aus, um eine pragmatische Verständigung schon im Keime zu vereiteln.

      • Sie liefern einen grandiosen Beleg für die Grundeinstellung vieler Ungarn: Nur die anderen sind schuld, siehe „Diese zwei hemmungslosen Parteien sorgten für die Spaltung in Ungarn!“

        Ich befürchte, dass die Lage ein wenig schwieriger ist. Und auch die politische Rechte eine Mitverantwortung trägt, wenn auch keinesfalls die alleinige, wie uns die Westpresse und die von Ihnen genannten Herrschaften weismachen wollen.

      • HV,

        Ist es denn in den westlichen Demokratien Gang und Gebe, dass eine Partei, die in den Parlamentswahlen das absolute Mehr erreicht, dann nichts Besseres zu tun habe, als mit einer Kleinpartei als Koalitionspartner die politische Macht zu teilen?

        Nach den Wahlen in 1994 hatte die MSZP ein komfortables Mehr im Parlament. Doch war sie bemüht die SZDSZ als Koalitionspartner auf den Buckel zu nehmen. (Die SZDSZ, die sich seit ihrer Gründung so kommunistenfresserisch gebärdete, wie keine andere in Ungarn!!)

        Finden Sie so etwas normal?

        Ich stehe dazu, dass 1994 diese Kehrtwendung um 180 Grad der SZDSZ, diese perverse politische Ehe mit der MSZP und der Amoklauf gegen die Nation („nemzet“ ) der Beiden sehr wohl einen tiefen Graben aufriss.

        Sehen Sie etwa irgendwelche Ansatzpunkte dafür, dass Heller, Konrad oder Akos Kertesz , diese „Schatten der Vergangenheit“ sich in den westlichen Medien darum bemühen, diesen Graben auch nur teilweise zuzuschütten?

      • Herr Unger, wenn ich recht informiert bin, wurde Horn 1994 trotz seiner einfachen Mehrheit im Parlament nicht zuletzt vom Westen dazu gedrängt, mit den Liberalen zu koalieren. Die Vorstellung, dass nur vier Jahre nach dem Systemwechsel eine damals wirklich noch ziemlich „postkommunistische“ MSZP allein regieren könnte, hat vielen nicht behagt. Ob es den Liberalen dann tatsächlich gelungen ist, in der Koalition ein gewisses Gegengewicht zur MSZP zu bilden, ist im Nachhinein betrachtet fraglich, steht aber erst mal auf einem anderen Blatt.

        Die Liberalen dürfte Folgendes dazu bewogen haben, sich auf diese Koalition einzulassen: programmatische Kompromissfähigkeit v. a. in der Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik zwischen MSZP und SZDSZ, Konflikte des SZDSZ mit dem sich herausbildenden rechten Lager und natürlich der Wunsch politisch mitzugestalten. Koalitionen zwischen Sozis und Liberalen sind nun wirklich nichts Besonderes (hatten wir in Deutschland auch von 1969 bis 1982 und außerdem noch in mehreren Bundesländern). Alle demokratischen Parteien sollten untereinander koalitionsfähig sein.

        Sie sind anscheinend dem für Ungarn sehr typischen Lagerdenken, der Wagenburg-Mentalität ziemlich verfallen. Versuchen Sie trotzdem mal, sich als erstes von der Vorstellung zu trennen, nur Fidesz (und früher MDF) vertrete die „Nation“. Die MSZP hat nach der Wende drei Wahlen gewonnen und insgesamt zwölf Jahre lang regiert, weil die Wählerinnen und Wähler das so wollten. 2010 wollten sie mal wieder den Wechsel.

        Ergo: Wahlergebnisse spiegeln den gerade aktuellen Willen der Nation am besten wider.

      • „ Herr Unger, wenn ich recht informiert bin, wurde Horn 1994 trotz seiner einfachen Mehrheit im Parlament nicht zuletzt vom Westen dazu gedrängt, mit den Liberalen zu koalieren. Die Vorstellung, dass nur vier Jahre nach dem Systemwechsel eine damals wirklich noch ziemlich “postkommunistische” MSZP allein regieren könnte, hat vielen nicht behagt. “

        Ungarnfreund,

        Na endlich, klare Rede! Da sprechen Sie wirklich nicht mehr ums Brei herum, sondern Tacheles, wie ich’s auch von Ihnen schon lamge erwarte. Anerkennung!

        Was Sie da aber aus der Schule plaudern, bestätigt die schlimmsten Befürchtungen aller demokratischen Ungarn mit Ausnahme Ihrer „Schützlingen“.

        Und das soll Demokratie sein?

        Ich greife jetzt auf die Aufklärungstechnik der grossen alten Dame der ung. Kommunisten, Ildiko Lendvai, zurück, die bis zum Untergang dieser Partei die Rechte Hand von György Aczél (des roten Pendents des Josef Goebbels in Ungarn) war, um dann zu „Demokratin“ zu konvertieren.

        Also, ich sage es langsam, damit es alle richtig verstehen:

        Also, 1994 wurden in Ungarn (nach dem formalen Ende der MSZMP in 1990) nunmehr das zweite Mal demokratische Wahlen abgehalten. Daraus ging gegen alle Erwartungen die juristische Nachfolgepartei der Kommunisten, die MSZP, mit absoluter Mehrheit als Wahlsieger hervor.

        Im Westen wurde aber (zu Recht!!) diese Partei als Kuckucksei im europäischen demokratischen Nest beargwöhnt, und so wurde handkehrum durch den Westen den Ungarn von aussen als „Gegengewicht“ das Kuckucksei SZDSZ in den ungarischen Nest gesetzt.

        Ungarnfreund,

        Mit dieser MANIPULIERUNG DES WÄHLERWILLENS als plausible Erklärung der Ereignisse wollen Sie mich überzeugen und erreichen, dass sich die überwiegende Mehrheit der Nation – mich inbegriffen – von Orbán und FIDESZ abwendet, und sich auf Ihre oder die Seite von Gyurcsany & Co schlägt?

        Das darf doch nicht wahr sein!

      • Kommen Sie Herr Unger, jetzt verdrehen Sie mir aber die Worte im Munde. Ich wollte Ihnen lediglich eine zeitgeschichtliche (Teil-)Erklärung dafür liefern, warum MSZP und SZDSZ 1994 eine Koalition miteinander eingingen. Wählen können Sie, wen Sie wollen. Nur von Jobbik sollten Sie die Finger lassen.

      • „Ich wollte Ihnen lediglich eine zeitgeschichtliche (Teil-)Erklärung dafür liefern, warum MSZP und SZDSZ 1994 eine Koalition miteinander eingingen.“

        Ungarnfreund,

        Ich bedanke mich für Ihre zeitgeschichtliche Erklärungen, die mir persönlich genau das bestätigen, was ich vermutete.

        Da diese Hilfeleistung sich schon einmal so gut bewehrte, bemühen sich ihre Links-Demokraten seit Anfang dieses Jahres, den Ministerpräsidenten Orban der mit überwältigender Mehrheit demokratisch gewählte Regierung mit westeuropäischer Hilfe zu stürzen!

        Wenn Sie davon nichts wissen sollten, dann liefere ich Ihnen gerne Beweise von entsprechenden Aufrufen von Konrad & Co und auch die Medienberichte, die diese Bemühungen unterstützten.

        „Wählen können Sie, wen Sie wollen.“

        Das werde ich endlich auch tun, zumal mich die Gyurcsany-Verein 2002 nach seiner Machtübernahme als erstes meines Wahlrechtes beraubte.
        Ich lebe nämlich im „demokratischen“ Westen ohne Hauptwohnsitz in Ungarn.

        „Nur von Jobbik sollten Sie die Finger lassen.“

        Da fällt es mir nicht schwer Ihren Ratschlag zu befolgen. So wie Jobbik sich aufführt, kommt sie mir wie das genaue Spiegelbild der MSZP nur mit dem Minus-Vorzeichen. Die beiden bekämpfen Orbán und die FIDESZ gleich phanatisch wie eineige Zwillige.

        Die LMP hat mich enorm enttäuscht, und kann ich sie jetzt auch nicht mehr wählen!

        Die demokratische Idee der LMP 2014 gemeinsam mit Jobbik und MSZP FIDESZ zu stürzen, finde ich mehr als pervers. Die LMP würde also, wenn Not am Manne ist, gar mit Hitler selbst koalieren, um ihre politischen Ziele zu erreichen!?

      • Herr Unger, gab es 2002 eine Wahlrechtsreform? Erzählen Sie mal, wieso Sie von Gyurcsány Ihres Wahlrechts beraubt worden sind. Würde mich interessieren.

      • „Herr Unger, gab es 2002 eine Wahlrechtsreform? Erzählen Sie mal, wieso Sie von Gyurcsány Ihres Wahlrechts beraubt worden sind. Würde mich interessieren“

        Lieber Ungarnfreund,

        Sie scheinen die demokratischen Verhältnisse der Gyurcsany-Aera nicht ganz zu kennen, doch es war tatsächlich so, wie ich es Ihnen mitteilte.

        Dazu muss ich Ihnen erzählen, dass ich noch als Minderjähriger meine Heimat habe verlassen müssen und lebte mit einem sog. Nansen-Pass in verschiedenen Ländern Europas. So auch mehrere Jahre mehrheitlich in Süd-Deutschland (München, Stuttgart und Frankfurt).

        Ich hätte zwar auch die deutsche Staatsbürgerschaft – wie auch andere – beantragen können, tat ich es aber nicht, und blieb Ungar, nichts anderes als ein europäischer Ungar.

        Erst in 1990, nach der Wende (aus Prinzip! Oder Spleen?), besuchte ich meine Heimat wieder, und holte mir meinen ungarischen Pass.

        So kann ich mir das seelische Glücksgefühl meiner ung. Landsleute genau nachvollziehen, die als Urbewohnern in den Nachfolgestaaten nach Jahrzehnten als Bürger dritter Klasse endlich wieder ein Dokument in den Händen halten, das bezeugt, dass sie Ungarn sind.

        Mein selbst gewählter Status in den Ländern Europas als Bewohner „zweiter“ Klasse, war beinahe nur ein Spleen für einen vom Glück „verwöhnten“ Menschen im Vergleich zu den seelischen Qualen meiner Landsleute. Es gab nämlich auch solche, die in Extremfällen in ihrem langen Leben bis zu sechsmal verschiedenen Staatsbürgerschaften „be-sassen“, ohne sich von ihrem Geburtsort weiter als 50 KM je entfernt zu haben.

        Die erste Orban-Regierung gab uns Exil-Ungarn das wieder zurück, was jeder Exilbürger eines europäischen Staates als selbstverständlich hat, das Stimmrecht, das Recht auf Mitbestimmung bei den Parlamentswahlen. Auf Druck der Linken im Parlament allerdings mit der einschränkender Auflage: man musste auch in Ungarn an einer Wohnadresse angemeldet sein. Zumal ich seit 1990 jährlich mehrere Monate in Ungarn verbringe und dort auch meine Wohnung habe, besitze ich auch einen Wohnsitzbetätigungsausweis.

        Als in 2002 die MSZMP-Nachfolge Dank der übertoleranten Ungarn wieder an die Macht kam, wurden wir Exil-Ungarn von den linken Machthabern als erstes wieder zu Bürgern zweiter Klasse degradiert. Mitbestimmen durfte man nunmehr, wer seinen „Ständigen-Wohnsitz“ im Lande hatte.

        Das traf auf mich nicht zu, so wurde ich als Ungar mit diesem billigen Trick von Medgyessy, Gyurcsany, Bajnai & Co tatsächlich MEINES STIMMRECHTS BERAUBT.

        Die „nemzeti“ (national gesinnte) Regierung von Orban hat aber mittlerweile dafür gesorgt, dass auch wir Exil-Ungarn in Europa keine Menschen zweiter Klasse mehr sind.

        Dank und Ehre dem, der es verdient.

        Ungarnfreund, es mag dies Ihnen gegen den Strich gehen, doch es leuchtet mir nicht ein, wieso soll ich mich für eine Ideologie wie die kommunistische begeistern, die ihre Hauptaufgabe darin sieht, Menschen von ihren elementaren Humanrechten zu „befreien“?

      • Danke für die Erläuterung. Mir war nur die letzte Wahlrechtsreform in Bezug auf die Auslandsungarn von 2011 einschließlich der Wohnsitzfrage bekannt. Interessant, dass dieses Thema schon so eine lange Vorgeschichte hat.

        Ich sehe die Wohnsitzfrage allerdings nicht ganz so wie Sie. Ein Deutscher braucht meines Wissens zwar auch nicht unbedingt einen Wohnsitz in Deutschland, um dort wählen zu können. Aber in unserem Fall leben auch keine vergleichsweise riesigen deutschen Minderheiten in den Nachbarländern. Wir „erschrecken“ mit der Entkopplung von Wohnsitz und Wahlrecht also erst mal niemanden.

        Ungarn hat hingegen immer noch viele Reibereien mit seinen Nachbarn. Es wäre meiner Ansicht besser gewesen, erst einmal durch vertrauensbildende Maßnahmen diese Spannungen weiter abzubauen, bevor man das Wahlrecht neu regelt. Bei den ungarischen Minderheiten in den Nachbarländern muss man außerdem davon ausgehen, dass sie vorhaben dort zu bleiben und somit nur sehr indirekt von den Entscheidungen des Parlaments, das sie dann mitwählen dürfen, betroffen wären.

        Die Zahl der Auslandsungarn in den Nachbarländern Ungarns beträgt etwa 2,5 Mio. Das entpricht etwa einem Viertel der inländischen Bevölkerung. Übertragen wir das mal auf die Bundesrepublik: Können Sie sich vorstellen, wie die Nachbarn Deutschlands reagieren würden, wenn wir rd. 20 Mio. Menschen in Polen, Tschechien usw. die deutsche Staatsangehörigkeit inklusive Wahlrecht anbieten würden?

      • „Ungarn hat hingegen immer noch viele Reibereien mit seinen Nachbarn“

        Reibereien mit den Nachbarn und Antisemitismus, auf geistreichere Art zu verleumden, dazu fehlt in den Nachbarländern den Hetzern gegen Ungarn etwas Mehr an Intelligenz.

        Im Diktat von Trianon, wurden im Namen des Selbsbesimmungsrecht der Völker 3 Millionen Ungarn etwa 3,5 Millionen ungarischen Nationalitäten auf Gnade und Ungnade ausgeliefert, und leben in deren Nachfolgeländern nunmehr seit mehr als 90 Jahren als Bürger 2. Oder 3. Klasse.

        Ungarnfreund,

        Nicht Ungarn hat Reibereien mit den neuen Nachbarn, sondern die Nachfolgestaaten verweigern nunmehr in IHREM LAND den ungarischen Ureinwohnern die gleichen Rechte, wie sie ihren eigenen ethnischen Volksgenossen als selbstverständlich zugestehen.

  2. Guter Kommentar – genau diese Unversöhnlichkeit sehe auch ich auf beiden Seiten.Als einer, der wie HV in Deutschland sozialisiert und gewohnt war, dass sich Mitglieder der SPD und CDU und FDP und Grüne trotz heftigster ideologischer Auseinandersetzungen im Bundestag dennoch abends willens und fähig waren, ein Bierchen miteinander zu trinken und dem anderen Respekt zu zollen, war ich erschüttert, als ich so ab 2000-2002 anfing, mich öfters in Ungarn aufzuhalten und den politischen Diskurs zu verfolgen. Diese emotionale Vehemenz, Agressivität und Freund-Feind-Denken sind einfach unglaublich. Und, wie HV es aufzeigt, es besteht teilweise nicht einmal die theoretische Bereitschaft, auf den Anderen zuzugehen…
    Traurig und bitter.

  3. Vielen Dank für diese ausgewogene und interessante Denkanregung. Nur ein paar erste Gedanken meinerseits dazu:
    „die derzeitige Generation“ -> welche Generation ist gemeint? Ich nehme an diejenigen, die derzeit an der Macht sind und hoffe stark, dass für die jüngere Generation, die ja jetzt auch schon da ist, das nicht gilt und zunehmend auch Jüngere an die Macht kommen, deren Horizont ein wenig über die klassische Links-Rechts-Dichotomie hinausgeht.
    Schade, dass die Medien einem dieser Lage jeweils zugeneigt scheinen und damit zur Aufrechterhaltung dieses Lagerkampfes beitragen. Die tatsächliche Wahlbeteiligung und der Anteil derjenigen, der in Umfragen keine Präferenz für eine der etablierten Parteien zu erkennen gibt, lassen mich schließen, dass die Mehrzahl der Ungarn diese verheerenden Lagerkämpfe leid ist. Leider brauchen die beiden Lager diese Feindschaft als Existenzberechtigung (jeweils Kampf gegen das Böse) und so wird es wohl noch ein wenig weitergehen…

    • „Jüngere an die Macht kommen, deren Horizont ein wenig über die klassische Links-Rechts-Dichotomie hinausgeht.“

      Lieber T.Sanyi,

      Es scheint, als wenn Sie sich diesen dichotomischen Begriffspaar „Links-Rechts“ in Ungarn als absolut disjunkt vorstellen würden. Wenn ja, dann möchte ich auf etwas Wesentlichen hinweisen.

      Die heutige ungarische Linke, hauptsächlich ein verlorener Resthaufen der MSZ(M)P, ist tatsächlich disjunkt, denn es gibt bei ihr gar keine gemeinsame Schnittmenge mit dem zum überwiegend in national-konservativen Kategorien denkenden und fühlenden Element der Ungarn.

      Nicht so jedoch bei den sog. ung. Rechten.

      Der schlagendste Beweis dafür sei nur der Parlamentswahl von 2010 genannt. Da fand ein Grossteil der Wähler, die früher traditionell auf die MSZP votierten, offensichtlich genügend „Lebensraum“ oder „linke Ansätze“ im von den internationalistisch, kosmopolitisch geprägten Linken der MSZMP-Nachfolgepartei so verteufelten patriotischen Lager.

      Andersherum läuft da nichts, ist so etwas nicht möglich.

      Damit möchte ich sagen:

      Die ung. national-liberale, patriotische Rechte ist sehr wohl nebst demokratisch auch liberal wie sozial eingestellt.

      Die Linke ist ideologisch gesehen das auch alles, doch anstatt patriotisch: stur international und kosmopolitisch.

  4. Eine sehr zutreffende Bestandsaufnahme der Situation in Ungarn. Ich finde es auch besonders bedenklich, dass es in der politischen Kultur in Ungarn noch nicht angekommen ist, dass Pluralismus nicht nur bedeutet, dass man mehr als eine Partei zu den Wahlen zulässt. Es fehlt der gesellschaftliche und politische Grundkonsens in der Frage, dass es mehr als eine gute Politik geben kann. Man mag zwar nicht einer Meinung sein, aber das „wer nicht für uns ist, ist ein Vaterlandsverräter und will Ungarn schaden“-Denken ist zutiefst undemokratisch. Wie man dies ändern kann, ist eine Frage, auf die ich gern eine Antwort hätte. Ich fürchte, dass es nicht einfach nur eine Generationen-Frage ist, denn diese Denkweise scheint sich bei der jüngeren Generation von Politikern fortzusetzen.

    • Lieber expat,

      Wenn jemand tatsächlich so einfältig ist, der ist nicht nur von allen guten Geistern verlassen, sondern eindeutig mehr: nicht ganz voll!

      Doch erlauben Sie mir die Frage: Haben Sie diesen Schwachsinn etwa in der Analyse von Hungarianvoice gelesen, zumal Sie bemerken:

      „ Eine sehr zutreffende Bestandsaufnahme der Situation in Ungarn.“

      Ich suche und suche, doch finde ich diese Quintessenz nicht!?

    • „ Ich finde es auch besonders bedenklich, dass es in der politischen Kultur in Ungarn noch nicht angekommen ist, dass Pluralismus nicht nur bedeutet, dass man mehr als eine Partei zu den Wahlen zulässt.“

      Mein Kommentar ist leider etwas zu kurz gekommen. Er bezieht sich auf diese tiesinnige Bemerkung.

      • So dumm finde ich den Kommentar von expat nicht. Oder wollen Sie bestreiten, dass in Ungarn eine Grundeinstellung bei allen (großen) Parteien herrscht, die auf die Vernichtung des Gegners abzielt?

    • 1. „“wer nicht für uns ist, ist ein Vaterlandsverräter und will Ungarn schaden”-Denken ist zutiefst undemokratisch.“

      Lieber expat,

      Wahrlich, wahrlich undemokratisch!

      „ Wer nicht für uns ist, ist gegen uns, also ein Verräter“

      war das volksdemokratische Kredo der Kommunisten in Ungarn bis 1964. Solche Verräter wurden durch die eiserne Faust des Proletariats erbarmungslos zerschmettert, vernichtet. (Man schätzt die Zahl der kommunistischen Opfer weilweit auf etwa 100 Millionen Menschen.)

      Nach dem Ende der Mordserie von Kadar und seiner Missetäter in 1964 wurde im Zeichen der Lockerungen verkündet:

      „Wer nicht gegen uns, der ist für uns!“

      Eine wesentlich humanere Variante der kommunistischen Doktrin und beinahe schon „demokratisch“.

      2. „Wie man dies ändern kann, ist eine Frage, auf die ich gern eine Antwort hätte.“

      Meine folgende Antwort wäre eine der Möglichen:

      Wer nichts für die ungarische Nation („nemzet“) übrig hat, und sich selbst aus freien Stücken daraus ausgrenzt, der ist deshalb bestimmt kein Vaterlandsverräter, doch sollte er nicht alle seine Energie darauf verschwenden, Ungarn und die Ungarn im In- und Ausland zu besudeln, und Schaden anzurichten, wo nur möglich.

      So einfach sehe ich die Sache.

  5. Fängt der gesellschaftliche Dialog nicht ganz unten an?Sollte er sich dann nicht hier fortsetzen?
    Nun, man redet den gesellschaftlichen Dialog herbei (oder wünscht ihn)
    aber wenn ich mich gut erinner, dann ist hier so mancher einer auch nicht gerade „dialoggewillt “ ..

  6. Ich meine, daß solche „Reden“ für Jahre , wenn nicht für Jahrzehnte auswirken. Persöchnlich würde ich „solchen“ auch keine Hand reichen. Gut, dass wir alle verschieden sind.
    Ein Schnellbouquet :
    A rasszizmus ellen [szerkesztés]

    Az eseményt a Magyar Ellenállók és Antifasiszták Szövetsége nevű szervezet a Moszkva térre hirdette meg, 2005. május 17-ére.[10] Az eseményen 3-400 ember vett részt. Beszédet mondott Horváth Aladár, majd Tamás Gáspár Miklós és György Péter is. Tamás Gáspár Miklós mondanivalójának lényege az volt, hogy ez egy rasszista ország, majd kijelentette, hogy ő nem akar egy ilyen országban élni. (Miután később kiderült, hogy a bűncselekmény indítéka nem rasszizmus volt, Tamás Gáspár Miklós nyilvánosan is bocsánatot kért.)
    http://klubradio.hu/cikk.php?id=16&cid=118138

    Ungváry “ kurva anyja mindenkinek….“

    Die Rosinen habe ich diesmal behalten !

    Ich halte es wirklich merkwürdig, dass die „Linken“ immer und überall nach v e r l o r e n e n Wahlen über die Machtverteilung noch diskutieren, nachverhaneln wollen. Worüber denn ? “ Ami az enyém, az az enyém….ami a tied az közös ? Kennen wir.. Man wird müde nach jedem Hanschlag die Finger neu zählen zu müssen.GYURCSÁNY VERES DRASKOVICS :““ hazudtuk csaltúnk loptunk „““““reggel délben és este !
    Die Hasstiraden aud dem Ausland werten viele Ungarn richtig. Und die werden nicht so schnell vergessen.
    Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, aber das Spiel 2010 i s t gelaufen.

    Ich warte gespannt , welchen LINKEN holt Frau Kraft in Ihre Regierung.
    Aktuell: in RO gibt es eine neue Regierung. RMDSZ is nich mit dabei. Es sind von heute auf morgen alle !! ungarische Prefekte, Vizeprefekte, alle ungarische Funtionäre entlassen worden. Anscheined auch dort schreibt der Sieger die Geschichte.
    http://www.erdely.ma/kozeletunk.php?id=118187&cim=valamennyi_magyar_prefektust_es_alprefektust_levaltottak_tisztsegebol

    Bitten, irgendwann, nach gewonnenen Wahlen mit neuer Kompromissbereitschaft wieder melden.

    Wie immer: eigene Meinung .

  7. „Man sollte allerdings weder auf die Bayers noch auf die Ungvárys zählen. Und besser auch nicht auf diejenigen, die sich – trotz fehlender Kenntnis der ungarischen Zustände – unkritisch auf eine von beiden Seiten schlagen.“

    Da hat HV absolut Recht, doch man sollte sich da nicht in Bescheidenheit üben und bloss diese Zwei zur Illustrierung der Situation aufführen, sondern klar aussprechen:

    Die politische Umwelt in Ungarn wird in erster Linie von den kommunistischen Konvertiten oder Provokateuren wie: György Konrad, Agnes Heller, Akos Kertesz und Co. verpestet.

    Dazu tragen mit Ihren Scherflein in den internationalen Medien auch Typen mit dubiosem Hintergrund wie Magdalena Marsovszky etc. ebenfalls kräftig bei.

  8. „Die politische Umwelt in Ungarn wird in erster Linie von den kommunistischen Konvertiten oder Provokateuren wie: György Konrad, Agnes Heller, Akos Kertesz und Co. verpestet.

    Dazu tragen mit Ihren Scherflein in den internationalen Medien auch Typen mit dubiosem Hintergrund wie Magdalena Marsovszky etc. ebenfalls kräftig bei.“

    Ist das schon kodierter Antisemitismus? (man beachte die Namen, den Ausdruck „internationale Medien“ oder „dubioser Hintergrund“).

    Ich frage ja bloss.

    • „Ist das schon kodierter Antisemitismus? (man beachte die Namen, den Ausdruck “internationale Medien” oder “dubioser Hintergrund”)“

      Lieber Galut,

      Sie schienen mir wesentlich intelligenter, und für solche primitive Provokation zu gut zu sein. Enttäuschen Sie mich nicht!

      Was Ihre Ahnungslosigkeit betrifft helfe ich Ihnen gerene:

      1. Meines Wissens zB. Der Standard in Wien oder Die Süddeutsche in München gehören nicht zu der ung. Medienlandschaft.

      Deshalb „internationale Medien“!

      2. Von Heller über Konrad bis zu Akos Kertesz alle drei weisen ständig auf ihre jüdische Abstammung hin.

      Die Magdalena Marsovszky hngegen achtet peinlich darauf zu betonen, dass Sie keiner jüdischen Abstammung sei.

      Deshalb „dubioser Hintergrund“!

      PS.:
      Falls es Sie interessiert, wo Frau Marsowsky sich so abgrenzt, kann ich Ihnen auf audrücklichem Wunsch auch damit dienen.

      • @ Ignac Unger

        Sind Sie jetzt ein Beispiel für

        Den Zustand des gesellschaftlichen Dialogs in Ungarn

        ?

        Oder

        bezahlte Lobbyist? 🙂

    • Bitte, nicht schon wieder Antisemitismus !
      Und schon gar nicht kodierte.
      Bitte !

      P.S.
      „Akik tulságosan beleártják magukat a politikába, már nem
      tekinthetök zsidónak.“
      Prof. Scheiber Sándor, Rabbiner

      • Ich habe nichts gegen die Definition von Prof. Scheiber und vom orthodox religiösen Standpunkt aus, hat er sogar vollkommen Recht.

        Was ich aber schon viel weniger verstehe:

        Woher die hochgeschraubten Erwartungen von Typen wie Heller, Konrad, Akos Kertesz & Co., wenn man als Ungar ihre hemmungslosen Beschimpfungen von Ungarn und der Ungarn nicht gerade mit Jubelgeschrei und Hochrufen quittiert?

      • Herr Unger, fällt Ihnen auf, wie Sie die politische Welt in „wir“ und „die“ unterteilen, das „wir“ mit der „Nation“ gleichsetzen und die von Ihnen erwähnten Vertreter der liberalen Intelligenzia außerhalb dieses „wir“ und der „Nation“ ansiedeln?

        Das Argument der ewigen „Ungarn-Beschimpfung“ durch Heller & Co. habe ich schon tausendmal gehört. Wissen Sie, die deutsche Erfahrung ist eher die, dass sich die Größe einer Nation heute u. a. daran zeigt, wie sie mit ihrer Vergangenheit umgeht und welche Lehren sie daraus für die Zukunft zieht. Themen wie Antisemitismus und vergleichbare gesellschaftliche Probleme beim Namen zu nennen, ist ein Zeichen von Souveränität, keine Beleidigung.

        Ist es denn so schwer zu sagen: „Ja, Horthy-Ungarn hat bei der Verfolgung der Juden willig mit den Nazis kollaboriert, dafür schämen wir uns, heute werden die politischen Erben jener Ära schon wieder stärker und dagegen wollen wir etwas tun“ ?

      • Ungarfreund,

        Mir fällt auf, dass Sie laufend an den Dingen vorbeireden, und versuchen mir Sachen zu unterstellen, von denen Sie sehr wohl wissen müssen, dass Sie nicht wahr sind. Warum fällt es Ihnen so schwer die Wahrheit zu reden?

        Meine Antwort an „expat“ haben Sie entweder nicht gelesen, oder weigern Sie sich meine Worte auch generell zu verstehen und bevorzugen es, sie nach Ihrer eigenen Ideologie zu interpretieren.

        Ich schrieb expat etwa:

        „Wer nichts für die ungarische Nation („nemzet“) übrig hat, und SICH SELBST AUS FREIEN STÜCKEN DARAUS AUSGRENZT, der ist deshalb bestimmt kein Vaterlandsverräter,

        … doch sollte er nicht alle seine Energie darauf verschwenden, Ungarn und die Ungarn im In- und Ausland zu besudeln, und wo nur möglich Schaden für Sie anzurichten.

        So einfach sehe ich die Sache.“

      • Kann schon sein, Herr Unger, dass wir ständig aneinander vorbeireden. Ich betrachte Ungarn nun mal von außen, mit einer deutschen Brille. Dessen bin ich mir durchaus bewusst. Sie betrachten Ungarn von innen und haben dabei einen deutlich erkennbaren Standpunkt im rechten Lager gewählt. Kein Wunder, dass sich unsere Betrachtungsweisen unterscheiden. Ich finde Ihre Aussagen zwar selten richtig, aber meist interessant, weil ich sie für typisch halte. So wie Sie denkt man eben in bestimmten Kreisen.

        Übrigens, ob Sie nun sagen, Heller & Co. schlössen sich selbst von der „Nation“ aus oder diese Ihre (!) Ansicht irgendwie anders formulieren, macht eigentlich keinen großen Unterschied. Diese Leute verstehen sich deshalb als Weltbürger, weil ihnen das Denken in „Nationen“ im Allgemeinen zu eng ist, aber auch weil Ihre „Nation“ sie immer wieder verstoßen hat. Dabei haben Heller & Co. allein schon über die Muttersprache eine sehr starke Bindung an Ungarn. Für die „Nation“ könnte es sich durchaus lohnen, mal ein paar Schritte auf sie zuzugehen.

  9. Lieber Herr Unger,

    Ihre erste Stellungnahme hat zwar durch ihre Vehemenz meine Frage beantwortet, Ihre zweite dann aber alles noch einmal unterstrichen. Denn bekanntlich ist es eine Sache, wenn jemand selbst seine Herkunft erwähnt, und eine andere, wenn andere Menschen dies (zumal in bestimmten Kontexten!) tun. Wenn für Sie zudem die Tatsache, dass Frau Marsovszky (deren meiste Positionen ich nicht teile oder unterstütze) mal erwähnt hat, dass sie keine Jüdin sei, ebenfalls „dubios“ ist, dann scheinen Sie tatsächlich mit dem Jüdischsein ein Problem zu haben: wer offen Jude ist, dem reiben Sie es unter die Nase — wer keiner ist, der ist für Sie (wohl: erst recht) „dubios“.
    Ergo haben Sie gewisse kognitiv-emotionale Schwierigkeiten, wenn es um jüdische Identität(en) geht.

    Und das ist tatsächlich kodierter Antisemitismus.

    Zu Ihrer Verteidigung sei noch erwähnt, dass Sie es vielleicht gar nicht (bewusst) wissen, denn auch das ist möglich.

    Ich meine ja bloss.

  10. Ignaz Unger, können Sie uns den Nachweis für Ihre Behauptung liefern:
    Frau Marsovszky „achtet peinlich darauf zu betonen, dass sie“ nicht jüdiscer Abstammung sei?

    • Geschätzter Karl Pfeifer,

      Ihre Frage hat wenigstens Gewicht, nicht so wie das dumme Geschwätz von Galut.

      Es hat mich auch nicht wenig erstaunt, von Frau Marsovszky, die nicht müde wird Ungarn und die Ungarn als „genetisch“ antisemitisch Tag und Nacht zu verschreien, in einem Gesprächt hören zu bekommen, dass sie keiner jüdischen Familie entstamme?!

      Eine schwer zu erklärende Abgrenzung, nicht wahr Herr Pfeifer?

      Um Ihnen auch mal einen Wunsch zu erfüllen, werde ich den Nachweis dieser „Entgleisung“ der Dame finden und Ihnen liefern.

      • Lieber Karl Pfeifer,

        Erschrecken Sie ob dieser Anrede nicht. Erstens kann ich mir dies auch gegenüber erklärten Gegnern der Ungarn leisten. Andererseits, es ist beinahe bewundernswert, wie sie konsequent (nein, ich sage bewusst nicht: stur) ihrer linken Ideologie die Stange halten. Sie rackern sich hier wirklich anstelle von mindestens drei Parteisoldaten wacker ab, und das in Ihrem Alter!

        Sie haben wahrscheinlich mehr als die meisten von uns hier auf dem Blog erlebt und erfahren, und das relativiert für mich Ihr Feindbild über Ungarn und uns Ungarn. Ich persönlich finde es wirklich schade, dass Sie über uns nur Schlechtes und nichts anderes als Schlechtes berichten können. Doch Ihr Curriculum Vitae kann doch einiges verständlich machen.

        Jedoch im Gegensatz zu Ihnen, habe ich gar kein Verständnis für das Wüten dieser echten Monomanin, der Magdalena Marsowszky.

        Ich habe das Zitat von der Marsovszky gefunden, und wie versprochen, stelle ich es Ihnen gerne zur Verfügung:

        „Én is hallottam gyerekkoromban olyan kijelentést, hogy pl. a kommunisták között különösen sok a zsidó….. Az én szüleim, nagyszüleim, akik nem voltak zsidók, ezt ők is ugyanígy látták.“

  11. Den Zustand des gesellschaftlichen Dialogs in Ungarn
    kann man mal wieder hier erkennen.
    http://www.pesterlloyd.net/html/1220jobbikparteitag.html#.T7e0kuIhR_Y.facebook
    Schlimmer geht es schon nicht.
    Zitat :
    *alle Roma sollen zur Arbeit eingeteilt werden, wer sich sträubt, kommt in Lager, ….“die Kinder sollen den Eltern entzogen und in Spezialheimen zu guten Ungarn erzogen werden. Vorschläge, die auf breiten, positiven Widerhall bei großen Teilen der Bevölkerung stoßen.“
    Ich hab mich entschlossen, das mal lieber unkommentiert so stehen zu lassen, weil ich befürchte mich in diesem Falle „unfein „auzudrücken.Da vergeht einem der „vernünftige „Dialog“

    • Ja, ja, die Pester Lloyd!

      Und dann das übliche hyterische Geschrei der Monomaninnen Heller und Marschowsky, um den Herrschaften etwas Ruhe zu gönnen, von wegen

      „Ende der Pressefreiheit in Ungarn“

      und oh Schreck:

      Orbán hätte alle linksliberalen Journalisten eigenhändig kastriert!

      • Liebe Blog-Besucher,

        Ich muss hier eine kleine doch wesentliche Korrektur anbringen:

        Das Geschrei und die Klagen der linken, angeblich von Orbán geknechteten ungarischen Schreibknechte, hallt nicht deshalb in der ganzen Welt wieder, weil sie von ihm etwa physisch, mit Kastriermesser in der Hand neutralisiert worden wären. Dieses „Verbrechen“ geschah natürlich nur bildlich.

        Um den Grund für das Gestöhn absolut korrekt wiederzugeben, fehlen mindestens die Apostrophen!

        Doch nach der nötigen Korrektur und, um die seriöse Journalisten nicht in den gleichen Topf wie die dubiosen zu werfen, bringe ich meinen Kommentar, wie ich auch in der Hitze des Gefechts es tatsächlich meinte:

        „Ende der Pressefreiheit in Ungarn“

        und oh Schreck:

        Orbán hat das linksliberale Journaille eigenhändig „kastriert“!

        PS.:
        Journaille = minderwertige, sensationsgierige Presse und ihre Vertreter.

    • Ehrlich gesagt, ich finde das Gerede von codierten Antisemitismen ebenfalls „dummes Geschwätz“. Entweder jemand hat etwas gesagt oder nicht, so einfach. Jemandem etwas codiertes vorzuwerfen ist ncihts anderes als eine Unterstellung. Auch mit dieser Art werden Sie keinen fairen Umgang miteinander erreichen. Überhaupt: wer glaubt hier jetzt an eine Verschwörung? Der, der die breite, meist unsachliche und oft inhaltlich falsche Kritik an Ungarn, ja sogar an den Ungarn, kritisiert, oder der der überall codierten Antisemitismus wittert?

      „Wissen Sie, die deutsche Erfahrung ist eher die, dass sich die Größe einer Nation heute u. a. daran zeigt, wie sie mit ihrer Vergangenheit umgeht und welche Lehren sie daraus für die Zukunft zieht. Themen wie Antisemitismus und vergleichbare gesellschaftliche Probleme beim Namen zu nennen, ist ein Zeichen von Souveränität, keine Beleidigung.“
      Ungarnfreund, von nationaler Größe zu reden ist an sich ein Zeichen von Arroganz. Missverstehen Sie mich nicht: nicht alles was mit „national“ anfängt, ist schlecht. Ich bin immer für ein gewisses Nationalbewusstsein. Es geht dabei aber nicht um die eigene Größe, sondern um die eigene Besonderheit wenn Sie so wollen, die eigene Identität. Kein Volk ist ausersehen, aber jedes hat seine Besonderheiten die sie schützen und erhalten, dabei aber auch ruhig weiterentwickeln sollten. Hier liegt das grundlegende Missverständnis wenn deutsche Medien über nationale Äußerungen eines ungarischen Politikers berichten. Diese Ideale sind den Deutschen weitestgehend fremd. Kein Wunder: die Deutschen haben keine großen Minderheiten deren Erhalt bedroht wäre. Sie können so leben wie wollen und dabei vergessen Sie zu schätzen was andere nicht haben: nationale Freiheit und Selbstbestimmung. Den Umgang mit der eigenen Vergangenheit den Sie ansprechen, halte ich natürlich auch für wichtig. Nur: die perverse Selbstgeißelung, die in Deutschland betrieben wird (kein Nationalstolz, überhaupt kein „national“), hat keinesfalls den gewünschten Effekt. Den Leuten geht das nämlich irgendwann auf den Nerv und sie hören einfach weg. Insofern ist dieses Treiben auch nur oberflächlich, weil es von weiten Teilen der Bevölkerung nicht mitgetragen wird. Betrachten Sie dazu den Umgang mit dem Buch des Herrn Sarrazin. Zuerst haben alle pikiert die Nase gerümpft, aber sobald sie gemerkt haben, dass es der Stimmung in der Bevölkerung entspricht, haben auch Unionspolitiker damit begonnen ähnliche Standpunkte zu vertreten (wie Frau Schröder, die den Umgang mit deutschen Schulkindern anprangerte).
      Ich hoffe, dass Sie verstehen werden, dass ein solches gesellschaftliches Verfahren in Ungarn nicht jeder anstrebt. Leider setzen die hießigen Medien allzuoft ihren eigenen Maßstab an, den sie offensichtlich für absolut halten. Eine große Quelle für inhaltliche und sachliche Fehler.

      • Ich denke an meinem Post wurde etwas zu viel korrigiert: ich bin mir recht sicher , dass ich schrieb „Der, der die […] Kritik an Ungarn […] kritisiert“ und nicht „… übt“. Egal, jedenfalls hier meine Richtigstellung was ich meinte.

      • Sie haben völlig Recht. Sorry, mein Fehler. Ich habs ausgebessert.

        Grundsätzliches: Ich versuche, etwaige Änderungswünsche, die eingehen, bevor der Kommentar freigegeben wird, gleich mit zu berücksichtigen. Die Richtigstellung hat sich dann erübrigt und wird von mir gelöscht. In Ihrem Fall war ich unaufmerksam.

      • Passt schon 😉 Ich hab auch bemerkt, dass Sie freundlicherweise das „falsche“ korrigiert haben – danke!

      • Hallo Palóc, im zweiten Teil Ihrer Ausführungen hatten Sie auf einen Beitrag von mir Bezug genommen. Schauen Sie, ich wollte meinen Gedanken so formulieren, dass ihn die Fans „nationaler Größe“ verstehen, nicht um irgendwelchen arroganten Ansichten das Wort zu reden. Im Gegenteil.

        Mir fällt immer wieder auf, wie Leute aus dem „nationalen Lager“ in Ungarn sofort die Schotten runterfahren, sobald das Thema Antisemitismus im Speziellen oder gruppenspezifische Menschenfeindlichkeit im Allgemeinen zur Sprache kommt. Die fühlen sich dann sofort beleidigt, winken müde ab oder werden aggressiv. Vergessen Sie meinetwegen die Größe. Nehmen wir Souveränität: Es ist meiner Ansicht nach ein Zeichen von Souveränität, die im Namen der Nation begangenen Verbrechen anzuerkennen und dann Maßnahmen zu ergreifen, damit sich die Geschichte nicht wiederholen kann.

        Dass die Deutschen lange ein etwas verkrampftes Verhältnis zu ihrer Nation hatten, ist richtig. Aber das gilt heute so nicht mehr. Ich denke, die Deutschen sind eine aufgeklärte, durchaus selbstbewusste, im europäischen Vergleich aber immer noch zurückhaltende, kurz: einfach eine gelassene Nation. Mit unserer Zurückhaltung und unserer Mitarbeit in Europa haben wir nach 1945 Stück für Stück das Vertrauen unserer Nachbarn zurückgewonnen. Sogar Polen und Tschechen, die aufgrund der Vergangenheit lange unsere schwierigsten Nachbarn waren, mögen uns inzwischen recht gern.

        Die Auslandsungarn sind eigentlich wieder ein neues, riesiges Thema. Ich denke Budapest sollte sich davor hüten, die Minderheiten in den Nachbarländern zu stark zu vereinnahmen. Der Weg des Ausgleichs von Most/Híd in der Slowakei und auch der des RMDSZ/UDMR in Rumänien sind richtig. Aber das sollten wir vielleicht an anderer Stelle, in einem passenden Thread weiter diskutieren.

      • Ungarnfreund: unsere Wahrnehmungen über das Auftreten Deutschlands sind offensichtlich grund verschieden. Von gelassen und zurückhaltend kann meiner Meinung nach keine Rede sein. Auch das Image Deutschlands im Ausland schätze ich anders ein.

      • Kann schon sein, Palóc. Wenn Sie einen „ungarisch-nationalen“ Blick haben, dann muss Ihnen Deutschland natürlich als zu wenig selbstbewusst erscheinen. Sie sollten aber wissen, dass viele Deutsche mit Ihrem Deutschlandbild wenig anfangen können. Ich mag die Bundesrepublik z.B. so wie sie ist und halte Sarrazin nuf für einen geschäftstüchtigen Provokateur. Seine biologistischen Thesen über Migranten und zuletzt seine Verbindung zwischen Holocaust-Gedenken und Euro-Rettung sind einfach total daneben.

        Vielleicht haben Sie in der Budapester Zeitung die Serie von Mária Schmidt gelesen. Sie wähnt Deutschland im „Würgegriff der 68er“. Auf mich wirkte dieser Kommentar aus dem ungarischen Off wie aus der Zeit gefallen, als hätte es die deutschen Debatten über Verfassungspatriotismus und die „Berliner Republik“ oder das freundliche Fahnenmeer zur Fußball-WM 2006 nie gegeben.

        Stichwort Fahne: Wenn ich PR-Berater der ungarischen Regierung wäre, würde ich ihr vorschlagen, die hinter Orbán oft sichtbare grün-weiß-rote Flaggenwand durch je eine Landes- und eine EU-Fahne zu ersetzen wie in Deutschland und anderen Staaten üblich. Ich bin mir sicher, dass schon allein die übliche Orbán-Optik ganz erheblich zu seinem schlechten Image im westlichen Ausland beigetragen hat.

        Wenn ich Ungar wäre, bräuchte ich weder einen Großungarn-Aufkleber auf meinem Auto noch einen Trianon-Gedenktag oder einen Bischof, der wie jüngst in Debrecen geschehen Horthy-Plaketten einweiht. Das wirkt alles so, als hätte sich die ungarische Nation nach dem Systemwechsel noch nicht gefunden. Und auf Sie wirkt mein Beitrag sicherlich typisch „deutsch-verklemmt“. Nun denn, so sei es.

      • „Wenn Sie einen “ungarisch-nationalen” Blick haben, dann muss Ihnen Deutschland natürlich als zu wenig selbstbewusst erscheinen. Sie sollten aber wissen, dass viele Deutsche mit Ihrem Deutschlandbild wenig anfangen können. “
        Dito. Wenn deutsche Medien diese Fairness die Sie für Deutschland beanspruchen auch Ungarn entgegenbringen würden, dann wären wir schon ein Stück weiter. Was Sie über Großungarn und die Flaggen im Hintergrund sagen, bezeugt meiner Ansicht nach, dass Sie die von Ihnen eingeforderte Toleranz nicht entgegenbringen.

        Im Übrigen: ich bin in Deutschland geboren und meine Mutter ist Deutsche. Woher wissen Sie, ob ich einen ungarischen oder einen unzufriedenen deutschen Blick habe? Sie demonstrieren das Selbstverständnis hierzulande: man selbst ist über jede Kritik erhaben.

  12. „Én is hallottam gyerekkoromban olyan kijelentést, hogy pl. a kommunisták között különösen sok a zsidó….. Az én szüleim, nagyszüleim, akik nem voltak zsidók, ezt ők is ugyanígy látták.“

    Karl Pfeifer,

    Es ist schon ein starker Tobak, was Frau Marsowszky da von sich gab.

    In diesen für Sie schweren Stunden bin ich bestimmt einer der Wenigen, die diese tiefe Enttäuschung Ihres Lebens nachvollziehen können und mit Ihnen fühlen. Die Welt ist heute nicht mehr, was es einst war. Echte Solidarität kann man nicht einmal mehr von Genossen und Genossinnen erwarten. Jeder ist nur mit den eigenen Blessuren beschäftigt. Egoismus beherrscht heute die Welt!

    Ehrlich gesagt, es hat mir auch schier die Sprache verschlagen, als ich von dieser Art von „CORDON SANITAIRE“, die Frau Marsowszky ums sich zog, um sich von den Juden auf vornehme Art zu distanzieren, erfuhr.

    Es muss auch für Sie schon recht deprimierend sein, zu sehen, dass Markowsky, diese Racheengel gegen die Ungarn, die von Ihnen so sehr geschätzten Adjektive wie: nazi, genetisch antisemitisch, völkisch, antitziganistisch usw. die ihre kranke seele sonst noch alles hergibt, also all diese Slogans, bloss aus kläglichen, egoistischen Motiven, um ihre eigenen seelischen Defekte zu kurieren, benützt.

    Wenn sie wenigstens angedeutet hätte, dass sie nicht nur mit Ihnen speziell, sondern generell auch mit dem Judentum zumindest eine geistige Gemeinsamkeit empfindet. Weit gefehlt! Im Gegenteil: diese
    „Demarkationslinie“!

    Wenn Sie sie das nächste Mal treffen, dasollten Sie ihr gehörig die Leviten lesen.

    Da finde ich, dass Geza Komoroczy schon ein wesentlich zuverlässigerer Zeitgenosse sei. Obwohl er auch von keiner jüdischen Abstammung ist, hat er doch klar ausgesprochen, dass er sich aus purer Solidarität sogar als Jude fühle. Solche Ungarn gibt es auch, doch scheinen Sie diese irgendwie nicht wahrzunehmen.

    Ich kann Ihnen diesen Herrn Komoroczy als moralisch zuverlässigeren Ersatz wärmstens empfehlen.

  13. „Einem Norbert Lammert wäre es nie eingefallen, Vergleichbares in Richtung PDS / Die Linken von sich zu geben, auch wenn er deren politische Ansichten nicht teilt und die Partei einst aus der SED hervorging.“

    Ungarnfreund,

    Norbert Lammert, da bin ich mir sicher, würden ganz andere Dinge einfallen, wenn nach der Wende die PDS die Macht im Lande in die Hände bekommen und in 8-12 Jahren wirtschaftlich ganz Deutschland zugrunde gerichtet hätte.

    PS.: Ich bezweifle sehr, dass die Deutschen sich jetzt, auch nach mehr als zwanzig Jahren, in denen Herrn Gysi aus dem SED-Kokon sich zu einem bunten Schmetterling verwandelte, ihm die Führung des Landes gerne überlassen würden.

    Oder sehe ich das alles von meinem ungarischen Blickwinkel aus falsch?

    • Herr Unger, die PDS/Linke hat inzwischen in mehreren ostdeutschen Bundesländern mitregiert oder –in Sachsen-Anhalt– eine Minderheitsregierung toleriert. Ich persönlich würde sie wegen ihrer Programmatik, aber auch wegen ihrer Herkunft aus der SED, nicht wählen, aber ich komme grundsätzlich klar damit, dass es diese Partei gibt und dass sie von anderen Menschen gewählt wird.

      Ob Sie das in Bezug auf die MSZP auch irgendwann schaffen werden? Wäre es nicht besser, wenn sich die Politiker in Ungarn auf konkrete Probleme konzentrieren und diesen ganzen weltanschaulichen Kram beiseite lassen würden? — Mit diesen beiden eher rhetorischen Fragen möchte ich meine Beiträge in diesem Thread beschließen. Wir erzielen sowieso kaum Fortschritte.

      • „Herr Unger, die PDS/Linke hat inzwischen in mehreren ostdeutschen Bundesländern mitregiert oder –in Sachsen-Anhalt– eine Minderheitsregierung toleriert.“

        Ungarnfreund,

        Es ist sicher anerkennungswert, wenn die Ex-Bundesdeutschen gerne herumexperimentieren. Sie können sich so etwas halt leisten.

        Doch die Ungarn, die leider, wenn auch nur für wenige Wochen, die rechtsradikalen Pfeilkreuzler und dann direkt anschliessend 45 Jahre lang den extremen Linksradikalismus, den kommunistischen, haben über sich ergehen lassen, den sie 1956 mit den grössten Opfern an Menschenleben und Gütern nicht haben loswerden können, haben mehr als genug von allen Radikalen oder Extremen, ob sie von rechts oder links sind.

        Ich als Liberaler, der aber an seiner Heimat hängt, konstatiere mit Genugtuung, dass es in Ungarn mit FIDESZ eine Partei gibt, die in Jahrtausenden bewährte menschliche Werte und Traditionen nicht zum Gegenstand von billigstem Spott macht, und keine Freude daran hat, wenn diese im Namen der Libertinität in den Dreck gezogen werden.

        Zu meinem vollkommenen Glücksgefühl fehlt allerdings noch ein demokratischer Gegengewicht, eine Sozialdemokratische Partei, die in Ungarn bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs eine Partei mit den besten sozialen Traditionen war. Eine bessere gab es keine in ganz Europa.

        Ich bedauere es sehr, dass im Westen offensichtlich gebildete und auch recht intelligente Menschen, ähnlich wie Sie, uns Ungarn eine echte Sozialdemokratische Partei par tout nicht gönnen, und uns mit verdorbener Ware (wie mancher Lebensmittel-Multi mit verdorbenem Fleisch, das im Westen mit keinem Trick mehr zu verkaufen ist), wie die Maffia ähnliche „Sozi“-Vereine mit Gyurcsany, Bajnai & Co an der Spitze,
        abspeisen möchten.

  14. Faszinierend, wie sich die Diskussion zu diesem Theme entwickelt hat. Leider habe ich derzeit nicht so viel Zeit regelmäßig zu lesen oder auch nur zu schreiben. Nur ein paar Anregungen, nachdem ich ich nach ein paar Tagen wieder diesen Thread öffnete:
    Was ist aus dem ursprünglichen Thema der Diskussionskultur geworden? Wie HV schon andeutete, wird weniger darüber gesprochen, sondern eher demonstriert wie die Diskussions(un)kultur praktisch funktioniert.
    Wieso wird hier plötzlich über M. Marsovszky und Antisemitismus geredet?

    Ich möchte Túro Rudi zustimmen, dass sich gesellschaftlicher Dialog auch hier in diesem Blog zeigen sollte (und bin der Meinung, dass es hier schon deutliche Fortschritte gibt im Vergleich zu anderen Arenen),

    Und ich möchte ein Wort von Ungarnfreund ein wenig aus dem Kontext reißen, aber es gefällt mir so schön: GELASSENHEIT 🙂 Wünsche uns in diesem Sinne allen einen angeregten, interessierten aber auch gelassenen Umgang mit anderen Meinungen als der eigenen.

  15. „Ignaz Unger, können Sie uns den Nachweis für Ihre Behauptung liefern:
Frau Marsovszky “achtet peinlich darauf zu betonen, dass sie” nicht jüdiscer Abstammung sei?“

    Karl Pfeifer,

    Ich habe für Sie weitere detektivische Arbeit, geleistet und herausgefunden, dass Frau Marsovszky auf diese auch in meinen Augen völlig deplazierte Feststellung:

    „Az én szüleim, nagyszüleim, akik nem voltak zsidók“

    in einem e-mail Plauderei im Jahr 
2003 
 hat nicht verzichten können.
    Ich hätte noch gewisses Verständnis für diese Herausstreichung, wenn Sie ein Gespräch mit Rechtsradikalen geführt hätte. Das hätte den rassischtische Gesprächsgegner vielleicht etwas irritiert.

    Doch so? Welchen liberal denkenden Menschen interessiert schon die Abstammung?

    Mich als liberal-konsevativen Ungarn auf keinen Fall.

  16. Lieber Karl Pfeifer,

    Ich hoffte sehr, dass man sich mit der Zeit über diesen „faux pas“ der Philosphin Magdalena Marsovszky hinwegsetzen könne, doch scheinen am wissenschaftlichen Himmel der Dame dunle Wolken heraufziehen.

    In der letzten Zeit habe ich mich etwas eingehender mit dem „Werk“ der Marsowszky befasst. Ich durchlas einige der Produkte ihres Amoklaufs gegen Ungarn und die Ungarn, natürlich nur solche, die über Internet erreichbar sind.

    Diese Lektüren wirken für einen Ungar zwar recht deprimierend, doch bestätigen hinreichend den Verdacht, dass man hier mit einer typisch Monomanin zu tun hat.

    Nun, dieser Verdacht ist natürlich nichts Neues.

    Neu könnte mein Verdacht sein, nämlich, dass die gute Dame als „auf Ungarn spezialisierte“ Kulturphilosophin, ihre Theorie bei anderen „entlehte“ und die Ungarn wie einen Wert für den Variablen einsetzt, für den die Gleichung erfüllt ist!

    Diese Technik ist für mich schon etwas plagiatverdächtig!

    • Magdalena Marsovszky ist mir verdächtig, ohne den geringsten Hinweis auf originäre Autorschaft IDEENKLAU zu treiben.

      Arnold Zweig, deutscher Schriftsteller jüdischer Abstammung behauptete in seinem Buch: „Bilanz der deutschen Judenheit 1933“ vom Antisemitismus des deutschen Volkes, dass das die Folge der aktiven und passiven Verfolgungsmanie eines geistesgestörten Volkes sei, das sich in neurotischem Zustand befindet.

      Die Neurose ist bekanntlich eine allgemeine psychische Verhaltensstörung. Der Neurotiker vermag zwar seine ihm charakteristischen Verhaltensstörungen nicht zu kontrollieren, doch ist er seines Leidens bewusst und an sich fähig, dessen Ursachen zu ergründen. (Der Psychotiker ist aber dazu tendenziell außerstande, da bei ihm auch der Realitätsbezug nicht mehr vorhanden ist.)

      Arnold Zweig verwendet als Quelle für die Gedankengänge eines an Paranoia erkrankten Menschen das Buch „Denkwürdigkeiten eines Nervenkrankranken“ von Dr. Daniel Schreber*, und setzt ganz einfach an die Stelle eines Paranoikers das ganze deutsche Volk.

      Der Antisemitismus ist demnach nichts anderes als ein Element der Krankheitsgeschichte einer Krankheit, und zwar der Paranoia eines neurotisch gewordenen Volkes!?

      Nach A. Zweig erleidet das Bewusstsein des Paranoikers immer Schiffbruch angesichts der Wirklichkeit, mit welcher es – bedingt durch seine Selbstliebe – unfähig ist, sich abzufinden.

      Das paranoisch gewordene deutsche Volksbewusstsein ist wegen seiner Selbstliebe unfähig für den verlorenen Krieg sich selbst verantwortlich zu machen, und sucht die Schuld bei anderen. Das führt dazu, dass die Deutschen in Ermangelung von Selbstkritik ihren Hass auf die Aussenwelt projizieren, wobei sie auch das Objekt ihres Hasses bestimmen.

      Das ist das Judentum, die jüdische Weltverschwörung.

      Diese neurotische Analogie ist durch die psychoanalytische Bildung Arnold Zweigs inspiriert worden.

      Nun, wenn man die Elaborate gegen Ungarn und die Ungarn besonders in der letzten Zeit liest, insbesondere diejenigen von der „Kulturphilosophin“ Marsovszky, dann muss einem direkt ins Auge stechen, dass die gute Dame da die Deutschen schlicht und einfach durch die Ungarn substituierte.

      Mich würde es echt interessieren, wie andere diese Erscheinung interpretieren.

  17. Ignac Unger, wo und wann hat Frau Marsovszky gesagt, sie sei keine Jüdin?
    Sie werden uns wohl eine Quelle nennen können für Ihre Behauptung, oder saugen Sie solche Behauptungen aus den Fingern?

  18. Ignac Unger, Beweisen Sie das was Sie über Frau Marsovszky behauptet haben.
    „18. Mai 2012 um 22:55 | Antwort Ignac Unger
    Die Magdalena Marsovszky hngegen achtet peinlich darauf zu betonen, dass Sie keiner jüdischen Abstammung sei. “

    Also Ignac Unger, treten Sie doch den Beweis für Ihre Behauptung an, lassen Sie uns bitte wissen, wann und wo Frau Magdalena Marsovszky betont hat, dass sie nicht jüdischer Abstammung sei!

    • Haben Sie wieder was gefunden, woran Sie sich festbeißen, Herr Pfeifer? Nun sehen Sie einmal, wie es ist, wenn man sich kategorisch einer Frage verweigert. Ich sage es noch einmal: Ich erkenne gewisse Ähnlichkeiten zwischen Ihnen beiden…

      Und bevor Sie jetzt den Empörten spielen: Ich sagte gewisse Ähnlichkeiten. Nicht, dass Sie aus einem Holz sind.

      Zur Sache: Ich denke auch, dass ich eine entsprechende Äußerung von Marsovszky gehört hatte. Ich finde sie leider nicht mehr, kann also leider keinen Beweis antreten. Was ich interessanter Weise mehrfach finde, sind Ihre Aussagen, Marsovszky sei keine Jüdin. Mir persönlich ist es völlig egal, welcher Glaubensrichtung Frau „M.M.“ angeört. Ich weiß auch nicht, wer welche Religion hat, es sei denn, er sagt es offen. Sie hingegen scheinen genau zu wissen, wer Jude ist und wer nicht. Ich bin darüber in gewisser Weise verwundert. Aber das ist wohl meine persönliche Unzulänglichkeit…

    • Lieber Karl Pfeifer,

      Ich befürchtete schon, Sie würden wieder an den Dingen vorbei reden. Erst dachte ich, es sei bewusste Taktik von Ihnen. Doch je länger, je mehr komme ich zu der Überzeugung, dass das Problem darin begründet sein dürfte, dass das Deutsche für uns beide keine Muttersprache ist.

      Ich machte Sie schon früher auf Ihre missverständliche Interpretationen aufmerksam.

      Nun:, dass

      “Die Magdalena Marsovszky hingegen achtet peinlich darauf zu betonen, dass Sie keiner jüdischen Abstammung sei. ”

      dafür habe ich Ihnen auf Ihren Wunsch hin auch die Quelle mitgeteilt.

      Sie scheinen, gelinde gesagt, in einer ganz anderen Welt und nicht auf dieser Erde zu leben. In einer Welt, wo Misstrauen die erste aller Eigenschaften ist, denn die exakt zitierten Worte der Frau Marsovszky überzeugen Sie nicht, und bohrten eifach weiter.

      Da ich nicht vestand, was Sie eigentlich wollen, fragte ich logisch zurück:

      „Meinen Sie, dass ihre Religion die jüdische sei?“

      Darauf keine Antwort, sondern dieser Starrsinn?

      Also gut, ihre Religion interessiert Sie auch nicht. Gott sei Dank! Das Gegenteil hätte mich nämlich wie alle anderen auf diesem Blog richtig entsetzt.

      Ist es soweit richtig?

      Also nicht vom religiösen Gesichtspunkt aus erwarten Sie von mir Antwort auf Ihre Frage?

  19. HV ich verbeisse mich nicht und ich wende sicher nicht die Tonart des I.U. an.
    Das können die Leser so denke ich, schon unterscheiden.

    Zur Sache: werfen Sie mir nun vor, dass ich das wahrnehme, was in Ungarn geschieht, wie in Ungarn Menschen, die keine Juden sind, als Juden markiert werden?
    Wie sehr das in die ungarische Sprache eingeht, konnte ich im liberalen 168 óra finden, wo bezugnehmend auf Nyirö Juden und echte Ungarn, also igazi magyarok ohne Anführungszeichen gegenübergestellt werden. Das ist höchstwahrscheinlich nicht bewußt sondern unbewußt geschehen.
    Wie oft hörte ich in Ungarn die Wörter igazi magar und igazi keresztény, d.h. wenn es echte Ungarn gibt, dann gibt es auch unechte.
    HV nichts kann mich mehr überraschen. Als ich nach meiner zweiten Ausweisung in Ungarn Anfang 1983 am Bem Platz vom Chef der Presseabt. des AA empfangen wurde, eröffnete mir dieser, dass man es nicht gestatten werde, dass ich den Antisemitismus aus Wien importiere.
    Sicher war es ein riesiger Fehler, wenn ich darauf aufmerksam gemacht habe, dass Frau M.M. antisemitisch angegeifert wird, obwohl sie keine Jüdin ist. Aber Frau Marsovszky hat nie über Ihre Abstammung ein Wort verloren.

    Übrigens, bevor Ungarn zur EU kam, mußte einer meiner deutschen Bekannten aus Berlin nach Budapest, um Beamte auszubilden. Er fragte mich, was geschehen würde, wenn er fragen würde, wie es mit dem Antisemitismus in Ungarn steht. Ich sagte ihm voraus, dass man ihn fragen würde oder andeuten würde er wäre Jude oder jüdischer Abstammung. Mein Bekannter war skeptisch. Als ich ihn das nächste Mal traf, erzählte er lachend was geschehen war. Ein elegant gekleidete Dame stand auf und fragte ihn: „Herr …. sind Sie echter Deutscher“. Mein Bekannter war überrascht. Er fragte, warum vermuten Sie ich wäre kein echter Deutscher? „Weil Sie nicht so ausschauen“ kam die Antwort. © Karl Pfeifer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s