Sybille Hamann schäumt vor Wut…

Sybille Hamann, österreichische Autorin, bekannte Feministin und Verfasserin von Beiträgen für Profil, dem Falter, ferner Inhaberin der Theodor-Herzl-Dozentur an der Uni Wien, hat sich wieder einmal zum Thema Ungarn zu Wort gemeldet.

http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/sibyllehamann/760052/Wer-nicht-fuer-Ungarn-ist-muss-ein-juedischer-Verraeter-sein

Die Beiträge Hamanns über Ungarn kreisen um die immergleiche Mitte: Antisemitismus. Vieles wird zusammengeworfen, eine Karikatur des Landes und seiner Bewohner gezeichnet, Vorgänge beliebig miteinander vermengt, um das große Wort, den im rechten Lager (vermeintlich) allgegenwärtigen Vorwurf des „jüdischen Verräters“ gegenüber Kritikern an den Mann bringen zu können. Wohl bekomm´s!

Dank Hamann habe ich immerhin gelernt, dass Viktor Orbán „überall im Land“ Karten aufhängen lässt, die Ungarn in den Grenzen vor Trianon zeigen. Und dass es „Mode“ sein soll, Ortstafeln in Keilschrift zu beschriften. Quantitative Angaben? Nicht doch, warum sich mit solchen banalen, weltlichen Dingen befassen? Die Aussage ist an den Mann gebracht, der Leser schaudert oder ist empört. Die Strategie ähnelt der des US-Senders FOX News, der seine Zuseher mit immerwährenden Gefahrmeldungen und Terrorwarnungen versorgte, um ihren Angstpegel hoch zu halten bzw. nicht absacken zu lassen. Der – wie es ein Kommentator unter ihrem Artikel schreibt – „antifaschistische Karneval“ funktioniert. Oder?

SPIEGEL: Bildungsreform „vertreibt die Elite“

Das Wochenmagazin „Der Spiegel“ berichtet kritisch über die Bildungsreform der Regierung Orbán:

http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/bildungsreform-in-ungarn-regierung-orban-laesst-abiturienten-fliehen-a-834190.html

Die Kritik fokussiert auf zwei Punkte: Zum einen die Reduzierung der kostenfreien Studienplätze, zum anderen auf die Regelung, die Absolventen verpflichtet, nach ihrem Abschluss mindestens doppelt so lange in Ungarn zu arbeiten (und Steuern zu zahlen), wie ihr Studium gedauert hat.

Die Interviews mit werdenden Hochschülern sind lesenswert.