Verbaler Angriff auf pensionierten Oberrabiner in Budapest löst Empörung aus

Ein verbaler Angriff auf den 90-jährigen ehemaligen ungarischen Oberrabbiner József Schweitzer inmitten der Budapester Innenstadt hat breite Empörung ausgelöst. Ein Unbekannter war auf Schweitzer, der Inhaber zahlreicher in- und ausländischer Auszeichnungen ist, herangetreten und ihn u.a. mit den Worten „Ich hasse alle Juden“ beschimpft.

Der Verband jüdischer Glaubensgemeinschaften in Ungarn (Mazsihisz) protestierte in einer Stellungnahme gegen die „Ungarn überflutende Welle von rassistischem Hass“.  Auch die Oberhäupter von drei großen christlichen Glaubensgemeinschaften (Katholische Kirche, Reformierte, Protestanten) schlossen sich umgehend an und verurteilten den Angriff scharf.

Die ungarische Regierung reagierte ebenfalls:

Die ungarische Regierung verurteilt auf das schärfste die Beleidigungen gegenüber Dr. József Schweitzer, dem weltbekanten Wissenschaftler und pensionierten Oberrabbiner des Landes, einen der geschätztesten ungarischen Intellektuellen.“

Die Regierung gehe streng gegen rassistische, extremistische und antisemitische Äußerungen vor. Sie tue alles, um derartige hasserfüllte Töne, die mit europäischen Werten nicht im Einklang stünden, zurück zu drängen.

Heute nahm auch der ungarische Staatspräsident János Áder zu dem Vorfall Stellung:

Dieser verbale Angriff hat, obwohl er gegen Professor Schweitzer gerichtet war, dennoch uns, alle Ungarn, in ihrer Selbsachtung getroffen. Es ist unbedeutend, dass der Täter unbekannt und allein ist, solche und vergleichbare Taten, die alle Mitglieder unserer Nation treffen, müssen uns alle mit Scham erfüllen“ – sagte der Präsident, und fügte hinzu: „Es genügt nicht, sich zu distanzieren, wir haben keine andere Wahl: Wir müssen den Dreck anderer selbst beseitigen„.

Áder forderte alle anständigen Ungarn auf, gegen Rassismus und Ausgrenzung vorzugehen.

Lediglich die rechtsradikale Partei Jobbik, deren Abgeordneter Zsolt Baráth jüngst im Parlament offen antisemtische Behauptungen aufgestellt hatte, versuchte den Vorfal zu relativieren. Gegen Baráth wurde durch die Staatsanwaltschaft ein Ermitlungsverfahren wegen des Verdachts der Aufstachelung zur Gewalt gegen eine Gemeinschaft (vergleichbar mit dem Tatbestad der Volksverhetzung) eingeleitet.

http://index.hu/belfold/hirek/2012/06/05/inzultaltak_schweitzer_jozsef_nyugalmazott_orszagos_forabbit/

http://index.hu/belfold/2012/06/06/ader_is_megszolal_schweitzer_vedelmeben/

 

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137 Kommentare zu “Verbaler Angriff auf pensionierten Oberrabiner in Budapest löst Empörung aus

    • Staatspräsident János Áder sagte weiter: niemand darf sich berechtigt fühlen, gleich wen wegen seiner Religion, Abstammung, seiner kulturellen oder nationalen Identität zu verletzen, und zu beleidigen, ihm zu drohen oder ihn auszugrenzen.

      „Wer trotzdem so handelt, der schliesst sich selbst aus unserer freiheitsliebenden politischen Nation, die die menschenverachtende Gesinnung aller Art von Diktatutren ablehnt, aus.“

      Hungarianvoice, es ist wirklich unerträglich!

      Es ist besonders unerträglich in Ungarn, in einem Land, welches in seiner ganzen Geschichte humane Weltoffenheit auszeichnete und für Menschen, die in ihrer Existenz benachteiligt oder gar gefährdet waren, immer in einem solchen Mass Aufnahmebereitschaft an den Tag legte, wie kein anderes Land Europas.

  1. Präsident Áders offenen Brief fand ich sehr gut. Mal sehen, ob den jemand in der deutschen Presse zitiert. Heute wurde auch gemeldet, dass Áder wieder zwei Gesetze wegen Formfehlern an das Parlament zurückgeschickt habe. Der Mann gefällt mir zunehmend.

  2. Ich bin in Deutschland , ohne einen Grund gegeben zu haben ! , ein paar Dutzend mal verbal angegriffen worden. Mein Haus ist ein paar Dutzend mal beworfen worden. Zuletzt , vor etwa 1 Monat, auf offener Strasse sind wir beleidigt und duzend (!) u.A. “ geh zurück nach Rumänien“ beschimpft worden.

    Hat sich bei mir kein Mensch entschuldigt.
    Am Anfang, hat mir der deutsche Polizist empfohlen, nicht zu dramatisieren.

    Ich bedauere sehr und bin überzeugt, daß der Oberrabbiner Schweitzer persönilch als Mensch keinerlei Beschimpfung verdient hat, aber ich bin der Meinung, daß Beschimpfungen á la Ákos Kertész & Co. dazu beigetragen haben. Es gibt schon Brandstifter auf beiden Seiten !

    • Lieber terrier,

      Solche Beschimpfungen mit rassistischem Unterton sind im „beispielhaft tonangebenden“ West-Europa nicht nur weit verbreitet und alltäglich (besonders auf der Strasse wird mit der Beschimpfung sog. „fremden Fötzeln“ richtig Kult getrieben), dass man diese längst quasi als „gottgegeben“ ohne besondere Reaktionen hinnimmt.

      In der an und für sich recht toleranten Schweiz nannte man die Italienischen Fremdarbeiter-Einwanderer schon immer „Tschingge“-n (nach dem italienischen cinque für fünf.) Die Bezeichnung „Ossi“ in Deutschland ist auch kein Beweis für Gleichbereichtigung, sogar unter Germanen!

      Es ist recht interessant, dass bei dieser Erscheinung von diskriminierenden „Übermensch“-Empfindungen eine Art west-östliche Gefälle zu beobachten ist.

      Ein Mitglied der „grande nation“ mit Wohnsitz in Paris blickt hochnäsig verachtend auf den „neureichen“ Genfer Bourgeois (Bürger) „ohne nennenswerte Kultur“; der kulturbewusster Genfer schaut von oben herab auf den bloss „Geldsack“ Zürcher; für den Schweizer, als Westler, ist der Österreicher der typische Witzfigur, und muss für seine Zoten herhalten; für den Österreicher fängt der Balkan direkt hinter Wien an, und für ihn soll der Ungar die gleich Rolle einnehmen, wie er für den Schweizer.

      Gleichberechtigung herrscht allerdings bei allen, wenn es sich um Juden-Witze handelt.

  3. terrier, zum Glück ist der neue Präsident Ader anderer Meinung, denn es gibt auch andere viel krassere Vorfälle, zum Beispiel wurde die Népszabadságjournalistin die unlängst eine Taxiblokade filmte von zwei Leuten als „dreckige jüdische Hure“ beschimpft und angespuckt. Zum Glück hat sie die Angreifer gefilmt und es kamen ihr zwei Fernsehkameraleute des staatlichen MTV zur Hilfe. Népszabadság hat Anzeige erstattet.
    http://nol.hu/belfold/videobizonyitek__inzultaltak_a_noltv_riporteret

    Ich zitiere mich jetzt mal selbst und HV und die Leser mögen mir das verzeihen:
    „Ein weiterer spektakulärer Fall ereignete sich im August 2011. Damals fragte Zsolt Tyirityán, der Chef des sogenannten Betyaren-Heers, einer der mit der Jobbik-Partei verbündeten uniformierten Garden, auf einer Neonazi-Zusammenrottung: »Werden wir es wagen, einen elenden, lausigen Juden niederzuschießen?« Mehrere aus der versammelten Meute antworteten ihm mit: »Ja, das werden wir!« und erhielten dafür Beifall.
    Die ungarische Polizei begann zwar den Vorfall zu untersuchen, stellte die Ermittlungen Anfang April aber wieder ein. Zur Begründung heißt es: Man konnte keine Straftat feststellen. Zur Gewalt aufrufender Antisemitismus fällt im heutigen Ungarn in die Kategorie von Gedanken, die vom Recht auf die freie Meinungsäußerung geschützt werden.
    Das ist eine äußerst gefährliche Politik in einem Land, in dem die Lebensbedingungen der Mehrheit der Bevölkerung sich in den zwei Jahren Fidesz-Regierung rapide verschlechtert haben und Hoffnungslosigkeit – insbesondere in der Jugend – um sich greift.“

    Und jetzt eine Frage terrier, wie wollen Sie das rechtfertigen? mit dem was Kertész ein paar Monate später sagte?

    Und eine Schlußbemerkung. Leider kann man den Hass gegen Juden, Roma, Homosexuelle, Linke weiter schüren im Parlament, denn nach der großen zeitversetzten Empörung über den Jobbik Abg. Baráth, der versuchte u.a. mit Berufung auf den Pfeilkreuzler Marschalkó den Juden Ritualmord zu unterstellen, stimmt Ministerpräsident Orbán im Parlament dem Vorschlag zu eine ethische Kommission im Parlament zu schaffen, die mit disziplinären Maßnahmen gegen solche Redner vorgehen würde. Nun wurde diese Idee fallen gelassen. Zwar werden Hassprediger vom Parlament ausgeliefert, aber die Jobbik Abg. werden von ihren Anwälten belehrt werden, wie man weiter macht mit den Hasstiraden, ohne deswegen angeklagt zu werden.

    • Von Karl Pfeifer:
      „Das ist eine äußerst gefährliche Politik in einem Land, in dem die Lebensbedingungen der Mehrheit der Bevölkerung sich in den zwei Jahren Fidesz-Regierung rapide verschlechtert haben und Hoffnungslosigkeit – insbesondere in der Jugend – um sich greift.”
      Na dass Fidesz die Misswirtschaft, die angewachsene Staatsverschuldung, in die Luft verpulverte IWF-Milliardenhilfe und in den politischen Ämtern eingesessene Korruption der letzen 8 Jahren sogennanter liberalen-links Regierung vor der Machtübernahme durch Fidesz ausbaden muss, scheint Ihnen wohl immer noch nicht einzuleuchten…

  4. Ist nicht eine gewisse (oder:gewiss große) Portion Scheinheiligkeit dabei, wenn die Kirchen den Vorfall verurteilen, wo doch zumindest die Reformierten noch bis vor kurzem Pfarrer in den eigenen Reihen duldeten, die, wie ich meine, antisemitische Hetze betrieben haben? (ja, ich meine den Hegedüs).

  5. galut, ifj. Hegedüs ist ein antisemitischer Hetzer. Bischof Bölcskei versuchte ihn von einem Kirchengericht verurteilen zu lassen, doch dieses fand nichts auszusetzen und sprach ihn frei. Da ifj. Hegedüs viele Anhänger hat, passiert auch nichts.
    Interessant ist, dass der Weltkirchenrat dazu meines Wissens nach schweigt.
    Tatsache ist auch, dass die Fahnen der uniformierten paramilitärischen Miliz „Magyar Gárda“ von Geistlichen der drei großen historischen Kirchen gesegnet wurden.
    Allerdings soll man – nach 40 Jahren Kommunismus – nicht vergessen, dass heute punkto Religiösität die ungarische Gesellschaft nicht mit derjenigen der Horthyzeit verglichen werden kann.
    Interessant, dass ein sich christlich gebender Vorsitzender des ungarischen Parlaments oder sein ebenfalls christlich gebender Stellvertreter geduldet haben, wie ein Schamane die Stephanskrone im Parlament segnete, man konnte dies auf youtube sehen.
    Bei heidnischen Zusammenrottungen kommen gelegentlich Hunderttausende zusammen und einige Ortschaften geben den Ortsnamen auch in Runenschrift an.
    Wenn also die historischen Kirchen nicht so aktiv sind gegen Rassismus und Antisemitismus, wie z.B. in Österreich, so auch weil die Stimmung der Bevölkerung eine andere ist.
    Ich kann mich erinnern als Jörg Haider ein fremdenfeindliches Volksbegehren startete, wurde das ein Flop, weil in den katholischen Kirchen die Pfarrer dagegen Stellung nahmen. Die Kirche zeigte sich in diesem Fall als eine moralische Institution.
    In Ungarn aber kommt noch etwas dazu, alle Glaubensgemeinschaften waren in der Kádárperiode unterwandert von Spitzeln der politischen Polizei. Und oft waren zum Beispiel in der katholischen Kirche die lautesten Antisemiten auch Spitzel.
    Ich denke, dass die ungarische Regierung nach zwei Jahren voll verantwortlich ist für das wie der Staat auf Hetze und Hassprediger reagiert. Und da gäbe es einiges zu ändern. Doch diese Regierung möchte gleichzeitig auf zwei Hochzeiten tanzen, einerseits im Ausland als zivilisiert und konservativ erscheinen, andererseits aber im Inland Jobbik alle Themen wegnehmen und wenn 2014 es so kommt, mit dieser Partei eine Koalition bilden oder was mir wahrscheinlicher scheint sich von Jobbik unterstützen zu lassen.

    • @ Pfeifer: Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass Sie die Distanzierungen von Seiten Áder, der Regierung und den Kirchen würdigen. Bislang war Ihr Hauptkritikpunkt, dass man sich nicht von Antisemitismus distanziert hat. Nun tut man es, und es ist dennoch nichts wert? Oder verstehe ich etwas falsch?

  6. HV also zuerst einmal habe ich geschrieben, dass zum Glück Áder anderer Meinung ist als terrier. Damit habe ich Áders Haltung positiv bewertet.
    Andererseits finde ich, dass es eine grobe Vereinfachung der wirklich schweren Probleme wäre, wenn wir jetzt jubeln würden weil Áder und die Kirchen sichz dazu zu Wort gemeldet haben.
    Ich riss die Probleme an. Ich habe hier bei Ihnen schon wenigstens einmal wenn nicht öfter auf die Mitverantwortung der liberalen Politiker aufmerksam gemacht, die nach der Wende auf die absolute Meinungsfreiheit setzten, ja sogar darauf, dass einer dieser ehemaligen Politiker seinerzeit Freiheit für Nazidiskurs forderte.
    Ich habe auf Grund unserer Erfahrungen in Österreich seinerzeit diese liberalen Herren auf die Gefahren aufmerksam gemacht, wurde aber belächelt bzw. damit abgespeist, dass die ungarische Gesellschaft doch ganz anders wäre als die österreichische.
    Eines der Probleme ist, die Tatsache, dass Orbán diesen Tanz auf zwei Hochzeiten versucht. Erinnern wir uns, wie er 7-8 Tage nach der „Tiszaeszlár“-Rede des Zsolt Baráth (Jobbik Abg.) erklärte die „jüdische Minderheit“ zu schützen und im Parlament dem Vorschlag des MSZP Abg. Steiner zugestimmt hat eine Ethikkommission des Parlaments zu schaffen, welche Haßreden disziplinär im Haus ahnden würde. Nun wurde gerade dies aus dem Gesetz gestrichen.
    Auch wie die Regierung sich in der Sache Nyirö verhalten hat, sendet sie die Botschaft aus, dass ihr das wichtigste ist, Jobbik sozusagen den Wind aus den Segeln zu nehmen.
    Auf die jetzt ziemlich offene Rehabilitation von Horthy und die damit verbundene Geschichtsfälschung reagieren viele im In- und Ausland besorgt.
    Also es ist zu begrüssen, dass Präsident Áder (und die Kirchen) diesen Standpunkt vertreten, aber solange es nur dabei bleibt, ist zu befürchten, dass sich die Lage noch verschlimmert.

  7. Dass ein Unbekannter auf der Strasse den ehrenwerten Ex-Oberrabbiner mit den Worten: „Ich verabscheue alle Juden“ beleidigte, kommentierte die Mazsihisz in ihrer Pressemitteilung als: „eine neuere Manifestation der Ungarn überschwemmenden Hasswelle.“

    Mit solchen höchst provokativen Übertreibungen und Verallgemeinerungen ist der Beitrag der MAZSIHISZ unter Führung von Gusztav Zoltai zur Verständigung zwischen Juden und nicht Juden von extrem zweifelhaftem Wert.

    Die für die Ungarn und die ungarische Regierung und den Präsidenten inakzeptable Äusserung wurde von der absoluten Mehrheit der Ungarn und auch von offizieller Seite ohne wenn und aber in Ungarn verurteilt.
    Vor diesem Hintergrund nimmt sich der das ganze Land vereinnahmende Kommentar der Mazsihisz recht eigenartig aus.

    Solche Fehlleistungen eignen sich nämlich ausgezeichnet dazu, das von der ganzen Welt verurteilte Ansinnen der Kollektivschuld doch durch die Hintertüre hereinzuschmuggeln, und sie gleich mit Beispielen zu belegen.

    Ich kann nicht galuben, dass dies Absicht der Mazsihisz sei.

    Wenn es aber auf den Übereifer von Herrn Zoltai zurückzuführen ist, der seine undemokratische Gesinnung in seinem Leben mehrmals unter Beweis stellte (Das letzte Mal 2011 gegen seinen Herausforderer Andras Heisler), dann wäre es doch an der Zeit, ihm seine „wohlverdiente Ruhe“ zu gönnen, und ihn als Petrefakt zu pensionieren.

      • HV, das ist wohl eine rhetorische Frage.

        Das bin ich nicht. Doch ich muss sagen, zumal ich wirklich recht viel überall im Karpatenbecken wo Ungarn leben unterwegs bin, und so quer durch alle Gesellschaftsklassen Landsleute treffe, in den letzten 20 Jahren kamen, wenn ich es mir überlege, Juden als Thema kaum vor.

        In Budapest schon eher, zumal im allg. in den Hauptstädten (siehe auch Wien) gibt sich allerlei Abschaum (von rechts und links) ihr Stelldichein. Aber auch Budapest lange nicht so oft, wie es laut Medienberichten zu vermuten wäre. (Abgesehen von den gelegentlichen offiziellen Veranstaltungen von ein Paar hundert oder tausend Fanatikern von recht und links, von denen aus den Medien auch ich Bescheid weiss, die ich aber hier bewusst nicht berücksichtige.)

        PS.:
        Es ist natürlich auch gut möglich, dass mich solche sog. schlechte Gesellschaft meidet oder gar schneidet. ☺

  8. Ignác Unger, ich denke, dass Sie die Diskussion auf ein Nebengleis versuchen zu lenken, wenn Sie hier auf interne Diskussionen innerhalb der Mazsihisz hinweisen.

    • Karl Pfeifer,

      Warum können Sie sich damit zufrieden geben, dass man aufgrund eines idiotischen Einzelfalls eines No-Names XY-Unbekannt jetzt meinetwegen sogar berechtigt (nicht so wie diegeplanten Wirtschaftssanktionen der EU gegen Ungarn) gegen Ungarn und die Ungarn vom Leder ziehen kann?

      Ich bin überzeugt, dass der jetzigen ung. Regierung nach dem Ausmisten der Korruption demnächst eine Polizei zur Verfügung steht, die in der Lage ist, auch solche unbekannte Idioten zu fassen, und diese für den nötigen Zeitraum in Ernüchterungszelle zu stecken und im Wiederholungsfalle gebührend zu strafen.

      Solche Anpöbelungen, ob sie aufgrung von Provokation oder als eine Art Retoukutsche gemeint sind, nützen auf aller Ebene nur den erklärten Gegner der Ungarn und der ungarischen Regierung.

      Ich halte es in jeder Beziehung mit unserem Präsidenten Áder:

      “Dieser verbale Angriff hat, obwohl er gegen Professor Schweitzer gerichtet war, dennoch uns, alle Ungarn, in ihrer Selbsachtung getroffen. Es ist unbedeutend, dass der Täter unbekannt und allein ist, solche und vergleichbare Taten, die alle Mitglieder unserer Nation treffen, müssen uns alle mit Scham erfüllen” – sagte der Präsident, und fügte hinzu: “Es genügt nicht, sich zu distanzieren, wir haben keine andere Wahl: Wir müssen den Dreck anderer selbst beseitigen“.

      Es wäre schon Mal ein Schritt in die richtige Richtung, wenn künftig solche Äusserungen, ob von Áder oder gar von mir, niemand mit einem Achselzucken ignorieren würde.

    • „Ignác Unger, ich denke, dass Sie die Diskussion auf ein Nebengleis versuchen zu lenken“

      Karl Pfeifer,

      Zuviel der Ehre. Hier auf dem Blog sind Sie der Führer und Lenker, und unsereiner läuft nur hechelnd Ihnen hinterher. (Allerdings scheint es Ihnen dabei offensichtlich auch gut eingestimmte Blog-Parteigänger zur Verfügung zu stehen.)

      Punkto Mazsihisz schmeckt mir dieser auf quasi Kollektivverurteilung hinauslaufende Kommentar nicht. Kollektivschuld etc. ist kein echt-liberaler Gedankengut, und solchen Kommentar würde Dr. Schweizer bestimmt nie von sich geben.

      Gustav Zoltai ist schon ein ganz anderes Kaliber. Ihm ist schon einiges zuzutrauen. Dass er von demokratischen Prinzipien nichts hält, das hat er nicht nur als Mitglied der „munkásörség“, der kommunistischen Privatarmee der Partei, der „Faust des Proletariats“, bewiesen, sondern auch als Führungskraft der Mazsihisz machte er sich bei unseren demokratisch denkenden jüdischen Mitbürgern recht unbeliebt.

      Zoltai wurde im Zusammenhang mit den Wahlen in der Budapester jüdischen Glaubensgemeinde vom Journalisten György Vári in der „Szombat“ (Ung. Jüdische kulturelle und politische Zeitschrift) wegen seiner antidemokratischer Einstellung scharf kritisiert.

      András Heisler, der politische Herausfoderer Gustáv Zoltais um die Geschäftsführung in der Mazsihisz behauptete: „Die Nominierung sei im Kreis Dohány utca der Herrn Zoltai antidemokratisch vor sich gegangen, die bolschwistische Methoden visionieren. Kritik beziehe sich – wie er sagte – in erster Linie auf Gustáv Zoltai.“ Ende der Zitat.

      Wenn in den Medien unsere ungarische Mitbürger mit jüdischen Wurzeln sich darüber grämen, dass das Demokratieverständnis in Ungarn 20 Jahren nach der sog. Wende den ersehnten westliche Standard noch immer nicht erreicht hätten, dann sollten Sie ihre Kritik bitte so abfassen, dass nicht einmal der Schatten des Verdachts auf sie zurückfallen könnte, Sie würden „typisch ungarisch“ auch in Bezug auf die eigene Kultusgenmeinde der bösen Ausgrenzerei fröhnen.

      PS.:
      Übrigens vor 1995 hatte ich 2-3 Mal die Ehre, mit Herrn Zoltai in seinem Büro in der Sip utca 2 zu verhandeln zu dürfen. Ich lernte ihn als exzellenten Geschäftsmann kennen, der sich für die Sache seiner Gemeinschaft mit allen (auch radikalen) Mitteln einsetzt.

      Doch ohne diese leicht fanatische Radikalität, die ihn in allen Phasen seines Lebens prägte, wäre er allerdings wie ein Fondue ohne Käse.

  9. Lieber Karl Pfeifer,

    Hier möchte ich Ihnen zur Abwechslung etwas zum Nachdenken anbieten, und zwar darüber, dass die Ungarn und die Juden womöglich irgendetwas geheimnisvolles doch mehr verbindet, als man es vermuten würde.

    Beregszászi Nagy Pál war Ende des 18. Jahrhundert an der Universität zu Erlangen ausserordentlicher Professor für altorientalische Sprachen und gab auch Privatunterrich im Ungarisch. Er hat u.a. ein recht interessantes Buch „Ueber die Aenlichkeit der hungarischen Sprache mit den Morgenländischen. Leipzig, 1797“ veröffentlicht, in dem er sich auch mit den Ähnlichkeiten des Hebräischen mit dem Ungarischen befasst.

    Also jetzt zur Abwechslung nicht Politik, sondern etwas Etymologie auf Ungarisch. Dies hat aber auch gewissen Bezug auf Nyírős Buch, „Isten igájáben“ (Unter Gottes Joch etwa), denn Abraham nahm ebenfalls Gottes Joch auf seine Schultern.

    Ursprünglich hiess der Patriarch (so steht es in der Bibel) „Abram“, der ein rechtschaffener Mensch war, den Gott, wie alle anderen Menschen, nach seinem Angesicht, seinem eigenen Antlitz schuf.

    Als Abram 99 Jahre alt war, erschien ihm der Herr und sprach zu ihm. Ich bin der Allmächtige Gott.. und will mit dir einen Bund schliesen. Du aber halte meinen Bund (diene mir, mit anderen Worten, nehme mein, deines Gottes Joch auf dich) .. darum sollt du fortan nicht mehr „Abram“ „Abraham“ heissen.

    Nun, Abram = Ábrám heisst auf Ungarisch mein Angesicht, mein Antlitz;

    „halte meinen Bund..“ also diene mir, oder mit anderen Worten, nehme Gottes Joch auf dich; ung. vállald Isten igáját = hagyd magad Isten hám-jába fogni (hám-ba fogni lovakat heisst auf Deutsch: Pferde anschirren, oder ins Geschirr spannen)

    Also:

    Abram = mein Antlitz,
    Abraham = in mein Geschirr gespannter Antlitz.

    PS.: Abram und Abraham sind Namen, die in keiner indo(germanisch)europäischen oder semitischen Sprache eine etymologische Bedeutung haben.

    Mehr als merkwürdig ist es, dass beide auf Ungarisch nicht nur einen Sinn ergeben, sondern ganz genau, was gemäss des Alten Testament denen zusteht.

    Allen Besuchern angenehme Nachchtruhe!

    • Lieber Herr Unger,

      ich bedanke für diese interessante Geschichte über die Bibel und Abram. Für mich der interessanteste Kommetar von allen, auch wenn er vom Thema ein wenig abschweift.

  10. rechtfertigen? ??Nein , das ist eine übliche, böswillige Unterstellung. Ich rechtfertige die beleidigung des Rabiners nicht,aber ich darf einen ursächlichen Zusammenhang zwischen allseitigen Beschimpfungen sehen. Unter “ & Co “ ist bestimmt der Peter Daniel auch zu verstehen.
    Es wird so sein, dass auf Papua Neuguinea, Fieberbrunn,Ethiopien , Ostfriesland usw. nicht alle Bewohner wissen, daß die Schlammwerfer I.Kertész, Á.Heller, A.Schiff, Gy.Konrád,M.Kornis, P.Dániel, usw. Juden sind aber in Ungarn doch.
    In jeder Ecke, jeder Kneipe. Es ist sehr leicht aus dem Ausland Verhaltensregeln für die dort Lebenden aufzuwingen ! Die shen sich tagtäglich beleidigt und mit Farbe beschmiert !
    Ich halte nicht als freine kritische Äußerung ein Volk, eine Nation als „röfögő disznó “ zu bezeichnen und unterstelle keinem dafür eine Rechtfertigung zu haben.

    Konrád Gyurika és Schiff Bandika lélekszakadva szalad a benzinkúthoz.
    – Gyorsan kérünk öt liter benzint!
    Öt perc múlva visszaérnek.
    – Nem elég. Kérünk még húsz litert!
    A kutas érdeklődik :

    – Mihez kell ez a sok benzin gyerekek?
    – Ne kérdezzen olyan sokat, csak töltse gyorsan! Ég a haza !

  11. Ignac Unger,
    es geht hier leider nicht um Einzelfälle, sondern um eine ganze Serie von Fällen wie ich oben geschrieben habe. Versuchen Sie darauf zu reagieren.
    Und wie schon Prof. Schweizer im heutigen Interview mit NOL sagt, es geht nicht nur um seine Person.
    http://nol.hu/belfold/20120608-_a_gyulolet_nem_ma_keletkezett_

    Und lesen Sie was einem Roma passierte, der in Debrecen in eine Disko wollte „Akik vernek, akiket vernek“
    http://galamus.hu/index.php?option=com_content&view=article&id=142518

    Ich teile nicht ihr grenzenloses Vertrauen in die ungarische Polizei. In diesem Zusammenhang wäre es auch Interessant zu erfahren, wie die Polizei mit der unglaublichen Korruption bei der Vergabe von Verpachtungen staatlichen Landes vorgeht?

    • „nem az én igénytelen személyem a lényeges, hanem az, hogy ilyen jelenségek ne fordulhassanak elő a társadalomban.“

      Das sind weise Worte eines ehrwürdigen alten Mannes mit Lebenserfahrung!

      „ – Minden rosszban van valami jó. Rengetegen tiltakoztak: a kormánytól kezdve a nagy keresztény egyházakig, pártoktól a civilekig.“

      Ein Ertrag, wie man es sich nur wünschen kann.

      • „ De: nem gondolja, hogy a Fidesz… – Kérem, ne folytassa!“

        Karl Pfeifer,

        Ich bin Ihnen dankbar für den Hinweis auf diesen kleinen feinen Artikel.

        Diese ausgezeichnete Reaktion von Dr. Schweitzer, als der Journalist ihn aufs Glatteis führen wollte, möchte ich allen meinen Landsleuten, die guten Willens sind, und nicht nur ihre eigenen seelischen Blessuren kultivieren wollen, als nachahmenswertes Beispiel empfehlen.

    • Oooooooooooh wieviel Artikel könnte ich posten, die sich mit der Verprügelung einzelner durch die Zigeuner sich befasst. Die Eskalation in Gyöngyöspata kam auch aufgrund des krassen Fehlverhaltens einzelner Zigeuner, die sich dann in Gruppen bildeten und durch die Straßen zogen, zu Stande. Auch war es in Budapest für die Polizei mehrfach leichter den einzelnen Angegriffenen festzunehmen als die 20 Zigeuner, die ihn attackierten. Sie, Karl Pfeifer, wollen hier die Zigeuner als Opfer darstellen, obwohl Sie auch selber wissen, unter welchen Umständen manche wohnen und wie sie erzogen werden. Die Serie von den Zigeunern wird bei Ihnen wohl zusehendst verschwiegen.

    • Nein, leider Kertész ist kein Einzelfall.
      Esterházy Péter – Így gondozd a magyarodat !
      – A magyar géniusznak két archetípusa van. A bartók és a puskás. A bartók sovány, a puskás kövér.
      – A magyarod élete lokális, szerelme globális. Mit akar ezekkel a magyarokkal? Was für ein magyar?
      – A csokorba kötött magyart szétbontjuk, és éles késsel ferdén visszavágjuk. Kivétel a fásszárúak, mert azokat törjük vagy kalapáccsal zúzzuk.
      – Nehogy megrohadjon a magyar. Az összement magyart a savó leöntése és Trianon után túrónak használhatjuk…
      – A magyar emlõs. Egy magyar nem csinál nyarat.
      – A magyar a sötét, ahová Európa ugrik.
      – A magyar az új nincs. Az új semmi. Az árnyék.
      – Ki tartson magyart? Kezdõ magyarbarát inkább kanmagyart tartson, ne szukát! Tanácsosabb fajtiszta magyart beszerezni, mint valami bizonytalan származású magyart.
      – Öreg magyart ne vegyünk! A magyart következetesen dicsérjük vagy dorgáljuk! Lágy, barátságos hang: jól van, jó magyar, illetve keményen, határozottan: pfuj, magyar, helyedre!
      – A sárgamagyar… a tágasság érzetét kelti. A narancsmagyar….mámoros. A vörösmagyar….meleg. A jómagyarember…. az már a járásáról megismerszik. Mint komor bikáé. Levegõt minden magyar igényel, de nem huzat formájában. A Kárpát-medence huzatos.
      – A magyar a tartós fogyasztási cikkek kategóriájába tartozik.
      – Olcsó magyarnak híg a leve!

      Spiró György

      Jönnek a dúlt-keblü mélymagyarok. megint, / füzfapoéták, füzfarajongók, jönnek a szarból, / csönd van. Senki se pisszen. Alantról / kevéske hűlt költő csontujja int. / Ó, ha gyilkolni szabadna újra, / csámcsogva, hersegve szívnák a vért – / miért is? ki tudja. Trianonért? –…..

      noch mehr ?

  12. terrier hin, terrier her; das alles wird hier langsam zu einem schlechten Witz!

    Worum geht es hier überhaupt? Es wird hier seitenlang über Horty und Nyirö disputiert?!?
    Kein Land in Europa kommt auf den Gedanken, Franco, Göbbels, Hitler, Mussolini, Stalin, Schüssler u.s.w. zu rechtfertigen, geschweige denn, ihnen Denkmäler oder Staatsbegräbnisse zu gestatten.
    Für die Zukunft alles Gute!

    • babel, babel!

      Seien Sie doch nicht so übereifrig!

      Sie laufen Gefahr sich selbst zu überholen, und wenn Sie – wer weiss? – in weniger Jahren als Abgeordneter im ung. Parlament (bő lére eresztve) Denkmäler und Gedenktage für Abschaum von der Sorte, wie die von „terier“ zitierten, verlangen??

      Wäre Ihnen Ihr hiesiger Einsatz nicht etwas peinlich?

      • Naja, es ist halt so; sie wollen es nicht sehen, deshalb will ich jetzt gehen.
        Vielen Dank für die Anregungen, und gute Unterhaltung noch!
        Babel

      • „Denkmäler und Gedenktage für Abschaum von der Sorte, wie die von “terier” zitierten“

        HV, ist das jetzt ein Blog geworden, wo die Bekenner „für ein besseres Ungarn“ ihre menschenverachtende Propaganda plazieren können oder NUR ein Sittengemälde der politischen Kultur des aktuellen Ungarns.

        Leute wie Ignac Unger, Terrier u.a. scheinen inzwischen jeden Respekt vor Andersdenkende abgelegt zu haben. Ein sachlicher Gedankenaustausch ist bei solcher Gesteshaltung nicht mehr zu erwarten.

        Wie schreibt der Economist unter der Überschrift: “Sickness on the Danube”
        „Hate speech and xenophobia are on the rise.“
        http://www.economist.com/node/21556619/

        HV stand bislang für einen niveauvollen, sachlichen Gedankenaustausch, nicht für persöniche Entgleisungen! Schade! Guten Tag noch….

    • „Wünsche allen Lesern ein angenehmes Wochenende!“

      Hier hatte aber jemand ein sehr kurzes Wochenende!
      Und das nur, weil er seine „Beweisrede zum Menschen“ terrier noch loswerden musste. Sein argumentum ad hominem, terrier könne den Juden Auschwitz-Birkenau nicht verzeihen, ist wohl Teil seiner rabulistischen Strategie.

      Kurz vor sechs alle schnell ins Wochenende schicken, um freies Feld für seine Kanonade haben.

      Ich wäre mir für pietätslose Auschwitz-Vergleiche einfach zu schade. Was hat Ihnen terrier denn Schlimmes angetan, dass Sie gleich die countenance verlieren und Auschwitz-Witze reißen?

    • Lieber Herr Pfeifer,

      Wie kommte der berühmte Stiefel auf den Tisch?

      Aufgrund Ihres Curriculum Vitae hat man bestimmt gewisses Verständnis für Ihre von Vorurteilen geprägten Kommentare (dies kam neulich auch in Ihrem Zwiegespräch mit Herrn Boris Kálnoky zum Ausdruck), doch glauben Sie wirklich, dass durch solche willkürlich bösartigen Unterstellungen, wie:

      „terrier, wann werden Sie den Juden Auschwitz-Birkenau verzeihen?“

      Ihre wahllos eingesetzten Mittel in den Augen objektiver Besucher des Blogs, auch für egal was für „heiligen Zwecke“, vorbehaltlos geheiligt werden?

      Wenn ein namenloser Eiferer Herrn Schweitzer beleidigt, dann darf es doch nicht Ihr Ernst sein, dafür als Retourkutsche den von Brandstiftern niedrigster Gesinnung wesentlich brutaler beidigten Ungar „terrier“ insultieren und verleumden zu müssen!

  13. Der israelische Psychiater Zvi Rex soll gesagt haben: “Die Deutschen werden den Juden nie Auschwitz verzeihen“.
    Ich würde nie solch ein Pauschalurteil fällen, aber wenn t. Schuldumkehr betreibt – und das tut er hier – dann wird man ihm noch solch eine Frage stellen dürfen, ohne von Herrn Herche angepöbelt zu werden, ich würde „Auschwitz-Witze“ reissen.

    • Henryk M. Broder hat Witz, kann Deutsch und ist lernfähig. In der 2005 im Berliner Taschenbuch Verlag erschienen Ausgabe seines Buches „Der ewige Antisemit“ steht der Verweis auf Zvi Rex nicht mehr. Dort heißt es „Und Auschwitz, sagte mal ein kluger Israeli, ‚Auschwitz werden uns die Deutschen nie verzeihen‘.
      Henryk M. Broder hat Witz. Das ist der kleine Unterschied. Ich mag ihn.

      Ob terrier „Der ewige Antisemit“, das Pendent zu Ahasver ist, weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, was er fühlt. Das es ihn verletzt, wenn er öffentlich beschimpft wird, drückte er aus. Wie er mit dem Gefühl der Ohnmacht umgeht, weiß ich auch nicht.

      Für Sie, Herr Pfeifer weiß ich eine Lösung. Fühlen Sie sich einfach durch meine beleidigenden und unflätigen Äußerungen nicht angesprochen. Und reißen Sie bitte keine Auschwitz-Witze. Lesen Sie Henryk M.Broder. Und wenn Sie nicht verstehen, was er sagte, als er schrieb: „Der Täter als Bewährungshelfer oder Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen“, dann fragen Sie doch am besten selbst bei ihm nach. Sicherlich wird er es Ihnen erklären können.
      Denn es ist leider so: Zur Entlastung schreiben wir unsere eigenen verdrängten Bedürfnisse, unsere uns minderwertig scheinenden Eigenschaften oder Wünsche unbewusst anderen Personen oder Dingen zu. Das ist ein Abwehrmechanismus, den wir der Evolution verdanken. So lässt es sich leben.

      Henryk M. Broder hilft sich mit Witz. Aber er reißt keine Witze über Auschwitz. Täte er das, würde ich ihn nicht mehr mögen.

      Ganz bestimmt würde ich ihn dann auch anpöbeln. Weil in mir die Angst lauert, bei fortschreitender Demenz auch noch den Mutterwitz zu verlieren. Und Demenz, sagte einmal ein kluger Deutscher, Vergesslichkeit werden uns die Israelis nie verzeihen.

      Übrigens sieht der Bundesgesundheitsminister Bahr keine Fortschritte in der Demenzforschung.

      http://www.faz.net/aktuell/f-a-s-interview-bahr-sieht-keine-fortschritte-in-demenzforschung-11486506.html

      • @ Herrn Herche:

        Auch wenn Sie es anders gemeint haben: Der Satz

        „Zur Entlastung schreiben wir unsere eigenen verdrängten Bedürfnisse, unsere uns minderwertig scheinenden Eigenschaften oder Wünsche unbewusst anderen Personen oder Dingen zu.“

        könnte das, was die deutsche Presse gerade mit Ungarn treibt, nicht besser umschreiben. Ja, der eine oder andere lebt offenbar besser oder ruhigeren Gewissens, wenn er meint (oder behaupten kann), die Geister der eigenen Geschichte in der Gegenwart anderer Völker wieder zu erkennen. Der ehemalige Täter spielt sich auch in diesem Kontext als Bewährungshelfer auf. Vielleicht sind die Faschismusvergleiche, die in der deutschsprachigen Presse stehen, ja deshalb so viel beliebter als z.B. in England. Ich bleibe dabei: Gegenüber Polen würde sich die deutsche Presse niemals diesen Tonfall erlauben. Jeder kann selbst nach Erklärungen dafür suchen.

    • „ Der israelische Psychiater Zvi Rex soll gesagt haben: “Die Deutschen werden den Juden nie Auschwitz verzeihen”.


      Herrr Pfeifer,

      Wenn dieser Herr Zvi Rex solche Sprüche als „geistreiches“ bon mot in einem senilen Altherrenzirkel von sich gibt, dann: Na ja! Sie wissen auch: Über Geschmack kann man verschiedener Meinung sein.

      Wenn dieser Herr Sprücheklopfer so was, als Psychiater ernst meint, dann sollte er sich selbst schleunigst in psychiatrische Behandlung begeben.

      „Ich würde nie solch ein Pauschalurteil fällen“

      Dies bin ich bereit, Ihnen trotz Ihrer dummen Reaktion abzukaufen.

      Doch Herr Pfeifer,

      sind Sie als Kulturmensch nicht der Ansicht, dass es auch für Individuen mit Brandstiftermentalität und trotzt seelischer Blessuren aus den langen Jahrzehnten des kommunistischen Terrorsystems, die bei vielen zur Deformierungen des Charakters führte, an der Zeit wäre, ihr Heil in anderen Selbsttherapien zu suchen, als auf die UNFLÄTIGSTE Art und Weise, wie es nur über allerprimitivstem VULGÄREM Wortschatz verfügenden PRIMITIVLINGE tun, über die Gefühle anderer Gemeinschaften, in diesem Falle einer ganzen Nation, der Ungarn, herzufallen?

    • Karl Pfeiferr,

      Wir sehen tatsächlich vieles von ganz anderem Standpunkt aus und durch ganz andere Brillen!

      Ich finde, es sei eine Grimasse der Geschichte und die Undankbarkeit der Nachwelt, dass Manchen alle seine Sünden verziehen werden, währenddessen im Falle der Ungarn sogar ihre Tugenden von Manchen niemals verziehen werden können.

      Oder gibt es bei den Ungarn so etwas wie Tugend gar nicht? Dann wäre die Sachen natürlich ganz anders!

      • Ignac Unger, ich habe einfach nicht die Zeit auf alles einzugehen was Sie schreiben, denn vieles was Sie vorbringen, wie zum Beispiel Ihre Bekanntschaft mit Mazsihisz und Herrn Zoltai, führen uns weg vom Thema.

        ich weiß nicht mehr ob ich darüber früher geschrieben haben, wenn ja, bitte ich um Entschuldigung. In meiner aktiven Zeit als angestellter Journalist habe ich gelegentlich aus dem Wiener Landesgericht berichtet. Und manchmal, ging ich auch ins Bezirksgericht und war einer der wenigen Zuhörer. An einen Fall erinnere ich mich ziemlich lebhaft, ein Wiener Taschendieb der älteren Generation wurde wieder einmal erwischt und kam vor einem Richter, der ihn kannte.
        Der Richter sprach ein strenges Urteil aus und der Dieb war ganz empört und fragte den „Herrn Rat“ weshalb er so streng bestraft werde, wo doch die „Großkopferten“ die viel mehr stehlen frei gehen.
        Der Richter machte ihn auf seine Bedenkzeit aufmerksam und fragte ihn ober er denn Einspruch erheben wolle.
        Die Argumentation, dass es ja auch in anderen Ländern ähnliche Probleme gibt, kann bei den eigenen Leuten das Gefühl nähren, ungerecht behandelt zu werden. Kann aber nicht ablenken davon, dass man nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen kann. Wenn z.B. der reformierte Bischof Bölcskei – der vielleicht unter dem Druck seiner Gemeinde steht – ein paar Wochen nach der „Tiszaeszlárrede“ eine gute Erklärung gegen den Antisemitismus (mit dem Kardinal und dem evangelischen Bischof) unterzeichnet um kurze Zeit nachher die Gedenktafel für M. Horthy einweiht, dann stellt sich die Frage, wie das bei denen, die nicht bereit sind die gängige Geschichtsfälschung zu akzeptieren, dass doch vom 19. März 1944 bis 2. Mai 1990 Ungarn keine Verantwortung trägt, für das was passiert ist, ankommt. In Österreich gab es Jahrzehnte eine ähnliche „Lebenslüge“, die aber heute nur mehr Leute vom rechten Rand versuchen aufrechtzuerhalten.

      • Herr Pfeifer, Ihr „Haften am THema“ finde ich grundsätzlich begrüßenswert. Ich wünschte allerdings, Sie würden sich immer an diesen Ansatz halten. Wenn ich Sie erinnern darf, posten auch Sie oft genug Dinge, die nicht unmittelbar mit dem Thema zu tun haben.

      • „posten auch Sie oft genug Dinge, die nicht unmittelbar mit dem Thema zu tun haben.“

        Hungarianvoice,

        Wenn man alles wörtlich nimmt, dann könnten Sie Recht haben.

        Doch wenn man das Wesentliche dieses Blogs nicht aus den Augen verliert, dann hängt hier Alles mit Allem zusammen. Egal welches Thema hier aufs Tapet kommt, es handelt und dreht sich um ein und dasselbe:

        Zwei Parteien stehen hier gegenüber und argumentieren für ihre Sache, was das Zeug hält (langsam auch die „Verteidiger“, trotz massivem Einsatz von unfairen Killerargumenten der Angreifer).

        Auf der einen Seite die radikalen Parteigänger der Befürworter der „Steinigung“ von Ungarn und der Ungarn; auf der anderen die Verteidiger, die Ungarn weniger (minus) diejenigen, die sich selbst aus der Nation ausgrenzen. (Ob ihnen auch am Ende diese Selbstausgrenzung zum erhofften Vorteil gereicht, das verhüllt noch die Zukunft.)

        Das Ganze kommt mir je länger umso mehr wie ein grosser Schauspiel vor, in dem Ungarn meinetwegen sogar vor ein „neutrales“ – oder eher unwissendes? – Publikum eines europäischen „Geschworenengerichts“ gezerrt werden soll, wobei das Recht auf die Auswahl der Geschworenen die voreingenommenen Gegner der Ungarn für sich beanspruchen.

        Ich habe prinzipiell nichts dagegen, wenn ein schwächerer Gegner bestimmte Vorteile für sich beansprucht, so wie den massiven Rückenwind der Medien unsere „Kritiker“. Also, gewähren wir Ungarn unseren Gegnern in diesem Ringen weiterhin seelenruhig das ihnen zustehende Handycap*, denn man sieht, dass ihnen ihre unwahre Behauptungen oder sinnlose Übertreibungen laufend beträchtlich zum Nachteil gereichen. (Das ist auch auf diesem Blog gut verfolgen.)

        Und für die Welt: Wegen unserem angeborenen Sinn für Fairness kommt es für uns Ungarn nur mit Gewährung von Handycaps in Frage, gegen schwächere Kontrahenten einen Wettkampf anzunehmen.

        *Das Handicap in dieser Auseinandersetzung ist eine Kennzahl, die die ungefähre Spielstärke eines Mitspielers beschreibt. Vereinfacht lässt sich sagen, dass sich das Handicap aus der Differenz der Zeitungsartikel in den westlichen Medien ergibt, welche in Sachen Ungarn für oder gegen uns veröffentlicht sind.

      • Werter Herr Unger,
        könnten Sie mir das mal ins Ungarische übersetzen. Ihr Deutsch ist einfach katastrophal. Ich verstehe nicht, was Sie sagen wollen.

        „Zwei Parteien stehen hier gegenüber und argumentieren für ihre Sache, was das Zeug hält (langsam auch die „Verteidiger“, trotz massivem Einsatz von unfairen Killerargumenten der Angreifer).

        Auf der einen Seite die radikalen Parteigänger der Befürworter der „Steinigung“ von Ungarn und der Ungarn; auf der anderen die Verteidiger, die Ungarn weniger (minus) diejenigen, die sich selbst aus der Nation ausgrenzen. (Ob ihnen auch am Ende diese Selbstausgrenzung zum erhofften Vorteil gereicht, das verhüllt noch die Zukunft.)“

        P.s.: Eine Steinigung haben DIE Ungarn + (plus) diejenigen, die sich selbst aus der Nation ausgrenzen tatsächlich verdient.

        (… mint valami holdkóros. Levin!
        – Ember – mondta suttogva -, előfordulhat itt, hogy én marinírozott halszeletet kapjak Turbigomódra kétfelé vágott tojással, egész kevés vörösborral párolva?…
        És egész testében reszketett. – Megpróbálhatom – felelte a katona vállat vonva. – Bár itt hülyék számára nincs diéta.“ – Rejtöö)

  14. Die Kaczyński Brüder packte man an, wie heiße Kartoffeln.

    Und der Satz: „was die deutsche Presse gerade mit Ungarn treibt“, ließe sich auch als Versuch auslegen, dem Überbringer der Nachricht die Schuld zuzuweisen.

    Ich gehe gedanklich einen Schritt weiter. Ich kann mir das leisten.

    Wenn ich mich recht erinnere, wurde Lech Aleksander Kaczyński in der deutschen Presse zuerst als Kartoffel verhöhnt.

    Am 10. April 2010 war Kaczyński auf dem Weg zu einer Gedenkfeier zur Erinnerung an die Ermordung polnischer Offiziere durch den sowjetischen Geheimdienst 1940 im russischen Katyn. Sein Flugzeug, eine Tupolew Tu-154M der polnischen Luftwaffe, stürzte beim Landeanflug auf den Militärflugplatz Smolensk-Nord ab.

    Später wurde behauptet, er sei daran selbst schuld gewesen.

  15. HV ich denke, dass die Tatsachen für sich sprechen und meine Frage an t. berechtigt war. Wenn sehr viel berechtigte und selten auch unberechtigte Kritik an den heutigen Zuständen in Ungarn mit der jüdischen Abstammung verknüpft werden, dann stimmt da etwas nicht.
    Schriftsteller und Intellektuelle egal welcher Abstammung haben in Ungarn fast immer die Zustände im eigenen Land kritisiert. Man denke nur an die Rolle, die Schriftsteller und Journalisten vor der Revolution 1956 gespielt haben. Ich hatte Budapest vom 3. bis zum 13. Oktober 1956 besucht und kann mich noch erinnern, wie die Menschen in der Schlange vor einem Kiosk standen um die „Irodalmi Ujság“ zu ergattern. Ohne deren Wirken, ohne dem Petöfi Klub wäre es vielleicht gar nicht zur Revolution gekommen.
    Ich habe aufgezeigt, dass die verbale Aggression gegen Prof. Schweitzer keine vereinzelte Aktion war und auf die Heuchelei derjenigen hingewiesen, die glauben wenn sie da eine Erklärung gegen den Antisemitismus abgeben, würde man ihnen nachsehen, was sonst noch in Ungarn geschieht,
    den Rassismus und Antisemitismus in Medien, die zum heutigen Regierungsmainstream gehören (z.B. Magyar Hirlap, Echo TV, Magyar Demokrata), die Enthüllung von Horthy Statuen oder Gedenktafel und der Nyirö-Aktion des Vorsitzenden des Parlaments.
    Ich verstehe schon, dass t. dem nur eines entgegensetzen kann, was der oder der andere Schriftsteller gesagt oder geschrieben hat und dies mit der jüdischen Abstammung in Verbindung zu setzen. In den von mir genannten Medien wird ja meistens implizit manchmal aber auch explizit darauf hingewiesen. Und so macht t. nolens volens den aggressive Antisemitismus zur zulässigen Selbstverteidigungsaktion.
    Ein Blick in die Bücher von Sándor Márai und vor ihm in das Prosawerk von Endre Ady (das man vom Internet herunterladen kann) genügt, um festzustellen, dass die Kritik an ungarischen Zuständen nicht unbedingt mit der jüdischen Abstammung zu tun hat.

    • „ Wenn sehr viel berechtigte und selten auch unberechtigte Kritik an den heutigen Zuständen in Ungarn mit der jüdischen Abstammung verknüpft werden, dann stimmt da etwas nicht.“

      Karl Pfeifer,

      Ist Ihnen noch nie aufgefallen, dass es kein Zeitungsartikel, Fernseh-Interview pro György Konrad, Agnes Heller, Peter Daniel, Akos Kertesz usw. gibt, in dem nicht herausgehoben wird, dass sie ungarische Juden sind?

      Aufgrund meiner Erfahrungen in den letzten 20 Jahren wird in den Westmedien auf diese Verknüpfung allergrösster Wert gelegt. Ob dies die Voraussetzung für die Aktionen ist, das kann ich nicht beurteilen.

      Meldet sich aber ein Ungar zu Wort, dessen Aussagen nicht in die Schablone der Empörungsartikel passt, dann interessiert niemanden, ob er jüdischer Abstammung ist oder nicht. Ist er aber und steht auch dazu, dann:

      1. wenn er Prominent ist, wird er als „Hofjude“ abqualifiziert;
      2. wenn nicht so Prominent: dann ist er ein Verräter an den Zielen dieser „jüdischen Schicksalsgemeinschaft“.

      • Ignac Unger Ist Ihnen noch nie aufgefallen, dass die jüdische Abstammung von Béla Kún bis geht nicht mehr von den Antisemiten in Ungarn betont wurde und noch 1944 als „Argument“ für die Deportation herhalten mußte, obwohl es unter den Opfern des Terrors der Räterepublik einen Prozentsatz von Menschen jüdischer Abstammung gab, der höher war als 6%.
        Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass István Csurka, der am Ende seiner Tage für Fidesz Propaganda machte, 1992 eine antisemitische Schrift rausgab und erst vom MDF rausgeworfen wurde, als er versuchte eine Fraktion innerhalb der Partei zu bilden.
        Ist Ihnen nicht die Kampagne gegen Imre Kertész aufgefallen nachdem er den Nobelpreis erhalten hat?
        Das ist keine Diskussion darüber, was zuerst war, das Ei oder das Küken.
        Und es gibt natülich eine Regression. Zur Zeit von Tiszaeszlár hatte die ungarische Regierung alles in ihrer Macht stehende getan, um eine von Antisemiten aufgeheizte Pogromwelle zu verhindern. Schon Graf Széchenyi schreibt in seinem Tagebuch (er konnte nicht Ungarisch schreiben und schrieb es Deutsch) nachdem in Pressburg deutschsprachige Einwohner nach dem 15. März 1848 jüdische Geschäfte angriffen, dass dies nicht toleriert werden sollten, denn das ist ein „Angriff gegen das Eigenthum“.
        Nach der Räterepublik versuchten ungarische Juden zu beweisen, dass unter den Frontkämpfern nicht weniger Juden waren als Nichtjuden. Doch all das war erfolglos.
        Sándor Márai schrieb darüber und István Bibó.
        István Bibó erinnerte daran wie man die zumeist Jiddisch sprechende Juden der Karpatoukraine beschwor bei der Volkszählung Ungarisch als Muttersprache einzutragen und welche Anerkennung sie dafür von Horthyungarn erhielten, das sie als erste nach Auschwitz-Birkenau deportieren liess. Und wie der ungarische Historiker János Pelle es in einem Buch dokumentierte es gab in Ungarn noch Jahre nach 1945 Pogrome gegen überlebende Juden.
        Das alles kann nicht ausgeklammert werden. Ich kann aber auch neuere antisemitisch kodierte Erklärungen des katholischen Bischofs Gyula Márfi zitieren.
        1944 wurden die Juden ausgeraubt und schon vorher wurden viele ihrer Geschäfte/Betriebe „arisiert“. Über den christlichen Mittelstand, der sich daran beteiligte, hat Sándor Márai (in seinen auch Deutsch erschienenen Memoiren) unvergessliche Zeilen geschrieben. Heute ist ein solcher Raub unmöglich.
        Was also gewinnt die ungarische Gesellschaft heute durch solch einen Antisemitismus wie der leider in Ungarn verbreitete? Versuchen Sie diese Frage zu beantworten.
        Was also kann man von Ungarn erwarten, werden Sie fragen. Ich denke von den Politikern kann man erwarten, dass sie weder expliziten noch impliziten Antisemitismus transportieren und von den Medien das gleiche.
        In Österreich hat die Elite nach der Waldheim-Affäre verstanden, dass Antisemitismus schadet und man zog die Konsequenzen. D.h. natürlich nicht, dass dieser sofort verschwand.
        Wenn man aber der rassistischen und antisemitischen Jobbik goldene Brücken baut, ihre kulturpolitischen Forderungen erfüllt, dann sendet man die Botschaft aus, dass man zwar im Ausland anerkannt werden möchte als lupenreiner Konservativer, im Inland aber halt Jobbik den Wind aus den Segeln nehmen muss.

      • Antisemitismus, gepaart mit Dummheit und Neid, hat in unseren Breiten, in Mitteleuropa, Tradition – leider!
        Historiker bestätigen, daß der Anteil von Juden in Führungspositionen der sozialistischen und kommunistischen Parteien tatsächlich erstaunlich hoch war. In Ungarn (1918) entstammten 20 von 26 Kommissaren jüdischer Familien. Béla Kun. „Mein Vater mag Jude gewesen sein, aber ich bin keiner mehr, denn aus mir ist ein Sozialist und ein Kommunist geworden“ (Zitat aus The Jews of East Central Europe between the World Wars von Ezra Mendelssohn).
        Dass aber die meisten ungarischen Juden nichts mit Béla Kuns Regierung zu tun gehabt haben, wurde – und wird teilweise heute noch – einfach ignoriert. Stattdessen werden sie als fanatische Kommunisten, habgierige Kapitalisten, Kriegssaboteure oder feindliche Eindringlinge diffamiert. Dass sie überproportional in freien Berufen und im Wirtschaftsleben tätig waren, galt als Ärgernis. Der jüdische Anteil an der Gesamtbevölkerung Ungarns 1920 betrug 6%, im Bereich Medizin fast 60%, im Journalismus 35%, in der Hochfinanz 60%. Der daraufhin beschlossene Numerus clausus von 1920 schrieb vor, „daß der Prozentsatz der immatrikulierten Studenten verschiedener Rassen und Nationalitäten deren jeweiligen Anteil in der Gesamtbevölkerung zu entsprechen habe. Dass nunmehr höchstens 6% der Studenten jüdischer Abstammung sein durften, bedeutete für die Juden eine massive Einschränkung der zukünftigen akademischen Ausbildung.“ (Mendelssohn, The Jews)

      • Herr Pfeifer behauptet, Antisemiten würden die Abstammung von Béla Kun hervorheben und seine Abstammung als Argument zur Rechtfertigung für die Deportation ung. Juden benutzen.

        Die Deportation der ung. Juden wird vom Deutschen Historischen Museum, einer Stiftung des öffentlichen Rechts, dessen Oberstes Gremium das Kuratorium ist, in das je fünf Mitglieder des Deutschen Bundestags, der Bundesregierung und der Länder entsandt werden und dessen wissenschaftlicher Beirat von namhaften Historikern und Kunsthistorikern beraten wird, allgemeinverständlich so beschrieben:

        „Die Deportation der Juden aus Ungarn

        Obwohl Ungarn im Zweiten Weltkrieg mit dem Deutschen Reich verbündet war, blieben die rund 800.000 im Land lebenden Juden bis 1944 vom NS-Völkermord verschont. Erst als Ungarn Mitte März 1944 von deutschen Truppen besetzt und eine Kollaborationsregierung unter Döme Sztójai (1883-1946) eingesetzt worden war, kam es zu der von den Deutschen seit langem geforderten, schnellen Durchführung der „Endlösung“. Koordiniert wurde sie von einem Sondereinsatzkommando unter der Leitung von Adolf Eichmann.

        Ab dem 5. April 1944 hatten alle Juden in Ungarn den gelben Stern zu tragen. Mitte des Monats begann in den ländlichen Gebieten ihre Ghettoisierung, zuerst in Kassa, wo rund 15.000 Menschen auf dem Gelände zweier Ziegelfabriken zusammenpfercht wurden und von wo aus Mitte Mai erste Züge Richtung Auschwitz rollten. Auch in Munkács wurden in zwei Ghettos in ehemaligen Ziegeleien rund 26.000 Juden auf engstem Raum konzentriert: In einem internierten die Deutschen und ihre ungarischen Helfer die jüdische Bevölkerung der Stadt, in das andere deportierten sie die Juden aus der ländlichen Umgebung. Wegen der Enge, der schlechten Versorgung und Ernährung breiteten sich bereits kurz nach ihrer Einrichtung Flecktyphus und andere Krankheiten aus, denen viele Menschen zum Opfer fielen. Rund 440.000 Juden vorwiegend aus den ländlichen Provinzen wurde bis Ende Juni 1944 ghettoisiert und anschließend nach Auschwitz deportiert. Anfang Juli 1944 untersagte die angesichts der für Deutschland schlechten Kriegslage auf Ausgleich mit den Alliierten bedachte ungarische Regierung auf internationalen Druck weitere Deportationen.

        Über 200.000 ungarische Juden verblieben zunächst in Budapest. Dort wurden sie ab Juni 1944 in speziell gekennzeichneten „Judenhäusern“, ab November auch in Ghettos interniert. Noch vor der vollständigen Einschließung der Hauptstadt durch die vorrückende Rote Armee Weihnachten 1944 wurden Zehntausende Budapester Juden in Konzentrationslager nach Deutschland deportiert, um dort in der Rüstungsindustrie Zwangsarbeit zu verrichten. Vor ihrer unmittelbaren Ermordung wurde zunächst abgesehen. Bereits auf den Fußmärschen zur Grenze zum Deutschen Reich kamen jedoch Tausende um. Hunderte anderer Juden in Budapest konnten zunächst mit Hilfe von sogenannten Schutzpässen gerettet werden, welche die Inhaber unter den Schutz der schwedischen Gesandtschaft in Ungarn stellten. Entworfen hatte sie der vom schwedischen Außenministerium nach Budapest entsandte Botschaftssekretär Raoul Wallenberg (geb. 1912). Beauftragt und finanziell ausgestattet wurde er vom im Frühjahr 1944 gegründeten Flüchtlingskomitee „War Refugee Board“. Mit Unterstützung anderer diplomatischer Vertretungen gelang es Wallenberg sowie dem Schweizer Botschaftsangehörigen Carl Lutz (1895-1975) auch nach der Machtübernahme der faschistischen Pfeilkreuzerbewegung und der Wiederaufnahme der Deportationen im Oktober 1944, durch Ausgabe der auch von den deutschen Besatzern anerkannten Schutzpässe und durch Einrichtung von „Schutzhäusern“, Tausenden ungarischer Juden das Leben zu retten.

        Die Befreiung der Juden aus den Ghettos von Budapest erfolgte durch die Rote Armee Mitte Januar 1945. Unter deutscher Besatzung wurden ab März 1944 rund 200.000 ungarische Juden, die in Ungarn in den Grenzen von 1937 lebten, um ihr Leben gebracht. Hinzu kamen zwischen 200.000 und 300.000 Juden, die in Territorien lebten, die Ungarn nach den Wiener Schiedssprüchen zugesprochen bekommen hatte. (kp):

        (Quelle: http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/holocaust/deportation/index.html )

        Herr Pfeifer behauptet weiter, dass 2012 in Ungarn ein staatlich geduldeter oder sogar versteckt geförderter Antisemitismus herrscht, der den von Deutschland zu verantwortenden Völkermord an den Juden mit der Abstammung Béla Kuns rechtfertige.

        Wer so argumentiert, betreibt Demagogie.

        Herr Pfeifer behauptet, dass István Csurka am Ende seiner Tage Propaganda für die bei den Wahlen 2011 erfolgreichste ungarische Partei machte. Csurka habe 1992 eine antisemitische Schrift herausgegeben, sei aber erst aus der Partei MDF ausgeschlossen worden, als er versuchte, eine Fraktion innerhalb der Partei zu bilden.

        Herr Pfeifer schafft es in nur einem Satz, eine Verbindung zwischen dem einstigen inoffiziellen Mitarbeiter des kommunistischen Staatssicherheitsdienstes und Antisemiten Csurka, der konservativen Partei Ungarisches Demokratisches Forum, die nach dem politischen Umbau die erste frei gewählte Regierung unter Ministerpräsident József Antall. stellte und der heutigen Regierungspartei Fidesz herzustellen. Das Tertium Comparationis, das von Herrn Pfeifer unterstellteGemeinsame, in dem die Person Csurka und diezwei verschiedenen Parteien übereinstimmen sollen; wäre ihr Antisemitismus. Herr Pfeifer unterschlägt jedoch, dass der Antisemit Csurka vor seinem Ableben Vorsitzender einer dritten Partei, der rechtsextremen Wahrheits- und Lebenspartei war, die bei den letzten Parlamentswahlen in Ungarn kein einziges Mandat erringen konnte.

        Wer so argumentiert, muß sich den Vorwurf der Demagogie gefallen lassen. Unter dem Wort Demagogie verstehen wir in der deutschen Sprache Volksverführung, Volksaufwiegelung, politische Hetze.

        Herr Pfeifer behauptet, dass es eine politische Kampagne gegen Imre Kertész gegeben habe, nachdem diesem im Herbst 2002 der Nobelpreis für Literatur verliehen worden ist. Im Herbst 2002 stellte die Ungarische Sozialistische Partei, die Rechtsnachfolgerin der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei die Regierung unter dem ehemaligen Agenten der Hauptabteilung Aufklärung des kommunistischen Staatssicherheitsdienstes, Péter Medgyessy.

        Unter Kampagne versteht die deutsche Sprache eine. gemeinschaftliche Aktion für oder gegen jemand, bei der ideologische und/oder politische Ziele im Vordergrund stehen. Wenn es 2002 eine politische Kampagne der Ungarn gegen den ungarischen Nobelpreisträger Kertész gegeben hat, dann lastet die Verantwortung dafür auf dem ehemaligen kommunistischen Geheimagenten Péter Medgyessy als Ministerpräsidenten. Denn die gemeinschaftliche Verfolgung von Nobelpreisträgern für Literatur wäre auch 2002 in Ungarn rechtswidrig gewesen, genauso, wie die Diskreminierung von Personen jüdischer Abstammung.
        Die Verantwortungslosigkeit ehemaliger kommunistischer Geheimagenten den Ungarn im Jahr 2012 anzulasten ist Demagogie. Péter Medgyessy wurde gestürzt und nie wieder gewählt. Damit hat das ungarische Volk sein Urteil über ihn gesprochen.

        Der Prozess von Tiszaeszlár endete 1883 mit einem Freispruch für die Angeklagten. Ein Abgeordneter der 2003 unter dem ehemaligen Geheimagenten der kommunistischen Staatssicherheit gegründete rechtsradikale und antisemitische Partei JOBBIK, die sich als Partei für ein besseres Ungarn anpreist, hat heuer mit Tiszaeszlár die öffentliche Meinung in Ungarn provoziert und dafür gesorgt, dass Ungarn in den Schlagzeilten der Mainstream-Medien bleibt. JOBBIK ist nicht Ungarn. JOBBIK ist eine Gefahr für die Demokratie in Ungarn. Es ist Demagogie, Pars pro toto, JOBBIK mit Ungarn gleichzusetzen.

        Es ist richtig, dass es auch nach dem Einmarsch der Roten Armee Progrome in Ungarn gab. Aus Einzelfällen aus dem Jahr 1945ein Urteil über DIE Ungarn im Jahr 2012 abzuleiten ist Demagogie.

        Es ist richtig, dass ungarische Juden in der Zeit des Nationalsozialismus ausgeraubt und vernichtet wurden. Dies den Ungarn von heute anzulasten, ist eine Groteske.

        Herr Pfeifer behauptet, dass der „rassistischen und antisemitischen Jobbik goldene Brücken“ gebaut und deren „kulturpolitische Forderungen erfüllt“ würden.

        Damit behauptet er nicht weniger, als dass die derzeitige ungarische Regierung Erfüllungsgehilfe der Antisemiten sei.

        Herr Pfeifer, ich halte Ihre Argumentation für übelste Volksverhetzung.

        Was Sie aus der Abstammung eines Béla Kohn abzuleiten versuchen, ist phänomenal.

        (Béla Kohn, ab 1906 Kun, geb. 20. Februar 1886 in Cehu Silvaniei, † 30. November 1939 in der Sowjetunion)

      • Sehr geehrter Herr Herche,

        bin mit Ihnen völlig einer Meinung, was den Vorwurf der Demagogie bzgl. Karl Pfeifer betrifft. Danke für die ausführliche Darstellung.

    • „Ich habe aufgezeigt, dass die verbale Aggression gegen Prof. Schweitzer keine vereinzelte Aktion war und auf die Heuchelei derjenigen hingewiesen,“

      Karl Pfeifer,

      Sie können doch etwas Französisch, oder?

      Ich halte Ihnen zugute, dass Sie die französischen Verhältnisse noch nie versucht haben mit den ungarischen zu vergleichen. Doch ist es Ihnen bewusst:

      – wie oft nach dem Krieg in Frankreich die Synagogen schon brannten?
      – wie stark die antisemitische Partei in Frankreich ist?
      – dass der alte Le Pen ausgezeichnete Chancen hatte Präsident der Franzosen zu werden?
      – dass die beiden Aspiranten, um Präsident zu werden, auf die Stimmen und die Tolerierung der Wähler der französischen rechtsradikalen Partei angewiesen waren?

      Haben Sie denn, wenigstens mit schüchtern vorsichtigen Worten (denn die Franzosen verstehen wirklich keinen Spass, wenn man sie in ihrem Nazionalstolz verletzt, und ihr Patriotismus bekrittelt) auf diese unwürdigen Zustände im Lande der Grande Nation jemals hingewiesen?

      Was ist also der Grund also dafür, dass Sie so verbissen gegen die Ungarn und die demokratische Regierung Ungarns agitieren? Irritiert Sie etwa, dass die ungarischen Wähler mit der 2/3 Mehrheit FIDESZ und nicht der MSZP Möglichkeit gaben, Rechtsradikalen in Ungarn keine Chance wie zB. in Frankreich zu lassen?

      • Der Hinweis auf andere Länder ist nicht zulässig. Aber zwei Bemerkungen, es gibt bei den Meinungsbefragungen vielleicht kein zweites Land in Europa wo in der Bevölkerung der Spiegel des Antisemitismus so niedrig ist, wie in Frankreich.
        Es gibt im französischen Parlament keine Partei, die mit Antisemitismus hausiert. Und Präsident Sarközy hat die Wahlen nicht zuletzt dadurch verloren, weil er versuchte der FN den „Wind aus den Segeln zu nehmen“.
        Es gibt in letzter Zeit weniger von Rechtsextremisten und mehr von Menschen mit muslimischen „Migrationshintergrund“ verübte Gewalttaten gegen Juden. Ich denke aber, das H.V. hier keine Abhandlungen über Frankreich haben will. Und ich denke, damit auf ihre Argumentation eingegangen zu sein.

        Wer erfüllt die kulturpolitischen Forderungen der Jobbik wie z.B. Trianontag, wie rechtsextremes Theater in Budapest, wie Nyirö und Wass in den Lehrplan aufnehmen und wie Nyiröfest in Rumänien?
        Es ist grenzenlos naiv zu denken, dass mit diesen Gesten, mit einem Bayer und Echo TV der Antisemitismus zurückgedrängt wird.
        Hier noch ein Beispiel aus der Zeit als Fidesz noch in der Opposition war.
        Da wurden landauf und landab Statuen und Gedenktafeln für Bischof Ottokar Prohaszka aufgestellt, der 1920 in einer im völkischen Hammerverlag mit Hakenkreuz versehenen Broschüre u.a. folgendes schrieb: „…kam es uns zum Bewusstsein, daß es sich in der Judenfrage um eine Rassenfrage handelt, daß Judentum keine Konfession, sondern eine scharf gezeichnete Rasse oder zumindest Nationalität ist, die einer andern bodenständigen, staatserhaltenden Rasse gegenübersteht…“
        Ich schrieb u.a. im Standard am 28. Oktober 2008: „Der Vizepräsident des Ungarischen Parlaments Sándor Lezsák (Fidesz) sprach Anfang Oktober bei der Enthüllung einer weiteren Statue von Bischof Ottokár Prohászka und nahm ihn in Schutz gegen den „geistigen Terror“, der angeblich in Ungarn herrscht, hat doch der Befürworter der Diskriminierung der Juden Prohászka, einer der führenden Ideologen des „christlich-nationalen“ Kurses in Ungarn der Zwischenkriegszeit nur „die kosmopolitisch-parasitäre Schicht“ zurückdrängen wollen. So einer der höchsten Würdenträger Ungarns.“
        http://derstandard.at/1224776223124?sap=2&_pid=11042848

        Was meinen Sie ist die „Judenfrage“ eine Rassenfrage?
        Ist es zulässig nach dem mehr als eine halbe Million jüdischer Ungarn ermordet wurden, davon zu sprechen, dass Prohászka nur „die kosmopolitisch-parasitäre Schicht“ zurückdrängen wollte?

        Bin ich ein Feind Ungarns werter Ignác Unger, weil ich Fideszpolitiker zitiere?
        Weil ich ihnen den Spiegel vorhalte?

  16. HV ich kann mich erinnern wie die deutschen Medien über die Brüder Kaczyński schrieben und sie als „Kartoffel“ bezeichneten.

    • Es gab einen Artikel dieser Art. In der TAZ. Diese steht bekanntlich zwischen SPD, Grünen und der LINKEN. Wen interessiert, was die TAZ schreibt?

      Was in der deutschen „Mainstream“-Presse (WELT, SZ, teils FAZ, die ZEIT, Spiegel) zu lesen ist, geht über Kaczynski weit hinaus. Der Vergleich inkt also. Die TAZ meinte das mit der Kartoffel wohl nicht ernst, was über Ungarn geschrieben wird, ist todernst gemeint.

      • „Wen interessiert, was die TAZ schreibt. “
        Mich zum Beispiel.
        Als die taz damals die national-konservativen polnischen Kaczynskis aufs Korn nahm, war Dalos noch Mitherausgeber. Seit Augstein ihn, die beiden DDR-ler und den Grünen feuerte, hat sich die taz geändert.

        Ich weiß, mit meiner Paranoia stehe ich mutterseelenallein auf weiter Flur. Rußland hat sich aus der Weltpolitik und insbesondere aus der Europapolitik ja 1990 zurückgezogen, der KGB hat sogar einen neuen Namen und ein paar neue Abteilungsleiter und überhaupt: Die ganze Welt wünscht sich ein starkes Europa, einen starken Euro und was weiß ich noch alles …

        Besser schlage ich wieder meine Märchensammlung auf und lese Bücher übeer Salomo.
        (Israel Finkelstein und Neil A. Silberman: David und Salomo. Archäologen entschlüsseln einen Mythos. München: Beck 2006)

        Psychologische Erklärungen können möglicherweise Teilaspekte aufzuhellen.
        Die Medienkampagne gegen Ungarn ist aber mehr, als die unbewusste Verlagerung eigener Wünsche, Gefühle oder Vorstellungen auf andere Personen oder Objekte.
        Bei ihr haben wir es wohl mit einem Tanz dämonischer Instanzen (Tilmann Moser) zu tun. B. Kálnoky brachte neulich den Begriff Regression ins Gespräch. Der Rückfall auf Verhaltensmuster, wie sie längst auch bei Affen beobachtet wurden, ist aber nur die eine Seite. Wenn jüdische Friedhöfe geschändet, greise Rabbiner auf der Straße beschimpft werden und Kövér den Endsieg (oder so etwas ähnliches) bei einer mißratenen Beerdigung verspricht, muss das zu Retraumatisierungen auch auf der anderen Seite führen.

        Schuldzuweisungen helfen da überhaupt nicht weiter.

        Deshalb lese ich neuerdings Diplomarbeiten über kontingentes Denken. Das ist auch eine Art Regression.
        http://othes.univie.ac.at/6317/1/2009-08-07_0208071.pdf ab Seite 60

        „Wirklichkeitskonstruktion als Setzungs-Voraussetzungs-Zusammenhang“

        @HV Bitte schreiben Sie nicht, wen interessiert denn die Sozialwissenschaft! Ich krieg für heute Abend keinen Termin mehr bei meinem Psychiater.

  17. @all
    Ist ein solcher Ausspruch nicht aber auch wie ein Schlag ins Gesicht?
    Ist das nicht auch „Rassimus“ ? Was soll man von einer in Ungarn erscheinenden Zeitung halten (und es war ganz sicher nicht! Magyar Hirlap, Magyar Demokrata) die solche Kommentare zulässt?

    „Was um Himmels willen erwartet ein „gesunder“ Bürger Europas von einem Mitglieds-Land, welches … in der Rate der Krebstoten ….unangefochtene Nummer EINS innerhalb der EU repräsentiert?

    Ist beim Kritiseren Ungarns einfach alles erlaubt?
    Welche Gefühle ich beim Lesen dieses Kommentares empfand will ich hier mal lieber nicht niederschreiben.

  18. HV Sie nehmen die Angelegenheit mit der Bezeichnung „Kartoffel“ auf die leichte Schulter. Die polnische Regierung war da anderer Meinung, es gab wenn ich mich richtig erinnere auch diplomatischen Protest. Und die Kritik, die nicht nur von der TAZ kam war auch gar nicht zurückhaltend. Ich bin nicht der Advokat der deutschsprachigen Medien, aber da Ungarn ein Land der EU ist, widmen diese mehr Aufmerksamkeit diesem Land, das doch zu Mitteleuropa gehört.
    ich kann mich nicht erinnern, dass während der ersten Regierung Orbán so viel über Ungarn publiziert wurde, wie das heute geschieht. Das hat mit den Zuständen in Ungarn zu tun.
    Es sind in Österreich nicht unbedingt die wenigen linksliberalen Medien, die am meisten und sehr kritisch über Ungarn berichten. Ich will jetzt keine Namen nennen. In Deutschland ist „Die Welt“, die nicht durch Linkslastigkeit gekennzeichnet wird, vielleicht die Zeitung, die oft sehr kritische Berichte aus oder über Ungarn bringt.
    Es macht meiner Meinung nach wenig Sinn, die Medien zu schelten, die nur den Spiegel (der manchmal auch verzerrt ist) vorhalten und von diesen zu fordern sie mögen ein schöneres Bild Ungarns zeigen. Dazu müßte halt die Realität schöner werden.

    • Polen trat 2004 ebenfalls der EU bei, Kaczyński wurde 2005 Präsident. Darüberhinaus ist Polen nicht weniger Mitteleuropa als Ungarn. Insofern verstehe ich Ihre Argumentation nicht ganz, denn laut Ihnen hätte man an beide Länder dieselbe Messlatte anlegen müssen. Darüberhinaus protestieren auch ungarische Politiker (z.B. Martonyi) regelmäßig gegen die westliche Berichterstattung. Die Wahrheit ist, dass die deutsche Medienlandschaft davon keine Notiz nimmt. Anders wäre es vielleicht, wenn die Regierung Orbán mal auf eine Klage wegen Verläumdung ankommen ließe, aber dann hieße es Orbán betreibe Zensur mit legalen Mitteln. Sie sehen also, es ist ein Lauf gegen WIndmühlen.

      Zum Punkto Realität:
      – in Mügeln wurden 2007 8 Inder von einem Mob durch das Dorf gejagt
      – der sog. nationalsozialistische Untergrund begeht eine Reihe von Morden, ohne dass die Polizei entsprechend handelt
      – NPD im säsischen Landtag…
      – Hetze Sarrazins
      … (wahrscheinlich auch vieles aus Westdeutschland von dem lieber gar nichts berichtet wird)

      Wenn man das mit entsprechender Boshaftigkeit nur angemessen verpacken würde, könnte man von Deutschland dasselbe schlimme Bild zeichnen… Dazu noch ein paar Bilder von ein paar „armen“ Berliner Türken – perfekt! Das alles ist nur eine Frage dessen, was man erzählt und was man weglässt.

  19. Vorschlag zur Güte, Ungarn brauchen nicht ihre eigene Geschichte zu lernen, sie sollten sich auf irgendein von Péter Herche angegebenes deutsches Gremium verlassen, dass Ungarn vor der deutschen Besatzung in rosaroten Farben malt. Fakt jedoch ist, und das wird Ihnen jeder seriöse ungarische Historiker bestätigen. Im August 1941 wurden ca. 18.000 Juden davon ca 2000 ungarische Staatsbürger in Kamenets-Podolsk (Ukraine) der Waffen SS ausgeliefert und dort von dieser und ukrainischen Kollaborateuren umgebracht. ca. 2000 dieser dorthin Ausgelieferten gelang die Flucht und sie gelangten nach Ungarn.
    Anfang 1942 gab es in Novisad, (Ujvidek, Neusatz) und Umgebung ein von ungarischen „Ordnungskräften“ veranstaltetes Pogrom gegen Serben und Juden. Endre Bajcsy-Zsilinszky hat im ungarischen Parlament dazu eine Rede gehalten, die so unterbrochen wurde, wie die Rede von Abg. Vadai im ungarischen Parlament 2012, als sie Fragen stellte über die Rehabilitation von Horthy.
    Soweit zur Vergangenheit. Und was die Gegenwart betrifft, ist es watscheneinfach, vergleichen kann man die Lage mit anderen Ländern und dann stellt sich heraus, dass Ungarn doch ein wahres Paradies der Toleranz ist.
    Doch zu bedenken gebe ich: „Die Verhältnisse, sie sind nicht so“
    Haben Ungarn keinen Teil an dem was geschah, kann man alles in die Schuhe der anderen schieben?
    „Ministerpräsident Pál Teleki, der ansonsten als „anglophil“ bekannt war, forderte 1940 anlässlich seines Besuches in Berin von Hitler die gesamteuropäische Lösung der „Judenfrage, ohne vorher von Hitler auf dieses Thema überhaupt angesprochen worden zu sein.“
    Krisztián Ungváry „Der Getriebene und der Treiber“ in Mihok, 2005, Seite 48/49

    Rate allen den von Prof. Wippermann hier zitierten Beitrag von Krisztián Ungváry zu lesen: „… und dazu liegt noch ein Sammelband vor, der von „Ungarn und der Holocaust“ handelt. Herausgegeben worden ist er von Brigitte Mihok, die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin ist. Ihr Leiter Wolfgang Benz hat einen einleitenden Aufsatz beigesteuert, in dem er sich darüber beklagt, dass es beim Thema Holocaust in Ungarn trotz der Studien von Randolph Braham sowie Götz Aly und Christian Gerlach „noch viele Desiderate“ gibt. Doch welche das sind oder sein sollen, sagt er leider nicht. Man kann daher schlecht beurteilen, wo und wie der Forschungsstand in diesem Sammelband von den – meist ungarischen – Historikern erweitert wird.

    Aufhorchen lässt der folgende Satz, mit dem Krisztián Ungváry seinen Aufsatz über „Der Getriebene und der Treiber. Das Verhältnis zwischen ungarischer Politik und deutschen Deportationsplänen“ beginnt: „Die westliche und die deutsche Holocaust-Forschung neigt dazu, die Ursachen des Holocaust aus deutscher Perspektive zu erklären. Dabei wird den Motiven der Verbündeten wenig Aufmerksamkeit gewidmet und die kumulative Wirkung dieser Motive auf die deutschen Entscheidungsträger oft außer Acht gelassen.“ Was Ungarn anbetrifft, so kommt Ungváry zu dem Ergebnis, dass der „ungarische Staat im Vollzug antisemitischer Maßnahmen sogar noch konsequenter und radikaler vorging als das Dritte Reich“.

    Bei den Roma war es, folgen wir den Thesen László Karsais, offensichtlich umgekehrt. Die Ungarn, einschließlich der ungarischen Faschisten, hätten wenig Interesse an der „Zigeunerfrage“ gezeigt. Die Verfolgung und Ermordung der ungarischen Roma habe später als die der Juden begonnen, sei nicht so konsequent durchgeführt worden und habe sich im wesentlichen auf West-Transdanubien beschränkt. Allerdings warnt auch Karsai vor einer Relativierung oder gar Leugnung des „Völkermords an den ungarischen Roma“. Sie seien zu „Opfern derselben genozidalen, rassistischen Politik, die für den Massenmord an den Juden verantwortlich war“, geworden.

    Die scharfe und vielleicht auch überscharfe Kritik an der ungarischen Schuld am Holocaust, die auch in anderen Beiträgen zu finden ist, wird verständlich, wenn man weiß, dass auch noch in der heutigen ungarischen Öffentlichkeit „der Holocaust nicht als Teil der ungarischen Geschichte aufgefasst wird“. Zu diesem Ergebnis ist jedenfalls Brigitte Mihok in ihrem Aufsatz über „Erinnerungsüberlagerungen oder [den] lange[n] Schatten der Geschichtsverzerrung“ in Ungarn gelangt. Zu dieser „Geschichtsverzerrung“ trage vor allem das 2002 eröffnete „Haus des Terrors“ in Budapest bei, in dem fast jegliche ungarische Verantwortlichkeit für den Holocaust „ausgeblendet“ werde. Statt dessen wird hier die Gleichartigkeit beider – der faschistischen wie der kommunistischen – „Diktaturen“ betont, die zudem, wie der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán in seiner Eröffnungsanspruche betonte, „mit Hilfe fremder Armeen errichtet“ worden seien.

    Auch in Ungarn scheint Geschichte nicht das zu sein, was geschehen ist, sondern das, was Geschichtspolitiker aus ihr machen. In Deutschland hat das dazu geführt, dass dieser Geschichts- bzw. Vergangenheitspolitk besondere Aufmerksamkeit gewidmet worden ist. Man kann schon fast von einer eigenen Wissenschaftssparte reden, die sich neben der eigentlichen historischen NS-Forschung etabliert hat.“
    http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=10437

    • „… schuldabwehrend sollte man in der Geschichtswissenschaft wirklich nicht mit dem Nationalsozialismus umgehen…“

      „Holt uns doch unsere Geschichte und unsere Schuld immer wieder ein.“

      Da schwirren sie wieder, die Racheengel. Sie fliegen gegen eine ganze Produktionsgenossenschaft, gegen die Gesamtheit der Nachgeborenen. Ihre Waffe? Sie erheben den Schuldvorwurf wegen unmoralischer oder verbrecherischer Handlungen der längst zu Staub zerfallenen Väter-, Groß- und Urgroßväter. Ohne Rücksicht zu nehmen, ob die Übrigen sich durch Mitwirkung, Billigung oder Duldung individuell schuldig gemacht haben.

      Sie jagen der Vorstellung von einer Kollektivschuld nach, wie sie im Mittelalter zur Begründung der Judenpogrome diente. Rächen sie sich jetzt für „Vergeltungsaktionen” an den »Mördern Jesu Christi« ?.

      Die Annahme einer Kollektivschuld ist ihre Moral. Weil sie persönliche Verantwortung nicht anerkennen und jeden individuellen Schuldvorwurf zurückweisen.

      Gibt es DIE Kollektivschuld DER Ungarn, die mit Billiglohn und Wucherzins längst sühnen?

      Ist Gott auf den Historiker gekommen?

      • Wir brauchen nicht überall (generationenübergreifende) Kollektivschuld-Vorwürfe zu wittern, wo an die Beteiligung ehemaliger ungarischer Stellen und idR bereits verstorbener Einzelpersonen am Holocaust erinnert wird. Wir könnten stattdessen von gemeinsamer Verantwortung reden: Heute lebende Ungarn und Deutsche haben aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit eine besondere Verantwortung für einen vernünftigen Umgang mit der Geschichte und die Gestaltung einer friedlichen Zukunft. Zu dieser Verantwortung gehört es, dem Antisemitismus in der Gegenwart entschlossen entgegen zu treten. Abschließend: Das gilt natürlich auch für andere Nationen, aber unser Thema in diesem Blog ist nun mal Ungarn.

      • Es ist ein Teufelskreis:
        Die Antisemiten sagen: Die Juden haben Jesus Christus ermordet, deshalb müssen sie büßen.
        Und die Juden sagen: Die Antisemiten wollten und wollen immernoch usere Rasse ausrotten, deshalb müssen sie büßen.
        Beide sind sich darüber einig: Es herrscht eine Kollektivschuld!

    • Krisztián Ungváry “Der Getriebene und der Treiber” in Mihok, 2005, Seite 48/49
      “Ministerpräsident Pál Teleki, der ansonsten als “anglophil” bekannt war, forderte 1940 anlässlich seines Besuches in Berin von Hitler die gesamteuropäische Lösung der “Judenfrage, ohne vorher von Hitler auf dieses Thema überhaupt angesprochen worden zu sein.”

      Mich würde interessieren, durch was genau diese Aussage belegt ist.

      • Gerne Frau Széchenyi gebe ich Ihnen die Fußnote auf Seite 49 bekannt
        Aufzeichnung des Chefdolmetschers Paul Schmidt über die Unterhaltung zwischen Teleki, Hitler und Csáky, in György Ránki/Ervin Pamlényi/Lóránt Tilkovszky/Gyula Juhász (Hrsg), A Wilhelmstrasse és Magyarország. Német diplomáciai iratok Magyarországról 1933-1945, Budapest 1968, S551

        Übrigens schreibt Ungváry auf Seite 53
        „Für die Härte und für die Eigeninitiative der ungarischen Behörden ist es bezeichnend, dass oft auch Juden aus christlichen Ehen deportiert und bis auf die Eheringe vollständig enteignet wurden. Zeigten sich die christlichen Ehepartner bereit, ins Ghetto „überzusiedeln“, wurden sie auch nach Auschwitz deportiert. Offene Widerstände, wie in Berlin (Rosenstraße), gab es in Ungarn nicht.
        Für die Deutschen war das schnelle Tempo in Ungarn eine Überraschung. In vertraulichen Gesprächen gaben die Mitarbeiter Eichmanns zu, dass sie ein derartiges Entgegenkommen und eine solche Überbietung eigener Erwartungen noch nirgendwo erlebt hätten, weshalb sie mit der Geschwindigkeit der Deportationen kaum Schritt halten konnten. Die Deutschen beklagten daher bisweilen, dass die Ungarn auch nichtjüdische Personen nach Auschwitz deportieren wollten. Soe wurden in Délvidék 40 serbische Resevereoffiziere in die Züge geladen und nach Auschwitz deportiert.“

      • „Mich würde interessieren, durch was genau diese Aussage belegt ist.“

        In der zu dem Zitat gehörenden Fußnote steht: „Aufzeichnung des Chefdolmetschers Paul Schmidtüber die Unterhaltung zwischen Teleki, Hitler und Csáky, in: György Ránki/Ervin Pamlényi/Lóránt Tilkovszky/Gyula Juhász (Hrsg.): A Wilhelmstrasse és Magyarország. Német diplomáciai iratok Magyarországról 1933-1945. Bp. 1968, S. 551.

        Ihr Versuch, Frau Szechenyi, die katholische Kirche hier als die große Judenretterin darzustellen, ist angesichts des weit verbreiteten katholischen Antisemitismus, den es auch in Ungarn seit den 1890er Jahren gab, gelinde gesagt grotesk und geschichtsklitternd.

      • Was Teleki gesagt hatte, mag nach den Behauptungen des Chefdolmetschers wohl stimmen. Könnte aber auch falsch übersetzt worden sein von Herrn Schmidt. Wie auch immer, ist es die Ausage eines einzelnen Staatsmannes und Ausagen folgen nicht gleich taten. Bei den Politikern damals, wie auch heute, ist es so, da hat sich nichts geändert. Wie es schon vom Deutschen Historischen Museum geschildert: „Obwohl Ungarn im Zweiten Weltkrieg mit dem Deutschen Reich verbündet war, blieben die rund 800.000 im Land lebenden Juden bis 1944 vom NS-Völkermord verschont. Erst als Ungarn Mitte März 1944 von deutschen Truppen besetzt und eine Kollaborationsregierung unter Döme Sztójai (1883-1946) eingesetzt worden war, kam es zu der von den Deutschen seit langem geforderten, schnellen Durchführung der “Endlösung”. Koordiniert wurde sie von einem Sondereinsatzkommando unter der Leitung von Adolf Eichmann.“
        Natürlich belegen einige ihrerer Beispiele, Herr Pfeifer, dass es im Krieg nicht immer Ruhe und Ordung überall und zu jeder Zeit aufrecht erhalten werden konnte und somit es auch zu Auschreitungen gegen Juden in der sowieso angeheitzen Atmosphäre europaweit gekommen ist. Jedoch sind die Bestrebungen der ungarsichen Regierung unter Horty eindeutig so zu interpretieren, dass durch diese Hinhaltetaktik die ungarischen Bevölkerung als auch derer mitzuzählenden Menschen jüdischer Abstammung vor den Deutschen Truppen bzw. Verbündeten beschützt werden konnten. Denn Ungarn schlug sich einzig und allein deshalb auf die Seite der Deutschen zu Anfang des Krieges, weil Deutschland Ungarn versprochen haben, durch den Trianoner Urteil verlorene Gebiete wiederzubekommen.
        Wikipedia untermauert meine These:
        – „Den Juden Ungarns wurde vorgeworfen, die ungarische Kultur zu gefährden. Da an der Räterepublik 1919 viele Juden teilgenommen hatten, wurde fortan das Feindbild des „Judeobolschewisten“ entworfen.“
        – „Obwohl Horthy der Gegenregierung von Szeged (1919) vorgestanden und deren Programm vertreten hatte, schwächte er die Radikalität des „Programmes von Szeged“ ab, das auf eine rechtsradikale Umwälzung gezielt hatte.“
        – „In der Folge stellte er sich an die Spitze einer revisionistischen und irredentistischen Politik, die unter dem Motto Nem, nem, soha! („Nein, nein, niemals!“) bestrebt war, alle verlorenen Gebiete zurückzugewinnen, um das Königreich des Heiligen Stephan in seinen historischen Grenzen wiederherzustellen. Dieser Wunsch führte später zur Zusammenarbeit mit dem nationalsozialistischen Deutschen Reich.“
        – „Entgegen den Wünschen der deutschen Regierung weigerte sich Ungarn allerdings, seine jüdischen Einwohner auszuliefern bzw. deren Transport in Lager zuzulassen.“

  20. ad P. Herche
    „Die Deportation der Juden aus Ungarn“
    Warum wir im Bericht des Historischen Deutschen Museums die Rolle der katholischen Kirche verschwiegen??
    Nach Schätzungen des jüdischen Historikers Raul Hilberger wurden rund 20000 Pässe von Nuntius Rotta ausgegeben. Zwischen 1944 und 1945, als die Budapester Juden von Pfeilkreuzlern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert waren, versteckte er in der zerbombten Nuntiatur an die 200 Juden. Im Krankenhaus der Hl. Elisabeth wurden 100 Juden als Patienten getarnt, Pater Reile SJ verwandelte sein Kloster für 150 Juden in eine „Polizeiwache“, die Karmeliterinnen kleideten, ernährten und versteckten 330 Juden. Nuntius Rotta organisierte einen Hilfskonvoi vollbeladen mit Lebensmitteln und Medikamenten sowie 2000 Schutzbriefe um den von Eichmann auf den Todesmarsch geschickten erschöpften, unterernährten und gequälten Juden zu helfen. Mehr als hunderttausend Budapester Juden – 200 000 in Ungarn – überlebten Dank dem Einsatz der Kath. Kirche bzw des Nuntius!

  21. „Mehr als hunderttausend Budapester Juden – 200 000 in Ungarn – überlebten Dank dem Einsatz der Kath. Kirche bzw des Nuntius!“

    Liebe Frau Széchényi, sind diese Zahlen nicht zu hoch gegriffen? Haben nicht Raoul Wallenberg und Carl Lutz zusammen den größten Anteil an der Rettung der Budapester Juden in der Pfeilkreuzlerzeit? Ich will nichts aufrechnen. Der Einsatz des Nuntius war mutig und sehr wichtig. Aber Ihre Zahlen wundern mich doch.

    • Nun will ich ja das Tun von Wallenberg und Lutz nicht schmählern, aber interessant ist, dass Brunschweiler nur sehr selten erwähnt wird.Ausserdem frage ich mich die ganze Zeit, wie es einzelnen Personen gelungen sein sollte Rettungen im grossen Stil durchzuführen ohne die ungarische „Administration” bzw ohne Helfer von ungarischer Seite aus???
      Mir fallen da spontan (neben Pannonhalma) auch die Pfarrer ein, die Taufbriefe ausstellten.

      http://phbences.hu/hu/node/450

  22. Agathe Széchenyi, und wie hat sich diese Kirche während der Zeit verhalten als Horthy noch Reichsverweser war und über eine halbe Million Juden aus der Provinz deportiert wurden?
    Rate das das Buch des Pfarrers Georg Kis mit Vorwort von Karl Rahner und Nachwort von Otto Habsburg zu lesen.
    Für diejenigen, die nicht Ungarisch können, eine interessante Frage der liberalen Abg. Agnes Vadai im Budapester Parlament zu Horthy und wie darauf reagiert wurde.
    http://hungarianspectrum.wordpress.com/2012/06/10/agnes-vadais-interpellation-in-the-hungarian-parliament-may-29-2012/

    • Lieber Herr Pfeifer,
      wie sich die Katholische Kirche tatsächlich verhalten hat läßt sich bei Rabbi David Dalin und Prof.Dr. Thomas Brechenmacher wunderbar nachlesen.
      Die Frage der Abg. Vadai und daruffolgende Reaktion wäre eine Diskussion wert.

      • Die Übernahme von ehemaligen Pfeilkreuzlern in die kommunistische Partei Ungarns wurde schon in den 80er Jahren thematisiert. Wir hatten an der Universität das Pflichtfach: “Die Geschichte der Arbeiterbewegung”. Dafür war jemand von der Komitatsparteileitung abgestellt worden, der Genosse Szabó. Szabó vermittelte uns einen Einblick in das Innerste des Systems. Er war Spiegeltrinker. Ca. alle 30 Minuten verließ er den Seminarraum, um einen Zug aus seinem Flachmann zu nehmen. Zu verlieren hatte er nichts. Szabó war “systemimmanente Dissidenz”.
        Das Referat über die Eingliederung der Szegediner Pfeilkreuzler in die Kommunistische Partei Ungarns bekam – wenn ich mich richtig erinnere – József H. und damit Einblick in “streng geheimes” Material aus dem Parteiarchiv. Jóska war großzügig. Nur leider gab es damals nur einen einziges Kopiergerät an der ganzen Uni. Das wurde streng bewacht und im Oktober sogar durch Verplombung unschädlich gemacht. Ich kann mich deshalb hier nur auf meine Erinnerung stützen, werter Ungarnfreund.
        Tibor Navracsics hat mit keinem Wort übertrieben, als er der “unabhängigen” Abgeordneten Vadai antwortete.
        Was mir beim Anhören dieser Person noch einfiel, will ich nicht verheimlichen. Ein gewisser K. István aus der Sándor utca in Szeged, den ich damals über die kommunistischen Pfeilkreuzler aus dem “geheimen Material” befragte, erzählte mir, warum er nach dem Krieg ins csillag gekommen war. Sie hatten ihn wegen einer Lappalie aufs Rathaus bestellt. Dort traf er auf eine Funktionärin, die schon vor der Befreiung durch die Rote Armee als Amtsträgerin gefürchtet war. Beide kannten sich gut, waren sie doch schon früher aneinander geraten. Eine flapsige Bermerkung reichte. K. István saß dann monatelang im Gefängnis.
        Jedenfalls hat der Auftritt der Abgeordneten Vadai meine Vorstellung beflügelt. So ungefähr stellte ich sie mir die kommunistischen Pfeilkreuzler vor: unverschämt und frech wie Oskar.

      • Versuchen wir mal, die Aktion der Abg. Vadai differenziert zu betrachten:

        Grundsätzlich ist es gut, dass man sich im Parlament die Frage stellt, ob die Würdigung Horthys mit Statuen und Gedenktafeln gerechtfertigt ist. Vertretbar und sogar notwendig ist auch, dass man die Regierung bittet, sich in dieser Frage eindeutig zu positionieren. Immerhin gab es Meldungen, denen zufolge sich Fidesz-Abgeordnete an einer Spendensammlung zur Errichtung eines Horthy-Standbilds in der Budaer Burg beteiligen sollen. Was die Parteiführung dazu sagt, wissen wir nicht.

        Die Art der Fragestellung, die Antwort der Regierung und der Tumult im Plenum zeigen jedoch, dass die scharfe innenpolitische Polarisierung in Ungarn jede an sich vernünftige, parteiübergreifende Auseinandersetzung mit der Geschiche überlagert und sogar verhindert. Ich denke, dass es bei Fidesz, KDNP, MSZP, LMP und DK niemanden gibt, der an Szálasi irgend etwas Positives findet. Die Frage, ob am Ende auch noch Szálasi rehabilitiert werden soll, bewerte ich daher als reine Polemik.

        Trotzdem hat sich die Regierung einen Bärendienst erwiesen, als sie den Fragen nach Horthy und Szálasi auswich. Die personelle Kontinuität zwischen Pfeilkreuzlern und Kommunisten ist ein interessanter historischer Befund, der aber nicht in diese Debatte gehört hätte. Indirekt eine Linie von der Pfeilkreuzlern bis zur DK zu ziehen (Vadai ist Jahrgang 1974), war ebenso unnötige Polemik.

        Navracsics hätte einfach antworten können: Wir betrachten Horthy als eine umstrittene historische Persönlichkeit, der die Regierung keine öffentlichen Ehren zuteil werden lässt. Wir fordern unsere Parteifreunde auf, dies ebenfalls zu unterlassen. Den Kriegsverbrecher Szálasi zu rehabilitieren, fiele der Regierung nicht im Traum ein. Wir weisen jede anders lautende Behauptung als unlautere Unterstellung zurück.

      • Sine ira et studio?

        „Wer erinnert sich noch an den Regenten in einem Königreich ohne König, einen Admiral ohne Flotte in einem Land ohne Küste, der als „Reichsverweser“ 24 Jahre lang an der Spitze Ungarns stand?“, so Lendvai in dem von Pfeifer in den Blog lancierten Meinungsartikel.

        Sine ira et studio? Oder Herablassung mit parteiischem Eifer!

        Weihnachten läuteten sie das Ende der Pressefreiheit ein und berichteten darüber frei in allen Zeitungen, im Rundfunk und im Fernsehen.

        Am Karfreitag erteilte Gott Richard Field den Auftrag, das Volk der Sinti und Roma aus Gyöngyöspata herauszuführen.

        Pfingsten erklärten sie den Sturz der Verfassung, weil in der Präambel ein Bezug zwischen Gott, Geschichte und Nation hergestellt wird.

        Und an Thanksgiving dirigierten sie den Chor der Freidenker, Sektierer und Atheisten. Sie lobten die Religionsfreiheit und meinten Steuerprivileg.

        Sie führen einen Rachefeldzug, seitdem das Volk sie abgewählt hat.

        Gerade pochen sie auf Bilderverbot.

        Wer dachte, die Kommunisten hätten abgewrackt, irrt sich gewaltig.

        Das Neue Deutschland hat wieder Oberwasser. Als Organ der letzten Wahrheit!

        Systemwechsel retour!

        http://www.neues-deutschland.de/artikel/229361.viktor-orbans-wahrer-systemwechsel.html

  23. Peter Herche das Thema Pfeilkreuzler in der KP nach 1945 war in den achtziger Jahren kein Tabu mehr in Ungarn.
    Ihre Auslassung über Frau Vadai charakterisiert Sie selbst. Es ist Polemik unter der Gürtellinie. Und die Männer, die eine Frau niedergebrüllt haben zeigten wie diese Vertreter der „christlichen Werte“ von Fidesz und bis zur Jobbik eine nationale Front bildeten, um eine einzelne Frau zum Schweigen zu bringen.

    Liebe Frau Széchenyi, die von Ihnen genannten Personen waren Rabbiner und keine Historiker und sind alles andere als zuverlässig.
    Hingegen gilt Randolph L. Braham als der Historiker des ungarischen Holocausts. Er hat auch eine Schrift über dieses Thema und die christlichen Kirchen publiziert, das aus dem Internet heruntergeladen werden kann.
    http://www1.yadvashem.org/odot_pdf/Microsoft%20Word%20-%202278.pdf

    Während der achtziger Jahre wurde in „Valóság“ eine Arbeit über die Zusammensetzung der illegalen KP während der Horthyzeit publiziert. Juden und Protestanten waren überrepräsentiert, Katholiken unterrepräsentiert.
    Was aber in Ungarn nicht so bekannt ist, unter den Gründern der KP der Tschechoslowakei und Rumäniens waren die nichtjüdischen Ungarn überrepräsentiert. Hier ist nicht der Platz um die Gründe dafür zu analysieren.

    • Lieber Herr Pfeifer,
      Danke für Ihre Ausführungen.
      Erlauben Sie mir eine kleine Richtigstellung bezüglich der von mir genannten Personen:
      David Dalin ist Rabbiner, aber auch Professor für Geschichte und Politikwissenschaft an der Uni Naples, Florida.
      Prof Dr Thomas Brechenmacher ist deutscher Historiker und Professor für Neuere Geschichte an der Uni Potsdam.

  24. @ galut
    Ihr Versuch, Frau Szechenyi, die katholische Kirche hier als die große Judenretterin darzustellen, ist angesichts des weit verbreiteten katholischen Antisemitismus, den es auch in Ungarn seit den 1890er Jahren gab, gelinde gesagt grotesk und geschichtsklitternd.

    Ich wollte nur darauf aufmerksam machen daß es auch unter den Katholiken mutige und couragierte Menschen gab. Ob das grotesk ist?

  25. Péter Herche, was stimmt nicht im Artikel von Gábor Kerényi?

    Liebe Frau Széchenyi,
    Auch wenn die von ihnen genannten Personen Historiker sind, gehören Sie nicht zu denen, die irgendeine bahnbrechende Forschung zum Holocaust in Ungarn beigetragen haben. Hier weise ich auf den schon von mir genannten Prof. Braham und auf den deutschen Historiker Götz Ali hin. Braham ist der Apologie der christlichen Kirchen mit Fakten entgegengetreten. Götz Ali dokumentiert genauso wie Chrisztián Ungváry die willige Kollaboration der ungarischen Administration mit Eichmann.
    Leider haben ungarische kirchliche Würdenträger bis zuletzt gegen Juden gehetzt und wurden deswegen nicht gemaßregelt. Pfarrer Kis hat einiges dazu dokumentiert. Mit dieser Hetze haben sie zur schrecklichen Gleichgültigkeit oder zur Beraubung der Juden beigetragen.
    Der im Exil gestorbene Schriftsteller Sándor Márai qualifizierte diesen „christlichen“ Mittelstand als einen, der in der Zwischenkriegszeit „seine Qualitätsansprüche aufgab, das Diplom durch den Taufschein als Mittel zum Vorwärtskommen ersetzen wollte und mit der Rassenbewertung den Adelsbrief, dieses rissige Pergament, verriet“.
    Lesen Sie den spannenden Beitrag von Tamás Ungvári über einen Wendehals, der dann während des Zweiten Weltkriegs in der Vigilia Miklós Radnóti angriff.
    http://mozgovilag.com/?p=5096

    Niemand bezweifelt, dass es Christen gab, die 1944 und vorher die Gebote ihrer Religion ernst nahmen und insbesondere während des Pfeilkreuzlerterrors in Budapest öffneten einige katholische Institutionen ihre Tore für Juden. Nicht vergessen ist Margit Schlachta, die als katholische Politikerin alles in ihrer Macht tat, um Menschen zu retten.
    Leider waren diese Menschen eine Ausnahme.

    Kardinal Péter Erdö hat einige positive Schritte gegen den irrationalen Hass gesetzt, ob das in der breiten sich „christlich“ gebenden Öffentlichkeit geschätzt wird? Da habe ich meine Zweifel. Tatsache ist, dass die 40 Jahre kommunistische Herrschaft dazu geführt haben, dass mit wenigen Ausnahmen, ganze Generationen zuwenig über das Christentum wissen und sehr viele das Wort Christ als synonym für Nichtjude gebrauchen.

    • …, dass Horthy zum „Stellvertreter des Kaisers“ bestellt worden sei.

      Moment mal, zum Stellvertreter des Kaisers bestellt? … über alles in der Welt?

      …, dass Horthy „die blutigste „Treibjagd“ auf Kommunisten in der ungarischen Geschichte …

      Moment mal, in Bonnhard ließen die Roten den Galgen von denen aufstellen, die sie erhängen wollten. Frau Arató berichtete darüber. Sie hatten die Kinder als Zuschauer bestellt. Doch ehe ihr Vater hang, kamen die Weißen und knüpften die Kommunisten auf. Sie endeten genau an dem Galgen, den sie für den Klassenfeind aufstellen ließen.
      Jahre später in Braunau (Palotabozsok), als die Arbeitsdienstler jeden Abend vor die Kirche getrieben und vor den Augen der Dorfbewohner verhöhnt und geschlagen wurden, da fiel Frau Arató einem Bewacher in den Arm, weil sie den Apotheker aus Mohatsch erkannt hatte, der ihr, als sie eine Arzenei nicht bezahlen konnte, geholfen hatte. Sie entrüstete sich und setzte damit ihr Leben aufs Spiel. Bis zum Ende des Nazispuks fand sie Unterschlupf im Fünfkirchener Bischofspalast.
      Als 1956 in Szeged der Mob AVH-ler aus dem Fenster des Universitätsgebäudes auf den Dugonicsplatz stoßen wollte, schritt sie ein und rettete einigen ganz miesen Kommunisten das Leben.

      Das soll Horthy befohlen haben?

      …, dass das Begräbnis in Rumänien stattfinden soll, weil Nyírő Siebenbürger war …

      Moment mal, wo wollte Nyírő bestattet werden? In Rumänien?

      • Péter Herche
        Der ganze Satz lautet: „Horthy war 1920 vom ungarischen Parlament für die »Übergangszeit« bis zur Wiedererlangung der Krone durch die Habsburger als Stellvertreter des Kaisers bestellt worden. “

        Kerényi ist tatsächlich ein Fehler hereingerutscht, in Ungarn war der Kaiser ein König. Ansonsten aber stimmt der Satz. Sie nahmen drei Wörter aus dem Kontext.
        Ansonsten ist es ein wenig wirr, was Sie da schreiben. Denn es bezieht sich nicht darauf, was in diesem Artikel von G.K. enthalten ist.
        Und wo der Goebbelsanbeter Nyirö bestattet werden wollte ist heute Rumänien. Und da läßt ihn die rumänische Regierung nicht f e i e r l i c h
        bestatten. Das ist im Gegensatz zu Fidesz für diese Regierung keine Frage der Pietät, sondern eine der Politik.
        László Kövér hat wieder einmal ein Eigengoal geschossen. Denn die vom ihm präferierte ungarische Partei hat Stimmen verloren. Die ganze Fideszwerbung für gleich 2 ungarische Parteien diente nur dazu, die Stimmen der Ungarn zu spalten. Aber auch das ist nicht Thema des Artikel von Kerényi.
        Peter Herche konnte in diesem Fall außer seiner bekannten Beckmesserei nicht viel bieten.

      • Jetzt ist nur noch die Frage offen, ob Horthy als Kaiser, der in Ungarn König war, einen Bart getragen hatte oder nicht?

      • Nachtrag:
        Wenn sich die Legion die Mühe machen will, dann nur zu.
        Die Berichterstattung der Friedensforschung ist O-Ton Neues Deutschland und Junge Welt.

        (Where have all the Money Gone?

        А где же коллеги?
        Расположенный в трубе.
        А там, где камыши?
        Правда подавлено.
        А где же товарищи?
        Девушки ушли на охоту.
        А где же КГБ?
        Где все SED делись деньги?

        When will they ever learn?)

        Und, lieber Herr Pfeifer, im Müll vom Operetten-Kerényi nach Verwertbarem stochern, das machen Sie mal schön selber. Wer lesen kann, braucht keine Nachhilfe mehr. Mein Ding ist das eh nicht, Toten das Lesen beizubringen. Ich bin Eigenbrödler. Ich brauche keine Legion.

  26. Liebe Frau Széchenyi, bitte versuchen Sie , wenn Sie wieder einmal einen Artikel von mir sehen – diese Woche soll einer in Deutschland erscheinen – eine mail an die betreffende Redaktion schicken, mit der Bitte diese mir weiterzuleiten.
    Ich werde mich dann melden.

  27. Peter Herche ich stelle die Frage anders. War Horthy korrupt? Nein das war er bei all seinen Fehlern nicht.
    Und wie steht es bei der Familie Orbán nach 1998-2002?

    • Ob Orbán verführbar sei?
      Also Herr Pfeifer, ich bin schwul und das ist gut so.
      Und wie geht Ihre Hose auf?

      (Sehr geehrter HV, mea culpa! Ich weiß, es ist Ihr Blog und Sie haben die Arbeit und meine verbalen Entgleisungen passen nicht zu Ihrem Projekt, Gräben zuzuschütten, um ein Aufeinanderzugehen zu ermöglichen. Mea culpa, aber mir geht wirklich einer ab, wenn ich jetzt auf das Niveau von atv und HVA und Lendvai gedrückt werden soll.

      Hauptabreilung I/LSK-LV
      Unterabteilung 1. LVD

      Operatives Material:
      Personalien: Soldat Peter Herche
      geb. am 20.04.1955 in Bad Freienwalde
      wh. in 757 Forst
      Noßdorfer Str. 27
      KW-Funker
      1. LVD/FTB-3/Na. -Komp.

      Bearbeitungsrichtung: § 106/220 StGB

      Sachverhalt:

      Auf Grund von inoffiziellen und offiziellen Hinweisen wurde bekannt, daß Soldat Herche im Politunterricht offen die bestehenden Verhältnisse in der BRD verherrlicht und seine Meinung mit Faktenwissen, was aus Rundfunk- und Fernsehsendungen, Zeitungen und Büchern stammt, belegt. (…) Im Kollektiv versucht er durch philosophische Streitgespräche ebenfalls seinen Standpunkt darzulegen, tarnt dies aber mit der [sicc! Interesse an der Philosophie.

      Ziel der operativen Berarbeitung:
      (..)
      2. Einleitung von offensiven Maßnahmen zur positiven politischen ideologischen Beeinflussung des Herche und der inoffiziellen Dokumentierung seiner Reaktionen darauf.
      (…)
      (…)

      Operativplan zum Soldaten Herche, Peter (…)

      I. Etappenziel

      Aufklärung der politischen Einstellung (bla, bla, bal)

      Welche Ziele und Absichten verfolgt er mit seinen negativen Äußerungen und sind diese geeignet für Handlungen in Richtung der §§ 106/220 StGB

      (Bla, bla, bla, seitenlanges Bla, bla, bla)

      Aber jetzt kommt es:

      Römisch II. „Maßnahmen zur Koordinierung mit der KD Forst /Abt. XX/4)
      1. Durchführung von Ermittlungen zu Herche sowie seinen Eltern und Geschwistern im Wohngebiet
      – wie erfolgte die Erziehung des H. im Elternhaus?
      – Einfluß der kirchlichen Tätigkeit des Vaters auf Herche?
      – wie tritt der Vater als Pfarrer in Erscheinung?
      – wie ist seine Stellung zur DDR und zur SU?
      -politische Entwicklung in der Schul- und Lehrzeit?
      -welche politischen Ansichten vertrag er?
      gibt es Momente, die sich negativ auf seine politische Erziehung auswirkten, z.B. aktive Westbesuche, Westsender u.s.w.

      Termin Einleitung (…)

      Bestätigt:
      Leiter der Unterabteilung 1. LVD
      Wagner – Oberstleutnant

      Mea culpa, HV, aber Orbáns Familie kümmert mich einen Kehricht!

      Was mich interessiert, lässt sich so zusammenfassen:
      Worauf läuft das hinaus, was momentan gegen Ungarn veranstaltet wird?
      Sie können einfach nicht anders, die Politrentner von der HV- Aufklärung!

      Ob die Familie Orbán nach 1998-2002 korrupt war?

      Das Thema Diplomarbeit haben wir schon durch. Erfolglos. Findet jetzt das Muster Dirk Niebel für Orbán Anwendung?

      Hat Orbán vielleicht Teppiche vom BND einfliegen lassen. Ließe sich der Verdacht auf Kinder – na, stopp, noch nicht gleich Pornographie – auf Kinder und Teppiche lenken? Hatte seine Familie schon was mit Kindern und Teppiche zu tun? Rotlichtmilieu? Eine geschwängerte Ziege in der Szunyogpuszta (Mückenöde)?

      Und führe mich nicht in Versuchung ….

    • Herr Pfeifer, fragen Sie mich doch mal, ob ich korrupt , bestechlich, verführbar, feil , käuflich; unredlich, und unzuverlässig sei.

      Ja. Das bin ich.

      Als ich damals im Notaufnahmelager in Gießen von den Amerikanern befragt wurde, habe ich alles gesagt. Alles was mir irgendwie eingefallen ist.

      Die haben mir dann einen Zettel hingeschoben, ob ich Geld nehmen würde. Nahm ich. Ich unterschrieb. Und dann gaben Sie mir 10,- DM. Da wusste ich endlich meinen Marktwert.

      Ich hatte den Amis sogar erzählt, dass die Russen auf dem Kab-Berg Bunker für Atomraketen bauen. Das wusste die aber schon. Die Ungarn erfuhren es erst nach dem „Systemwechsel“. Die kriegten nie was dafür, dass sie immer und ewig nur Spielball der Großmächte sind. Immer nur eins auf die Mütze.

      Wenn Sie was über Orbáns sexuelle Präferenzen, seine Familie oder Vermögenswerte wissen wollen, dann wenden Sie sich am besten direkt an die CIA oder den Mossad, wenn es die Russen noch nicht wissen sollten.

      Die helfen Sie bestimmt weiter!

    • @Legion
      Es ist so still?

      Und dennoch sagt der viel, der „Nichts“ sagt, daraus Tiefsinn und Trauer rinnt, wie schwerer Honig aus den hohlen Waben

  28. Heute meldete APA, in Budapest wurde ein 70jähriger Jude von Jugendlichen niedergeschlagen und antisemitisch beschimpft.
    Die Saat der Hetzer geht auf.

  29. HV ich kann mir nicht vorstellen, dass die APA einfach aus dem Finger saugt, dass die Budapester Polizei dies bestätigt und wegen rassistischer Gewalt ermittelt.
    Hier die vollständige APA Meldung

    APA0099 5 AA 0128 Mi, 13.Jun 2012
    Ungarn/Extremismus/Antisemitismus/CEE

    Budapest: Ungar wegen jüdischer Herkunft zusammengeschlagen
    Utl.: Jugendliche verprügelten und beschimpften 70-Jährigen

    Budapest (APA/dpa) – Jugendliche haben in Budapest einen etwa 70 Jahre alten Mann wegen seiner jüdischen Herkunft zusammengeschlagen. Sie beschimpften ihn außerdem mit antisemitischen Ausdrücken. Der Vorfall hatte sich bereits am vergangenen Freitag in der Nähe der Großen Synagoge in Budapest ereignet, berichtete der private TV-Sender RTL Klub am Dienstagabend. Die Budapester Polizei bestätigte indes, dass sie in dem Fall wegen rassistischer Gewalt ermittelt.

    In den letzten Monaten haben sich in Ungarn antisemitische Vorfälle gehäuft. Jüdische Friedhöfe wurden geschändet. Zuletzt wurde der ehemalige Oberrabbiner Jozsef Schweitzer auf offener Straße von Unbekannten mit antisemitischen Ausdrücken beschimpft. Staatspräsident Janos Ader hatte im Anschluss daran den Vorfall ausdrücklich verurteilt und den 89-Jährigen demonstrativ besucht. (Schluss) jeg

    APA0099 2012-06-13/10:25

    131025 Jun 12

    • Ja, Herr Pfeifer, ich glaube auch nicht, dass die APA sich etwas „aus den Fingern saugt“. Ich setze aber mal voraus, dass der werte Herr Gregor Mayer oder Kollege/Kollegin nicht selbst vor Ort war(en) und sich – wie alle anderen Journalisten – auf Hörensagen stützt/stützen. Oder sind SIe der Auffassung, dass alles, was die Presse schreibt, deshalb auch stimmen muss? 🙂

      Und so lange weder Sie noch ich dabei waren, können wir nur mutmaßen, was passiert ist. Die Polizei ermittelt, die Presse berichtet (übrigens auch die ungarische, von der Zensur unterdrückte…). Ändert nichts an der Tatsache, dass man bislang nur die Schilderung des Tatopfers hat.

      Aus den gegebenen Gründen warte ich mal ab, bis wir mehr wissen, und rufe dann „Alarm“. Eine Vorgehensweise, die Sie auch oft genug anmahnen, wenn ich mich recht entsinne…

    • Der für den Bericht bei RTL Klub Verantwortliche ist vom Sender suspendiert worden, man hat sich mittlerweile im Einvernehmen getrennt. Der Beitrag habe „eine Reihe gravierender Fehler enthalten“. Besonders interessant ist, dass der Überfall auf einen Ungarn jüdischen Glaubens sich bereits vor mehr als eineinhalb Monaten ereignet haben soll, die Aussage, es handele sich um einen Vorfall von Freitag vergangener Woche, sei – so berichtet Index –

      FREI ERFUNDEN!!!

      Az Indexhez érkezett jelzések szerint azonban a Novák András által jegyzett riport több pontatlanságot tartalmazott. A rasszista inzultus nem a bemutatott 70 éves idős embert érte, hanem egy 58 éves férfit, és nem néhány nappal a Schweitzer József elleni támadás után, hanem mintegy másfél hónapja történt a Kertész utcában.“

      http://index.hu/belfold/2012/06/13/mast_es_mashol_vertek_meg_mert_zsido/#

      Da wollte sich wohl ein Redakteur von RTL Klub hervorheben und „was aufdecken“. Und APA und sogar die NZZ übernehmen den Bericht ungeprüft. Und Sie, Herr Pfeifer, haben keinen Grund, an dem APA Bericht zu zweifeln…

      Schlimm genug, dass ein Jude vor 1,5 Monaten Opfer antisemtischer Beleidigungen und sogar verprügel worden sein soll. Aber was reitet die Presse, einen Vorfall zu erfinden und irgend etwas zusammen zu schneiden? Herr Pfeifer, steigert das das Vertrauen in die Presse? Ist dafür auch die „Zensurbehörde“ verantwortlich?

      Ich betone, dass dies nicht der erste Fall unerträglicher Schlamperei zu sein scheint: Im Rahmen der „Gyöngyöspata-Situation“ zeigte man ein Fotos eines verletzten „Gardisten“ und behauptete, es handele sich um ein von Nazis verprügeltes Opfer aus den Reihen der Roma.

      • HV so ganz frei erfunden ist diese Nachricht nicht, der Journalist hat aber die Nachricht anscheinend grob manipuliert. Nicht ausgeschlossen, dass es sich um zwei Fälle handelt, die der Journalist sehr unethisch „zusammengezogen“ hat, wie darüber berichtet wird.
        Ich will über diesen Fall nicht weiter spekulieren, hoffe aber auf baldige Aufklärung.

        Was jedoch bleibt, ist die im NoL TV gezeigte Menge, die „dreckige Juden“ brüllt. Es bleibt auch, dass ein Abg. des Parlaments die Schändung eines Denkmals verharmlost.
        Und Oberrabbiner Fröhlich, der behauptet den Fall zu kennen, der die Straße zeigt, wo das passierte.

        Ich kann mir schwer vorstellen, dass der APA-Journalist etwas über die Polizei behauptet hätte, was nicht stimmt. Bislang habe ich auf jeden Fall kein Dementi der Polizei gesehen.

        Im übrigen aber hat ein Budapester Gericht wegen Leugnung von NS Verbrechen ein interessantes Urteil gefällt.
        http://atv.hu/cikk/20120613_auschwitzba_kuldte_n_gyorgyot_a_birosag

      • „Ich kann mir schwer vorstellen, dass der APA-Journalist etwas über die Polizei behauptet hätte, was nicht stimmt. Bislang habe ich auf jeden Fall kein Dementi der Polizei gesehen.“

        Ich sehe, wir bewegen uns wieder auf der Ebene eines bestimmten FAZ-Artikels, Herr Pfeifer. Der APA-Journalist hat genau das getan, was Sie seinerzeit taten. Einfach etwas weiter verbreiten. Nach dem Motto: Spekulationen sind die Wahrheit, wenn nicht dementiert wird.

        Immerhin bin ich beruhigt, durch Sie erfahren zu haben, wie Journalisten arbeiten. Danke.

  30. http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-06/yad-vashem-schaendung

    Trittbrettfahrer?

    Vor Kurzem schändeten Unbekannte Yad Vashem. Bei solchen Nachrichten renkt sich bei mir nicht nur der Kopf, sondern auch das Hirn aus. Ich frage mich, Herr Pfeifer, wem nützt es , wenn diese – das meine ich so, wie ich es schreibe – Abscheulichkeiten durch große Buchstaben noch hervorgehoben werden. Ich wohne am Stadtrand von Regensburg mit Blick auf die Donau. Wenn ich aus dem Wohnzimmerfenster schaue, sehe ich die Autobahnbrücke und die Ingolstädter Eisenbahnbrücke. Vom Schlafzimmer aus habe ich den Blick auf die Nürnberger Eisenbahnbrücke. Mein Küchenfenster schaut auf die ehemalige Abtei der Benediktiner in Regensburg. (Den Blick aus der Toilette erspar ich Ihnen. Ich will Sie nicht wieder verwirren. Da sieht man nämlich eine Wiese, auf der am Morgen die Rehlein äsen. Und über den Bäumen kreist bei Aufwind der Turul.)

    Regelmäßig an Feiertagen, seltener an Werktagen heulen die Feuerwehrsirenen auf. Es dauert nicht lange bis auch die Polizei da ist. Suchboote fahren auf der Donau. Es kommt der Polizeihubschrauber, der zum Greifen nah nach der Leiche sucht.

    Wenn ich über die Ingolstädter Eisenbahnbrücke nach Regensburg gehe oder wenn ich durch den Fußgängertunnel zum EDEKA-Markt nach Sinzing will, sehe ich Hakenkreuze.

    Das ist alles so. Das ist seit Jahren so. Aber es macht keine Schlagzeilen.
    Warum erregt der Fall eines 70-jährigen Mannes, der “von Anderen an anderer Stelle” niedergeschlagen wurde, so eine große Aufmerksamkeit.
    Jedenfalls habe ich gerade bei Index.hu das hier gelesen: “A rasszista inzultus nem a bemutatott 70 éves idős embert érte, hanem egy 58 éves férfit, és mintegy másfél hónapja történt a Kertész utcában.”

    http://index.hu/belfold/2012/06/13/mast_es_mashol_vertek_meg_mert_zsido/#

    Ich meine, Gewalt ist abscheulich. Generell. Egal wen sie trifft.

    Ich meine, medial vermittelte Gewalt ist noch abscheulicher. Weil sie Bilder in den Köpfen der Menschen hinterlässt, die trügerisch sind.

    Denn in diesem einen Punkt müssen Sie mir schon jetzt recht geben:

    Der medienwirksam inszenierte Fall des am Stock humpelnden Opas in der Dohány utca ist ganz bestimmt nicht mehr aus dem kollektiven Gedächtnis der Menschheit auszulöschen. Jedenfalls solange Das Orbán-Regime für Angst und Schrecken sorgt.

    Was sagt denn heute diese Zeitung hier zu dem schrecklichen Ereignis: http://www.dkp-online.de/uz/

    Sie sollten mehr Rilke lesen!

    Uns verwirrt es, die wir seiend heißen
    immer so zu leben: nur von Bildern;
    und wir möchten manchesmal mit wildern
    Griffen Wirklichkeiten in uns reißen
    Stücke, Abzufühlendes, ein Sein.

    (Rilke, Paris, August 1907 ?)

      • HV sicher ist, es geschehen, wie im NOL TV gezeigt, antisemitische Aggressionen im heutigen Ungarn. Z.B. zeigt dieses Video eine Menge Ungarn die „mocskos zsidók“ „dreckige Juden“ brüllen. Und dass sollte man in erster Linie im Interesse der ungarischen Gesellschaft nicht verharmlosen.
        Abg. Zagyva hat sich auch einiges gegenüber Journalisten herausgenommen, die er mit einer Peitsche bedrohte und antisemitisch angeiferte. Ich bin sehr gespannt, ob er vom Parlament ausgeliefert wird.

    • Medien haben zu berichten. Und es war richtig über die Schändung des Denkmals in Israel zu berichten. Da dies kein Israelblog ist, gehe ich darauf nicht ein.
      Wenn Sie versuchen mich mit der dkp in Verbindung zu bringen, dann kann ich Ihnen Böswilligkeit attestieren.
      Und ich glaube kein Moment, dass Oberrabbiner Robert Fröhlich eine Geschichte aus seinen Fingern saugt wie Sie das hier implizieren.
      Als in Deutschland bald nach der Machtübergabe an A.H. im Jahr 1933 es zu Ausschreitungen gegen Juden gekommen ist, haben die gleichgeschalteten Medien diese geleugnet bzw. „Kommunisten“ in die Schuhe geschoben.
      Leider haben viele Menschen im Westen der Nazipropaganda Glauben geschenkt.
      Und manches schien für außenstehende unglaublich.
      Ich denke, dass sich die Lage seither sehr geändert hat. Vor allem bin ich überzeugt, dass solche Aggressionen nicht im Interesse der ungarischen Regierung sind. Tatsache ist, dass die Polizei im Fall des geschändeten Mahnmals sehr schnell die Täter ergriff.
      Ich kenne nicht diesen Fall, aber ich hoffe sehr, dass die Täter bald gefaßt werden.

      • Sie schießen weit über das Ziel hinaus. Kein Gedanke daran. Ich kann mir zwar den Oberrabbiner als Wonneproppen mit einem Schnuller im Mund vorstellen, aber dass er sich so eine Geschichte aus den Fingern saugen könnte, halte ich für ausgeschlossen. Ich weise Ihre Unterstellung mit aller Entschiedenheit zurück.
        Wir sollten klar unterscheiden. Sie haben eine Vorstellungsgabe und ich habe meine. Dazwischen liegen Welten.
        Ich habe das schon einmal in Richtung Nazi Ungar, Sie wissen schon, in Richtung dieser Kunstfigur, die, wenn man sie sich als Pendent zu Ihnen vorstellt, Teil der Installation, des Gesamtkunstwerkes auf HV ist, gesagt:
        Was ich fühle und denke, was ich meine und was ich mir vorstellen kann, das gehört mir. Und ich sage, was ich denke, denn das sage ich. Und wenn ich den Gedanken gehabt hätte, Herr Fröhlich erzähle der Welt Lügengeschichten, hätte ich ihn Lügner genannt. Das habe ich aber NICHT gedacht und auch nicht implizite ausgedrückt.
        Der Ball ist bei Ihnen.
        Glauben oder denken Sie allen Ernstes, dass wir schon wieder soweit sind? Wiegeln religiöse Führer ihr gläubiges Volk zum Widerstand gegen den Pöbel auf?
        Oberrabbiner Robert Fröhlich fordert Gesetze von der gesetzgebenden Gewalt und Strafen für den Pöbel. Warum?
        Mir ist nach zwei Jahren Medienhetze nicht mehr so klar, wo die Grenzlinien verlaufen. Ich sehe in Ungarn die dreigliedrige Gewaltenteilung. Judikative, Legislative, Exekutive nicht. Alles ist Orbán und Orbán ist alles. So höre und lese ich es tagaus, tagein. Orbán ist Horthy. Und ihre Kollegin Vadai erblickt in ihm sogar schon den Geist Szálasi.
        Vielleicht sollte sich das Oberrabbinat weniger um die Medienberichterstattung kümmern, dafür aber mehr in die heiligen Schriften vertiefen.
        Wir kennen uns doch aus. Iim Iran. De jure herrscht dort Zwölfter Imam Muhammad al-Mahdi. De facto aber Ajatollah Seyyed Alī Chāmene’ī. Der dritte im Bunde ist Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad.
        Gewaltenteilung?
        Erst-, Zweit- und Drittschlag!
        Ungarn hat nur Orbán und Wien die vierte Gewalt.
        Und die schoß wieder mal weit über das Ziel hinaus.

  31. HV Nun ist das leider nicht der erste Fall.
    Was die Zuverlässigkeit anlangt, sehe ich keinen Grund an der APA Meldung zu zweifeln, denn wenn diese über die ungarische Polizei eine Falschmeldung bringen würde, dann müßte sie mit einem Dementi der ung. Polizei rechnen.
    Die Schänder des Denkmals an der Donau wurden sehr schnell von der Polizei gefaßt. Und Jobbik Abg. Zagyva (nomen est omen) nahm den Täter in Schutz
    Siehe den Bericht von Magyar Nemzet:
    http://m.mno.hu/ahirtvhirei/szoborgyalazas-zagyva-gyorgy-gyula-utcara-vonult-kep-1079181.
    Worüber ich keinen APA- oder DPA Bericht gelesen habe obwohl es deutschsprachige Berichte gibt:
    http://www.pesterlloyd.net/html/1222denkmalkriegverhaftung.html
    http://www.neues-ungarn.de/t4932f71-Der-quot-Denkmalkrieg-quot-in-Ungarn.html
    Wollen Sie HV den APA-Journalisten deswegen kritisieren?

    • Nochmals: Ich stelle lediglich fest. Und wer spricht von Falschmeldung? Fakt ist, dass eine Person behauptet, antisemitisch beschimpft worden zu sein, als man ihn tätlich angriff. Darüber sollte man natürlich berichten, allerdings unter Verwendung des Konjuktivs. „Jugendliche sollen… zusammengeschlagen haben.“ Die Polizei, nehme ich an, hat ebenfalls aufgrund der Schilderung des mutmaßlichen Opfers Ermittlungen eingeleitet. Das Ergebnis solcher Ermittlungen stellt sich, das werden Sie verstehen, in der Regel bei deren Abschluss heraus.

      Ich war nicht dabei, kann mir also aufgrund eigener Wahrnehmung kein Urteil bilden. Ich halte den Vorfall weder für erwiesen noch für frei erfunden. Auch Sie wissen es nicht, und auch die Polizei nicht. Hören wir uns das Opfer und andere Augenzeugen an, ich denke, der Fall wird sich aufklären. Und die Jugendlichen werden, wenn sie schuldig sind, entsprechend angeklagt und bestraft werden (hoffe ich).

      Meine Frage ist, dass die APA so tut, als sei die Schilderung des Opfers bereits als feststehende Tatsache erwiesen. Sonst, auch das wissen Sie als Journalist, dessen Handwerk der tägliche Umgang mit der deutschen Sprache ist, hätte die APA den Konjunktiv verwenden müssen. Das ist Bildzeitungsniveau, dort kennt man nämlich ebenfalls den Konjunktiv nicht.

      • HV soeben ATV Nachrichten gesehen. Der Reporter von RTL hat einiges geändert. Doch Fakt ist, dass ein 59jähriger Juden von 6 Jugendlichen angegriffen wurde. Ich sah Judit Pap die Sprecherin der Polizei in Uniform die bestätigte, dass die Polizei wegen rassistischer Aggression in dieser Sache tätig wurde.
        Also braucht man kein konjuktiv anwenden.

      • Der Reporter hat „einiges geändert“? Stellen wir uns mal vor, es würde sich um einen Bericht auf dem „königlichen“ MTV handeln, wären Sie da auch so konziliant? Wohl kaum. Was im Übrigen zu sagen ist, habe ich gesagt und bleibe auch dabei. Wir sollten darauf zurückkommen, wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind.

  32. Der Richter
    ich kann mir schwer vorstellen, dass Krisztián Ungváry nicht gründlich recherchiert hat.
    Was aber die ungarische Haltung während des Zweiten Weltkrieges betrifft, war die Haltung sehr widersprüchlich. Und da scheint mir diese deutsche Quelle nicht nuanciert und gründlich genug das Thema studiert zu haben.

    Im Früherbst 1941 wurden nicht ohne Kenntnis der ungarischen Behörden ca. 18.000 Juden (davon ca. 2000 ungarische Staatsbürger) an die Waffen SS in Kamenets-Podolsk ausgeliefert, die meisten wurden von dieser und ukrainischen Kollaborateuren massakriert, doch gelang es ein paar Hunderten nach Ungarn zu fliehen und die katholische Politikerin Margit Slachta ging an die höchsten Stellen und beschwerte sich, was dazu geführt hat, dass diese Aktion nicht fortgesetzt wurde
    Im Jänner 1942 kam es in Novisad (Ujvidék, Neusatz) und Umgebung zu einem von ungarischen „Ordnungskräften“ betriebenen Pogrom, das sich gegen Juden und Serben richtete, aber sie ermordeten auch einige „echte Ungarn.
    Bekannt wurde dies, als Endre Bajcsy-Zsilinszky im Parlament aufstand und trotz Brüllen der Abgeordneten der Regierungspartei MEP und der verschiedenen Pfeilkreuzlerfraktionen dies bekanntgab. Es gibt darüber einen guten – weil nuancierten – ungarischen Film „Kalte Tage“ (hideg napok)

    Anfang 1942 machte Generalmajor József Heszlényi und der Militärattaché in Berlin Sándor Homlok dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) das Angebot 100.000 ausländische Juden dem Reich auszuliefern. Es gibt eine lebhafte deutsche Korrespodenz über dieses Angebot. Eichmann und Himmler lehnten das ab, denn sie strebten eine „Generallösung“ an und die ungarische Regierung war nicht bereit, zu diesem Zeitpunkt ungarische Staatsbürger auszuliefern.

    Die ungarische Führung war gegen Ende 1942 gespalten. Es gab die Anhänger der ewigen Treue zu Hitler (insbesondere unter hohen Offizieren der Armee aber natürlich auch in der Politik) und dann gab es andere, wie z.B. Horthy, die der Meinung waren, man müsse mit den Alliierten verhandeln. Journalisten, Geschäftsleute und Diplomaten taten dies in Istanbul, Bern, Lissabon und Stockholm. Horthy und seine Anhänger hofften, dass die Briten und Amerikaner am Balkan landen würden und Ungarn nicht unter sowjetische Besatzung kommt.
    Anfang 1943 kam es zur deutschen Kapitulation in Stalingrad und die ungarische Führung sendete einige Signale an die Westalliierten, z.B. auch wurden die schrecklichen Lebensbedingungen der „Arbeitsdienstler“ (zu denen nicht nur Juden gehörten, sondern auch Angehörige nationaler Minderheiten, politisch nicht erwünschte Personen) verbessert.

    War das wirklich so, dass Horthy nach der deutschen Besatzung keinen Einfluß hatte und das Ungarn die Souveränität am 19. März 1944 verloren hatte, wie das auf Wunsch der Jobbik in die neue Verfassungt kam?
    Nun stimmt das nicht, der deutsche Bevollmächtigte Veesenmayer schlug Horthy vor Béla Imrédy vor. Laut Aussagte von Veesenmayer (und da sind Zweifel natürlich zulässig) war Horthy empört und schrie auf „diesen Juden?“
    Horthy hatte keine volle Bewegungsfreiheit, aber er konnte noch die nächsten zwei Kandidaten Veesenmayers abweisen, den Jenö Ruszkay und den Jenö Rátz. Veesenmayer konnte nicht einmal erreichen, dass anstatt des Verteidigungsminister Lajos Csatay Rátz ernannt werde, der aber der Wunschkandidat der Deutschen war. Horthy hat den Berliner Botschafter Döme Sztójay ernannt, weil der den Alliierten wahrscheinlich signalisieren wollte, dass er nicht ganz souverän ist.
    In der Zeit von Mai bis zum 8. Juli 1944 zählte man in Kosice (Kassa) 147 Deportationszüge nach Auschwitz-Birkenau. Man will nun Horthy mit Philippe Petain und Ion Antonescu vergleichen, doch in beiden Fällen (Frankreich und Rumänien) wurde die Mehrheit der einheimischen Juden nicht deportiert. In Ungarn machte die Administration Überstunden, um die Juden zu markieren, in Ghettos zu sperren und zu berauben, und dann trieb die königl. Gendarmerie Frauen, Kinder und Alte oft mit Peitschenhieben in die von der DR gestellten Viewaggons. In Cluj (Kolozsvár) appellierten die Gendarmen an den Patriotismus derjenigen, die sie dann in die Viehwaggons jagten, und sagten, gibt uns Euren versteckten Schmuck, denn wenn ihr das nicht tut, bekommen es die Deutschen und ihr werdet diesen nicht mehr benötigen.
    Die Alliierten, die Neutralen und Pius XII protestierten im Juni 1944 und es wurde auch das Gerücht verbreitet, wenn die Juden aus Budapest deportiert werden, dann wird die Hauptstadt so bombardiert werden, wie es die Alliierten in Deutschland taten und so entschloß Horthy sich die Deportation in Budapest zu stoppen und befahl die von Ferenc Koszorus kommandierten ersten Panzerdivision nach Budapest. Doch schon vorldiesem 7. Juli wurden die Gendarmen, welche die Deportation hätten durchführen sollen aus Budapest abgezogen. Nun wenn Horthy im Juli hat Juden retten können, warum tat er das nicht früher?
    Weil es ihm gleichgültig war, obwohl er spätestens im Sommer 1942 wußte was in den deutschen Vernichtungslagern geschah.
    Doch Horthy genehmigte Ende Juli 1944 wieder die Fortsetzung der Deportation, die wurde schon vorbereitet, als unter der Führung des rumänischen Königs am 23. August ein Putsch stattfand. Antonescu wurde verhaftet und diesmal war es für die Deutschen wichtig ihre am Balkan gebliebenen Truppen zurückzutransportieren. Horthy konnte also ein zweites Mal die Deportation stoppen.

  33. „Verbaler Angriff auf pensionierten Oberrabiner in Budapest löst Empörung aus!“
    Stimmt hat es bei mir auch.
    Jedoch will ich mich jetzt mal ganz ganz weit aus dem Fenster lehnen.
    Wer könnte es z.B. einem armen ungebildeten Landbewohner verübeln, wenn ihm jetzt (mal rein theoretisch natürlich!! ) weit hinten im Oberstübchen , der Gedanke kommt:Wer weiß wer ihn für den verbalen Angriff bezahlt hat?
    Das Leben geht seltsame Wege.

    • Turó Rudi, hier habe ich dokumentiert, dass es nicht lediglich um einen verbalen Angriff handelt.
      Meinen Sie, dass irgendjemand Zsolt Tyirityán und die Jobbik Abg. Baráth und Zagyva für ihre antisemitischen Reden bezahlt?
      glauben Sie dass die sechs Jugendlichen, die einen 59jährigen Juden geschlagen und antisemitisch beschimpft haben, vor irgendjemand dafür bezahlt werden?
      Ich denke, die ungarische Polizei hat bereits den Schänder des Denkmals an der Donau gefasst, der vom Abg. Zagyva geschützt wird und dass wir es im Fall von Jobbik mit offenen aggressiven Antisemiten zu tun haben. Die vielleicht vom Iran bezahlt werden, wofür es aber bislang keinen Beweis gibt.
      Fideszpropagandisten pflegen ausländischen Journalisten zu erklären, dass sie die einzige Kraft sind, zwischen den bösen Sozialisten, die einen nicht existierenden Antisemitismus erfinden, um Fidesz zu schaden und den Extremisten von Jobbik. Und das jede Kritik an Fidesz nur Jobbik nützt.
      Ich habe einen Vorschlag zur Güte. Viktor Orbán soll uns doch beweisen, dass er seine Versprechen ernst nimmt, hat er doch einmal behauptet, er werde mit zwei Ohrfeigen die paramilitärischen uniformierten Milizen zerschlagen. Er möge diese „Ohrfeigen“ austeilen, diese paramilitärische uniformierten Milizen endlich auflösen.
      Dann müßte die Welt anerkennen, dass er etwas geschafft hat, was die linksliberale Koalition in den Jahren 2002-2010 nicht gemacht hat.

  34. HV ich bin gar nicht konziliant und messe nicht mit zweierlei Maß. Der RTL Reporter hat die Regeln des Berufs mißachtet und wurde gefeuert. Ich denke, das ist Strafe genug. Da muß ich keine Kollegenschelte mehr von mir geben.
    Es verhält sich ganz anders, wenn ein Reporter die Anweisung von seinen Vorgesetzten erhält, zu manipulieren. Oder wenn ein Journalist, der eine grobe Manipulation begangen hat, dafür noch befördert wird.

  35. Wenn ich Österreicher oder Araber wäre und mit der christlichen Welt auf Pferdefuß stünde, dann würde ich jetzt wohl schreiben:

    „Oh Du mein schönes Europa!“

    oder

    Berliner verprügeln schon wieder Rabbiner!

    oder einfach:

    Prügelrabbi geht in stationäre Behandlung!

    http://www.innsalzach24.de/nachrichten/deutschland/berliner-rabbiner-beleidigt-geschlagen-2480343.html

    Weil ich mich aber den Werten des christlichen Abendlandes verpflichet fühle, und weil mich die Häme von Wiener Ungarnhassern so abstößt, wie Ungarnfreunde, die hoch auf der Tenne ihr leeres Stroh dreschen, aber auch, weil mich Antis per se abstoßen, frage ich mich, wie soll das alles enden.

    Ich meine, man kann ja Ängste und Hass schüren, wie das die Frau Dr. Rütten gestern im Deutschlandfunk versuchte, aber bessern lässt sich die Menschheit durch Halb- und Unwahrheiten auf keinen Fall, höchstens gegeneinander aufhetzen.

    Deshalb sage ich hier mal, was ich wirklich denke:

    Europa hat ein „massives Problem“. Es hat Probleme mit seinen Scharfmachern, wie mit seinen antisemitischen Idioten.
    Nicht zuletzt, weil die den Scharfmachern immer wieder neuen Stoff für Schlagzeilen liefern.

    Ich wünsche dem Opferrabbi von dem ach so vergangenheitsbewältigten und aufgearbeiteten Berlin jedenfalls gute Genesung!

    • Wenn P.H. keine Argumente hat, dann qualifiziert er: Dr. Rütten „schürt Ängste und Hass“ weil sie über die unglaubliche Fidesz-Wirtschaft in Esztergom berichtete.
      ja und dann bringt er noch die „christliche Welt“ und die Wiener „Ungarnhasser“
      P.H. hat das Christentum gepachtet, seine Hasstiraden, seine ständigen ad personam Postings versucht er hier als christliche Nächstenliebe zu verkaufen.

      • Antimagyarismus ist das Totschlagwort der ungarischen Nazi und deren Dunstkreis und jetzt will P.H. sich auch deren Lob verdienen und verwendet auch dieses unsägliche Wort. Dabei schreckt auch davor nicht zurück sich als Verteidiger des Christentums zu geben. Immer mehr beweist er, wie Recht Konrad Adenauer hatte.

      • Der verbale Angriff auf den pensionierten Oberrabiner in Budapest löste große Empörung über Ungarn, insbesondere aber das Regime Orbán aus. Als sich der verbale Angriff als gut gemeinte Inszenierung entpuppte, für die man sich das Körnchen Wahrheit von anderem Ort aus einer anderen Zeit geliehen hatte, um Orbán, FIDESZ und die Ungarn an sich an den Pranger zu stellen, da hatte sich die Lüge längst zur Weltgewissheit aufgeschwungen.

        Jetzt gibt es einen echten Vorfall in Berlin, aber Karl Pfeifer geht lieber gegen Luftschaukeln in Ungarn an.

      • Karl Pfeifer schreibt: „Antimagyarismus ist das Totschlagwort der ungarischen Nazi und deren Dunstkreis und jetzt will P.H. sich auch deren Lob verdienen .. “

        Wie er sich in Rage redet. Dabei hatte ich ihn und nicht die idiotischen Neonazis aufs Korn genommen.

        Woher kommt eigenlich seine frivole Überzeugung, dass nur Nazis Ungarn schaden können?

        Trägt er linksseitig Scheuklappen? Oder steht er selbst so weit weg von der Mitte des noch Erträglichen, dass er nur noch Nazis sieht?

        Wie weit hat er es noch bis zum Abgrund?

  36. Darf ich raten, Herr Pfeifer? Waren es Nationalsozialisten, Nazis, Braunhemden, Nazisten, Faschisten, Neofaschisten oder Rotlackierte?

    • Mit Ihrer fortdauernden meistens witzlosen Wadelbeißerei geben Sie Adenauer Recht, der sagte: „Das hat der liebe Gott nicht gut gemacht. Allen Dingen hat er Grenzen gesetzt, nur nicht der Dummheit.“

  37. Hier ein gutes Beispiel dafür, wie in Berlin damit umgegangen wird, wenn ein Rabbiner, der mit seiner kleinen Tochter unterwegs ist, auf offener Straße angepöbelt und geschlagen wird.

    Auf der Stelle veröffentlicht die Polizei Fakten, die geeignet sind, die Bedeutung solcher Übergriffe verständlich zu machen.

    Antisemitische Gewalttaten sind die Ausnahme. Das ist in Berlin nicht anders als in Budapest.

    Der Unterschied zwischen Berlin und Budapest sind nur die Tranfunzeln in den Behörden. Wer 2006 die ungarische Polizei erlebt hat, weiß, aus welchem Jahrhundert die sich in die Gegenwart gerettet hat.

    http://www.morgenpost.de/printarchiv/titelseite/article108867288/Die-Quellen-der-Gewalt.html

    • Der Link führte eben noch zu einer kostenfreien Seite. Inzwischen will die Berliner Morgenpost auch noch Geld an den „Quellen der Gewalt“ verdienen

      Hier die Polizeiinfo:

      BM 30.08.12

      Die Quellen der Gewalt

      Polizei
      Die Polizei in Berlin hat im vergangenen Jahr einen leichten Rückgang antisemitischer Straftaten verzeichnet. Waren es 2010 noch 148 Fälle, zählten die Beamten im Vorjahr nur noch 126 antisemitische Straftaten in der Hauptstadt. Eine relative Konstanz registriert die Polizei hinsichtlich Motivation und Art der Straftaten: So hat der Großteil einen rechtsextremistischen Hintergrund und erfüllt den Straftatbestand der Volksverhetzung.

      Täter
      Antisemitische Gewalttaten sind dagegen die Ausnahme. Von den 126 antisemitischen Straftaten 2011 waren 113 rechtsextremistisch motiviert. In zehn Fällen handelten die Täter aufgrund auslandsextremistischer Motivation, indem sie die Tat im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt begingen. In drei Fällen hatten die Taten sonstige Hintergründe. Insgesamt gab es 2011 drei antisemitische Gewalttaten, im Vorjahr vier. Die Polizei ermittelt laut Sprecher Stefan Redlich in diesen Fällen „mit aller Konsequenz“.

      Quelle: http://www.morgenpost.de/printarchiv/titelseite/article108867288/Die-Quellen-der-Gewalt.html

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